TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 8 – Finale)

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Basierend Auf: A Song Of Ice And Fire
Umfang / Laufzeit: 6 Folgen (je ca. 54-80 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 8 | Achte Staffel | Finale | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 6 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Winterfell Winterfell
02 A Knight Of The Seven Kingdoms Ein Ritter Der Sieben Königslande
03 The Long Night Die Lange Nacht
04 The Last Of The Starks Die Letzten Der Starks
05 The Bells Die Glocken
06 The Iron Throne Der Eiserne Thron

Mach’s mir noch einmal, George R.R. Martin.

Kurzinhalt: Langsam aber sicher scheint sich die letzte, alles entscheidende Schlacht in den 7 Königslanden von Westeros abzuzeichnen. Der mächtige Nachtkönig steht mitsamt seiner Armee aus Untoten bereits direkt vor den Toren Winterfells – und droht, alles sich ihm in den Weg stellende gnadenlos niederzumähen. Das Problem: so sehr sich die Truppen auf den Seiten der Lebenden auch anstrengen, die Untoten bekommen immer wieder Nachschub. Denn wenn es schon nicht neue Opfer sind, die nach ihrem Tod plötzlich auf Seiten des Nachtkönigs kämpfen, stehen die nur vermeintlich besiegten Kreaturen einfach wieder auf – zumindest nach einer gewissen Zeit, und wenn man ihnen nicht gerade den Kopf abgeschlagen hat. Problematisch ist auch, dass sich die noch immer in Königsmund verharrende Königin Cersei eigentlich bereiterklärt hat, den Menschen im Norden zur Hilfe zu eilen – doch offenbar handelte sich dabei nur um ein weiteres leeres Versprechen. So versammelt sie in aller Ruhe ihre eigenen Truppen, um gegen den aus der Schlacht hervorgehenden Sieger anzutreten – und ein für allemal zu klären, wer das Anrecht auf den heiß begehrten Platz auf dem Eisernen Thron hat.

Kritik: In der Tat – und ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen – ist der Inhalt zur mittlerweile achten (und letzten) Staffel des sich in aller Munde befindenden Fantasy-Serien-Spektakels GAME OF THRONES schnell erzählt. Wobei das nur gut und richtig ist, schließlich haben Fans des Franchise schon lange genug auf ein bestenfalls grandioses Finale gewartet – und natürlich auch auf eine möglichst zufriedenstellende Zusammenführung respektive eine Auflösung zumindest einiger der vielen zuvor angeschnittenen Erzählstränge. Anders gesagt: dass die ab 2011 ausgestrahlte Serie langsam aber sicher zu einem Abschluss kommt, war von vielen auch genau so gewünscht – wobei das diesbezüglich doch recht konsequente Vorgehen der Verantwortlichen allemal eine positive Überraschung ist. Schließlich hätte man das Ganze durchaus auch – und das ohne allzu sehr in Richtung von regelrechten endlos-Szenarien a’la THE WALKING DEAD (siehe unter anderem hier) zu schielen – noch viel weiter ausschlachten können. Trotz der immensen Produktionskosten, versteht sich – die dank des noch immenseren Erfolges der Serie aber sicher problemlos wieder eingespielt werden konnten. Und überhaupt: wie es scheint können sich so gut wie alle, die auch nur ansatzweise in der Besetzungsliste von GAME OF THRONES auftauchen; mittlerweile recht unaufgeregt aussuchen welche Jobs sie in Zukunft annehmen werden. Und das eventuell auch zu Recht, denn – und das auch ohne die achte Staffel explizit in dieses Urteil mit einzubeziehen – das, was mit GAME OF THRONES erreicht wurde, ist in so gut wie jeder Hinsicht kultverdächtig.

Und dennoch: gerade, da GAME OF THRONES nun komplett ausgestrahlt wurde – und das dieses Mal übrigens in einem überschaubaren Rahmen von gerade einmal 6 Episoden – sollte es erlaubt sein, auf die potentiellen Schwächen der Serie hinzuweisen. Schwächen, die im Laufe der bisherigen Historie der Serie und auch Rezensionen dieses Blogs (siehe unter anderem hier) eher marginal ausfielen – und sich bestenfalls dadurch äußerten, dass man sich so manches Mal etwas zu weit zurück lehnte (wie etwa in der insgesamt schwächeren zweiten Staffel), kleinere Durststrecken einbaute oder Probleme hinsichtlich einer allgemeinen Logik und Nachvollziehbarkeit offenbarte. Den allgemeinen Spaß- und sicherlich auch Suchtfaktor der Serie vermochten sie jedenfalls kaum zu trüben – zumal GAME OF THRONES immer wieder mit Stärken aufwartete, die man so in keiner anderen Serie vorfindet. Natürlich ist dies auch dem hohen Budget und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten geschuldet – doch auch davon unabhängig haben die Verantwortlichen immer wieder bewiesen, dass sie ein außerordentliches Fingerspitzengefühl für so gut wie alle Aspekte der Serie besitzen. Sei es das bis zur aktuellen Staffel hervorragende, hinter allem stehende Handwerk (inklusive der mancherlei Kinoproduktion überlegenen Inszenierung, des grandiosen Soundtracks, der tadellosen Leistungen der Darsteller und noch so viel mehr), die Erzählweise der Geschichte (inklusive der zahlreichen vermeintlich nebensächlichen Ereignisse sowie der teils genialen Dialoge) oder die insgesamt äußerst stimmige, wenn man so will unvergleichliche und unvergleichlich fesselnde Atmosphäre – man musste einfach mit GAME OF THRONES rechnen.

Zumindest war das angeraten. Verständlicherweise gilt das nun nicht mehr, aber – und das ist die eigentliche Überraschung – nicht nur, da die Serie mit der achten Staffel ihr Ende findet respektive zelebriert. Nein, es ist noch etwas anderes geschehen – etwas, mit dem so sicherlich niemand gerechnet hätte. Sicher, Geschmäcker sind verschieden – und die Verantwortlichen hätten nie und nimmer einen Weg finden können, alle Zuschauer zufriedenstellen zu können. Was sie sich innerhalb der 6 Episoden der finalen Staffel aber gedacht, erlaubt oder vielleicht auch erdreistet haben zu tun; mag man eigentlich kaum glauben. Wobei, und das muss man dazu sagen; es sich dabei weniger um eine einzelne Fehlentscheidung, als vielmehr viele kleinere Kieselsteine auf dem Weg zu einem einen Großteil der Fans überrollenden Erdrutsch handelt.

Ein Erdrutsch oder auch eine Katastrophe, die sich spätestens ab dem Beginn der dritten Folge der Staffel (DIE LANGE NACHT) abzeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Episode, die im Gegensatz zu den beiden (durchaus guten) vorherigen insofern besonders war, als dass sie schon von den Verantwortlichen selbst als eine der potentiell besten und besondersten gekennzeichnet wurde – was sich leider nur allzu selten bewahrheitet. Und so auch nicht in diesem Fall. Sicher, man konnte der Folge ansehen, dass einiges an Arbeit und vor allem auch Herzblut in sie geflossen ist. Doch – und das wirklich erstmals in der gesamten Geschichte des Daseins von GAME OF THRONES als TV-Serie – konnte man sich nicht des Gefühls erwehren, dass ein der Serie grundsätzlich kaum zuträglicher Schwerpunkt gesetzt wurde.

Anders gesagt: warum auch immer man sich dazu hat hinreißen lassen, besteht der Werdegang von GAME OF THRONES ab der dritten Folge der achten Staffel klar aus Maßnahmen, die man sonst eigentlich nur aus diversen Hollywood-Hochglanzproduktionen kennt. Wenn man so will und es vereinfacht ausdrücken möchte, könnte man diese unter dem Begriff Stil über Substanz zusammenfassen – was bedeutet, dass die Macher ihr Augenmerk eindeutig mehr in Richtung einer möglichst bildgewaltigen Szenerie inklusive vielen durchaus im Gedächtnis bleibenden visuellen Highlights gerichtet haben, als sich tatsächlich noch nennenswert um etwaige Inhalte zu kümmern. Gerade das kann und darf einfach nicht sein, zumal es sich hier immerhin um GAME OF THRONES handelt – und damit eine Serie, die bis dato noch nie mit derlei Problemen zu kämpfen hatte. Sicher, Momente wie einige der in der LANGEN NACHT anberaumten sehen nett aus – doch Sinn ergeben sie nur selten, erst Recht wenn man bestimmte Aspekte (Stichwort Taktik, oder beispielsweise auch die Charakterentwicklung oder zeitliche Abfolgen) beginnt zu hinterfragen. Und noch einmal: bisher gelangen Dinge wie diese relativ problemlos. Stets konnte man GAME OF THRONES nicht nur in visueller (und natürlich auch akustischer) Hinsicht genießen, sondern auch tief in die Welt von Westeros mitsamt all ihrer Geschichten und Charaktere einsteigen. Mehr noch: man konnte sie hinterfragen, über sie diskutieren; oder manchmal auch einfach nur über sie staunen.

Umso überraschender ist es, dass dieses gelungene Konzept mit der Episode der LANGEN NACHT scheinbar komplett über den Haufen geworfen wird. Schon die Tatsache, dass über die gesamte Episode eine so nicht dagewesene Dunkelheit herrschte – eine, bei der es zu einfach wäre sie metaphorisch, das heißt im Sinne der herannahenden Nacht zu werten – lässt nun plötzlich doch einen etwas anderen handwerklichen Eindruck der Serie entstehen. In jedem Fall führt es dazu, dass ein Großteil der Arbeiten an den Kostümen, Requisiten und auch den Kampfszenen regelrecht verpufft – und man sich als Zuschauer fragt warum überhaupt ein so großer Aufwand für die Dreharbeiten betrieben werden musste, wenn im Endeffekt ohnehin alles in einen ominösen Schleier gehüllt wird. Dabei ist es nicht nur die hier gemeinte offensichtliche Dunkelheit, die einem Sorge bereiten könnte oder sollte – sondern auch der regelrechte Rückschritt in Bezug auf die Entwicklungen der Story und Charaktere. Auch hier gilt: natürlich handelt es sich um eine Ausnahmesituation, in der vieles über den Haufen geworfen wird – aber eben nicht alles. Zumal es sich so anfühlt, als würden manche der hoffnungsvoll aufgebauten Charaktere regelrecht zerstört.

Tatsächlich ist diese die gesamte Episode durchziehende Entwicklung dann auch der Anfang vom Ende von GAME OF THRONES. Immerhin sollten die eigentlichen Schläge vor den Kopf erst noch folgen – wie etwa das Ableben des Nachtkönigs, welches nicht weniger als das wohl unwürdigste aller vorstellbaren Enden für die Untoten-Story von GAME OF THRONES beschreibt. Und das, obwohl die Serie (übrigens im Gegensatz zu den Büchern) schon ab Episode 1 der ersten Staffel die Untoten als eigentliche Widersacher beschrieb. Einen Widersacher, der die Machtkämpfe der Menschen wie kleinere Geplänkel aussehen ließ, und der nur in einem schier wahnwitzigen Finale hätte besiegt werden können. Dass man diese beinahe 8 Jahre (!) aufgebaute Erzählung nunmehr mit einem einzigen Dolchstoß beendet, ist – ganz unabhängig von etwaigen Geschmacksfragen – ein Affront gegenüber allen der Serie seit jeher die treue haltenden Fans ist.

Ein Affront, der wohl nur noch von dem übertroffen werden kann, was in den verbleibenden 3 Episoden der Staffel folgt. Schließlich reiht sich hier eine plumpe Idee und Ausführung an die Nächste – zusammen mit dem Eindruck, dass vieles nach dem Motto eines allzu schamlosen Schnellschussverfahrens inszeniert wurde. Angefangen bei den teils überdeutlichen (dabei aber äußerst schnlecht abschneidenden) HERR DER RINGE-Parallelen über die hanebüchen dargestellte Schlachführung, die merkwürdigen Zeitsprünge oder die immer unsympathischeren und einfach nicht mehr glaubwürdigen Charaktentwicklungen bis hin zu schier unsäglichen Einzel-Momenten (beispielsweise ein Drache, der den Eisernen Thron verbrennt) und Protagonisten, die plötzlich in aberwitzigen Positionen auftauchen (Daenerys, Bran, Tyrion) – es wird einfach nichts mehr inhaltlich unterfüttert, sondern einfach nur dargestellt. Und das in einer derart tumben Manier, dass es schmerzt.

Noch einmal: sicher gäbe es ebenso viele vorstellbare Enden für GAME OF THRONES wie es Zuschauer gibt. Doch wenn man sich als Verantwortlicher schon für eines entscheidet, dann doch bitte ein nachvollziehbares. Eines, für das man sich emotional erwärmen kann. Eines, über das man noch lange nachdenkt und redet. Eines, welches eben nicht den Konsum der gesamten vorherigen Staffeln zumindest gefühlt obsolet macht – und dafür sorgt, dass sich die Fangemeinde in zwei große Lager spaltet. In eines, dass die Ereignisse so hinnimmt – und in eines, welches so unzufrieden ist dass es schier unmögliche Dinge wie eine komplette Neuverfilmung der achten Staffel verlangt. Allein diese Tatsache sollte einen jeden schnell zu einer Feststellung kommen lassen: dass das große Finale von GAME OF THRONES ein der Serie unwürdiges ist.

Was genau man nun mit GAME OF THRONES anfangen soll, gerade wenn es darum geht die Serie einer späteren Generation von Fantasy-begeisterten zu empfehlen; steht dank des Unvermögens der Verantwortlichen in den Sternen. So erscheint es einerseits fragwürdig, die komplette Serie aufgrund derart später Fehler in irgendeiner Schublade verschwinden zu lassen – und andererseits mindestens ebenso gewagt, sie interessierten vorbehaltlos an die Hand zu geben. Denn, und das sollte man bedenken: mit einem Ende wie dem hier präsentierten kann eigentlich niemand wirklich zufrieden sein. Was bleibt, ist die Erinnerung – an zahlreiche wirkliche schöne GAME OF THRONES-Momente und eine doch recht lange gemeinsame Zeit.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © HBO

border_01

„Die achte Staffel von GAME OF THRONES markiert einen der wohl erstaunlichsten Wendepunkte einer TV-Serie. Einen ebenso erstaunlichen wie zutiefst ärgerlichen – was eine Gesamtbeurteilung entsprechend erschwert. Fest steht somit nur eines: die finale Staffel des Franchise kann hinsichtlich der Wertung nicht einmal ansatzweise mit den vorherigen mithalten. Wie schwer sich das auswirkt, muss ein jeder für sich selbst entscheiden.“

filmkritikborder

TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 7)

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Basierend Auf: A Song Of Ice And Fire
Umfang / Laufzeit: 7 Folgen (je ca. 53-77 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 7 | Siebte Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 7 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Drachenstein Dragonstone
02 Sturmtochter Stormborn
03 Die Gerechtigkeit der Königin The Queen’s Justice
04 Kriegsbeute The Spoils of War
05 Ostwacht Eastwatch
06 Jenseits der Mauer Beyond the Wall
07 Der Drache und der Wolf The Dragon and the Wolf

Irgendwann geht es eben doch in die heiße Phase.

Kurzinhalt: Nachdem Daenerys Targaryen und ihre Truppen endlich in Westeros angekommen sind, stehen sie kurz vor ihrem geplanten Feldzug gen Königsmund – und damit auch gegen die hiesige Herrscherfamilie der Lannisters. Doch während noch auf allen Seiten Machtverhältnisse neu ausgelotet und Kräfte gebündelt werden, rücken die Armeen des Nachtkönigs weiter in Richtung Süden vor. Dabei sind sich zunächst nur Jon Snow und seine Anhänger der immensen Gefahr einer potentiellen Invasion der Untoten bewusst. So versuchen sie möglichst jeder auf dem Kontinent lebenden Fraktion klarzumachen, dass sich der wahre Feind erst noch zeigen wird – und man in Anbetracht der bevorstehenden Katastrophe kaum eine andere Wahl hat, sich zumindest für den Zeitraum des kommenden Winters zu verbünden. Immerhin: mit ihren drei Drachen hat Daenery Targaryen noch einen Trumpf im Ärmel, der sich auch im Kampf gegen die Untoten als äußerst nützlich erweisen könnte. Es bleibt zu hoffen, dass der Nachtkönig eben doch nicht mehr im Gepäck hat als eine Horde wilder Untoter – und durch das Zusammenspiel von Drachenfeuer und Waffen aus Drachenglas geschlagen werden kann.

Kritik: Mit erstmals nur 7 vorgesehenen Episoden wurde auch sie nun komplett ausgestrahlt – die mittlerweile siebte Staffel des beliebten Fantasy-TV-Epos GAME OF THRONES. Wie es sich bereits in der vorangegangenen sechsten Staffel angedeutet hat, geht es dabei langsam aber sicher in die heiße Phase – wenn die Verantwortlichen an ihrem Plan festhalten, wird es nur noch eine weitere Staffel mit lediglich sechs Folgen geben. Das ist der vorliegenden siebten Staffel auch zweifelsohne anzumerken – und das nicht nur in Bezug auf den unmittelbar bevorstehenden, schlussendlich schon der finalen siebten Folge beginnenden Kampf zwischen den Menschen und den Untoten. Auch einige der nunmehr über Jahre gepflegten Nebengeschichten werden weiter oder zu Ende erzählt, wichtige Charaktere sterben, neue kommen nicht mehr hinzu. Das besondere dabei ist: auch oder gerade weil das Gefühl, dass die Serie bald abgeschlossen sein wird omnipräsent ist; hat die Serie keine nennenswerten Qualitätseinbußen zu verzeichnen. Stattdessen übernimmt sie so gut wie alle bisherigen Stärken und Schwächen der vorherigen Staffeln – was gut ist und zeigt, dass die Macher nicht wirklich von ihrem bisher eingeschlagenen Marschrichtung abweichen und sich so gesehen treu bleiben.

Eine handvoll neuerlicher Probleme gibt es dann aber doch. Vornehmlich solche; die im gleichen Atemzug mit dem noch einmal ordentlich angezogenen Spannungsbogen, den wie schon zuvor beeindruckenden handwerklichen Aspekten und dem allgemeinen Spaßfaktor der Serie zu nennen sind – und so gewissermaßen wieder ausgeglichen werden können. Beispielsweise erscheint es fast schon aberwitzig, welches Gefühl dem Zuschauer in Bezug auf etwaige zurückgelegte Entfernungen einiger Charaktere oder aber bestimmte zeitliche Faktoren vermittelt wird. Wirklich sinnig wirken die allgemeinen Truppenbewegungen, und insbesondere die der Untoten jedenfalls nicht. Auffälliger als jemals zuvor ist auch die Tatsache, dass bestimmte Charaktere (noch) nicht das zeitliche segnen soll; und sie deshalb selbst aus den ausweglosesten Situationen gerettet werden können – analog zu einigen sich durchaus anbietenden Gelegenheiten, bestimmte Konflikte zu verhindern oder zumindest deutlich zu entschärfen. Hier hat man dann eben doch das Gefühl, als hätte das Drehbuch obsiegt – und nicht die Vernunft, respektive die durch die Serie vermittelte Logik des GAME OF THRONES-Universums. Sei es drum – auch die siebte Staffel der Serie wurde insgesamt hervorragend umgesetzt und macht schlicht einen Heidenspaß. So kann es gerne weitergehen, aber bitte wirklich nur noch in oder mit einer einzigen Staffel – und nicht auch noch in zahlreichen Spin-Offs.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © HBO

border_01

„Auch die siebte Staffel hält das bisherige Qualitätsniveau – und ist daher kaum in der Lage, die allgemeine Faszination für das GAME OF THRONES-Universum zu brechen. Überhaupt: in Anbetracht des baldigen und im besten Falle entsprechend eindringlichen Serien-Finales kann man relativ problemlos über die meisten der kleineren Schwächen der Serie hinwegzusehen.“

filmkritikborder

TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 6)

Game Of Thrones, GoT, HBO, TV, Sequel, Franchise, Poster, Screening, Exklusive

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 10 Folgen (je ca. 53-67 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 6 | Sechste Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 10 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Die Rote Frau The Red Woman
02 Zuhause Home
03 Eidbrecher Oathbreaker
04 Das Buch Des Fremden Book Of The Stranger
05 Das Tor The Door
06 Blut Von Meinem Blut Blood Of My Blood
07 Der Gebrochene The Broken Man
08 Niemand No One
09 Die Schlacht Der Bastarde The Battle Of The Bastards
10 Die Winde Des Winters The Winds Of Winter

Am Ende sind sie alle gleich, die großen und die kleinen Schlachten.

Inhalt: Achtung, Spoiler ! Die Schlacht der Könige und solcher, die es gerne werden wollen; geht weiter. Doch was sind schon zwischenmenschliche Konflikte, wenn die sogenannten Weißen Wanderer mit ihrer Armee von Wiedergängern bereits nahe vor den Toren der großen Mauer im Norden stehen ? Trotzdem gibt es weiterhin mannigfaltige Machtkämpfe in Westeros – die im schlimmsten Fall erst dann enden, wenn es bereits zu spät ist. Nicht nur Stannis Baratheon steht mit seiner Armee dem Clan der Boltons gegenüber, sondern später auch der überraschenderweise von der Feuerfrau gerettete John Snow – gemeinsam mit den wenigen verbündeten Häusern des Nordens und den letzten Mitgliedern seiner Familie. In Königsmund regiert derweil der junge und unerfahrene Tommen Baratheon, allerdings nur mit Hilfe seiner Mutter Cersei Lannister – die Gefahr im neuerdings aufkeimenden Glauben und seinen Vertretern sieht, und bald darauf tatsächlich einen erniedrigen Bußgang absolvieren muss. Doch sinnt sie bald auf Rache, zumal sie noch immer die Geschicke der Stadt zu lenken scheint – gemeinsam mit ihrem geliebten Bruder Jamie. Selbst der Bruch mit Dorne und dem Haus der Tyrells scheint sie so vorerst nicht weiter zu kümmern, doch drohen noch andere Gefahren.

Die bisher größte Streitmacht des umkämpften Herrschaftsgebietes erhebt sich schließlich in Meereen, der einstigen Sklavenstadt im Wüstensand – die von Daenerys Targaryen befreit wurde und langsam aber sicher unter Kontrolle gebracht werden kann. Auch durch die Hilfe von Tyrion Lannister, der seiner Familie endgültig den Rücken kehrte und fortan für eine neue Machtverteilung kämpft. Nachdem sich eine Entführung der Mutter der Drachen geradezu schicksalhaft zu ihren Gunsten wendet und auch noch eine von Theon und Asha angeführte Splittergruppe der Graufreuds von den Eiseninseln zu ihr stößt; verfügt sie über das wohl größte kampfähige Heer – sowie ihre drei ihr gehorsamen, sichtlich gewachsenen Drachen. Doch auch die überlebenden Sprösslinge der einst mächtigen Stark-Familie könnten noch eine große Rolle in den folgenden Kämpfen spielen. Der junge Bran trifft endlich den mysteriösen dreiäugigen Raben und geht bei ihm in die Lehre, Arya wird in Braavos von den Gesichstslosen ausgebildet; und Sansa erweist sich als waschechte Überlebenskünstlerin und starke Verhandlungspartnerin. Eines scheint unausweichlich: bis Westeros der wohl schlimmsten Gefahr aus dem eisigen Norden die Stirn bieten kann, wird es noch die ein oder andere menschliche Schlacht geben…

Game Of Thrones, Promo, HBO, Sansa, Theon, Graufreud, Stark, Pakt, Bündnis
Die Grausamkeiten eines Mannes hätten diese beiden beinahe gebrochen. Beinahe…

Kritik: Auch wenn sie nun schon seit einigen Jahren ausgestrahlt wird und so gesehen zu einem festen Bestandteil der Medienlandschaft geworden ist, geht es für Fans der renommierten TV-Serie GAME OF THRONES plötzlich ganz schnell. Nicht nur, dass die kürzlich komplett ausgestrahlte sechste Staffel der beliebten Fantasy-Mär durch das vorgelegte Erzähltempo erstmals einen deutlicheren Abstand von den Buchvorlagen nimmt und zu etwas ganz und gar eigenständigen geworden ist – auch ein Ende des beliebten Franchise ist möglicherweise schon in Sicht. Genauer gesagt sollen nur noch zwei Staffeln folgen, und das auch noch mit jeweils weniger Episoden als den bisherigen 10 – eine potentiell endlose oder zumindest unbestimmte Fortsetzung der Serie bleibt somit aus. Das mag gerade in Anbetracht der immensen, sogar stetig weiter steigenden Zuschauerzahlen und der ungebremsten Popularität der Serie eine kleine Überraschung sein; und nicht zuletzt viele Fans der Serie etwas wehmütig stimmen.

Game Of Thrones, Bran Stark, Rickon, Brothers, Raven, Old Man, Advice
Ein dreiäugiger Rabe kann vor allem eines: gut sehen. Alles andere wird sich zeigen…

Jedoch scheint sich gerade hier eine jener guten alten Lebensweisheiten zu bestätigen, die man sonst eher geneigt ist zu belächeln: man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und da ist in Bezug auf das TV-Serien-Franchise von GAME OF THRONES durchaus etwas dran, trotz des hochkarätigen und zeitlosen Erzähl-Materials. Denn so gut es auch ist oder sein mag – es lässt sich nicht endlos strecken, zumindest nicht ohne den ein oder anderen verärgerten Zuschauer. Gerade mit einem absehbaren Ende könnte die Serie ihr hohes Qualitätsniveau noch bis zum großen Finale beibehalten und mit Würde abgeschlossen werden – was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wie man weiß aber leider keine ist. Unzählige einst erfolgreiche Serien werden plötzlich abgesetzt, verändern sich im Laufe der Jahre markant oder drohen immer uninteressanter zu werden. So gesehen würden die Verantwortlichen alles richtig machen, sollten sie sich bereits auf das Ende der Serie konzentrieren und noch einmal alle verfügbaren Mittel, Energien und Ideen in die verbleibenden Episoden stecken.

Game Of Thrones, Arya Stark, Blind, Pain, Revenge, Ausbildung
Die Rolle von Arya Stark war schon immer eine besondere, aber bisher eher zweitrangige. Bisher…

Bis dahin gilt es jedoch, sich mit den unmittelbaren Ereignissen zu beschäftigen – wie nun auch der abgeschlossenen sechsten Staffel der Serie. Diese markiert insofern eine Besonderheit, als dass sie die gefühlte Essenz von GAME OF THRONES abermals angenehm kompromisslos vermittelt, aber möglicherweise noch weniger Anreiz zu Kritik gibt als die vorherigen Staffeln – und sich vor allem in den letzten beiden Folgen in bisher unerreichte qualitative Gefilde steigert. Das, was die Verantwortlichen allein in der Folge Die Schlacht Der Bastarde auf die Beine gestellt haben; ist schließlich tatsächlich mit dem Eindruck eines fulminanten Fantasy-Blockbusters wie DER HERR DER RINGE zu vergleichen – und das eben nicht nur in rein visueller, sondern auch handwerklicher und erzählerischer Hinsicht. Anders gesagt: im Vergleich mit den anderen Episoden scheint man hier schlicht noch einmal eine ordentliche Portion Qualität auf jeden einzelnen Teilbereich der Serie gepackt zu haben. Die Kameraführung vermittelt eine ungeahnte Ästhetik, die Schnitte und das Sounddesign sind grandios, die Szenengestaltungen aufwendig, die Leistungen der Darsteller auf höchsten Niveau – und die eigentliche Geschichte in Anbetracht der unweigerlichen Zuspitzung diverser Plots spannend und unterhaltsam wie nie.

Game Of Thrones, Bastard, Bolton, Ramsay, Winter, Snow, Cruel
Kommt Zeit, kommt Rat. Und das Ende einer grausamen Herrschaft. Hoffentlich…

Geradezu perfekt scheint dann auch das Serienfinale mit Die Winde Des Winters ausgefallen zu sein, auch wenn die Weißen Wanderer vorerst keine größere Bühne erhalten haben. Analog zum verkündeten absehbaren Serien-Ende hat man hier tatsächlich das Gefühl, als würde eine große Aufbruchstimmung vorherrschen – und das nicht nur in Bezug auf die Mutter der Drachen, die nun auf einen Konfrontationskurs ohne die Möglichkeit eines Rückziehers gehen wird. Auch die gesamte Auslegung der anderen Ereignisse lässt darauf schließen, dass man sich auf ein großes Finale vorbereitet. Viele interessante Subplots wurden bereits abgeschlossen oder zusammengeführt, es geschieht nicht mehr viel im kleinen – GAME OF THRONES wird endgültig zu einer Bühne für eine auf der regulären TV-Ebene so noch nie dagewesene, episch angelegte Auseinandersetzung verschiedener Fraktionen. Eine Auseinandersetzung, die den Action-Anteil der Serie (und damit auch den der Spezialeffekte) noch einmal deutlich steigen lassen wird – was sich indes nicht negativ auf die Atmosphäre auswirken sollte. Schließlich hat man sich mit teils intensiver Charakterzeichnung und eingeworfenen Ruhephasen ausführlich vorbereitet. Der Vorteil: ein jeder Zuschauer sollte spätestens jetzt seine ganz persönlichen Favoriten und Hassfiguren haben, auf dass er sich in Bezug auf das Finale auf die eine oder andere Seite schlagen an. Aber eben nicht bloß aus einem Gefühl heraus – sondern durch das Wissen und den Eindrücken der vorangegangen Staffeln.

Game Of Thrones, White Walkers, Wiedergänger, Zombies, Untote, Armee, Norden, Eis
Was sind schon menschliche Auseinandersetzungen, wenn da jemand oder etwas noch ein Wörtchen mitzureden hat ?

Bemerkenswert ist, dass es GAME OF THRONES trotz der nunmehr entscheidenden Plot-Zusammenführungen und der gesteigerten Action nicht verpasst, noch immer ein besonderes Augenmerk auf die einzelnen Charaktere sowie ihre Gefühlswelten und Ambitionen zu legen. Und das mit einem mal mehr und mal weniger zufriedenstellenden Ergebnis – wobei zweiteres glücklicherweise häufiger vorkommen sollte. Schließlich hat man nur selten das Gefühl, als würden potentiell wichtige Details ausgelassen. In Bezug auf die verständlicherweise eher unbeliebten Clan der Boltons, die grundsätzlich sympathischen Starks und die wie immer zwielichtigen Lannisters stehen so alle Zeichen auf grün, während sich der Kreis auch langsam bei den vermeintlich kleineren Fraktionen wie den Eisenmännern, den Bewohnern des grünen Tals und speziell auch Peter Balish zu schließen beginnt. Ein besondere Erwähnung sollte wohl auch die Geschichte von und um Arya Stark erhalten, die in der sechsten Staffel noch einmal maßgeblich intensiviert wurde – mit Erfolg.

Einzig im Bereich anderer königlicher Sprösslinge scheint man sich eher zurückgehalten zu haben – ob mit Absicht oder nicht. Vom neuen König Tommen beispielsweise erhält man kein sonderlich erwähnenswertes Bild, da er ein reiner Spielball der Interessen anderer bleibt und so gesehen wenig Eigenleben durchscheinen lässt. Das war beim charakterlich sicher nicht vergleichbaren Joffrey noch anders, hier hatte man das Gefühl etwas tiefer blicken zu können – sicher nicht zuletzt aufgrund der höheren Screentime. Doch auch wenn Tommen ein völlig anderer Charakter ist und hier möglicherweise weniger spektakuläres hätte gezeigt werden können, bleibt das Gefühl einer gewissen Lückenhaftigkeit des Porträts bestehen. Das gilt zwar nicht unbedingt für Bran Stark – doch gesellen sich hier andere Probleme hinzu. Nicht nur, dass die gesamte Geschichte um den dreiäugigen Raben recht zäh daherkommt und sich gefühlt zu sehr streckt – es werden auch einige eher gewöhnungsbedürftige Elemente eingeführt, wie etwa Bran’s teils krude Visionen zwischen Fiktion und Realität inklusive des Hodor-Paradoxons. Hier hat man sich wahrlich viel Zeit gelassen, was in Anbetracht des deutlich sichtbaren Alterungsprozesses des Darstellers Isaac Hempstedt Wright zusätzlich unfreiwillig komisch wirkt.

WEITERHIN POSITIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • Stimmig-atmosphärische Gesamtoptik
  • Aufwendige Szenenaufbauten und Kostüme
  • Guter Soundtrack
  • Grandiose Darsteller
  • Packende Geschichte mit vielen kleinen Höhepunkten
  • Imposant-interessantes Charakter-Aufgebot
  • Interaktion von verschiedenen Handlungssträngen
  • Großer Abwechslungsreichtum in allen Belangen
  • Ungeschönte, aber verträgliche Darstellung von Sex und Gewalt
NEUE POSITIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • Einzelnen Geschichten und Schicksale erreichen neue Höhepunkte
  • Grandioses Staffelfinale
  • Uninteressantere / langatmige Nebengeschichten bleiben größtenteils aus
WEITERHIN NEGATIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • /
ERSTMALS NEGATIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • Die Geschichte von Bran Stark bleibt relativ uninteressant und wirkt unausgegoren

Game Of Thrones, Khaleesi, Dragon, Riding, Flying, Epic, Battle, Fight
Da ist eine aber gut zu Vögel… pardon: Drachen. Und los geht’s gen Westeros.

Fazit: Die mittlerweile sechste Staffel von GAME OF THRONES steht den vorangegangen in nichts nach, im Gegenteil – es scheint gar, als hätten sich alle Beteiligten noch einmal ein stückweit mehr ins zeug gelegt. Vielleicht ja auch, da das Ende der Serie nunmehr in Sicht ist; und man sie möglichst gelungen abschließen möchte ? In jedem Fall ist der Unterhaltungsfaktor hoch wie nie, die Geschichte wirkt lebendiger und greifbarer als jemals zuvor – während sich die einzelnen Höhepunkte immer mehr verdichten und insbesondere das Staffel-Finale mit den Episoden 9 und 10 in der TV-Serienlandschaft seinesgleichen sucht. Nicht nur, da die investierten Mittel rekordverdächtig sind – sondern auch, da man in Bezug auf die Schwerpunktgewichtung und Inszenierung so gut wie alles richtig gemacht hat. In Bezug auf potentielle Durststrecken kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Wirklich langatmig wird es in der sechsten Staffel nicht, nur ein oder zwei Nebengeschichten wirken etwas deplatziert – wie die spätere von einem plötzlich Holztürme errichtenden Bluthund; sowie die noch stark gestückelte und weitestgehend unspektakuläre Geschichte von Bran, dem dreiäugigen Raben und allen dazugehörigen Mysterien. Immerhin gibt es genug andere Aspekte, die dies wieder wettmachen. Und das ganz locker. Man darf gespannt sein auf die noch verbleibenden Staffeln respektive Episoden.

border_01
95button

„Die Qualität und Faszinationskraft von GAME OF THRONES nehmen nicht ab – sondern legen analog zum möglicherweise baldigen Serienende noch einmal deutlich zu.“

filmkritikborder

TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 5)

game-of-thrones-season-05_poster_500

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 10 Folgen (je ca. 53-62 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 5 | Fünfte Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 10 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Die Kriege, Die Da Kommen The Wars To Come
02 Das Haus Von Schwarz Und Weiß The House Of Black And White
03 Der Hohe Spatz High Sparrow
04 Die Söhne Der Harpyie Sons Of The Harpy
05 Töte Den Jungen Kill The Boy
06 Ungebeugt, Ungezähmt, Ungebrochen Unbowed, Unbent, Unbroken
07 Das Geschenk The Gift
08 Hartheim Hardhome
09 Der Tanz Der Drachen The Dance Of Dragons
10 Die Gnade Der Mutter Mother’s Mercy

Oh mächtige Khaleesi, errette uns…

Inhalt: In der Welt von GAME OF THRONES überschlagen sich wieder mal die Ereignisse. Während die junge Daenerys Targaryen versucht, die Kontrolle über ihre immer schwerer zu bändigen Drachen wiederzuerlangen; sind Tyrion Lannister und Lord Varys auf dem Weg zu ihr – um sie als mögliche neue Königin von Westeros zu unterstützen. Doch dafür müsste Daenerys erst einmal die Kontrolle über Meereen erlangen; eine Stadt, die ihr noch immer nicht gerade wohlgesonnen zu sein scheint. Auch Lord Peter Baelish und Sansa Stark sind unterwegs – allerdings aufgrund eines weit weniger freudigen Anlasses. Sansa soll in Sicherheit gebracht werden – doch ob die Bolton’s tatsächlich die richtige Adresse sind, wird sich zeigen. Ebenfalls sehr entschlussfreudig agiert Stannis Baratheon – der im Norden seine Truppen sammelt, sich mit den Wächtern der Mauer verbündet und gen Winterfell ziehen will; natürlich nicht ohne die Unterstützung der Feuerfrau. In Dorne dagegen hat die junge Prinzessin Myrcella ein neues Leben begonnen, und sich in Trystane Martell verliebt. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt entsendet ihre Mutter Cercei Lannister ihren Bruder Jamie, um sie zu holen… ungewiss bleibt auch das Schicksal der jungen Arya Stark. Nachdem sie das Haus von Schwarz und weiß erreicht hat, lernt sie mehr über die Geschicke der Gesichtslosen… doch wirklich geheuer ist ihr all das nicht. Das gleiche gilt wohl auch für die aufstrebenden Gläubigen in Königsmund, die sich nun einiges herausnehmen und – sofern es um die Verletzung von Glaubensregeln gilt – sogar nicht vor Anhängern der königlichen Familie Halt machen…

game-of-thrones-season-05_promo_landscape
Wer weiß schon, wann der nächste Kampf beginnt… entsprechende Kulissen gibt es jedenfalls reichlich.

 Ja, TV-Serien können noch Spaß machen. Erst Recht, wenn man Woche für Woche auf eine neue GAME OF THRONES-Episode wartet – und sich jedes mal aufs neue dabei ertappt, mit einer fast schon kindlichen; in jedem Fall aber reichlich kribbelnden Vorfreude zur Fernbedienung zu greifen. Nur auf einen Wermutstropfen könnte man dabei gern verzichten, auch wenn er kein Bestandteil der eigentlichen Kritik ist: so lang die tatsächliche Wartezeit auf die fünfte Staffel des beliebten Franchise auch erschien – einmal begonnen, rauschten die stimmigen Bilder ferner Welten letztendlich wieder viel zu schnell über die Bildschirme ins heimische Wohnzimmer. Man verliert sich schließlich nur allzu gerne in den einerseits wunderbar fantastisch anmutenden, andererseits doch alles andere als weit hergeholten Fantasy-Welten von George R. R. Martin – der noch immer fleißig damit beschäftigt ist, die voraussichtlich letzten beiden Bände zu DAS LIED VON EIS UND FEUER fertigzustellen.

game-of-thrones-season-05_promo_arya
Wie wird es Arya wohl bei den mysteriösen Gesichtslosen ergehen…

Während sich die weltweite Leser-Schar also noch weiter gedulden muss, könnte es für die Serien-Fans vergleichsweise zügig vorangehen – in wie weit, bleibt abzuwarten und ist abermals von George R. R. Martin abhängig. Fest steht nur, dass die TV-Adaption bereits mit der zweiten Staffel immer mal wieder den Pfad der Buchvorlagen verließ; und die Serie in Zukunft noch freier gestaltet werden könnte. Das scheint zumindest momentan noch in keinerlei Problemen zu münden: auch die fünfte Staffel ist als ganzheitlicher Erfolg zu bezeichnen; sowohl auf der Produktions-relevanten als auch der erzählerisch-inhaltlichen Ebene. Dieser mittlerweile locker als Phänomen durchgehende Umstand hat bekanntlich mehrere Gründe, von denen einige bereits in den vorangegangen Staffel-Rezensionen (Link) genannt wurden. Vor allem in Bezug auf die Produktion und die gesamte handwerkliche Gestaltung des Mammut-Projekts gibt es dabei nach wie vor nur eines zu vermelden: GAME OF THRONES hält die bereits mit der ersten Staffel etablierte Qualität – und glänzt mit pompösen (aber eben auch inhaltlich untermauerten) Bildern, einem stets passigen und nicht zu aufdringlichen Soundtrack, durchweg grandiosen darstellerischen Leistungen und einem investierten Aufwand; der bis ins kleinste Detail bemerkenswert erscheint.

game-of-thrones-season-05_promo_boltons
Natürlich gibt es im Game Of Thrones-Universum nicht nur Sympathie-Bolzen…

Vor allen diese Faktoren führen dazu, dass man sich schnell zuhause fühlt in den Welten von GAME OF THRONES – und allein aufgrund der Szenerie und den interessanten Charakteren entsprechend mitfiebert. Hier handelt es sich um einen Umstand, auf dem sich die Produzenten durchaus ausruhen könnten – wobei es umso schöner ist zu sehen, dass ihnen das allein nicht ausreicht. So wird GAME OF THRONES zu einem beinahe ganzheitlichen Erlebnis, welches mit einem immensen Unterhaltungswert und der größtmöglichen Bandbreite von vermittelten Emotionen einhergeht. Die Serie ist eben so wie das Leben selbst – nur ein klein wenig spannender.

game-of-thrones-season-05_promo_khaleesi
Bleibt zu hoffen, dass Khaleesi ihre Drachen unter Kontrolle behält…

Und doch ist nicht alles Gold was glänzt – auch nicht in der fünften Staffel. Wie schon in den Staffeln zuvor wird es auch hier Momente geben, von denen man sich gewünscht hätte dass sie anders realisiert würden. Und das gilt nicht einmal für das weiterhin rasante Ableben von wichtigen Charakteren, über das man sich zwar wunderbar ärgern kann – doch gehört ein Spannungs-fördernder Aspekt wie dieser eben zu GAME OF THRONES dazu. Nein, vielmehr geht es um die doch recht häufigen Cliffhanger respektive Vertröstungen auf einen späteren Zeitpunkt – ein Problem, dass nur in der ersten Staffel noch nicht ganz so explizit offenbar wurde. Nun ist es allerdings wieder omnipräsent: sei es in Bezug auf die Weißen Wanderer (die zwar einige Szenen spendiert bekommen, aber eben nur wenig aussagekräftige), den weiteren Werdegang von Arya (eine richtige Entwicklung will sich hier nicht einstellen), die Geheimnisse der Feuerfrau, die Beziehung von Khaleesi zu ihren Drachen; oder aber das Schicksal des jungen Bran im hohen Norden. Kurios: ausgerechnet dieses in der letzten Staffel als Highlight postulierte Ereignis kommt in der fünften erst gar nicht vor. Gar nicht bedeutet: die entsprechenden Darsteller haben wohl frei bekommen, die Geschichten ihrer Charaktere werden nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt. Überhaupt; und um noch einmal zu den Weißen Wanderern zu kommen (die wohl nicht zu Unrecht das Highlight einiger Zuschauer sind): dem Zuschauer wird stets das Gefühl vermittelt, als befänden sich die Armeen der Untoten noch in weiter Ferne. Dabei sind ihnen einige Charaktere bereits begegnet, und John ist dieses Mal in ein bereits besetztes Gebiet gereist… wie lange die Reise dauerte wird zwar nicht ersichtlich; doch langsam aber sicher sollte es doch zu einer entscheidenden Konfrontation kommen.

game-of-thrones-season-05_promo_city
Wer bekommt denn da nicht ein kleines bisschen Fernweh ?

Beinahe ebenso ärgerlich wie dieser Aspekt fällt dann wohl auch die finale Episode der fünften Staffel aus. So viel sei verraten: wer glaubt, dass die Geschichten um Stannis Baratheon ein; man nenne es würdiges Ende finden wird gnadenlos enttäuscht. Wieder einmal macht sich eines der großen, oder vielleicht sogar einzigen GAME OF THRONES-Probleme bemerkbar: man baut einzelne Geschichten ellenlang und über zahlreiche Episoden auf – nur um sie dann derart rigoros fallenzulassen. Erneut gilt: es geht nicht um das Ableben der Charaktere, dass man hinnehmen muss und sollte – aber um die einstweilen lieblos und ideenarme Darstellung eben jenes Prozesses. Die hie und da eingestreuten heftigeren Szenen verfehlen dagegen kaum ihren Zweck: auch in der fünften Staffel wird des öfteren brutal gemordet und gemeuchelt; allerdings gänzlich ohne sich am eigentlichen Akt der Gewalt zu ergötzen oder ihn zumindest visuell auf eine andere, manchen eventuell unangenehme Ebene (a’la SPARTACUS) zu hieven. Fast schon gravierender sind dieses Mal allerdings etwaige Andeutungen – wie etwa in einer Szene in einem Bordell, in der ein skrupelloser Rittersmann stets etwas am Alter der ihm offerierten Damen auszusetzen hat…

game-of-thrones-season-05_promo_melisandre
Was genau diese Dame beabsichtigt, bleibt schleierhaft…

Es bleibt in jedem Fall spannend in und um GAME OF THRONES. Fans werden ohnehin einschalten, und im Gegensatz zu anderen Serien (Stichwort: UNDER THE DOME) wird es wohl weniger Zuschauer geben; die nach den ersten paar Staffeln abgesprungen sind und sich das Ganze nur noch zur Belustigung ansehen. Wenn es auch inhaltlich und atmosphärisch einstweilen wieder so zugeht wie in der ersten Staffel – dann steht einer bedenkenlosen Empfehlung nichts mehr im Weg. Die Frage wird aber auch sein, wie viele Staffeln es überhaupt geben wird – denn selbst ein Franchise wie dieses sollte irgendwann Gefahr laufen, sich abzunutzen. Bleibt zu hoffen, dass es erst gar nicht so weit kommt und die Macher rechtzeitig das Ruder rumreißen – und den Zuschauer bis dahin auch weiterhin mit vielen erstklassigen Folgen versorgen.

WEITERHIN POSITIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Stimmig-atmosphärische Gesamtoptik
  • Aufwendige Szenenaufbauten und Kostüme
  • Guter Soundtrack
  • Grandiose Darsteller
  • Packende Geschichte mit vielen kleinen Höhepunkten
  • Imposant-interessantes Charakter-Aufgebot
  • Interaktion von verschiedenen Handlungssträngen
  • Großer Abwechslungsreichtum in allen Belangen
  • Ungeschönte, aber verträgliche Darstellung von Sex und Gewalt
NEUE POSITIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Die einzelnen Geschichten / Schicksale werden wieder interessanter
  • Das Gefühl, dass alles auf einen großen Höhepunkt hinausläuft; wird präsenter
game-of-thrones-season-05_promo_stannis
In Zeiten des Krieges wären Bündnisse von Vorteil…
WEITERHIN NEGATIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Gefühlt: willkürliche Themengewichtung / Vernachlässigung potentiell spannender Haupt- und Nebengeschichten
ERSTMALS NEGATIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Geschichte des Stark-Gespanns im hohen Norden wird nicht weitererzählt
  • Etwas zu gewollter Spannungsbogen (Staffel-Auftakt eher langatmig, in den letzten Folgen überschlagen sich die Ereignisse)
  • Relativ enttäuschendes Finale
game-of-thrones-season-05_promo_tommen
Und hat der junge Tommen zu all dem zu sagen ?

Fazit: Die fünfte Staffel von GAME OF THRONES macht wie schon die vorherigen reichlich Spaß. Selten hat man eine Serie mit einem so hohen Unterhaltungswert erlebt: von der gelungenen Gestaltung über die interessanten Inhalte bis hin zu den gut ausgearbeiteten Figuren stimmt einfach alles. Der Action hätte es eventuell noch etwas mehr sein dürfen – doch man kennt es speziell von GAME OF THRONES, dass lange auf die entscheidenden Momente (die des öfteren auch mal eine größere Schlacht beinhalten) hingearbeitet wird. Ein kleiner Wermutstropfen aber bleibt: man kann sich nicht des Gefühls erwehren, dass die Macher nach wie vor nicht aus dem Vollen schöpfen. Das heißt, vornehmlich in erzählerischer Hinsicht – man will die Serie strecken, was an sich noch nicht allzu verwerflich ist. Dass man es aber in so gut wie jeder Folge merkt, dagegen schon eher. Es werden schlicht zu viele Informationen zurückhalten oder bewusst ausgespart, nur um den Zuschauer an die Serie zu binden. Sicher, das ist üblich und noch funktioniert es, beziehungsweise ist es erträglich – doch in Zukunft sollte man die wichtigen Ereignisse vielleicht doch etwas kompakter erzählen und etwas weniger Cliffhanger einbauen. Genug zu erzählen gibt es schließlich auch so…

border_01
85button

„Auch die fünfte Staffel kommt mit einigen inhaltlichen Enttäuschungen daher – doch überwiegen Spannung und Unterhaltungswert. Vom Sucht-Faktor der Serie erst gar nicht zu sprechen…“

filmkritikborder

Sammlung: Very RANDOM Game Of Thrones Pics (Memes, Fails & Mehr)

Heute mal wieder ein eher ungewöhnlicher Beitrag zum Thema GAME OF THRONES – präsentiert werden die besten und vielleicht auch witzigsten Webfinds in Bilderform. In der Tat sind diese am ehesten als spontane Spaßprojekte von Fans zu verstehen, es sollte sich also niemand angegriffen fühlen. Da es schwierig ist die tatsächlichen Bildquellen anzugeben, vorab nur der Hinweis: sollte eines oder mehrere Bilder hier nicht hergehören, so bitte ich um eine kurze Nachricht. Have fun…

TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 4)

game-of-thrones-season-4_500

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 10 Folgen (je ca. 53-62 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 4 | Vierte Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 10 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Zwei Schwerter Two Swords
02 Der Löwe und die Rose The Lion and the Rose
03 Sprengerin der Ketten Breaker of Chains
04 Eidwahrer Oathkeeper
05 Der Erste seines Namens First of His Name
06 Die Gesetze von Göttern und Menschen The Laws of Gods and Men
07 Die Spottdrossel Mockingbird
08 Der Berg und die Viper The Mountain and the Viper
09 Die Wächter auf der Mauer The Watchers on the Wall
10 Die Kinder The Children

Langsam wird’s brenzlig in Westeros.

Inhalt: Auch nach dem Tod von Robb Stark und der Vernichtung seines Heeres ist die Lage im Königreich von Westeros weiterhin angespannt. Während in der Hauptstadt Königsmund vor allem interne Machtspielchen an der Tagesordnung stehen, plant Stannis Baratheon noch immer seinen Platz auf dem Eisernen Thron zu beanspruchen. Doch scheint er aus seiner letzten Niederlage in der Schlacht von Schwarzwasser gelernt zu haben – und bleibt erst einmal im Verborgenen, um weitere Truppen um sich zu scharen. Überhaupt scheint ein ganz anderes Unheil dringlicher zu sein, nämlich die Gefahren jenseits der Mauer im Norden – wo Manke Rayer regiert und über ein ansehnliches Heer bestimmt. Er steht kurz davor, seinen Plan auszuführen – der die Erstürmung der Mauer und eine Besetzung der dahinter liegenden Gegenden vorsieht. Denn nicht nur er weiß um die Gefahren, die im nahenden Winter jenseits der Mauer drohen – die sogenannten Weißen Wanderer könnten erneut erstarken und jeden Menschen der ihnen begegnet töten. Mit ganz anderen Sorgen hat dagegen Arya Stark zu kämpfen, die als Gefangene des Bluthundes durch die Lande zieht – um gewinnbringend an ihre Tante verkauft zu werden. Ihr Bruder Bran ist währenddessen weiterhin im Norden unterwegs – um einer geheimnisvollen Prophezeiung auf die Spur zu kommen. Und auch die Mutter der Drachen, Danaerys Targaryen; sorgt für immer mehr Aufsehen – wenn auch zunächst nur auf dem Nachbarkontinent Essos. Sie befreit immer mehr Sklaven, erobert immer mehr Städte und sieht sich mit Problemen bezüglich ihrer immer größer und unkontrollierbarer werdenden Drachen konfrontiert…

game-of-thrones-season-4_01

Vorwort & Ersteindruck: Die letzten Tage und Wochen ging es heiß her – zumindest für Serienfans. Nachdem die sehnlichst erwartete vierte Staffel der nunmehr legendären TV-Serie GAME OF THRONES komplett in den USA ausgestrahlt wurde, zog kürzlich auch der deutsche Pay-TV-Sender SKY ATLANTIC mit der finalen zehnten Episode (Titel: DIE KINDER) nach. So werden die meisten Fans die Staffel bereits komplett abgeschlossen haben – und schon wieder auf die nächste warten; mit der frühestens 2015 zu rechnen ist. Eines kann man dabei schon jetzt sagen: auch die vierte Staffel von GAME OF THRONES dürfte für viele ein ganzheitliches Erlebnis gewesen sein. Wie viele Höhen und Tiefen man nun während der Wartezeit auf die jeweils nächste Episode glaubte zu verspüren, muss ein jeder mit sich selbst ausmachen – Fakt ist nur, dass GAME OF THRONES die Zuschauer bewegt und auch notorische Serien-Muffel an den Bildschirm zu fesseln vermag. In wie weit die vierte Staffel das Niveau der Vorgänger halten, unterbieten oder gar übertrumpfen kann; soll dennoch an dieser Stelle geklärt werden – und sei es nur im Gedenken an eine mitunter großartige Serie, die wie keine zweite Spuren in der Medienlandschaft hinterlässt. Auch, wenn viele der eingefleischten Fans ohnehin bedenkenlos zugreifen werden; sofern sie denn auf eine Ausstrahlung im Free-TV oder eine entsprechende Veröffentlichung im Heimkino-Segment warten – oder warten müssen. Doch ganz egal wie lange man auf die neue Staffel gewartet hat oder noch warten wird – in diesem Fall lohnt es sich, respektive wird es sich lohnen. Denn während insbesondere die zweite Staffel genügend Anhaltspunkte gab um mit einem etwas kritischeren Blick beäugt werden zu können, ist nach dem enormen Qualitätsschub der dritten Staffel wieder alles im Lot.

game-of-thrones-season-4_02

So offenbart auch die vierte Staffel von GAME OF THRONES eine mittlerweile Staffel-typische Besonderheit: nicht nur während der Episoden, sondern selbst nach dem Ende der letzten Folge ist oftmals völlig unklar welche der erzählen Geschichten; welche Story-Arc nun eine größere Rolle spielen wird oder nicht. Klar ist nur, dass man durchaus für Überraschungen zu haben ist – und auch weiterhin einst immens wichtige (Haupt-)Charaktere urplötzlich ihr Leben lassen können. Jenes Konzept sorgt dabei nicht nur für reichlich Spannung – sondern ist auch relativ eng an die Buchvorlage angelehnt, in der die Geschichten der Charaktere jeweils in Kapiteln erzählt werden. So gut und stimmig jene einzelnen Abschnitte auch wiedergegeben werden – das schöne ist, dass man auch in der TV-Serie niemals das Gefühl hat, als ginge die gefühlte Bedeutungsschwere der Geschichte im Gesamten verloren. Trotz der schier epischen Dichte an Inhalten und Charakteren kann man den wohl dosierten Entwicklungen stets gut und nachvollziehbar folgen, während sich im Sinne eines großen Hexenkessels nach und nach immer mehr Unheil zusammenbraut. Mal kreuzen sich die Wege der Beteiligten, mal eben nicht – die ganz großen, epischen Konfrontationen wird man sich ohnehin für den weiteren Staffel-Verlauf aufheben. Sicher ist das auch ein Grund mehr, warum die Fans stets auf heißen Kohlen sitzen – man will einfach erfahren, wie es mit den mittlerweile liebgewonnenen Charakteren weitergeht. Und, um zur alles entscheidenden Frage zu gelangen: wer letztendlich das Zepter in Westeros in die Hand nehmen wird um mehr oder weniger friedlich über das Land zu regieren.

game-of-thrones-season-4_03

Dabei weiß nach wie vor vor allem das vielfältige Grundkonzept von GAME OF THRONES zu begeistern. Und das nicht nur, da man auf die entsprechenden Buchvorlagen von George R. R. Martin zurückgreifen und reichlich aus ihnen schöpfen kann. Es fällt einfach schwer, sich dem hier angebotenen, riesigen Fantasy-Universum voller lebendiger Charaktere, um die Macht kämpfenden Fraktionen und zahlreichen Besonderheiten zu entziehen. Auch, da alles überaus durchdacht erscheint und stimmig in Szene gesetzt wird – vom geologischen und klimatischen Konzept über die umstrittenen Herrschaftsgebiete der Fraktionen bis hin zu den abwechslungsreichen Schauplätzen bietet auch die vierte Staffel von GAME OF THRONES die besten Voraussetzungen, um die Zuschauer sofort in den Bann zu ziehen. Man fühlt sich einfach wohl in jener erdachten Welt die einerseits fern, andererseits doch zum Greifen nah erscheint – und in der sich beschauliche Idyllen mit Schlachtengemetzel und charakterlichen Herausforderungen abwechseln. Der Coup der Serie ist und bleibt, dass niemals zu viele Informationen und / oder Entwicklungen auf einmal preisgegeben werden; und das schon gar nicht innerhalb einer einzelnen Staffel. So erfährt man nur schrittweise mehr über die Welt, die teils verfahrenen Charakter-Situationen und die sich in einem steten Wandel befindenden Machtverhältnisse. Letztendlich ließe sich der komplette Inhalt der vierten Staffel zwar auch auf ein einzelnes, über allem stehendem Element zusammenfassen – doch würde man der Serie einfach nicht gerecht werden, spräche man ’nur‘ um einen Kampf um die Macht im Königreich. Gut ist, dass etwaige Fantasy-Elemente weiterhin nur dezent vorkommen – GAME OF THRONES bleibt auch in der vierten Staffel recht bodenständig, und unterhält den Zuschauer viel eher mit inhaltlichen Offenbarungen.

game-of-thrones-season-4_04

Tatsächlich gibt es derer auch in der vierten Staffel nicht wenige – auch wenn keine zweite rote Hochzeit gefeiert wird. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Fall der Geschichte der Nachtwache, für die man dieses Mal sogar eine komplette Episode reservierte (Folge 9: DIE WÄCHTER AUF DER MAUER) – das ist Neuland in der Geschichte von GAME OF THRONES, funktioniert aber überraschend gut. Etwas enttäuschend ist dagegen, dass man erneut keinen wirklich nennenswerten Fokus auf Bran und seine Gefolgschaft legte – im Gegenteil, durch die nur sehr spärlichen Einschübe und die etwas stumpf präsentierten Ziele (wir müssen den einäugigen Raben finden) gibt man seine Reise zumindest teilweise der Lächerlichkeit preis. Vielleicht ist das nur ein Gefühl, die sicherlich unterschiedlich ausfallende Zuschauerwirkung betreffend – Fakt ist aber, dass man so gut wie keine weiterführenden Informationen erhält (zu den Visionen und Bran’s Schicksal), sodass diesbezüglich selbst die letzte Folge nicht mehr viel reißen kann. Hier geschieht dann doch noch zu viel auf einmal, vor allem die ansonsten angenehm spärlich dosierten Fantasy-Elemente gewinnen plötzlich die Oberhand und verwirren eher, als dass sie zu einem runden Abschluss der Staffel führen.

game-of-thrones-season-4_05

Weiterhin POSITIVE Aspekte der vierten Staffel:
  • Stimmig-atmosphärische Gesamtoptik
  • Weniger Effekthascherei, mehr handfestes
  • Aufwendige Szenenaufbauten und Kostüme
  • Guter Soundtrack
  • Grandiose Darsteller
  • Packende Geschichte mit vielen kleinen Höhepunkten
  • Imposant-interessantes Charakter-Aufgebot
  • Interaktion von verschiedenen Handlungssträngen
  • Großer Abwechslungsreichtum in allen Belangen
  • Ungeschönter Gewaltgrad
  • Stilbruch in Form einer kompletten Episode über die Mauer / Nachtwache

game-of-thrones-season-4_06

Weiterhin / erstmals NEGATIVE Aspekte der vierten Staffel:
  • Gefühlt: willkürliche Themengewichtung / Vernachlässigung potentiell spannender Haupt- und Nebengeschichten

game-of-thrones-season-4_07

Fazit: Die vierte Staffel von GAME OF THRONES ist für Serien-Fans der ersten Stunde ein Muss – aber auch davon unabhängig als gelungen zu bezeichnen. Nach wie vor offenbart die Serie ausreichend markante Stärken, die sie deutlich über den Status eines Durchschnittswerkes bugsieren – während die Konkurrenz auch weiterhin nichts zu lachen hat. Selbst eine einzelne, aus dem Kontext gerissene Episode von GAME OF THRONES wirkt in sich stimmiger und aufwendiger produziert als so manch vermeintlicher Fantasy-Blockbuster – was sicher nicht ausschließlich an der hochkarätigen Buchvorlage liegt, sondern auch am Geschick der für die TV-Serie verantwortlichen Macher. Und nicht zuletzt: den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. So ist die vierte Staffel allenfalls einer thematischen und vielleicht auch inhaltlichen Geschmacksfrage ausgesetzt – wie auch schon die Staffeln davor. Wer generell eher weniger mit episch angelegten Erzählungen vor einer abenteuerlichen Kulisse anfangen kann, wird auch mit der vierten Staffel von GAME OF THRONES nicht glücklich werden – wer dagegen schon ähnlich aufgemachte Filme wie DER HERR DER RINGE mochte, schon eher. Es bleibt abzuwarten, welche inhaltlichen Schwerpunkte George R. R. Martin in Zukunft setzen wird – sollte er sich auch wieder vermehrt den bisher eher vernachlässigten Themen widmen (Stichwort Weiße Wanderer oder auch Bran inklusive Gefolge), steht einer goldenen GAME OF THRONES-Zukunft nichts mehr im Wege.

border_0190button

„Gelungene Nachfolge-Staffel zum beliebten Franchise.“

filmkritikborder

TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 3)

gameofthrones_staffel_3_500

Land: USA – Idee & Produktion: David Benioff, D. B. Weiss – Stil: Epische Mythologie-/ Fantasy-Serie

Die Liste der Episoden aus Staffel 3 (Länge zwischen 53 und 62 Minuten):

2×01 – Valar Dohaeris | Valar Dohaeris
2×02 – Dark Wings, Dark Words | Dunkle Schwingen, Dunkle Worte
2×03 – Walk of Punishment | Der Weg der Züchtigung
2×04 – And Now His Watch is Ended | Und jetzt ist seine Wache zu Ende
2×05 – Kissed by Fire | Vom Feuer geküsst
2×06 – The Climb | Der Aufstieg
2×07 – The Bear and the Maiden Fair | Der Bär und die Jungfrau Hehr
2×08 – Second Sons | Die Zweitgeborenen
2×09 – The Rains of Castamere | Der Regen von Castamere
2×10 – Mhysa | Mhysa

Auf jede Talfahrt folgt im besten Fall ein erneuter Aufstieg.

Inhalt: In Westeros sieht es nicht gut aus für all jene, die sich gegen die Lannister-Familie stellen. Einer der ärgsten Widersacher der Königsfamilie, Stannis Baratheon; wurde erst kürzlich vernichtend in der Schlacht von Blackwater geschlagen. Und obwohl er die Kämpfe mit viel Glück überlebte, scheint sein Feldzug gegen die jetzigen Herrscher auf Kings Landing vorerst auf Eis gelegt zu sein. So herrschen die Lannisters weiterhin über das Land, spinnen Intrigen und nutzen die momentanen Tage der Ruhe, um weitere wichtige Bündnisse zu knüpfen. Gerade erst haben sie sich mit dem Haus Tyrell verbündet – König Joffrey soll die Tochter der Familie, Margaery Tyrell heiraten und so das Bündnis der beiden mächtigsten Häuser im Reich bekräftigen. Die nächste akute Gefahr für das Königshaus geht derweil von Robb Stark und seinen Nordmännern aus – die seit Tagen durch das Land gen Süden ziehen, um eines Tages einen Sturm auf die Hauptstadt zu wagen. Doch dafür müssten sie erst weitere Verbündete für sich gewinnen – was dadurch erschwert wird, dass Robb sich ausgerechnet mit einer Fremden vermählt hat; und nicht wie versprochen mit einer der Töchter von Walter Frey. Robbs jüngere Geschwister Bran, Rickon und Arya befinden sich derweil auf ihren ganz eigenen Odysseen durch Westeros, und sind dabei zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Auch Jamie Lannister und Brienne von Tarth befinden sich auf der Reise – im Auftrage von Robbs Mutter, Jamie soll gegen ihre immer noch in Königsmund verweilende Tochter Sansa eingetauscht werden. Doch bahnt sich im weiteren Umfeld von Westeros noch viel größeres an: hoch im Norden ziehen die Weißen Wanderer umher und scharen zahllose Untote um sich, während Daenerys Targaryen auf dem Nachbarkontinent Essos versucht, eine Armee zusammenzustellen.

gameofthrones_s3_kingslanding
Was ist es schön hier… doch unterschwellig brodelt es, wieder mal.

Kritik: Nun also ist es soweit – die dritte Staffel der erfolgreichen TV-Serie GAME OF THRONES wurde vollständig in den USA ausgestrahlt. Auch die deutsche Fassung läuft bereits, und wird bald mit der 10ten Episode abgeschlossen werden – zumindest im Pay-TV. Bis es zu einer entsprechenden Ausstrahlung im Free-TV kommen wird, werden wie gewohnt noch einige Wochen oder Monate vergehen. Während sich Serien-Fans sicherlich schon ein Bild der neuen Staffel gemacht haben; soll an dieser Stelle festgestellt werden, ob es sich auch für alle anderen lohnt auf das TV- oder später auch DVD- und BluRay-Release zu warten. Es gilt jedoch vorab zu erwähnen, dass es dabei weniger Sinn macht auf die tatsächlichen Inhalte der Serie einzugehen – zumal die Buchvorlagen dem Rezensenten (zwecks etwaiger Vergleiche) nicht vorliegen. Vielmehr soll es darum gehen wie das gezeigte wirkt und ob es nicht Dinge gibt, die man hätte besser machen können – beispielsweise in Bezug auf die Art der Inszenierung.

gameofthrones_s3_jamie
Auch, oder gerade Königsmörder haben ein Herz…

Wie viele wisssen basiert GAME OF THRONES auf einer Romanvorlage von George R. R. Martin – einer Vorlage, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist. Fünf Bänder sind derzeit erscheinen – zwei weitere sind in Planung. Das bedeutet, dass nach aktuellem Stand noch mindestens drei weitere Staffeln gedreht werden könnten, bevor den Machern das Material ausgeht. Moment, noch drei wenn bereits drei erschienen sind ? Tatsächlich gibt es in Bezug auf die dritte Staffel eine Neuerung. Während die ersten beiden Staffeln passenderweise auch auf die ersten beiden Originalbänden Bezug nahmen, deckt die dritte nur etwa die Hälfte des dritten Bandes ab. Die demnächst folgende vierte Staffel wird also noch einmal auf den dritten Band zurückgreifen und ihn abschließen. Der Grund dafür ist simpel: laut Aussage der Macher war das vorliegende Material einfach zu umfangreich, um es auf 10 Folgen zusammenzustauchen.

Die Frage ist nun also unter anderem ob es wirklich ein kluger Schachzug war, sich vom bisherigen Konzept zu entfernen und den dritten Originalband auf zwei Staffeln aufzuteilen. Sicher handelte es sich schon seit jeher (und seit der ersten Staffel) um keine detailgetreue Umsetzung des Buchstoffes, was letztendlich auch gar nicht möglich ist. Im Film- und TV-Universum gelten eben ganz andere Gesetze – was nun auch die dritte Staffel von GAME OF THRONES zu spüren bekommt. In der Tat: auch dieses Mal könnten wieder einige geteilter Meinung sein was den vermittelten Gesamtumfang der Serie betrifft. Fest steht, dass die Bücher vergleichsweise komplex und reichhaltig sind – die Serie diesem Eindruck aber nicht durchgängig gerecht wird. Zwar orientiert man sich oftmals direkt am Buch und versucht soweit wie möglich, eine ähnliche Erzähldichte und vor allem auch Charaktervielfalt anzubieten, doch wirkt auch die dritte Staffel an vielen Stellen etwas blutleer und wenn man so will überbrückend. Oftmals hat man schlicht das Gefühl, als würden die Dinge die gerade gezeigt werden von keiner besonderen Bedeutung sein – da sie den Zuschauer ohnehin nur auf das nächste größere Ereignis vorbereiten. Eben so, wie es auch mit dem Cliffhanger von der zweiten zur dritten Staffel (Invasion der Weißen Wanderer) gehandhabt wurde. Das Problem: vergleicht man das Ende der zweiten Staffel mit dem Beginn der dritten; so sieht man, dass jene potentiellen Versprechen wirklich bahnbrechendes zu zeigen, nicht wirklich eingehalten werden. Ganz unabhängig von der Vorlage ist dies ein Gefühl, dass man hätte umgehen können – indem sich ein wenig mehr aus dem Fenster gelehnt hätte und GAME OF THRONES etwas untypischer, aber genauso qualitativ inszeniert hätte. Denn: nicht jede Serie verträgt ein derartiges Spiel des Vertröstens und Überbrückens, besonders wenn man immer wieder ein großes Highlight als ein eben solches postuliert. Viel besser wäre es doch ein Gefühl zu vermitteln, dass in wirklich jeder Szene mehr Bedeutsamkeit schlummert als es den Anschein hat.

gameofthrones_s3_essos
Nicht nur auf Westeros braut sich etwas zusammen.

Aber: ganz so gravierend ist das – in Bezug auf die vorliegende dritte Staffel – nicht. Denn so liegt es vor allem an den kleineren Ereignissen und Zwischenspielen, die Spannung der Serie aufrecht zu erhalten. Das gelingt nach wie vor überraschend gut – ganz ähnlich wie zuvor schon in der zweiten Staffel. Will heissen: GAME OF THRONES bleibt auch in der dritten Runde eine sich mehr und mehr aufbauende, aber niemals zum großen Schlag ausholende TV-Serie. Wobei jenes niemals gegen Ende der dritten dann doch (und erstmals) eine größere Ausnahme macht: die sogenannte Rote Hochzeit hat es in vielerlei Hinsicht in sich, und dürfte so manchem Serien-Fan die Sprache verschlagen. Noch mehr von derartigen Wow-Momenten finden sich aber (noch) nicht – sodass man entweder auf die nächsten Staffeln; oder spätestens das ganz große Finale warten muss. Gesetzt dem Fall, man ist auf derlei Höhepunkte aus und kann sich auch mit dem plötzlichen Ableben ehemaliger Hauptfiguren arrangieren – alle die es eher gediegen mögen, werden in GAME OF THRONES weiterhin bestens versorgt. Ganz oben stehen dabei die typischen Lannister-Machtspielchen, sowie das Porträt aller damit einhergehenden Charaktere. Ebenfalls nach wie vor ganz vorne mit dabei: das Aufbegehren der einzelnen Parteien die den Thron jeweils für sich beanspruchen, sowie der serientypische (Erzähl-)Wechsel zwischen den verschiedenen Fraktionen.

gameofthrones_s3_stannis
Finster flüstert die rote Frau…

Doch hat GAME OF THRONES neben den größeren Fraktionen auch kleinere, stillere Helden. Gerade das macht mitunter auch den Reiz der Serie aus – wie grundsätzlich immer, wenn es um das Schicksal einer jüngeren Generation geht die teils direkt in einen Konflikt verstrickt sind. Jenen Abenteuern der jüngeren Protagonisten wird in Staffel 3 nun endlich wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt – glücklicherweise. Es ist spannend, der Reise der schlagfertigen Arya beizuwohnen die sich mit so manch finsterer Gestalt konfrontiert sieht; und die Ungewissheit von Bran und Rickon samt Begleitung mitzuerleben. Tatsächlich schafft es die Serie hier erstmals, ein halbwegs vernünftiges Porträt anzubieten – insbesondere da selbige Charaktere in der zweiten Staffel zu bloßen Randfiguren verkommen sind. Überraschend: der ehemalige Kinderstar Tomas Brody Sangster (EINE ZAUBERHAFTE NANNY) hat eine größere Rolle als Begleiter von Bran erhalten. Noch erfährt man nicht viel über seinen Charakter und dem seiner Serien-Schwester – doch was nicht ist, kann ja noch werden. Auch wird man ein Anziehen der zwischenmenschlich-emotionalen Komponente bemerken – was nur gut und richtig ist im Vergleich zur (unfreiwillig) gefühlskalten Vorgängerstaffel. Man sieht, was etwas bedächtigere Szenen wie die zwischen Bran und Rickon (ein Moment des Abschieds, geprägt von Bruderliebe) ausmachen können – warum also nicht mehr davon einbringen; nicht zuletzt um die Charaktere glaubhafter erscheinen zu lassen ? Der Faktor der Menschlichkeit wird ohne Zweifel auch in den kommenden Staffeln eine große Rolle spielen – es gilt, die Charaktere nicht zu abgehoben und geradezu unwirklich erscheinen zu lassen, sondern im besten Falle Identifikationsfiguren anzubieten. Die noch immer spärlich genähten übernatürlichen Begebenheiten, die irgendwie zu GAME OF THRONES dazugehören; könnten dabei gleich auch etwas konsequenter ausgeführt werden.

gameofthrones_s3_bran
Bran (Isaac Hempstead-Wright) wird immer erwachsener…
gameofthrones_s3_jojen
Eine neue Spielfigur erscheint auf der Bildfläche – Jojen Reed (Thomas Sangster)
gameofthrones_s3_rickon
Vielleicht sieht man in Zukunf noch mehr von Rickon (Art Parkinson) ?

Der eigentliche Clou der dritten Staffel, oder auch der Serie insgesamt; ist aber das Spiel mit den verschiedenen Parteien, die allesamt ganz unterschiedliche Begründungen für ihren Anspruch auf den Thron vorzuweisen haben. Und damit auch der langsame aber sichere Aufstieg von Daenerys Targaryen: es fühlt sich schlicht gut an zu wissen, dass es bei all den Konflikten und blutigen Auseinandersetzungen einen potentiellen Sieger geben könnte, der die Herrschaft über Westeros auch verdient. Zumindest wird genau dieses Gefühl vermittelt – fraglich bleibt, ob man nicht doch noch gewisse charakterliche Tiefen und unbekannte Züge heraufbeschwören wird, die diese Erwartungen wieder zunichte machen. Bis dahin aber bleibt es dabei: die Ankunft der Mutter der Drachen in Westeros wird mit Spannung erwartet, und dürfte das absolute Highlight der bisherigen Staffeln werden. Vielleicht kommt aber doch alles ganz anders, und der eisige Winter des Nordens zieht alles verschlingend über ganz Westeros ? Es ist nun an George R. R. Martin und danach den Serien-Verantwortlichen, diese wahrhaftige Mammut-Aufgabe zu stemmen und sich ein stimmiges Ende der Geschichte zu überlegen, ob offen oder nicht. Und natürlich, die Zeit bis dahin möglichst unterhaltsam zu gestalten.

gameofthrones_s3_redwedding
Eine Hochzeit mit einem alles andere als rosigem Ausgang…

Fazit: Nach der etwas schwächeren zweiten Staffel kehrt GAME OF THRONES in der dritten wieder zu alter Stärke zurück. Allzu langatmige Passagen gehören der Vergangenheit an, und auch der oftmals abrupte Wechsel zwischen den verschiedenen Parteien wirkt nun wieder etwas harmonischer. Auch wenn viele Dinge noch immer ausstehen (allen voran die weitere Einmischung der Weißen Wanderer und Daenerys Targaryen), so fühlt man sich auch in den nicht ganz so markanten Zwischenmomenten bestens unterhalten. Die markantesten Stärken der Serie liegen weiterhin in der dargebotenen Charaktervielfalt – und damit auch den über alle Zweifel erhabenen Leistungen der vielen beteiligten Darsteller. Auch die optischen Schauwerte sind nach wie vor immens (Kulissen, Kostüme, Effekte), der Soundtrack dezent aber grandios. Wenn man nun auch noch inhaltlich weitere Höhepunkte serviert (wie etwa die Rote Hochzeit) und allgemein das Gefühl vermittelt, dass alles was auf der Leinwand geschieht von enormer Bedeutung ist (das sollte es wohl sein, dem eigentlichen Autor nach), dann kann man der Zukunft von GAME OF THRONES frohen Mutes entgegenblicken. Eine fast perfekte Wertung für die dritte Staffel – die erste ist nach wie vor leicht überlegen (siehe hier), die zweite erhält momentan noch Bronze (siehe hier).


90button

„Es geht wieder aufwärts.“

TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 2)

Land: USA – Idee & Produktion: David Benioff, D. B. Weiss – Stil: Epische Mythologie-/ Fantasy-Serie

Die Liste der Episoden aus Staffel 2 (Länge zwischen 53 und 62 Minuten):

2×01 – The North Remembers / Der Norden vergisst nicht
2×02 – The Night Lands / Die Nachtlande
2×03 – What is Dead May Never Die / Was tot ist, kann niemals sterben
2×04 – Garden of Bones / Garten der Knochen
2×05 – The Ghost of Harrenhal / Der Geist von Harrenhal
2×06 – The Old Gods and the New / Alte und neue Götter
2×07 – A Man Without Honor / Ein Mann ohne Ehre
2×08 – The Prince of Winterfell / Der Prinz von Winterfell
2×09 – Blackwater / Schwarzwasser
2×10 – Valar Morghulis / Valar Morghulis

Königsmund soll endlich fallen… !

Inhalt: Nachdem sich der junge König Joffrey I. Baratheon mithilfe des Lannister-Clans seinen Platz auf dem Eisernen Thron gesichert hat, tobt im Reich ein neuer Bürgerkrieg. Stannis und Renley Baratheon fordern ihrerseits Ansprüche auf die Herrschaft ein – der eine als Bruder des verstorbenen Königs, der andere als Vater der Ehefrau des ehemaligen Königs. Gerade Stannis scheint sich seinem Anspruch äußerst sicher zu sein, und schart nicht nur viele hundert Mann um sich – sondern auch eine mysteriösen Frau namens Melisandre. Gemeinsam planen sie die Eroberung der gut gesicherten Hauptstadt Königsmund, um den tyrannischen Joffrey und dessen neue Hand, Tyrion Lannister, ein für allemal in ihre Schranken zu verweisen. Doch der Krieg beginnt, immer größere Ausmaße anzunehmen: auch Robb Stark, der Sohn des von Joffrey hingerichteten König des Nordens, erklärt seine Unabhängigkeit und zieht gegen die Lannisters in den Krieg. Dabei muss er jedoch äußerst bedacht vorgehen – schließlich haben die Lannisters seine Schwester Sansa noch immer als Geisel, während die jüngere Arya Stark noch immer auf der Flucht ist. Immerhin ist er noch immer in Besitz einer Trumpfkarte – Jamie Lannister, der seinerseits als Geisel festgehalten wird und im späteren Verlauf eine neue Bewacherin zugewiesen bekommt. Doch auch seine beiden Brüder, die er daheim in Winterfell zurückliess, laufen Gefahr, verfolgt und hingerichtet zu werden: der ehemalige Freund der Familie Balon Graufreud plant, seinen eigenen Nutzen aus den Wirren des Krieges zu ziehen und schließt sich nach vielen Jahren wieder mit seinem Vater, dem König der Eiseninseln, zusammen. Eine weitere potentielle neue Thronfolgerin findet sich indes in Daenerys Targaryen, die noch immer auf dem Kontinent Essos festsitzt und Zugang zu seiner reichen Wüstenstadt erhält. Dessen Bewohner scheinen es jedoch auf ihre Drachen abgesehen zu haben, und so muss sie sich mithilfe ihrer treuen Begleiter erst einen Weg auf den Nachbarkontinent Westeros ebnen.

Kritik: Wobei auch die Ereignisse jenseits der nördlichen Mauer nicht unerwähnt bleiben sollen; und letztlich sogar in einem fulminanten Final-Cliffhanger münden. Man sieht bereits, dass auch die zweite Staffel der GAME OF THRONES-Serienadaption mit geradezu mannigfaltigen Inhalten aufwartet und es dem Zuschauer dabei nicht immer leicht macht, dem Geschehen in all seinen Facetten zu folgen. Jedoch war dies gerade nach der überraschend guten und zu Recht erfolgreichen ersten Staffel (Kritik) gar nicht anders abzusehen. Nachdem man mit der aus 10 Episoden bestehenden ersten Staffel den ersten Originalband A GAME OF THRONES von George R. R. Martin (dessen Buchreihe die Grundlage für die TV-Serie bietet) abdeckte, wagt man sich nun also an den zweiten. Dieser ist mit A CLASH OF KINGS betitelt – und bezeichnet so recht genau die in der zweiten Staffel stattfindenden Ereignisse um den immer bedrohlicheren Bürger- und Königskrieg im fiktiven Fantasy-Reich. Man hält sich dabei weiterhin strikt an das 10-Episoden-Schema: 10 Episoden – und damit eine Spielzeit von etwa 600 Minuten (aufgerundet) – müssen ausreichen um den Inhalt eines gesamten Bandes auf die Leinwand zu transferieren. Dass dabei einige Abstriche gemacht werden machen müssen, ist nur allzu offensichtlich und unvermeidbar. Doch während man sich in Bezug auf die erste Staffel noch recht streng an die Originalvorlage hielt, geht man mit der zweiten nun vermehrt das Risiko ein, immer weiter von der Vorlage abzuweichen. Dies geschieht sicherlich zum Missfallen der Fans der Buchreihe, doch dieses Mal scheint diese Herangehensweise (und einige weitere Aspekte) dazu beizutragen, dass sich auch Nicht-Kenner der Materie mit einigen Unstimmigkeit konfrontiert sehen werden.

Wobei man bei den Zuschauern der zweiten Staffel bereits nicht mehr von Nicht-Kennern sprechen kann -immerhin lieferte die erste Staffel viele Informationen und einen wunderbar komplexen, dabei aber stets äußerst unterhaltsamen Einstieg in das vielschichtige, episch angelegte Erzähl-Universum von George R. R. Martin. Der durchschlagende Erfolg der ersten Staffel, und die im Verlauf der ersten 10 Episoden gesammelten Eindrücke führten indes aber auch dazu, dass sich die Erwartungen in Bezug auf ein jegliches Sequel auf einem recht hohen Niveau einpendelten. Das GAME OF THRONES-Franchise schien seit jeher kurz vor der sinnbildlichen Explosion zu stehen, was seine erzählerische Wucht und die vertrackt-verschachtelten Inhalte und Machtspielchen betraf – die Frage ist, ob diese bemerkenswerte Atmosphäre im Verlauf der nun mit der zweiten Staffel verstrichenen Monate und in den noch kommenden Jahren gehalten werden kann. Immerhin hatten die Zuschauer nach der beeindruckenden ersten Staffel reichlich Gelegenheit, die fantastischen Eindrücke aufzuarbeiten und sich die Fantasy-Welt gedanklich warm zu halten, bevor es dann mit der international begierig ersehnten Fortsetzung aus 10 neuen Episoden weitergehen sollte. Und tatsächlich fällt der Wiedereinsteig, beziehungsweise die Rückkehr des Franchises, recht zufriedenstellend aus. Die erste Folge DER NORDEN VERGISST NICHT ist sinnigerweise so gehalten, dass man sich als Zuschauer wieder schnell ‚heimisch‘ fühlen wird in der nicht zu fantastischen Welt, in der ständig Machtkämpfe toben und es stets überall und unterschwellig brodelt.

Die Geschichten der einzelnen Charaktere, derer es bereits in der ersten Staffel nicht wenige waren, werden endlich weitererzählt – wobei noch einige neue Erzählstränge und Charaktere hinzukommen, die das epische angelegte Gesamtbild nicht schmälern; im Gegenteil. Das Hauptaugenmerk der zweiten Staffel liegt jedoch weniger auf einzelnen Charakteren wie noch in der ersten Staffel, sondern vielmehr auf einer Analyse der vorherrschenden Vorkriegs-Situation und dem Aufbegehren der einzelnen Parteien. Es scheint, als wolle schlicht ein jeder den eisernen Thron besetzen – mal mit weniger nachvollziehbaren Rechtfertigungen, mal mit deutlicheren. Aber: so spannend, komplex und unterhaltsam das Szenario anmutet, in der zweiten Staffel sind leider längst nicht mehr alle Inhalte und Erzählmomente über jeden Zweifel erhaben. Im Vergleich mit der überraschenden, enorm starken ersten Staffel muss sich die Fortsetzung schnell hinten anstellen, und das sogar deutlicher als erwartet. Einer der Gründe bezieht sich auf den enormen Spannungsbogen, der innerhalb der ersten Staffel etabliert werden konnte – und im Staffel-Finale nicht nur einen weiteren Höhepunkt aufwies, sondern auch bereits gewisse Ansätze einer Auflösung offenbarte. Einer Auflösung, die sich zweifelsohne nicht auf die Inhalte bezieht –  sondern vielmehr auf die grundsätzliche Atmosphäre der Serie. Schließlich sieht sie, analog zu den Buchvorlagen, das Konzept vor; dass es eine relative Unklarheit über einen potentiellen neuen Thronfolger geben würde. Dieser ‚Clash Of Kings‘ dient als Aufhänger der gesamten zweiten Staffel – wobei sich die verschiedenen Parteien aber nur selten direkt die Wege kreuzen.

Stattdessen werden die jeweiligen Situationen der Truppen und deren Anführer gezeigt, und wie sie sich auf eine vermeintlich alles entscheidende Schlacht vorbereiten. Ärgerlich dabei ist nur, dass die zweite Staffel nur höchst selten globale Zusammenhänge aufzeigt – und die jeweiligen Gruppierungen nur in ihrem eigenen kleinen Mikrokosmos porträtiert. Von gegenseitigen Beeinflussungen, einem weiterführenden Denken der Hauptverantwortlichen gibt es keine Spur – jeder für sich möchte den eisernen Thron besteigen und über das Land regieren. Einige kleine, feine Unterschiede in Bezug auf die Beweggründe aussen vor, gerät dieses Streben nach Macht zu einer recht einfallslosen, durchschaubaren und wenige Überraschungen feilbietenden Kriegs-Mär, die sich von der Fantasy-Masse lediglich dadurch abhebt, als dass sie noch immer einen deutlicheren Fokus auf Charakterporträt legt. Diese galten indes als eine der auffälligsten Stärken der ersten Staffel. In der zweiten sind sie es noch immer – doch müssen auch hier bereits einige Abstriche einkalkuliert werden. Der Zuschauer weiss in vielen Fällen schon, wie der ein oder andere Charakter tickt und sieht sich daher weitaus weniger Offenbarungen oder Überraschungen konfrontiert. Deutlich ärgerlicher wird es dann, wenn es um das Porträt eines Tyrion Lannister geht – einer der Galionsfiguren der ersten Staffel, die stets für launig-unterhaltsame Szenen sorgte und durch die gut inszenierten Machtspielchen und durchdachten Tricks und Kniffe begeisterte. In der zweiten Staffel finden sich derlei Szenen nur äusserst selten – was ebenfalls der vergleichsweise vertrackten Situation zuzuschreiben ist, aus der die Drehbuchschreiber weitaus weniger Inspiration schöpfen konnten als aus den Zeiten der allgemeinen Aufbruchstimmung.

Der ärgerlichste Aspekt an der zweiten Staffel aber bleibt die nun vermehrt in explizite Abschnitte unterteile Erzählstruktur. Recht abrupte Schnitte sorgen einstweilen für unstimmige Übergänge zwischen den jeweiligen Parteien, Situation und Figuren; beispielsweise wenn es von der ‚Drachenmutter‘ Targaryen in der Wüste zu den Wächtern im hohen Norden geht. Überhaupt fällt diesbezüglich auf, dass den Parteien eine höchst unterschiedliche und nicht immer nachvollziehbare Gewichtung zuteil wird. So werden manche Parteien in einigen Episoden gar nicht gezeigt, andere (in diesem Moment vielleicht weniger interessante) wiederum vermehrt – ein Eindruck einer relativen Willkür entsteht. Eines jedoch haben alle Porträts aller Gruppierungen gemeinsam: sie wirken stark zerstückelt, werden nur häppchenweise vorangetrieben – sodass sich der Erzählfluss in Grenzen hält, sich gar schmerzliche Längen und Disharmonien einschleichen. Es liegt aber nicht nur an der Vielzahl der sich ständig abwechselnden Porträts und Stimmungen, sondern auch an den eigentlichen Inhalten derselben: diese können denen aus der ersten Staffel schlicht nicht mehr das Wasser reichen. Episodenübergreifende Machtspielchen und Intrigen wurden gehen allgemeine Schlachtvorbereitungen ausgetauscht, die verständlicherweise simpler und vorhersehbarer ausfallen. Überaus merkwürdig: gerade die vielversprechende Szenerie um den Stark-Vertreter Robb wird so gut wie überhaupt nicht mehr aufgegriffen und verläuft daher komplett im Sande. Es scheint fast, als käme die (sicher schlagkräftige) Gruppe kaum voran – weder gibt es explizite Szenen von Schlachten, noch nennenswerten Truppenbewegungen zu sehen. Stattdessen zeigt man häufiger Szenen, die sich am Rande des Schlachtfeldes abspielen, wie den Umgang mit dem Gefangenen Jamie Lannister. Immerhin: diese, ein zwischenzeitlicher Fluchtversuch und die spätere Eskorte von der neuen, Caytlin Stark untergebenen, sorgen für den ein oder anderen unterhaltsamen Moment – die plötzliche Liebe von Stark zu einer Aushilfs-Ärztin wirkt da schon wesentlich konstruierter, unglaubwürdiger und schlicht unpassend gesetzt.

Man kommt also nicht umher, der zweiten Staffel eine deutlich geringere Faszinationskraft zuzuschreiben. Ob dieser Eindruck indes aus den stärkeren Abweichungen von der Buchvorlage oder aus anderen Aspekten herrührt, sei einmal dahingestellt. Doch leider schlägt sich diese Impression auch auf die technischen und handwerklichen Aspekte nieder – die nun nicht mehr so erfrischend und beeindruckend wirken wie noch in der ersten Staffel. Man beging schlicht den Fehler, keine deutliche Steigerung der Elemente einzuplanen – man erzielt im Endeffekt sogar gegenteiliges. Den Schauspielern wird weniger Raum zugestanden, die grundsätzlich abwechslungsreichen Schauplätze nutzen sich schnell ab, die eigentlich zu erwartenden Schlachten-Szenen entpuppen sich als kleine Mogelpackung. Auch wenn die nur streckenweise enthaltene Action kein Haupt-Aushängeschild der Serie ist – ein wenig mehr hätte es in dieser Hinsicht schon sein dürfen, gerade wenn es um die bereits aufgestellten Armeen geht, die nur selten und schon gar nicht in ihrer Gänze (spektakuläre Massenszenen) gezeigt werden. Lediglich eine größere Schlacht ist zu erwarten – die um Königsmund, in der sich zwei, und am Ende sogar drei Parteien eine beeindruckende Wasser- und Landschlacht um die Hauptstadt liefern. Auch wenn hier nicht immer klar wird, warum einige direkt an der Front kämpfende Charaktere überleben – und die sie begleitenden Komparsen reihenweise fallen; sind gerade die hier eingesetzten Spezialeffekte gut gelungen, sowie auch die markante Farbgestaltung der grünlichen, alles vernichtenden Seefeuer. Der Soundtrack ist wie schon in der ersten Staffel beeindruckend und untermalt das gezeigte stets passend, die Kamera-Arbeit und Schnitte bewegen sich nach wie vor auf einem angenehmen, die Kostüme und Szenengestaltungen auf einem aufwendigen Niveau.

Fazit: (Zu) viele Köche verderben den Brei – eine Binsenweisheit, die in Bezug auf die erste Staffel noch keine Anwendung finden konnte, sich in Anbetracht der zweiten aber immer weiter manifestiert. Es scheint, als würden sich die Verantwortlichen in eine dem Franchise nicht wirklich zuträgliche Richtung bewegen, indem sie sich immer weiter von der Vorlage entfernen und die der ersten Staffel zweifelsohne innewohnende Komplexität durch eine nur vermeintliche, vorgetäuschte ersetzen. Schließlich sollen die ständigen Blenden und Ortswechsel die epische, weitreichende Wirkung des Gezeigten verdeutlichen – doch tatsächliche Inhalte, die diesen Eindruck untermauern, finden sich kaum. Die einzelnen Charaktere und Darsteller bekommen insgesamt weniger Spielraum zugestanden, globale Zusammenhänge werden gar vollständig ausgeklammert – mit Ausnahme der lang erwarteten ersten Schlacht um Königsmund. Doch selbst diese hat einen zweifelhaften, unentschlossenen Ausgang – sodass man sich wohl auch in der dritten Staffel noch lange mit den sich bekriegenden Parteien beschäftigen wird, ohne dass bemerkenswerte Ereignisse oder Wendungen eintreten. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen: es zieht sich, und zwar auffällig. Eine Spannung oder eine wirklich bedrohliche Stimmung, wie sie in der ersten Staffel allgegenwärtig war, kann die zweite letztendlich nicht etablieren – und dass, obwohl die jeweiligen Parteien tatsächlich aufmarschieren und kampfbereit sind. Viele kleine Kämpfe, nicht besonders interessante Nebengeschichten (wie die Handhabung des gefangen genommenen Jamie Lannister) und beinahe komplett fallengelassene, potentiell hochkarätige Erzählstränge (wie die Geschichte um die beiden jüngsten Stark-Brüder) treiben die Geschichte kaum voran und sorgen für einige Durststrecken und für das aufkommende Gefühl, als würde der Fokus falsch gelegt. Wenn man es auf die Spitze treiben wollte, könnte man auch folgendes behaupten: nach der zweiten Staffel ist vor der zweiten Staffel. Ein Eindruck, der man unbedingt hätte vermeiden sollen; der sich zu großen Teilen aber schmerzlich bewahrheitet. Zu auffällig ist der Stillstand der Charaktere und vorherrschenden Situationen, zu halbherzig ist der Versuch, spannende Einzelgeschichten zu erzählen. Einige der interessanteren Entwicklungen, wie die Geschichte des nunmehr hin- und hergerissenen Balon Graufreud oder das Porträt der flüchtigen Arya Stark, die ein besondere Bekanntschaft macht, wissen konsequent und stimmig zu unterhalten. Tyrion Lannister, einer der kleinen Helden und großen Sympathieträger der ersten Staffel, verkommt indes zu einer lustlos charakterisierten Randfigur, die nur selten ähnlich spannende Ausflüge macht wie in der ersten Staffel. Alles in allem: nach der wahnwitzig guten ersten Staffel eher eine Enttäuschung – es bleibt die Hoffnung auf eine bessere dritte, die die Fehler der zweiten wieder ausradiert.


75button

„Nach der hervorragenden ersten Staffel dezent enttäuschend.“

Serien-Highlights 2012: GAME OF THRONES Season 2

Game Of Thrones, Staffel 2.

Gewiss, ganz so neu ist die Ankündigung nicht mehr. Beziehungsweise ist sie geradezu veraltet, betrachtet man die Tatsache, dass die zweite Staffel von GAME OF THRONES in den USA bereits vollständig ausgestrahlt wurde. Doch wie es eben so ist, braucht so manches Werk seine Zeit bis nach Übersee – somit läuft die deutsche Version der zweiten Staffel gerade noch auf Sky Atlantic HD. Es gilt, einzuschalten (jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt im Free-TV) – auch wenn die Serie das ehemals und mit der ersten Staffel etablierte Niveau nicht ganz halten kann.



TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 1)

Land: USA – Idee & Produktion: David Benioff, D. B. Weiss – Stil: Epische Mythologie-/ Fantasy-Serie

Die Liste der Episoden aus Staffel 1 (Länge zwischen 53 und 62 Minuten):

Episode 1×01 – Winter is Coming / Der Winter naht
Episode 1×02 – The Kingsroad / Der Königsweg
Episode 1×03 – Lord Snow / Lord Schnee
Episode 1×04 – Cripples, Bastards, and Broken Things / Krüppel, Bastarde und Zerbrochenes
Episode 1×05 – The Wolf and the Lion
Episode 1×06 – A Golden Crown
Episode 1×07 – You Win or You Die
Episode 1×08 – The Pointy End
Episode 1×09 – Baelor
Episode 1×10 – Fire and Blood

Darf es auch mal wieder etwas epischer sein… ?

Vorwort: Was für ein epischer Brocken… die Rede ist heute von GAME OF THRONES, einer US-amerikanischen, epischen Fantasy-Fernsehserie von David Benioff und D. B. Weiss. Die erste Staffel wurde bereits vor einiger Zeit im US-TV (Mitte 2011 auf dem Kabelsender HBO, für den die Serie produziert wurde) sowie im deutschen Pay-TV ausgestrahlt – ein Grund, weshalb bereits eine weltweite Fancommunity entstanden ist. Die Serie basiert auf den epischen Romanen mit dem Titel Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin, und wurde bereits in unzähliger Länder verkauft. Mit einer derartigen Buchvorlage kann eigentlich nichts schief gehen, sollte man meinen ? Nicht ganz, schließlich lehrten uns gerade die USA, dass man auch eine noch-so-gute Vorlage mithilfe einer gehörigen Portion Effekthascherei und Kommerzgier verwursten und ins Lächerliche ziehen kann. Wie aber sieht es mit dieser auffallend aufwendigen, ambitionierten und auch recht ungewöhnlichen Serie aus, und das vor allem in inhaltlicher Hinsicht ? Bald kann man sich selbst ein Bild davon machen, und dass, ohne höheren Anschaffungskosten begegnen zu müssen. In wenigen Tagen folgt die Ausstrahlung im Free-TV, genauer gesagt auf RTL 2 – einem Sender, der grundsätzlich nicht oft für hochqualitative Serien Pate steht, stehen darf. Doch, soviel sei vorweg gesagt; mit GAME OF THRONES könnte sich dies nun bald ändern – auch wenn man zweifelsohne eine stark geschnittene Fassung erwarten darf.

GAME OF THRONES, das kommende Serienhighlight im deutschen Free-TV

Inhalt: Die Handlung der ersten Staffel deckt den Inhalt des ersten Originalbands A GAME OF THRONES ab, und führt den Zuschauer in eine noch unbekannte, fiktive Welt von 7 vereinten Königreichen. Trotz der allgemein prekären Lage des Königreiches, welches im Norden an ein unwirtliches, gefährliches Eisgebiet, und im Westen an einen potentiell feindlich gesinnten Kontinent grenzt, entbrennt ein innerer Machtkampf um die Krone. Den liefern sich hauptsächlich drei der wichtigsten Adelsfamilien mit dem Namen Stark, Lannister und Baratheon. Der hiesige König Robert Baratheon bittet seinen alten Freund Eddard Stark, den Lord von Winterfell, um einen Gefallen: er soll die neue ‚rechte Hand‘ des Königs werden und ihm in Königsmund, der Hauptstadt, dienen. Dazu müsste er allerdings seine Festung hoch im Norden verlassen, was nicht das einzige Problem ist: es stellt sich heraus, dass die ehemalige Hand des Königs, Jon Arryn, ermordet wurde – und dass die Familie der Frau des Königs, das Haus Lannister, nicht ganz unbeteiligt ist an vorherrschenden Intrigen und kühnen Machtergreifungsplänen. Gleichzeitig planen die letzten überlebenden Mitglieder der Königsfamilie Targaryen, die verbannt wurden; die Rückkehr nach Westeros – und mischen sich ebenfalls im Streit um die Macht ein. Doch dazu müssen sie eine für sie große Hürde überwinden: die Meerenge zwischen den beiden Kontinenten. Als die ersten wichtigen Personen aus dem Königreich sterben, und einer von Eddard Stark’s Söhnen gleich zwei Mordanschläge nur knapp überlebt, beginnt die Situation zu eskalieren. Ein Bürgerkrieg scheint unvermeidbar – während sich von Norden aus ein noch größeres Unheil auf das Königreich zu stürzen droht…

Es gilt, eine riesige, epische Welt für sich zu entdecken…

Kritik: Gewiss ist es eine Herausforderung in nur wenigen Sätzen zu schreiben, worum es eigentlich genau in GAME OF THRONES geht. Es ist sogar eine kleine Unmöglichkeit, ginge man weiter ins Detail und finge mit der Erklärung der storyrelevanten Prämissen an – die recht mannigfaltig ausfallen und sich von geografischen Daten über geschichtliche Fakten bis hin zu einem allgemeinen familiären Wirrwarr ziehen. So sollte man es dabei belassen und möglichen Interessenten lediglich die Auskunft geben, dass es sich um eine episch angelegte Fantasy-Mythologiegeschichte handelt, die in einer gänzlich fiktiven Welt spielt und ein Hauptaugenmerk auf die beteiligten Charaktere legt. Moment, die Charaktere… ? Gibt es etwa keine Action, keine epischen Schlachten und allerlei fantastische Inhalte ? Nun, wer weiss das schon – doch in der ersten Staffel, von der heute die Rede ist; beschränkt man sich hinsichtlich dieser Elemente auf ein absolutes Minimum. Doch genau das macht den Reiz von GAME OF THRONES aus – wer hier allerlei sinnloses Gemetzel oder einen Ansatz sucht, der Effekte von der Wichtigkeit her über den eigentlichen Inhalt stellt, wird in die im wahrsten Sinne des Wortes entgeistert in die Röhre schauen. Und – wie gut, dass das so ist ! Schließlich war es schon lange an der Zeit für eine mutige, dabei aber gut gemachte Serie; die endlich wieder einen frischen Wind in die verrohte Konsum-TV-Landschaft bringen würde. GAME OF THRONES ist in dieser Hinsicht nicht nur ein vielversprechender Kandidat, sondern bereits nach der ersten Staffel ein expliziter Gewinner.

Die Söhne aus dem Hause Stark bereiten sich auf eine Konfrontation vor…

Aber warum ist dem so ? Nun, es sind derlei viele Gründe, die für einen durchweg positiven Gesamteindruck sorgen und die Serie von einem üblichen TV-Niveau abheben. Zum einen ist es – ganz grundlegend gesprochen – der Mut, eine Serie zu erschaffen, die gänzlich anders ist als so viele Konkurrenzprodukte. Dieser Mut ist jedoch nicht nur damit beschreiben, sich an die Produktion einer guten Buchvorlage zu machen – sondern auch, dem Geiste dieser Vorlage weitestgehend treu zu bleiben. Richtig – GAME OF THRONES wirkt zu keinem Zeitpunkt wie ein x-beliebiges, kommerzorientiertes West-Produkt, sondern wie eine zeitlos angelegtes Epos. Auch die Ausführung einiger expliziterer Inhalte lässt darauf schließen: hier wurde beileibe keine falsche Scheu an den Tag gelegt, eine scheinheilige Moralkeule geschwungen – GAME OF THRONES ist überraschend blutig, sexistisch und freizügig. Nicht, dass es ein Muss wäre, diese Elemente explizit auszuführen und so manches Mal auffällig in Szene zu setzen – doch trägt dies enorm zu einem Authenzitätsgefühl und einer gewissen ‚Ehrlichkeit‘ bei. Auch wenn es sich ’nur‘ um ein fiktives Königreich handelt, weiss man doch um einige der Tatsachen, die damals (und in der Wirklichkeit) zum Alltagsleben der Menschen gehörten.

Die eigentliche Faszination entsteht natürlich – und beileibe – nicht aufgrund dieser Elemente, die vielmehr als Beigabe dienen – sondern aufgrund des ansprechendes Szenarios. Ein simples gut-gegen-böse Schema sollte man nicht erwarten, denn die Geschichte von GAME OF THRONES erweist sich alsbald als äusserst komplex, verschachtelt und den Zuschauer durchaus fordernd. Im Gegensatz zu anderen US-Serien gilt es also nicht, sein Oberstübchen auf Durchzug zu schalten – sondern dem Geschehen aufmerksam zu folgen, was gerade in den ersten Episoden eine kleine Herausforderung darstellen kann. Schließlich guilt es, die recht undurchsichtige Situation zu eruieren – wobei viele Fragen entstehen werden. Wie sieht das ‚Königreich‘ eigentlich (geografisch) aus ? Wer herrscht wo, welchen Einfluss haben die Adelshäuser ? Wer ist mit wem verwandt, wer mit wem befreundet ? Doch im Laufe der Zeit wird ein Großteil der Fragen beantwortet werden – und der Zuschauer somit zufriedengestellt. Denn schließlich ist dies nur eine von vielen Ebenen, die es zu ‚erobern gilt: auf die ganz großen Fragen, wie die nach dem Ausgang des Bürgerkrieges oder der Geschichte hinter der Gefahr aus dem Norden wird es (noch) keine Antwort geben. Und so sind – in diesem Fall glücklicherweise – mehrere Staffeln in Aussicht.

Sean Bean als Eddard Stark, einer der Hauptcharaktere der ersten Staffel

Wohlgemerkt, es handelt sich um eine Fantasy-Serie – so wird es nicht nur die spannenden Familienverhätlnisse und angespannten Situationen zu entdecken geben, obwohl diese bereits zur Genüge ausreichen, der ersten Staffel einen äusserst positiven, unterhaltsamen Anstrich zu verleihen. Auch einige fantastischere Elemente warten noch darauf, die Bühne zu betreten – in der ersten Folge werden hier bereits leichte Ansätz angedeutet, in der letzten Episode sogar erstmals richtig deutlich. So darf man zweifelsohne gespannt sein, wie diese Fantasy-Aspekte mit der (grundsätzlich bodenständigen) Geschichte aus Machtverhältnissen, Machtmissbrauch, Intrigen und zwischenmenschlichen Aspekten verwoben werden wird. Besieht man die erste Staffel, so kann man nur davon ausgehen, dass es den Machern zweifelsohne gelingen wird – bereits jetzt laufen unzählige Handlungsstränge und Nebengeschichten immer wieder zu einem großen Ganzen zusammen, nur um den Zuschauer danach immer wieder zu überraschen. In der Tat, GAME OF THRONES gestaltet sich alles andere als vorhersehbar – man weiss einfach nicht, was als nächtes geschehen wird, wird es aber unbedingt erfahren wollen – der Ehrgeiz ward geweckt, die Lust auf weitere Episoden ist enorm.

Neben den inhaltlichen Stärken wissen vor allem auch die technischen Aspekte zu überzeugen. Eine kristallklaren Optik und die allgemein sehr opulente Aufmachung der Serie lassen gerade Besitzer höherwertiger Heimkinosysteme in den Genuss fantastischer Bilder kommen, durch verschiedenste Spiele mit Umgebungsatmosphären (dem eisigen Winter im Norden, der Wärme der Hauptstadt im Süden) entstehen zusätzliche Reize. Animationen und gerenderte Szenen sucht man größtenteils vergebens – in GAME OF THRONES ist vieles echte Handarbeit, wie die aufwendigen Szenenaufbauten und die geschickte Einbeziehung von wunderschönen, weitläufigen Landschaften und Wäldern. Auch der Soundtrack, dem man erstmals im beeindruckenden Intro bemerken wird, brilliert durch episch angehauchte Klänge und ist ein Highlight für sich. Ein besonderes Lob gilt allerdings den beteiligten Darstellern, von denen beinahe niemand durch das qualitative Raster fällt. Einzig und allein das charakteristische Aussehen einiger Charaktere wirkt das ein oder andere Mal etwas unpassend, und leicht übertrieben / überspitzt in Szene gesetzt. Die Tatsache, dass einige der Darsteller schlicht zu alt wirken, könnte ebenfalls als störend empfunden werden – meist aber nur dann, wenn man auch die Buchvorlagen kennt. Doch gerade mit Schauspielern wie Sean Bean oder Peter Dinklage hat man waschechte Glückstreffer gelandet. Es macht einfach Spaß ihrem Spiel zuzusehen, von dem man bald vergessen wird, dass es sich nur um gute Schauspielkunst handelt. Man ist als Zuschauer geladen, sich einzufühlen, eine tiefgreifende Empathie (oder stellenweise auch eine Art Hassliebe) für die Charaktere zu entwickeln – sodass man in Anbetracht ihrer schweren Schicksale mitfiebert.

Kniet nieder vor Eurem König… !

Fazit: Dass man das noch erleben darf… GAME OF THRONES ist schlicht DAS Serienhighlight der letzten Jahre, gegen das ein Großteil der Konkurrenz mehr als alt aussieht. Endlich wieder weht ein frischer Wind, werden typische und schon zig-mal gesehene Inhalte beiseite gelassen; regiert ein großer Ideenreichtum und ein enormer Mut, der sich in einer komplexen Handlung und expliziten Inhalten widerspiegelt. So oder so – GAME OF THRONES vermag zu fesseln, zu begeistern, zu faszinieren – und den Zuschauer gnadenlos gut zu unterhalten. Wer braucht da noch eine Weiterführung von inzwischen bereits ausgelutscht wirkenden Serien a’la THE WALKING DEAD oder FALLING SKIES ? Aber auch genretechnisch etwas verwandtere Serien können GAME OF THRONES nicht das Wasser reichen – da diese oftmals weitaus ’sperriger‘ und aufgrund eines allzu eingeschränkten Handlungsrahmens schwer zugänglicher wirken. Hier kann wahrlich jeder einsteigen, der auch nur eine ansatzweise Begeisterung für erlebbar gemachte, fiktive Epen aufbringen kann. Und, der sich nicht von nichtssagenden Inhalten, von billigen Effekten oder einer generellen US-Ägide blenden lassen will – sondern hineingezogen werden möchte in einen ganz eigenen kleinen Mikrokosmos aus Mythen, Sagen und letztendlich: Menschlichkeit. Bravo – GAME OF THRONES ist ausserordentlich gut und aufwendig produziert, bleibt stets angenehm anspruchsvoll, sieht absolut super aus und steckt so voller Leben und Ideen, dass es einem eine wohlige Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Kurzum: etwas epischeres (womit man wieder bei der Intention dieses Blogs wäre) gibt es derzeit nicht zu sehen.


100button

„Ein herausragendes Serien-Epos.“