Metal-CD-Review: PERTNESS – From The Beginning To The End (2010)

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Alben-Titel: From The Beginning To The End
Künstler / Band: Pertness (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1. April 2010
Land: Schweiz
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Karthago Records

Alben-Lineup:

Tom Schluchter – Vocals, Guitars
Chris Gutknecht – Drums
Pet Biedermann – Bass, Vocals (backing)
Tom Zurbrügg – Guitars

Track-Liste:

1. From the Beginning (03:40)
2. Invisible Chains (05:00)
3. Foggy Dew (02:48)
4. Blood Rain (04:00)
5. My Prophecy (04:36)
6. Another Innocent Victim (04:01)
7. The Legacy (05:34)
8. Decline (04:17)
9. Walk Alone (03:47)
10. Remember Their Faces (06:10)
11. The End (04:11)

Der richtige Schritt nach vorne ?

Mit ihrem Zweitwerk FROM THE BEGINNING TO THE END setzen die Schweizer Melodic Power Metal-Recken von PERTNESS erneut da an, wo sie mit ihrem rundum gelungenen Vorgänger SEVEN TIMES ETERNITY (Review) aufgehört hatten. Und das ist gut so, haben sich die Trademarks der Band bewährt. Generell ist der Sound von PERTNESS etwas schroffer und rauer als bei vielen Genrekollegen, sowohl die treibende Kraft der omnipräsenten Gitarren als auch die Performance des kräftig röhrenden Leadsängers Tom Schluchter dominieren das Klangbild. Und doch gibt es Unterschiede im Vergleich zum Debütalbum der Band, wenn auch nur dezente: PERTNESS gehen auf FROM THE BEGINNING TO END noch ein stückweit melodischer und vielleicht auch verspielter ans Werk; ohne ihren gewohnt voranpreschenden, leicht aggressiven Touch zu vernachlässigen.

Das Ergebnis ist demnach ein Album, welches sowohl Fans des ersten Albums als auch Neueinsteiger begeistern wird. Sicher; die ganz große Innovation bleibt aus; doch letztendlich geben sich PERTNESS bei keiner der 11 enthaltenen Nummern die Blöße. Während der Opener noch etwas verhalten daherkommt, geht das durch das hübsche Cover-Artwork vermittelte Abenteuer spätestens mit dem mächtigen INVISIBLE CHAINS los – das sich als äußerst variabel herausstellt, und zu jeder Zeit äußerst druckvoll durch die Boxen rauscht. Auch eher ungewöhnliche Zwischenspiele wie das von einer leichten Schunkellaune gekennzeichnete FOGGY DEW sind der Atmosphäre überaus dienlich – bevor es dann mit etwas düstereren Nummern wie BLOOD RAIN wieder in die Vollen geht. Als erstes waschechtes Highlight des Albums fungiert dann aber MY PROPHECY – eine überaus kräftige Nummer, die man so oder so ähnlich auch auf enem Trash-Metal-Album zu hören bekommen könnte.

Aber auch der Faktor der Abwechslung ist nun als enorm zu bezeichnen. Es bleibt zwar nicht aus, dass sich einzelne Elemente des großen Riffing-Festes hie und da zu wiederholen drohen, doch insgesamt wissen PERTNESS mit ihrem Zweitwerk schon eine wesentlich größere atmosphärische Bandbreite zu bedienen als noch mit dem Debütalbum. Der Nachfolger zu SEVEN TIMES ETERNITY ist damit schon ein starkes Stück geworden – aber nicht zwingend als besseres der beiden Werke anzusehen. Eher teilen sich beide einen gefühlten Posten im obersten Mittelfeld, zumindest hinsichtlich der angebotenen Qualität. Oder anders gesagt: wo der Vorgänger noch einen großen Überraschungseffekt erzielen konnte, hat man sich nun schlichtweg perfektioniert. Das Ergebnis ist demnach nicht mehr ganz so überraschend, mündet aber immer noch in einem fulminanten (Hör-)Genuss. FROM THE BEGINNING TO THE END ist genau das richtige Album für all jene, die es gerne etwas härter mögen – aber dennoch nicht auf eine ordentliche Portion Melodiösität verzichten wollen.

Absolute Anspieltipps: INVISIBLE CHAINS, FOGGY DEW, MY PROPHECY, THE END


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„Ein kraftvoller Nachfolger, der dem gelungenen Debüt in nichts nachsteht.“

Metal-CD-Review: PERTNESS – Seven Times Eternity (2008)

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Alben-Titel: Seven Times Eternity
Künstler / Band: Pertness (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. März 2008
Land: Schweiz
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Karthago Records

Alben-Lineup:

Tom Schluchter – Vocals, Guitars
Märs Hari – Drums
Pet Biedermann – Bass, Vocals (backing)
Tom Zurbrügg – Guitars

Track-Liste:

1. Doomed (02:10)
2. Seven Times Eternity (03:55)
3. Religious Liberty (03:51)
4. Darkness and Fire (05:50)
5. Frankenstein (05:20)
6. Riders of Heaven Part 1 (04:38)
7. Riders of Heaven Part 2 (04:08)
8. Fairy of the Dawn (04:03)
9. The World Is Grey (07:08)
10. Angel of the Dark (03:51)
11. Beowulf (04:25)

Ein Artwork, das zum Träumen einlädt.

SEVEN TIMES ETERNITY ist das Debütalbum der schweizerischen Melodic Metal-Institution PERTNESS. Und obwohl es sich in erster Linie um ein eher typisches Gernealbum handelt, ist es aus einem ganz anderen Grund mit einer dezenten Kuriosität behaftet. Schließlich erschien es erst 2008  – ein Blick auf die bisherige Historie der BAndd verrät aber, dass sie bereits seit 1993 aktiv ist. Die Gründe für die lange Überbrückungszeit kennen wohl nur die Bandmitglieder um Galionsfigur und Leadsänger Tom Schluchter selbst – aber ob man dem Album auch anmerkt, dass es möglicherweise über lange Jahre in einer Vorbereitungsphase war; soll an dieser Stelle geklärt werden. Zeit haben die Jungs von PERTNESS immerhin reichlich gehabt – es wäre also von Vorteil, wenn SEVEN TIMES ETERNITY alles, nur kein zu vernachlässigendes Werk geworden ist.

Doch schnell zeigt sich, dass es relativ gut aussieht für das insgesamt knapp 50 Minuten lange Erstwerk. PERTNESS spielen einen einwandfreien melodischen Power Metal – der sich insofern von der Masse abhebt, als dass Leadsänger Tom Schluchter vergleichsweise rau und agressiv zu werke geht. Im Gegensatz dazu stehen die äußerst melodischen und harmonischen Gitarrenarrangements, die so gut wie alle der enthaltenen Titel tragen – und das meist auf einem sehr anständigen Niveau. Wer also in Anbetracht des doch recht Fantasy-lastigen Albumcovers ein allzu üppig ausstaffiertes, vor Keyboardklängen nur so strotzendes und vielleicht auch insgesamt etwas fröhlicher klinges Album erwartet, wird enttäuscht respektive je nach Geschmack positiv überrascht: PERTNESS klingen mal so gar nicht nach einem eventuell vermuteten ‚Flower Metal‘. Zwar sind die Kompositionen insgesamt ehre simpel und gehen schnell ins Ohr; und so manches Mal kann die Stimmung auch mal etwas beschwingter werden – doch das Gefühl, dass PERTNESS es absolut ernst meinen mit ihrer Genre-Interpretation ist ein beständiges.

SEVEN TIMES ETERNITY ist somit genau das richtige für alle die auf eine extraportion Kitsch verzichten können – und sich viel lieber mit ausgefeilten aber dennoch bodenständigen Gitarrenfrickeleien beschäftigen. Eine relativ satte, druckvolel Soundkulisse gibt es obendrauf – die ordentliche Produktionsqualität und das Bestreben viele Titel zwar flott, aber doch eher wohlig stampfend als im absoluten Uptempo zu inszenieren; kommt SEVEN TIMES ETERNITY enorm zugute.

Und doch ist nicht alles Gold, was glänzt – auch wenn es schwerfällt, explizite Kritik an einem grundsoliden Debütalbum wie diesem zu üben. Doch ist vor allem das Gefühl, das Album könnte hier und da etwas zu eintönig und gleichförmig strukturiert sein nicht zu leugnen. Vor allem während der ersten Nummern und der gesamten Auftaktphase hätten es der Höhen und tiefen ruhig noch etwas mehr sein können – ein stiller Wunsch, der sich erst im weiteren Verlauf und mit den beiden RIDERS OF HEAVEN-Nummern sowie dem starken FAIRY OF THE DAWN erfüllt. Auch THE WORLD IS GREY funktioniert als waschechte gute-Laune-Hymne mit schmackigen Riffs und Melodiebögen, die sofort ins Ohr gehen und auch eine Weile dort bleiben werden. Hat man alle Titel des Albums erst einmal verinnerlicht, wird klar: die Höhepunkte des Albums sind klar im späteren Verlauf zu suchen und auch zu finden; der Auftakt fällt vergleichsweise flach aus.

Hätte SEVEN TIMES ETERNITY also noch ein klein wenig mehr Abwechslung, markantere Soli-Parts und ein Fünkchen mehr Komplexität zu bieten – dann wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit eines jener legendären Debütalben geworden, die man gar nicht mehr aus dem CD-Player verbannen möchte. So reicht es noch für ein klar überdurchschnittliches Genrewerk, das von allen angetestet werden sollte die einen generell etwas raueren Ton bevorzugen – der der Melodiösität des Albums jedoch nicht entgegenwirkt, im Gegenteil.

Absolute Anspieltipps: RIDERS OF HEAVEN, FAIRY OF THE DAWN, THE WORLD IS GREY, ANGEL OF THE DARK


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„Super-solides Debütalbum mit starkem Gitarrensound.“