Metal-CD-Review: KELDIAN – The Bloodwater Rebellion (2022)

Alben-Titel: The Bloodwater Rebellion
Band: Keldian (mehr)
Veröffentlichung: 10. Juni 2022
Land: Norwegen
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Galactic Butterfly Music

Lineup:

Christer Andresen – Bass, Guitars, Vocals
Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)

Track-Liste:

1. The Million Dollar Mile (05:10)
2. I Am The Taker (04:17)
3. Tundra (04:08)
4. The Lighthouse Burden (05:24)
5. Voices of the Dead (04:16)
6. A Ghost And A Promise (04:44)
7. We Are Rebellion (06:10)
8. The Legacy Lament (05:34)
9. Thunderstorm Of The Century (06:49)

Von Rebellionen und solchen, auf die man hätte verzichten können.

Ein jeder, der dem glücklicherweise recht breit gefächerten Genre des Power Metals auch nur ansatzweise zugetan ist; wird es neidlos zugestehen müssen: Momente, in denen die Jungs von KELDIAN etwas neues von sich hören lassen; sind generell wunderbare Momente. Nicht von ungefähr gilt die aus Norwegen stammenden 2-Mann-Combo als waschechter Geheimtipp – und das schon seit vielen Jahren. Wobei gerade das auch schon wieder relativ verwunderlich erscheint – müsste die Band doch schon längst über diesen Status hinausgekommen sein; nicht zuletzt in Anbetracht ihrer ureigenen musikalischen Qualitäten. Entsprechend handfeste Belege für das, wozu KELDIAN imstande sind; gibt es schließlich zuhauf: Alben wie HEAVEN’S GATE (Review), JOURNEY OF SOULS (Review) oder OUTBOUND (Review) stellten und stellen sich als wahre Leuchtfeuer in der hauseigenen Diskografie der Norweger heraus. Und das nicht nur, weil es sich im Hinblick auf das Handwerk relativ zweifelsfrei um sehr gute Power Metal-Alben handelt – sondern auch und vornehmlich, da KELDIAN seit jeher ihren ganz eigenen Stil an den Tag gelegt haben. Einen Stil, der mit keiner anderen damals oder derzeit aktiven Band vergleichbar ist – und der mitunter als sphärisch, mindestens aber angenehm abenteuerlich bezeichnet werden kann.

Auch das letztaktuelle Studiowerk DARKNESS AND LIGHT (Review) konnte, obwohl es insgesamt betrachtet dezent hinter den Vorgängern anstehen musste, meist selbst sonst eher kritische Hörer überzeugen – indem es einige für die Band eher frische und ungewohnte, dabei aber stets außerordentlich gut durchdachte und schier perfekt in Szene gesetzte Inhalte anzubieten wusste. Überhaupt erscheint es gerade in Anbetracht eines Albums wie DARKNESS AND LIGHT – und nun auch THE BLOODWATER REBELLION – äußerst schwierig zu sein, KELDIAN ausschließlich im Bereich eines eher klassischen Power Metals verorten zu wollen. Natürlich bedienen sie dieses Genre – und das mitunter so packend, emotional und meisterlich; dass einem die Tränen kommen könnten – doch sind ihre musikalischen Einflüsse weitaus zahlreicher. Seien es diverse Einflüsse aus der Popmusik-Kultur der 80er Jahre, Anleihen aus elektronischen Musik-Genres oder generell ein Handwerk, welches auch Genres wie die des Rocks und Hardrocks ausmacht – zusammen mit den meist etwas höher greifenden thematischen Inhalten haben KELDIAN seit jeher dafür gesorgt, dass ihr musikalischer Output zu etwas ganz besonderem wird.

Das erste relative Problem, welches speziell das neueste Album BLOODWATER REBELLION diesbezüglich offenbart; liegt indes schnell auf der Hand: KELDIAN haben dieses Mal weitestgehend darauf verzichtet, sich unter dem Banner ihres ursprünglich angepeilten Genres auszutoben. Anders gesagt: die Anteile des Power Metals (wie man in per Definition oder aber von der Vergangenheit KELDIANs kennt) wurden stark zurückgefahren, das Album fällt oberflächlich betrachtet deutlich weniger temporeich, unspektakulärer und zusätzlich in Richtung eines melodischen Elektro-Rocks getrimmten Stils aus. Sicher muss dies noch nichts schlechtes bedeuten, da sich eine jede Band im Laufe ihrer Karriere musikalisch weiterentwickelt, vielleicht auch weiterentwickeln sollte – doch gerade in diesem Fall handelt es sich dann doch um eine relativ schmerzvolle Erkenntnis. Denn, und das fällt insbesondere jetzt auf: KELDIAN waren immer dann besonders herausragend, wenn sie die Grenzen des Power Metals für sich ausgelotet haben. Also etwa, indem sie einige grundlegende Basis-Zutaten wie ein schnelles Tempo, prägnante Riffs und mitreißende Refrains mit ihren ganz persönlichen Soundmerkmalen garniert und zu einem ebenso komplexen wie zufriedenstellenden Ganzen verwoben haben.

Diese Ära in der Historie KELDIANs scheint nun allerdings – und leider – vorüber. Wobei die Probleme gar nicht erst mit der neuen stilistischen Ausrichtung beginnen, sondern bereits mit dem schier unsäglichen, sich im Sinne eines Alptraums in die Synapsen brennenden Cover-Artworks (gut, kann man so machen) sowie dem direkt auffallenden inhaltlich-thematischen Konzept. Es scheint offensichtlich, dass KELDIAN die Corona-Krise „genutzt“ haben – und sich aus den augenscheinlichen, mit ihr einhergehenden Problemen eine entsprechend düstere, dystopische Version einer Zukunft erdacht haben. Eine, die eigentlich gar nicht so erschreckend erscheint in Anbetracht der verstörenden Zeiten, in denen wir aktuell leben – was doch einiges an der eventuell beabsichtigten Wirkungskraft verpuffen lässt. Anders gesagt: die angesprochenen Probleme und Song-Ideen erscheinen, auch wenn sie durchaus einen aktuellen Bezug haben (wie es bereits anhand der Single-Auskopplung WE ARE REBELLION zu sehen war), eher merkwürdig gewichtet und mäandrierend, ohne auf einen wirklichen Punkt zu kommen. So kommt vor allem ein Gedanke auf: vielleicht hätten KELDIAN bei ihren bisherigen Themenfelder bleiben sollen; mit klaren Anti-Politik-Nummern wie SNAKES OF THE EARTH (der war auf DARKNESS AND LIGHT) als Ausnahme respektive besondere Beigabe. Themen, die den Zuhörer gefühlt in andere Sphären „entführt“ haben, auf dass man (im besten Fall) einen ganz anderen Blick auf die Welt erhält – anstatt sich nun relativ lehrerhaft und plakativ aufzeigen lassen zu müssen, was der Meinung KELDIANs nach alles schief läuft. Ob nun in unserer oder der Welt von BLOODWATER REBELLION, das spielt nicht wirklich eine Rolle.

Doch selbstverständlich handelt es sich bei derartigen inhaltlichen Interpretationen und Gedanken um höchst subjektive Gedanken, und es wird noch immer einige geben die diese neue Herangehensweise von KELDIAN umso mehr zu schätzen wissen. Ob das allerdings auch für die Musik selbst gelten kann, sei einmal dahingestellt. Denn: BLOODWATER REBELLION klingt schlicht verdammt; nun, heruntergeputzt. Heruntergeputzt oder heruntergeschraubt auf ein Minimum, mit vielen Passagen und Klängen die eher beschaulich vor sich dahinplätschern als wirklich mitzureißen. Schlimmer noch, manchmal gerät der Sound von KELDIAN sogar absolut banal, wie etwa im Opener THE MILLION DOLLAR MILE mit seiner spätestens seit STRATOVARIUS‘ HUNTING AND LOW allseits bekannten Anti-Gier-These und den unsäglichen „Yummy-Yummy“-Einwürfen. Das tut richtig weh, erst Recht in Anbetracht dessen dass KELDIAN noch immer ihr Handwerk verstehen – in Bezug auf die Instrumente und den Leadgesang gibt es (fast) nichts zu mäkeln, wobei der spätere Soli-Part sogar Erinnerungen an alte, glanzvolle Zeiten wach werden lässt. Aber was soll man machen, wenn die Ideen, der zündende Funke und vor allem die Energie fehlen ?

So gesellt sich eine eher schwergängige Nummer an die nächste. Schwergängig deshalb, weil nicht nur das Tempo und der gewohnte Druck fehlen – sondern auch, da KELDIAN weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Und tatsächlich: unspektakulär-säuselnde Postrock-Nummern wie I AM THE TAKER oder TUNDRA hätten es früher vielleicht auf irgendeine B-Seite geschafft, als Ergänzung – nun aber sollen sie ein ganzes Album stemmen, was einfach nicht funktioniert. Wo ist das Feuer, wo die Inspiration ? Einzig einige Instrumental-Strecken wissen zu überzeugen – aber auch gilt: früher hätte man daraus ein stimmiges Interlude, und keine(n) vollwertigen Titel gemacht. Wer meint, dass es nicht viel schlimmer geht; sollte sich allerdings erst Nummern wie A GHOST AND A PROMISE widmen. Hier werden ganz, ganz böse Parallelen zu den Kollegen von SONATA ARCTICA ersichtlich, die sich auf ihren neueren Alben ebenfalls in so manche Richtung ausprobiert haben. Ja, selbst eine Nummer wie THE LEGACY LAMENT klingt trotz des eigentlich von der Band bekannten sphärischen Anstrichs merkwürdig aufgesetzt. Zumal der (hörbar angestrengte) Leadgesang von Christer Andresen hier wahrlich nicht glänzt. Selbst die spätere Instrumentalpassage wird durch einen viel zu lauten Synthesizer zerstört – solche Abmischungs-Probleme sind bei KELDIAN bisher noch nicht vorgekommen.

Lediglich Nummern wie THE LIGHTHOUSE BURDEN, VOICES OF THE DEATH und eventuell WE ARE REBELLION lassen ein wenig des guten alten KELDIAN-Flairs durchklingen – allerdings noch immer auf einem deutlich mittelprächtigeren Niveau als zuvor. Insgesamt betrachtet handelt es sich hier also – und leider Gottes – um einen doppelten Reinfall. THE BLOODWATER REBELLION ist einerseits enttäuschend, da sich KELDIAN so weit weg von ihren musikalischen Wurzeln bewegen dass es schmerzt, auch wenn man durchaus Toleranz gegenüber Neuentwicklungen mitbringt – und andererseits, da es als Konzeptalbum nur wenig Aufsehen erregen kann. Viel zu flach und minimalistisch ist die Herangehensweise, viel zu uninspiriert und unemotional der Gesamteindruck. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Album eine Ausnahme ist und bleibt – und KELDIAN wieder zu alten Stärken zurückfinden. Ansonsten könnte es das nämlich gewesen sein mit dem „Geheimtipp“ aus Norwegen – wenngleich die älteren Alben natürlich niemals vergessen werden sollten.

Anspieltipps: THE LIGHTHOUSE BURDEN

„Mit etwas Glück nur ein Ausrutscher, mit etwas Pech der Niedergang einer Legende.“

Diese Wertung sorgt für einen Abstieg von KELDIAN in der Liste der besten Power Metal-Bands aller Zeiten.

Metal-CD-Review SPECIAL: The Discography & History Of KELDIAN (Norway, 2005-2018)

Willkommen ! An dieser Stelle sollen noch einmal alle bisherigen CD-Reviews zu den Veröffentlichungen der Power Metal-Band KELDIAN (die nicht von ungefähr auf Platz 1 der Power Metal-Bestenliste rangiert, zumindest momentan) zusammengefasst werden – und zwar erstmals komplett auf englisch. Dies soll unter anderem auch der Band selbst die Möglichkeit geben, sich bei Bedarf oder Interesse noch einmal näher mit den Texten auseinandersetzen zu können. Hierzu sei lediglich angemerkt, dass nicht unbedingt von einer perfekten Übersetzung auszugehen ist – der Blog hier ist noch immer ein Hobby-Projekt, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Fehler gefunden werden, soll dies aber gerne mitgeteilt werden.


Welcome ! For the first time in english, this post is designated to summarize all the reviews on the official releases of the power metal band KELDIAN (which stands at the top of the overall best of power metal bands-list for a reason, at least for the moment). Among others, this should allow the band itself to take a closer look into the texts and the author’s opinion. Speaking of which, it should be noted that the text does not necessarily come as perfect translation. The blog here still is a hobby project, nothing more and nothing less. However, if errors are found, they can gladly be communicated via the comment section.

1. HEAVEN’S GATE (2007)

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Title: Heaven’s Gate
Artist: Keldian (more)
Release: 27. Februar 2007
Country: Norwegen
Genre: Power Metal
Label: Perris Records

Lineup:

Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)
Christer Andresen – Vocals, Guitars, Bass

Tracklist:

1. Crusader (03:33)
2. Heart of the Sun (03:54)
3. Requiem for the Light (03:54)
4. Heaven’s Gate (04:20)
5. Redshift (05:57)
6. Salvation (Release Me) (04:53)
7. Sundancer (04:31)
8. Prophecy (04:17)
9. Beyond the Stars (03:39)
10. Plains of Forever (08:41)

Open up the gates to a new dimension.

HEAVEN’S GATE is the first official studio album of KELDIAN – a thoroughly remarkable musical project from Norway, which had quite a few predecessors. From the ALIEN LOVE GARDENERS to PROTOS NEMESIS to KELD – it certainly took some well used creative time until both Arild Aardalen (Keyboards, Backing Vocals) and Christer Andresen (Bass, Guitars, Vocals) decided to name themselves KELDIAN and finally took off towards a new musical dimension. In 2006 they eventually released HEAVEN’S GATE via Perris Records (respectively Stay Gold in Japan) as a accumulation of their gathered impressions and experiences, putting all their abilities to the test.

For that matter, KELDIAN are surely none of the power metal acts that you could call typical or generic. To the contrary, HEAVEN’S GATE is quite a good example for the accomplished effect of a band with a very unique musical identity. In other words: almost no band can be compared to KELDIAN, which is also due to the fact that their musical influences are comparatively diversified. With musical elements ranging from eighties pop and hard rock, more electronic genres and a good dose of a timeless melodic metal, KELDIAN manage to accumulate all their ingredients to a totally new, coherent whole. So to speak, it may be that some moments remind you of the greatness of bands like A-HA or ALPHAVILLE – but only until the fresh metal elements kick in and surprise you with a musical setting that has never been there before.

As a matter of fact, it especially is this new and fresh impression that makes HEAVEN’S GATE this enjoyable and by all means spectacular – even if a vast majority of the titles are not arranged with a lot of pompous elements. True power not only but also lies in silence, at least that seems to be one of KELDIAN’s credos – whereas even the calmer tracks never get boring. More likely, the silent moments also carry something very special in themselves, something that is almost beyond words. Maybe a closer look at the puristic, but certainly majestic artwork can actually justify this phenomenon, which makes KELDIAN one of the true pioneers of a genre that technically hasn’t been invented yet: a spherical power metal. The lyrical contents, which often treat cosmic themes and sensitize the listeners towards potentially higher proceedings, also carry that impression.

An impression that certainly has to be labeled positive within the overall power metal genre. Still, KELDIAN are delivering a lot of musical variety: from the straight CRUSADER to the anthemic REQUIEM FOR THE LIGHT to a totally out-of-this-world REDSHIFT – KELDIAN have a lot to offer to everyone who finds himself at least a bit fond of the genre. It is kind of striking that none of the titles seems to be overcharged with musical elements coming from the keyboards, background singing or the nicely emulated classical instruments – since KELDIAN stay focused on what they do and love. It is almost insane that they somehow managed to put together titles like the great SUNDANCER as one of the most significant numbers on the album – perfectly working as a pounding uptempo highlight with great riffing as well as a rather experimental musical piece with a sublime spherical background. Friends of a more progressive approach will however be satisfied with titles like PLAINS OF FOREVER, that also gets its due on the sci-fi aspects. In other words: with an album like HEAVEN’S GATE, it is almost impossible to become bored.

Keeping this in mind, HEAVEN’S GATE is certainly one of the debut metal albums that will leave a big impression – referring to almost every aspect. Be it the unique talent and performance of the lead singer, the lyrical contents or the general craftsmanship that is accompanying every title – KELDIAN simply manage to deliver, even in the rather calm and emotional moments whereas other bands just insert a plain ballad. KELDIAN should be rewarded for their uniqueness alone – but of course, if all the other aspects are working out well it is even better. Well, the production quality might not be perfect – but we are talking about an (already great) debut album here. What may be worse is the fact that the album feels rather short, spinning in at a total of 47 minutes – 47 minutes that make you want much more of this great material. HEAVEN’S GATE is an absolute must for any fan of the genre, and of course every music-lover in general.

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„An absolute piece of jewelry and very close to a musical revelation.“

2. Journey Of Souls (2008)

Title: Journey Of Souls
Artist: Keldian (more)
Release: 20. Mai 2008
Country: Norwegen
Genre: Power Metal
Label: Perris Records

Lineup:

Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)
Christer Andresen – Vocals, Guitars, Bass

Tracklist:

1. The Last Frontier (03:25)
2. Lords of Polaris (05:12)
3. Reaper (03:34)
4. The Ghost of Icarus (04:11)
5. Memento Mori (09:18)
6. Vinland (05:30)
7. The Devil in Me (04:28)
8. Hyperion (04:52)
9. God of War (04:56)
10. Starchildren (04:30)
11. Dreamcatcher (03:40)

Let us just change our point of view.

Hailing from the depths of Norway, KELDIAN are delivering once again – this time with their second album JOURNEY OF SOULS. One of the great things is that KELDIAN play anything but a power metal that has been heard before – and that they instantly managed to raise far beyond any other band, at least referring to their uniqueness. The great opener THE LAST FRONTIER already is a perfect example of what is to be expected here: a great dose of melodic elements, coherent choral passages and an atmosphere that is almost beyond words. Compared to its already great predecessor, JOURNEY OF SOULS immediately seems to advance from the state of being an already nice but still rough diamond to a timelessly sparkling one – which of course includes the great metal elements and the soothing voice of lead singer Christer Andresen.

Speaking of great musical craftsmanship and complexity, LORDS OF POLARIS is one of the rather surprising titles here – coming in as an out-of-this-world anthem with very convincing background vocals and an overall atmosphere one simply can not escape. The mix of rather calm and mysterious tunes with a full power metal broadside is one of the trademarks that KELDIAN certainly perfected here. REAPER then comes in the vein of a solid midtempo pounder, bringing in another punchy refrain with lots of nicely integrated cosmic metal elements.

The next highlight is indeed not a long time coming: the mighty GHOST OF ICARUS is just a congenial piece of music. Starting with a very atmospheric intro in form of an interstellar radiocommunication, the track soon casts its feathers and advances to a truly motivating uptempo crusher. No ordinary one, of course – KELDIAN are just too inventive for that, as they are delivering their lyrics with a certain emphasis. The following MEMENTO MORI then surprises with a comparably unhasty pace, just to become one of the most outstanding titles of the entire album – being anything but an ordinary ballad. There is still a lot going on in these 9 minutes, making every single moment enjoyable – especially when it comes to a very moody instrumental part that is exploding in another epic solo towards minute 7, which leads to another pure adrenaline rush.

But VINLAND also is very strong, delivering quite a lot of positive energy that just makes you want to hear more and more – which also goes for the well-staged instrumental part and the ominous voice that seems to be summoning up some mighty spirits, just before another great instrumental and solo part arrives. VINLAND is just another obligatory title that shouldn’t be missed, hailing with way more virtuosity and musical diversity than you could ask for. With THE DEVIL IN ME and HYPERION KELDIAN also serve a rather nominalistic power metal style – a style which showcases that they can impress even when they are not doing too much, even though these two titles cannot really match up with the great and outstanding start of the album. That however is just another drop in the ocean, since GOD OF WAR strikes back with a sappy dose of just heavenly power metal – also bringing in a comparably harsh refrain for the first time. The instrumental parts however take out some pace, compensating the high energy level – and the great finale with the AYREON-like voice-over fits in perfectly.

Now only STARCHILDREN and DREAMCATCHER are left, both delivering very strong refrains and an overall impression of a timelessly good album. Ultimately, and for a power metal band, KELDIAN are doing a lot of things – if not all – right, satisfying all requirements a power metal listener could imagine. Be it the overall bass lines, the guitar work, the drumming, the keyboards, the lead singing, the additional choral elements, the lyrical concept or the impressive work coming from the mixing and production departments – KELDIAN seem to not only sing about drifting in space. They are, qualitatively standing above almost any other power metal combo of these days. So to speak, it doesn’t really matter if you are a friend of an extremely good power metal in the European style, an epic cosmic metal in the vein of LUCA TURILLI, a richly decorated melodic metal with loads of influences from the eighties, or even just a basic listener with a wide choice. Maybe KELDIAN are the new messengers for power metal indeed – showing all disbelievers that the genre is not dead at all. It’s now or never…

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„It’s certainly not common, but: with a band like KELDIAN, you do not need more than 2 studio albums to enter the circle of the best power metal acts of all time.“

3. Outbound (2013)

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Title: Outbound
Artist: Keldian (mehr)
Release: 31. October 2013
Country: Norway
Genre: Symphonic Power Metal
Label: Galactic Butterfly Music

Lineup:

Christer Andresen – Bass, guitars, vocals (lead)
Arild Aardalen – Keyboards, vocals (additional)

Tracklist:

1. Burn the Sky (04:21)
2. Earthblood (05:04)
3. Never Existed (04:12)
4. Morning Light Mountain (07:06)
5. Kepler and 100 000 Stars (05:05)
6. The Silfen Paths (11:56)
7. Run For Your Life (03:22)
8. A Place Above the Air (04:16)
9. F.T.L. (06:45)

The universe seems neither benign nor hostile, merely indifferent.

Oh, this could be quite a happy day. After all, KELDIAN are once again hailing from Norway, delivering their third official studio album OUTBOUND. The actual success story of the band however began many years before the even released their debut album. After the two founding members Christer Andresen and Arild Aardalen started experimenting within several small musical projects, they started spreading their music by releasing a first demo in 2003 (BURDEN OF DREAMS). After that another demo called SALVATION FOR THE GUILTY was released – back then under the seemingly short band name KELD. It is not hard to see that this was the base for the band we now know as KELDIAN, which has officially been active since 2006. As a striking result, we got the extremely good debut album HEAVEN’S GATE (2007) and an even better successor called JOURNEY OF SOULS (2008) – two albums that certainly found their fanbase. Not only due to the fact that it seems kind of hard – if not impossible – to peg KELDIAN’s music as to only one single direction. Of course, the overall term Power Metal still seems very suitable here – but there are many other influences that lead to the uniqueness of KELDIAN, making the act almost incomparable to others.

Then, after the year 2008 KELDIAN got a little silent. Of course, while their fanbase was still growing – gathering a lot of people from growing web platforms like Facebook. After quite a while then followed a major challenge: KELDIAN announced that they are back, starting a crowdfunding project for a possible new album called OUTBOUND. Today it is no longer a secret that the campaign has been a full success – and that the new album is available as of today (the 31th of October). One important question is however remaining: was it really worthwhile, or: are KELDIAN still sounding as innovative, fresh and atmospheric as they did on their first two albums ? For that matter, it should be a fact that the bar was set kind of high – especially when it comes to the fans that followed the band on from their earlier years.

Apparently, the two KELDIAN members knew this too – so they obviously worked very hard for the album we now know as OUTBOUND, and reached deep into their musical bag of tricks. Although this does not really go for the overall album artwork – which is indeed kind of simplistic this time – the opener BURN THE SKY does exactly what is promised here. With its uniquely and certainly intoxicating effect, it advances in a very pleasurable way – whether you have heard the first two KELDIAN albums or not. Yet, especially connoisseurs will soon realize that BURN THE SKY sounds as spherical, timeless, and majestic as almost all tracks from the great HEAVEN’S GATE – and as fast-paced, punchy and perfectly mixed as the tracks published on its successor JOURNEY OF SOULS. Be it the distinctive voice of Christer Andresen, the top-class (and comparatively universal) lyrics and the space-related sound elements with lots of haunting riffs and metal elements – the listener will soon be aware of the fact that the sound of KELDIAN hasn’t aged at all.

In other words, and to summon it up: the long waiting time has certainly been worthwhile. OUTBOUND has become a very diverse and varied album, that should invite any fan of the genre to extensive listening (and maybe even dreaming) sessions. Even if the overall speed has been reduced in some of the tracks, the interplay of more aggressive elements and the soothing harmonious vocals, accompanied by many other atmosphere boosts are still there – showcasing that KELDIAN are still representing a very special musical trademark. The mood can also vary greatly, even within a single track – well-rehearsed samples, longer instrumental passages or solo parts contribute to an enormously rich impression here. A good example of this peculiarity of KELDIAN may be KEPLER AND THE 100 000 STARS – basically one could have made three stand-alone numbers from the source material. A calm ballad (as in the verses), a catchy uptempo hymn (as in the chorus) – and a powerfully rocking metal pounder as in the more complex instrumental passages. Criticism at a comparatively high level however is that the reverb effects sometimes seem a bit too intrusive – and that some of the choruses could have been a bit more subdued. Such as the one of NEVER EXISTED, which sounds a bit overloaded here and there.

Still, they couldn’t have composed a better outro than the great F.T.L. – a tracks that serves another big portion of the elements that lead to KELDIAN’s greatness in the first place. The riffing is simply ingenious, as well as the offered variety delivered by the introduction and the narrative part. No doubt, this is a hymn by the book – and also one that leads to a lot of goose bumps. Overall OUTBOUND is a solid produced, varied, unmistakable; typical KELDIAN album. An album that anyone – or at least any fan of the genre – should; no: have to possess.

Recommended titles: BURN THE SKY, KEPLER AND THE 100000 STARS, F.T.L.


„Another musical milestone delivered by KELDIAN.“

4. Darkness and Light (2017)

Title: Darkness And Light
Artist: Keldian (more)
Release: 27. October 2017
Country: Norway
Genre: Power Metal
Label: Perris Records

Lineup:

Christer Andresen – Bass, Guitars, Vocals (lead)
Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)
Steingrim – Drums
Vemund Osland – Guitars (additional) (tracks 4, 7)
Helene Hande Midje – Vocals (backing) (tracks 2, 3, 5, 7, 8)

Tracklist:

1. Nightfall (04:21)
2. Blood Red Dawn (05:11)
3. The Haunting (04:27)
4. Life and Death Under Strange New Suns (05:28)
5. I’m the Last of Us (12:41)
6. Change the World (07:20)
7. Broadside! (05:19)
8. Crown of Starlight (07:27)

Stars can’t shine without darkness.

It may have been known within certain circles, but in general it’s rather surprising: the Norwegian power metal heads from KELDIAN are back, presenting their fourth official studio album DARKNESS AND LIGHT. Therefore the Norwegians did not need so much time at all, looking at the predeccessor OUTBOUND which was released about 4 years ago. Considering how much work and passion Christer Andresen and Arild Aardalen put into their beloved musical project, it should’nt be a big surprise if DARKNESS AND LIGHT would be as good as their first three albums. After all, there certainly aren’t many other bands that can present such a convincing discography, even without the help of big labels and worldwide promotion.

A discography that doesn’t convince in terms of the genreal musical craftmanship and the quality of the sound only – but also coming with lots of unique selling points which can mainly be found in the generously treated sci-fi topics. This approach also serves as one of the biggest reasons for the cult status of the band. To be honest: there simple are no others bands with a similar content and direction – at least not to such an extend, with a similar credibility or the persuasive power offered by KELDIAN. Not letting the cutting-tight atmosphere aside – an atmosphere that is perceptible on every single KELDIAN album. Now, there is only one important qustion left: how can DARKNESS AND LIGHT pass as the fourth official album with correspondingly high-profile predecessors – and how does it integrate in a generally strong power metal year 2017 ?

One can soon tell that the overall impression is kind of diversified this time – or, one could even say:  for the first time. While a predecessor like OUTBOUND did not need long to fully catch and convince the listener, DARKNESS AND LIGHT has a rather slow start – which also goes for the more basic facts that are accompanying the album. Just like the overall runtime of about 52 minutes, which is kind of short – or the rather generic cover artwork, that seems to come from a simple stock footage archive. This does not really refelct the overall greatness of a band like KELDIAN –  which maybe also goes for the lyric video they released some time before the album came out. Indeed, BLOOD RED DAWN just could not totally convince with its compperatively bland reptiloid story – and when it comes to rather uninspired moments, tracks like the rather longish THE HAUNTING have their problems too. Actually, one should assume a small to medium-sized disappointment here – but fortunately KELDIAN have some more uop their sleeves.

In other words: DARKNESS AND LIGHT manages to evolve, but only after quite some time. While tracks like NIGHTFALL, BROADSIDE and CROWN OF STARLIGHT are certainly able to catch you sooner or later, LIFE AND DEATH UNDER STRANGE NEW SUNS turns out to be the true highlight here – becoming a thrilling and musically complex work after some spins. After all, it still can be found here: the typical KELDIAN trademarks and feelings emerging from the musical compositions. Feelings that clearly go hand in hand with the idea of discovering new worlds – whether in a musical or actual sense.

For now, KELDIAN should only pay attention to the rather extensive presence of the keyboard and sections that tend to be a bit lengthy – such as in the ballad-like I’M THE LAST OF US, that delivers more tenacity than necessary. At least the overall hope for a certain musical change, maybe even in the vein of the great MEMENTO MORI, remains. CHANGE THE WORLD however tends to lean towards the opposite direction,sounding close to a musical overload – the refrains seems to be a bit too much here, and the female guest vocals could have been better. It’s quite a fun fact that the refrain somehow reminds you of CARPARK NORTH’s HUMAN, a track that isn’t metal at all. This however should be a total coincidence.

After all DARKNESS AND LIGHT has therefore not quite become the next quantum leap referring to the career of KELDIAN. Still, we are talking about a great power metal work here. The tracks are still strong enough to deliver a fresh impression. It will be exciting to see the future plans of the Norwegians, since the musical chapter of KELDIAN is certainly not closed yet. And that’s a good thing.

Recommended titles: NIGHTFALL, LIFE AND DEATH UNDER STRANGE NEW SUNS, BROADSIDE, CROWN OF STARLIGHT


„The predecessors were a tiny bit stronger, without a doubt – but DARKNESS AND LIGHT also convinces as a super-solid, typical KELDIAN album with that certain special feeling.“

Metal-CD-Review: KELDIAN – Darkness And Light (2017)

Alben-Titel: Darkness And Light
Künstler / Band: Keldian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2017
Land: Norwegen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Perris Records

Alben-Lineup:

Christer Andresen – Bass, Guitars, Vocals (lead)
Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)
Steingrim – Drums
Vemund Osland – Guitars (additional) (tracks 4, 7)
Helene Hande Midje – Vocals (backing) (tracks 2, 3, 5, 7, 8)

Track-Liste:

1. Nightfall (04:21)
2. Blood Red Dawn (05:11)
3. The Haunting (04:27)
4. Life and Death Under Strange New Suns (05:28)
5. I’m the Last of Us (12:41)
6. Change the World (07:20)
7. Broadside! (05:19)
8. Crown of Starlight (07:27)

Wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Oder war es andersherum… ?

In eingeschworenen Kreisen mag es schon etwas länger bekannt gewesen sein, im allgemeinen ist es eher eine Überraschung: die norwegischen Power Metaller von KELDIAN sind zurück, und präsentieren mit DARKNESS AND LIGHT ihr mittlerweile viertes offizielles Studioalbum. Allzu lange haben die Norweger also gar nicht gebraucht mit ihrem Nachfolger zum gelungenen OUTBOUND (siehe Review) – vor allem wenn man bedenkt, wie viel Arbeit und Herzblut die beiden hauptsächlich beteiligten Musiker Christer Andresen und Arild Aardalen generell in ihr Herzensprojekt stecken. Dennoch wird es wohl kaum ausbleiben, dass DARKNESS AND LIGHT mit eben jenem Vorgängeralbum verglichen werden wird – sowie natürlich auch mit dem mittlerweile kultigen Debütalbum HEAVEN’S GATE (Review) und dem schier grandiosen JOURNEY OF SOULS (Review) aus dem Jahre 2008. Diesbezüglich festzustellen ist, dass sich KELDIAN die Messlatte wieder einmal ziemlich hoch gelegt haben – schließlich kann kaum eine andere Band mit vergleichsweise wenig Unterstützung von außen eine derart überzeugende Diskografie vorlegen.

Eine, die nicht nur im handwerklichen und soundtechnischen Sinne überzeugt – sondern auch durch allerlei Alleinstellungsmerkmale gekennzeichnet ist, die sich hauptsächlich im großzügig behandelten Thema der Science Fiction niederschlagen. Eben diese Herangehensweise ist es auch, die KELDIAN schnell einen gewissen Kultstatus innerhalb des übergeordneten Genres sicherte – schließlich gibt es bis heute kaum eine andere Band, die eine ähnliche inhaltliche und stilistische Ausprägung an den Tag legt. Zumindest nicht in einem derartigen Umfang, einer ähnlichen Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft – und nicht zuletzt einer zum Schneiden dichten Atmosphäre, die sich bisher noch durch jedes KELDIAN-Album zog. Die vieles entscheidende Frage ist daher, wie sich das vorliegende DARKNESS AND LIGHT als viertes KELDIAN-Album mit entsprechend hochkarätigen Vorgängern, aber natürlich auch als bestenfalls aussagekräftiges Genre-Werk in einem allgemein starken Power Metal-Jahr 2017 schlägt.

Fakt ist: in der ersten – und eher oberflächlichen Betrachtung – hinterlässt DARKNESS AND LIGHT noch einen recht unscheinbaren Eindruck, womit es sich dann doch etwas vom direkt zündenden Vorgänger OUTBOUND unterscheidet. Enthalten sind 8 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 52 Minuten, die Titelbezeichnungen selbst lassen kaum erahnen wohin die Reise gehen könnte – und das (offenbar aus einem beliebigen Stockfootage-Archiv stammende) Artwork wird der Genialität der Musik von KELDIAN einfach nicht gerecht. Nimmt man nun noch die Tatsache(n) hinzu, dass die als Lyric-Video ausgekoppelte Single BLOOD RED DAWN mit ihrem Reptiloiden-Thema nicht bei allen KELDIAN-Fans gleichermaßen auf Anklang stieß und man auf vergleichsweise zähe und für KELDIAN eher untypische Nummern wie THE HAUNTING besser gleich komplett hätte verzichten sollen; sollte man eigentlich von einer kleinen bis mittelprächtigen Enttäuschung ausgehen. Eigentlich.

Glücklicherweise hat das aber nicht viel zu bedeuten, da DARKNESS AND LIGHT nach einem unbedingt erforderlichen tieferen Einsteigen absolut problemlos zu einem spannenden und musikalisch vielschichtigen Werk avancieren kann. Eben so, wie man es bisher von KELDIAN gewohnt war. So ist etwa klar zu erkennen, dass es sich um die Norweger handelt – die weiterhin an ihren spezifischen Trademarks wie etwa den sphärisch-symphonischen Klangelementen, dem glasklaren Leadgesang von Christer Andresen und dem sofort wiederzuerkennenden Sound der Gitarren festhalten. So können KELDIAN speziell mit dem Auftakt in Form von NIGHTFALL, BROADSIDE und CROWN OF STARLIGHT punkten – oder aber mit dem genialen LIFE AND DEATH UNDER STRANGE NEW SUNS. Selbige Nummer beschwört es schließlich wieder ganzheitlich herauf, das ebenso einzigartige wie geschätzte Gänsehaut-Gefühl. Ein Gefühl, welches klar mit der Vorstellung einhergeht neue Welten zu entdecken – ob nun im musikalischen oder tatsächlichen Sinne.

Aufpassen sollten KELDIAN lediglich in Bezug auf die doch recht ausgiebige Präsenz des vielleicht nicht immer ganz so treffsicheren Keyboards sowie einige eventuelle Durststrecken – etwa solche, die dem überlangen I’M THE LAST OF US mehr Zähigkeit verleihen als notwendig. Schließlich bleibt die erhoffte Wandlung, der sehnsüchtig erwartete Aha-Moment im Sinne eines MEMENTO MORI (vom genialen JOURNEY OF SOULS) aus. Und auch CHANGE THE WORLD bewegt sich mit seiner gewöhnungsbedürftigen Rhythmik, der gefühlten Nähe zu CARPARK NORTH’s HUMAN und dem doch sehr vordergründigen weiblichen Gastgesang nah an der Schmerzgrenze zum Kitsch, oder wahlweise auch zur (musikalischen) Überfrachtung. Hier gilt, oder sollte (wie schon zuvor) gelten: weniger ist manchmal mehr.

Letztendlich ist DARKNESS AND LIGHT damit nicht ganz der erhoffte Quantensprung im Sinne der bereits herausragenden Diskografie von KELDIAN geworden – was allerdings nicht bedeutet, dass es sich um ein generell zu vernachlässigendes Genre-Album handelt. Ganz im Gegenteil, durch die doch noch aussagekräftig genug vertretenen starken Nummern handelt es sich noch immer um ein klar überdurchschnittliches und angenehm andersartiges Power Metal-Werk, welches vor allem Neueinsteigern ein feuchtes Glitzern in die Augen treiben sollte. Es bleibt spannend zu beobachten, was die pfiffigen Norweger für die Zukunft planen – denn abgeschlossen ist das Kapitel KELDIAN sicher noch nicht, und das ist auch gut so.

Absolute Anspieltipps: NIGHTFALL, LIFE AND DEATH UNDER STRANGE NEW SUNS, BROADSIDE, CROWN OF STARLIGHT


„Die Vorgänger waren etwas stärker, aber: auch DARKNESS AND LIGHT überzeugt als super-solides und typisches KELDIAN-Album mit dem gewissen Etwas.“

Metal-CD-Review: KELDIAN – Heaven’s Gate (2007)

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Alben-Titel: Heaven’s Gate
Künstler / Band: Keldian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Februar 2007
Land: Norwegen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Perris Records

Alben-Lineup:

Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)
Chister Andresen – Vocals, Guitars, Bass

Track-Liste:

1. Crusader (03:33)
2. Heart of the Sun (03:54)
3. Requiem for the Light (03:54)
4. Heaven’s Gate (04:20)
5. Redshift (05:57)
6. Salvation (Release Me) (04:53)
7. Sundancer (04:31)
8. Prophecy (04:17)
9. Beyond the Stars (03:39)
10. Plains of Forever (08:41)

Öffne die Pforten des Himmels.

HEAVEN’S GATE ist das Debütalbum einer durchaus bemerkenswerten Norwegischen 2-Mann-Band, der zahlreiche kleinere (und vermutlich weitestgehend unbekannte) Musikprojekte vorausgegangen sind. Von den ALIEN LOVE GARDENERS über PROTOS NEMESIS bis hin zu KELD – es sollte einige Jahre dauern, bis man sich für einen passenden Namen und letztendlich auch für eine ganz bestimmte musikalische Richtung entschieden hatte. Doch 2006 war es dann endlich soweit – das Power-Metal-Projekt KELDIAN war geboren, und mit ihm auch das ein Jahr später erschienene Debütalbum HEAVEN’S GATE. Auf diesem verarbeiteten die beiden kreativen Köpfe hinter all den ehemaligen Namen, Christer Andresen (Bass, Gitarren, Gesang) und Arild Aardalen (Keyboards, Backing Vocals) viele ihrer früheren Ideen – und kumulierten sie erstmals auf einem größeren, weiter verbreiteten Release über das Label Perris RECORDS respektive STAY GOLD in Japan.

Dabei sind KELDIAN alles andere als das, was man unter einer typischen oder gar generischen Power Metal-Band verstehen würde – HEAVEN’S GATE ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie beeindruckend eine Band mit einer ganz und gar eigenen Identität klingen kann. Das liegt hauptsächlich daran, dass man kaum eine andere Genre-Band zu Vergleichszwecken heranziehen könnte – die musikalischen Wurzeln von KELDIAN scheinen breit gefächert. Von einem seichten Pop der kunterbunten 80er-Jahre über einen zeitlos-rockigen Melodic Metal bis hin zum Norwegischen Elektropop – KELDIAN verstehen es, auf HEAVEN’S GATE sowohl weichere als auch härtere Einflüsse zu einem neuen, äußerst stimmigen Ganzen zu vermengen. So könnte es durchaus sein, dass man sich in einigen Momenten an Bands wie A-HA oder ALPHAVILLE erinnert fühlt; nur um kurz darauf – und mit der neuartigen Symbiose in Bezug auf die schwermetallischen Komponente – von einer so noch nicht dagewesenen Soundkulisse überrascht zu werden.

In der Tat ist es vor allem jener frische Eindruck, der HEAVEN’S GATE so angenehm und vielleicht sogar spektakulär erscheinen lässt – auch wenn ein Großteil der Nummern eben nicht allzu pompös oder bombastisch inszeniert wird. In der Ruhe liegt die Kraft – ein Credo, dass sich offenbar auch KELDIAN zu Herzen genommen haben. Das schöne: im Gegensatz zu den Ergüssen manch anderer Band klingt die Musik von KELDIAN auch in den explizit ruhigeren Momenten niemals langatmig, vielmehr wohnt ihr etwas ganz spezielles inne. Etwas, dass gar nicht so leicht in Worte zu fassen ist und sich am ehesten mit einem Blick auf das puristische, aber wirkungsvolle Artwork erklären lässt. Somit könnte man KELDIAN problemlos zu einer Vorreiter-Band eines Genres zählen, dass es so noch nicht gibt: des sphärischen Power Metals. Nicht zuletzt die Textinhalte, die sich des öfteren mit dezent übernatürlichem befassen und den Hörer für ein höheres Geschehen als das reine irdische sensibilisieren; tragen enorm zu diesem Eindruck bei.

Ein Eindruck, der durchweg als positiv zu bezeichnen ist – auch, da KELDIAN ein enormes Maß an Abwechslung in ihre Kompositionen gesteckt haben. Vom straighten CRUSADER über das hymnische REQUIEM FOR THE LIGHT bis hin zum scheinbar nicht von dieser Welt stammenden REDSHIFT – KELDIAN bieten hier jedem etwas, der auch nur ansatzweise dem Genre des Power Metals zugetan ist und sich nicht von allerlei Ausschmückungen in Form des Keyboards, weiblicher Hintergrundgesänge oder gar Violinenklänge abschrecken lässt. Markant ist, dass keine Titel auf HEAVEN’S GATE überladen wirkt – hier fügt sich alles nahtlos zu einem stimmigen Ganzen zusammen. Geradezu wahnsinnig, das heißt wahnsinnig gut ist in diesem Zusammenhang auch eine Nummer wie SUNDANCER – der vielleicht aussagekräftigste Titel des Albums, in dem alle Stärken von KELDIAN zusammenkommen. Auch, da die Nummern sowohl als voranpreschender Metal-Titel mit grandiosen Riffs als auch als etwas experimentelleres Stück Musik mit einer interessanten Hintergrundkulisse funktioniert. Freunde einer etwas progressiveren Gangart werden dagegen mit den längeren Titeln wie PLAINS OF FOREVER ihre wahre Freude haben – auch hier kommen die Science-Fiction-Anteile nicht zu kurz, und sorgen für ein atmosphärisches Hörvergnügen ohne dass man jemals einen Blick auf die Anzeige der Spieldauer werfen wird. Anders gesagt: langweilig wird HEAVEN’S GATE zu keinem Zeitpunkt.

HEAVEN’S GATE ist damit eines jener Debüt-Alben, denen man kaum etwas negatives nachsagen kann. Gut, die Qualität der Produktion hätte noch etwas besser ausfallen können – beispielsweise in Richtung eines noch druckvolleren Klangs. Auch in Bezug auf die schwermetallische Komponente hätten man hie und da noch etwas variabler agieren können. Aber sei es drum – davon abgesehen gibt es rein gar nichts zu mäkeln. Ein ganz großes Plus ist allein der Faktor der hier aufgefahrenen musikalischen Innovation, der – kombiniert mit den kompositorischen und handwerklichen Fähigkeiten der beiden Bandmitglieder – zu einem überraschend stimmigen Ganzen führt. Aber auch sonst sieht es verdammt gut aus: der Leadgesang ist einzigartig und bleibt im Gedächtnis, die textlichen Inhalte sind mehr als interessant, der Faktor der Abwechslung ist enorm. So sollten sowohl Freunde von (sehr guten) Balladen als auch Fans einer schnelleren Gangart perfekt, das heißt vielmehr in einer Art fliegenden Wechsel; bedient werden. Schon dafür, dass KELDIAN so anders klingen als viele; ja wenn nicht gar alle anderen Power Metal-Bands sollte entsprechend gewürdigt werden. Wenn dann auch noch alles andere stimmt, ist es natürlich umso schöner. HEAVEN’S GATE ist ein Muss für alle vielseitig interessierten Musikliebhaber und nicht zuletzt Anhänger der Power Metal-Fraktion. Hoch lebe(n) KELDIAN !

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Ein absolutes Kleinod und ganz nah dran an einer musikalischen Offenbarung.“

KELDIAN – Tracks, Die Es Nicht Auf OUTBOUND Geschafft Haben (Metal News)

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To the stars… and far, far beyond.

Na, das ist doch mal eine angenehme Überraschung… die Hidden History auf der offiziellen KELDIAN-Seite (Link) verzeichnet seit kurzem einen neuen Eintrag. Und der ist über alle Maßen interessant, auch wenn es sich ’nur‘ um zwei noch nicht komplett fertig abgemischte Demo-Titel handelt. Genauer gesagt sind es zwei Tracks, die es nicht auf das kürzlich erschienene Studioalbum OUTBOUND (Review) geschafft haben. Warum, das wissen nur die beiden Köpfe hinter KELDIAN selbst – das was man hier zu hören bekommt, klingt jedenfalls verdammt gut. Ein Muss für Fans der außergewöhnlichen Combo aus Norwegen… und für alle, die das Release von OUTBOUND bisher verpasst haben, noch einmal der womöglich beste Titel des Albums:

Metal-CD-Review: KELDIAN – Outbound (2013)

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Alben-Titel: Outbound
Künstler / Band: Keldian (mehr)
Land: Norwegen
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Galactic Butterfly Music

Alben-Lineup:

Christer Andresen – Bass, guitars, vocals (lead)
Arild Aardalen – Keyboards, vocals (additional)

Track-Liste:

1. Burn the Sky (04:21)
2. Earthblood (05:04)
3. Never Existed (04:12)
4. Morning Light Mountain (07:06)
5. Kepler and 100 000 Stars (05:05)
6. The Silfen Paths (11:56)
7. Run For Your Life (03:22)
8. A Place Above the Air (04:16)
9. F.T.L. (06:45)

Ein halbes Jahrzehnt des Wartens ist vorüber.

Eigentlich begann die Erfolgsgeschichte jener 2-köpfigen Band, die man heutzutage als KELDIAN kennt; schon vor vielen Jahren. Nachdem die beiden Gründungsmitglieder Christer Andresen und Arild Aardalen seinerzeit in mehreren musikalischen Bands und Projekten involviert waren, kam es im Zuge eines dieser Projekte (PROTOS NEMESIS) erstmals zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit. 2003 wurde eine Demo mit dem Titel BURDEN OF DREAMS veröffentlicht, 2005 dann eine weitere (SALVATION FOR THE GUILTY) – allerdings schon unter einem anderen Namen, KELD. Unschwer zu erkennen ist, dass somit die Grundlage für die darauf folgende, seit 2006 aktive Band KELDIAN geschaffen wurde. Daraufhin konnten sowohl HEAVEN’S GATE (2007) als auch dessen Nachfolger JOURNEY OF SOULS (2008) all jene begeistern, die auf die Band und ihre einzigartige Geschichte gestoßen waren – auch, oder gerade weil es vergleichsweise schwierig erscheint, die Musik von KELDIAN in eine einzige Genre-Schublade zu stecken. Als passender Oberbegriff könnte nach wie vor der Power Metal fungieren – doch gibt es viele weitere Einflüsse (wie den Symphonic Metal oder den Melodic Rock), die in ihrer Kombination so gesehen ein neues Genre erschufen: den Space Metal. Und tatsächlich: treffender könnte eine Genre-Bezeichnung auch nicht ausfallen, hört man einmal in die Musik von KELDIAN hinein.

Nach 2008 wurde es jedoch erst einmal still um die Band – während sich im Hintergrund eine immer größere Fanbase etablierte, deren Mitglieder auch durch die neuen Medien a’la Facebook erst nach und nach auf die Band und ihre bisherige Musik stießen. Nach einer weiteren Zeit der Ungewissheit folgte dann eine quasi-Bewährungsprobe: KELDIAN riefen im Zuge ihres neuen, bereits angekündigten Albums OUTBOUND zu einem einzigartigen Crowd-Funding-Projekt auf, um alle auftretenden Kosten der Produktion decken zu können. Nicht länger ein Geheimnis ist, dass das Ganze ein voller Erfolg war – und man heute, genauer gesagt ab dem 31. Oktober 2013, endlich in den Genuss des neues Werkes kommen kann. Bleibt eine entscheidende Frage: hat sich das Warten gelohnt, klingen KELDIAN noch genau so frisch, einzigartig und vor allem atmosphärisch wie dereinst ? Fakt ist, dass die Messlatte bei vielen mehr oder weniger alteingesessenen KELDIAN-Fans extrem hoch anzulegen ist.

Das wussten aber offenbar auch die beiden KELDIAN-Mitglieder selbst – die sich für OUTBOUND noch einmal ordentlich ins Zeug gelegt und ebenso tief in die (musikalische) Trickkiste gegriffen haben. Gut, speziell dem dieses Mal leider etwas zu simplen Cover-Artwork mag man das nach den eher fantastischen aus der Vergangenheit noch nicht ansehen – der Musik hört man es aber schon ab dem Opener BURN THE SKY an. Der prescht mit seiner einzigartig-antreibenden Gesamtwirkung schließlich derart voran, dass es eine wahre Freude ist – ob man nun die ersten beiden KELDIAN-Alben gehört hat oder nicht. Und dennoch: Kenner werden schnell feststellen, dass BURN THE SKY mindestens ebenso sphärisch, zeitlos und majestätisch klingt wie viele Titel vom großartigen HEAVEN’S GATE – und gleichzeitig ebenso temporeich, druckvoll und perfekt abgemischt wie ein Großteil der auf JOURNEY OF SOULS veröffentlichten Nummern. Nicht zuletzt die markante Stimme von Christer Andresen, die hochkarätigen (und vergleichsweise universellen) Lyrics sowie die Weltraum-bezogenen Soundelemente bei gleichbleibend treibenden Riffs und Metal-Elementen machen dem Hörer schnell klar: das sind KELDIAN wie man sie kennt und liebt.

Anders gesagt: das Warten auf das neue Album hat sich allemal gelohnt. OUTBOUND ist verdammt vielfältig und abwechslungsreich geworden, und lädt wie schon die beiden Vorgänger zu ausgiebigen Hör- und Traumsessions ein. Auch wenn das Tempo insgesamt etwas gedrosselt wurde, ist das Wechsel- und Zusammenspiel aus schnelleren oder vielleicht auch mal etwas aggressiveren Instrumentierungen, den harmonischen Gesängen und den vielen auflockernden (respektive die Atmosphäre befeuernden) Elementen nach wie vor das (im übrigen perfekt aufgehende) Markenzeichen von KELDIAN. Die Stimmungen können dabei auch innerhalb eines einzelnen Titels stark variieren – eingespielte Samples, längere Instrumentalpassagen oder Soli-Parts tragen zu einem enorm reichhaltigen Gesamteindruck bei. Ein gutes Beispiel für diese Eigenheit von KELDIAN ist KEPLER AND THE 100 000 STARS – schließlich hätte man theoretisch gleich drei alleinstehende Nummern aus dem Ursprungsmaterial machen können. Eine ruhige Ballade (wie in den Strophen), eine typische Uptempo-Hymne (wie im Refrain) – und einen druckvoll rockenden Metal-Stampfer wie in den komplexeren Instrumentalpassagen. Kritik auf vergleichsweise hohem Niveau ist dagegen, dass die Hall-Effekte manchmal etwas zu aufdringlich erscheinen – und man(n) manchen Refrain etwas dezenter hätte gestalten können – wie etwa den von NEVER EXISTED, der doch etwas überladen daherkommt.

Einen besseren Abschluss als F.T.L. hätte man indes nicht für das Album finden können – hier gibt es noch einmal eine ordentliche Portion der gewohnten KELDIAN-Power mit enorm viel Biss und allen Elementen, die die Band seit jeher auszeichnen; auf die verwöhnten Lauscher. Das Riffing ist schlicht genial, ebenso wie die gebotene Abwechslung durch die Einleitung und den vor dem Ende eingeschobenen Erzählpart mit einer Portion Weltraum-Expertise – das ist eine Hymne wie sie im Buche steht, und ganz einfach Gänsehaut pur. Keine Frage: OUTBOUND ist ein solide produziertes, abwechslungsreiches, unverwechselbares; ja schlicht KELDIAN-typisches Album geworden – dass man einfach besitzen muss, hält man auch nur ansatzweise etwas vom übergeordneten Genre des Power Metal.

Absolute Anspieltipps: BURN THE SKY, KEPLER AND THE 100000 STARS, F.T.L.


„Ein weiterer musikalischer Meilenstein aus dem Hause KELDIAN.“

KELDIAN – Outbound (Metal News)

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KELDIAN – oder einer der Gründe für die Auferstehung dieses Blogs.

Die norwegischen Symphonic Power Metaller von KELDIAN, die ihre Musik nicht von ungefähr als Sci-Fi-Metal bezeichnen; haben sich wahrlich einen Ehrenplatz auf Oliverdsw.Wordpress verdient. Und das trotz der Tatsache, dass bisher erst zwei KELDIAN-Alben erschienen sind: HEAVEN’S GATE (2007) und JOURNEY OF SOULS (2008, Review). Ersteres war ein sagenhaftes, überraschendes Debütalbum mit noch leichten Mängeln in der Produktion, aber einem durch und durch grandiosen Songwriting – und zweiteres ein waschechtes 10/10-Album mit einem enormen Zeitlosigkeits-Faktor. Spätestens mit dem Erscheinen jenes Albums, welches bis heute nicht nur einen Genre-, sondern auch einen ganz allgemeinen musikalischen Höhepunkt bildet; haben KELDIAN auch eine recht ansehnliche Fanbase um sich etablieren können.

The norwegian symphonic power metallers KELDIAN, who certainly do not attribute their music as sci-fi metal for nothing, have truly deserved a place of honour on oliverdsw.wordpress. Even tough they have only released two albums so far: HEAVENS GATE (2007) and JOURNEY OF SOULS (2008). The first has been a truly surprising, generally amazing album that had some slight flaws in terms of the production quality only; presenting a very remarkable songwriting. The second however has been a true 10-out-of-10 album with that certain timeless appeal. By the release of that specific album, which could not only be seen as a highlight for the genre but for music in general; KELDIAN have established a respectable fanbase around them.

Und das wie immer nicht grundlos, schließlich wohnt der Musik von KELDIAN (die einst unter dem Bandnamen PROTOS NEMESIS und davor als ALIEN LOVE GARDENERS unterwegs waren) etwas ganz besonderes inne. Etwas, dass sich nicht so leicht in Worte fassen lässt – versucht man es doch, landet man schnell bei Begriffen wie dem Kosmos, dem Leben, der Philosophie und der Metaphysik. Tatsächlich fallen sowohl die Texte wie auch Kompositionen von KELDIAN alles andere als plump, sondern musikalisch höchst anspruchsvoll aus – sodass Genre-Grenzen gesprengt und Musikbegeisterte aller Herren Länder erreicht werden können. Wenn man so will, könnte man JOURNEY OF SOULS als Gegenstück zu LUCA TURILLI’s PROPHET OF THE LAST ECLIPSE bezeichnen. TURILLI stürzt sich demnach in eine intergalaktische Schlacht (und das mehr als engagiert, siehe hier) und KELDIAN reflektieren im Nachhinein oder schon währenddessen über die Ereignisse. Eine vage und gewagte Gegenüberstellung, vielleicht – klar ist jedoch, dass für Power Metal-Fans mit einer Vorliebe für den Kosmos und etwaige andere, sphärische Ereignisse kein Weg an diesen beiden Alben vorbeiführt.

And as always, that did not  happen without a reason – eventually there is something very special about the music of KELDIAN (who once named themselves PROTOS NEMESIS, and before that ALIEN LOVE GARDENERS). Something that is not to be put into words too easily. If you try it anyway, you would soon be including terms like the cosmos, life, philosophy and metaphysics. Actually the lyrics and compositions of KELDIAN are not clumsy at all, but rather challing and ambitious in a musical way. Therefore possible borders of musical genres can be breached easily, so that their music could rached a huge fanbase from all around the world. If you want, you could describe JOURNEY OF SOULS as a legitimate counterpart to LUCA TURILLI’s PROPHET OF THE LAST ECLIPSE – with TURILLI actually  joining a furious space battle, and KELDIAN being in a spectators perspective, reflecting over the events. A vague and even bold comparison, you would say – the truth is that no genuine power metal fan should miss these two different, but somehow connected albums.

Doch zurück zu KELDIAN und dem aktuellen Staus Quo. Das letzte markante Lebenszeichen der Band ist nun schon bald wieder in Jahr her – damals boten KELDIAN ihre bisherigen Alben und Stücke zum kostenlosen Download an (siehe News hier). Zu jener Zeit war auf der offiziellen Webseite auch eine Grafik zu sehen, die eine Veröffentlichung eines neuen Albums (welches inzwischen OUTBOUND getauft wurde) für das apokalyptische Datum des 21.12.2013 vorsah. Dabei blieb es jedoch nicht – letztendlich spielten auch finanzielle Probleme in die Verzögerungen herein. Der ungewöhnliche Ausweg: man startet eine Kampagne auf dem KELDIAN-Blogspot (Link), ähnlich eines sogenannten Crowd-Fundings. Der Ruf wurde erhört – zahlreiche internationale Fans spendeten, und trugen so eine recht ansehnliche Summe von knapp 7000 Dollar zusammen. Die Belohnung, neben der zu erwartenden musikalischen Offenbarung, die nun aller Wahrscheinlichkeit nach auch technisch perfekt ausfallen wird: jeder Spender wird eine signierte Limited-Edition der neuen CD erhalten. Aktuell setzt man den Veröffentlichungstermin von OUTBOUND schlicht auf das Jahr 2013 an – irgendwann nach dem diesjährigen Sommer wird es wohl soweit sein.

But lets get back to KELDIAN and their status quo. The last prominent life sign was the band’s promotion about their albums being able for a free download. At that time their website also displayed a possible release date for a new album (which has finally been titled OUTBOUND later), setting it for the apocalyptic date of the 21st of December. But as we soon got to know, they delayed it – having some financial problems, too. The rather unusual, but very useful approach: they set up a campaign on their blogspot, similar to the so called crowd fundings refering to movie productions. A lot of fans participated – and donated a remarkable sum of around 7000 dollar. Their reward, beside the musical revelation that is to be expected: a special limited and signed edition of the new CD. As it is for today, the release date of OUTBOUND should be placed in late 2013 – somewhen after these years summer it should be ready.

Der aktuelle Produktionsstatus lässt sich derweil auch auf Facebook ersehen – hier führen KELDIAN eine Art Tagebuch über ihre Fortschritte, und halten ihre Fans auf dem laufenden. Dabei ist auch folgendes Foto entstanden, welches schon einmal einen ungefähren Eindruck der Track-Liste ermöglicht:

The latest status of production is meanwhile to be seen on facebook – where KELDIAN conduct a kind of diary, keeping their fans up to date. Refering to it, they also posted a little photo; which allows us to have a first glimpse on the potential track list already:

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Quelle: https://www.facebook.com/pages/Keldian/133028643515879

Bleibt zu hoffen, dass nun alles glattläuft und wir das neue Album noch in diesem Jahr in den Händen halten können. Großartige Musik verlangt nach einer großen Bühne – und auch wenn KELDIAN wohl niemals Live zu sehen sein werden; hat ihre Musik einen entsprechenden Erfolg verdient. In erster Linie einen irdischen – doch wer weiss schon, was danach noch alles kommen mag…

Hopefully everything runs smooth from this day on, so that we fans can get a copy of the new album by the end of the year. Great music demands a huge stage – and even if we might never be able to see KELDIAN live, their music deserves a greater success. Primarly here on earth – but who knows what may come after that…

KELDIAN – Lebenszeichen Und CD-Downloads (Metal News)

Auf das Bild klicken, um zur überarbeiteten Website zu gelangen

Endlich, endlich ist es soweit… die weltweite Symphonic Power Metal-Fangemeinde sowie scharenweise Anhänger der sympathischen ‚Sphärenmusiker‘ von KELDIAN erhalten ein lange ersehntes Lebenszeichen. Wie man der kürzlich überarbeiteten, offiziellen Seite entnehmen kann, existiert die Band nicht nur weiterhin – auch ein neues Alben-Release könnte schon bald ins Haus stehen.

Was für eine Erleichterung – zumindest für jene, die in den letzten Wochen und Monaten öfter auf der Webseite zu Besuch waren; aber zweifelsohne nicht das fanden was sie gesucht haben. Zu sehen war nur ein typisch Weltall-orientiertes Hintergrundbild, sowie eine Jahreszahl – 2012. Was in diesem Jahr genau passieren sollte, war jedoch nicht klar – es war recht still um die Band geworden, deren letztes Album JOURNEY OF SOULS (Review) schon knappe 4 Jahre zurückliegt. Besinnt man sich also noch einmal der einmaligen Qualität des letzten Albums, könnte diese Wiederkehr gar einer kleinen Offenbarung gleichen – so zeigt sich auch das Webmagazin Oliverdsw.Wordpress voller Vorfreude und Spannung auf das neue, dritte Werk aus der Sci-Fi-Schmiede KELDIAN. Wenn es genaue Informationen zum Veröffentlichungstermin gibt, so werden diese an dieser Stelle veröffentlicht.

Allerdings gibt es ein besonderes Schmankerl, das die Wartezeit mehr als sinnig zu verkürzen weiss: die Band selbst hat sich dazu entschlossen, die beiden bisherigen Alben HEAVENS GATE und JOURNEY OF SOULS auf ihrer Webseite zum Download anzubieten. Komplett, in guter Qualität und… absolut kostenlos ! Wenn das kein Service der besonderen Art ist, was dann ? So kann sich ein jeder von der musikalischen Qualität und Vielfalt der Band überzeugen, und sich bei Gefallen die CD’s (in anfassbarer Form) erstehen. Eine weitere Besonderheit für langjährige Fans der Band: das Debütalbum HEAVENS GATE wurde kürzlich von Mika Jussila neu gemastered, und klingt nun so, wie es klingen soll. Will heissen: so druckvoll, klar, sphärisch und stimmig wie auch JOURNEY OF SOULS. Reach for the sky… or better yet; the stars !

Metal-CD-Review: KELDIAN – Journey Of Souls (2008)

Alben-Titel: Journey Of Souls
Künstler / Band: Keldian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2008
Land: Norwegen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Perris Records

Lineup:

Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)
Christer Andresen – Vocals, Guitars, Bass

Tracklist:

1. The Last Frontier (03:25)
2. Lords of Polaris (05:12)
3. Reaper (03:34)
4. The Ghost of Icarus (04:11)
5. Memento Mori (09:18)
6. Vinland (05:30)
7. The Devil in Me (04:28)
8. Hyperion (04:52)
9. God of War (04:56)
10. Starchildren (04:30)
11. Dreamcatcher (03:40)

Lasst uns das Ganze mal von einem anderen Standpunkt aus betrachten… von OBEN.

In der Tat – wer bis dato noch nichts von KELDIAN gehört hat, könnte etwas verpasst haben. Schließlich konnte man schon auf dem Debütalbum der norwegischen Musiker (HEAVENS GATE, 2007) feststellen, dass den grob im Bereich des melodischen Power Metals zu verortenden Klängen etwas ganz und gar besonderes innewohnt. Wenn man so will könnte man vielleicht auch von einem explizit sphärisch angehauchten Power Metal sprechen – in dem viele klassische und dezent an die 80er Metal-Jahre erinnernden Elemente auf geradezu kosmisch anmutende klangliche Ausstaffierungen treffen. Dabei klingt im Falle von KELDIAN nicht nur das Konzept nach reichlich Spannung, auch die Umsetzung vermag schnell zu überzeugen – was nicht zuletzt an einem vergleichsweise komplexen und anspruchsvollen Songwriting liegt. Und natürlich an den Fähigkeiten der beiden beteiligten Musiker, die eine voll besetzte Band dank ihrer Talente geradezu überflüssig machen – wobei durchaus die Frage aufkommen könnte, ob uns Arild Aardalen und Christer Andresen nicht tatsächlich von den Sternen zugesandt wurden.

Immerhin könnte man dies aufgrund der auf JOURNEY OF SOULS inszenierten musikalischen Urkraft und Raffinesse vermuten. Das schöne dabei ist, dass KELDIAN einen alles andere als schon tausendmal gehörten Power Metal spielen – und sich ab den ersten Sekunden gekonnt von der Masse an Veröffentlichungen abheben. Bereits der Opener THE LAST FRONTIER ist so schon ein mit reichlich melodischen Keyboard-Elementen, stimmigen Chor-Arrangements und einer ordentlichen Portion Atmosphäre gespickter Diamant, der im Gegensatz zum etwas unpolierteren Vorgänger HEAVEN’S GATE nicht mehr geschliffen werden muss. Unter der Zugabe zahlreicher Samples, sehr versierter Soli und einem angenehmen Gesang von Leadsänger Christer Andresen entwickelt sich eine kosmisch angehauchte Hymne, die sowohl die nötige Eingängigkeit (vor allem durch den mehrstimmigen Refrain) und eine beeindruckende Komplexität mit sich bringt. Was darauf folgt ist LORDS OF POLARIS – und die erste Überraschung, zumindest wenn man den Vorgänger HEAVEN’S GATE noch gar nicht gehört hat. Fest steht: selten hat man einen derart sphärischen, verträumten Titel gehört; der besonders mit der mysteriösen Hintergrundinstrumentalisierung und den klassisch angehauchten Backgroundgesängen punkten kann. Dennoch ist all das, und wie bei KELDIAN üblich in einem schmackigen Metal-Mantel verpackt – der es ebenfalls in sich hat. Bei vergleichsweise ruhigeren Titeln, die bei KELDIAN sonst im Genre üblichen regulären Herzschmerz-Balladen überflüssig machen; gilt jedoch: die Gitarren und vor allem das Schlagzeug werden in diesem Fall nicht zu exzessiv eingesetzt, sondern setzen dezent Akzente und bereichern das allgemeine Klangbild.

Der dritte Titel im Bunde ist dann REAPER, eine Art Midtempo-Stampfer mit einem sehr ausdrucksstarken Refrain. Markante Cosmic Metal-Sounds lassen auch diesen Titel zu etwas ganz besonderem werden – speziell natürlich dann, wenn der Höhepunkt im recht erhabenen Refrain erreicht wird. Das nächste Highlight lässt jedoch nicht lange auf sich warten, folgt es schon mit dem kongenialen GHOST OF ICARUS. Hier handelt es sich um einen Titel, der mit einem angedeuteten Funkverkehr in Hörspiel-Manier beginnt – und sich im weiteren Verlauf zur ersten wahrlich anregenden Uptempo-Nummer des Albums mausert. Aber: zu keiner gewöhnlichen, dafür sind KELDIAN einfach zu einfallsreich. Anders gesagt: die Tempowechsel und die starken Lyrics machen auch Brecher-Titel wie diesen zu etwas ganz besonderem. MEMENTO MORI steht dem, auch wenn abermals eine etwas andere Gangart an den Tag gelegt wird; in nichts nach – hier handelt es sich sogar um einen der vielleicht stärksten Titel des Albums. Sicher, ganz Unrecht hat man mit der Annahme einer auf den ersten Blick unscheinbaren Ballade nicht – wobei das, was KEDLIAN letztendlich aus diesem vornehmlich ruhig-gemäßigten Titel machen; schon an ein echtes Wunder grenzt. So kommt es auch, dass man die anberaumten 9 Minuten nicht das Gefühl haben wird, gelangweilt zu sein. Im Gegenteil, gerade in einer der späteren Passagen wird es noch einmal richtig spannend: ein perfekt ausgearbeiteter, abwechslungsreicher Instrumentalteil steuert hier unentwegt auf den Höhepunkt des Titels zu – einem fantastischen Solo gegen Minute 7. Das ist nicht weniger als Gänsehaut pur.

Doch nicht nur der fünfte Titel ist stark – auch VINLAND animiert mit seiner beschwingten Gesamtwirkung dazu, genauer hinzuhören – und einfach nur zu genießen. Highlight: der Instrumentalteil mit anschließender, man nenne es Beschwörungsformel ab Minute 2.30. Ein absoluter Pflichttitel, der KELDIAN in all ihrer Virtuosität und musikalischen Diversität zeigt. Es folgt THE DEVIL IN ME als ein von dezenten Pianoklängen dominiertes, sehr ruhiges Stück; welches in etwa die selbe musikalische Stimmung aufgreift wie auch das folgende Hyperion. Beide Titel gesellen sich damit in eine etwas unspektakulärere, ruhigere Ecke – die aufzeigt, das KELDIAN auch in vergleichsweise minimalistischen Momenten und mit wenig(er) Mitteln überzeugen können. Aber, und auch wenn dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist: ganz so überzeugend wie die Auftakttitel oder speziell das vergleichbare MEMENTO MORI sind diese beiden Stellvertreter zugegebenermaßen nicht mehr.

Doch dann geht es noch einmal rund: GOD OF WAR feuert kurz vor dem Ende des Albums eine weitere Salve eines wohl durchdachten, schier überirdischen Power Metals ab. Gerade der Refrain kommt für KELDIAN-Verhältnisse auffallend ‚hart‘ daher – wummern hier der Doublebass, allerlei Schlagzeugattacken und ein verzerrter Gesang in recht brachialer Manier durch die Boxen. Nach und nach entpuppt sich auch dieser Titel als waschechtes Highlight – nicht zuletzt durch die großartigen, reinen Instrumentalpassagen zwischendurch. Diese nehmen wieder ein wenig Tempo raus, und sorgen für reichlich Atmosphäre. Gegen Ende gibt es dann noch einmal das volle Programm – und eine wahrhaft epische Passage zum Finale, die durch eine Computer-Stimme und eine sehr sphärische Instrumentaluntermalung zu einem echten Hinhörer wird. Bleiben nur noch STARCHILDREN und DREAMCATCHER, von denen vor allem ersterer Titel mit seinem sphärisch-erhabenen Power-Refrain überzeugt. Aber auch DREAMCATCHER funktioniert wunderbar, als abschließende Uptempo-Nummer mit einem zeitlosen Refrain bleibt auch hier nicht viel liegen.

Schlussendlich: KELDIAN machen mit JOURNEY OF SOULS einfach vieles – oder vielleicht auch alles – richtig. Und das auch, da jedwede Ansprüche gleich in mehrerlei Hinsicht befriedigt werden. Anders gesagt: es spielt keine Rolle ob man nun ein Freund eines typisch europäischen Power Metals, eines sphärischen Cosmic Metals der Marke LUCA TURILLI, eines mit diversen 80er-Jahre-Einflüssen garnierten Melodic Metals oder schlicht und ergreifend ein Zuhörer mit einem breit gefächerten Musikgeschmack ist – JOURNEY OF SOULS sollte grundsätzlich jeden zufriedenstellen. KELDIAN stehen damit wie keine zweite Band Pate für einen Power Metal der Zweiflern ein für allemal klarmacht, dass das Genre auch im Jahre 2008 noch einiges zu bieten hat. Jetzt erst Recht…

Absolute Anspieltipps: Alle


„Nicht viele schaffen es schon im zweiten Anlauf, aber: JOURNEY OF SOULS ist ohne Zweifel KELDIAN’s Meisterstück.“