Metal-CD-Review: TRIDDANA – Rising From Within (2018)

Alben-Titel: Rising From Within
Künstler / Band: Triddana (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. Juni 2018
Land: Argentinien
Stil / Genre: Power Metal w/ Folk
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Pablo Allen – Bagpipes, Whistles
Juan José Fornés – Guitars, Vocals
Diego Rodríguez – Bass
Joaquin Franco – Drums

Track-Liste:

1. Dare to Tame Me (04:38)
2. When Horizons Blaze (04:30)
3. Raging Fire (04:21)
4. Stray from the Path (04:35)
5. Journey to the Rim (04:35)
6. The Light You Left Behind (04:48)
7. Blind Hope (03:45)
8. Pages in the Past (04:44)
9. Stages Falling (04:40)
10. Along the Crooked Road (03:36)
11. Our Time’s Coming (04:39)

Nicht lange nachdenken, sondern einfach machen.

Betrachtet man die bisherige Laufbahn von TRIDDANA, so ist eines relativ schnell festzustellen: in der kurzen Zeit seit ihrer Gründung im Jahre 2011 haben die aus Argentinien stammenden Musiker schon einiges erreicht. Und das beileibe nicht nur, da sie mit ihrem an das irische Wort troideanna (in etwa: Kampf oder Anstrengung) angelehnten Bandnamen, ihrer vergleichsweise exotischen Herkunft und dem Versprechen eine ansprechende Symbiose aus Elementen des Power- und Folk Metals zu inszenieren bereits von vornherein interessant gemacht haben. Nein, auch ihre ersten Alben RIPE FOR REBELLION (das war das Debüt) und das nachgeschobene THE POWER AND THE WILL (siehe Review) konnten sich durchaus sehen und hören lassen – sodass es nur gut und richtig ist, dass die Musiker nach ihrem nicht ganz so spektakulären Akustik-Intermezzo TWELVE ACOUSTIC PIECES (2017) nun wieder ein vollwertiges Studioalbum vorlegen. Selbiges horcht auf den Namen RISING FROM WITHIN, beinhaltet 11 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten – und wird wie schon das Akustik-Album in kompletter Eigenregie von der Band vermarktet.

Allemal interessant dabei ist – und das galt natürlich auch schon für die Vorgänger – dass man von einer Band wie TRIDDANA nicht unbedingt einen folkig angehauchten Power Metal erwarten würde. Das bringt natürlich einige Vorteile mit sich – wie den, dass sich die Band mit ihrer argentinischen Herkunft relativ problemlos von ihren Mitbewerbern abheben kann. Auch ist festzustellen, dass TRIDDANA mit ihrem Frontmann Juan José Fornés einen echten Hochkaräter im Gepäck haben: der Argentinier kann singen, wobei seine vergleichsweise raue Stimme eine willkommene Abwechslung ist und recht gut zum folkigen Soundanstrich der Band passt. Dass er quasi nebenbei – und nicht zuletzt dank seinen gesammelten Erfahrungen bei anderen Bands – auch noch die Leadgitarre spielt und für so gut wie alle Hintergrundarbeiten (etwa das Mixing und Mastering) verantwortlich ist, ist allemal bemerkenswert – und sichert ihm klar den Status des wichtigsten Bandmitglieds. Glücklicherweise haben aber auch die anderen, ebenfalls einiges abliefernden Mitglieder Gelegenheit sich zu präsentieren – wie etwa Pablo Allen, der allein für die folkige Klang-Komponente der Band verantwortlich ist und damit so gesehen auch den eigentlichen Keyboarder ersetzt.

Und doch, um mit den ganz Großen des Genres mitzumischen, reicht es für TRIDDANA (noch) nicht ganz. Immerhin liegen die Gründe dafür nicht gerade auf der Hand – doch sie sind da, und machen sich etwa im einstweilen noch etwas zurückhaltenden Eindruck einzelner Passagen oder Refrains (wie den des Openers DARE TO TAME ME oder den von RAGING FIRE) bemerkbar. Trotz des schon jetzt hervorragenden Handwerks, versteht sich – welches dazu führt, dass man TRIDDANA erst gar nicht allzu weit entfernt von vergleichbaren Combos wie FALCONER oder den NOCTURNAL RITES ansiedeln sollte. Zum einen in Bezug auf die dargebotene Qualität – und zum anderen in Bezug auf den Sound, den man grundsätzlich recht gut als neuerliche Mixtur beider eben genannter Vergleichsbands bezeichnen könnte. Anders gesagt: wenn TRIDDANA ihren schon jetzt recht ansprechenden Kompositionen noch etwas mehr Nachdruck verleihen könnten, nicht ganz so gute Titel wie BLIND HOPE, STAGES FALLING oder das dezent unpassend erscheinende Instrumental ALONG THE CROOKED ROAD aussieben und vielleicht auch noch ihre folkloristische Klang-Palette etwas erweitern; werden sich einige andere warm anziehen müssen.

Jedoch, und um RISING FROM WITHIN nicht unnötig zu schmälern; reicht es schon jetzt für einen Anspieltipp. Einen, der zusätzlich zu seinem trotz der Independent-Produktion enorm überzeugenden Sound und dem tadellosen Handwerk der einzelnen Mitglieder einiges an Abwechslung bereithält. Denn: seien ebenso antreibende wie melodische Hymnen a’la WHEN HORIZONS BLAZE oder STRAY FROM THE PATH, ein außergewöhnlich intensives Intermezzo in Form von JOURNEY TO THE RIM oder die andächtige Ballade THE LIGHT YOU LEFT BEHIND – grundsätzlich ist für jeden etwas dabei, wobei TRIDDANA niemals so klingen als würden sie sich verbiegen. Dass das Album dann auch noch von einem Brecher wie OUR TIME’S COMING abgeschlossen wird, rundet das Ganze ab.

Absolute Anspieltipps: WHEN HORIZONS BLAZE, STRAY FROM THE PATH, JOURNEY TO THE RIM, THE LIGHT YOU LEFT BEHIND, OUR TIME’S COMING


„Trotz dessen, dass es noch etwas Luft nach oben gibt ein allemal überzeugender Auftritt.“

Metal-CD-Review: TRIDDANA – The Power And The Will (2015)

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Alben-Titel: The Power & The Will
Künstler / Band: Triddana (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Dezember 2015
Land: Argentinien
Stil / Genre: Folk / Power Metal
Label: Power Prog Records

Alben-Lineup:

Pablo Allen – Bagpipes, Whistles
Ranz – Drums
Juan José Fornés – Guitars, Vocals
Diego Rodríguez – Bass

Track-Liste:

1. Shouting Aloud (04:14)
2. When the Enemy’s Close (03:49)
3. Death Blow (04:21)
4. Echo Through the Days (03:48)
5. Everything Returns (04:40)
6. The Snake & the Pit (04:03)
7. The Might in My Blood (04:22)
8. Galloping Shadows (03:05)
9. Becoming (04:12)
10. Everlasting Lie (04:01)
11. Awakening (03:05)
12. The Power & the Will (04:57)

Die haben den Folk im Blut.

Lange ist das Metal-Jahr 2015 nun nicht mehr. Und dennoch haben sich gerade für den Dezember noch einige hochkarätige Power Metal-Spezialisten angekündigt – so auch die Argentinische Power / Folk-Combo TRIDDANA. THE POWER AND THE WILL ist das zweite Studioalbum der noch jungen Band, deren Mitglieder teilweise aus der bekannteren argentinischen Formation SKILTRON hervorgehen und so über ausreichend Erfahrung verfügen. Und das hört man dem Album auch an – neben dem unausweichlichen Eindruck, das hier etwas ganz und gar interessantes passiert. Schließlich klingt das Album im allgemeinen Genre-Wust verdächtig erfrischend – und weiß nicht nur durch die eher seltene Kombination von Folk und Power Metal hervorzustechen, sondern vor allem auch durch den markanten Leadgesang von Juan José Fornés. Der singt eher tief und gemäßigt, während seine Stimme auch deutlich rauer ist als die vieler Genre-Kollegen.

Wenn man schon Vergleiche anberaumen wollte, so müsste man am ehesten jemanden wie Magnus Winterwild von AXENSTAR zu Rate ziehen – doch im großen und ganzen klingen TRIDDANA wunderbar eigenständig. Auch, da Juan José Fornés in Nummern wie WHEN THE ENEMIES CLOSE oder DEATH BLOW schlicht brilliert. Die Balance aus gradlinig-rauen Momenten und der geschickten Auflockerung des Ganzen im Refrain geht vollends auf – während die hauptsächlich durch einen Dudelsack vertretenen Folk-Elemente niemals zu aufdringlich inszeniert werden. Im Gegenteil; diesbezüglich hält man sich sogar eher zurück, was vor allem auf die Strophen zutrifft – sodass die meisten Kompositionen einem angenehm schwermetallischen, druckvollen Eindruck hinterlassen. Vor allem aber auch einen klassischen – Keyboard-Elemente gibt es kaum, ein Großteil der etablierten Wirkung entsteht aus den schroffen Gitarren, dem deutlich hörbaren Bass und den stampfenden Drums. Schön ist, dass das Album eine Riesenportion Abwechslung bietet – und man nicht das Gefühl hat als würden Nummern wiederholt oder ganz allgemein Lückenfüller präsentiert.

Mit Ausnahme von ECHO THROUGH THE DAYS vielleicht, das etwas schwach auf der Brust klingt. Gerade gegen Mitte und zum Ende hin schöpfen TRIDDANA dann aber noch einmal aus dem Vollen: THE MIGHT IN MY BLOOD ist die rhythmisch-energiegeladene Hymne des Albums, GALLOPING SHADOWS ein atmosphärisches Instrumentalstück, zum Takt von BECOMING kann man nur beschwingt mitwippen. Titel wie EVERLASTING LIE wären bei anderen Combos wohl zu mäßigen AOR-Nummern mutiert – doch TRIDDANA schaffen es auch den auf den ersten Blick nicht ganz so spektakulären Titeln das gewisse Etwas zu verpassen. So findet man auch keine typisch-obligatorische Ballade – sondern das stellvertretende Instrumentalstück AWAKENING als passenderes Beispiel für die emotionale Seite der Band. THE POWER & THE WILL klingt von vorne bis hinten rund, und bietet bis auf einige zu vernachlässigende Momente in der etwas schwächeren ersten Albenhälfte einen angenehm druckvollen Power Metal mit schnittigen Folk-Elementen.

Absolute Anspieltipps: DEATH BLOW, THE MIGHT IN MY BLOOD, BECOMING


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„Angenehme Symbiose von Folk- und Power Metal mit einem erstklassigem Leadgesang.“