#13 Bereit Für Die Apokalypse

Es lebe der Alltag ! In der Tat ist seit dem letzten Teil meiner fidelen Online-Biografie bereits über ein komplettes Jahr vergangen. Eine verdammt lange Zeit in meinem persönlichen Mikrokosmos, eine eindeutig zu vernachlässigende Zeit in (m)einem allumfassenden Makrokosmos – sei es drum. Diese Rubrik ist dazu erschaffen worden, die hoffentlich mannigfaltigen Erfahrungen dieser Zeit in schriftlicher Form  – wie immer für die Öffentlichkeit sichtbar – festzuhalten. Ganz unabhängig davon, wie viele nennenswerte Ereignisse es im Endeffekt tatsächlich geschafft haben, meine bescheidene Existenz zu beeinflussen; und neuen Erzählstoff so erst möglich zu machen.

Was für ein Stichwort. Blicke ich zurück, so ist festzustellen; dass sich der letzte Beitrag mit der (grundsätzlich positiven) Veränderung in meinem Berufsleben beschäftigte. Nun, sogleich folgt eine für manche sicher schier unglaubliche Tatsachenaufstellung: ich bin noch immer in dem damals angepriesenen Berufsfeld tätig, und das noch immer beim selben Arbeitgeber. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis Ende Oktober, was mir bei meinem derzeitigen Arbeitgeber eine Gesamt-Beschäftigungszeit von exakt einem Jahr zuteil werden lässt; unter Einbeziehung der vorherigen Fremdfirma sogar noch länger. Für einige ein zutiefst gewöhnlicher Zustand, für mich selbst nicht weniger als ein kleiner aber feiner Rekord. So kann ich nun nicht nur Arbeitslosengeld I beziehen (natürlich nur hypothetisch – dennoch einen teils zünftigen, teils leidigen Jubelschrei einsetzen); ich habe mir in Bezug auf meinen Lebenslauf eine nette kleine Grundlage geschaffen, die dazu beitragen kann dass ich auch weiterhin beschäftigt bleiben werde. Wenn ich das möchte.

Doch wie es eben so ist, beschreibt der berufliche Werdegang nur einen kleinen Ausschnitt eines Menschenlebens, einen Teil einer Biografie – der oder die anderen beziehen sich auf das Privatleben in all seinen Facetten. Auch wenn ich nun quasi mitten im Leben stehe, dass heißt einen ständigen Umgang mit Menschen pflege und mein eigenes Geld verdiene (was ich leider nicht komplett behalten darf); so ist doch gerade in Bezug auf die persönliche Entwicklung ein gewisser Stillstand auszumachen. Wahrscheinlich ist das nichts neues, zieht sich diese Nuance (wäre es doch nur eine) durch meine gesamte Biografie, oder doch zumindest die späteren Teile. Ob es nun vorangeht oder nicht, es fühlt sich zumindest stark nach einem Verharren in alten Gewohn- und Gepflogenheiten an. So kommt es, dass ich nicht viele der Dinge, die sich im Laufe der Zeit ereigneten, direkt an mich heran gelassen habe. Man trägt eine Maske, einen Schleier; zum Schutze der eigenen Seelenwelt oder schlicht um eine außerplanmäßige Offenbarung zu vermeiden – in der Hoffnung, dass sich eines Tages doch noch das große Wunder abzeichnen könnte. Oder, dass die Welt nach all den Diskussionen nun doch endlich untergehen; oder besser sich selbst reinigen könnte – verdient hätten wir es nicht anders. Was hilft alles spekulieren und alles Gerede – am Ende bleibt uns eine einsame, unspektakuläre Existenz; die nicht einmal eine Notiz in der großen Geschichte der Welt wert sein wird.

Wen interessiert es da schon, dass eine Gestalt wie der große böse Gerichtsvollzieher die nächsten Tage auf der Matte stehen könnte ? Genau. Nun, auch wenn ich es mir schon immer sehnlichst gewünscht habe, mit einer solchen Amtsperson einen (Instant-) Kaffee zu genießen; so bereitet mir das ganze Dilemma nun langsam doch Kopfzerbrechen; obwohl es das nicht sollte. Bleiben wir ernst; so ernst, wie es die Umstände erfordern. Gewiss habe ich in dieser Hinsicht ein klein wenig über meine Verhältnisse hinaus gelebt, beziehungsweise Geld verprasst welches grundsätzlich anderen zustehen sollte. Ja, sollte es das ? Teilweise. Aber so ist das: wenn man den geernteten Gewinn aus der ersten Ebene (Arbeitsleben) in die zweite Ebene (persönliche Vorlieben) transferiert, bleibt so manches auf der Strecke – das eigentliche Pflichtprogramm. Doch es erscheint mir (und sicher nicht nur mir) nach wie vor ärgerlich, dass man aus den Früchten seiner Arbeit lediglich Samen gewinnt, die das erneute Abernten möglich machen. Oder anders ausgedrückt: dass man existiert um einer Arbeit nachzugehen, und einer Arbeit nachgeht um durch den jeweiligen Verdient gerade mal so zu überleben und weiterhin arbeiten gehen zu können.

Grüße auch an eine Person, die mich auf diesem Weg, der sicherlich nicht jedermanns (oder -fraus) Sache ist, begleitet hat. Ich muss meinen dahingehend Dank aussprechen – für übernommene Kost und Logis, für allerlei Freizeit-Unternehmungen, für den Kontakt zu einer jüngeren, noch halbwegs sorgenlosen Generation. Zweifelsohne gefiel mir diese Zeit; gefällt mir immer noch – doch ist ein Herz wie das meine stur, was dergleichen betrifft. Und nur schwerlich zu beeindrucken, was nicht bedeuten soll dass ich mich zu einer gewissen Herzlosigkeit bekenne – sondern nur, dass ich meinen Platz noch finden muss. Oder besser: dass er mich finden muss, sofern es so etwas wie einen Gott gibt. Hat ein jeder wirklich seinen ihm zugewiesenen Platz auszufüllen; auch wenn die Voraussetzungen dafür alles andere als günstig sind, und einen zutiefst steinigen Weg vorsehen ? Entweder man wächst an Herausforderungen, oder geht an ihnen zugrunde. So oder so ist die gewonnene Erfahrung hoffentlich etwas wert – auch wenn eine gewisse repetitive Tendenz dies eigentlich – langsam aber sicher – überflüssig machen sollte.

Erwähnt seien auch die Kameraden von dereinst (+ Extra-Erwähnung für Prometheus); ich hoffe es geht euch den Umständen entsprechend. Auch wenn ich hier nicht die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe anspreche, kommt es mir einstweilen so vor – mit mir selbst als absolutem Präzedenzfall. Seit euch nur sicher, dass der ausbleibende Kontakt in meiner Wenigkeit begründet liegt. Ich bin Schuld, sofern man diesen Begriff benützt wissen möchte – alles andere wäre aber auch irgendwie langweilig. Es ist nur so, dass ich auf etwas anderes warte – auch wenn es sein kann, dass das Schicksal mir dahingehend nicht mehr genug Zeit einberäumen könnte. Aber: Freundschaften sind wichtig und wertvoll, mindestens ebenso sehr wie eine tägliche Dosis Medikamente (sic); helfen sie die Wirren der eigenen Existenz und der der Welt doch etwas annehmlicher zu gestalten. Sie bieten die Möglichkeit, sich zurücklehnen zu können und die aufkommenden Fragen gezielt und nacheinander zu beantworten; anstatt das gleich alle gemeinsam einen Ansturm wagen, unter dem der Wirt möglicherweise zerbrechen könnte.

Sonst noch etwas ? Gewiss, ich habe mein Traumgewicht von etwa 115 Kilogramm erreicht, sowie meine Traumfigur. Stämmig und erhaben, bereit für den einen Moment, bereit alles widerspenstige beiseite zu schaffen. Ich habe mir das Rauchen nicht abgewöhnt, ermöglicht mir diese Form der Selbstkasteiung (wer glaubt, der Konsum von Schadstoffen sei etwas anderes, irrt) noch immer einen gewissen Frieden und eine tiefe, wenn auch eingeredete innerliche Entspannung. Ich hörte von einigen Delinquenten, die die Existenz eines gewissen Medikaments in Frage stellten – Anlass genug, mich für immerhin 5 Minuten in Unsicherheit zu wägen. Doch nichts ist mächtiger als der vermeintliche Alltag; der Mantel des Alltags, unter dem man sich auch als Freigeist verstecken und kurz wärmen kann, um danach wieder in deutlich unwirtlicheren Gefilden Zuflucht zu finden. In diesem Sinne bleibt wohl doch alles beim alten… es sei denn, ein Wunder geschieht; gern auch in Form des von den Maya prophezeiten Weltuntergangs. Nicht vergessen: das Schicksal der Zerstörung geht mit der Freude des Neubeginns einher (Anno)… grüßt mir die Sonne, all ihr die ihr noch Höhenluft kosten könnt.

# 12 Veränderungsmitteilung

Machen wir es kurz: es gibt eine möglicherweise einschneidende Veränderung in Bezug auf mein Leben, die vor allem aus beruflichen Entwicklungen resultiert. Die Folgen sind noch nicht ersichtlich (pffft, diesmal nichts aus dem Privatleben !), mit Ausnahme derer für den Blog: möglicherweise werde ich weniger Zeit (und Lust ?) für die Pflege und das Einstellen neuer Artikel haben. Überhaupt bin ich angehalten, nach all den zahlreichen Beiträgen mal eine kleine Pause einzulegen… sodass sich im besten Fall und in der Zwischenzeit weitere Besucher auf diese Seite „verirren“ und, wenn sie gaaanz lieb sind (wo wie ein gewisser Herr Prometheus zum Beispiel), vielleicht sogar den ein oder anderen Kommentar hinterlassen. Schließlich „veralten“ die Beiträge nicht, gerade wenn es um Filmrezensionen et cetera geht. Ja, dies wäre freilich mein Wunsch: dass die Besucherzahlen nicht sinken und mir so eine gewisse Motivation erhalten bleibt. Aber ich weiss bereits aus vergangen Ruhe-Phasen, dass es mir ohnehin nicht leicht fällt, die Finger still zu halten. Man darf sich also gewiss sein, dass ich keinesfalls „verschwinden“ werde… 😉

Einen netten Artikel (was besonderes, eher allgemeines) werde ich, sofern es klappt, aber noch einstellen – damit es etwas zu verarbeiten gibt. Das kann ja so manches Mal durchaus einiges an Zeit beanspruchen (ein Schelm, wer bei soetwas nicht genauer liest) ! Wie dem auch sei, neben dem beruflichen habe ich auch medientechnisch eine to-do-Liste, bei der ich nicht weiss, ob ich so schnell wieder ans Schreiben komme. In erster Linie wäre das das kürzlich erschienene PC-Spiel Deus Ex 3 (ich liebte Teil 1, Teil 2 war so lala, und jetzt… es gilt, abermals in die Cyberpunkwelt einzutauchen und es herauszufinden) sowie die Anime-Serien Guardian Of The Spirit und Tegami Bachi. Von Kino- und Dvd-Filmen gar nicht erst zu sprechen, diese Listen sind bekanntlich endlos. Wie auch die aus dem Musikbereich – doch glücklicherweise bietet sich mir die Möglichkeit, mit einem kürzlich rezensierten Album erst einmal innezuhalten und vollends zu genießen. Es geschieht schließlich und beileibe nicht allzu oft, dass ich eine Höchstwertung vergebe.

Dann habe ich da noch gewisse Verpflichtungen im privaten (Tee-Trinken mit White Owl) sowie (endlich !) mal wieder ein oder zwei Besuche in einem gewissen Etablissement (nein, nicht das mit den Damen). Ach ja, wie war das eigentlich mit der beruflichen Veränderung ? Sorry, das bleibt erstmal unter Verschluss, für mindestens einen Monat (dann kann man schon weiter in die Zukunft schauen). Aber dennoch möchte ich einen Hinweis in Form eines überaus aussagekräftigen Bildes (!?) geben. Bitteschön:

Ja – das SIND Weintrauben… !

# 11 Freud Und Preis Der Geduld

Wer hätte das gedacht – da ist doch tatsächlich ein einzelner Besuch bei der Arbeitsagentur (beziehungsweise im neudeutschen auch gern als Jobcenter bezeichnet) ausschlaggebend dafür, dass ich einen neuen Teil meiner offiziellen Biografie verfasse. Nun gut – ein absolutes Novum ist auch dies nicht, da ich mich bereits im letzten teil meiner Biografie (oben verlinkt) mit den damit verbundenen Themen auseinandersetzen musste. Doch während es damals (immerhin, es ist nun schon über ein halbes Jahr her) ausschließlich um den… „Einstieg“ in das Thema Hartz-4 und um die Verarbeitung des Ausscheidens im sozialen Jahr ging, geht es nun um die Frage: wie lange ist mein aktueller Status noch aufrechtzuerhalten, beziehungsweise was muss ich tun, damit möglichst beide Seiten (die spendable Arbeitsagentur und meine Wenigkeit) möglichst zufriedengestellt werden können ?

Denn mir wurde doch recht deutlich nahegelegt, dass es so wie es jetzt ist, nicht weitergehen kann. Natürlich kommen hier wie immer die üblichen Floskeln zum Einsatz, dass es ja auch um mich, das heisst meine Bedürfnisse ginge – ich könne mit meiner aktuellen Situation doch gar nicht zufrieden sein. Dies muss erläutert werden, denn es gab eine kleine Veränderung in meinem Lebenslauf: ich bin seit einigen Wochen im Einzelhandel tätig, allerdings „nur“ auf geringfügiger Basis – nicht des Geldes wegen (einige wenige Euros mehr im Monat), sondern hauptsächlich, um überhaupt einmal wieder zu arbeiten, arbeiten zu können. Immerhin stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass „mehr“ aus dieser Tätigkeit werden könnte, wenn ich genügend Ambitionen an den Tag lege. So stehe ich dem Ganzen auch recht aufgeschlossen gegenüber, auch wenn es sich zweifelsohne nicht gerade um einen Job handelt, bei dem man seine Kreativität ausleben kann. Zumindest ist man unter Menschen, hat Kundenkontakt und muss sich in einem neuen Kollegenkreis zurechtfinden. Ergo: all dies fliesst in den großen Pool der bisher gesammelten Lebenserfahrung ein.

Und nun das aktuelle Dilemma: natürlich möchte die Agentur nicht, dass es „nur“ bei diesem Job bleibt, selbst wenn er auf 400 oder mehr Euros hoch gestuft werden würde. Denn, es muss immer noch gezahlt werden (dann eben nur auf den Arbeitslohn angerechnet). Gut, letztendlich weiss heutzutage jeder (generell in Bezug auf Behörden), dass es die Sachbearbeiter herzlich wenig interessiert, was man aus seinem Leben macht. Alles ist genehm, solange „man“ (in diesem Fall der Staat) kein Geld mehr zahlen muss. Doch keinesfalls soll dies eine Verurteilung sein – es ist eine nur verständliche Tatsache, wenn ein Mitarbeiter einer Behörde hunderte von verschiedenen „Kunden“ hat und entsprechend betreut, betreuen muss. Doch wie sieht die Lösung aus, ja; gibt es überhaupt eine ? Dazu möchte ich (auch für mich selbst) eine Liste erstellen, die einige der aktuellen Möglichkeiten aufzeigt. Dazu muss noch angemerkt werden, dass eine etwas… umstrittene dabei ist, nämlich die der Ausbildungssuche. Ich habe bereits einem Termin, bei dem dies näher besprochen werden soll – allerdings habe ich mit diesem Thema eigentlich schon abgeschlossen; nicht ganz grundlos.

Möglichkeit 1: Zeitnah in eine Vollzeitbeschäftigung kommen

Vorteile:

  • Die Arbeitsagentur wird mehr als zufrieden sein und mich „integriert“ haben
  • Deutlich höheres Einkommen und damit > Selbstständigkeit (eventuell Wohnung, Auto)
  • Eine Vollzeitbeschäftigung beschäftigt einen, wie es der Begriff bereits andeutet, tagtäglich

Nachteile:

  • Höchstwahrscheinlich wird es sich um eine Stelle handeln, um die sich nicht gerade jeder reissen würde
  • Sollte eine (unbefristete) Einstellung erfolgen, steht das restliche Arbeitsleben automatisch mit fest > ein Leben lang Zeitarbeit, Aushilfsjobs; das, was einem persönlich möglicherweise eher nicht liegt (Handwerk, Knochenjobs, geringer Stundenlohn)

Möglichkeit 2: (Doch noch) eine Berufsausbildung absolvieren

Vorteile:

  • Chance, dass machen zu können was man möchte, ist eher gegeben (bedingt)
  • Wertvoll in jederlei Hinsicht: Lebenslauf, Zukunftsmöglichkeiten, Weiterbildung

Nachteile:

  • Relativ geringe Chance, dass es klappt (warum dann nicht schon früher, siehe BVB ?)
  • Persönliche Situation bleibt für min. 3 Jahre unverändert (Zuhause wohnen, ohne Auto, wenig Geld)

Möglichkeit 3: Bei der aktuellen geringfügigen Beschäftigung bleiben

Vorteile:

  • Chance, doch noch im Betrieb aufzusteigen bleibt erhalten
  • Nicht tagtäglich arbeiten, dafür einen guten Stundenlohn bekommen
  • Mehr Zeit für den Blog ?

Nachteile:

  • Stress mit der Agentur ist vorprogrammiert, eventuell Leistungskürzungen und weitere Sanktionen
  • Keine deutlich „wertvolle“ Arbeit (in Bezug auf den Lebenslauf, weitere Chancen)

Möglichkeit 4: Alles und jeden ignorieren und auf ein Wunder hoffen

Vorteile:

  • Viel Freizeit…
  • Kein Ärger mehr mit der Arbeitsagentur…

Nachteile:

  • (Berufliche) Zukunftschancen verschlechtern sich mit jedem einzelnen Tag
  • Wenig oder gar kein Geld zur freien Verfügung
  • Eventuell keine Krankenversicherung
  • Keine arbeitsbezogenen sozialen Kontakte mehr

Man sieht, es ist nicht einfach. Wenn jemand noch eine fünfte Möglichkeit sieht, dann bitte; lasse man es mich wissen. Nur eines ist klar… eine Entscheidung könnte eventuell schon bald fällig werden. Ach ja, wer’s noch kann – genießt mir bitte den Sommer !

# 10 Nach Mir Die Sin(n)tflut

Nun, wo war ich doch gleich stehengeblieben… Ach ja; richtig – mit dem offiziellen Einstieg in die (höchst leidige ?) ALG-II Thematik. Wobei ich mich gewiss nicht mit einer distanzierten, blossen Theorie als Herangehensweise aufgehalten habe. Nein, das Experiment „Hartz-4“ wird in Bezug auf meine Person größtenteils praktisch durchgeführt, nicht umsonst rangiert dieser Beitrag hier in einer speziellen Blog-Kategorie: meiner Über-Mich-Sektion ! Allerdings, ob es wirklich absolut freiwillig durchgeführt wird, ist eine ganz andere Frage – diesmal weniger auf den fragwürdigen Begriff des freien Willens selbst bezogen. Erleichterung macht sich breit – doch ich hoffe, dass aus meinen letzten Biografie-Teilen im ungefähren ersichtlich wurde, wie und warum es zu solch einer Situation kommen konnte – die immerhin als expliziter Stufen-Abstieg auf der sogenannten sozialen Leiter bezeichnet werden könnte. Ob man allerdings komplett absteigt oder sich noch (wacker) auf den unter(st)en Stufen festhält, das obliegt wohl einem jeden Betroffenen selbst.

So spiele auch ich oft mit Gedanken, die sich mit diesem (sozialen) Rang befassen; wobei auch mein Gefühlsleben starken Schwankungen unterworfen ist. Jeder kennt es: mal geht es im Leben bergauf, mal bergab – wenn wir einmal nur von der sozialen Stellung (und damit beinahe automatisch vom Berufsstand) sprächen. Eines ist mir jedoch seit nunmehr vielen Jahren klar: ich, der Freigeist, der eher unangepasste; würde nie eine der obersten Stufen dieser Leiter erklimmen. Einerseits, weil ich gnädig bin und diese Positionen liebend gerne anderen überlassen möchte (schließlich ist der Platz dort oben nicht unbegrenzt – genießt mir die Höhenluft), und andererseits, weil ich schlicht eher gegen als mit dem Strom schwimme. Und, dieser ist heutzutage nun mal mehr denn je geprägt von erbrachten (und nachweisbaren) Leistungen; von schulischen und beruflichen Erfolgen, von gesellschaftlichen Statussymbolen. Es ist doch so: entweder man hat den Ehrgeiz und das Bestreben, einen eben solchen (Lebens-)Weg zu beschreiten – oder man hat eine gänzlich andere Ideologie. Wobei es natürlich auch noch eine dritte Möglichkeit gibt, die am ehesten zu bedauern ist: man setzt sich (hohe) Ziele, ist bestrebt diese zu erreichen – scheitert aber aus irgendwelchen Gründen, die vielfältig sein können.

Glücklicherweise habe ich dieses Gefühl nie gehabt, dieses explizite Gefühl des Versagens (Grüße nach Fernost) – ich spürte schon immer, dass der typische, der normale, der vorhersehbar-geregelte Weg für mich einfach nicht in Frage kommen würde. So kann man sagen, das ich den Stufen-Aufstieg absichtlich meide – auch wenn er mir vielleicht (besonders damals, man wird nicht jünger) möglich gewesen wäre. In erster Linie bringt das natürlich haufenweise Nachteile mit sich: Geld regiert (leider) die Welt, und wer nicht viel verdient (kaum möglich von einer niedrigen Stufe aus), hat es im Leben nicht leicht. Und, wird nicht gerade als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet – was aber gewiss keine neuzeitliche Entwicklung ist. Schon immer galt das Credo: wer Geld hat, darf mitbestimmen; der wird angehört. Aber auf der anderen Seite gab es auch schon immer Menschen, die irgendwie aus dem gesellschaftlichen Rahmen fielen, und mehr oder weniger gemeinnützige Ziele verfolgten. Bin also auch ich ein moderner Robin Hood, der im Herzen gut ist und den Schwachen helfen möchte – und gerade deshalb niemals ein Teil der höher gestellten Gesellschaft werden möchte, die sich oftmals allen möglichen Narreteien hingibt ? Oder bin ich vielleicht nur ein hoffnungsloser Wanderprediger, bei dem nur einige wenige am Wegesrand innehalten um seinen (verwirrenden) Worten zu lauschen ? Vielleicht. Nur eines ist klar: ich bin niemand, der die Schwächen anderer ausnutzen würde um so vielleicht doch noch ein oder zwei Schritte auf der Gesellschaftsleiter nach oben klettern zu können. Denn auch das ist heutzutage leider Gang und Gäbe. Noch erschreckender aber ist, dass sich kaum noch jemand daran stört – ein Arschlochtum und eine größtmögliche Gewissenlosigkeit sind stellenweise sogar erwünscht.

Wie also sieht es aus, in Bezug auf meinen fidelen persönlichen Werdegang ? Gewiss ist es kein Geheimnis mehr, dass ich eine Zeit lang erwerbs-, wohl aber nicht gänzlich beschäftigungslos war (nein, keine Schwarzarbeit). So musste der moderne Robin Hood dann doch noch freiwillig das Geld der „Adligen“ annehmen, da sich ein Diebstahl heutzutage nicht mehr rechnen würde – satte 364 Silberlinge gibt es derzeit aus der Tasche des gutmütigen Steuerzahlers. Währenddessen verdingte ich mich mit allerlei (für andere wohl wenig vergnügsamen) Freizeitaktivitäten, wie transzendentalen Ausflügen und eben auch der Pflege dieses Internet-Auftrittes hier. Ursprünglich hatte ich vor ungefähr einem Jahr ein ganz und gar hehres Ziel gefasst, welches ich aus verschiedenen Gründen (alles nachzulesen) aber nicht erreichen konnte – und es daher wohl auch nicht mehr angehen werde. Eine kurze Träne der Melancholie ward vergossen – denn einige schöne Momente waren in dieser Zeit sicherlich inbegriffen. Nun aber, da der Monat Juni (nunmehr Anno 2011) angebrochen ist, gehe ich wieder einer Beschäftigung nach. Man lehrte mich die hohe Kunst des Kisten-Stapelns und der Sortiments-Kommissionierung – ich arbeite allerdings vorerst für einen zu vernachlässigenden Obolus (langweilig – wieder keine Schwarzarbeit). Wie aber wird es sich weiterentwickeln ? Werde ich ein Leben lang mit solchen Tätigkeiten zu tun haben, um so mühsam selbst meinen Lebensunterhalt zu bestreiten ? Werde ich eine eigene Wohnung haben, werde ich jede mir bisher selbst aufgebürdete Schuld (nein, keine gesetzliche…) wieder begleichen können ? Werde ich eine Frau haben, 1 1/2 Kinder zeugen, ein Auto fahren und mich gelegentlich mit Freunden auf einen Umtrunk und eine Runde Poker treffen ?

Jetzt habe ich wohl schon zu weit ausgeholt. Zumindest hoffe ich auf eine Verwirklichung bis zum vorletzten Satz, alles was danach kommt erscheint mir schon wieder viel zu konventionell und Instinkt-Gesteuert. Überhaupt habe ich dem Alkohol als Nervengift schon lange abgeschworen, es gibt genügend körpereigene Opioide die es nur zu aktivieren gilt. Aber muss auch ich noch dafür sorgen, dass die Menschheit in dieser Form weiter existieren kann, hat sie das; haben wir das überhaupt verdient ? Vielleicht, wenn wir alle nur 16 Jahre alt würden. Muss auch ich für weniger gesellschaftlich, als vielmehr wirtschaftlich interessanten Nachwuchs sorgen ? Da freue ich mich doch, jegliche Erwartungshaltungen in diese Richtung enttäuschen zu können. Momentan ist nämlich nichts dergleichen geplant. Und ich werde mich hüten, was weitere Überlegungen in diese Richtung anbelangt. Überhaupt gibt es derzeit mehr als genug Beschäftigungen, denen man als notorischer Freigeist nachgehen kann – denn ein solcher steht bekanntlich niemals still. Wichtig ist nur, den jeweiligen In- und Output regeln zu können; man sollte schon über gewisse Ventile verfügen. Nein, keine körperlichen – aber habe ich somit und gerade eben die Existenzberechtigung für diesen Blog offengelegt… ? Doch selbst in Bezug auf die weniger metaphysische Ebene gibt es derzeit genug anzupackende Dinge. Stichwort Familie (die, aus der man entstammt), Stichwort Arbeitswelt, Stichwort Behördengänge. Und: Stichwort eigenes, selbstversorgerisches Leben. Wohlan denn – das Leben ist bunt… !

Es bleibt die Frage, wo ich mich in der Zukunft sehe… nun, vielleicht erübrigt sich diese Fragestellung ja schon hinsichtlich des Schicksalsjahres 2012 (Sarkasmus, anyone ?). Überhaupt habe ich in meinem (kurzen) Leben schon viel zu viel nachgedacht und über dieses und jenes sinniert. Es gibt ausserdem schon genug andere, die eher dem normalen Bürger-Typus entsprechen – und sich daher sicherlich auch viel besser dafür eignen, über ihre eigene Zukunft und die von anderen zu debattieren. Es freut mich daher, dass ich diese ewiglich-klägliche Linie zu unterbrechen vermag und so ein potentiell wertvolleres Ergebnis mit auf den Weg nach oben nehmen werde. Wenn sich meine Wünsche und Hoffnungen nämlich verwirklichen, werden dort jegliche Informationen und Erfahrungen neutral verarbeitet, es zählt allein die Information, ähnlich dem mathematischen Grundprinzip. Wozu also übermäßig interpretieren, wenn man nicht in Besitz aller dafür nötigen Informationen ist ? Aber ich werde bei Gelegenheit auch noch einmal versuchen, mit einem Verantwortlichen darüber zu sprechen. Bis dahin… zelebrieren wir das Leben so gut es eben geht.

# 8a Wo Ist Denn Herr S Abgeblieben

Eine Frage, so mysteriös wie die nach dem Second Impact ?

Immerhin: ja, in gewisser Weise schon. Denn man muss feststellen, dass die kindliche Wahrnehmung noch immer eine andere ist als die von Erwachsenen. Es kann also durchaus sein, dass mich einige Kinder vermissen werden und sich ob meines Verbleibes wundern. Oder aber, sie vergessen mich ebenso schnell wie sie mich als Erzieher lieb gewonnen haben – das ist ebenfalls möglich, aber (dann) gewiss kein Vorwurf.

Zur den Hintergründen: ich war 4 Monate lang in einer Ganztagsschule in Wolfsburg eingesetzt. Dort war ich im Rahmen der pädagogischen Nachmittagsbetreuung als FSJ-Leistender tätig, und betreute mit weiteren Teamkollegen über 200 Kinder (von Klasse 1-4).

So abrupt mein dortiges Arbeitsverhältnis nach außen hin endete, so zeichnete es sich im privaten doch bereits einige Wochen vorher ab. Die Gründe sind vielfältig – doch hauptsächlich lag es an den Differenzen, die ich mit der Stadt Wolfsburg (dem Träger des freiwilligen sozialen Jahres) hatte, und den wie immer leidlichen finanziellen Aspekten. Der Dank der Kinder (ungefähr: Wahnsinn, ein Mann – und noch dazu kein strenger !) glich zwar vieles aus; aber eben auch nicht alles.

So fällt es mir einerseits leicht, mit diesem Kapitel abzuschließen (eben aufgrund eben genannter Gründe), doch andererseits auch etwas schwer. Schließlich könnte man sich nun auch Vorwürfe machen nach dem Motto, dass man die Kinder „im Stich gelassen“ hätte. Was natürlich Unfug ist, zumal dieses Gefühl auch nach den kompletten 12 Monaten aufgekommen wäre – aber gegen derartige (Selbst-)Vorwürfe ist man nun einmal kaum gefeit. Zumindest in dieser Hinsicht; denn ansonsten bin ich der Meinung, dass ich die 4 Monate sinnvoll investiert und sozial-unterstützend agiert habe. Um das eigentliche Team mache ich mir weniger Sorgen, denn die werden das Ding schon schaukeln.

Doch wenn ein Arbeitsverhältnis (vorzeitig) endet, dann geschieht das meist nicht ohne Grund – und beide Seiten müssen die Tatsachen akzeptieren. Etwas schade ist, dass ich mich nicht wirklich von den Kindern verabschiedet habe, verabschieden konnte – denn dafür ging letztendlich doch alles rasend schnell. Sollte dennoch der Wunsch bestehen mich zu kontaktieren, so kann das gerne über diesen Blog hier geschehen.

Ich kann nur mit folgenden Worten schließen… ich bedanke mich für die Zeit in der Schule, und wünsche allen Schülern und deren Eltern alles Gute auf dem weiteren Lebensweg.

# 9 Ich Möchte, Muss, Werde Hartzen

Hiermit beginne ich einen ganz und gar neuen Abschnitt in meiner persönlichen Biografie, von dem ich noch nicht genau weiss ob ich ihn lieben oder hassen werde. Nun, so unangenehm dies für mancherlei Menschen sein mag wenn sie denn einmal in eine entsprechende Situation geraten – in meinem Falle war es eigentlich schon abzusehen dass es irgendwann einmal „an der Zeit“ sein würde für eine staatliche Stütze. Ich will nicht sagen, dass ich kein Problem damit habe; alles weitere wird sich aber erst zeigen. Immerhin habe ich es während all der Zeit meiner (beruflichen) „Orientierungsphasen“ bisher stets geschafft, keinerlei Bezüge vom Staat zu beziehen. Zum einen, weil ich es nicht brauchte, zum anderen; weil mir überhaupt gar keine Unterstützung zugestanden hätte. Doch, lauschen wir hierzu lieber einem Kindermund, der tut nämlich stets Wahrheit kund (solange ich noch offiziell in einer Ganztagesschule arbeite):

Zitat von einem Jungen (9 Jahre), dem ich auf der Arbeit begegnete: Erst Hartz 4 hat das Adjektiv HARTZEN geboren. Ob dies bereits eine Art Prophezeiung gewesen ist oder nicht (an den Zusammenhang erinnere ich mich nicht mehr), er sprach diesen Satz mit einer kindlichen Freude aus, die aus erwachsener Sicht nicht ambivalenter sein könnte in ihrem Eindruck. Unter anderem deshalb fühlte ich mich auch inspiriert, obiges Bild zu erstellen. Ist der jetzt irre geworden… ? Vielleicht. Aber ich habe es mir schon vor langer Zeit zum Markenzeichen gemacht, stets mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen. Komme, was wolle. Jedoch, ich möchte nicht weiter voranschreiten ohne ein weiteres (Kinder-)Zitat anzuführen, welches indirekt auch mit meinem (vorzeitigen) Ausscheiden bei meiner derzeitigen Arbeitsstelle zu tun hat. Ich wurde gefragt: Warum machst Du das hier eigentlich ? Hier verdienst Du doch eh nix, geh‘ doch richtig arbeiten. Ich liebe diese ungekünstelten, ehrlichen Aussagen wie sie nun einmal nur von Kindern kommen können.

Zumal mir in dieser Situation erstmals schmerzlich bewusst wurde, dass es früher oder später zu einem Ausscheiden in Bezug auf mein freiwilliges soziales Jahr kommen würde. Denn, betrachten wir die Fakten: das Jahr hätte in meinem Fall als „Start“ in eine Karriere dienen können. Eine Karriere, bei der ich im ersten Jahr fast nichts, und in weiteren 4 Jahren gar nichts verdient hätte. Und danach… ? Ungewiss, aber soweit gilt es hier gar nicht erst, zu denken. Denn ich habe bereits jetzt, und nach nur 4 Monaten ohne richtiges Gehalt arge finanzielle Probleme. Natürlich werden sich diese nicht bessern, wenn ich in den Hartz-4 Bezug hineinrutsche, doch eines ist klar: das soll nicht immer so bleiben, und schon gar nicht für die nächsten 5 Jahre.

Und trotz des Wegfalls des allzu blöden Gefühls, einer Vollzeit-Tätigkeit für exakt 1.70 Euro die Stunde nachzugehen, gesellt sich ein mulmiges hinzu. Denn schließlich hat mir die Arbeit Spaß gemacht, und eine Karriere im sozialen Bereich war mein eigentliches Ziel. Natürlich möchte ich nun nicht behauptet, dass ich der perfekte Arbeitnehmer bin, wie ihn sich jeder wünscht – auch ich habe sicherlich meine Ecken und Kanten (und davon sicherlich nicht zu wenige). Aber: es muss sich dringend etwas ändern in Bezug auf Karriere- und Aufstiegschancen im sozialen Bereich. Vorher braucht auch niemand rufen: mehr Männer in die KITAS und Grundschulen… es wird keiner kommen. Von den anderen, mindestens ebenso schwerwiegenden Problemen (Stichwort Stigmatisierung) gar nicht erst zu sprechen…

Nun denn; ob ich will oder nicht, ich denke, es wird auch für mich an der Zeit sein, das Prinzip des „Hartzens“ näher kennenzulernen. Ich werde von meinen dahingehenden Erlebnissen berichten, unter anderem dafür dient dieser Beitrag hier. Der wird entsprechend fortgesetzt, wenn ich die Zeit (*hüst*) und die Lust dazu habe. Vielleicht wird alles sogar ganz und gar fabelhaft ? Vielleicht finde ich schon vorher eine neue Anstellung, damit die letzten Monate der finanztechnisch nur minusrelevanten Beschäftigungen erst einmal ausgeglichen werden können ? Ich denke, am Donnerstag werde ich mehr wissen.

# 8 Oh Weh, Sozialer Bereich Ade

„Wann lachst Du eigentlich mal nicht ?“ – „Wenn ich auf meinen Kontostand schaue“

Dieser Beitrag wird nicht nur auf „meine Geschichte“ bezogen sein, daher auch folgendes Bild (manche wissen es, gerne verwendet bei meiner Freigeist-Philosophie):

Dieser Artikel fungiert als Fortsetzung meiner persönlichen Biografie, welche ich auf meinem Blog öffentlich führe und pflege. Nun, mit dem Beginn der (dunklen) Herbst- und Winterzeit haben es auch (Schiffs-)kapitäne nicht immer leicht, toben doch die ein oder anderen Stürme auf der immer rauer werdenden See.

Droht ein Schiff im schlimmsten Fall unterzugehen, so verliert der Kapitän in erster Linie sein Schiff – etwas materielles. Jedoch, und das ist das besondere am Kapitäns-Dasein (man muss nicht immer ein Schiff steuern, es kann auch das eigene Leben sein): ist oftmals auch das eigene Leben bedroht. So kryptisch es in Ihren Ohren nun klingen mag – dies ist meine derzeitige (Gefühls-)Situation. Bei aller Kryptik und (möglicherweise) mangelnder Lust Ihrerseits, diese entschlüsseln zu wollen: es ist kein Geheimnis, dass diese nicht gerade durch positiven Stimmungen charakterisiert wird.

Um es so auszudrücken: Es erscheint beinahe unabdingbar, dass meine Karriere ein (vorzeitiges) Ende findet – wieder einmal. Gut zu wissen, dass dieses Ende nur auf ein einzelnes „Schiff“ (den sozialen Bereich) zu beziehen ist, und dass ein Ende auch immer einen Neuanfang markiert. Aber: dieses Schiff ist nun mal nur noch schwer zu retten – weder von mir selbst, noch von anderen. Dafür hat es schon zuviel Wasser aufgenommen, es wird schwerer und schwerer. Natürlich könnte ich nun warten, bis es vollständig im Meer versunken ist, wie es sich für einen echten Kapitän gehört- immer gesetzt dem Fall, die Crew ist in Sicherheit. Nun, soweit ich das beurteilen kann, ist sie das auch. Doch ich bin (noch !) nicht dem Wahnsinn anheim gefallen, soweit möchte ich es auch nicht kommen lassen – die Angst vor möglichen (Folge-)Symptomen ist einfach zu groß.

Ach ja, obiges Zitat (über dem Bild) entstammt übrigens meinem Arbeitsalltag, und entstand in einer Situation; in der mich ein Junge (9 Jahre alt) auf meine offensichtliche Freude an der Arbeit (derzeit in einer Ganztagesschule) angesprochen hat. Denn eines ist klar: was auch immer ich für persönliche Probleme haben mag, oder noch haben werde – wenn ich in einer verantwortungsvollen Position tätig bin möchte ich nicht, dass sich dies negativ auf andere (speziell: Kinder) auswirkt. Eine selbstauferlegte Aufgabe, die ich bisher stets mit Bravour meisterte – und auch in Zukunft wird dies so sein. Anders sieht es aus, wenn es um andere Verantwortliche geht – diesen sollte ich möglicherweise noch öfter „auf den Schlips“ treten und mit der ein oder anderen Aussprache begegnen. Denn: während gerade Kinder niemals etwas für wie-auch-immer geartete Missstände können; sind die anderen Erwachsenen oftmals auch an der Misere beteiligt. Sie „können“ sehr wohl etwas dafür !

Doch vielleicht stecken sie (die „alten Hasen“) auch schon viel zu tief drin, sodass sie nicht einmal im Traum daran würden, irgendein Räderwerk zu unterbrechen um es neu zu gestalten, zu optimieren – so sehr es auch knirscht und krächzt, das ist nun einmal so; rotationsbedingt.

# 7 (K)eine Entscheidung

Und dann, dann habe ich mein erstes Vierteljahrhundert hinter mir.

Nun, das Jahr 2010 begann für mich im ungefähren so, wie das Jahr 2009 endete. Ich war noch innerhalb des Maßnahme-Rahmens der BVB tätig (wie bereits beschrieben), und suchte mir also weitere Praktika. In der praktikumsfreien Zeit hingegen hielt ich mich direkt beim Maßnahmeträger auf – entweder im sogenannten „Lernbüro“, oder aber im (Montags)-Unterricht. Nachdem meine ersten beiden Praktika zumindest ein „quasi-Flop“ waren (siehe letzter Text), hielt man mich nun an, ein Praktikum in einem anderen Bereich zu suchen. Es sollte also nicht mehr in die soziale Richtung gehen – andernfalls hätte ich ja auch „einfach kündigen und mein eigenes Ding durchziehen“ können. Es ist schließlich alles freiwillig, Herr S. ! Pustekuchen, das wollte ich natürlich nicht ! Trotz der Tatsache, dass mein Berufswunsch eigentlich so gut wie feststand, passte ich mich erneut an und suchte dann auch – im kaufmännischen Bereich. Das erste Praktikum bekam ich also bei:

  • Der Buchhandlung Sopper (Filiale Stadtmitte). Die Praktikumszeit war auf 2 Wochen vereinbart. Und, „oh Wunder“ (das sagten die anderen) – ich absolvierte das Praktikum mit Bravour und bekam sogar eine gute Bewertung (nach den zwei eher kümmerlichen aus den KITA’s). Für mich war dies kein Wunder, da ich genau weiss was ich kann; und das ich kann wenn ich nur will. Gut, bei den KITA’s wollte ich auch – nur wurden mir da keine Steine in den Weg gelegt (die liebe ich ja !), sondern eher Felsbrocken. Das Praktikum war gut, die Kolleginnen (ebenfalls nur Frauen – es ging das Gerücht um, ich hätte ein Problem mit weiblichen Vorgesetzten) nett und hilfsbereit. Weiterhin hatte ich sinnvolle Aufgaben, und durfte ausserdem Kunden empfangen und teilweise beraten. Sicher, wenn ich nicht weiter wusste oder mir das nötige Fachwissen fehlte – verwies ich an eine Kollegin. Aber: die Chemie stimmte hier einfach, meiner Meinung nach. Nur das „Ziel“ dieses Praktikums war nicht zu 100% klar: die BVB-Maßnahme hat(te) einen sicheren Ausbildungsplatz zum Ziel. Ich selbst wusste allerdings schon, dass ich keine Ausbildung im Einzelhandel absolvieren wollte. So war dieses Praktikum für mich selbst eher ein „Test“, ob es tatsächlich „immer nur an mir“ liegt dass es Probleme hinsichtlich der Chemie unter den Mitarbeitern und mich als Praktikanten gab, und für die anderen (das heisst, den Maßnahmeträger) ein Beweis, dass es Praktika für mich doch mit einem positiven Ergebnis (d.h. einer guten Bewertung) enden können.

Gut gut, danach kam ein erneuter Vorwurf auf (seitens des Trägers) – ich hätte das Praktikum gar eigenmächtig vorzeitig abgebrochen ! Völliger Quatsch, der Vertrag war auf 2 Wochen festgelegt. Ich habe ihn lediglich nicht verlängern lassen, und das ist ein gewaltiger Unterschied wie ich meine ! Sei es drum, danach folgte dann ein Praktikum bei:

  • Saturn in Wolfsburg. Erneut im Bereich Einzelhandel, genauer: PC und Technik, für den ich mich auch privat interessiere. Und, bei dem ich schon ein gewisses Grundwissen mitbringe. Nun ja, viel gibt es über dieses Praktikum eigentlich nicht zu sagen, ausser: dass es sicherlich gut gewesen wäre, wäre ich die volle Zeit dagewesen. Ich arbeitete ca. eineinhalb Wochen, und danach nahmen die Probleme in der „Maßnahme“ (wie ich allein diesen Ausdruck liebe !) jedoch Überhand. Enorm, welch ein Stress ausgelöst werden kann – und ich rede nicht von einem „normalen Stress“, wie er bei einem gepflegten Teilnehmer-in-den-Hintern-treten (im übertragenen Sinne !) vorkommen darf und sollte. Doch dazu an anderer Stelle mehr. Die Zeit, in der ich bei Saturn tätig war, war jedenfalls gut. Ich hatte viel Kundenkontakt, und konnte in vielen Fällen bereits selbst als „Berater“ tätig sein. Natürlich konnte ich auch hier nicht auf die Hilfe der Kollegen verzichten – ein nettes Team, nebenbei. Hier hätte ich mich sicherlich wohlgefühlt – wenn da nicht der ganze Riesenberg an Problemen im Hintergrund gewesen wäre.

Sie wollen um die besagten Probleme wissen… ? Nun, ich bin zwar ein sehr ehrlicher und offener Mensch, aber alles sollte man nun doch nicht in einem Internetblog preisgeben. Nur soviel: es ging hierbei hauptsächlich um persönliche Konflikte innerhalb der Maßnahme, speziell mit einem Lehrer und einem Bildungsbegleiter. Und dann war da noch die Krankenkasse. Und dann waren da noch Geldsorgen (viel bekommt man ja nicht als „BVB’ler“ !). Und dann war da noch der allgemeine Stress, und der „Druck von oben“, dass ich doch das machen sollte / muss, was mir aufgetragen wird – auch wenn es mir persönlich missfällt. Und, und und… tja, was macht man in so einer Situation ? Richtig, man nimmt sich eine Auszeit. Man „macht krank“ – oder nimmt seinen kompletten Resturlaub, so wie ich es dann auch getan habe. Aber glauben Sie mir, ich tat dies in erster Linie nicht, um auszuspannen ! Nein, vielmehr suchte ich mir – relativ eigenmächtig – ein weiteres Praktikum im sozialen Bereich (wir erinnern uns, mein Berufswunsch). So arbeite ich während meines ca. 3-wöchigen Urlaubs (!) im…

  • „Spielmobil“ als mobile soziale Institution. Und, es war richtig gut. Frau K., die Leiterin des Spielmobils, erzählte mir von der Notwendigkeit von männlichen Bezugspersonen für die Kinder. Gerade Betreuer / männliche Erzieher sind immer noch viel zu rar ! Und weiterhin sah ich, dass sie im Grunde alles alleine machte – vom Aufbau über die Betreuung und Aufsicht, bis hin zum Abbau. Klar, dass hier ein wenig Hilfe gelegen käme. So war dies mein mit Sicherheit „sinnvollstes“ Praktikum in diesem Sinne. Ich habe mitgeholfen wo ich konnte, pflegte stets einen guten Kontakt zu den Kollegen, zu den Kindern, Eltern und sonstigen Leuten, die (vor allem in den Wohngebieten) noch anwesend waren. Das „Spielmobil“ ist schließlich mobil, und kommt an die Orte, die ansonsten wenig Möglichkeiten einer Freizeitbeschäftigung bieten. Sicherlich, die Arbeit ist nicht ganz so „herausfordernd“ wie beispielsweise in einem Kindergarten, da man in dem Sinne nicht den „Erziehungsauftrag“ hat. Es ging viel mehr um den Bereich Freizeit, d.h. sinnvolle Beschäftigungen und Spielmöglichkeiten für die Kinder. Fernab von Fernseher, Computer und Co.  Eine schöne Zeit, das muss ich sagen !

Aber aber, wäre da nur nicht diese Maßnahme, die Last und Glück zur gleichen Zeit für mich war… so „verbot“ man mir ja bereits, weitere Praktika im sozialen Bereich zu absolvieren. Beispielsweise ein Praktikum in…

  • Der Diakonie Wolfsburg, als Kinder- und Jugendbetreuer. Was soll man sagen: es wäre ein so nützliches und gutes Praktikum gewesen, da bin ich mir sicher ! Doch hier konnte ich „nichts mehr tun“, ausser die Maßnahme vorzeitig abbrechen. Das wollte ich aber nicht – schließlich wollte ich nicht den „Wunsch“ so mancher Lehrer / Bildungsbegleiter entsprechen („dieser Herr S., einfach nur lästig !“). Aufgeben ? Niemals ! Jedoch, in diesem Falle blicke ich ein wenig wehleidig zurück… denn das Vorstellungsgespräch war sehr, sehr gut, die dort arbeitenden Damen sehr nett – und es wäre eine Arbeit mit Jugendlichen gewesen (ich hatte vorher ja nur mit jüngeren zu tun). Schade, aber… nun passé.

Es folgte eine weitere Zeit der Verwirrung – zumindest nach aussen hin, denn ich selbst wusste ganz genau, was ich wollte. Mit der Bewertung vom „Spielmobil“ im Gepäck ging ich zur Agentur für Arbeit (dem eigentlichen Träger der Maßnahme), und zu den Bildungsbegleitern. Sollte sie positiv ausfallen, so könnte ich vielleicht doch noch „offiziell“ etwas im sozialen Bereich machen ! Dankeschön, warum nicht gleich so ? Sie war positiv, wenngleich es ein kleines Missverständnis gab (ohne geht es eben nicht !) – Frau K. unterstellte mir, ich hätte das Praktikum „einfach so“ aus Lustlosigkeit und mangelndem Durchhaltevermögen beendet. Hierzu muss ich einfach noch einen separaten Artikel verfassen (Link). Das war natürlich Quatsch. Ich bekam also diese zweite (oder wievielte…?) Chance, und machte mich endlich wieder auf, ein Praktikum in einem Bereich zu suchen, der mich wirklich interessierte ! Und, das Praktikum in der…

  • Hellwinkel Ganztagesschule in Wolfsburg war einfach nur… enorm gut. Endlich war alles geregelt, der Stress der letzten Monate war verschwunden, die Maßnahme würde auch bald enden. Zwar hatte ich das eigentliche „Ziel“ nicht erreicht, in Ausbildung zu kommen (Bewerbungen laufen allerdings immer noch), aber eines hatte ich erreicht: ich wusste nun endlich, was ich wollte – und war bereits, alles dafür zu geben ! Dieses Praktikum hier „bewies“ es mir noch einmal, und stärkte diesen Wunsch. Zwar war ich nur eineinhalb Wochen während der eigentlichen Schulzeit tätig, und eineinhalb Wochen in der Ferienbetreuung (auch wieder eher Freizeit als z.B. Hausaufgabenunterstützung), aber die Arbeit hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Und, was waren die Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen – froh, dass „endlich mal wieder ein Mann“ da war ! Ich merkte einfach, dass dies das richtige ist. Das ist mir selbst Freude bereitet, aber dass es in gesellschaftlicher Hinsicht auch unbedingt notwendig ist, dass jemand wie ich in den sozialen Bereich geht und mit Kindern oder Jugendlichen arbeitet. Ja, gerade jemand wie ich – ein Mann in den 20ern, der schon einiges durchgemacht und erlebt hat ! Ein Mensch mit Ecken und Kanten eben – aber auch ein Mensch, der eine gewisse Wärme ausstrahlt, der eine positive Wirkung auf die Kinder und Jugendlichen hat, der alles dafür geben würde ein Problem zu lösen mit welchem die Kinder ihn konfrontieren.

In der Tat, es würde dieses Jahr schwierig werden mit der Ausbildung zum Sozial-Assistenten (immer noch mein aktueller Wunsch !), das sagte man mir – es gab also nur eine Möglichkeit. Schließlich werden soziale Ausbildung nur selten direkt in den Betrieben angeboten – es handelt sich um schulische Ausbildungen ! Und davon gibt es nur eine hier in Wolfsburg.

Die Möglichkeit, von der ich spreche, ist natürlich das freiwillige soziale Jahr. Na dann: 3 Bewerbungen, 3 Vorstellungsgespräche – und das dritte war ein Erfolg. Endlich… ! Anfang August werde ich offiziell beginnen; ich lasse mich überraschen – gehe aber voll motiviert an die Sache heran.

# 6 I Am (Not) Back In Business

Wie heisst es doch so schön ? Neues Jahr, neues Glück… !

Wichtig: dies ist einer der essentiell(st)en Artikel aus meiner Biografie.

Nun gut, 2009 war „mal wieder so ein Jahr“ für mich. Aber irgendwie auch nicht wirklich, denn schließlich sah das Ganze ab dem September schon wieder etwas anders und ungleich spannender aus ! Doch beginnen wir vorn: nachdem der Vertrag bei der Wolfsburg AG auslief, meldete ich mich wieder bei der Arbeitsagentur. Wir erinnern uns – mein Weg war immer noch nicht ganz klar, aber zumindest wollte ich alles einmal ausprobiert haben. So schickte mich die Agentur erst einmal für 2 Wochen auf ein Bewerbungsseminar, welches; zugegeben: ganz nützlich war. Die Unterlagen wurden auf den neuesten Stand gebracht, optimiert; Vorstellungsgespräche wurden geübt – und man wurde recht gut betreut beziehungsweise unterrichtet. Eine gute, und irgendwie witzige Zeit die ich dort hatte ! Und wieder stach ich etwas aus der Masse heraus, manche bemerkten ein „gewisses Potential“ an mir. War es mein Auftreten, war es mein sprachlicher und schriftlicher Stil ? War es meine nette und charmante (nein, noch nicht „überhebliche“, aber dazu später mehr) Art ? Wohl ein wenig von allem. In jedem Fall war die Zeit nützlich, und motivierte mich entsprechend, im Anschluss gleich weiterzumachen. Ich telefonierte und erkundigte mich hier und da, und ganz besonders 2 mögliche Arbeiten schienen irgendwie passend zu sein: einmal eine Arbeit als Paketzusteller, und einmal eine Stelle im Bereich Sicherheitsdienst. Es waren keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich, man benötigte keine Ausbildung, und verdienen würde man immerhin genug. Tatsächlich… ? Dann schauen wir doch einmal.

  • Paketfahrer bei Hermes, Job auf 400-Euro-Basis. Man braucht kein eigenes KFZ (ich wurde sogar von Zuhause abgeholt). Vorteil: relativ einfache und körperlich nicht zu anstrengende Arbeit. Nachteile: lange Arbeitszeiten, die merkwürdig berechnet werden (Logistik vor eigentlicher Abfahrt, ca. 1 Stunde, wird schlicht nicht verrechnet), Bezahlung nach abgelieferter Paketanzahl ! In meinem Fall hiess das: besonders am Anfang und in der „Eingewöhnungszeit“ hätte ich so einen Stundenlohn von etwa 1.50 Euro gehabt. Später, also nach mehreren Wochen dann vielleicht 3-4 Euro; wenn ich gut sein würde. Ein Kollege: „über den Verdienst spricht man hier nicht…!“. Gut. Dazu war noch unsicher, ob man den Job überhaupt auf einen sozialversicherungspflichtigen umschreiben lassen könnte = erstmal nicht Krankenversichert ! Nach der Präsentation dieser Rechnung beim Chef bin ich dann auch gleich gegangen, oder „gegangen worden“. Er warf mir tatsächlich noch soetwas wie „Frechheit“ vor ! Pardon, irgendwie sind die Rollen hier etwas vertauscht gewesen…
  • Sicherheitsdienst (ohne Ausbildung). Vorteil: immer noch unsicher, ob es welche gibt. Nachteile: enorm lange Arbeitszeiten (bis an die Grenze der Legalität), auch Abends, Nachts und an Wochenenden; geringer Stundenlohn (Nettobetrag von ca. 4,50 Euro wäre bei mir möglich gewesen), körperliche Belastung (meist nur Stehen).

Und bitte denken Sie nicht, dass ich mich nebenbei nicht weiter um einen Ausbildungsplatz bemüht habe ! Dies lief alles parallel und Schubweise. Ausserdem war ich die ganze Zeit über bei einer Institution registriert, die Ausbildungsplätze vermittelt – der RVA. So gilt es, noch drei (die wichtigsten in 2009) Beispiele aus dem Ausbildungssegment anzuführen:

  • IT-Kaufmann – nach dem Bewerbungsgespräch (leider ?) Ende. Gründe ? Ich konnte die hohen Anforderungen nicht erfüllen, sowie: Lücken im Lebenslauf und meine Zeugnisnote in Mathematik = keine Chance.
  • Einzelhandelskaufmann im Bereich Handy / Computer. Merkwürdig, der Chef der (kleinen) Firma meldete sich nie bei mir zurück.
  • Einzelhandelskaufmann im Bereich Lebensmittel – nach einigen Tagen Probearbeit Ende. Gründe ? Ich konnte mich mit den „anzupreisenden“ Produkten nicht identifizieren. Für einen Nebenjob, selbstverständlich – für eine 3-jährige Ausbildung, und danach jahrelang in diesem Bereich arbeiten… ? Nicht wirklich.

Nun gut, da man sich bei der Arbeitsagentur langsam sicher war, dass es „höchste Eisenbahn“ für mich wurde, sollte ich ab September eine sogenannte BVB – eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme – beginnen. Zu dieser Angelegenheit gibt es ebenfalls einen eigenständigen Artikel, der sich ausführlicher mit dieser Maßnahme befasst. Schön und gut – ich fragte mich, warum dies erst jetzt geschah ! Eine solche Maßnahme wäre schließlich genau das richtige für mich gewesen, und zwar bereits damals (nach der Schule oder Bundeswehr). Hier konnte man sich komplett neu orientieren, sich erproben, Unterstützung bei den Bewerbungsverfahren erhalten. Und ganz wichtig: verschiedenste Praktika absolvieren ! Ich sage einmal: besser spät als nie. Die Erfahrungen bei dieser Maßnahme waren enorm vielfältig und interessant. An dieser Stelle seien einmal nur die zur Überschrift gehörigen Praktika erwähnt, die ich mir selbst suchte. Vielleicht war es nun an der Zeit, sich endlich einmal vernünftig zu orientieren ! Das Ziel: ein klarer und dabei realistischer Berufswunsch, und letztendlich eine sinnvolle und ausreichend bezahlte Arbeit die mir auch noch Spaß macht, die zu mir passen würde (schwierig). Ob es geklappt hat…

Was läge da also näher, die Chance zu nutzen und mal ein völlig anderes Praktikum zu machen (fragende Blicke und Verwunderung bei Freunden inklusive) ? In der Tat, los ging es mit einem…

  • Praktikum in einer Kindertagesstätte. Wohlgemerkt, als Mann. Muss man dies extra erwähnen… ? Jetzt weiss ich es: ja, man muss. Schließlich ist dieser Bereich absolut von Frauen dominiert, ich hatte ausschließlich Kolleginnen. Was hier in dieser Kindertagesstätte „passierte“, was ich erlebte; war bezeichnend für meinen weiteren Lebensweg. Irgendwo auf den vorherigen Seiten hatte ich einen Satz niedergeschrieben den Sie sich merken sollten – „ich, ein Sozialarbeiter – wohl kaum !„. Und doch hat sich dieser Haltung mit diesem Praktikum endgültig relativiert. Mehr noch: sie wandelte sich letztendlich zu dem Berufswunsch, den ich heute habe. Trotz der absoluten Ambivalenz hinsichtlich meiner Erfahrungen. Denn eines ist klar: ich lernte 2 Seiten der Medaille kennen.

Wohlgemerkt, dies war mein erstes Praktikum im sozialen Bereich ! Es ist nur verständlich, dass ich – ausser meinen allgemeinen sozialen Kompetenz – nicht viel an „Erfahrung“ mitbrachte. So viel es mir anfangs schwer, mich in das „Team“ (genauer: 2 Kolleginnen, eine Deutsche, eine nur Englisch-Sprechende) zu integrieren, zumal in der Gruppe in der ich war auch nur ausschließlich Englisch gesprochen wurde ! Nicht, dass ich diese Sprache nicht beherrsche, nein; es ging vielmehr um das merkwürdige (und gekünstelte) Gefühl, mich auf diese Weise mit den Kindern zu verständigen. Ich wollte aber in erster Linie erst einmal ausprobieren, wie sich das überhaupt anfühlt, wie das ist mit Kindern zu arbeiten. Deshalb blieb ich oft im deutschen… was mir natürlich entsprechend angekreidet wurde. Soviel noch vieles mehr… meine letztendliche Beurteilung ist nicht gerade sehr positiv ausgefallen. Ich hatte bereits im Gefühl, dass dies so enden würde – schließlich spürt man, wie sich eine Chemie zwischen 3 Erwachsenen entwickelt und verändert. Immerhin, ein paar positive Punkte hatte ich auch auf der Beurteilung (Pünktlichkeit, regelmässiges Erscheinen, äusseres Erscheinungsbild)… aber der Rest: wohl viel aus „Rache“, weil die Chemie irgendwie einfach nicht stimmte zwischen mir und den beiden jungen Damen. Das wohl heftigste: ich wurde als „Lügner“ bezichtigt, was ich – ich gestehe mir ansonsten viele Fehler ein – so nicht hinnehmen wollte. So schrieb ich auch eine mehrseitige Stellungnahme zur Praktikumsbeurteilung. Immerhin, ich war 4 Wochen da, also hat es sich auch gelohnt, ich konnte einige Einblicke erhalten. Danach folgte ein…

  • Weiteres Praktikum in einer Kindertagesstätte. Dies stand nun an, um die vorangegangene Bewertung zu überprüfen. Würde es in einem anderen Team ähnlich ablaufen ? Würde hier die Chemie schon eher stimmen ? Würde ich in einem (noch) deutschsprachigen Kindergarten eher „klarkommen“, und mich natürlicher verhalten ? Oha, ein hohes Ziel, solch eine (Selbst-)Überprüfung – das Ergebnis war einfach nur unglaublich, wenn ich dies einmal so sagen darf.

Meine Gesamtarbeitszeit belief sich lediglich auf 7 Arbeitstage, und dennoch bekam ich die bisher mieseste und negativste Bewertung, die ich je in einem Betrieb erhielt. In diesem Falle aber gestehe ich mich weitaus weniger Fehler ein als noch beim vorigen Praktikum. Nein, diesmal war die „Gegenseite“ ungleich schwerwiegender am umstrittenen Ausgang des Arbeitsverhältnisses beteiligt. Welch eine Frau, diese Chefin… ! Doch zu den sogenannten „Powerfrauen“ und den (negativen) Folgen der Emanzipationsbewegung der letzten Jahrzehnte an anderer Stelle mehr ! Es war einfach interessant, sich quasi Tag-für-Tag einen Schlagabtausch mit den Kolleginnen zu liefern. Die heftigsten „Gefechte“ lieferte ich mir natürlich mit besagter Chefin, die anderen tuschelten nur unter vorgehaltener Hand, sodass sich alle negative Energie in der Chefin als Sprachrohr manifestierte. Eine echte Herausforderung, das muss ich zugeben.

Das Resultat, oder meine Interpretation: ich war schon vorher ein Querdenker gewesen, doch stiess ich damit (unter anderem aufgrund meiner relativen Zeit der Arbeitslosigkeit) selten auf „Gegenwehr“. Nun aber war ich in eine Maßnahme integriert, uns sogar in ein Arbeitsverhältnis welches – auch unter objektiver Betrachtung, das müssen Sie zugeben – nicht gerade das „üblichste“ für Männer ist, und man dementsprechend gewisse Herausforderungen zu meistern hat. Diese 7 Tage hätte ich mir sparen können, sollen – die Überprüfung schlug fehl, was zu einer gewissen Entscheidung beim Maßnahmeträger führte. „Der Herr S. hat sich nun zweimal im sozialen Bereich ausprobiert – ich sehe, das ist einfach nichts für ihn !„. Also wurde der ohnehin schon steinige Weg – mit weiteren, großen Brocken gepflastert. Doch mein Berufswunsch hat sich bereits hier (und endlich !) herauskristallisiert. So schnell und mit dem ersten eigentlich doch so schlechten Praktikum – es soll in den sozialen Bereich gehen ! Nicht zwingend in einen Kindergarten, gewiss nicht. doch: wie passend, wie einfach – es schwebte die Ganze Zeit vor mir, doch nahm ich es nicht wahr. Wie kann ich anderen Helfen, die vielleicht genau das durchmachen (oder noch durchmachen werden), was ich bereits erlebt habe ? Unklarheiten, Unsicherheiten, Amstgänge, Ängste, generell Schwierigkeiten im und mit dem (Arbeits-)Leben ? So schloss sich auch der Kreis hin zum Gefühl, welches ich bei den Maßnahmen im Umgang mit den deutlich jüngeren (bis zu 8 Jahre Altersunterschied) Teilnehmern gehabt habe: ich half ihnen oft, war sehr beliebt, und ergriff auch mal das Wort für das Teilnehmerrecht. Ein moderner Robin Hood… ?

Was mich meiner Meinung nach prädestiniert und so besonders macht, neben dem Gelten als „Rarität“ (da männlich) in diesem Bereich: meine Lebenserfahrung bisher, meine Kreativität und meine Menschlichkeit. Die durften einige Kinder / Jugendliche dann (später) auch noch kennenlernen. Ich bekam ausschließlich positive Resonanz, sowohl von den Kindern aller Altersstufen, als auch Jugendlichen, als auch den Eltern. Jedoch nicht immer von den Kollegen / Kolleginnen – ich bleibe eben doch immer ein „Querdenker“ mit vielerlei positiven als vielleicht auch als negativ aufgefassten Eigenschaften. Es geht bei mir gewiss auch um meine mir unterstellte „Arroganz“…

Vielleicht nicht zu Unrecht – aber bei manchen Personen kann und sollte man sich schon einmal die Frage stellen, ob sie für gewisse hierarchische Positionen geeignet sind. Egal, ob sie nun in der Rangfolge „über mir“ stehen oder nicht. Tut man dies nicht, so ist man entweder noch schüchtern (weil vergleichsweise jung), oder aber man kann sich getrost zum unkritischen und nichts hinterfragenden Konsumvolk zählen. Wohin solch eine Einstellung führen kann, dafür muss man nicht erst in der Geschichte zurückschauen.

# 5 Arbeiten – (K)eine Alternative

Im ersten Moment und generell – mit Sicherheit, was denn sonst ? Doch in meinem Fall sollte man nicht allzu vorschnell urteilen.

Denn ich spreche mit der hiesigen Überschrift auf ein durchaus zwiespältiges Thema an: Arbeiten ohne Ausbildung, ist das vorteilhaft ? Da ich, wie im letzten Text angemerkt, für 2008 noch immer keinen Ausbildungsplatz gefunden hatte, bewarb ich mich nun also auch wieder um Arbeitsstellen, bei denen eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht zu den Voraussetzungen gehörte. Das sind (auch heutzutage) zumeist entweder (Aushilfs-)Jobs auf der sogenannten 400-Euro Basis, oder aber diverse Jobs in Zeitarbeitsfirmen. Und, ich bekam dann auch schon relativ bald eine Stelle für einen „Sommerjob“ im Volkswagenwerk. Natürlich nicht als Direkteinstellung, sondern über die Wolfsburg AG als eigentlichem Arbeitgeber. Immerhin bestand die Chance, dass der zuerst auf 3 Monate angelegte Arbeitsvertrag um bis zu 2 Mal hätte verlängert werden können – bei mir wurde er das immerhin einmal, so kam ich insgesamt auf ca. 7 Monate Arbeitszeit.

Und die lief so ab: ich hatte durchaus Glück, dass ich in eine Abteilung kam; die sich nicht direkt mit der sogenannten „Bandarbeit“ beschäftigte – sondern mit der Endkontrolle der fertigen Fahrzeuge. In der Tat, ich war auf dem ALS-Stand tätig – das bedeutet, für Achse, Lenkung und Scheinwerfer zuständig. Aber es galt eben nicht nur, zu schauen und optisch zu überfliegen – es musste auch ein wenig an den Fahrzeugen gewerkelt werden. Bei der Achse war das vornehmlich das richtige Einstellen und das Abknicken, sowie ein paar Teile an die Karosserie anbringen. Die Lenkung war anhand eines Lenkkontrollmessgerätes schnell richtig eingestellt, und die Scheinwerfer wurden einfach nur anhand einiger Regler richtig justiert. Danach folgte dann das sogenannte Einlenken, für das aber schon andere Kollegen zuständig waren. Weitere Aufgaben waren die Fahrzeuge zu holen, vorzufahren, zu parken – und natürlich ein wenig Papierkram oder weitere Einstellungen / Kontrollen an den Fahrzeugen.

Hört sich das jetzt nach viel oder eher wenig an ? Sie dürfen entscheiden ! Klar ist jedenfalls, dass diese Arbeiten ungleich fordernder und anstrengender gewesen wären, hätten wir auf diesem Stand ebenfalls nach Taktzeit gearbeitet. Dies war glücklicherweise nicht der Fall, zumindest nicht direkt (natürlich musste man sich an Zeitvorgaben halten) – sodass ein wenig des bekannten „Bandstresses“ hier gar nicht erst aufkam. Den durfte ich dann kurz vor Ende meines (inzwischen verlängerten) Vertrages selbst noch erleben. Und zwar in seiner vollen Blüte. So kam ich zwischendurch für einen Tag an eine spezielle Station, bei welcher auch abgenickt werden musste – diesmal allerdings die Radmuttern. Das waren nicht gerade wenig, zumal diese (6-8 waren das glaube ich pro Rad; ich verdrängte es !) auch noch mal 4 multipliziert werden mussten. Dazu, und aufgrund meiner Größe, war es natürlich auch nicht gerade angenehm; sich mehrere hundert Mal am Tag zu bücken um die Muttern entsprechend zu erreichen (wohlgemerkt, Hochsommer, gefühlte 40 Grad in der Halle). Summa Summarum musste diese Zahl dann noch mit den am Tag zu schaffenden Fahrzeugen verrechnet werden – ca. 200 in meiner Schicht. Klingt das jetzt, als würde ich Jammern ? Vielleicht. Doch so einen Job würde ich nicht machen wollen (und auch nicht können), definitiv nicht. Überhaupt, wozu sich derart kaputtmachen – nicht nur körperlich, denn diese Art von Stress wirkt sich ja auch schnell auf den Geist aus ? Nichts anderes ist eine solch roboterartige Arbeit, die keine Abwechslung bereithält und dazu auch noch sehr, sehr anstrengend und lästig-stressig ist. Wie froh war ich da, als das Band mal für ein oder zwei Minuten still stand, aufgrund technischer Probleme ! Doch, es gibt tatsächlich Menschen, die solche Jobs ihr Leben lang machen. Irgendwie bewundere ich das auch in einer gewissen Art und Weise. Ich für mich selbst sage aber, nachdem ich es zumindest ausprobiert habe: nein danke.

Zum Glück ging es dann wieder an den ALS-Stand, sodass ich im Grunde meine gesamte Arbeitszeit gut, friedlich und nach bestem Können (nun ja, in handwerklicher Hinsicht – geistige Höchstleistungen waren ja nicht gerade gefordert) absolvierte – und ganz nebenbei noch sehr gutes Geld verdiente ! Mein erstes, richtiges Gehalt im vierstelligen Bereich (Brutto, sowie auch noch knapp Netto). Das reichte mir vollkommen, schließlich wohnte ich noch Zuhause und hatte kein eigenes Auto.

Gut, würde die Geschichte jetzt an dieser Stelle enden, so wäre sie wohl nicht von mir. So lief der Vertrag zwar ganz normal aus, jedoch nicht ohne eine kleine Konfrontation kurz vorher. Ich erinnere mich noch exakt an diesen einen Tag. Da kam also der Chef der Abteilung auf „uns“ (mich und meine temporären Kollegen) zu, und fragte nach einem Freiwilligen für eine… andere Aufgabe. Ein wenig Abwechslung, warum nicht ? Außerdem kannte ich die neue Einsatzstelle, sie lief zwar nach Takt, doch war es dort wesentlich angenehmer als noch beim Abknicken der Radmuttern. So wartete ich kurz, sah in die Runde – niemand meldete sich, bis ich schließlich meinen Finger hob. Können Sie sich denken, was nun passiert ist… ? Nicht, dass ich irgendjemandem nun irgendetwas unterstellen möchte, es war einfach nur ein ganz blöder Zufall, dass das Schicksal wieder bei mir zugeschlagen hat. So sollte ich, nachdem ich einige Minuten am neuen Einsatzort gearbeitet hatte, plötzlich an einen ganz anderen bestellt. Und dieser… gefiel mir ganz ähnlich wie schon der vorherige bei den Radmuttern (der ja aber nur ein Tageseinsatz war !). So nahm ich an, dass dies hier wohl ebenfalls so sein würde – und biss einfach mal wieder die Zähne zusammen. Dieses ständige, stupide Arbeiten nach Takt, unter Zeitdruck… immer dieselben Handgriffe, keinerlei Kontakt oder Gespräche mit den Kollegen (alles alteingesessene, die mich wohl eher belächelten). Die Pause war 15 Minuten lang, doch meine Sachen waren natürlich noch an meinem alten Arbeitsplatz, genau wie meine alten Kollegen. 5 Minuten Weg hin, 5 Minuten zurück – ein ganz typischer (aber doch irgendwie nicht zufriedenstellender) Tag für mich. Und ich darf das sagen, schließlich war ich bei der Bundeswehr – und weiss daher was es bedeutet, sich an Zeitvorgaben (auch unter höchster körperlicher Anstrengung) zu halten.

Deshalb traf ich am nächsten Tag auch eine Entscheidung: sollte man mich erneut zu diesem Arbeitsort zitieren, würde ich mit aller Kraft versuchen, dies irgendwie zu verhindern. Das ging natürlich nicht, und auf meine Nachfrage hin sagte man mir, „es ist ja nur solange wie der eigentlich dort arbeitende Kollege krank“ sei. Nun, würde ich mein Leben lang hier arbeiten, so wäre ich wohl auch öfter mal krank. Dies ist jedoch erneut keine Unterstellung meinerseits, nur etwas Sarkasmus (bei mir üblich). Es folgten einige Unklarheiten und Gespräche mit der Personalabteilung der Wolfsburg AG, nachdem man mich quasi „gefeuert“ hatte aus der Abteilung – sie wollten keinen „Schlaffi von einer Zeitarbeitsfirma“, der sich auch noch über eigentlich ganz „normale Dinge“ (und damit eben auch die für mich unakzeptablen Arbeitsbedingungen) beschwert.

Nun, ich bekam noch eine Chance in einer weiteren Abteilung, dies arrangierte die Wolfsburg AG – doch im Grunde war der Vertrag schon so gut wie abgelaufen. Dass er nicht noch einmal verlängert wurde, war nun abzusehen. Aber darüber war ich eigentlich auch ganz froh…