Secret Sphere – „Against All The Odds“ – Official Music Video | #2021 #Lifeblood

Italian power/progressive metallers Secret Sphere are back with a new studio album, “Lifeblood” on March 12, 2021. The album, aside from the deft musical prowess on display, is also special because of the return of original vocalist Roberto Messina.

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SECRET SPHERE – The End Of An Ego (Official Lyric Video) | 2021

Italian power/progressive metallers Secret Sphere are back with a new studio album, “Lifeblood” on March 12, 2021. The album, aside from the deft musical prowess on display, is also special because of the return of original vocalist Roberto Messina.

Now approaching nearly 25 years of existence, Secret Sphere has been steadily and reliably crafting epic, melodic European metal of the power and progressive variety for their entire careers. With a rejuvenated line-up for their latest album, “Lifeblood” shows a band breathing new life and enjoying themselves.

Tracklist:
1. Shaping Reality
2. Lifeblood
3. The End Of An Ego
4. Life Survivors
5. Alive
6. Against All The Odds
7. Thank You
8. The Violent Ones
9. Solitary Fight
10. Skywards
11. The Lie We Love

Line-up:
Roberto Messina – Voice
Aldo Lonobile – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Gabriele Ciaccia – Keyboards
Marco Lazzarini – Drums

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Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – The Nature Of Time (2017)

Alben-Titel: The Nature Of Time
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Juni 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Frontiers Records

Alben-Lineup:

Andrea Buratto – Bass
Aldo Lonobile – Guitars
Gabriele Ciaccia – Keyboards
Michele Luppi – Vocals
Marco Lazzarini – Drums

Track-Liste:

1. Intermission (01:39)
2. The Calling (05:14)
3. Love (04:13)
4. Courage (05:39)
5. Kindness (05:14)
6. Honesty (05:12)
7. Faith (04:49)
8. Reliance (06:05)
9. Commitment (03:33)
10. The Awakening (08:57)
11. The New Beginning (05:17)

Die Zeit kann einem in der Tat so manchen Streich spielen.

Nein, und wenn es um ihre beiden letzten Releases PORTRAIT OF A DYING HEART (siehe Review) und A TIME NEVER COME 2015 EDITION (Review) geht – mit Ruhm haben sich die durch die Verpflichtung von Micheli Luppi neu aufgestellten und so gesehen als SECRET SPHERE 2.0 zu bezeichnenden Italiener wahrlich nicht beckleckert. Zumindest noch nicht – aber was nicht ist, kann ja noch werden – oder sogar an die glorreichen Anfangszeiten der Band anknüpfen. Natürlich nur im besten Fall – und wenn die Power Metaller auf ihrem mittlerweile neunten offiziellen Studioalbum endlich den richtigen Weg einschlagen. Dass sie dieses Mal nicht auf eine (unnötige) Neuaufnahme eines Klassikers setzen ist dabei zweifelsohne ein Schritt in die richtige Richtung – doch ob die hier zur Schau gestellten Ambitionen wikrlich ausreichen um sowohl die alten als auch neuen Fans der Band zufriedenzustellen, ist eien gänzlich andere Frage.

Tatsächlich scheinen sich SECRET SPHERE auf ihrem THE NATURE OF TIME dann auch ziehmlich genau so zu orientieren, wie man es hätte erwarten können. Im Detail beddeutet das, dass sich die Italiener immer weiter von ihrem einstigen Schaffen entfernen und die bereits auf PORTRAIT OF A DYING HEART angedeutete Marschrichtung konsequent ausbauen; oder anders gesagt: SECRET SPHERE sind aktuell weniger als typische Power Metal-Combo zu bezeichnen, sondern vielmehr als eine sich explizit auf zwischenmenschliche Themen und entsprechend balladeske Momente spezialisierende Melodic Metal-Fraktion mit hie und da eingestreuten knackigeren Elementen (wie in COURAGE). Das sollte vor allem (und zu Recht) Fans und Freunde der früheren Gangart der Band verschrecken, die sich einst im Bereich eines ebenso symphonischen wie progressiv angehauchten Power Metals innerhalb einer aufstrebenden Band-Generation aus Italien verdingte – aber auch alle anderen, die im allgemeinen Probleme mit vergleichsweise aufgeweichten musikalischen Strukturen haben.

THE NATURE OF TIME sollte so am ehesten Freunde einer insgesamt eher balladesken Seite des Melodic Metal ansprechen, die nichts gegen eine musikalische Aufarbeitung diverser für die Bandmitglieder aktueller zwischenmenschlicher Angelegenheiten haben. Eines muss man SECRET SPHERE dabei in jedem Fall lassen: durch die konsequente Verfolgung ihrer neuen Identität haben sie sich mittlerweile stilistisch gefestigt, und sind so auch bestens dazu in der Lage in dem von ihnen angepeilten musikalischen Segment zu punkten. So scheint insbesondere Leadsänger Michele Luppi entgültig in der Band angekommen – so variabel, emotional und doch niemals abgedroschen klang er auf noch keinem SECRET SPHERE-Release. Auch die Mitglieder an den Instrumenten machen ihre Sache gut – wobei sie vor allem immer wieder mit allerlei abwechlungsreichen Spielereien aufwarten, die die einzelnen Nummern in einer recht ansprechenden Art und Weise aufpeppen. Und das trotz oder gerade wegen ihrer teils gefühlten Längen.

Ob das Ganze aber wirklich mit dem recht ähnlich gehaltenen Schaffen von Bands wie CAIN’S OFFERING oder den neueren ALMAH mithalten kann, sei einmal dahingestellt. Inbesondere in Anbetracht dessen, dass SECRET SPHERE den Bogen hie und da dezent zu überspannen drohen – wie etwa im deutlich zu harmlosen KINDNESS oder dem stark auf die Tränendrüse drückenden Rausschmeißer THE NEW BEGINNING als Paradebeispiel. Rein technisch, und speziell in Bezug auf den Leadgesang von Micheli Luppi ist der Band aber auch hier nichts vorzuwerfen. Schlussendlich handelt es sich mit THE NATURE OF TIME also am ehesten um ein Album, welches zwei GEsichter hat. Zum einen ist es kaum noch mit dem früheren Schaffen der Band vereinbar und schneidet gerade in den ersten Momenten entsprechend gewöhnungsbedürftig ab – zum anderen aber überzeugt es als grundsätzlich angenehmes Melodic Metal-Album mit einem teils überzeugend3en emotionalen Tiefgang. Doch wie man es auch dreht und wendet, es wäre wohl in jedem Fall besser die Vergangenheit der Band beim Genuss eines Albums wie THE NATURE OF TIME komplett auszublenden – und SECRET SPHERE als das zu sehen, was sie sind. Eine Band, die sich mitten in ihrer zweiten Blütephase befindet – und die sich nicht schämt, Gefühle zu zeigen.

Absolute Anspieltipps: COURAGE, RELIANCE, COMMITMENT, THE AWAKENING


„Stellenweise sehr weich – und doch mit einigen starken und im Sinne der ab 2012 eingeschlagenen Marschrichtung von SECRET SPHERE überzeugenden Highlights versehen.“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – A Time Never Come 2015 Edition (2015)

Alben-Titel: A Time Never Come – 2015 Edition
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. April 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Aldo Lonobile – Guitars
Michele Luppi – Vocals
Andrea Buratto – Bass
Marco Lazzarini – Drums
Gabriele Ciaccia – Keyboards
Marco Pastorino – Guitars

Track-Liste:

1. Gate of Wisdom (00:59)
2. Legend (06:15)
3. Under the Flag of Mary Read (07:22)
4. The Brave (07:13)
5. Emotions (02:35)
6. Oblivion (04:34)
7. Lady of Silence (05:27)
8. The Mystery of Love (06:55)
9. Paganini’s Nightmare (01:11)
10. Hamelin (04:42)
11. Ascension (01:07)
12. Dr. Faustus (08:26)
13. Lie to Me (live) (04:12)
14. Wish & Steadiness (live) (04:55)

Vorsicht vor dem einen großen Fehler.

Dass sich eine Band aus irgendeinem Grund für eine Neuaufnahme eines ihrer älteren Alben entscheidet, ist längst nichts neues mehr. Wie sehr man sich mit einem eben solchen Projekt verhaspeln kann, überrascht dagegen immer wieder – zumal, und das ist das eigentlich fatale; es erst gar keinen offensichtlichen Grund für eine entsprechende Neufassung gab. Vor exakt diesem Problem stehen nun auch die italienischen Power Metaller von SECRET SPHERE – die sich für ihre 2015’er Edition von A TIME NEVER COME die gleich betitelte Urfassung aus dem Jahre 2001 (siehe Review) zur Brust nahmen um sie analog zum kürzlichen Lineup-Wechsel (für den angestammten Leadsänger Roberto „Ramon“ Messina kam erst kürzlich der von VISION DIVINE bekannte Michele Luppi) für die Zukunft der Band aufzubereiten. So oder so ähnlich müssen SECRET SPHERE jedenfalls gedacht haben – wobei das gar nicht erst nicht ihr größter Fehler war. Der liegt vielmehr und schlicht darin begründet, dass A TIME NEVER COME das markanteste und vielleicht auch beste Album der Italiener war und bis heute ist – und niemand der bei klarem Verstand ist, auf eine unnötige Neuaufnahme des bereits erstklassigen Materials setzen würde. Auch oder gerade dann nicht, wenn man in der Zwischenzeit einen neuen Leadsänger akquiriert hat – der das Erbe seines Vorgängers eigentlich nur mit Füßen treten kann. Und das selbst, wenn er sein Handwerk versteht.

So kann die 2015’er Edition eigentlich nur im Hinblick auf jene Aspekte punkten, von denen man erwarten konnte dass sie auch genau so eintreten. Namentlich wären das eine Aufnahme-, Abmischungs- und Produktionsqualität die den aktuellen qualitativen Standards entspricht – und eine Herangehensweise, die selbst kleinere Fehler oder Unstimmigkeiten vollständig ausmerzt. Das Problem: trotz dessen, dass A TIME NEVER COME in den ersten Momenten wesentlich klarer und druckvoller durch die Boxen rauscht; geht die einst anberaumte Magie fast vollständig verloren. Anders gesagt: die unbeirrte Kraft und der vom Originalmaterial ausgehende Wille der Band etwas großes zu erreichen, geht auf der Neufassung verständlicherweise verloren – und wird gegen eine eigentlich eher unliebsame Form der Perfektion ausgetauscht. Einer im schlimmsten Fall als seelenlos zu bezeichnenden noch dazu – auch wenn sich in Bezug auf die eigentliche Qualität des Materials nicht allzu viel ändert. Die wahre Crux liegt hier schlicht in der Darbietungsform begründet, die die 2015’er Edition eines legendären Albums zu alles andere als einem Genuss macht – und das schon mit dem Vorgänger PORTRAIT OF A DYING HEART eher wackelig erscheinende musikalische Konstrukt der Band nicht nennenswert festigt. So kann oder sollte es jedenfalls nicht weitergehen mit einer Band, die einst Power Metal-Geschichte schrieb.

Absolute Anspieltipps: /


Schon in der Theorie problematisch – und in der Praxis umso ernüchternder.“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Portrait Of A Dying Heart (2012)

Alben-Titel: Portrait Of A Dying Heart
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. November 2012
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Andrea Buratto – Bass
Aldo Lonobile – Guitars
Federico Pennazzato – Drums
Marco Pastorino – Guitars
Gabriele Ciaccia – Keyboards, Piano
Michele Luppi – Vocals

Track-Liste:

1. Portrait of a Dying Heart (06:00)
2. X (05:12)
3. Wish & Steadiness (05:37)
4. Union (04:12)
5. The Fall (05:10)
6. Healing (04:29)
7. Lie to Me (03:50)
8. Secrets Fear (05:57)
9. The Rising of Love (04:28)
10. Eternity (06:01)

Ein Herz, dass nur noch halb so schnell schlägt.

Denkt man an die ersten nachhaltig musizierenden und die Szene viele Jahre mitbestimmenden Power Metal-Pioniere aus Italien, so werden einem vornehmlich zwei Bands in den Sinn kommen: RHAPSODY OF FIRE, die mit ihrer früh an den Tag gelegten symphonischen Spielart so manchen Weg bereiteten; sowie sicher auch LABYRINTH mit ihrer Symbiose aus melodischen und auch mal etwas progressiveren Strukturen. Selbstverständlich – und trotz dessen, dass sie keinen vergleichbaren Bekanntheitsgrad innehaben – gab es aber noch einige andere Bands, die sich vergleichsweise früh aufmachten um die Hörerschaft für ihre Vision des Power Metals zu begeistern. Die bereits 1997 gegründeten SECRET SPHERE wären ein eben solches Beispiel – wobei sie musikalisch am ehesten als Zwitterwesen aus den eben genannten RHAPSODY und LABYRINTH zu bezeichnen wären, insbesondere was ihre frühesten Werke MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (siehe Review) oder A TIME NEVER COME (Review) betrifft. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere zeigten sich die Italiener dann aber zusehends experimentierfreudiger, wobei sie längst nicht immer den richtigen Ton zu treffen schienen. Das 2003 erschienene SCENT OF HUMAN DESIRE (Review) beispielsweise gehört zweifelsohne nicht zu den besten Projekten, denen sich die Band jemals gestellt hatte – und gerade als es mit guten (SWEET BLOOD THEORY, Review) bis sehr guten Alben (ARCHETYPE, Review) wieder auf den richtigen Weg gehen sollte, standen der Band mit der Veröffentlichung des 2012’er Albums PORTRAIT OF A DYING HEART erneut eine potentiell einschneidende Veränderungen ins Haus.

Namentlich waren das zwar solche, die man nicht von vornherein negativ attribuieren konnte – und doch sollte gerade der relativ plötzliche Wechsel des Leadsängers nicht jedermann gleichermaßen gut bekommen. So ertönt auf dem vorliegenden PORTRAIT OF A DYING HEART erstmals die Stimme von Michele Luppi, der seinen Vorgänger Roberto „Ramon“ Messina nach satten 15 Jahren als angestammter Frontmann der Band ablöste – und dem Sound von SECRET SPHERE abermals eine neue Marschrichtung verpasste. Allerdings keine, die man zuvor nicht schon irgendwo gehört hätte – schließlich war besagter Michele Luppi einige Jahre bei den Kollegen von VISION DIVINE aktiv. Das Kuriose, und letztendlich kaum vermeidbare: während SECRET SPHERE zuvor noch explizit im Fahrwasser von LABYRINTH gefahren waren, hatten sie mit der Verpflichtung von Michele Luppi abermals die Chance verpasst endlich als eigenständige Band wahrgenommen zu werden. Sicher; an der Gesangsdarbietung des Italieners ist grundsätzlich nichts auszusetzen – zumal sich die Band mit dem insgesamt eher düsteren und emotional-dramatischen Sound von PORTRAIT OF A DYING HEART auch in seine Richtung angepasst hatte. Doch vermutlich wäre es eine weitaus erfrischendere und überraschendere Angelegenheit gewesen, hätte man einen gänzlich neuen Sänger eingeführt. Entsprechende Talente gibt es schließlich genug.

So bleibt es kaum aus, dass PORTRAIT OF A DYING HEART weitaus weniger originär daherkommt als es potentiell möglich gewesen wäre – und das Album wenn schon nicht mit dem Werk von LABYRINTH (Parallelen sind zweifelsohne noch immer vorhanden, trotz des Lineup-Wechsels), dann doch relativ eindeutig mit dem von VISION DIVINE zu vergleichen und im schlimmsten Fall auch zu verwechseln wäre. Vielleicht aber auch, und das war dank der stilistischen Neuorientierung ein Novum; mit dem von SONATA ARCTICA (SECRETS FEAR) oder KAMELOT – nicht unbedingt in gesanglicher Hinsicht, aber doch in Bezug auf die durch emotional ausstaffierte Stampfer wie THE RISING OF LIVE etablierte Wirkung. Einen wirklich nennenswerten Tiefgang offenbart PORTRAIT OF A DYING HEART dabei aber nicht wirklich – und das, obwohl es mit dem zugegebenermaßen noch recht geschickt platzierten Opener und Titeltrack PORTRAIT OF A DYING HEART (der ein reines, knapp 6-minütiges Instrumental ist) noch recht spannend losgeht. Danach, und mit Nummern wie X, UNION, LIE TO ME oder dem Rausschmeißer ETERNITY schöpfen SECRET SPHERE aber auch schon aus dem für sie neu gewonnenen musikalischen Vollen – das in diesem Fall auf eine eher sanft-behutsame bis explizit balladeske Facette des europäischen Power Metals abzielt. Kräftigere Titel, wie das mit einer zusätzlich interessanten symphonischen Komponente ausgestattete THE FALL schneiden da schon wesentlich besser und vielleicht auch aussagekräftiger ab – ändern aber nichts daran, dass es dem Album insgesamt an Biss zu fehlen scheint. Und das trotz – oder paradoxerweise geraden wegen – der raueren Gangart, die zumindest vom Leadgesang und Michele Luppi ausgeht.

Dennoch, und trotz des stellenweise etwas zurückhaltenden Eindrucks bleiben dem Album einige Stärken – wie das rundum solide Handwerk der einzelnen Mitglieder, die ausgewogene Produktion oder die doch recht glaubhaft vermittelten Emotionen. PORTRAIT OF A DYING HEART ist damit weniger ein Album für Fans und Freunde der früheren SECRET SPHERE-Alben, als vielmehr ein ebenso erfrischendes wie teilweise leider auch ernüchterndes Werk – dass dem Hörer einen Einblick in die potentielle Zukunft der Band gewährt. Die spannende Frage ist nur, wie rosig selbige tatsächlich ausfallen wird – PORTRAIT OF A DYING HEART allein kann diesbezüglich noch nicht den nötigen Ausschlag liefern.

Absolute Anspieltipps: THE FALL, ETERNITY


Ein nur schwerlich einzuordnender Neuanfang – alles weitere wird sich (hoffentlich) noch zeigen.“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Archetype (2010)

Alben-Titel: Archetype
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. April 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Avalon

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Marco Pastorino – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Federico Pennazzato – Drums
Gabriele Ciaccia – Keyboards

Track-Liste:

1. Pattern of Thought (Intro) (01:50)
2. Line on Fire (03:44)
3. Death from Above (05:17)
4. The Scars That You Can’t See (05:08)
5. More Than Myself (04:33)
6. Future (05:24)
7. Mr. Sin (04:07)
8. Into the Void (04:25)
9. All in a Moment (03:47)
10. Archetype (05:05)

Gefangen zwischen Genialität und Wahnsinn.

Ja, die Italienischen Power Metaller von SECRET SPHERE waren schon immer für eine Überraschung gut – und das sowohl in einem explizit positiven (wie zuletzt auf SWEET BLOOD THEORY, siehe Review) als auch etwas negativeren Sinn (der relative Totalausfall in Form von SCENT OF HUMAN DESIRE, Review). Eines muss man der Combo aber in jedem Fall lassen – sie stand so gut wie niemals still, und lieferte im Laufe der Jahre immer wieder ambitionierte Genre-Alben ab. Eben das führte auch dazu, dass SECRET SPHERE früher oder später nicht mehr nur als bloße Nachahmer von potentiellen Vorbildern wie LABYRINTH betrachtet werden konnten – und die Musik der Italiener ein gewisses Eigenleben und im besten Fall auch eine unverkennbare Dynamik entwickelte. Genau dafür ist auch das 2010 erschienene ARCHETYPE ein recht anschauliches Indiz – und das nicht nur, da man nach dem recht guten SWEET BLOOD THEORY eigentlich alles (und damit auch einen erneuten Ausrutscher) von der Band hätte erwarten können. Tatsächlich aber ist ARCHETYPE das exakte Gegenteil einer herben Enttäuschung geworden – und präsentiert die Italiener von einer überraschend vorteilhaften Seite. Einer, die man so noch nicht von SECRET SPHERE kannte – und die trotz der noch immer vorhandenen Parallelen zu anderen Landes-Kollegen dafür sorgt, dass das Album bereits ab den ersten Takten aus dem musikalischen Vollen schöpft.

Tatsächlich schneidet dabei schon das Intro PATTERN OF THOUGHT positiv ab – was in Anbetracht von gerne mal vertanen Chancen zur Atmospähre-Bildung eine willkommene Abwechslung ist. Richtig spannend wird es aber erst mit dem eigentlichen Opener LINE ON FIRE – und das auch oder gerade weil die Nummer wie eine härtere Variante von HAMMERFALL’s HEARTS ON FIRE klingt, denen SECRET SPHERE hier offenbar Tribut zollen wollten. Gelungen ist ihnen das in jedem Fall: mit einem zünftigeren und überzeugenderen Auftakt hätte man ARCHETYPE kaum versehen können. Auch das folgende DEATH FROM ABOVE macht trotz seiner balladesken Einschübe klar, dass SECRET SPHERE offenbar einen ungeahnten Quell der Kraft für sich entdeckt hatten – der sich in einer schier perfekten Symbiose aus hervorragend inszenierten symphonischen Elementen, antreibenden Metal-Instrumentierungen und einem Roberto „Ramon“ Messina in absoluter Bestform widerspiegelte. Und auch wenn balladeske Nummern wie THE SCARS THAT YOU CAN’T SEE die relative Nähe zu LABYRINTH & CO wieder etwas expliziter heraufbeschwören, steht eines unweigerlich fest: so überzeugend wie auf ARCHETYPE klangen SECRET SPHERE schon lange nicht mehr. Wenn man so will, und das Album entsprechend auf sich wirken lässt – könnte man unter Umständen sogar behaupten, dass SECRET SPHERE LABYRINTH in so mancherlei Hinsicht überholt hatten. Erst Recht natürlich, was die im Zeitraum von 2005-2007 veröffentlichte Alben der Italiener angeht, die sich erst mit dem ebenfalls 2010 veröffentlichten RETURN TO HEAVEN DENIED PT. II (Review) wieder fangen konnten.

In jedem Fall kann ein Album wie ARCHETYPE sowohl in den kräftig-flotten als auch etwas behutsameren Momenten als recht kompromiß0loser Genuss bezeichnet werden – und das nicht zuletzt dank des Engagements und der transportierten Glaubwürdigkeit der einzelnen Mitglieder. Von vorne bis hinten stimmt hier vieles, man will nicht sagen alles – da sich mit MISTER SIN und ALL IN A MOMENT doch noch zwei eher unliebsame Alternativen zu den sonst keinerlei Schwächen offenbaren Titeln eingeschlichen haben. Während der eine Titel mit einer eher ungünstigen Coolness und Witzigkeit ausgestattet ist, die einen an das Schaffen auf SCENT OF HUMAN DESIRE erinnern könnte; handelt es sich bei dem anderen schlicht um eine dann doch noch überflüssige Ballade – die zudem mit einem eher schlecht als recht inszenierten weiblichen Gastgesangspart daherkommt. Davon abgesehen gibt es aber nichts zu mäkeln – zumal allein ein Über-Titel wie MORE THAN MYSELF locker das Zeug dazu hätte, über ein oder vielleicht sogar zwei schwächere Nummern hinwegzutäuschen. ARCHETYPE kann damit problemlos als eines der besten SECRET SPHERE-Alben bezeichnet und überdies in einem Atemzug mit dem legendären A TIME NEVER COME genannt werden. Bravo !

Absolute Anspieltipps: LINE ON FIRE, DEATH FROM ABOVE, INTO THE VOID, ARCHETYPE


„Ein so keineswegs erwartetes, und damit umso wirksameres Highlight.“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Sweet Blood Theory (2008)

Alben-Titel: Sweet Blood Theory
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Mai 2008
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Avalon

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Paolo „Paco“ – Gianotti Guitars
Andrea Buratto – Bass
Federico Pennazzato – Drums
Antonio Agate – Keyboards

Track-Liste:

1. Evil or Divine (00:55)
2. Stranger in Black (05:14)
3. From a Dream to a Nightmare (06:29)
4. Bring On (05:31)
5. The Shadows of the Room of Pleasure (05:08)
6. Welcome to the Circus (05:01)
7. The Butterfly Dance (04:41)
8. Sweet Blood Theory (05:19)
9. Feed My Fire (03:54)
10. All These Words (04:34)
11. Vampire’s Kiss (04:37)

Wenn Theorie und Praxis nah beieinander liegen.

Nein, eigentlich verheißt der Blick auf das Alben-Cover von SWEET BLOOD THEORY nichts gutes – auch oder gerade weil man Anwandlungen wie die hier gezeigten eher von einer Genre-Formation wie SKYLARK erwartet hätte. Dennoch muss man SECRET SPHERE mindestens eines lassen: die bereits 1997 gegründete Italo-Power-Combo bewies in Anbetracht ihrer kontinuierlichen Release-Frequenz ein ordentliches Durchhaltevermögen – und schien darüber hinaus in der Lage zu sein, aus bereits begangen Fehlern zu lernen. Dementsprechend sollte man sich auch nicht vom ersten Eindruck des vorliegendes fünften Studioalbums der Recken um Frontmann Roberto „Ramon“ Messina täuschen lassen, denn immerhin – und glücklicherweise – unterstrich es den insgesamt als positiv zu betrachtenden Werdegang der Band, die kurz nach der Jahrtausendwende mit ihrem zweiten Studioalbum A TIME NEVER COME (siehe Review) Geschichte geschrieben und sich bald darauf einen ersten Ausrutscher geleistet hatte (namentlich das 2003 erschienene SCENT OF HUMAN DESIRE, Review).

Umso schöner ist es zu sehen, dass es SECRET SPHERE in Bezug auf die Wiederherstellung ihres einst etablierten Images nicht allein beim 2005 nachgeschobenen HEART & ANGER (Review) beließen – und der geneigten Hörerschaft mit SWEET BLOOD THEORY ein weiteres schlagkräftiges Argument in Richtung eines ebenso progressiv wie symphonisch angehauchten Power Metals kredenzten. Und dazu noch einen, der – und das ist die eigentliche mit dem fünften Album der Italiener einhergehende Überraschung – erstmals nicht mehr wirklich mit dem beinahe parallelen Schaffen der Kollegen von LABYRINTH verwechselt werden konnte. Anders gesagt: SECRET SPHERE hatten noch einmal ordentlich an ihren Alleinstellungsmerkmalen gefeilt und sie weiter ausgebaut – und mit den 11 auf SWEET BLOOD THEORY enthaltenen Titeln aufgezeigt, dass sie weit mehr waren als eine mit Band X oder Y zu vergleichende (oder gar selbige nachahmende) Combo. Glücklicherweise lebt das Album auch von eben dieser neu gefundenen Sicherheit und Zielstrebigkeit, die nach dem noch am ehesten zu vernachlässigenden Intro EVIL OR DIVINE in einer recht überzeugenden Art und Weise zum Tragen kommt.

Und tatsächlich: schon mit ihrem extrem starken Alben-Auftakt in Form des erfrischend knackigen Openers STRANGER IN BLACK, des atmosphärischen FROM A DREAM TO A NIGHTMARE sowie des leicht melancholischen BRING ON vermögen es die Italiener, für ein markantes Aufhorchen zu sorgen. Zum einen, da man hier schlicht die alte Ausdruckskraft, Spielfreude und den Ideenreichtum der A TIME NEVER COME-Ära wiederzubeleben scheint; und das auf eine recht angenehme Art – und zum anderen, da den Italienern hier vor allem in Bezug auf das an den Tag gelegte Handwerk und das durchaus als brillant zu bezeichnende Songwriting einfach nichts vorzuwerfen ist. Dass einzige Problem an und mit SWEET BLOOD THEORY ist daher noch am ehesten, dass das Album dieses immense Qualitätsniveau im weiteren Verlauf nicht immer halten kann – doch selbst das macht in diesem Fall nichts oder zumindest wenig, da man auch die nicht beim ersten Anlauf zündenden oder auch mal mit auf den ersten Blick störenden Elementen (wie etwa das Keyboard in WELCOME TO THE CIRCUS) versehenen Nummern mit einigen Highlights versehen hat.

Fast schon wenig überraschend erscheint in diesem Zusammenhang, dass es SECRET SPHERE ebenfalls geschafft haben eine gut funktionierende Ballade auf die Beine zu stellen. Sicher, THE BUTTERFLY DANCE gehört nicht unbedingt zu den besten Titeln des Albums – und doch zeigt sich in Details wie diesen, dass sich die Italiener einige Gedanken um ihr fünftes Album gemacht haben. Grundsätzlich fühlt sich keine der Nummern überflüssig oder so an, als wäre sie fehl am Platz – sodass mit Ausnahme weniger schwächerer Momente von einem zutiefst gelungenen Genre-Album sprechen kann, dass einen selbst in den zunächst eher unscheinbaren Momenten immer wieder positiv zu überraschen vermag. SWEET BLOOD THEORY kann sich damit allemal einen Platz in der Riege der besten SECRET SPHERE-Alben überhaupt sichern – und sollte bei jedem, der auch nur ansatzweise etwas mit dem Schaffen von Combos wie LABYRINTH oder VISION DIVINE anfangen kann; im Regal stehen.

Absolute Anspieltipps: STRANGER IN BLACK, FROM A DREAM TO A NIGHTMARE, BRING ON


„Die perfekte Symbiose aus den alten SECRET SPHERE und eines so erstmals anberaumten, enorm atmosphärischen Alben-Konzepts.“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Heart & Anger (2005)

Alben-Titel: Heart & Anger
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. Mai 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Paolo „Paco“ Gianotti – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Daniel Flores – Drums
Antonio Agate – Keyboards

Track-Liste:

1. Endless (01:53)
2. Where the Sea Ends (05:03)
3. First Snake (06:28)
4. Loud & Raw (04:57)
5. Dance with the Devil (05:22)
6. Set Me Free (05:17)
7. I Won’t Say a Word (05:02)
8. Lights On (05:36)
9. Leonardo da Vinci (05:22)
10. You Still Remain (05:03)
11. Bad Blood (04:05)
12. No Reason Why (06:35)
13. Faster Than the Storm (06:48)

Wenn nur alle so überzeugend aus Fehlern lernen würden…

Wenn man sich an die frühesten Alben der italienischen Power Metal-Combo SECRET SPHERE erinnert, so werden einem vermutlich – und leider – nicht nur ambitionierte Werke wie etwa das Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (siehe Review) oder der ebenso großartige wie kultige Nachfolger A TIME NEVER COME (Review) einfallen – sondern unter Umständen auch ein in Richtung von HELLOWEEN’s PINK BUBBLES GO APE schielender Totalausfall vom Schlage eines SCENT OF HUMAN DESIRE (Review). Interessant dabei ist, dass offenbar auch die Italiener selbst nicht wirklich mit ihrem hier an den Tag gelegten Sound inklusive einer kaum wirksamen Form der Ironie zufrieden waren – und in der Folge das einzig richtige taten. So besonnen sie sich auf ihrem vierten Studioalbum HEART & ANGER wieder auf das, was sie am besten konnten – einen ebenso knackigen wie hymnischen Power Metal der typisch europäischen Spielart zu inszenieren. Einen, der eigentlich nur einen potentiellen Nachteil hat: dass er mit dem Schaffen der Kollegen von LABYRINTH verwechselt werden könnte. Umso kurioser – aber in gewisser Hinsicht auch passend – erscheint, dass man ausgerechnet Roberto Tiranti (seit 1997 der angestammte Leadsänger von LABYRINTH) für einen Gastauftritt auf HEART & ANGER geladen hatte.

Sicher trug das nicht unbedingt zum Wiedererkennungswert von SECRET SPHERE bei – andererseits aber änderte es auch nichts an der von den Italienern offerierten musikalischen Qualität. Eine Qualität, die glücklicherweise nichts mehr mit dem zuvor geleisteten Ausrutscher SCENT OF HUMAN DESIRE gemein hat – und die Italiener sowohl in den flotteren als auch kräftig-stampfenden und stellenweise auch balladesk angehauchten Momenten von einer äußerst vorteilhaften Seite zeigt. Schon der angenehm flotte und mit dezenten symphonischen Elementen unterlegte Opener WHERE THE SEA ENDS macht diesbezüglich klar, wohin die Reise auf HEART & ANGER geht – von den gut in Szene gesetzten Instrumenten über den ebenso hymnischen wie eingängigen Refrain bis hin zur Gesangsdarbietung von Roberto „Ramon“ Messina stimmt hier alles. Gerade der scheint hier auch den größten Sprung gemacht zu haben, betrachtet man HEART & ANGER im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern – so stilsicher, variantenreich und schlicht angenehm hatte er bis dato noch nicht geklungen.

Dem Album ebenfalls zugute kommt die relative Vielfalt, die durch das Verhältnis von direkt zündenden Uptempo-Hymnen, mächtigen Stampfern und balladesken Einschüben erreicht wird. Während der Opener WHERE THE SEA ENDS, das durch Roberto Tiranti zusätzlich reizvoll erscheinende FIRST SNAKE, LIGHT ON oder der Rausschmeißer FASTER THAN THE STORM also vornehmlich aufgrund ihres Tempos und einer gewissen Hymnen-Tauglichkeit überzeugen; ist es bei Nummern wie LOUD AND RAW, DANCE WITH THE DEVIL oder dem ungewöhnlichen LEONARDO DA VINCI eher eine rockig-kraftvolle Komponente, die dank des überzeugenden Handwerks der Band ebenfalls gnadenlos gut aufgeht. Zwei grundverschiedene Gangarten, die in Bezug auf HEART & ANGER Erwähnung finden sollten; legen SECRET SPHERE dann aber auch noch an den Tag – wobei sie höchst unterschiedlich abschneiden. Zum einen wäre da die recht explizit ausgeführte balladeske Seite der Band, wie sie etwa in I WONT SAY A WORD, YOU STILL REMAIN oder NO REASON WHY präsentiert wird. Sicher, im direkten Genre-Vergleich sind auch Nummern wie diese nicht gänzlich zu vernachlässigen – und doch geraten sie SECRET SPHERE hier eher zum Nachteil.

Zum anderen, und das ist eine vergleichsweise erfreuliche Angelegenheit; inszenieren sich SECRET SPHERE gerade in Nummern wie SET ME FREE als Combo, die man nicht vorschnell in eine einzelne Schublade stecken sollte. Die hier anberaumte symphonische Komponente sorgt im Zusammenspiel mit den gar nicht mal schlecht klingenden Chören für einen ordentlichen Atmosphäre-Schub. Schlussendlich ergibt sich so ein gut durchmischtes Ganzes, dass seine Stärken klar in den handwerklichen Darbietungen der einzelnen Mitglieder und einigen teils hervorragend umgesetzten Einzel-Titeln hat – aber eben auch nicht vor kleineren Schwächen in Bezug auf eine nicht gerade spärliche Benutzung des Keyboards, die präsentierten Balladen sowie einige sich in sonst soliden Titeln versteckenden längliche Momente hat. Insgesamt aber kann man hier getrost von einem der besseren SECRET SPHERE-Alben sprechen.

Absolute Anspieltipps: WHERE THE SEA ENDS, FIRST SNAKE, SET ME FREE, LIGHTS ON, LEONARDO DA VINCI


„Nach einem eher enttäuschenden Album eine absolut willkommene Rückkehr.“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – Scent Of Human Desire (2003)

Alben-Titel: Scent Of Human Desire
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. Mai 2003
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars (lead)
Paolo „Paco“ Gianotti – Guitars
Andrea Buratto – Bass
Luca Cartasegna – Drums
Antonio Agate – Keyboards

Track-Liste:

1. Rain (05:26)
2. Still Here (03:01)
3. 1000 Eyes‘ Show (05:45)
4. More Than Simple Emotions (04:01)
5. Surrounding (05:53)
6. Desire (05:16)
7. Virgin Street 69 (04:15)
8. Runaway Train (04:24)
9. Scent of a Woman (04:44)
10. Life Part 1 – Walking Through the Dawn (01:53)
11. Life Part 2 – Daylight (08:41)

Veränderungen sind grundsätzlich eine schöne Sache, aber…

Auch wenn die Band schon seit vielen Jahren aktiv ist und im Laufe der Jahre mehr als eine handvoll Alben veröffentlicht hat, wird sie höchstwahrscheinlich nicht jeder kennen. Dennoch konnten die bereits 1997 gegründeten SECRET SPHERE vor allem zu ihrer Anfangs- und Blütezeit relativ problemlos mit anderen seinerzeit  aktiven und die italienische Power Metal-Szene maßgeblich mitgestaltenden Combos wie etwa LABYRINTH konkurrieren – wofür sowohl das höchst gelungene Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (1999, siehe Review) als auch das 2001 veröffentlichte, sogar noch einen Tick bessere A TIME NEVER COME (Review) bis heute Pate stehen. Aber wie es eben so ist – und zweifelsohne auch bei LABYRINTH der Fall war – sollten selbst jene nicht vor etwaigen stilistischen Verirrungen gefeit gewesen sein, die dabei halfen das seinerzeit noch junge Genre aus seinen Kinderschuhen zu befreien.

Und das ist in einem Fall wie diesem schon etwas verwunderlich, zumal zwischen dem zuvor veröffentlichten A TIME NEVER COME und dem vorliegenden SCENT OF HUMAN DESIRE gerade einmal 2 Jahre liegen. Dennoch, und deshalb auch die bereits nicht viel gutes verheißende Andeutung; hatte sich in Bezug auf den Sound der Italiener durchaus einiges getan – wenn auch eher nicht in eine wünschenswerte Richtung. Anders gesagt: wer erwartet hat, dass SECRET SPHERE den auf A TIME NEVER COME begonnen Power Metal-Siegeszug mit SCENT OF HUMAN DESIRE fortsetzen würden, konnte und kann eigentlich nur enttäuscht werden. Nicht nur, dass sich die Italiener auf ihrem dritten Studiowerk weitaus zurückhaltender, zahmer und im Endeffekt auch wesentlich unspektakulärer inszenierten – auch machten sie fatalerweise nicht davor Halt, einige für sie neue Elemente in ihrem Sound zu verbauen. Das konnten mal explizit balladeske sein, wie etwa in MORE THAN SIMPLE EMOTION, DESIRE oder SCENT OF A WOMAN und auch an (zu) vielen anderen Stellen – oder aber solche, von denen man zumindest auf einem Power Metal-Album unbedingt einen großen Abstand hätte nehmen sollen.

Namentlich sind hier jene Anwandlungen gemeint, die SECRET SPHERE in Titeln wie STILL HERE, VIRGIN STREET 69, RUNAWAY TRAIN und sogar dem überlangen Rausschmeißer LIFE PART 2 offenbarten. Die an den Titel angehängte Passage, in denen ein nichtssagendes Geklimper von einem schallenden Gelächter der Marke Beavis & Butthead-Imitat begleitet wird; setzt dem Ganzen natürlich die Krone auf. Es ist merkwürdig, aber: hört man Titel wie diese, kann man kaum glauben dass dem musikalischen Schaffen der Band einst eine gewisse Größe oder auch Eleganz innewohnte. Sicher, gegen ein wenig Spaß hat grundsätzlich niemand etwas einzuwenden. Wenn das Ganze aber in eine derart plumpe Richtung driftet wie hier, sieht die Sache schon anders aus. Immerhin: in Bezug auf das Handwerk respektive ihr Instrumentenspiel können SECRET SPHERE selbst hier überzeugen, mit Ausnahme des in diesem Fall nicht selten blöd dastehenden (was durchaus eine treffende Formulierung ist) Leadsängers Roberto Messina oder der wie in SURROUNDING mehr schlecht als recht inszenierten Chöre. Dennoch: dass sich ausgerechnet SECRET SPHERE in einer derart expliziten Art und Weise von ihrer ursprünglich eingeschlagenen Marschrichtung wegbewegten, stimmt einen schon etwas wehmütig.

Fest steht: mit den hier präsentierten, ärgerlich auf komisch und modern getrimmten Titeln sowie der doch recht großen Anzahl an maximal soliden, aber eben nicht herausragenden Balladen konnten und können SECRET SPHERE einfach keinen Blumentopf gewinnen. Zumal sie schon in diesen Momenten stark an die Kollegen von LABYRINTH erinnern – zumindest mehr als auf ihren vorherigen, weitaus eigenständigeren Alben. Das einzige, was SCENT OF HUMAN DESIRE so noch vor der bodenlosen Versenkung rettet; sind lediglich jene beiden Nummern die doch noch an die einstige Kraft der Band erinnern – der starke Opener RAIN sowie das balladesk angehauchte, dabei aber vergleichsweise wirkungsvolle 1000 EYES‘ SHOW.

Absolute Anspieltipps: RAIN, 1000 EYES SHOW


„Zu viele Balladen treffen auf zu viele Blödeleien. Und das sollen SECRET SPHERE sein ?“

Metal-CD-Review: SECRET SPHERE – A Time Never Come (2001)

Alben-Titel: A Time Never Come
Künstler / Band: Secret Sphere (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2001
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Elevate Records

Alben-Lineup:

Roberto „Ramon“ Messina – Vocals
Aldo Lonobile – Guitars
Antonio Agate – Keyboards
Andrea Buratto – Bass
Paco Gianotti – Guitars
Luca Cartasegna – Drums

Track-Liste:

1. Gate of Wisdom (00:39)
2. Legend (06:13)
3. Under the Flag of Mary Read (07:21)
4. The Brave (07:14)
5. Emotions (01:25)
6. Oblivion (04:31)
7. Lady of Silence (05:34)
8. The Mystery of Love (06:51)
9. Paganini’s Nightmare (Theme from Caprice #5) (01:03)
10. Hamelin (04:42)
11. Ascension (00:56)
12. Dr. Faustus (08:08)

Eine Zeit, an die man sich gern erinnert.

Nachdem sich die 1997 gegründeten Power Metaller von SECRET SPHERE mit ihrem 1999 an den Start gegangenen Debütalbum MISTRESS OF THE SHADOWLIGHT (siehe Review) erstmals die Ehre innerhalb eines im damaligen Italien gerade erst aufblühenden Metal-Genres gegeben hatten, stand es relativ gut für die junge und aufstrebende Combo. Und das auch im direkten Vergleich mit einigen anderen Bands, die sich zu jener Zeit immer mehr festigten und kontinuierlich erfolgreicher wurden – wie etwa RHAPSODY, LABYRINTH oder VISION DIVINE. Und tatsächlich: während das Erstwerk teils noch enorm auffällige Parallelen zu eben jenen geografischen Partner-Bands aufwies, schienen sich auch die ambitionierten Musiker von SECRET SPHERE mit ihrem 2001 erschienenen Zweitwerk A TIME NEVER COME mehr und mehr zu profilieren.

Anders gesagt: etwaige schnell anzuberaumende Sound-Parallelen fielen so gut wie weg, die Band fand langsam aber sich ihren (ur-)eigenen Sound und ihre eigene Identität – und schickte sich mit A TIME NEVER COME an, eine in mehrere Abschnitte unterteilte, entsprechend episch angelegte Sage zu erschaffen. Und das ist ihnen auch gelungen: das Album ist enorm vielschichtig; und dabei ein mehr als nur nennenswerter Genre-Beitrag geworden. Einer, der sowohl in inhaltlicher als auch musikalischer Hinsicht überzeugt, eine enorme Bandbreite an Emotionen vermittelt – und den geneigten Genre-Hörer auf eine gleichermaßen abenteuerliche wie musikalisch höchst zufriedenstellende Reise entführt. Denn nach wie vor waren die handwerklichen Leistungen der Mitglieder tadellos, hier vielleicht sogar noch ein wenig sicherer als auf dem Vorgänger – wobei speziell die Gitarren einiges an Variabilität und Ausdruckskraft zugelegt hatten.

Fest steht: der markant in Szene gesetzte Bass, das organische Schlagzeugspiel, die sich gut in die Songstrukturen einfügenden Keyboard-Elemente und der im direkten Vergleich mit dem Vorgänger definitiv erstarkte Leadgesang von Roberto „Ramon“ Messina ließen und lassen so gut wie keine Wünsche offen – und machen das Album zu einem Genuss, sowohl im gesamten als auch in Bezug auf besonders starke Einzel-Momente. So könnte es auch entsprechend schwerfallen, sich entsprechende Highlights herauszupicken. Auf gar keinen Fall ungenannt bleiben dürfen in diesem Zusammenhang allerdings die beiden Über-Nummern OBLIVION und LOST LAND OF LYONESSE (als japanischer Bonustrack), die nicht nur markant aus dem Alben-Kotext herausragen – sondern auch ganz allgemein zu den vielleicht wirksamsten Genre-Hymnen aller Zeiten gehören.

Überhaupt: während andere ähnlich hochqualitative Alben mit einer ähnlichen Machart zumindest im Detail Schwächen aufweisen, sieht es für A TIME NEVER COME auch hier verdammt gut aus. Vielleicht sogar zu gut um wahr zu sein – denn selbst die üppig vorhandenen atmosphärischen Ausstaffierungen in Form von Interludes, symphonischen Isntrumentalpassagen und klassischen Einschüben a’la PAGANINI’S NIGHTMARE wirken sich nicht störend aus, im Gegenteil. Anders gesagt: auch sie sind eine Entdeckung wert, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist. Im Falle von SECRET SPHERE aber führen sie tatsächlich zu einer weiteren Verdichtung der ohnehin intensiven Atmosphäre – was auch für die balladesken Momente gilt. Denn ob nun wohl dosiert innerhalb der einzelnen Titel, oder aber als alleinstehendes Werk in Form eines THE MYSTERY OF LOVE – kitschig oder überkandidelt klingt hier nichts.

Schlussendlich: auch wenn manche Zeiten niemals kommen respektive eintreten werden, so vermag es zumindest die Kraft der Musik einen entsprechenden Trost zu schaffen. A TIME NEVER COME ist ein musikalisches Meisterwerk, und das vermutlich nicht nur innerhalb des Power Metal-Genres.

Absolute Anspieltipps: LEGEND, OBLIVION, LOST LAND OF LYONESSE, HAMELIN


„Da hat jemand Höhenluft gekostet.“