Metal-CD-Review: KALEDON – Carnagus – Emperor Of The Darkness (2017)

Alben-Titel: Carnagus: Emperor Of The Darkness
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Mai 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sleaszy Rider Records

Alben-Lineup:

Alex Mele – Guitars
Michele Guaitoli – Vocals
Tommy Nemesio – Guitars
Paolo Campitelli – Keyboards
Paolo Lezziroli – Bass
Manuele Di Ascenzo – Drums

Track-Liste:

1. Tenebrae Venture Sunt (01:38)
2. The Beginning of the Night (05:00)
3. Eyes Without Life (04:13)
4. The Evil Witch (04:08)
5. Dark Reality (03:56)
6. The Two Bailouts (05:37)
7. Trapped on the Throne (04:30)
8. Telepathic Messages (04:09)
9. Evil Beheaded (03:31)
10. The End of the Undead (06:35)

Hail, hail, Da-ni-el.

KALEDON ist eine bereits im Jahre 1998 gegründete Power Metal-Combo aus Italien, mit der eigentlich schon immer zu rechnen war. So konnten die Musiker vor allem mit ihrer auf einige Jahre ausgelegten Albensage LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN für Aufsehen sorgen – auch wenn die offerierte Qualität vom ersten Teil (THE DESTRUCTION aus dem Jahr 2002, siehe Review) bis hin zum letzten (THE LAST NIGHT ON THE BATTLEFIELD aus dem Jahr 2010, Review) teils markante Schwankungen aufwies, und für KALEDON eher chancenlos ausfallende Vergleiche mit dem fast zur gleichen Zeit entstandenen EMERALD SWORD-Albenzyklus von RHAPSODY vorprogrammiert waren. Dennoch ließ sich die Band nie den Mut nehmen, und feilte weiterhin kräftig an ihrer Vision. Und das sogar unabhängig von einschneidenden Besetzungswechseln, wie etwa dem Weggang des ursprünglichen Leadsängers Claudio Conti im Jahre 2007.

Für den kam bekanntlich der deutlich rauer und kräftiger agierende Marco Palazzi, mit dem KALEDON auch das erste von der LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN-Erzählung losgelöste Studioalbum aufnahmen – das recht gute, 2013 erschienene ALTOR: THE KINGS BLACKSMITH (Review). Dass sich KALEDON aber nie so ganz von ihren alten Geschichten entfernen konnten oder wollten, zeigte zuletzt das 2014 erschienene ANTILLIUS: THE KING OF LIGHT (Review) auf – ein höchst mäßiges Album, dass je nach Facón sogar den bisherigen Tiefpunkt der Bandgeschichte markieren könnte. Umso spannender ist es, nun einen Blick auf das neue KALEDON-Album CARNAGUS – EMPEROR OF THE DARKNESS zu werfen – das mit 10 neuen Titeln und mindestens einer markanten Neuerung daherkommt. Einer, die allerdings weniger auf das Konzept oder die zumindest Fans vertraut vorkommende inhaltliche Gestaltung des Albums zurückzuführen ist – sondern vielmehr auf einen erneuten Wechsel in Bezug auf den Leadgesangsposten.

Anders gesagt: mit Michele Guaitoli von OVERTURES erhalten KALEDON schon wieder einen neuen Frontmann, und gönnen sich überdies auch einige eher ungewohnte Momente – wie etwa dem leicht progressiv angehauchten, mit aggressiven Gesangsparts ausgestatteten TELEPATHIC MESSAGES. Auch sonst scheint man um einen frischen Wind bemüht: die Gitarren klingen überraschend kräftig und schroff, die Atmosphäre ist insgesamt düsterer als noch auf den vorherigen Alben. Andererseits bleiben der Band aber auch viele ihrer alten Trademarks erhalten – wie etwa die doch noch eingestreuten hochtrabenden Refrains in Titeln wie EYES WITHOUT LIFE oder THE EVIL WITCH, altbekannte akustischen Spielereien in Form von hörspielartigen Verbinungs-Passagen, der vergleichsweise exzessive Einsatz des Keyboards und eine nicht zu unterschätzende symphonische Komponente. Fest steht jedenfalls: CARNAGUS – EMPEROR OF THE DARKNESS hinterlässt keinen vorschnell in eine einzelne Schublade zu steckenden Eindruck.

Das bedeutet auch, dass man dem Album durchaus eine gewisse Vorlaufzeit einräumen sollte – was sich alleine schon deshalb lohnt, um sich in Bezug auf die zunächst noch gewöhnungsbedürftig erscheinende Darbietung des Leadsängers und die neue Härte von KALEDON akklimatisieren zu können. Aber: nach einigen Durchläufen steht fest, dass Michele Guaitoli seine Sache alles andere als schlecht macht – und doch besser zu KALEDON passt als gedacht. Auch, da seine Stimme ein gewisses Spiel vorsieht und sich zu keinem Zeitpunkt eine wie auch immer geartete Monotonie einstellt. Dafür aber könnte sich etwas anderes bemerkbar machen, zumindest im besten Fall: ein waschechtes Gänsehaut-Gefühl. Das gilt vornehmlich für das atmosphärischen Wechselbad der Gefühle vom Schlage eines gleichermaßen kräftig inszenierten wie melodischen TRAPPED ON THE THRONE, einem der absoluten Anspieltipps des Albums. Die Chance weitere zu entdecken, ist überdies recht groß – wobei man sich lediglich fragen muss, ob es wirklich nötig war auf die in TELEPATHIC MESSAGES eingestreuten aggressiveren Gesangsparts von Gastsänger James Mills zu setzen. Sicher steigert das die ohnehin große Abwechslung, und verleiht dem Album noch mehr Härte – doch das geht bekanntlich auch anders, und ohne auf potentiell markante Geschmacksfragen abzuzielen. Das Blastbeat-Dauerfeuer in EVIL BEHEADED etwa macht es vor.

Fakt ist: das neue KALEDON-Album weiß in vielerlei Hinsicht zu gefallen. Der neue Leadsänger fügt sich schier ausgezeichnet in seine neue Band ein, die neue und wesentlich kräftigere Sound-Ausrichtung ist erfrischend, das Wechselspiel aus düsteren und erhellenden Momenten beeindruckend. Hinzu kommt, dass KALEDON offenbar auch in handwerklicher Hinsicht eine ordentliche Schippe draufgelegt haben – und auch die ausgewogene Produktion keine Wünsche offen lässt. Eher im Gegenteil: so vielschichtig, differenziert, ja schlicht spannend klangen KALEDON schon lange nicht mehr. Vom vergleichsweise ermüdenden Eindruck des Vorgängers ist das Ganze jedenfalls weit, weit entfernt. Anders gesagt: KALEDON sind zurück, und das mit einer ungeahnten Stärke und Durchschlagskraft. Und: die sich aufgrund einiger Parallelen anbietende Konkurrenz in Form von Bands wie IRON FIRE, BLOODBOUND oder MYSTIC PROPHECY kann oder sollte sich besser warm anziehen.

Absolute Anspieltipps: THE EVIL WITCH, THE TWO BAILOUTS, TRAPPED ON THE THRONE, THE END OF THE UNDEAD


„Ein Spruch wie der folgende wird gerne für Werbezwecke missbraucht, aber dieses Mal stimmt es tatsächlich: das neuste KALEDON-Album ist das bisher beste. Und: es schickt die Band endlich auf den richtigen Weg.“

Metal-CD-Review: KALEDON – Antillius – The King Of Light (2014)

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Alben-Titel: Antillius: The King Of Light
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. November 2014
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Paolo Lezziroli – Bass, Vocals
Paolo Campitelli – Keyboards
Massimiliano Santori – Drums
Marco Palazzi – Vocals
Tommaso Nemesio – Guitars
Alex Mele – Guitars

Track-Liste:

1. In Aeternum (01:23)
2. The Calm Before the Storm (03:46)
3. Friends Will Be Enemies (06:18)
4. Elisabeth (05:51)
5. New Glory for the Kingdom (04:25)
6. The Party (04:24)
7. The Evil Conquest (05:50)
8. Light After Darkness (06:38)
9. The Angry Vengeance (05:14)
10. My Will (05:31)
11. The Glorious Blessing (06:06)
12. The Fallen King (08:53)

Vielleicht geht alles doch ein klein wenig zu schnell…

Nun also ist es da – das mittlerweile achte Studioalbum der fidelen Power Metaller von KALEDON. Dass die Italiener bei allen Höhen und Tiefen ihres bisherigen Werdegangs (der auch einige Besetzungswechsel vorsah) stets einen gewissen inhaltlichen Plan verfolgen, steht wohl außer Frage: auch ANTILLIUS ist ein Konzeptalbum geworden, dass auf der groß angelegten, eigens kreierten KALEDON-Sage basiert und die mit dem ersten Album begonnene Geschichte entsprechend fortführt. So kann man der Band zumindest eines schon einmal nicht absprechen – dass sie Ideen hat, sich gerne von fantastisch angehauchten Geschichten inspirieren lässt und mittlerweile eine Art Epos stemmt, dass diverse Analogien zu Genrevertretern wie RHAPSODY OF FIRE aufkommen lässt. Dementsprechend, und das ist einer der potentiellen Negativfaktoren; ist die Musik der feucht-fröhlichen Italiener aber auch alles andere als Kitsch- oder Klischeefrei. Vieles von dem, was dem Hörer nun auf ANTILLIUS geboten bekommt, hat man so oder in frappierend ähnlicher Form schon einmal gehört.

Dies ist gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt am neuen Album, denn merkwürdigerweise scheint es, als hätten sich KALEDON noch mehr als je zuvor an gewisse Gepflogenheiten des Genres angepasst. Dort, wo früher noch ein gewisses Maß an Eigenständigkeit und auch Individualität zu spüren war, herrscht nun ein regelrechter musikalischer Einheitsbrei vor – der problemlos mit den Ergüssen zahlreicher anderer Genrevertreter zu verwechseln ist. Doch selbst diese Form des Neuaufgusses altbekannter Elemente klingt in diesem Fall nicht besonders gut, wie es bei mancher Newcomer- oder Nachahmer-Band noch der Fall sein mag – ANTILLIUS schafft es kaum, den geneigten Power Metal-Konsumenten auch nur ansatzweise zu fesseln. Dafür hapert es schlicht an viel zu vielen Stellen, die sich letztendlich in einem Oberbegriff zusammenfassen lassen: einer fehlenden Atmosphäre.

Denn so beliebig die Titel auf ANTILLIUS durcheinandergewürfelt scheinen, was keinerlei Spannungsbogen oder ein Entwicklungspotential zulässt – so fad und eintönig werden die einzelnen Nummern auch präsentiert. Das erscheint besonders insofern merkwürdig, als dass KALEDON mit ihrem Vorgänger ALTOR: THE KING’S BLACKSMITH (Review) doch schon die richtige Richtung eingeschlagen hatten – und sich nun weder auf dieses vergleichsweise gute Vorzeigewerk, noch auf ihre eigene Vergangenheit besinnen. Vielmehr scheint es, als wäre ANTILLIUS aus dem nichts aufgetaucht – ohne eine entsprechende Band-Vorgeschichte, ohne bereits etablierte Markenzeichen und mit dem Gefühl, als wäre hier eine x-beliebige Newcomer-Band am Start. Den Höhepunkt markiert hier sicher die leidlich auf Herzschmerz abzielende Ballade ELISABETH – die einfach nur peinlich ist, und kaum mit einer vergleichsweise guten wie LILIBETH verglichen werden kann

Die Folge sind grundsätzlich annehmbare Grundzutaten, doch im Endeffekt wenig effektive Gesamtkompositionen: speziell die Refrains wirken verdächtig kraftlos und ausgelutscht, das Keyboard ist viel zu präsent und trägt nicht unwesentlich zum allgemeinen Kitsch-Faktor des Albums bei; selbst in den kurzen Soli klingt es eher plump. Etwaige Instrumentalstrecken (wie im Intro oder zum Auftakt von THE EVIL CONQUEST) wirken eher dilettantisch als dass sie zur Atmosphäre beitragen würden. Nach wie vor ein kritischer Faktor ist der Leadgesang von Marco Palazzi, der noch nie als perfekt oder herausragend zu bezeichnen war – nun aber zusätzlich unter gewissen Faktoren wie dem der Eintönigkeit zu leiden hat. Seine Darbietung wirkt einfach viel zu starr, emotionslos und wenig inspiriert – vielleicht noch etwas deutlicher als auf den Vorgängern. Lediglich mit einigen halbwegs passablen Nummern wie FRIENDS WILL BE ENEMIES kann man für etwas Licht im Dunkel sorgen – auch wenn einem vor allen die Riffs verdächtig bekannt vorkommen sollten (man vergleiche den Titel einmal mit STEEL MAKER), denn wie gesagt: etwas neues machen KALEDON hier nicht.

Es erscheint reichlich schade, aber vielleicht haben sich KALEDON zu sehr in ihrer eigenen Fantasy-Geschichte vertieft und dabei mehr Wert auf die inhaltlichen als auf die musikalischen Faktoren gelegt. So interessant die Geschichte und das Konzept auch erscheinen, letztendlich hilft es nicht viel wenn es an der Präsentation hapert. Und das hat man von einer mittlerweile alteingesessenen Genre-Band wie KALEDON beileibe nicht erwarten können. ANTILLIUS serviert allen interessierten lediglich einen leicht zu verwechselnden Neuaufguss altbekannter Genre-Elemente ohne Aha-Momente oder markanten Einzelleistungen; ganz zu schweigen vom überhaupt nicht vorhanden Tiefgang. Fans der Band werden ohnehin zuschlagen – allen anderen sei aber eher davon abgeraten, eignet sich ALTOR – THE KING’S BLACKSMITH viel eher als Vorzeigewerk der Italiener. Und das nicht nur, weil Fabio Lione einen glanzvolle Gastbeitrag abgeliefert hat. Wenn KALEDON so weitermachen, wird man sie eher mit nicht ganz so guten Bands wie 4TH DIMENSION vergleichen – was sie noch weiter vom Genre-Thron distanzieren wird als je zuvor.

Absolute Anspieltipps: FRIENDS WILL BE ENEMIES, LIGHT AFTER DARKNESS


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„Nach dem soliden Vorgänger eine herbe Enttäuschung – trotz des scheinbar mächtigen Konzepts.“

Metal-CD-Review: KALEDON – Altor, The King’s Blacksmith (2013)

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Alben-Titel: Altor: The King’s Blacksmith
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Gesang – Marco Palazzi
Gitarre – Alex Mele
Gitarre – Tommy Nemesio
Bass – Paolo Lezziroli
Keyboard – Daniele Fuligni
Schlagzeug – Massimiliano Santori

Track-Liste:

01. Innocence
02. Childhood
03. Between The Hammer And The Anvil
04. My Personal Hero
05. Lilibeth
06. A New Beginning
07. Kephren
08. Screams In The Wind
09. A Dark Prison (feat. Fabio Lione)

Auf eine abgeschlossene Sage folgt eine neue.

Endlich ist es soweit – das neue Album der italienischen Power Metaller von KALEDON ist am Start. Das gute Stück (welches bereits hier vorgestellt wurde) hört auf den Namen ALTOR – THE KING’S BLACKMSITH, und beinhaltet 9 Titel mit einer Gesamtspielzeit von knapp über 40 Minuten. Wer die bisherige Diskografie (siehe auch hier) der Band kennt, weiss; dass nicht immer alles Gold war was glänzte – bei Interesse finden sich die ausführlichen KALEDON-Reviews zu allen bisherigen Alben finden sich über die Tag-Suche (Link). KALDEON sind vor allem für ihre 6-teilige Alben-Saga LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN bekannt geworden – zuletzt (2012) veröffentlichten sie eine dazugehörige Compilation, THE MIGHTIEST HITS. Das wohl markanteste Band-Ereignis bisher war aber der Leadsängerwechsel im Jahre 2007 – der ehemalige Frontmann Claudio Conti ging, für ihn kam Marco Palazzi. Der klang und klingt nicht nur deutlich rauer und markanter als sein Vorgänger – im Zusammenspiel mit dem neuen, vorliegenden Album scheinen er und die anderen Mitglieder langsam aber sicher den richtigen Weg einzuschlagen. Während die Vorgängeralben noch teilweise gewöhnungsbedürftig schienen; und nur einige vereinzelte Titel eine nachhaltige Wirkung erzeugen konnten, wirkt ALTOR – THE KINGS BLACKSMITH nun erstmals stimmig – durchgehend und als Gesamtwerk, versteht sich.

Denn vor allem hinsichtlich der Qualität und Wirkungskraft der Musik ist eine mitunter überdeutliche Verbesserung festzustellen. Nach all den Jahren haben KALEDON ihre Interpretation des melodischen Power Metals endlich perfektionieren können – das Ergebnis ist ein vergleichsweise kurzes und bündiges Album; welches schlicht einen Heidenspaß macht. Und dabei recht gut durchdacht wirkt: die hier erzählten Geschichten wirken längst nicht mehr so verkitscht wie dereinst, in Sachen Intensität und Gefühl (beziehungsweise einem beabsichtigten Wechselbad der Gefühle) können KALEDON nun locker mit großen Genrekollegen wie etwa KAMELOT mithalten. Auch die Inszenierung gelingt dabei vorzüglich: von wahren Uptempo-Brettern die einfach nur mitreissen (wie der Opener CHILDHOOD), über angenehm stampfende Epen wie A NEW BEGINNING bis hin zu Balladen wie LILIBETH ist alles vertreten. Die Vielfalt steigert nicht nur den Unterhaltungswert – KAELDON wirken bei allem was sie machen stets ehrlich und ungekünstelt. Selbst die sonst eher obligatorische (und meist ungeliebte) Ballade fällt absolut überzeugend aus – was nicht zuletzt dem starken, kräftig-rauen Gesang von Marco Palazzi zu verdanken ist. Lediglich das kurze, operettenartige Intro hätte man sich vielleicht sparen können – auch wenn es an und für sich ganz nett ist, will es einfach nicht so recht zum darauf folgenden Opener passen.

Dazu sorgen die überaus druckvolle, satte und wohlklingende Produktionsqualität und die perfekte Handhabung der Instrumente (insbesondere die markanten Gitarren- und Keyboardsoli) für einen angenehmen instrumentellen Part. Einzig wenn um den Einsatz des Keyboards als untermalendes / unterstützendes Element geht, wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen: gerade der Opener CHILDHOOD wirkt so – insbesondere im Refrain – etwas überladen und ein wenig zu süßlich. Davon abgesehen gibt es nur wenige markante Kritikpunkte – dass das Rad auf diesem Album nicht neu erfunden wird, sollte dabei jedem klar sein. Eventuell könnte man noch die etwas undeutliche Aussprache des italienischen Landsmannes Marco Palazzi erwähnen – die manche stören und in so manche textliche Irre führen könnte. Andererseits trägt gerade dies zu einer gewissen Einzigartigkeit bei; und wirkt nicht selten auch irgendwie charmant. Dass KALEDON langsam aber sicher auch den Segen und die Unterstützung von anderen großen Bands haben; sieht man nicht zuletzt im finalen Titel A DARK PRISON, in dem Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) eine starke Gastgesangs-Performance abliefert. Zudem handelt es sich hier um die erste und einzige etwas düsterere Nummer – die durch das Keyboard und den Refrain aufgelockert wird. Interessant: Fabio Lione lässt hier eher Erinnerungen an seine frühe Zeit bei VISION DIVINE und LABYRINTH wachwerden, als das große RHAPSODY-Szepter zu schwingen. Ein starkes Stück – wobei es etwas gemein wäre, es als stärkstes zu bezeichnen. Schließlich singt Herr Lione hier allein – Marco Palazzi hat bereits im Vorgängertitel SCREAMS IN THE WIND seinen letzten Auftritt auf dem Album.

Fazit: KALEDON machen auf ihrem neuen Album vieles richtig – sodass es vor allem im direkten Vergleich mit den Vorgängern überaus stark wirkt. Für die absolute Genre-Krone reicht es aber noch nicht – zu markant ist die relative Überstrapazierung des Keyboards, einzelne Titel wie das eher schwache BETWEEN THE HAMMER AND ANVIL orientieren sich noch zu stark am ursprünglichen KALEDON-Sound, und wirken durch grundsätzlich unnötige Elemente (in diesem Fall eine Pseudo-Orgel) noch etwas zu künstlich und überladen. Viel angenehmer sind da doch die Titel, die KALEDON in einer bisher nie dagewesen, zukunftsorientierten Stärke zeigen – mit netten (aber halbwegs dezenten) symphonischen Elementen, einer Riesenportion Melodie und starken Leistungen eines jeden einzelnen Bandmitglieds. Ob A NEW BEGINNING, KEPHREN oder A DARK PRISON – jene Titel strotzen einfach vor Energie und Spielfreude, und ziehen den geneigten Power Metal-Fan sofort in ihren Bann. Nur weiter so – vielleicht erwartet uns dann demnächst das erste 10/10-Album in der Diskografie KALEDON’s.

Anspieltipps: CHILDHOOD, LILIBETH, A NEW BEGINNING, KEPHREN, A DARK PRISON

Vergleichsbands: LABYRINTH | VISION DIVINE


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„Nettes, aber nicht perfektes oder allzu außergewöhnliches Italo-Album“

KALEDON – Altor: The King’s Blacksmith (Metal News)

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Das kann eigentlich nur gutgehen.

KALEDON ist eine 1998 gegründete italienische Power Metal-Combo, auf die man bei Oliverdsw.Wordpress schon lange ein Auge geworfen hat. Nach der groß angelegten Alben-Saga, die von 2002 bis 2010 andauerte und ganze sechs Studioalben umfasste; folgte 2012 eine (durchaus angebrachte) Compilation – und nun endlich ist es an der Zeit für ein neues Album. Dieses wird auf den Namen ALTOR: THE KING’S BLACKSMITH hören, und aller Wahrscheinlichkeit nach eine neue Ära in der Bandgeschichte von KALEDON einläuten. Wieder einmal, muss man fast sagen – schließlich lassen sich die Auswirkungen von Mitgliederwechseln sowie generelle musikalische Weiterentwicklungen nirgendwo so gut festmachen wie bei jener sympathischen, italienischen Band. Wir werden sehen, ob sie den hohen Erwartungen gerecht werden können – aber momentan sieht es stark danach aus.

KALEDON – Childhood (Official Video)

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2013 – Das Jahr der Überraschungen.

Und dazu noch solch glorreicher… die italienischen Power Metaller von KALEDON sorgen mit CHILDHOOD, ihrer neuen Videosingle zum bald erscheinenden neuen Album THE KINGS BLACKSMITH, für Furore. Berechtigterweise – handelt es sich mitunter um einen der vielversprechendsten Titel des Power Metal-Jahres 2013. Das besondere: das Musikvideo selbst ist eigentlich alles andere als spektakulär, zeigt es doch lediglich simple Studioaufnahmen der Bandmitglieder. Immerhin scheinen die Farbtöne, Schnitte und (leichten) Effekte auf das Thema des Liedgutes abgestimmt zu sein – doch ist es hauptsächlich eben selbiges, welches fesselt und beeindruckt. In der Tat – bei einem derart hochkarätigen Titel wie diesem kann man es auch mal verschmerzen, dass es visuell nicht ganz so spektakulär zur Sache geht, wie beispielsweise in KALEDON’s letztem Video STEEL MAKER (Link).

So langsam aber sicher wird es immer schwerer zu beurteilen, wer sich die Genrekrone am Ende des Jahres sichern wird. DERDIAN haben mit LIMBO bereits kräftig vorgelegt (Link), und neben KALEDON warten auch noch OPERADYSE und EPICRENEL mit neuen Alben in den Startlöchern. Eines ist aber bereits jetzt sicher: KALEDON werden mit ihrem heiss erwarteten THE KINGS BLACKSMITH ein Wörtchen mitzureden haben. Bleibt zu hoffen, dass es ähnlich episch wird wie die vorgestellte Single.

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Be prepared for these 5 noble warriors…

Metal-CD-Review: KALEDON – Mightiest Hits (2012)

Land: Italien – Stil: Melodic Power Metal

1. Steel Maker (Previously Unreleased)
2. In Search Of Kaledon
3. Desert Land Of Warriors
4. The New Kingdom
5. A Frozen Dawn
6. Mighty Son Of The Great Lord
7. Great Night In The Land
8. Clash Of The Titans
9. New King Of Kaledon
10. The End Of The Green Power
11. The God Beyond The Man
12. Surprise Impact
13. Demons Away

Disc 2

1. In Search Of Kaledon (Demo)
2. Spirit Of The Dragon (Demo)
3. Thunder In The Sky (Demo)
4. God Says Yes (Demo)
5. Army Of The Undead King (Demo)
6. Desert Land Of Warriors (Demo)
7. God Says Yes (Demo)
8. Thunder In The Sky (Demo)
9. Desert Land Of Warriors (Demo)
10. Home (Demo)
11. New Soldiers For A New Army (Demo)

Teilweise Best-Of, teilweise neu interpretiert, und einmal gänzlich neu.

Vorwort: Ja, das ist schon was, was KALEDON dem geneigten Power Metal-Fan im Laufe der Jahre als Band (mit wechselhafter Besetzung) alles bieten konnten. Nicht umsonst sind alle bisherigen Alben der Italiener auf Oliverdsw.Wordpress rezensiert und besprochen worden (zu finden unter dem KALEDON-Tag), mal mit einer weniger glorreichen, mal mit einer deutlich besseren Wertung als Endergebnis. Nach all den Jahren des kreativen Schaffens war es nun also an der Zeit, sich einmal zurückzulehnen und auf das bisher erreichte zurückzublicken – wobei, ein simples ‚auf-die-faule-Haut-legen‘ sieht anders aus. Schließlich spielten KALEDON die für das nun vorliegende ‚Best-Of‘ fast alle vertretenden Songs komplett neu ein, sodass die Frage nach dem ‚wer singt hier eigentlich‘ endlich geklärt werden kann. Es ist tatsächlich der neue Leadsänger Marco Palazzi – und nicht, wie mancherorts vermutet wurde, das ehemalige Mitglied Claudio Conti, dessen Gesangstalent als durchaus ‚umstritten‘ galt. Aber, ist eine solche Compilation dann tatsächlich noch ein richtiges Best-Of ? Eine berechtigte Frage, schließlich verändert man die Titel durch den Einsatz eines neuen Sängers maßgeblich. Immerhin, die (noch älteren) Demo-Versionen auf der zweiten CD wurden weitestgehend ‚unbehandelt‘ gelassen.

Kritik: Bevor es jedoch zur Auswahl der nach Ansicht von KALEDON ‚besten‘ und wertvollsten Titel der Band geht, wird der Hörer erst einmal mit dem gänzlich neuen STEEL MAKER überrascht. Wobei, Fans der Band werden sicherlich mitbekommen haben, dass sie zum selbigen Titel ein recht ansprechendes Musikvideo veröffentlicht haben – und sind dementsprechend vorbereitet. Ohne Zweifel, die Nummer ist gut gelungen – so gut, dass man sich vielleicht doch eher ein neues Studioalbum herbeigewünscht hätte, und kein Best-Of. Schließlich bleibt es in Sachen gänzlich neuen Materials beim Opener – den es dafür in vollen Zügen zu genießen gilt. Der Wahnsinn, was KALEDON noch aus dem manchmal etwas eingeschlafenen Power Metal-Genre hervorzaubern können – einen Titel, der gänzlich ‚frisch‘ und unverbraucht klingt, und das trotz der etwas stereotypen Lyrics. Ein rundum satter Klang, fette Riffs, ein versierter Gesang (auf einem gemäßigten Niveau) sowie einige symphonische Elemente verzieren das zutiefst atmosphärische, kraftvolle Klangbild. Stichwort ‚Symphonic Power Metal‘ – es ist, zugegeben, etwas schade; dass der Song nicht in derselben Form auf CD gepresst wurde wie er im dazugehörigen Video zu hören war. Schließlich mangelt es dieser leicht gekürzten Version nunmehr an einem stimmigen Beginn und -Ende, welches so etwas abrupt wirkt.

Sei es drum – der Titel, der den Hörer nun erwartet, ist ein etwas älterer – nämlich IN SEARCH OF KALEDON, ehemals vom ersten Studioalbum der Band. Selbstverständlich wurden nun alle qualitativen Abstriche, die man damals aufgrund der etwas mäßigen Produktionsqualität machen musste, beglichen – und so präsentiert sich der Titel erstmals in einem richtig satten Soundgewand. Bereits jetzt wird also doch klar: ein Best-Of von einer Band wie KALEDON hat seinen Sinn, auch wenn nun ein anderer Leadsänger zugange ist als damals – schließlich kann man erst jetzt vollends in das fantastische Universum der fröhlichen Metal-Geschichtenerzähler vordringen, ohne sich an Oberflächlichkeiten stören zu müssen. Leicht überraschend: Marco Palazzi, der neue Leadsänger; weiss auch die ‚alten‘ Titel sinnig zu meistern und zu interpretieren. Die klingen gerade durch seine Performance nun vermehrt nach einem ‚echten‘ Heavy Metal; schroffe Riffs die man damals noch nicht wirklich hören konnte unterstreichen diesen Eindruck. ein paar nette Melodiebögen und Arrangements runden das Gesamtbild entsprechend ab. Weiter geht es nun mit DESERT LAND OF WARRIORS, ebenfalls vom ersten Album der Band. Abermals bestätigt sich der Eindruck, dass Marco Palazzi diese Nummern besser zu meistern weiss als damals Herr Conti – wenn auch etwas gleichförmiger.

Etwas zwiespältiger fällt der Eindruck dann beim folgenden THE NEW KINGDOM aus, im Grunde der KALEDON-Nummer schlechthin, die gerade durch das etwas… plumpe Musikvideo einen gewissen (wenn auch makaberen) Kultstatus innehat. Hier klingen beide Versionen – die alte, sehr screamlastige, sowie die neue, merklich rauere – gleich gut. Auf jeden Fall war es die richtige Entscheidung, diesen Titel mit auf das Best-Of zu packen. Mit A FROZEN DAWN folgt ein weiterer Titel des zweiten Albums. Hier handelt es sich um einen vermehrt balladesken Titel, der damals ebenfalls unter der Führung von Claudio Conti Probleme bereitete (der lief erst auf dem vierten Album zur Höchstform auf) – und nun sinnigerweise weitaus angenehmer und stimmiger klingt. Dennoch, als Highlight ist er zweifelsohne nicht zu bezeichnen. Gehen wir hinüber zum dritten Album, von dem das folgende MIGHTY SON OF THE GREAT LORD auserwählt wurde. Tatsächlich handelte es sich hier um den mit Abstand stärksten Titel des damaligen Albums – sodass man auch in der Neufassung nicht viel falsch machen konnte. Vom selben Album stammt GREAT NIGHT IN THE LAND, eine grundsolide Power Metal-Nummer mit typischem Text.

Jetzt wird es richtig interessant, denn mit CLASH OF THE TITANS und NEW KING OF KALEDON folgen zwei Titel des bisher stärksten Album der Band unter der alten ‚Führung‘ von Leadsänger Claudio Conti. Glücklicherweise fallen die Änderungen minimal aus, zumindest was den instrumentalen Part angeht – denn auch der erreichte auf dem vierten Album, gleichzeitig mit dem qualitativen Höhepunkt von Herrn Conto – eine Spitze. Die Spitze eines zwar klischeehaften, aber dennoch satten und Laune-machenden Power Metals nämlich; doch auch mit Herrn Palazzo wirken die Nummern stimmig. In diesem Fall sind die ‚Originale‘ aber den Neuinterpretationen vorzuziehen. Was nun noch folgt, ist weniger spannend; zumindest wenn man das fünfte und sechste Studioalbum von KALEDON kennt. Schließlich war hier der Wechsel des Leadsängers bereits vollzogen, sodass man sich nun im Bereich des eigentlichen ‚Best-Of’s‘ wiederfindet. THE END OF THE GREEN POWER, THE GOD BEYOND THE MAN, SURPRISE IMPACT und DEMONS AWAY sind sicherlich nicht die schlechtesten Nummern der Band, doch leider auch nicht die besten. Immerhin hat man mit SURPRISE IMPACT sogar noch einen waschechten Hochkaräter dabei. Gelangt man zur zweiten CD, so muss man feststellen: das, was hier präsentiert wird, eigenet sich am besten für durch-und-durch Fans der Band. Und beinahe ausschließlich für solche – schließlich handelt es sich hier um originale Demo-Versionen, die selten einen glasklaren Klang zu bieten haben. Aber, darum geht es gar nicht – es war durchaus die richtige Entscheidung, diese Nummern nicht auch noch neu einzuspielen. Fans wird es freuen (super: Titel 11, NEW SOLDIERS FOR A NEW ARMY), alle anderen werden sich eher auf die erste CD besinnen.

Fazit: Es ist nicht immer ganz fair, ein Best-Of-Album mit denselben Maßstäben zu bewerten wie ein reguläres – aber dennoch soll potentiell interessierten ein Anhaltspunkt gegeben werden, ob sich eine Anschaffung lohnt. Und tatsächlich haben KALEDON beinahe alles richtig gemacht – für alteingesessene Fans ist die Compilation ein Muss, da sich eine nette Bandbreite an Titeln von allen bisherigen Alben wiederfinden lässt, und zudem noch zahlreiche ‚wertvolle‘ Demo-Versionen aus längst vergangenen Tagen. Aber auch Neueinsteigern ist die Scheibe zu empfehlen – hier kann sich der geneigte Interessent langsam an KALEDON herantasten und entscheiden, ob er sich vielleicht nicht doch noch die alten Alben zulegen möchte. Zweifelsohne werden beide Gruppen mit dem Bonus-Titel STEEL MAKER zufrieden sein – den es quasi als ‚Belohnung‘ obendrauf gibt, und der nebenbei noch die Lust auf ein neues Studioalbum der Band steigert. Die zweite CD mit den Demoversionen macht die Sammlung komplett – das heisst, zu einem Muss für Fans, und zu einem überdurchschnittlich guten Album für Neueinsteiger.

Anspieltipps: STEEL MAKER, IN SEARCH OF KALEDON, THE NEW KINDOM, MIGHTY SON OF THE GREAT LORD

KALEDON – Steel Maker (Official Video)

Bandherkunft: Italien – Musikalischer Stil: Power Metal

Manchmal ist es an der Zeit, auf sein bisheriges Schaffen zurückzublicken.

Habe ich nicht irgendwann schon einmal gesagt, dass man die italienische Power Metal-Band KALEDON im Auge behalten müsse ? Genau, das war hier – in einem groß angelegten Spezial zur Band und ihren bisherigen Veröffentlichungen. Nun, gegen Ende 2011 müssen sich nun wohl auch die derzeitigen Bandmitglieder gedacht haben: wir haben schon viel geschafft, warum nicht noch einmal zurückblicken und uns auch mal selbst auf die Schultern klopfen ?

Genau das wird im Januar 2012 mit ihrem Best-Of Album geschehen, welches (sinnigerweise) MIGHTIEST HITS getauft wurde. Es werden 2 gut bestückte CD’s enthalten sein, die die bisherige Bandgeschichte aufgreifen – die zweite CD kommt gar mit allen wichtigen Demos der Band daher. Für Fans also allemal ein Pflichtkauf, aber auch für Neueinsteiger eine gute Gelegenheit, sich in das Schaffen von KALEDON hineinzuhören. Auch wenn aktuell noch die Frage im Raum steht, ob die alten demos tatsächlich so wie sie waren belassen wurden – oder ob etwas geändert wurde. Gegen eine Neueinspielung / Aufbesserung der Produktionsqualitäöt ist sicher nichts einzuwenden, allerdings hatte die Band damals einen anderen Leadsänger…

Wie dem auch sei, der eigentliche Grund zum Feiern ist der bisher unveröffentlichte Track auf dem Album(der einzige !), der da auf den Namen STEEL MAKER lauscht.Tatsächlich haben es die Italiener geschafft, erstmals ein wirklich ansprechendes Musikvideo zu produzieren – was allerdings auch keine große Kunst ist, blickt man vor allem auf die früheren zurück (die teilweise einer Parodie glichen). Ob dies die ultralangen Credits am Ende rechtfertigt (der Titel allein hat nuneinmal keine Spieldauer von über 7 Minuten…) ist eine andere Frage… gelungen ist es allemal. Und der Song ? Abermals eine epische Granate.

Falls es auf Oliverdsw.Wordpress zu einem späteren Zeitpunkt ein ausführliche(re)s Review zum aktuellen Album der Band geben wird (was wahrscheinlich ist), wird an dieser oder anderer Stelle darauf hingewiesen. Wie immer gilt der Aufruf an alle Leser: Bewerten, Kommentieren, Abonnieren !

Metal-CD-Review: KALEDON – Chapter 6 / The Last Night On The Battlefield (2010)

Land: Italien – Genre: Heavy / Power Metal

1. The Way To Home
2. Last Days
3. Power In Me
4. Coming Back To Our Land
5. Sorumoth
6. Surprise Impact
7. Black Clouds
8. Demons Away
9. May The Dragon Be With You

Nun steigen wir also zum vorerst letzten Male in die Legend Of The Forgotten Reign-Sage von Kaledon ein – denn mit diesem nunmehr sechsten Teil scheint das Epos zu enden. Immerhin, ein klein wenig episch mutet bereits die lange Geschichte dahinter an: im Jahre 2002 hat man begonnen, noch mit einem anderen Leadsänger… der neue, Marco Palazzi, darf nun also zum zweiten Male ans Werk, nachdem er auf dem vorherigen Chapter 5 sein Banddebüt gab. Eines wird aber bereits jetzt, und mit den vorherigen 5 Reviews deutlich: auch wenn die Band aus Italien stammt, und sich entsprechend ambitioniert zeigt(e): an gnadenlos epische, vergleichbare Sagen wie die Emerald Sword-Saga der Italo-Kultmetaller von Rhapsody Of Fire reichen die Werke von Kaledon zu keinem Zeitpunkt heran.

Das ist schade – mag aber auch an den unterschiedlichen Auffassungen bezüglich des Leadsängerwechsels liegen. Während einige Rezensenten über den Rücktritt des „alten“ Claudio Conti sogar glücklich waren und Marco Palazzi als weitaus stärkeren Sänger feiern, meine ich; dass sich Herr Conti zumindest kontinuierlich steigerte. So sehr, dass er auf seinem Höhepunkt – dem Chapter 4 der Sage – beinahe restlos begeistern konnte, dabei aber stets seine Unkonventionalität beibehielt. Und gerade dann muss er die Band verlassen, auf dem steilen Weg nach oben… ich selbst finde das nicht so glücklich wie manch andere, wie es sich auch in meinen Bewertungen abgezeichnet hat. von Chapter 1 bis Chapter 3 waren bereits immer wieder Steigerungen zu erkennen, doch Chapter 4 war endlich DAS ansprechende, bombastisch-mystische Power Metal-Album wie man es sich von Kaledon gewünscht hat. Es erhielt eine Wertung von 75 % – während der Nachfolger mit dem „neuen“ Marco Palazzi „nur“ 55 % erhielt – soviel wie das Chapter 2, und sogar noch 10 % weniger als Chapter 3.

Die „Steigerungslinie“ wurde also entsprechend geknickt, was allerdings nicht nur am Sänger lag: denn schließlich passte sich auch der generelle Sound an. Man bewegte sich weg vom vermeintlich kitschigen, und schlug eine weitaus härtere, klarere; aber eben auch unspektakulärere Schiene ein… von einem genregerechten Power Metal konnte man nun kaum noch sprechen, eventuell noch von einem gemäßigteren Epic Metal. Einige wenige Stücke waren durchaus hörenswert und knüpften da an, wo die Legend Of The Forgotten Reign-Sage ihre Höhepunkte fand – doch insgesamt wurde wenig neues geboten. Wie also wird das vorerst letzte Chapter abschneiden ? Sonderlich „viel zu tun“ hat man als Rezensent dieses Mal nicht: es sind lediglich 9 Titel vertreten,  zumeist mit einer Spieldauer von 3 bis 5 Minuten. Doch das muss nichts heissen – The Way To Home ist der gelungene Opener, der durch ein flottes Tempo und satten Sound besticht. Zusätzlich liefert Marco Palazzi die stimmigen und gut präsentierten Vocals ab, und wirkt dabei weitaus weniger „gelangweilt“ als noch auf dem Vorgänger. Ein paar epische Elemente (leichter Chorgesang) gibt es noch obendrauf, wobei die Textpassagen im (ruhigen) Gegensatz dazu stehen. Doch, der Song macht Lust auf mehr, und wirkt besonders gut, wenn man sich noch einmal das absolut geniale (!!) Coverartwork vor die  Nase hält.

Der zweite Track Last Days startet mit etwas Pferdegalopp und klaren Riffs. Hier handelt es sich um einen Midtempotrack, der vor allem auf die Gesangspassagen setzt. Insgesamt wirkt er jedoch wenig spektakulär und es ist etwas schade, dass man sich nicht wie lediglich in einer kurzen Passage (20 Sekunden) auf ein höheres Tempo und einige Bombast-Chorelemente fokussiert hat. Bis auf das kontinuierliche Sample, dass ein wenig nach synthetischem Orgelton aus der Konserve anmutet, bleibt eigentlich kaum etwas hängen.

Power In Me ist dann wieder einer dieser Titel, der mit einem der typischen, und damit leider auch leicht unpassend wirkenden Kaledon-Samples startet – ein Ritter gibt einen Schmerzensschrei von sich. Das klingt immer noch viel zu seltsam und befremdlich, als dass es einen „epischen“ Eindruck erwecken könnte. Und auch der Titel selbst bietet nicht viel neues – wieder handelt es sich um ein Midtempo-Stück, welches immerhin mit einer sehr gelungenen Instrumentalpassage aufwartet (etwa ab Minute 2). Dann wird es ruhiger, der Song wird kurz zur Ballade – um dann noch einmal seine volle Wirkung zu entfalten. Der Refrain mit einigen Streichern untermalt, das klingt einfach nett. Aber was ist das… Coming Back To Our Land ist eine Ballade, die keinerlei Höhen oder Tiefen aufweist, und eigentlich nur so vor sich hindudelt. Hier prägt sich nichts ein, es wird auf keinen Höhepunkt zugesteuert, der Refrain wiederholt sich recht oft – auch wenn Herr Palazzi sich reinhängt (besonders gegen Ende), einer der wohl schwächsten Tracks des Albums.

Jetzt beginnt wohl (endlich !) die Zeit der Gegensätze. Denn es herrscht zum ersten Mal richtige Gänsehaut beim epischen Sorumoth – und das trotz, oder gerade wegen der kräftigen Growls ? Kaledon einmal anders – und als Abwechslung gibt es noch eine wunderbar liebliche Gesangsvariation. Das Ganze wirkt wie ein episches Zwiegespräch zwischen zwei Protagonisten auf dem Schlachtfeld – genau so soll es sein, ein echter Kracher. Und auch das folgende Surprise Impact zeigt sich als echter Muntermacher: ein flottes Tempo, fetzige Riffs, und generell ein einprägsamer Eindruck… der Refrain kommt sehr frisch und innovativ daher, die epischen Klassik-Samples im Hintergrund sorgen für die nötige Erhabenheit. Und Sänger Marco Palazzi weiss nun auch mich zum ersten Mal so richtig zu begeistern.

Doch es folgt ein wesentlich schwächeres Black Clouds, dass erneut keine nennenswerten Höhepunkte aufweist. Es erinnert durch die Instrumentalisierung zudem stark an Track 2 des Albums. Das ist wenig spannend, und auch die vermeintlich „symphonischen“ Elemente kommen in der (viel zu kraftlosen und langsamen) Gesamtwirkung eher fade daher. Es bleibt eine merkwürdige Angelegenheit mit dieser Band – aber definitiv eine spannende. Gerade bei diesem Album hat man das Gefühl, als weise es trotz der geringen Titelanzahl von gerade einmal 9 Stück einen sehr deutlichen Spannungsbogen auf. Der Opener funktioniert noch gut und macht Laune, danach aber geht es bergab… bis zur Ballade Coming Back To Our Land als Tiefpunkt. Dann aber heisst es Kaledon einmal anders – und das Konzept geht auf, die beiden stärksten Tracks des Albums folgen. Warum bitte besinnt sich Kaledon nicht auf Stücke dieser Art, scheinen doch in diesem Bereich ihre klaren Stärken zu liegen (die etwas düsteren, schnelleren, „dreckigeren“ Titel) ? Doch danach heisst es abermals Langeweile vor: Black Clouds und Demons Away klingen absolut unspektakulär, wobei gerade Demons Away Potential gehabt hätte. Aber die Mischung aus klassischen (hier sehr nach Filmmusik klingenden) und rockigen Elementen geht im Gegensatz zu den Jungs bei Rhapsody Of Fire absolut nicht auf. Die Drums wirken eher unsauber und störend, der (angestrengte) Gesang wenig passend. May The Dragon Be With You wartet dann endlich noch einmal mit etwas mehr Tempo auf – wie es zu Kaledon nun einmal am Besten passt. Und auch der Refrain wirkt ambitioniert… kann aber auch nicht wirklich überzeugen, ebenso wie die vermeintlich „dämonische“ Erzählerstimme gegen Ende – viel zu künstlich ! Das können andere Genrevertreter viel, viel besser. Zu einer Übersicht der einzelnen Wertungsvergaben:

1. The Way To Home – 8/10
2. Last Days – 5/10
3. Power In Me – 7/10
4. Coming Back To Our Land – 3/10
5. Sorumoth – 9/10
6. Surprise Impact – 9/10
7. Black Clouds – 4/10
8. Demons Away – 5/10
9. May The Dragon Be With You – 5/10

Schlussendlich… das Chapter 6 ist aufgrund der starken „Mitte“ der Tracks vielleicht einen kleinen Tucken besser als der Vorgänger. Aber, an den Höhepunkt der Saga, Chapter 4, vermag dieses Album nicht heranzukommen. Für Fans der Band sicher empfehlenswert !

Metal-CD-Review: KALEDON – Chapter 5 / A New Era Begins (2008)

Land: Italien – Genre: Heavy / Power Metal

1. A New Man
2. A Wounded Friend
3. Mozul
4. Undeads Again
5. The End Of The Green Power
6. A Flash In The Sky
7. Great Mighty Light
8. Greatest Heart
9. The God Beyond The Man
10. Return To Kaledon

Neues Album, neuer Sänger – Kaledon verfolgen weiterhin ihre Legend Of The Forgotten Reign-Sage – auch mit einer neuen Besetzung. Mit dem nunmehr fünften Teil soll auch weiterhin epischer Metal aus handgemachten, epischen Erzählungen geschaffen werden – aber wie ist das Album tatsächlich ?

Das fünfte Chapter beginnt mit einer traditionellen, gleichzeitig aber frischen Neubeginns-Stimmung. Wie auf den alten Alben wird erst nach dem Helden Daniel gerufen, doch gleich darauf offenbart sich der neue Sound von Kaledon – der allein vom Genre her eine etwas andere Richtung einschlägt. Während die ersten vier Chapter noch unter der Bezeichnung (Symphonic oder Melodic) Power Metal firmieren konnten, so fallen jegliche Symphonic Metal-Anteile komplett weg, und auch das „Power“ ist zu ersetzen: nämlich durch ein „Heavy“. In der Tat, Kaldeon spielen nun einen gemäßigteren Heavy oder auch Progressive Metal, der nicht mehr durch Tempo und High-Pitched Screampassagen, sondern eher durch härte Riffs und auch einem härteren Gesang charakterisiert wird. A New Man heisst es nun also nicht nur in Bezug auf den ersten Songtitel und dessen Inhalt, sondern auch in Bezug auf die Bandbesetzung.

Der besagte Wechsel des Leadsängers bringt allerdings gleichzeitig Vor- und Nachteile mit sich. Während der ehemalige Leadsänger Claudio Conti besonders bei den ersten Alben ein Gefühl des Timings vermissen liess, und seine Scream-Eskapen nicht jedermanns Sache waren, so steigerte er sich doch kontinuierlich (mit den Höhepunkten auf Chapter 4). In jedem Fall konnte man ihm ein Attribut niemals aberkennen: seine Einzigartigkeit. Der neue Sänger Marco Palazzi klingt zwar deutlich reifer, kräftiger, sicherer – aber eben auch ein klein wenig unspektakulärer. Freunde des Power Metal könnten also ihre Probleme haben mit dem Wechsel – da der neue Sänger passend zu den gemäßigteren Instrumentals eben auch stark „gemäßigt“ klingt.

Dies zeigt auch das weiterführende Konzept der Songs, welches nun mit weitaus ruhigeren Titeln daherkommt: eine Ballade wie A Wounded Friend verdeutlicht dies. Technisch betrachtet ist der Titel zwar über jeden Zweifel erhaben, aber was will man machen wenn er einfach keine Emotionen erzeugt ? Weder kann er zu einem Ohrwurm avancieren, noch zu einer Mitwipp-Hymne, noch zu einer wirklich beeindruckenden Ballade. Auch das ansprechend beginnende Mozul hat dieses Problem: hier handelt es sich um einen typischen weder-noch Song, mit dem nicht einmal Freunde des Heavy Metal glücklich werden können. Wirklich kraftvoll erscheint dieser Titel nämlich nicht, und der Gesang klingt alles andere als spektakulär. Man wartet förmlich auf einen Titel, der endlich aus der Masse der 2008’er Produktionen herausstechen würde – entweder durch spürbare musikalische Innovation oder aber durch eindeutige musikalische Erhabenheit in Richtung des Epic Metal. In den letzten Reviews wurde Rhapsody Of Fire oft als Vergleichsband zitiert, die sich nun aber entgültig nicht mehr dafür eignet: Epic ist in der Musik von Kaledon nun noch weniger. Und auch nicht sonderlich Melodic: Undeads Again hat Potential, verschenkt dies aber letztlich und resultiert in einem musikalischen Einheitsbrei. Ein paar „frisch“ wirkende Sample- und Gitarrenpassagen können da leider auch nicht mehr viel retten.

Bei Titeln wie dem folgenden The End Of The Green Power kommt zumindest ein wenig „Aufbruchsstimmung“ auf – aber man könnte unweigerlich daran denken, dass dieser Song viel eher in das Repertoire einer Band wie Falconer gepasst hätte. Auch hier gibt es wieder eine etwas längere, durchaus gute Solopassage, die für die nötige Abwechslung sorgt. Und tatsächlich: stellenweise klingt der Sound hier doch ein stückweit „episch“ ! Aber eben nur bis zum nächsten Refrain beziehungsweise Gesangspart… A Flash In The Sky klingt wieder nur vom Titel her und damit nur vermeintlich episch: wirklich zur Sache geht es auch hier nicht, das Schlagzeug hämmert entspannt vor sich hin, die Gitarren werden keinesfalls überstrapaziert, der Text und dessen Präsentation gestaltet sich etwas… einschläfernd. Einzig die etwas „mystisch“ wirkenden Samples und Einspieler wirken erfrischend – wie auch erneut der längere Instrumentalpart. Im Gegensatz dazu steht das Instrumentalstück The Great Mighty Light – hier darf das erste Mal ausgelassen gefeiert werden. Das Tempo ist – endlich ! – mal wieder schön flott, die Riffs knallhart, die Samples abwechslungsreich und der Sound insgesamt wirkt schlicht sehr innovativ. Dies ist ein Titel mit Wiedererkennungswert – mal Uptemo-Bombastmetal, mal sphärisch, mal mystisch, mal verspielt… der beste Titel des Albums (und vielleicht auch eines der besten Metal-Instrumentals überhaupt). Greatest Heart weiss sich ebenfalls abzuheben, das als Video ausgekoppelte God Beyond The Man dagegen wieder nicht – und der letzte Titel Return To Kaledon bietet dann doch nochmal ein wenig Futter in Sachen Epicness. Alle Titel des Albums in einer Übersicht mit Wertungsvergabe:

1. A New Man – 4/10
2. A Wounded Friend – 5/10
3. Mozul – 4/10
4. Undeads Again – 4/10
5. The End Of The Green Power – 5/10
6. A Flash In The Sky – 5/10
7. Great Mighty Light – 9/10
8. Greatest Heart – 8/10
9. The God Beyond The Man – 6/10
10. Return To Kaledon – 7/10

Schlussendlich: Technisch ist das Ganze sicherlich perfekt, und lässt keine Kritik zu. Aber, vom Gesamteindruck her gestaltet sich dieses Kaledon-Album eben äusserst unspektakulär ! Wirkliche, hervorstechende Aspekte finden sich zumeist nur in den abwechslungsreichen Solo- und Instrumentalpassagen. Doch das ist für ein Album, welches angeblich eine „epische“ Saga erzählen will, einfach zu wenig. Aber einen weiteren Teil wird es ja noch geben…


Metal-CD-Review: KALEDON – Chapter 4 / Twilight Of The Gods (2006)

Land: Italien – Genre: Melodic Power Metal

1. The Holy Water
2. Hell On Earth
3. War Plans
4. Goodbye My Friend
5. Clash Of The Titans
6. Into The Fog
7. Eyes Of Fire
8. The Fury
9. New King Of Kaledon
10. The Prophecy
11. Out Of The Ground

Wie es die Kapitelangabe Chapter 4 bereits vermuten lässt, ist dies bereits der vierte Langspieler der italienischen Power Metal-Band Kaledon. Es begann schon im Jahre 2001 mit Chapter 1 – dem Beginn der Legend Of The Forgotten Reign-Sage, einem episch angelegten Albenkonzept. Besonders interessant ist, dass die Band diesem bis heute treu geblieben ist – und die Alben entsprechend nummeriert. So entsteht ein zusätzlich „epischer“ Eindruck, da das gesamte musikalische Schaffen als Gesamtwerk einzustufen ist. Sicher, dass ist im Grunde bei allen Bands so – doch hier bedient man sich einer zusätzlichen, eigentlich eher ungewöhnlichen Komponente, die es noch offensichtlicher macht. Steigen wir also ein in die Welt von Kaledon – und diese ist, zu meiner Freude und teilweise auch Überraschung; sehr sehr majestätisch. Warum ? Nun, mindestens drei Aspekte weisen darauf hin. Zum einen ist es das grundsätzliche Albenkonzept selbst, mit allem was dazu gehört (Artwork, Songtexte, Einflüsse aus Historie, Fantasy und anderen Themen). Dann wäre da noch die Ausführung, das heisst die Spielart und die qualitative Leistung die alle Beteiligten erbringen – das Ganze klingt sehr rund abgemischt und versiert gespielt. Und als letztes hat man dann noch die Gesamtwirkung, welche entsprechend zeitlos, bewegend und episch daherkommt. Wie bei einer spannend erzählten Sage eben.

So macht bereits der Opener The Holy Water klar, dass Kaledon nicht einfach nur Nachahmer von anderen italienischen Power Metal Bands a’la Rhapsody Of Fire sein wollen – sondern ganz eigene, unvergleiche Kompositionen kreieren. Der Titel ist ein Power Metal-Brecher allererste Güteklasse, jedoch klingt er glücklicherweise nicht allzu „cheesy“ wie die Werke von anderen italienischen Bands – sondern offenbart ein gewisses Maß an Düsterheit und ansprechender Lyrik. Das Tempo ist mitreißend, der Refrain sowieso; und das Ganze klingt mit einem kurzen Intropart, der wunderbaren Stimme des Leadsängers und dem Chor-refrain sehr abwechslungsreich. Auch langsamere, andächtigere Titel wie das folgende Hell On Earth wirken gelungen – das Ganze klingt höchst mystisch.

Etwas schade ist, dass das gesamte Album von Kaledon zwar recht bedeutungsschwanger daherkommt, keiner der Titel aber wirklich einen „Ausbruch“ aus der etwas tristen Stimmungsmache markiert. Da muss man sich schon mit den wenigen „uplifting“ Refrains begnügen, der Rest fällt kontinuierlich bedrückend und einstweilen sogar „traurig“ aus – siehe beispielsweise die Ballade Goodbye My Friend. Sicher, es soll auf diesem Album zugehen wie es der Titel bereits impliziert – ein wenig düster, ein wenig apokalyptisch. Aber ein kleiner Aufmunterer zwischendurch, das wäre es doch gewesen… denn in jeder noch so düsteren Ära gibt es so etwas wie einen Hoffnungsschimmer – sicher auch im Kaldeon-Geschichtsuniversum. Kommen wir zu einer Übersicht der einzelnen Titel mit einem kurzen Kommentar:

01. The Holy Water – Episch, düster, diese Aufbruchsstimmung… 10/10
02. Hell On Earth – Nett für einen ruhigen Track, guter Gesangspart, furioses Finale… 6/10
03. War Plans – Sehr eingängig, mystisch, und schnell mit einem Top Refrain… 10/10
04. Goodbye My Friend – Lamentierend, wehmütig, traurig, bedrückend; Geschmackssache… 4/10
05. Clash Of The Titans – Beinahe eine Hymne wie Track 1 und 3… 8/10
06. Into The Fog – Ein eher gewöhnlicher, langsamer Titel ohne Wiedererkennungswert… 4/10
07. Eyes Of Fire – Dicker, einprägsamer Uptempo-Refrain, flotte Gitarrenpassagen, ein wenig „Cosmic“… 7/10
08. The Fury – Stimmiger Beginn, danach aber etwas öde… 5/10
09. New King Of Kaledon – Endlich, eine Power Metal-Hymne… hail Daniel… ! 8/10
10. The Prophecy – Wie alle Balladen von Power Metal-Bands reine Geschmackssache… 5/10
11. Out Of The Ground – Zum Abschluss noch einmal ein wenig Tempo und Energie… 6/10

Schlussendlich, das bisher beste Album der Kaledon-Saga. Aber für eine charttechnische Platzierung neben dem Großteil der Alben von Rhapsody Of Fire (siehe hier) reicht es dann aber doch (noch !) nicht… doch die Tendenz ist klar ersichtlich.