Metal-CD-Review: SKYLARK – 全部 / Zenbu (2010)

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Alben-Titel: 全部  / Zenbu / Quanbu
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Melodic / Symphonic Power Metal
Label: Rubicon Music

Alben-Lineup:

Kiara – Vocals
Eddy – Keyboards, Piano, Vocals (backing)
Brodo – Bass, Guitars (rhythm)

Track-Liste CD 1:

1. Symbol of Freedom (07:23)
2. The Final Answer (04:16)
3. The Triumph (09:02)
4. Song for a Day (03:18)
5. Summer of 2001 (05:15)
6. Lady of the Sky (10:22)
7. Escape from the Dark (04:44)
8. Sun (Keeper of the Dreams) (07:41)

Track-Liste CD 2:

1. Welcome (06:06)
2. The Princess‘ Day (04:07)
3. A Rose in Her Hand / Rainbow in the Dark (03:55)
4. A Tale That Wasn’t Right (Helloween cover) (02:58)
5. The Triumph (05:01)
6. Dying Inside (04:03)
7. Creature of the Devil (05:03)
8. Twilight (06:03)
9. The Final Countdown (Europe cover) (04:33)
10. Fear of the Moon / Belzebú (08:17)

Man wird doch wohl mal frech sein dürfen.

Was, ja was sollte man als schon viele Jahre bestehende Power Metal-Formation tun, wenn man es allen noch einmal richtig zeigen möchte – aber eine eher durchwachsene Diskografie (siehe hier) im Gepäck hat ? Eine vorgefertigte Antwort hierauf gibt es wohl nicht. Vielleicht aber sollte man zumindest versuchen, aus bereits begangenen Fehlern zu lernen – und ein Album auf die Beine zu stellen, welches die der Vergangenheit in jedem Fall schlägt. So oder so ähnlich müssen wohl auch die Gedankengänge der Mitglieder von SKYLARK ausgesehen haben, die sich für ihr mittlerweile neuntes Studioalbum etwas eher ungewöhnliches ausgedacht haben. Das 2010 veröffentlichte 全部 (oder auch ZENBU) kommt schließlich als Doppel-CD mit nur zwei gänzlich neuen Titeln, dafür aber einigen neu aufgenommenen alten Hits sowie einer Bonus-CD mit Live-Aufnahmen daher. Theoretisch hätte das Projekt also allemal das Zeug dazu, sowohl alteingesessene Fans von SKYLARK als auch neu hinzustoßende Hörer zufriedenzustellen.

Wie so oft aber zeigt sich, dass Theorie und Praxis nicht immer nah beieinander liegen müssen. Auch nicht bei SKYLARK – einer Band, die sich schon 1995 aufmachte um ihre ganz eigene Interpretation eines melodischen und symphonischen Power Metal zu inszenieren. Und das mit einem mal mehr, zumeist aber deutlich weniger erfreulichen Ergebnis; leider. Wie sich 全部 schlägt, bleibt demnach auch nicht lange ein Geheimnis – denn eine positive Überraschung gibt es nicht. SKYLARK und ihr angestammter Frontmann um Eddy Antonini haben die Gelegenheit schlicht abermals verpasst, mehr aus sich selbst und ihrer Musik zu machen. Stattdessen servieren sie der Welt schon wieder ein Power Metal-Album, welches diese Bezeichnung eigentlich kaum verdient. Das kuriose oder auch bemerkenswerte dabei ist, dass es den Italienern nicht einmal gelungen ist ihre alten Nummern in irgendeiner Art und Weise aufzupeppen geschweige denn ansprechender zu präsentieren – obwohl gerade das mit einem Konzept wie dem hier an den Tag gelegten quasi unmissverständlich versprochen wurde. Viel eher ist das Gegenteil der Fall: so gut wie alle hier vertretenen Nummern klingen abgedroschener und plumper als jemals zuvor.

Dementsprechend muss man sich schon beim Opener SYMBOL OF FREEDOM mit seinen zusätzlich makaberen Gesangseinwürfen (die am ehesten nach wilden Tiergeräuschen klingen) die Frage stellen, ob SKLYLARK das hier präsentierte wirklich ernst meinen. Doch ganz egal wie die Antwort darauf ausfällt – wirklich zumutbar klingt das Ganze in keinem Fall. Denn ob man sich nun auf die alten oder die beiden neuen Titel bezieht, die Probleme sind die ewig gleichen. SKYLARK bringen die wohl mit Abstand am miesesten produzierten und abgemischten Genre-Alben auf den Markt, die aufgrund eben dieser Schludrigkeit gar nicht erst die Lust entstehen lassen sich intensiver mit ihnen zu befassen. Ein gutes Beispiel dafür findet sich auch in einem der beiden neuen Titel, dem leider nur theoretisch emotionalen SONG FOR A DAY. Während der weibliche Gesangspart hier sogar vergleichsweise gut abschneidet, sorgt der männliche Gegenpart (vertreten von einem gewissen Bob Gramm) eigentlich nur für eine gehörige Portion Fremdschämen – aufgrund der an den Tag gelegten Leistungen einerseits, aber eben auch nicht unwesentlich durch die schier unterirdische Abmischung. Das Urteil fällt entsprechend vernichtend aus: selbst bei einer rein akustischen Nummer wie dieser gelingt es den Mitgliedern von SKYLARK nicht, ein halbwegs akzeptables Handwerk zu verrichten.

Das ist natürlich auch – und absolut uneingeschränkt – auf den Leadgesang in den anderen Nummern zu beziehen. Was die hiesige Gesangsakrobatin Kiara beispielsweise in Titeln wie THE FINAL ANSWER fabriziert, geht schlicht auf keine Kuhhaut – sodass ein Album wie das vorliegende am ehesten noch als reine Instrumental-Version funktionieren könnte. Doch selbst dann erwarten einen nur relativ stumpfe, in Versatzstücken schon zigmal gehörte Kompositionen; die sowohl das nötige Fingerspitzengefühl als auch dringend benötige gute Ideen vermissen lassen. Es wirkt am ehesten, als würden SKYLARK immer wieder dasselbe schlechte Programm durchlaufen lassen; und das eben auch nicht erst seit gestern – was der Sache eine zusätzliche Brisanz verleiht. ZENBU ist somit gleich in mehrerlei Hinsicht eine gnadenlose Enttäuschung – die Tatsache, dass es sich fast ausschließlich um fragliche Neuaufnahmen und einen dezent irreführenden Alben-Titel handelt, rundet das Ganze nach unten hin ab.

Absolute Anspieltipps: /


„Es ist noch immer kein Land in Sicht.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – The Storm & The Horizon (2015)

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Alben-Titel: The Storm & The Horizon
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Juni 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Melodic / Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Eddy Antonini – Keyboards, Piano, Harpsichord
Max Ferri – Guitars
Mr. Steven – Drums
Ashley Watson – Vocals
Mai Shaira – Vocals
Fabio Dozzo – Vocals
Savannah Ferguson – Vocals

Track-Liste:

1. Eyes (06:28)
2. The Kiss That Never Happened (04:12)
3. Crystal Lake (06:48)
4. Just One Word (To Fall in Love) (04:48)
5. マジンガーZ (01:51)
6. Don’t Know What You Got (Till It’s Gone) (Cinderella cover) (05:45)
7. The Run Towards the Sun (03:35)
8. Shot Through the Heart (Bon Jovi cover) (04:07)
9. Tears (03:50)
10. Another Reason to Believe (05:46)
11. The Hardest Part Is the Night (Bon Jovi cover) (04:43)
12. 離したくはない (T-Bolan cover) (04:48)
13. Road to Heaven (05:04)
14. 会いたかった (AKB48 cover) (03:48)
15. Santa Fe (Bon Jovi cover) (05:34)
16. さんぽ (01:49)
17. Carrying You (03:01)
18. Bridges Are Burning (03:14)

Da kann man ruhig mal ein Auge drauf werfen… oder etwas ganz anderes.

Ja, auch im Bereich des Power Metal gibt es eine gewisse Form der Langlebigkeit. Und das nicht nur auf etwaige stilistische Ausrichtungen bezogen, denn gerade mit einzelnen Genre-Combos ist schon seit vielen Jahren immer wieder zu rechnen. Allerdings sagt das noch lange nichts über die Qualität einzelner Acts aus. So scheinen auch die Italiener von SKYLARK, die nun schon seit 1994 eine Genre-Mixtur aus Elementen des melodischen und symphonischen Power Metals kreieren; seit jeher dazu auserkoren die Gemüter zu spalten – und das wie kaum eine andere Genre-Formation. Doch ganz gleich, wie man etwa zu den frühen Alben a’la THE HORIZON AND THE STORM (Review) oder DRAGON’S SECRETS (Review) stehen mag – eines scheint im Falle der Italiener unausweichlich festzustehen. Denn wie man es auch dreht und wendet, viel hat sich wahrlich nicht getan im musikalischen Camp um die einzigen auch heute noch aktiven Gründungsmitglieder Eddy Antonini (Keyboards, Piano) und Roberto „Brodo“ Potenti (Bass) – zumindest, wenn man sich auf einen gewissen Lerneffekt bezieht. Erst Recht natürlich wenn man ganz offensichtlich Fehler gemacht hat – die Chance das nächste Level zu erreichen aber einfach nicht beim Schopfe packt.

Und so scheinen SKYLARK noch immer in einer merkwürdigen, und für das Genre sicherlich einmaligen Schockstarre zu verharren. Einer, die immerhin seit bald 20 Jahren anhält – und verhindert, dass die Band einen deutlichen Fortschritt in welche-Richtung-auch-immer (das wäre eigentlich zweitrangig) macht. Eine der Folgen, die sich zumindest auf diesem Blog hier bemerkbar macht; ist eine Ansammlung von geradezu kläglich bewerteten Alben. Dabei hatte die Band zwischenzeitlich schon aufgezeigt, dass möglicherweise mehr in ihr steckt – die dreiteilige DIVINE GATES-Saga etwa beschreibt auch heute noch die beste Kreation der Italiener. Vielleicht können SKYLARK mit THE STORM & THE HORIZON, dem mittlerweile elften Studioalbum der Band; ja wieder an diese noch halbwegs akzeptablen Werke anknüpfen. Für alle Die-Hard-Fans der Band gibt es neben der regulären CD-Version sogar noch eine Deluxe-Edition mit sage und schreibe 4 Silberlingen in einem A5-Digibook. Die ist aber nicht Gegenstand dieser Rezension, zumal viele der hier enthaltenen Titel bereits bekannt sind.

Das Hauptaugenmerk gilt also der eigentlichen THE STORM & THE HORIZON-CD mit seinen 18 Titeln sowie einer Spielzeit von satten 80 Minuten. Dabei fällt vor allem eines direkt auf: das Vorhandensein von mehr Material als üblich bedeutet leider nicht automatisch, dass auch die Qualität stimmt – erst Recht nicht im Falle von SKYLARK. Eher ist hier das Gegenteil der Fall: die Titel-Liste weist auf eine recht wirre Zusammenstellung höchst verschiedener Nummern hin, zwischen die sich auch immer wieder Cover-Versionen sowie komplett auf japanisch eingesungene Titel eingeschlichen haben. Dass wäre vielleicht gar kein allzu großes Problem, würde man SKYLARK anmerken dass sie tatsächlich eine halbwegs kontinuierliche Schiene fahren. Letztendlich aber probieren sie sich in derart viele Richtungen aus, dass es schmerzt – und beileibe nicht alle Nummern problemlos unter dem Oberbegriff des Heavy- oder Power Metals fungieren können. Aber selbst das wäre noch kein KO-Kriterium, würden die Italiener nur ihr eigentliches Handwerk verstehen. Vielleicht tun sie das ja, es kommt ganz auf die Perspektive an – doch überträgt sich diese grundsätzliche Voraussetzung schlicht nicht auf den geneigten Genre-Hörer. Der erhält hier nicht viel mehr als ein auffällig müdes und uninspiriertes Genre-Album mit einem vergleichsweise hohen Nerv-Faktor – und sogar Momenten, die mehr als nur dezent zum Fremdschämen einladen.

Dabei geht die relative Misere schon im Auftakt los, obwohl EYES noch zu den stärkeren Titeln des Albums gehört. Doch schon hier, sowie noch deutlicher im folgenden THE KISS THAT NEVER HAPPENED zeigt sich, dass die eingesetzten Sängerinnen (das sind in diesem Falle gleich mehrere) einfach nicht das Zeug dazu haben eine stimmige Performance abzuliefern; geschweige denn im Vergleich mit anderen Bands mitzuhalten. Das Hauptproblem liegt aber ohnehin eher woanders begraben – und das seit vielen Jahren respektive vielen SKYLARK-Alben. So klingen gerade die instrumentalen Kompositionen nicht nur nach den ärgsten Genre-Klischees – sie sind darüber hinaus auch noch schlecht arrangiert, klingen auffällig kraftlos und laufen des öfteren ins Leere. Ausnahmen gibt es hier keine, selbst nicht bei 18 enthaltenen Titeln und den Stilwechseln. Anders gesagt: ob nun eher rockig, poppig, elektronisch oder auch mal explizit in Richtung Power Metal (CRYSTAL LAKE, CARRYING YOU) – wirklich gelungen klingt die Musik von SKYLARK zu keinem Zeitpunkt. Und schon gar nicht innovativ, was man anderen Bands aber viel eher geneigt ist zu verzeihen.

Der andere Aspekt bezieht sich auf die auch nach 20 Jahren noch immer unglaubliche schlechte Präsentation und Produktion des Albums – das gelinde gesagt wie eine schnell zusammengebastele Demo-CD respektive nach Hobbykeller klingt. Warum SKLYARK hier einfach nichts dazulernen können oder wollen, bleibt wohl für immer ein Rätsel. So klingt THE STORM & THE HORIZON in jedem Fall nur noch stumpfer, als es ohnehin schon ist. Anders gesagt: die SKYLARK-Originale sind kaum der Rede wert, während gerade die Cover-Versionen (mit Ausnahme des irgendwie passig klingenden AKB48-Covers) zusätzlich in den Gehörgängen schmerzen. Es bleibt demnach zu hoffen, dass SKYLARK mit ihrem THE STORM & THE HORIZON und seinen Bezügen auf die Band-interne Vergangenheit tatsächlich ein Kapitel abschließen – und zwar endgültig. Vielleicht ja, um sich daraufhin neu zu erfinden – was in jedem Fall bitter nötig wäre.

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„Eine minimale Steigerung im Vergleich zu Alben wie TWILIGHTS OF SAND, aber dennoch: ein echter Aufstieg sieht anders aus.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Twilights Of Sand (2012)

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Alben-Titel: Twilights Of Sand
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Januar 2012
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Radtone Music

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass, Guitars
Eddy Antonini – Keyboards
Ashley Watson – Vocals

Track-Liste:

1. The Tears of Jupiter (01:36)
2. とべ!グレンダイザー (02:33)
3. The Princess and Belzebú (06:57)
4. She (06:06)
5. Love Song (05:08)
6. Tears (03:20)
7. Lions Are the World (07:29)
8. The Wings of the Typhoon (05:04)
9. Sands of Time (03:18)
10. Mystery of the Night (05:59)
11. Road to Heaven (05:07)
12. Believe in Love (05:43)
13. Follow Your Dreams (06:03)
14. Eyes (00:49)
15. とべ!グレンダイザー (karaoke version) (02:37)
16. Faded Fantasy (03:48)
17. Follow Your Dreams (female voice version) (05:39)

Vielleicht klappt es ja dieses Mal.

TWILIGHTS OF SAND ist das achte Studioalbum der italienischen Symphonic- und Power Metaller von SKYLARK. Eines, dass mit einigen Neuerungen daherkommt – wie etwas in Bezug auf den Leadgesangsposten, der nun von Ashley Watson bekleidet wird. Immerhin, einen Vorteil hat das Ganze – schließlich kommt die neue SKYLARK-Frontfrau mit einer wesentlich angenehmeren Stimmfarbe daher als ihre Vorgänger. Nicht ganz so gut ist indes, dass auch ihre Darbietung nicht wirklich mit den Instrumentalparts zu harmonieren scheint – und sie teils starke Probleme mit höheren Gesangslagen sowie ihren eher klassischen Intermezzi zu haben scheint. Am besten klingt sie ausgerechnet in SANDS OF TIME – ausgerechnet, da es sich hier um eine vor Schmalz triefende Pop-Ballade handelt.

Die markanteren Probleme des Albums ergeben sich aber ohnehin nicht allein aufgrund der insgesamt eher zu vernachlässigenden Gesangsleistungen (die Darbietung in THE PRINCESS AND BELZEBU beispielsweise hat etwas ganz und gar bezeichnendes)  vielmehr kommen sie aus gänzlich anderen Richtungen. Vornehmlich solchen, von denen man hätte annehmen müssen dass sie längst der Vergangenheit angehören. Doch weit gefehlt: TWILIGHTS OF SAND ist in Bezug auf das Instrumentenspiel, die Arrangements und Produktion abermals eine mittelprächtige Katastrophe. Allzu lange dauert es auch gar nicht, bis das festzustellen ist: bereits der Opener TOBE! GLENDZIER (der auf japanisch eingesungen wurde) zeigt beherzt auf, wie arg es aktuell um SKYLARK bestellt ist.

Anders gesagt: so gut wie alle Titel klingen rein Sound-technisch extrem unausgefeilt, flach – und werden zudem mit arg kitschigen Zusatzelementen seitens des Keyboards ausstaffiert. Was dezent verwunderlich ist; hatte man auf DIVINE GATES PART 3 doch immerhin ansatzweise gezeigt, dass man zu mehr imstande wäre. Theoretisch natürlich, mit einer großen Portion Engagement und dem Willen sich wirklich zu verändern. TWILIGHTS OF SAND aber ist eher als Schritt zurück zu bezeichnen – sodass SKYLARK auch mit ihrem mittlerweile achten Album keinen Blumentopf gewinnen können.

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„Ein Album, welches man am besten mit Kopfhörern verköstigen sollte – Schallschutzkopfhörern. Leider…“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Divine Gates Part 3 – The Last Gate (2007)

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Alben-Titel: Divine Gates Part III: The Last Gate
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. Mai 2007
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Soundholic Co. Ltd.

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Fabio Dozzo – Vocals
Kiara – Vocals

Track-Liste:

1. Intro (00:35)
2. The Scream (06:24)
3. Soul of the Warrior (05:48)
4. Dying Inside (04:01)
5. Hurricane (01:35)
6. Believe in Love (05:46)
7. All Is Wrong (06:17)
8. Time (03:46)
9. The Heaven Church (new version) (04:17)
10. A Story Not to Tell (05:26)
11. Mt. Fuji (electric version) (04:08)
12. Mt. Fuji (acoustic version) (05:02)

Da ginge noch so viel mehr.

Nach dem relativen Desaster auf und mit FAIRYTALES schicken sich die italienischen Symphonic Power Metaller von SKYLARK erneut an, ihre bis dato heftig umstrittene Diskografie mehr oder weniger erfolgreich fortzusetzen. Problematisch erscheint indes, dass es dabei offenbar keinerlei Veränderungen im Lineup gegeben hat. Und so ertönt auch auf dem vorliegenden DIVINE GATES PART III die höchst durchwachsene Stimme von Chiara Letizia Pernigotti. Immerhin: sie klingt schon nicht mehr ganz so dilettantisch und unsicher wie auf dem Vorgänger, doch als Genre-Highlight ist auch ihre aktuelle Darbietung nicht zu bezeichnen. So hart es klingen mag: es erscheint nach wie vor zweifelhaft, warum man sich ausgerechnet für diese Sängerin entschieden hat.

Vielleicht ja, um den eigentlichen Leadsänger Fabio Dozzo – der auf DIVINE GATES PART III auch wieder etwas öfter zu Wort kommt – etwas Unterstützung zuzugestehen ? Und tatsächlich, mit den beiden SKYLARK-Stimmen ergibt sich immerhin der Ansatz einer wie-auch-immer gearteten Gesangs-Harmomie. Eine, die sich verständlicherweise noch lange nicht mit der Konkurrenz messen lässt – aber schon einmal als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet werden kann. Allemal interessant ist auch, dass das Album dezente Verbesserungen hinsichtlich eines der bisher gröbsten Knackpunkte der Band offenbart: der allgemeinen Produktionsqualität.

Sicher, nach sage und schreibe sieben relativ mies produzierten Alben mag das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein – aber immerhin. Handwerklich sieht es ebenfalls recht durchwachsen aus – wobei die nun deutlich symphonischeren und knackigeren Kompositionen, der Verzicht auf allzu viele Pop-Anleihen und die wesentlich treffsicherer agierenden Gitarren noch am ehesten gefallen. Insgesamt aber reicht auch das nicht aus, um das Album empfehlenswert zu gestalten; oder anders gesagt: es ist immer gut, wenn sich dezente Verbesserungen einstellen und sich eine Band weiterentwickelt. Doch wenn das Ganze vergleichsweise spät kommt, und man nach dem längst überfälligen Sprung ungefähr auf dem Niveau eines ungeschliffenen Debütalbums einer x-beliebigen Genreband landet – ist das Ziel noch lange nicht erreicht.

Absolute Anspieltipps: ALL IS WRONG


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„Für SKYLARK ein kleiner Sprung nach vorn – was insbesondere den Gesang betrifft aber noch lange nicht konkurrenzfähig.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Fairytales (2005)

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Alben-Titel: Fairytales
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. November 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Fabio Dozzo – Vocals
Kiara – Vocals

Track-Liste:

1. Music (05:55)
2. First Night (06:20)
3. A Rose in Her Hand (03:04)
4. Lions Are the World (11:34)
5. I’m the Evil (04:36)
6. Moonlight Shadow (Mike Oldfield cover) (03:09)
7. Little Red Riding Hood (18:07)
8. Love (05:07)

Unheimliche Begegnungen der SKYLARK-Art ?

Die italienischen Power Metaller von SKYLARK sind eine der wenigen Genre-Combos, die auf diesem Blog bisher ausschließlich unterdurchschnittliche Wertungen eingefahren haben – was mit bis dato sechs vollwertigen Studioalben von 1995 bis 2004 doch etwas verwunderlich erscheint. Schließlich sollte man doch bei so gut wie jeder Band von einem gewissen Reifeprozess ausgehen – sowie der Bereitschaft, allzu offensichtliche Mängel nach und nach auszubügeln. Doch offenbar verschloss man davor gerade bei SKYLARK immer wieder die Augen – sodass auch das siebte SKYLARK-Studioalbum FAIRYTALES vor allem durch einen besonders störenden Faktor gekennzeichnet ist.

Und der bezieht sich auf nicht weniger als die abermals relativ dahingeschludert erscheinende Produktion – die nicht wirklich die Lust entstehen lässt, das Album intensiver zu erforschen. Denn eines ist – auch ganz unabhängig vom Gefallen oder Nichtgefallen der Genre-Ausrichtung der Band – klar: nach sechs Alben hätte man zumindest in der Lage sein sollen, ein handwerklich anständig inszeniertes Album auf den Markt zu bringen. Doch es ist, wie es ist: die Produktion ist schwach, der Gesang schlecht abgemischt; die Arrangements wirken lieblos und vor allem die strapazierenden Keyboard-Elemente stark aufgesetzt. Mindestens ebenso ärgerlich wie der nicht vorhandene Lern-Effekt ist dabei die Tatsache, dass SKYLARK auch auf FAIRYTALES nichts nennenswertes anzubieten haben – obwohl oder gerade weil man sich eine zusätzliche weibliche Gesangsunterstützung ins Boot geholt hat.

Schließlich ist die Leistung der neuen Sängerin Chiara Letizia Pernigotti alles andere als glanzvoll – vielmehr klingt sie ärgerlich dilettantisch und aufgesetzt. Neben dem ohnehin eher kläglichen Eindruck des eigentlichen Leadsängers Fabio Dozzo ändert sich in Bezug auf den SKYLARK-Leadgesang also viel zu wenig – der erhoffte frische, zumindest etwas professionellere Eindruck blieibt aus. Das gilt wohl auch für die instrumentalen Kompositionen, die auch ohne die ständigen Kopien diverser RHAPSODY-Elemente als Frechheit zu bezeichnen sind. Das Stichwort eines belanglosen Gedudels trifft es hier am ehesten: so dahingerotzt, plump und schlichtweg mies wie speziell das Cover zu MOONLIGHT SHADOW klang schon lange keine Power Metal-Nummer mehr.

Da hilft es auch nicht, dass mit LITTLE RED RIDING HOOD ein eher peinliches und nur vermeintliches Opus mit einer Spieldauer von satten 18 Minuten enthalten ist – in dem die Schwächen der Band noch einmal vollends offenbar werden. Was auch immer mit Band-Mastermind Eddy Antonini los ist – ihn mit seinem Landsmann Luca Turilli vergleichen zu wollen (was schon hie und da geschehen ist) erscheint eher unangebracht. Eine ähnliche Passion, einen ähnlichen Ernst oder schlicht ein ähnliches Gespür für gute Musik spürt man in Antonini’s Werken schließlich nicht. Oder, wenn man es positiv ausdrücken wollte: noch nicht.

Absolute Anspieltipps: /


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„Es hat sich nicht viel geändert – und gerade das bugsiert FAIRYTALES auf einen der hinteren Plätze.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Wings (2004)

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Alben-Titel: Wings
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 17. Mai 2004
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Fabio Dozzo – Vocals
Kiara – Vocals
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Carlos Cantatore – Drums, Percussion
Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars

Track-Liste:

1. Rainbow in the Dark (09:07)
2. Summer of 2001 (05:12)
3. Another Reason to Believe (05:26)
4. Belzebú 2 (09:36)
5. Faded Fantasy (03:47)
6. Last Ride (09:00)
7. A Stupid Song (05:53)
8. When Love and Hate Collide (Def Leppard cover) (04:22)

Und sie haben es schon wieder getan.

WINGS ist das sechste offizielle Studioalbum der italienischen Symphonic Power Metaller um Eddy Antonini – und ein Album, welches (wie im übrigen schon die zahlreichen Vorgänger) auf einen runden Produktionspart der Band hoffen lässt. Schließlich existierten SKYLARK schon gute 10 Jahre – wobei es die Band noch immer nicht geschafft hat, nach mehr als nur einer beliebigen aufstrebenden Newcomer-Band im Demosound-Gewand zu klingen. Aber vielleicht kann man ja nun alles richten – zumal WINGS erstmals nicht unter dem bisherigen Label der Band (UNDERGROUND SYMPHONY), sondern über die weitaus bekannteren und größeren SCARLET RECORDS erscheint. Ein Blick auf das Alben-Cover indes verheißt nicht unbedingt gutes – zumal ein derart kitschiges Konzept nicht unbedingt für eine markante Weiterentwicklung der Band zu sprechen scheint. Erst Recht nicht in Anbetracht der bisherigen Bandhistorie, für die der Begriff des Kitschs wohl eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat.

Doch so schön man auch über das potentielle Für und Wider von WINGS philosophieren könnte – spätestens nach den ersten angespielten Sekunden braucht man gar nicht mehr allzu lange um den heißen Brei herumzureden. WINGS stellt keine musikalische oder inhaltliche Weiterentwicklung, geschweige denn Verbesserung der bisherigen Spielart dar – sondern setzt die bisherige, vergleichsweise karge SKYLARK-Diskografie der zu vernachlässigenden Releases müde fort. Selbst die oftmals diskutierte Produktionsqualität hat noch immer nicht ein akzeptables Niveau erreicht – in Bezug auf WINGS gibt es zwar Veränderungen zum bisherigen Soundgewand, aber keine spürbaren Verbesserungen. So wirkt der gesamte Mix etwas weniger matschig, etwas klarer und differenzierter – doch allein die Abmischung des Gesangs in Kombination mit dem klar überstrapazierten Keyboard und dem schwachbrüstigen Drumming lassen es wieder entstehen; das gute alte Gefühl einer (zu) schnell arrangierten Demo-CD. Und das darf bei einer nunmehr 10 Jahre bestehenden Band einfach nicht passieren.

Dabei sind sogar neue Tiefpunkte hinzugekommen, wie etwa die eingebrachten Hintergrundgesänge – die in etwa das gleiche qualitative Niveau offenbaren wie die eigentliche Gesangsperformance von Leadsänger Fabio Dozzo. Aber auch das Konzept des Albums offeriert nicht viel neues. Selbst die Nummern, die potentiell zumindest hart gesottenen Genre-Fans Spaß machen könnten (SUMMER OF 2001) – vielleicht auch einfach nur, weil sie etwas schneller sind – zünden überhaupt nicht. Denn auch sie werden vergleichsweise grottig präsentiert, also etwa mit allerlei Hall-Effekten, miesen Gesängen oder einem erschreckend dünnen instrumentalen Backup versehen. Doch es geht noch weiter: seien es der extrem kitschige und plumpe Opener RAINBOW IN THE DARK, das gesanglich nicht von dieser Welt stammende ANOTHER REASON TO BELIEVE, das merkwürdig tönende FADED FANTASY – es ist schlicht unglaublich, dass Werke wie diese überhaupt einen Weg auf einen wie auch immer gearteten Silberling gefunden haben. Kurios ist, dass sich ausgerechnet der STUPID SONGals einer der gelungeneren Titel erweist, auch wenn das nicht mehr viel zu bedeuten hat. Den einzigen Titel, den man sich zumindest im Sinne einer halbwegs hörbaren Ballade geben kann, ist WHEN LOVE AND HATE COLLIDE – vielleicht auch da hier ausnahmsweise mal nicht Fabio Dozzo singt, sondern eine gewisse Kiara. Und auch die Gefahr von schlecht abgemischten Metal-Elementen (man höre nur einmal das offenbar etwas ältere CRYSTAL LAKE) ergibt sich aufgrund der minimalistischen Struktur nicht.

Aber insgesamt bleibt es dabei: wie schon zuvor bleiben dem WINGS-Album nur einige vergleichsweise interessante Gitarren- und Keyboardsoli, während man so gut wie alles andere getrost vernachlässigen kann. Vielleicht wäre das arg kitschige und inhaltlich müde bis peinliche Konzept noch gar kein so großes Problem; würde die Musik auch nur ansatzweise so präsentiert werden als hätte man zumindest von der reinen Akustik her ein gutes Gefühl. Doch vom erschreckenden Leadgesang über die weichgespülten Kompositionen (weniger Metal, mehr Keyboards und Pop) bis hin zur nach wie vor plumpen Produktion bleibt alles beim alten respektive schlechten. Das zusätzlich schlimme ist, dass dies bereits auf den vorherigen Alben der Fall war und man einfach nichts dazugelernt hat – was eine entsprechende Wertung unausweichlich macht.

Absolute Anspieltipps: WHEN LOVE AND HATE COLLIDE


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„Ein weiterer Tiefpunkt in der SKYLARK-Diskografie.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – The Princess‘ Day (2001)

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Alben-Titel: The Princess‘ Day
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 05. November 2001
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars
Carlos Cantatore – Drums
Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabio Dozzo – Vocals
Eddy Antonini – Keyboards

Track-Liste:

1. The Princess‘ Day (05:43)
2. I Will Cry Tonight (04:58)
3. Journey Through the Fire (07:31)
4. Another Life (04:03)
5. Hope (Intro) (01:47)
6. Rufus (Part 1) (05:46)
7. Symbol of Freedom (Part 2) (07:19)
8. The Tragedy (09:23)
9. White Warrior (05:13)
10. Princess of the Snow (08:12)

Geschichten aus Schwermetall und Plastik.

THE PRINCESS‘ DAY ist das fünfte Studioalbum der aus Italien stammenden Symphonic Power Metaller von SKYLARK – einer vergleichsweise umstrittenen Band, die von Frontmann und Mastermind Eddy Antonini sowie seinem Kollegen Roberto Potenti angeführt wird. Umstritten waren und sind SKYLARK aus mehreren Gründen – wobei sich einer davon auch auf PRINCESS‘ DAY wiederfindet. Dabei geht es auch dieses Mal um nicht weniger als den Gesamteindruck, den der Silberling in rein qualitativer (das heißt vor allem, Ton-technischer) Hinsicht hinterlässt. Es ist kurios, aber: auch das fünfte Album scheint nicht über den Status einer vergleichsweise plump inszenierten Demo-CD hinauszukommen. Und das ist einer der Faktoren, von denen man spätestens nach den beiden DIVINE GATES-Alben hätte annehmen müssen, dass sie endlich der Vergangenheit angehören – zumal gerade diese beiden Alben ein kaum zu verleugnendes Potential aufwiesen.

Doch SKYLARK haben es auch 2001 schon wieder getan – und ein Album veröffentlicht, welches sich schlicht und einfach verdächtig plump und regelrecht dahingerotzt anhört; ohne überhaupt erst auf die näheren Inhalte einzugehen. Dergleichen mag man einer wie auch immer gearteten aufstrebenden Newcomer-Band verzeihen, die eine Demo oder ein erstes Independent-Release veröffentlichen – doch offenbar hatte man selbst bei einem Label wie UNDERGROUND SYMPHONY keine allzu großen Ansprüche. So gilt es auch dieses Mal, eine ausgeprägte Vorstellungskraft mitzubringen – um sich auszumalen, wie PRINCESS‘ DAY unter besseren Produktionsumständen vielleicht hätte klingen können. Aber selbst dann ist schnell eines festzustellen: das Album ist meilenweit von einem großen Wurf entfernt. Insbesondere, da keinerlei Verbesserungen zu den beiden Vorgängern festzustellen sind. Im Gegenteil, es scheint als hätten sich SKYLARK hier noch einmal deutlich verschlechtert – was sich vor allem in Bezug auf den hanebüchenen Keyboardeinsatz und die völlig deplatzierte Gesangsperformance von Fabio Dozzo bezieht.

Während der Opener und Titeltrack diese Schwächen noch nicht wirklich explizit zur Schau stellt, ist es spätestens mit einem Titel wie I WILL CRY TONIGHT vorbei. Denn: der Name ist hier zweifelsohne – und leider – Programm. Aber auch wenn sich das Keyboard mal zurückhält oder zumindest dezentere Samples bereithält, Fabio Dozzo mal schweigt oder Gastsänger wie Folco Orlandini oder Cynthia Di Gennaro auftreten – SKYLARK schaffen es hier einfach nicht, von ihrem extrem trashigen Image wegzukommen. Trashig bedeutet in diesem Fall leider alles andere als kultverdächtig oder unterhaltsam – sondern vielmehr gegenteiliges. Somit bleibt vieles an Mastermind Eddy Antonini hängen, der auch dieses Mal durchaus einiges an Potential erkennen lässt. Seine Keyboardsoli sind einstweilen nett, ebenso wie die von Gitarrist Fabrizio Romani – doch was soll man machen, wenn das Gesamtpaket einfach nicht stimmt ? Selbst der hymnische Anspruch inklusive einiger durchaus angenehmer Refrains macht es nicht besser. Und dass sich das Album inhaltlich in simpelster Weise mit dem ewigen Kampf zwischen dem Guten und Bösen befasst; ist dann auch keine Überraschung mehr.

Demnach heißt es auch dieses Mal: SYKLARK, oder: You Can Not Advance. Es gab und gibt wohl kaum eine andere langjährig aktive Genre-Band, bei der man einfach keinerlei Fortschritt feststellen kann. Anders gesagt: vom Debütalbum bis zu PRINCESS‘ DAY dauerte es immerhin 6 Jahre – doch noch immer klingt die Band wie am ersten Tag. Das wäre vielleicht nicht das Problem; hätten SKYLARK von Beginn an einen starken Leadsänger gehabt – sowie eine solide Produktion. So ist das einzige gute, was die Band über die 6 Jahre gerettet hat; dass hie und da deutlich spürbare Potential zu mehr. Doch dass das nicht reicht und sich etwaige Hörer langsam aber sicher dezent veräppelt vorkommen dürften; versteht sich von selbst. Titel wie I WILL CRY TONIGHT (in jeder Hinsicht), ANOTHER LIFE oder RUFUS (man lausche nur einmal den Bass-Soli) stehen stattdessen stellvertretend dafür, wie peinlich man sich als Band im Genre des Symphonic Power Metal inszenieren kann. Fremdschämen ist hier also definitiv erlaubt.

Absolute Anspieltipps: JOURNEY THROUGH THE FIRE


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„Viel mieser geht es kaum.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Divine Gates Part 2 – Gate Of Heaven (2000)

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Alben-Titel: Divine Gates Part 2 – Gate Of Heaven
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. November 2000
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Fabio Dozzo – Vocals
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Roberto Potenti – Bass
Fabrizio Romani – Guitars

Track-Liste:

1. Among the Clouds (04:35)
2. Who Is God? (05:16)
3. Lady of the Sky (10:54)
4. Monday 13 October (00:37)
5. Insanity Is the Truth (05:51)
6. The Guardian Angel (04:58)
7. The Heaven Church (12:15)
8. Last Christmas in Hell (04:39)
9. Outro (00:38)
10. A Star in the Universe (’99 version) (02:09)

Mit himmlischem Beistand funktioniert es schon etwas besser.

Gerade mal ein Jahr nach der Veröffentlichung des ersten Teils der DIVINE GATES-Albenreihe von SKYLARK (GATE OF HELL, Review) erscheint mit GATE TO HEAVEN auch schon der Nachfolger. Ein Nachfolger oder auch musikalisches Sequel, dass offensichtlich an das Konzept des ersten Teils anknüpft – und die Geschichte um jene Tore die einst in Richtung des Fegefeuers verwiesen, nun zu Himmelspforten umfunktioniert. Entsprechend angepasst wurden auch die einzelnen Titel und die jeweiligen Inhalte – die zusammen mit dem ersten Teil nun ein rundes Ganzes ergeben und zumindest theoretisch auf ein wirksames Konzept schließen lassen. Das kleine aber feine Wörtchen theoretisch bekommt aber auch im Fall von GATE OF HEAVEN eine besondere Bedeutung – denn SKYLARK haben während der einjährigen Spanne keineswegs an ihrem stark ausbaufähigen Sound gefeilt; geschweige denn sich um eine annehmbarere Produktion bemüht. Und so klingt der zweite Teil trotz des offenbar himmlischen Beistands ebenfalls nach einem vergleichsweise schwach rüstigen, plump arrangierten und produzierten Symphonic Power Metal-Album – das sich allein aufgrund jener Nachlässigkeiten kaum mit den Outputs vergleichbarer Genrebands messen kann.

Doch selbst wenn man davon einmal absieht; was dem geneigten Hörer durchaus einiges an Vorstellungskraft abverlangt – präsentieren sich SKYLARK auch in diesem Fall als bestenfalls durchschnittliche Genre-Combo mit vielen verbesserungswürdigen Aspekten. Diese beginnen bereits mit einem der Hauptmerkmale des Sounds, dem Leadgesang – der schon auf den früheren SKYLARK-Alben eine einstweilen anstrengende oder zumindest stark durchwachsene Angelegenheit war; sich nun aber noch einmal in Richtung eines negativen Höhepunktes zuspitzt. Fabio Dozzo klingt hier schlicht deutlich zu kraft- und ausdruckslos; vielmehr ließe sich seine Darbietung mit Attribuierungen wie weinerlich, verkrampft und tonal unsicher versehen. So entstehen nicht wenige schief klingende Eindrücke; erst Recht wenn in höheren Lagen gesungen wird (heftig wird es beispielsweise in einigen Passagen von INSANITY IS THE TRUTH). Auf der Haben-Seite lassen sich dagegen – und wie schon auf den Alben zuvor – Ansätze hinsichtlich der instrumentellen Kompositionen entdecken. Die klingen tatsächlich so, als wären sie wie für das Genre gemacht – und können einstweilen eine schön schmackige Wirkung entfalten. Ein weiteres Indiz für die Fertigkeiten der Mitglieder sind auch das zünftige Schlagzeug-Spiel sowie die Handhabung der Gitarren – die besonders in den Soli-Parts eine entsprechende Aufmerksamkeit zugesprochen bekommen; wobei jene Soli sogar überraschend glanzvoll ausfallen.

Doch das war es dann auch schon wieder gewesen – denn deutlich problematischer wird es schon in Bezug auf Band-Mastermind Eddy Antonini und sein Bestreben, wahrlich einen jeden einzelnen Titeln mit künstlich klingenden symphonischen Elementen zuzukleistern; sowie dem kaum herauszuhörenden Bass der in leidlich verwachsenen Produktion absolut untergeht. Da helfen auch andere potentiell aufpeppende Elemente – wie etwa die Beiträge einiger Gastsänger – nicht viel. Das ist ärgerlich, zumal gerade Titel wie WHO IS GOD, LADY OF THE SKY und THE HEAVEN CHURCH durchaus das Zeug zu viel, viel mehr hätten. An sich, aber auch als potentielle Alternative zu ähnlichen Genrebands aus dem Heimatland von SKYLARK.

Demnach erscheint es ebenso schade wie kurios, dass auch das nunmehr vierte SKYLARK-Studioalbum so klingt, als wäre es eine mittelprächtig produzierte Demo einer Independent-Band. Allein dieser Faktor ist insbesondere in Falle einer Alben-Reihe wie DIVINE GATES ein kaum zu übergehender – schließlich verhindert er, dass man überhaupt tiefer in die musikalischen Welten von SKYLARK einsteigen kann oder will. Doch das ist natürlich noch längst nicht alles: ein einstweilen viel zu poppiger und weichgespülter Gesamteindruck, ein markant schwächelnder Leadgesang sowie eine gehörige Portion Kitsch durch schlecht in Szene gesetzte symphonische Elemente aus der Konserve runden den Eindruck nach unten; oder zumindest in Richtung einer ärgerlichen Mittelmäßigkeit hin ab. Es bleiben die guten Soli und das theoretische Potential einer offenbar unbelehrbaren Band – die sich im Laufe von immerhin 5 Jahren (der Zeitraum vom Debüt zum vorliegenden Album) kaum hörbar weiterentwickelt hat. Was schade ist – denn noch immer es da, das spürbare Potential von Eddy Antonini und seinen tapferen Recken.

Absolute Anspieltipps: WHO IS GOD, LADY OF THE SKY, THE HEAVEN CHURCH


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„Ein eher zu vernachlässigendes, schwach produziertes Genre-Album mit insgesamt etwas besseren Titeln als auf vorherigen Alben.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Divine Gates Part 1 – Gate Of Hell (1999)

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Alben-Titel: Divine Gates Part 1 – Gate Of Hell
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Fabio Dozzo – Vocals
Federico Ria – Drums, Percussion
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Roberto Potenti – Bass
Fabrizio Romani – Guitars

Track-Liste:

1. Intro (00:44)
2. Welcome (07:00)
3. The Triumph (09:08)
4. Belzebú (08:11)
5. The Last Question (03:51)
6. Earthquake (01:42)
7. I Can’t Find Love Tonight (02:15)
8. Satan Arise (02:43)
9. Why Did You Kill the Princess (06:02)
10. Lift for the Sky (01:06)
11. Dance of Stars (06:51)

Dieser Prinzessin ist nicht mehr zu helfen… oder ?

Es ist schon so eine Sache mit den Italienern von SKYLARK. Schließlich handelt es sich nicht umsonst um eine der wohl am meisten polarisierenden Acts des Genres – mit der Folge, dass die zahlreichen Studioalben der Italiener entweder hoch gelobt, oder aber gnadenlos in den hintersten Ecken der CD-Regale versenkt werden. Der potentielle Grund dafür lässt sich auf so gut wie jedem einzelnen Album der bereits seit 1994 aktiven Band ausfindig machen – und so auch auf DIVINE GATES Part 1. SKYLARK präsentieren hier einen eingängigen, melodischen Symphonic Power Metal, der ohne überhaupt näher auf die Titel einzugehen mit einem riesengroßen Problem behaftet ist. Denn: das gesamte Album wirkt vergleichsweise schlampig produziert. Im Detail bedeutet dass, das etwa die Gitarren stark nach Konserve klingen – oder die symphonischen Elemente nach dem Sound-Output diverser Kinderspielzeuge. Hinzu kommt dass der Bass kaum herauszuhören ist, der Leadgesang verdächtig kraftlos klingt – und dass er an einigen Stellen hörbar nachbearbeitet wurde. Das mag zwar noch kein Ausschlusskriterium im Sinne eines Debüt-Albums oder eines Independent-Releases sein – doch handelt es sich beim vorliegenden Werk immerhin schon um das dritte Studioalbum der Band, was einen doch etwas nachdenklich stimmt.

Versucht man, jene erste (und wahrlich schwerwiegende) Hürde einmal komplett außen vor zu lassen und sich auf das eigentlich enthaltene Liedgut zu konzentrieren; so schimmert es zumindest einstweilen durch – das Talent der beteiligten Musiker. So ist vor allem die Darbietung von Gitarrist Fabrizio „Pota“ Romani eine vergleichsweise angenehme, und vor allem in den Soli-Parts beeindruckende – und auch das Drumming von Federico Ria kann sich durchaus hören lassen. Doch eigentlich gibt es nur einen Frontmann der Band, und das ist nicht der Leadsänger Fabio Dozzo – sondern Strippenzieher Eddy Antonini. Der ist folglich nicht nur für das Songwriting, sondern auch alle Aspekte die die einzelnen Titel jeweils ausschmücken; zuständig. Das ist in erster Linie auf den nicht gerade sparsamen Einsatz des Keyboards zu beziehen – ab und an sind sogar klassische Instrumente zu hören. Viele sagen, dass es sich hierbei um den zweiten LUCA TURILLI handelt – mit entsprechenden Abstrichen hinsichtlich der Qualität des jeweiligen Outputs. Tatsächlich scheint das etwas hoch gegriffen – denn bis auf ein paar einzelne Sound-Elemente und inhaltliche Fetzen hat ein SKYLARK-Output a’la DIVINE GATES Part 1 kaum etwas mit den zeitgleichen Kompositionen eines Turilli gemein.

Dennoch könnte man sich durchaus vorstellen, dass einige der hier enthaltenen Nummern durchaus als zünftige Power Metal-Hymnen zünden könnten – wären sie entsprechend ansprechender präsentiert. Sei es der Opener WELCOME, das längere THE TRIUMPH oder das flotte BELZEBU – hier versprühen SKYLARK tatsächlich einen gewissen Charme. Der wird durch den dilettantischen Soundeindruck zwar wieder dezent zerstört – doch das Potential ist definitiv da. Deutlich schlechter sieht es dann in Bezug auf ein hektisches Interlude wie EARTHQUAKE aus, in dem man offenbar allzu sehr aus dem Vollen schöpfte (das Ergebnis klingt entsprechend durcheinander und verwaschen); oder aber in Bezug auf I CAN’T FIND LOVE TONIGHT. Hier handelt es sich um eine jener Herzschmerz-Balladen, für die SKYLARK später berühmt und berüchtigt werden sollten – eine Ballade, die man selbst als Anti-Metaller für außerordentlich misslungen, wenn nicht gar peinlich halten muss. Die alternative Ballade THE LAST QUESTION macht es zwar etwas besser – doch auch hier kann man sich kaum auf eine wie auch immer geartete Emotionalität einlassen. Eher merkwürdige Titel wie SATAN ARISE machen es dann ebenfalls nicht unbedingt besser – zumal hier recht anschaulich aufgezeigt wird, dass Fabio Dozzo nicht unbedingt in allen Gesangslagen als stilsicher bezeichnet werden kann.

Im Falle von DIVINE GATES Part 1 ist schlussendlich eine dezente Verbesserung zum Debütwerk der Italiener auszumachen – doch schon das darauf folgende, ebenfalls mittelprächtige DRAGON’S SECRETS kann mit diesem schlecht inszenierten Power Metal-Freudenfest nicht überboten werden. Der allgemeine Klangeindruck ist viel zu verwaschen, die Produktion ist plump – und die symphonischen Elemente werden nicht gerade gekonnt; sondern vielmehr verdammt kitschig in Szene gesetzt. Hinzu kommt ein bestenfalls solider, wenig spektakulärer Leadgesang – und das merkwürdige Gefühl, dass all das vielleicht doch eine Parodie sein könnte. Das ist es definitiv nicht – aber dennoch. Ob man SKYLARK respektive Eddi Antonini nun mit LUCA TURILLI vergleichen will oder nicht – das hier dargebotene Material wirkt einfach viel zu halbgar und schlampig in Szene gesetzt.

Absolute Anspieltipps: WELCOME, THE TRIUMPH, DANCE OF STARS


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„Die Präsentation ist unterirdisch, die Leistungen der Mitglieder sind durchwachsen – hie und da blitzt aber etwas Potential durch, und die Soli sind nett.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Dragon’s Secrets (1997)

Land: Italien – Stil: (Experimental / Symphonic) Power Metal

Die Trackliste:

1. The Temple 02:34
2. Creature of the Devil 05:03
3. The Answers 04:56
4. Skylark 06:34
5. Waiting for the Princess 02:59
6. Light 23:53
7. Princess of the Snow 08:07
8. Dragon’s Secrets 06:20

Es wird besser… langsam aber sicher.

Vorwort: Würden SKYLARK es nach ihrem zwar… interessanten, sich produktionstechnisch aber unter aller Kanone bewegenden Erstwerks nun mit ihrem zweiten offiziellen Album DARGON’S SECRETS schaffen, in die oberen Ränge der Italienischen Power Metal-Zunft aufzusteigen ? Immerhin spricht der neue Vertrag bei Underground Symphony dafür. Ausserdem reift man als Musiker mit jedem Album, mit jedem Jahr – sodass gerade nach einem eher experimentellen Debütalbum eine klarere, professionellere Linie gefahren werden kann. Sehen wir es uns an !

Kritik: Das Album beginnt wie auch schon der Vorgänger mit einem eher ruhigen Intro-Stück, welches hier THE TEMPLE getauft wurde. Das klingt mysteriös ? Nun ja, das ist es auch – schließlich wird hier traditionelle Power Metal-Kost geboten, die vor Klischees kaum Halt machen würde. Gerade die typische Dragonslayer-Thematik mit allerlei Fantasy-Protz und Co wird sich noch durch das gesamte Album ziehen – man sollte darauf vorbereitet sein. Während das Intro zuerst noch absolut unspektakulär vor sich hinklimpert und von einem eher mäßigen Gesang garniert wird, geht es nach der Hälfte schon etwas munterer weiter: hier sind schöne Spinett-Klänge zu hören, die wohlig den ‚Spirit‘ des Beginns der Symphonic Power Metal-Ära in den späten neunzigern aufgreifen und durch die offensichtliche Klassik-Orientierung an frühe Werke von RHAPSODY OF FIRE und Co erinnern. Dann startet der Opener CREATURE OF THE DEVIL; und, oh Schreck – die Soundqualität ist erneut auf einem schwerlich erträglichen Niveau. Immerhin klingt gerade das Schlagzeug schon etwas markanter (und mehr nach Schlagzeug) als noch auf dem Debüt, dafür scheinen diesmal allerdings die Gitarren vernachlässigt worden zu sein. Und, wie bereits auf dem Debüt – die gesanglichen Darbietungen. Es scheint, als singe der Leadsänger einfach nur hoch, sehr hoch – doch es kommt nicht wirklich etwas dabei ‚herum‘, ein jegliches Anzeichen von Gefühl, Kraft oder Ausdrucksstärke bleibt auf der Strecke. Da hilft auch der zwar eingängige, aber extrem flache und durch billige Keyboard-Klänge augepeppte Refrain nicht mehr viel. Dennoch, eine Verbesserung ist eindeutig ersichtlich – SKYLARK sind hier schon viel eher SKYLARK als auf dem Debütalbum.

So beginnt auch THE ANSWERS recht vielversprechend, und wirkt durch den Mix aus Metal und Klassik ansprechend. Zwar bei weitem nicht so ansprechend wie bei den Kollegen von RHAPSODY, die einige Zeit nach diesem Album hier richtig durchstarteten – aber immerhin. Und tatsächlich, erstmals werden so etwas wie Melodien und wirkungsvolle Arrangements eingesetzt, um den Hörer in die Welt von DRAGON’S SECRETS zu entführen. Die Keyboard-Sounds wirken zwar auch hier noch recht plump, aber entwickeln doch einen gewissen Charme. Bleiben der zweifelhafte Gesang und die kratzige, absolut drucklose Soundqualität, die den Gesamteindruck wieder ein wenig schmälern.Aber: es wird mehr und mehr Potential ersichtlich, der Weg für wirklich gelungene Fantasy-Epen und epische / orchestralische Arrangements wird langsam geebnet. Das ist auch dem folgenden SKYLARK anzumerken. Hier scheint der Sänger erstmals eine für ihn geeignete Lage zu finden (größtenteils – Ausnahmen gibt es) – was sich zur Abwechslung mal recht annehmbar anhört. Im weiteren Verlauf wird der Titel sogar immer besser, die längere Instrumentalpassage macht sogar richtig Laune. Als absolute Katastrophe sind allerdings die merkwürdigen, manchmal auftretenden ‚Trommeln‘ im Hintergrund, sowie die ‚Chorpassagen‘ anzusehen. Und der Fakt, dass sich die Gitarren bis auf die kurzen Soli-Parts im Hintergrund (weit hinter dem manchmal nervenden Keyboard) ‚verstecken‘.

Mit WAITING FOR THE PRINCESS folgt ein reines Instrumentalstück, welches eine angenehme Struktur aufweist. Der später hinzuaddierte Gesang bewegt sich allerdings zwischen zart und unsäglich kitschig – ein Titel, den man eher überspringen wird. Nun darf es aber gerne richtig episch werden, und zwar mit dem über 20 Minuten (!) langen LIGHT (auf einer Alternativ-Version der CD in 3 Teile geteilt). Klar, das Teil lässt sich hören – es ist episch, ausgezeichnet und ideenreich komponiert und umgesetzt, und Fabio Dozzo kann nun erstmals auch in typischen Power Metal-Gesangspartien punkten. Hier regiert die pure Abwechslung, es gibt viele Höhen und Tiefen, Höhepunkte und Talfahrten, mal gesellt sich weiblicher Gastgesang zum ohnehin schon um Abwechslung bemühten Leadsänger. Der mitunter einzige störende Faktor, noch immer: die Produktionsqualität, die das Ganze einfach nicht ausreichend ‚zeitlos‘ und universell erscheinen lässt. Jedoch steckt in LIGHT ein Großteil der ‚Essenz‘ dieses Albums, und der Fähigkeiten der Bandmitglieder – vor allem auch Eddy Antonini. Hier kann man (fast) nicht meckern. PRINCESS OF THE SNOW macht dann allerdings einen Schritt in die falsche Richtung: das hier präsentierte ‚Hörspiel‘ ist einfach nur lachhaft, die Gespräche der ‚Kreaturen‘ makaber, das Songwriting recht niveaulos. Wer würde denn so etwas auf ein, sein Album packen ? Au weia… und dann geht das Teil auch noch knapp 8 Minuten. Knapp 6 Minuten bringt der Titel- und Abschlusstrack DRAGON’S SECRETS auf die Uhr, der zweifelsohne zu den stärksten des Albums gehört. Warum, ist nicht schwer festzustellen: durch den Wegfall der (scheppernden) Metal-Elemente und des manchmal schrägen Gesangs entsteht ein recht zeitloser Titel, der durch sphärische Klänge und einfallsreiche Arrangements einen gewissen Kult-Faktor entwickelt. Und dabei ein wenig an eine potentielle Vertonung zu einem Computerspiel erinnert.

Fazit: Die Verbesserungen von SKYLARK sind auf DRAGON’S SECRETS deutlich spürbar – es regiert einfach ein ‚mehr‘ an kompositorischer Freude, an Einfallsreichtum und zeitloseren Arrangements. Auch die Produktionsqualität hat sich verbessert – sie bewegt sich allerdings noch immer auf einem schwer zu ertragenden, leider Gottes ’störenden‘ Niveau. Eines ist aber klar: DRAGON’S SECRETS ist fast doppelt so gut wie sein unausgegorener Vorgänger, und erhält damit auch eine höhere Bewertung. Mal sehen, wie es weitergeht…

Anspieltipps: THE ANSWERS, SKYLARK, THE LIGHT, DRAGONS SECRETS

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