FALLOUT 4: Welche Fraktion Ist Die Beste… ? Entscheidungs-Irrsinn & Ödland-Quatsch.

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Das Leben im Ödland ist spannend… aber manchmal auch kompliziert.
Ein Hinweis: Vor dem Lesen dieses Beitrages empfiehlt es sich eventuell, einen Blick auf die Komplett-Rezension zu FALLOUT 4 zu werfen.

Wer die letzten Tage und Wochen das kürzlich erschienene FALLOUT 4 gespielt hat, wird sich früher oder später auch zu der ein oder anderen markanten Entscheidung bewegt haben müssen. Genauer gesagt geht es dabei um alles, was nach der letzten unabhängigen Hauptmission AB IN DIE ANSTALT geschieht – nach welcher man sich für eine der insgesamt vier Wasteland-Fraktionen entscheiden muss. Dabei ist gerade das alles andere als leicht. Erst recht natürlich wenn man seine Spielfigur so entscheiden lässt, als befände man sich selbst im Ödland – um mit hoffentlich gesundem Menschenverstand zu einer vernünftigen Lösung zu kommen.

Auf wen sollte die Wahl also am ehesten treffen ? Sollte man bei den schon früh aufgetretenen, nach Frieden strebenden MINUTEMEN bleiben – und als Anführer der eigentlich tot geglaubten Gruppierung neue Siedlungsgebiete erschließen, Mitglieder rekrutieren und letztendlich zielstrebig gegen die Machenschaften des Instituts vorgehen ? Oder erscheint die rabiate, gut aufgestellte STÄHLERNE BRUDERSCHAFT erfolgversprechender – indem sie grundsätzlich alles fremdartige ausmerzt und das Ödland den Menschen zurückgibt; allerdings nur sofern sie sich einem harten Reglement unterordnen ? Wie steht es um die ominöse RAILROAD, eine Organisation die aus dem Untergrund heraus agiert und gleiche Rechte für alle – was selbst Maschinen-artige Lebewesen einschließt – fordert ? Und was hat das INSTITUT als offensichtlicher Buhmann des Ödlands zu all dem zu sagen – steckt mehr hinter der hochtechnisierten Vereinigung, oder hat sie die offensichtlichen Entführungen und grausamen Experimente tatsächlich nur aus einem niederen Beweggrund heraus angeordnet ?

Man hat also die Qual der Wahl, die sich unter Umständen auch markant auf das Spielerleben auswirken wird. Denn wie auch immer man sich entscheidet – es könnte sein dass man erst im großen Finale feststellt, dass man sich vielleicht doch lieber anders entschieden hätte. Doch dafür ist es dann zu spät – sodass nur ein Laden eines früheren Spielstands Abhilfe schafft. Da dies recht mühselig erscheint und nicht jeder Zeit dafür hat, sollen die folgenden Kurzbeschreibungen als Anhaltspunkt für die (potentiell) richtige Entscheidung dienen. Aber Achtung: diese sind alles andere als Spoiler-frei. Vielmehr soll es um die grobe Beschreibung der generellen Motivation und des Karmas der Gruppen gehen – sodass man genau die wählen kann, die am ehesten zu seinem Charakter passt.

DIE MINUTEMEN

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Manche mögen es eher friedlich… auch wenn zu ‚Verhandlungen‘ gerne mal schweres Gerät aufgefahren wird.

Da der Spieler im frühen Hauptquest-Verlauf automatisch mit den einst ruhmreichen Minutemen (oder eigentlich nur mit deren einzigem überlebenden Mitglied Preston Garvey) in Kontakt kommt, bietet es sich schlicht an dieser Fraktion auch weiterhin treu zu bleiben. Zumindest ist das die einfachste aller Lösungen. Schließlich ist es sogar möglich die Hauptquest des Spiels zu beenden, ohne dass man überhaupt erst mit den anderen Fraktionen in Kontakt kommt. Mit Ausnahme des Instituts versteht sich, um dass es sich letztendlich dreht. Doch scheint diese Zurückhaltung gut zum Konzept der Minutemen zu passen – die im Grunde gar keine Ressourcen haben um sich anderen konkurrierenden Gruppen im Ödland zu widmen. Dementsprechend lassen sie es zu, dass sich die STÄHLERNE BRUDERSCHAFT und die RAILROAD gegeneinander ausspielen – und beide im Endeffekt keine große Rolle mehr spielen. Vorteilhaft ist, dass die Entscheidungen der MINUTEMAN am ehesten einem guten Karma entsprechen. Die Minutemen bedienen sich zwar auch rabiater Maßnahmen, aber nur wenn es absolut nötig ist und es der Verteidigung der bestenfalls unbescholtenen Bürger des Commonwealth dient. Die Frage, ob Synths nun generell eine Bedrohung sind oder nicht, scheint sie vorerst nicht zu interessieren. Ein jedes Wesen – ob menschlich oder nicht – definiert sich bei den MINUTEMEN durch seine Taten. Unvorteilhaft ist dagegen, dass es allein am Spieler selbst liegt die Fraktion aufzubauen – die zu Beginn aus nicht mehr als einem einzigen Mitglied besteht. So muss man selbst neue Siedlungsgebiete erschließen, Mitglieder rekrutieren und viele generelle Gefahren im Ödland beseitigen. Immerhin: am Ende hat man das Gefühl Teil der neu erstarkten MINUTEMEN zu sein, schließlich ist man deren Anführer – und hat dazu beigetragen, dass sich vor allem der Durchschnittsbürger deutlich wohler fühlt im wieder etwas lebhafteren Ödland. Die MINUTEMEN…

  • Stehen repräsentativ für den Durchschnittsbürger im Commenwealth
  • Wollen eine funktionierende Infrastruktur und Sicherheit für alle Zivilisten
  • Stehen potentiell feindlich gesinnten Organisationen so lange es geht neutral gegenüber
  • Sind friedliebend, greifen wenn es nötig ist aber auch zu Gewalt
  • Respektieren andere und auch fremdartige Lebensformen, solange sie friedlich sind
  • Wollen das Institut stürzen, da es für den Tod von zahlreichen unschuldigen Bürgern verantwortlich ist
  • Vernichten das Institut, lassen nicht feindselige Mitarbeiter und Synths aber am Leben – und lassen die anderen Fraktionen gewähren.

DIE STÄHLERNE BRUDERSCHAFT

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Technik-Freaks und Kriegstreiber sind bei der Bruderschaft herzlich willkommen.

Die Bruderschaft ist vor allem eines: knallhart organisiert. Ihre gute Aufstellung und die strenge Befehlskette sorgt dafür, dass sie als ernstzunehmende militärische Macht im Ödland fungiert. Eine Macht, die allerdings deutlich an jene Kräfte erinnert, die erst zu dem großen Krieg geführt haben. Denn auch die Bruderschaft macht nicht vor dem Einsatz gefährlicher Technologien wie etwa haushohen Robotern oder gar Atomwaffen halt. Darüber hinaus wollen sie alles, was nach ihrer Definition nicht menschlich ist; auslöschen – wobei keine Rücksicht auf einzelne genommen wird. Dieser regelrechte Fanatismus sorgte vermutlich erst dafür, dass die Bruderschaft so erfolgreich wurde. Der Durchschnittsbürger würde unter einer militärischen Herrschaft der Bruderschaft wohl eher wenig zu lachen haben – aber immerhin wäre er sicher vor den Gefahren, die das Ödland ohne sie bietet. In Bezug auf das Institut ist sich die Bruderschaft in jedem Fall einig: es muss zerstört werden, und alle die auch nur ansatzweise an der dortigen Arbeit beteiligt waren gehören restlos ausgelöscht. Die Bruderschaft…

  • Steht repräsentativ für eine neue, streng militärische Herrschaft unter der Führung eines einzelnen
  • Verfügt über ein immenses Ausrüstungs- und Waffenarsenal
  • Will alles nicht-menschliche auslöschen
  • Vernichtet auch menschliche Organisationen ohne mit der Wimper zu zucken, wenn sie ihre Arbeit behindern
  • Will das Institut stürzen, da es ‚Gott‘ gespielt hat und die Menschheit ersetzen will
  • Vernichtet das Institut, inklusive aller Beteiligten und andersdenkender Gruppierungen.

DIE RAILROAD

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Ob die Ziele der Railroad wirklich so ehrenwert sind weiß niemand…

Die geheimnisvollste Fraktion ist die Railroad, eine getarnte Gruppierung welche nur aus dem Untergrund heraus operiert. Dementsprechend wird man diese Fraktion auch nur selten an der Oberfläche antreffen. Mit Überwachung, Spionage und auch Sabotage gelingt es ihnen immer wieder, die grundsätzlich stärkeren Gruppen im Ödland empfindlich zu treffen. Das ist offenbar auch notwendig, schließlich hebt sich ihr eigentliches Ziel von denen der anderen ab: die Railroad respektiert alles Leben, und würden selbst einem handelsüblichen Verkaufsroboter zur Hilfe eilen um ihn aus seiner vermeintlichen oder tatsächlichen Sklaverei zu befreien. Wenngleich sie nichts gegen die Minutemen haben, muss die Bruderschaft ihrer Meinung nach vernichtet oder zumindest handlungsunfähig gemacht werden. Das Institut selbst müsste ein ganz ähnliche Strafe ereilen – allein dafür, dass es mit dem Leben von Menschen und auch Synths gespielt hat. Die Railroad…

  • Steht repräsentativ für ein friedliches, gleichwertiges Zusammenleben von Mensch und Maschine…
  • … vernichtet aber auch all jene, die nicht diese Meinung teilen
  • Bezieht ihre Stärke aus verdeckten Operationen, Spionage und Sabotage
  • Ist gut organisiert, zahlenmäßig und technologisch aber unterlegen
  • Will das Institut stürzen, da es neue Lebensformen erschaffen hat nur um sie zu versklaven
  • Vernichtet das Institut und die Bruderschaft.

DAS INSTITUT

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Ich bin dein Vater, Luke… pardon, WANDERER.

Das ominöse Institut offenbart sich dem Spieler erst relativ spät. Dafür hält es aber eine der größten persönlichen Enthüllungen bereit – und stellt zudem die wohl schwierigste Grundfrage. Denn: wo man das Handeln der anderen Gruppierungen noch anhand gängiger Moralvorstellungen bewerten kann, könnte das Institut die Menschheitsgeschichte komplett neu definieren – und das jenseits von gut und böse. Ihr Ziel ist es zwar, das Überleben der Menschheit zu sichern – allerdings auf eine eher gewöhnungsbedürftige Art und Weise. Die sieht vor, dass Mensch und Maschine in Zukunft eins werden sollen – und der freie Wille weitestgehend abgeschafft wird. Eine der positiven Folge wäre dabei, dass es keinerlei Kriege mehr geben würde – doch die Kehrseite offenbart möglicherweise die vollständige Vernichtung der Menschheit wie man sie einst kannte. Ob man diesen neuen Schritt in der Evolution gutheißen kann oder nicht sei einmal dahingestellt – doch die Mittel, mit denen das Institut überhaupt erst so weit gekommen ist; macht es augenscheinlich alles andere als sympathisch. Das Institut…

  • Steht stellvertretend für eine neue Ära der Menschheitsgeschichte
  • Lässt Mensch und Maschine fusionieren
  • Begeht Grausamkeiten um sein Ziel zu erreichen
  • Hält nichts vom freien Willen oder persönlichen Befindlichkeiten
  • Vernichtet andere Organisationen oder einzelne, sofern sie ihnen in den Weg kommen.

ANDERE FRAKTIONEN

Nicht viel getan hat sich bei den KINDERN DES ATOMS, die noch immer auf die große Spaltung warten. Die SUPERMUTANTEN lassen weiterhin nur ihre Muskeln spielen, und die RAIDER werden dank einer bisher noch nicht entdeckten Klonfabrik wohl auf ewig im Ödland umherziehen; allein mit dem Ziel zu töten und zu plündern. Was die GUNNER zu all dem zu sagen haben bleibt schleierhaft – denn die sind plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Ganz anders dagegen die Bewohner von GOODNEIGHBOR, die angekündigt haben auch in 1000 Jahren noch vor Ort zu sein um das Geschehen um sie herum gekonnt zu ignorieren. Immerhin haben die WILDEN GHULE, TODESKRALLEN und sonstige BESTIEN beschlossen sich in den Untergrund zurückzuziehen – dank eines gleichermaßen drohenden wie irren Blicks des mächtigen WANDERERS. Die LEUCHTENDEN weisen ihnen dabei den Weg…

FAZIT

Wie auch immer man sich entscheiden wird… so richtig zufriedengestellt wird man vermutlich in keinem der vier Fälle. In Bezug auf die wohl coolste Basis, fetteste Ausrüstung und einen interessanten Begleiter empfiehlt sich die BRUDERSCHAFT – die dafür zu sehr an alten Vorkriegswerten festhält, Atombomben für etwas sinnvolles hält und alle, die auch nur ansatzweise anders sind kompromisslos abschlachtet. Und überhaupt: wer will schon wieder unter einem großen Führer leben ? Will man dem Ödland etwas gutes tun und für generell ein besseres Miteinander sorgen, empfehlen sich die Minutemen – bei denen man aber viel Arbeit selbst erledigen muss, selbstverständlich auch niedere. Die theoretische Gefahr: da die Minutemen so schlecht aufgestellt sind, könnte ihnen die Kontrolle des Ödlands schnell wieder entgleiten. Die Railroad scheint mit ihrer Roboterliebe dann doch etwas zu übertreiben, und ist davon abgesehen auch keine sich wirklich mächtig anfühlende Organisation – eher wirkt sie wie ein kleiner Club von Spinnern, denen man vielleicht lieber doch nicht eine allzu große Macht zukommen lassen sollte. Und auch wenn etwaige einschlägige Verwandtschaftsbeziehungen eigentlich für das Institut sprechen sollten, könnte es mit seinen Forschungsmaßnahmen schlicht etwas zu weit gegangen sein. Die zahlreichen Entführungen, Experimente und sogar Morde waren jedenfalls alles andere als harmlos – sodass ein flaues Gefühl im Magen wahrscheinlich ist. Von der Tatsache, dass man die bisherige Menschheit schlicht durch eine neue, dezent mechanische ersetzen will mal ganz abgesehen… wie habt ihr euch entschieden ?

Und wer derweil noch auf der Suche nach einigen guten Mods für FALLOUT 4 ist, sollte auch mal hier vorbeischauen. Alternativ lassen sich alle Inhalte zum Thema auch über das Fallout-Tag entdecken.

FALLOUT 4: Die Besten Und Nützlichsten Mods Für Das Ödland-Abenteuer

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Fallout 4 ist nicht das erhoffte Meistwerk – aber noch immer ein Spiel, welches den Spieler unzählige Stunden beschäftigen kann.

Wie es die Überschrift bereits impliziert, sollen an dieser Stelle die besten Mods für FALLOUT 4 (Review) vorgestellt werden. Vielleicht sollte man sie aber auch als die nützlichsten bezeichenn. Mit etwaigen witzigen, zumeist aber absolut sinnfreien Spielereien wie Nackt-Mods können die meisten Spieler schließlich weniger anfangen. Und so sollen hier nur jene Modifikationen auftauchen, die das beileibe nicht perfekte Spielerlebnis von FALLOUT 4 mal mehr, mal weniger deutlich verbessern. Anhaltspunkte gibt es reichlich – doch da das Spiel noch nicht allzu lange auf dem Markt ist; wird vieles erst im weiteren Verlauf folgen. Besehen wir daher zunächst eine potentiell sinnvolle Mod-Kombination, die in etwa dem Stand von Ende November 2015 entspricht. Allgemein gilt: es empfiehlt sich die Verwendung des unkomplizierten NEXUS MOD MANAGERS (Link), der nach der erstmaligen Einrichtung ein übereifriges Editieren in verschiedenen Konfigurationsdateien überflüssig macht.

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Es folgt die eigentliche Auflistung, die neben der obligatorischen File-Verlinkung (bei größeren Dateien ist eine kostenlose Registrierung auf nexusmods.com erforderlich) auch eine kurze Beschreibung und Bewertung enthält. Wohlan: welche von den bisher ausprobierten Mods erscheinen am sinnvollsten, oder haben zumindest Potential ? Die Liste wird in den nächsten Tagen und Wochen noch aktualisiert werden.

  • EASY HACKING (Link) + EASY LOCKPICKING (Link)

fallout4-easylockpickingDiese beiden Modifikationen sind wahrlich nicht als große oder am Spiel vieles verändernde zu bezeichnen – sondern eher als solche, die das Spielerlebnis etwas komfortabler und flüssiger machen. Denn: auch wenn das Hacken und Schlösserknacken zunächst noch Laune macht, könnte es einem gerade nach unzähligen Ödland-Stunden doch noch gehörig auf die Nerven gehen. Zumal es den Spielfluss stört, wie auch die ständigen Ladezeiten – wobei es dafür leider noch keine Modifikation gibt (und vermutlich nie geben wird). Das gute: auch wenn beide Mods aktiviert sind, muss man noch immer über das benötigte Skillpunkte-Level verfügen um höherwertigere Schlösser und Terminals zu knacken. Einen übermäßigen Vorteil erhält man also nicht.

  • ENHANCED BLOOD TEXTURES (Link)

fallout4-enhancedbloodEine Modifikation der eher kosmetischen Art ist das ENHANCED BLOOD TEXTURES-Paket – welches die Standard-Texturen für allerlei blutige Angelegenheiten durch etwas markantere ersetzt. Die Unterschiede mögen (gerade wenn man eher rasant spielt) marginal sein, doch passt die hier präsentierte Optik etwas besser zum gerne auch mal explizit splattrigen FALLOUT-Universum. Über die zusätzlichen Optionen lässt sich zudem bequem einstellen, wie sehr man das Standard-Blut verändern möchte – und ob optionale Bildschirm-Spritzer erwünscht sind. Die machen natürlich vor allem dann Sinn, wenn man in einer vollständigen Powerrüstung unterwegs ist.

  • FALLOUT TEXTURE OVERHAUL STARS FTO STARS 4K (Link)

fallout4-overhaulstarsHier handelt es sich um eine rein kosmetische Modifikation, die das nächtliche Sternbild verändert. Hauptsächlich geht es darum, es etwas realistischer und reichhaltiger zu gestalten. Diese Mod ist sicher kein Muss – doch da das System nicht spürbar zusätzlich belastet wird, kann man sie getrost benutzen.

  • FULL DIALOG INTERFACE (Link)

fallout4-fulldialogueDiese Mod bietet sich für all jene an, die mit dem neuen FALLOUT-Dialogsystem nicht wirklich einverstanden sind. Schließlich deutet dieses die vermutlich ausgesprochenen Optionen nur noch an. Da die deutsche Übersetzung dieser Mod gelungen ist, sollte man bedenkenlos zuschlagen – und somit immer genau wissen, was der Spielcharakter antworten wird. Lediglich der Fun-Faktor bei so sicher nicht erwarteten Antworten (Stichwort Sarkasmus) geht so verloren…

  • IMPROVED MAP WITH VISIBLE ROADS (Link)

fallout4-improvedmapMan kann von ihr halten was man will, aber: wirklich praktisch ist die FALLOUT 4-Karte nicht. Ein wenig Abhilfe schafft diese kleine Modifikation, welche die Karte etwas heller macht. Noch wichtiger aber ist, dass man nun endlich die Straßenzüge erkennen kann und generell ein besseres Gefühl für die Ausmaße der Spielwelt bekommt.

  • LOWERED WEAPONS (Link)

fallout4-loweredweaponsWarum kompliziert, wenn es auch einfach geht: diese Mod macht eigentlich nicht viel mehr, als dem Spieler die (gerne auch mal riesigen) Waffen aus dem Sichtfeld zu nehmen. Natürlich nur, wenn nicht geschossen wird – was schlichtweg deutlich realistischer wirkt. Denn auch wenn das Ödland ein gefährlicher Ort ist, so wird wohl kaum jemand mit einer ständig im Anschlag gehaltenen Waffe durch selbiges klettern, sprinten und befriedete Orte besuchen. Warum die Entwickler selbst nicht eine solche Option eingebaut haben, erscheint schleierhaft.

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Bereits im Test, aber noch nicht vollständig erprobt oder bereits durchgefallen sind folgende Mods:

  • CRAFTABLE AMMO (Munition selbst herstellen – hat sich auf Spielstände ausgewirkt)
  • ENHANCED WASTELAND PRESET (optische Anpassung)
  • FALLOUT 4 TEXTURE OPTIMIZATION PROJECT (optische Anpassung & Leistungsverbesserung)
  • VIVID FALLOUT LANDSCAPES (optische Anpassung)
  • THE EYES OF BEAUTY FALLOUT EDITION (optische Anpassung der Augen – die Unterschiede sind marginal)

PC-Spieletest / Game-Review: FALLOUT 4 (2015)

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Originaltitel: Fallout 4
Veröffentlichungsdatum: 10. November 2015
Entwickler: Bethesda Game Studios
Publisher: Bethesda
USK: Keine Jugendfreigabe
Genre: Action-Rollenspiel
Tags: Fallout | Apokalypse | Ödland | Abenteuer | Entdeckungen

So schnell ist ein FALLOUT nicht abgeklungen.

Inhalt: Wenn es Atombomben regnet, sollte man das einzig richtige tun – und einen der großzügigen Vault-Tec-Schutzbunker aufsuchen. Genau das macht in FALLOUT 4 auch der Spieler samt Ehepartner und Kind, wobei die hiesige Einrichtung offenbar nicht mit gänzlich offenen Karten zu spielen scheint. Schließlich avanciert eine gewöhnliche Kontaminierung schnell zu einem Auftakt für einen Kälteschlaf von unbestimmter Dauer – auf dass die Apokalypse in jedem Fall überlebt werden kann. Zu welchem Preis; das steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt…

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Allen; die sich auch nur ansatzweise für das Thema Gaming interessieren wird der neueste, mittlerweile vierte Teil eines vergleichsweise berühmten Spiele-Franchise bereits in der ein oder anderen Form über den Weg gelaufen sein. Das ist auch kein Wunder, schließlich hat Entwickler BETHESDA die Werbetrommel kräftig gerührt – und allen, die sich bereits an FALLOUT 3 (Review) und FALLOUT NEW VEGAS (Review) erfreut haben; ein weiteres Genre-Highlight in Aussicht gestellt. Doch auch wenn das lang erwartete Release von FALLOUT 4 gerade einmal eine Woche zurückliegt und eigentlich viele noch mit ausgiebigen Erkundungstouren durch das neue Ödland beschäftigt sein sollten, markiert den vierten Teil des Franchise zweifelsohne eine Besonderheit. Wenn man so will allerdings eine eher negativ behaftete – denn noch nie haben sich die Geister in Anbetracht eines breit veröffentlichten Spiele-Sequels derart geschieden. So fuhr FALLOUT 4 bereits kurz nach Release zahlreiche positive Bewertungen ein, aber auch nicht wenige negative. Den größten Unmut äußerten aber nicht etwaige Spiele-Magazine, sondern die eigentlichen Endabnehmer – die Spieler. Fakt ist, dass das Aufkommen negativer oder gar destruktiver Kommentare so gut wie jedes erdenkliche Release begleitet – doch dieses Mal scheint mehr dahinter zustecken. Was genau es ist, und wie es sich sonst mit FALLOUT 4 verhält – darüber soll die folgende Rezension Aufschluss geben.

Startprobleme vor dem Start ?

Und tatsächlich: bevor man sich überhaupt ein Bild vom neuesten Ableger der FALLOUT-Reihe machen kann, wird der User vor eine Herausforderung eines bis dato unbekannten Ausmaßes gestellt. Damit wird indes weniger auf die Tatsache angespielt, dass die beliebteste FALLOUT-Vorbestelleredition mit einem lebensgroßen Pip-Boy schnell ausverkauft war und andere mit Socken oder Anstecknadeln in Miniaturgröße Vorlieb nehmen mussten – sondern speziell auf den Umgang mit der Kauf-DVD. Auch wenn die direkten Steam-Käufer nicht von diesem Problem betroffen sind, respektive diese ohnehin damit rechnen mussten dass mit FALLOUT 4 ein vergleichsweise großer Download ins Haus stehen würde – hätte man den DVD-Besitzern etwas andere Voraussetzungen zugestehen sollen. Denn: auf der DVD enthalten sind gerade einmal 5 Gigabyte der für das Spiel veranschlagten Gesamtdatenmenge. Auch, und das ist der Knackpunkt: wenn wesentlich mehr möglich gewesen wäre. Der Clou: der Käufer muss sich den Rest des Spiels (was noch immer einer immensen Datenmenge von etwa 20 Gigabyte entspricht) über Steam herunterladen – angeblichen aus Gründen des Kopierschutzes. Warum aber ausgerechnet die ehrlichen Käufer und Vorbesteller unter einer Maßnahme wie dieser leiden müssen, bleibt offen. Spieler mit eher langsamen Leitungen jedenfalls schauen diesbezüglich in die sprichwörtliche Röhre – was natürlich auch für etwaige Neuinstallationen gilt, die man nicht mal eben nebenbei ablaufen lassen kann. Dabei sollte man allerdings beachten, dass Umstände wie diese nicht in die eigentliche Wertung des Spieles einfließen sollten. Allerdings – und zumindest – können sie einen Ausschlag geben, respektive sich auf die anderen potentiellen Schwächen des Spiels auswirken. Denn: wenn es ein Entwickler und / oder Publisher derart spannend macht, so muss man doch zumindest von einem rundum gelungen, und keinesfalls dahingeschluderten Spiel ausgehen.

Endlich, der Auftakt – und der hat es in sich !

Wird FALLOUT 4 dann endlich zum ersten Mal gestartet, beginnt man sein Spiel – und das für das Franchise typischerweise untypisch. In der ersten Szene sieht man zwei Figuren, wie sie vor einem Spiegel stehen – und sich fragen, was genau an ihnen so besonders (oder auch nicht) ist. Dies ist der Moment der Charakter-Erstellung – auf die ein zunächst noch relativ unspektakulärer, aber doch angenehm atmosphärische Prolog folgt. Der Hauptprotagonist (jetzt: männlich oder weiblich) fühlt sich in die Spielwelt ein, spielt mit seinem Baby, erforscht seine Umgebung – und das alles vor der eigentlichen Apokalypse. Was alsbald folgt ist eine rasante Aneinanderreihung von Ereignissen, die einen relativ sprachlos zurücklassen sollten – bis man sich an jenem Punkt befindet, an dem das Spiel eigentlich startet. So muss man erst einmal verkraften, dass in einer für den Spieler relativ kurzen Zeit mal eben satte 200 Ingame-Jahre vergangen sind. Sei es drum – es gilt, sich zuerst noch relativ hilflos aus dem mittlerweile verfallenen Vault zu befreien und die ersten Schritte hinein in die große Welt zu wagen. Und die ist – wieder einmal, und damit ebenfalls typisch für das Franchise – verdammt riesig. Noch dazu ist sie verdammt abwechslungsreich – genauer gesagt abwechslungsreicher und auch allgemein vielfältiger als jemals zuvor. So kann das neue Ödland-Abenteuer nur allzu gerne beginnen !

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Die ersten Spielstunden – und die direkt auffallenden Neuerungen

Wie bereits in den Vorgängern steht es dem Spieler auch in FALLOUT 4 relativ frei, wohin genau er zuerst geht. Dieses freie Erkunden ist wohl auch der eigentliche Kern des Spiels – wobei man sich allerdings auch eher strikt an den gut zu erkennenden Hauptmissionen orientieren kann. Natürlich sollte und muss man dies letztendlich auch tun, will man das Spiel zu irgendeinem Zeitpunkt abschließen – doch wie so oft liegt der wahre Reiz im freien Entdecken unzähliger spannender Charaktere, Nebengeschichten und Merkwürdigkeiten des (neuen) Ödlands. Stichwort neu: den wohl größten Sprung, den FALLOUT 4 im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger NEW VEGAS macht; ist der in Bezug auf die Grafik – auch wenn sich manche Spieler diesbezüglich vielleicht sogar noch ein stückweit mehr erhofft haben. Aber auch so sieht FALLOUT 4 einfach grandios aus: Charaktere und Objekte wirkten noch nie so echt und plastisch wie jetzt, tolle Licht- und Wettereffekte sorgen für ordentlich Stimmung; und grundsätzlich gibt es so gut wie überall etwas zu sehen. Dadurch, dass die Karte insgesamt über eine massive Gestaltungsvielfalt verfügt; ist es nun auch endlich möglich respektive angebracht sie in gedankliche Abschnitte zu unterteilen – eine schier endlose, sich in vielen Dingen gleichende Wüste wie in NEW VEGAS wird man glücklicherweise nicht mehr antreffen. Analog zu diesen ersten optischen Eindrücken gesellen sich dann auch relativ schnell einige neue Spiel-Elemente – wie etwa das neue Siedlungs-System. Nicht nur, dass man im Auftrag der sogenannten Minutemen anderen Menschen helfen und so eine gewisse Gefolgschaft um sich scharen kann – FALLOUT 4 ermöglicht es dem Spieler auch erstmals, so etwas wie richtige Ödland-Siedlungen zu errichten. Und das im wortwörtlichen Sinne: der neue Bau-Editor gibt dem Spieler eine Reihe von Möglichkeiten an die Hand, mit denen man sich unzählige Stunden beschäftigen kann. Schade ist, dass die Bedienung zumindest auf dem PC relativ umständlich ausfällt – doch noch einer gewissen Eingewöhnungszeit sollte auch das relativ gut funktionieren. Wer nicht erst allzu viel mit dem Editor anfangen kann oder möchte, kann ihn allerdings auch relativ gut links liegen lassen – mit Ausnahme der Elemente, die man im Rahmen einer (Haupt-)Missionen zwangsläufig erledigen muss.

Auch das neue Ödland schreit nach guten Argumenten – und reichlich Feuerkraft

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Neuerungen – die mal mehr, mal weniger auffällig daherkommen. Interessant ist etwa, dass man das allgemeine Spielgefühl in eine etwas andere; vielleicht realistischere Richtung ausgerichtet hat – im Gegensatz und im Vergleich mit dem sich eher; man nenne es Arcade-lastiger anfühlenden NEW VEGAS. Im Detail bedeutet das, dass man ein wesentlich besseres Gefühl für seine Spielfigur entwickelt – und man umso mehr aufpasst wohin man tritt und mit wem oder was man sich anlegt. Ebenfalls relativ gut mit diesem neuen Flow zu vereinbaren ist dann auch das angepasste VATS-System – welches die Zeit nun nicht mehr komplett anhält, sondern lediglich verlangsamt. Angst davor, zu wenig Zeit zu haben muss man allerdings nicht – auch so sorgt das ganze noch für die ein oder andere benötigte Ruhepause auf Seiten des Spielers; und die Zeitlupen-Animationen diverser Gegner sehen einfach nur grandios aus. Deutlich auffälliger sind dagegen die Neuerungen im Dialog-System – bei dem der Spieler nun endlich auch immer wieder selbst zu Wort kommt. Da die Vertonung der Figuren insgesamt als absolut gelungen beschrieben werden kann, macht das auch entsprechend Spaß – erst Recht, wenn man sich das ein oder andere Mal für die sogenannte sarkastische Gesprächsvariante entscheidet. Was genau die eigene Spielfigur von sich geben wird, kann man allerdings nicht mehr genau voraussehen – die Inhalte werden nur noch angedeutet. Das stört allerdings nicht, im Gegenteil – so werden die oftmals etwas langwierigen Textinhalte des Spiels etwas entschlackt.

Es gibt viel zu entdecken – und vieles davon macht einen Heidenspaß

Wenn man schon dabei ist FALLOUT  4 zu loben, sollte man zwei Sachen gewiss nicht vergessen: zum einen die Möglichkeit, nun auch sogenannte Power-Rüstungen benutzen und modifizieren zu dürfen – und zum anderen eine spezielle Nebenquest-Reihe als absolutes Highlight des Spiels. Doch zunächst zu den Powerrüstungen: die sind nicht nur stark und sehen schick aus, auch erweitern sie das Spielgefühl um einen nicht unerheblichen Faktor. So bekommt man innerhalb einer Powerrüstung ein anderes HUD zu sehen – und auch die Motorik der Spielfigur passt sich entsprechend an. Hier muss man selbst entscheiden, was einem eher liegt: ein besonders mächtiger Schutz, der unter anderem auch mit genialen Upgrades wie etwa dem Jetpack modifiziert werden kann (endlich, eine neue Fortbewegungsmethode) – oder doch ein flinkeres und vor allem leiseres Vorankommen ohne die neuen Rüstungen. Das absolute Highlight des Spiels aber ist wohl die außergewöhnliche Questreihe um die Figur „Silver Shroud“ – selten hat man das Gefühl gehabt, FALLOUT 4 so intensiv und unterhaltsam zu erleben. Eben weil hier die Elemente der Ernsthaftigkeit (das eigentliche Spielprinzip in Anbetracht einer Endzeit-Kulisse, inklusive der Ballereien und Gewaltdarstellungen) und die der Komik (in den Dialogen unbedingt die Option „als Silver Shroud sprechen“ wählen) in einer so noch nie dagewesenen Genialität kombiniert werden.

Auf der Haben-Seite bleibt vieles beim alten.

Neben den Neuerungen sind es dann aber die so gesehen althergebrachten, oft nur leicht modifizierten Grundstärken des Spiels, die auch FALLOUT 4 als neuesten Ableger der Serie auszeichnen. Sei es die Möglichkeit die Welt frei zu erkunden, die freie Entscheidung ob man lieber in besserer Rambo-Manier ballern oder auf leisen Sohlen durch die Welt schleichen möchte, die Rollenspielelemente speziell in Form des Skillpunktesystems (welches nun anders aussieht, im Endeffekt aber funktioniert wie eh und je), die massive Gegnervielfalt inklusive einiger imposanter Boss-Gegner (endlich gibt es hie und da mal etwas größeres oder mächtigeres zu bekämpfen, wofür auch spezielle Belohnungen winken), die stilistisch karge aber atmosphärisch enorm wirkungsvolle Gestaltungsarbeit inklusive vieler liebevoller Details und Überraschungen, die bombastische bis stimmungsvolle Soundkulisse – FALLOUT 4 legt erneut einige markante Stärken des Franchise vor, die im Zusammenspiel mit den motivierenden Entdeckungstouren für den eigentlichen Spielspaß sorgen.

Nicht alle Neuerungen sind Gold wert

Natürlich – und alles andere wäre auch ein waschechtes Wunder – bleibt es aber auch nicht aus, dass sich auch einige Schwächen in das Spiel eingeschlichen haben. Schwächen oder speziell auch Design-Elemente, die teilweise sogar nichts in einem fertigen Spiel zu suchen haben – ob bei einem FALLOUT-Titel oder anderswo. Mindestens merkwürdig etwa ist die Tatsache, dass sich die gesamte Menüführung rund um den Pip-Boy als relativ fummelig erweist – was in den Vorgängern so nicht der Fall war. Immerhin, nach einigen Stunden gewöhnt man sich auch daran. Richtig peinlich ist dagegen der Fakt, dass man sich zwar allerhand neue Gegenstands- und Waffenbezeichnungen ausgedacht hat, die durchaus aufschlussreich sein können (beispielsweise in Bezug auf den Wert des Gegenstands) – doch sind selbige oftmals so lang, dass sie innerhalb des Pip-Boy-Menüs nicht komplett angezeigt werden können. Die bereits auf NEW VEGAS bekannten Möglichkeiten des Craftings dagegen haben in FALLOUT 4 noch zugenommen – wobei es fraglich bleibt, welche Spielertypen diese gerne und häufig nutzen werden. Schließlich kommt man auch mit dem reinen Sammeln bzw. An- und Verkauf von Items recht gut über die Runden. Die auffälligste Schwäche von FALLOUT 4 ist dann aber doch eine andere – und eine, mit der man nicht unbedingt hätte rechnen können. Die Rede ist – leider – von der künstlichen Intelligenz im allgemeinen. Denn ob nun menschliche Gegner, Kreaturen oder die eigenen Verbündeten – dass hier nicht immer (oder sogar eher: vergleichsweise selten) alles rund läuft, sieht man direkt. Seien es sich vollkommen verirrende, feststeckende oder komplett von der Bildfläche verschwindende Figuren; sei es das nicht gerade ausgefeilte Zielvermögen so gut wie aller Beteiligten oder die ein oder andere markante falsche Entscheidung (z.B. in Bezug auf die Waffenwahl) – mit viel Pech und je nach persönlicher Facón können einen diese Elemente durchaus ein wenig aus der Immersion herausreißen. Aber auch die Ladezeiten sind nicht immer angenehm – erst Recht nicht, wenn man nur mal kurz eine kleine Höhle oder ein Gebäude betreten möchte, was recht schnell funktioniert. Der Weg ins Ödland zurück allerdings will dann wieder einiges an Weile haben – wie auch die Momente, die man in den neuen Fahrstühlen (als Level-Übergang) verbringt.

Als letzten Punkt im Rahmen der Bewertung der Schwachpunkte des Spiels muss man dann leider auch noch einmal die Story zu Rate ziehen – oder eher das bereits aus den Vorgängern etablierte System unterschiedlicher Lösungswege. In FALLOUT 4 gibt es vier verschiedene Enden, was an sich gut ist – doch im Gegensatz zu FALLOUT NEW VEGAS fühlt es sich eben nicht mehr wirklich so an, als würden die getroffenen Entscheidungen eine nennenswerte Rolle spielen. Und auch die jeweiligen Final-Videos sind stark abgespeckt – das hat man zuvor besser gemacht. Ebenfalls schade ist, dass es letztendlich keine wirklich individuelle Option gibt – ab einem gewissen Zeitpunkt zwingt einen das Spiel dazu, sich für eine Partei zu entscheiden bzw. erklärt es andere plötzlich zu feindseligen Fraktionen. Das ist insbesondere für jene Spieler ärgerlich, die einen eher utopischen Weg anstreben wollen – etwa, indem man alle oder zumindest einige Fraktionen (über Handlungen und Dialogoptionen) vereint. Eine von vielen favorisierte Variante ist etwa der Zusammenschluss des Instituts (unter neuer Führung) und der Minutemen, sowie das Bestreben möglichst alle anderen theoretisch freundlichen Fraktionen bestehen zu lassen – doch das ist so leider nicht möglich. Mindestens eine der großen Fraktionen muss zwangsläufig vernichtet respektive ausgeschaltet werden.

Um eine bessere Übersicht über alle im Zuge dieses Reviews aufgefallen Stärken und Schwächen zu erhalten, empfiehlt sich zudem ein Blick auf die folgende Tabelle:

Handlung und Präsentation
  • Toller Prolog
  • Einzigartige FALLOUT-Atmosphäre
  • Hauptcharakter bekommt deutlich mehr Profil
  • Spannung und Abwechslung zieht gegen Mitte / Ende hin deutlich an
  • Tiefgreifende Konflikte zwischen den verschiedenen Parteien
  • Behandelt verschiedene Weltanschauungen und moralische Dilemmata
  • Einstweilen etwas holprige oder gehetzte Inszenierung, besonders zu Beginn
  • Eher schwaches Finale

8.0/10

Grafik und Design
  • Riesige, stimmig und abwechslungsreich gestaltete Spielwelt
  • Gute Waffen-, Explosions- und Lichteffekte
  • Markante Einzel-Bereiche und besondere Gebäude als Eyecatcher
  • Wunderbar plastisch wirkende Charaktere und Gegenstände
  • Wettereffekte, Tag- und Nachtwechsel
  • Einstweilen schwache Texturen
  • Insgesamt noch etwas zu lebloser Eindruck

8.0/10

Sound
  • Stimmiger Soundtrack
  • Atmosphärische Umgebungsgeräusche
  • Gute Vertonung der Figuren
  • Funksprüche, optionales Radio
  • Teils markante, Franchise-typische Soundeffekte

10/10

Spielwelt, Umfang und Atmosphäre
  • Stimmig inszenierte Ödland-Welt
  • Verschiedene Möglichkeiten des Sammelns und Craftings
  • Freie Erkundungstouren mit Sucht-Potential
  • Teils stimmige Nebenmissionen und kuriose Entdeckungen
  • Ausgefeiltes, ausführliches Skillpunktesystem
  • Potentiell sehr lange Spielzeit
  • Verschiedene Begleiter (Menschen, Tiere, Roboter)
  • Vielversprechender neuer Bau- und Siedlungsmodus…
  • … an dem man dringend noch hätte arbeiten müssen
  • Gegner- und Begleiter-KI bestenfalls zweckdienlich
  • Kein wirkliches Karma- oder Moralsystem

7.5/10

Bedienung, Balance, Bugs
  • Faires Speichersystem
  • Dezent unübersichtliche und umständliche Karte
  • Teils lange Ladezeiten
  • Schwierigkeit kann trotz Anpassung stark schwanken
  • Hohe Systemanforderungen, eher schlechte Performance
  • Extrem unkomfortables Pip-Boy-Menü, zu lange Gegenstands-Bezeichnungen
  • Steuerung im neuen Baumodus schwierig
  • Grafik- und speziell Clippingfehler nicht selten
  • Kuriose Bugs (in Missionen, bei Begleitern und NPC’s) möglich

4.5/10

Ungefähre Spielzeit in Stunden: 70-100

Fazit: Insgesamt betrachtet ist FALLOUT 4 ein gelungenes Spiel und ein gelungener Nachfolger zu FALLOUT 3 und NEW VEGAS geworden. Das ärgerliche ist nur, dass es mit ein paar zusätzlichen Kniffen hier und da zu einem absolut grandiosen Spiel hätte werden können – was man so und in Anbetracht der letztendlich doch zahlreichen kleineren Schwächen leider nicht behaupten kann. Immerhin, und das galt auch schon bei den Vorgängern; kann man sich zumindest auf dem PC mithilfe von Mods ein wesentlich besseres Spielerlebnis ermöglichen – sodass die Gesamtwertung unter der Zuhilfenahme eben dieser Mods noch um bis zu einem Punkt (das heißt, auf 9.0/10) angehoben werden könnte. Allein das zeigt, wie viel mehr in diesem Fall drin gewesen wäre – mit ein paar zusätzlichen Einstellmöglichkeiten, schickeren Texturen, mehr Radiostationen und so weiter. Aber auch so gilt glücklicherweise: für Fans ist FALLOUT 4 ein Muss, und auch Neueinsteiger werden schnell in den Genuss des neuen Ödlands kommen.


„FALLOUT 4 ist ein rundum gelungenes, insgesamt gutes bis sehr gutes Spiel – und die immense Spielzeit bietet einem reichlich Kost für das investierte Kapital.“

FALLOUT NEW VEGAS – Die Besten Mods Inklusive Download-Links

Oder sollte man eher sagen… die nützlichsten Mods für FALLOUT NEW VEGAS ? Dabei muss eine nützliche und gute Modifikation eigentlich nur zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss einen Sinn haben, beziehungsweise direkte Vorteile für das Spiel(er)vergnügen bringen
  • Sie muss möglichst einfach zu handhaben sein.

Gerade im Fall von wahren Spiel-Riesen wie FALLOUT 3 oder NEW VEGAS scheinen die diesbezüglichen Möglichkeiten unendlich, und das sind sie auch. Mods sprießen wie Unkraut aus dem Boden – wobei es gilt die wirklich sinnvollen für sich herauszupicken. Natürlich, Geschmäcker unterscheiden sich – doch viele Spieler scheinen ohnehin eher minimalistisch eingestellt. Sie wollen keine neuen Waffen, Rüstungen oder Gegenstände – wovon es ohnehin schon reichlich gibt. Auch wollen sie nicht zwingend komplett neue, inoffizielle Spielabschnitte – wofür die meisten eher auf offizielle Addons warten. Nein – die meisten wollen schlicht die mögliche Schwächen des Originalspiels ausgleichen, beziehungsweise Dinge die sie schon immer gestört haben mithilfe von Mods korrigieren. Ein Beispiel über recht empfehlenswerte zuschaltbare Mods zeigt sich im folgenden:

Wichtig: die hier angeführten Modifikationen laufen alle ohne zusätzliche Programme, sie lassen sich direkt über den Startmanager laden beziehungsweise auch wieder abschalten. Die erste Mod ist in diesem Fall unkenntlich gemacht – da es auch gewisse Spielereien im nicht-Jugendfreien Sektor gibt, die aber wenn überhaupt nur für einen zusätzlichen Spaßfaktor gut sind. Wer das ausprobieren möchte, wird sicher fündig… doch nun zu einer Liste der eher harmlosen, aber doch recht nützlichen Mods.

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Companion Sandbox-Mode (Link)

  • Wen schon immer gestört hat, dass die Begleiter nichts beziehungsweise wenig machen, wenn gerade einmal „nichts los“ ist, dem kann mit dieser kleinen Mod abgeholfen werden. Die Begleiter stehen nun nicht mehr nur herum, sondern laufen umher, greifen sich Gegenstände, setzen sich auf Möbel oder gehen anderweitigen Geschäften nach.

Fellout NV (Link)

  • ‚Fellout‘ poliert die allgemeine, „verstrahlte“ Optik von New Vegas ein wenig auf. Und, das gelingt recht gut – der etwas nervige Grünton verschwindet, und die Nächte sind nun wesentlich dunkler. Man sieht kaum noch etwas – also vielleicht doch besser nicht Nachts spazieren gehen, wenn man keine „Cateyes“ dabei hat.

Level 60 Cap (Link)

  • Warum einfach, wenn es auch schwierig geht ? Ich weiss bis heute nicht, warum die Entwickler ständig diese nervigen Level-Limits implementieren. Immerhin hat man sich schon etwas verbessert: wenn die Grenze bei Fallout 3 noch stark untertrieben angesetzt war (20 ohne Addon), kann man nun direkt bis Level 30 wachsen. Doch auch das reicht nicht – ich selbst habe nach einem „normalen“ Durchlauf des Spiels (alle Orte nur einmal besucht) schon Level 33 erreicht, nachdem der letzte Endgegner gefallen ist. Und was ist, wenn man die Welt dennoch weiter erkunden möchte, oder Gegner spawnen will ? Für solche Fälle kann man mit dieser Mod sogar bis Level 60 gehen.

Luxury Hideout (Link)

  • Manche werden es überflüssig finden, doch ich schätze dieses kleine „Hideout“ in Form einer luxuriösen Absteige (für Fallout-Verhältnisse). Nahe des Startpunktes wird ein Tunneleingang ersichtlich – dieser vergleichsweise große Raum kann für das Ablegen von Gegenständen, für das Parken von Begleitern und so weiter genutzt werden.

NPC Spawner (Link)

  • Diese Mod ist schon ein wenig komplizierter zu handhaben, die Anleitung findet sich auf der Quellseite. Doch einmal eingefuchst, kann man noch die ein oder andere Schlacht mit NPC’s schlagen (einzeln oder in Gruppen), oder einfach dabei zusehen.

R.A.C.E. Radio Active Channel Extender (Link)

  • Wer möchte, kann auch seine eigene Musik in Fallout hören (mit Anleitung). Ich persönlich empfehle relativ „unvorbelastete“ Musik aus Genres wie Klassik, Ambient oder Soundtracks. Bei Metal, Trance oder Pop will einfach keine so recht Fallout-Stimmung mehr aufkommen… Geschmackssache !

Unlimited Companions (Link)

  • Wieder so eine einfache Mod, die eigentlich bereits Teil des Spiels hätte sein sollen. Denn warum schreibt mir das Spiel vor, dass ich nur einen humanoiden Begleiter haben darf ? Das ist Unsinn, und wird mit dieser Mod relativiert. So eine Truppe kann ganz schön schlagfertig sein – ich empfehle, bei mehreren Begleitern den Schwierigkeitsgrad höher zu stellen.

Und ganz allgemein: die Konsole.

  • Diese offeriert weitere, unzählige Möglichkeiten der Modifikation, wie das Spawnen von NPCs, Items und Co. Ein paar Befehle finden sich hier.

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Weitere werden eventuell noch folgen… und spätestens, wenn ein neues Addon erscheint, gibt es neue Updates an dieser Stelle. Bis dahin, viel Spaß beim Zocken.

PC-Spieletest / Game-Review: FALLOUT – NEW VEGAS Inklusive Aller Addons (2010)

Entwickler: Bethesda Softworks – Genre: Action / Rollenspiel– Release: 22. Oktober 2010

FALLOUT ist zurück – und das unter Umständen schneller als gedacht. Mit NEW VEGAS erscheint der neueste Ableger des berühmt-berüchtigten Franchise um nuklear verseuchte respektive knallharte post-apokalyptische Welten nur rund zwei Jahre nach dem herausragenden und zweifelsfrei legendären FALLOUT 3 (siehe Review). Warum genau man sich dieses Mal eher wenig Zeit ließ für einen potentiellen weiteren Teil, das wissen wohl nur die Verantwortlichen selbst – wobei man aber eigentlich auch als halbwegs „normaler“ Spieler erahnen kann, dass man dem Erfolgszug der Marke FALLOUT nach dem sagenhaften Erfolg des letzten Teils wohl nicht einfach einen großzügigen Zwischenstopp ermöglichen wollte. Immerhin – mit der aus dem letzten Teil gewonnen Erfahrung, dem allseits hohen Standard auf Seiten des Entwicklers Bethesda; und letztendlich auch den zahlreichen Bestrebungen der Community sollte doch auch dieses Mal nichts oder nur verdächtig wenig schief gehen können – so die Vermutung. Allerdings muss man bereits an dieser Stelle festhalten, dass nicht alles automatisch glänzt nur weil ein pompöser FALLOUT-Schriftzug auf dem jeweiligen Produkt steht. Vielleicht also waren die Verantwortlichen doch etwas zu schnell unterwegs… aber es gilt selbstverständlich, genauer hinzusehen – und das Spiel (inklusive aller Vor- und Nachteile) möglichst im Gesamten zu erfassen.

Natürlich, und das war von vielen nicht zu Unrecht prophezeit worden; ist FALLOUT NEW VEGAS ganz grundsätzlich ein rundum gelungener, absolut Laune-machender und unzählige Spielstunden fressender Triple-A-Titel geworden. Und das sicher auch, da viele der Vorzüge aus FALLOUT 3 quasi direkt in den Nachfolger übernommen wurden. Sei es die riesige, theoretisch absolut frei erkundbare Spielwelt; seien es die verschiedenen Möglichkeiten respektive Herangehensweisen an die ein oder andere Aufgabe; seien es das gelungene Level-, Skillpunkte- und Fähigkeitssystem, die unzähligen verschiedenen Gegnertypen (von denen es dieses Mal einige neue gibt), das überall verstreute sammel- und auch craftbare (z.B. an den Werkbänken) Material… FALLOUT NEW VEGAS lädt den Spieler dazu ein, viel Zeit in der hiesigen Spielwelt zu verbringen – und dabei einiges zu entdecken. Schließlich sind nicht nur die Hauptquests interessant – sondern auch die zahlreichen Nebenmissionen, auf die man beim Erkunden der Welt immer wieder stößt. Natürlich muss man diese nicht unbedingt absolvieren; beziehungsweise kann man sie so spielen dass stets nur ein Vorteil für den Spieler selbst herauskommt (Achtung, schlechtes Karma) – aber im allgemeinen lohnt es sich doch, möglichst viel zu sehen und auszuprobieren. Interessant dabei ist, dass es nun auch noch ein zusätzliches Fraktions-System gibt – welches die Beliebtheit des Spielers bei verschiedenen Gruppierungen im Zusammenhang mit seinen Aktionen einordnet und bewertet. Nett: eine allzu große Rolle spielt dieses System nicht, man kann als Spieler immer noch seinem ganz eigenen Weg folgen. Einerseits um möglichst viel zu sehen und zu erleben (etwa, indem man auch mal Quest für eine eigentliche verhasste Gruppierung erledigt), andererseits natürlich um Erfahrungspunkte zu sammeln – denn die kann man bekanntlich immer gut gebrauchen.

Gerade dieses Abarbeiten der Quests im Zusammenhang mit den ständigen Stufen-Aufstiegen ist es auch, was das Spiel so unglaublich motivierend macht – man kann einfach nicht anders, als immer mehr erkunden und erfahren zu wollen. Schließlich sind die Belohnungen, die dafür winken; alles andere als verkehrt: seien es die die Spielfigur stets optimierenden Skillpunkte (welche wiederum neue Möglichkeiten offenbaren), seien es die immer besseren Waffen, die zu rekrutierenden Begleiter (ob menschlich oder eher nicht) oder das allgemeine Gefühl, immer mächtiger und damit zum absoluten Herrscher des Ödlands zu werden – der Spannungsbogen von NEW VEGAS scheint mit Maßnahmen wie diesen niemals wirklich abzuflachen. Und sicher auch nicht der Spaßfaktor. Schließlich macht es auch nach dem x-ten Mal noch ordentlich Laune zu sehen, was man mit seinen im genialen VATS-System geplanten Aktionen so alles ausrichten kann – oder auch nicht.

Dennoch muss man relativ schnell von mindestens 3 großen Fehlern respektive Knackpunkten sprechen, geht es um eine finale Bewertung von FALLOUT NEW VEGAS. Auch, oder gerade im Vergleich mit dem rundum gelungenen Vorgänger FALLOUT 3. Da wäre zum einen die Tatsache, dass man die Schauplätze beziehungsweise einzelnen Levelabschnitte merklich entschlackt hat – und so endlose Tunnels mit zahlreichen Kreuzwegen und Sackgassen endlich (?) der Vergangenheit angehören. Was sich grundsätzlich sinnvoll anhört und theoretisch für einen wesentlich besseren Spielfluss sorgen sollte, entpuppt sich allerdings schnell als kleine Mogelpackung. Denn: die durch diese Maßnahme faktisch gewonnene Spielzeit soll im Sinne von NEW VEGAS sogleich wieder investiert werden – und zwar in absolut nervige, gleich mehrmals hintereinander zu absolvierende Laufwege. Sicher, größtenteils können diese mithilfe der Schnellreise-Funktion überbrückt werden – aber eben nicht immer, nicht vollständig; und schon gar nicht innerhalb der Mauern von New Vegas. Hier muss man als Spieler selbst entscheiden, welche Variante der; man nenne es künstlichen Aufblähung der Spielzeit einem besser gefällt. Immerhin konnten die teils langen und verwinkelten Wege bei FALLOUT 3, so anstrengend sie teilweise waren; noch als zusätzlicher Atmosphäre-Boost betrachtet werden. Nun aber stellt sich schnell Ernüchterung ein, wenn man für lediglich eine einzelne Quest denselben Weg gleich mehrmals hin- und herlaufen muss. Etwa, um dem Questgeber zwischendurch etwas simples zu berichten – ein Königreich für ein Funkgerät.

In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt dann auch die zweite größere „Verfehlung“ von NEW VEGAS, denn: dort, wo die Dinge eigentlich relativ simpel hätten ablaufen können; werden sie unnötig verkompliziert. Anders ist die merkwürdige Gestaltung speziell des Hauptschauplatzes NEW VEGAS inklusive des Strips jedenfalls kaum zu erklären. Nicht nur, dass man ständig hin- und her beziehungsweise auch zwischen den einzelnen Gebieten wechseln muss – oftmals weiß man gar nicht mehr wohin genau es eigentlich geht, da die grundsätzlich hilfreichen Quest-Marker innerhalb der Stadtmauern von VEGAS des öfteren zu versagen scheinen. So wird man einige Zeit damit verbringen, den Strip und die nähere Umgebung mehrmals abzulaufen – bis man in etwa weiß, wo jeweils welcher Questgeber sitzt. Analog zu dieser räumlich-strukturellen Unübersichtlichkeit gesellt sich dann noch mindestens eine weitere: das Ingame-Itemsystem ist aufgrund seiner schieren Fülle zwar interessant – insgesamt aber ist es derart überladen, dass man Schwierigkeiten bekommen könnte zu wissen was man überhaupt bei sich trägt oder wofür es theoretisch gut wäre. Das neue Crafting-System, welches merkwürdigerweise keine Selbstbau-Waffen mehr vorsieht, dafür aber verschiedene Munitionstypen – ist ebenfalls eher undurchsichtig, gerade auf den ersten Blick.

Die dritte große Verfehlung ist dann abermals eine theoretisch absolut vermeidbare, in Teilstücken aber doch auffällig oft auftretende. Die Rede ist von knallharten Bugs respektive Schludrigkeiten, die sich in weit mehr als nur grafischen Aussetzern (die kann man noch am ehesten verkraften) bemerkbar machen. Dies können mal kleinere Übersetzungsfehler sein (die in den Dialogen auftauchen und die Atmosphäre doch merklich schmälern), mal mittelprächtig schwerwiegende Merkwürdigkeiten (etwa plötzliche Gegner-Spawns aus dem Nichts, ausgerechnet in relativ schlauchigen Passagen); mal aber auch absolut vernichtende Bugs – die einem am Weiterkommen bei verschiedensten Quests hindern. Mal trifft man partout nicht auf einen Questgeber, mal bekommt man seine Ausrüstung nicht zurück (etwa nach einem Besuch in einem waffenfreien Gebiet), mal wartet man vergeblich auf einen entscheidenden Missions-Auslöser, mal ist die Mission selbst nach anständiger Beendigung nicht abgeschlossen… und noch so viel mehr. Eine Lösung ist hier glücklicherweise – und meistens – die Nutzung der Konsole (Beispiel: man teleportiert sich direkt zum nächsten Questgeber, der sonst nicht zu erreichen ist), doch solche Dinge dürfen einfach nicht in einem fertigen Spiel vorkommen. Erst Recht nicht, wenn bereits einige Patches veröffentlicht wurden – die das Ganze aber ebenfalls nicht merklich besser gemacht haben.

Nimmt man nun noch einige kleinere Unzulänglichkeiten hinzu – wie etwa die Tatsache, dass viele der in NEW VEGAS erkundbaren Orte verdammt schnell abgehandelt sind (zumeist handelt es sich um Orte, die man nicht einmal separat betreten und erkunden kann) – ergibt sich ein teils erschreckendes Gesamtbild. Ein Gesamtbild, dass eher an einen Downgrade (im Vergleich zum Vorgänger) denn an eine Weiterentwicklung eines genialen Spielprinzips erinnert. Schließlich hat man mit einem FALLOUT 3 im Gepäck nicht nur einige gute Voraussetzungen dabei – sondern bestenfalls auch das Bestreben, einige noch bestehende Lücken zu füllen. Was etwa ist mit der von vielen Spielern gewünschten Möglichkeit in Richtung möglichst imposanter Boss-Monster oder einer schnelleren respektive alternativen Fortbewegungsmethode (und sei es in Form einer simplen Eisenbahn-Lore) ? Gerade in einigen generell öderen Abschnitten der Wüsten-Karte hätte sich das doch geradezu perfekt angeboten. Stichwort Wüste: im Vergleich mit FALLOUT 3 wirkt die Spielwelt tatsächlich deutlich eingeschränkter (etwa durch die scharfen Bergbegrenzungen oder Canyons), uninteressanter und lebloser – woran selbst die hie und da vorkommenden neuen Pflanzen, Kreaturen und Gebäudetypen nicht viel ändern. Immerhin: mit einem Abstecher in den absoluten Nordwesten der Karte ergibt sich dann doch noch ein etwas interessantes Bild – hier ist die Vegetation dichter und die Landschaft bietet generell einige neue Eindrücke. Davon hätten es gerne mehr sein dürfen !

Ja, es kann dauern, wirklich ALLE Orte von New Vegas zu erkunden…

Natürlich klingt das relativ negativ, und grundsätzlich nach einem vollkommen misslungenen Nachfolger – was FALLOUT NEW VEGAS aber definitiv und glücklicherweise nicht ist. Schließlich, und dies gilt vor allem wenn man sich so gesehen nicht von den relativ schnell verfügbaren und zum Spiel-Ende führenden Hauptmissionen ablenken lässt; bietet das Spiel noch immer unglaubliche viele, unzählige Spielstunden fressende und dabei gut gemachte Inhalte. Vornehmlich solche, die sich in den immer wieder zu treffenden Entscheidungen auf Seiten des Spielers bemerkbar machen. Theoretisch könnte man auch hier – und ob der wahrlich sagenhaften Möglichkeiten und Verstrickungen in Anbetracht der einzelnen Fraktionen – ebenfalls gerne mal den Überblick verlieren. Aber dennoch: es macht schlicht einen Heidenspaß, die vielen auch kleineren Missionen zu erleben und dabei möglichst einen Fuß in die Tür jeder Fraktion zu bekommen – um sie besser kennenzulernen, und zu einem späteren Zeitpunkt entweder auszuschalten oder zu unterstützen. Wie viele Missionen NEW VEGAS insgesamt hat, das vermag man zumindest als gewöhnlicher Spieler kaum zu sagen – was sich gut anfühlt und ein klarer Anhaltspunkt dafür ist, dass die Macher doch einiges an Zeit und Arbeit in ihr Projekt investiert haben.

Umso enttäuschender ist es, dass sich dieses Gefühl eben (und leider) nicht auf gänzlich alle Bereiche des Spiels übertragen lässt.  Denn eigentlich bringt das FALLOUT-Franchise doch so viele gute bis geniale Aspekte mit sich – die es lediglich gilt, rundum perfekt in Szene zu setzen. Was etwa ist mit dem genialen VATS-System, welches das Spielerlebnis in vielfältiger Art und Weise auffrischt ? Was ist mit den unterhaltsamen Dialogen inklusive verschiedener Antwortmöglichkeiten, dem kleinen Karma-System welches den Spieler in eine entweder gute, böse oder neutrale Richtung driften lässt ? Was ist mit dem schier grandiosen, trotz der apokalyptischen Ausgangslage immer wieder hoch gehaltenem Humor ? Der kommt auch in NEW VEGAS recht gut zum Tragen, gerade natürlich im Zusammenspiel mit den abermals heftigen bis makaberen Gewalt-Darstellungen. Dieses Mal ist übrigens sogar die deutsche Version komplett ungeschnitten – was sehr gut ist. Man sieht, neben seinen unglaublich komplexen Quest-Möglichkeiten hat FALLOUT NEW VEGAS viele weitere Vorzüge – allerdings hatte diese auch schon der Vorgänger, was das Ganze verständlicherweise etwas weniger spektakulär macht.

Um eine bessere Übersicht zu erhalten empfiehlt sich ein Blick auf die folgende, möglichst vollständige Tabelle aller Positiv- und Negativaspekte von FALLOUT NEW VEGAS:

Handlung und Präsentation
  • Ansprechendes, intensives, glaubhaftes Endzeit-Szenario
  • Unzählige spannende Nebengeschichten und -Charaktere
  • Unzählbare atmosphärische Details & Gimmicks
  • Etwas abrupter, relativ wenig atmosphärischer Spielbeginn
  • Eher nicht das Gefühl einer einzigen, wichtigen und großen Mission wie im Vorgänger
  • Insgesamt etwas verworren und unübersichtlich erzählt

8.0/10

Grafik und Design
  • Riesige, hübsche Spielwelt mit Möglichkeiten zum Erkunden und Austoben
  • Viele verschiedene Gegnertypen
  • Zahlreiche verschiedene Objekte und Waffen
  • Hübsche Explosionen und Effekte
  • Dynamischer Tag- und Nachtwechsel
  • Weitläufige Außenareale, stimmige Innenbereiche
  • Optisch eher wenig ansprechendes „Wüsten-Ödland“
  • Keine wirklichen optischen Highlights oder Eyecatcher
  • Teils karge Texturen
  • NPC-Designs wiederholen sich auffällig („Klone“)
  • Etwas zu einfaches Creature-Design
  • Keine wirklichen Wettereffekte
  • Nicht allzu viele Möglichkeiten bei der Charakter-Erstellung
  • Gras und Büsche („Fauna“) eher bescheiden

6.5/10

Sound
  • Hervorragend vertonte Figuren
  • Lebendige Umgebungsgeräusche
  • Viele kleinere, stimmige Soundelemente
  • Bombastische Explosionen
  • Knackiger Waffensound
  • Guter, passiger Soundtrack
  • Herzschlag-Sound bei niedriger Gesundheit
  • Absolut Unpassende EXP-Sounds („Explosion“)
  • Deutlich weniger stimmungsvolle Radio-Musik

9.0/10

Spielwelt, Umfang und Atmosphäre
  • Grundsätzliches Gefühl von Freiheit und Spielraum
  • Grundsätzlich mehrere Herangehensweise (Schleichen, Action, Vermeidung)
  • Verschiedene wählbare Begleiter (abhängig vom Karma)
  • Gutes Dialogsystem mit speziellen Optionen (und Folgen)
  • Ladensystem (+ Feilschen, An- und Verkauf)
  • Angenehmer Spielwitz, interessante nicht jugendfreie Inhalte
  • Wenig nachhaltig wirksame, einprägsame Szenen und keinerlei Boss-Monster
  • Karma- und Fraktionssystem mit zu wenigen auffälligen Auswirkungen
  • Viele Nebenquests wirken eher wie einfache Botengänge
  • Wiederholtes Hin- und Herlaufen (Streckung der Spielzeit)
  • Unnötig verkompliziertes, unübersichtliches Item-System (keine selbstgebauten Waffen mehr, dafür aber selbst zu erstellende Munition)
  • Keine Möglichkeit, schneller voranzukommen (Sprinten, Fahrzeuge)
  • Viele Schauplätze leblos, zu wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • Unübersichtlicher, recht karg gestalteter Hauptschauplatz (der „Strip“)
  • Das zu tragende Maximalgewicht ist viel zu niedrig (vermeintlich „realistisch“, in Anbetracht der Item-Vielfalt aber nervig)

5.0/10

Bedienung, Balance, Bugs
  • Zumeist faire automatische Speicherpunkte, Schnellspeichern möglich
  • Intuitive, unkomplizierte Steuerung
  • Geniales V.A.T.S.-System
  • Wechsel von der Ego in die 3rd-Person-Perspektive jederzeit möglich
  • Einfache Implementation von Mods oder neuem Content möglich
  • Begrenzung des Maximal-Levels (selbst mit Addons zu niedrig)
  • Generell eher Bug-lastig (Clipping, Spawning, Abstürze)

7.5/10

Ungefähre Spielzeit in Stunden: 40-90

Insgesamt betrachtet ist FALLOUT NEW VEGAS nicht der erhoffte überragende, aber ein doch reichlich solider Nachfolger zu FALLOUT 3 geworden. Auf der Haben-Seite stehen klar die aus FALLOUT 3 übernommenen Vorteile des Spielprinzips sowie die unendlich komplexen Möglichkeiten sowohl beim Questen als auch der Spielgestaltung selbst, etwa durch getroffene Entscheidungen oder die erwerbbaren Skills. Auf der Negativ-Seite stehen dann vor allem Dinge, die man relativ leicht hätte verhindern können – was schade ist, und den Gesamteindruck unnötig schmälert. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, mithilfe der Community (die auch dieses Mal mehr als fleißig ist) respektive einigen nützlichen Modifikationen das Spielerlebnis noch merklich zu verbessern – und nach dem jeweils vorhandenen Geschmack anzupassen. Denn, und das ist die letzte absolut positive Nachricht: auch dieses Mal macht es der Entwickler den Fans nicht schwer, am Spiel herumbasteln zu können – wobei Communitys wie die von NEXUS zu festen Begleitern von FALLOUT-Spielern werden sollten, die das Maximum aus ihrem Spielerlebnis herausholen möchten. Mit den passenden Mods (siehe etwa hier) könnte die im besten Fall gerechte Gesamtwertung, die auch so schon respektabel ist; sogar noch leicht erhöht werden.

Zahlreiche weitere Screenshots gibt es hier.


„Insgesamt muss NEW VEGAS leicht hinter dem ebenso erfrischenden wie grandiosen FALLOUT 3 zurückstehen – einen Heidenspaß macht es trotzdem. Auch oder gerade deswegen, weil niemand so genau weiß wie viele Spielstunden es fressen wird.“


Natürlich – und glücklicherweise – gibt es mittlerweile auch einige offizielle Erweiterungen zum Spiel, deren Vor- und Nachteile man in der folgenden Aufstellung begutachten kann (fließt nicht in die Wertung des eigentlichen Hauptspiels mit ein):

Fallout New Vegas – Dead Money

  • + Erhöht das maximale Level um 5
  • + Interessante neue Hauptquest um ein legendäres Casino
  • + Neue NPC’s, Begleiter, Gegner und Gegenstände
  • + Neues Hintergrundwissen
  • – Insgesamt eher lieblos und austauschbar gestaltet
  • – Viel Vorbereitungszeit, bevor es zu den eigentlichen Highlights kommt
  • – Teils stimmige, teils nervige neue Spiel-Elemente (Lautsprecher, Wolke)
  • – Eher enttäuschendes Finale

Addon-Wertung: 5/10

Fallout New Vegas – Honest Hearts

  • + Für Fallout eher untypische Western-Canyon-Gegend als Schauplatz
  • + Erhöht das maximale Level um 5
  • + Neue Begleiter, neue Missionen
  • – Insgesamt eher dröge, wenig spannende Spielwelt
  • – keine wirklichen neuen Gegner-Typen oder Boss-Monster
  • – neue Quests wenig herausfordernd, meist simples Durchrennen

Addon-Wertung: 6/10

Fallout New Vegas – Old World Blues

  • + Komplett neues Areal
  • + Erhöht das maximale Level um 5
  • + Spannende Hauptquest
  • + Neue Gegnertypen
  • + Neue Waffen
  • + Unglaublicher Spielwitz
  • + Interessante Nebenquests

Addon-Wertung: 9/10

Fallout New Vegas – Lonesome Road

  • + Apokalyptisch anmutender neuer Level-Abschnitt
  • + Erhöht das maximale Level um 5
  • + Neuer Begleiter
  • + Viele Bezüge und Ergänzungen zur eigentlichen Story
  • + Herausfordernde Passagen und Gegner

Addon-Wertung: 8/10

FALLOUT NEW VEGAS – Schöne Impressionen In Screenshot-Form

Bevor ich mich mit dem Test des neuesten FALLOUT-Teiles befassen werde, gibt es hier einige bisher von mir gesammelte Impressionen aus dem Spiel. Ich habe 20 der Screenshots ausgewählt, und so wenig wie möglich bearbeitet. Wichtig: eine markante Bearbeitung gibt es doch, und zwar bei allen Bildern: der Teil, in dem das HUD normalerweise zu sehen ist, ist abgeschnitten – sodass der Eindruck eines 16:9-Bildes entsteht (ursprünglich waren es 4:3-Bilder, also fehlen ein paar Bildinformationen). Doch ich denke, für Screenshots geht das in Ordnung; es entsteht sogar ein noch besserer Eindruck. Es ist eben nicht ganz leicht, im schweren Modus ohne HUD (volle Transparenz) zu spielen. Der Test wird folgen, wenn ich die Karte komplett erkundet habe… und das, das kann wohl noch etwas dauern…

PC-Spieletest / Game-Review: FALLOUT 3 Inklusive Aller Addons (2008)

Veröffentlichungsdatum: 28.  Oktober 2008 (PC)
Entwickler: Bethesda
Publisher: Bethesda Softworks
USK: Ab 18 freigegeben
Genre: Action / Rollenspiel

Der nukleare FALLOUT ist (endlich ?) da.

Es war einmal vor einiger Zeit in den heimischen Multimedia-Geschäften… da war ein Spiel; dessen Vorgänger bereits einen gewissen Kultstatus besaßen, ganz frisch in die Regale gekommen – und wartete darauf, von Fans und Neulingen gleichermaßen entdeckt zu werden. Richtig, es handelte sich um das Spiel FALLOUT 3. Und: glücklicherweise hatte es einen gewissen Erfolg – der bis heute in der noch immer wachsenden Fanbase anhält. Nicht zu Unrecht, wie sich herausstellt – denn tatsächlich ist das Spiel in vielerlei Hinsicht besonders, und darüber hinaus auch über viele Zweifel erhaben.

Dabei ist Fallout 3 alles, nur kein typisches Action- oder Rollenspiel. Vielmehr ist es das vollendete Produkt einer sinnigen Verknüpfung eben jener Genres – und ein Spiel, dem man die investierte Arbeit der Entwickler zu so gut wie jedem Zeitpunkt anmerkt. Jede Entscheidung, die man als Spieler in der Spielwelt von FALLOUT 3 trifft; hat ihre eigene Tragweite und unterschiedliche Folgen für den weiteren Spielverlauf. Man kann mit allerlei freundlichen oder feindlichen NPC’s diskutieren, Handel treiben, der Hauptquest folgen – und natürlich relativ frei die weitläufige Landschaft erkunden. Vornehmlich, um dabei praktische Schnellreise-Ziele freizuschalten sowie natürlich zusätzliche Erfahrungspunkte zu sammeln – von denen man eigentlich niemals genug bekommen kann. Der Grund: es gibt ein raffiniertes Level- und Skillpunktesystem in FALLOUT 3, welches den Spieler zusätzlich motiviert immer weiter voranzukommen. Hat man den nächsten Levelaufstieg geschafft, steht man vor einigen Entscheidungen: wie genau sollte ich meine gewonnen Erfahrungspunkte in meine Fähigkeiten (davon gibt es gar nicht mal so wenige) investieren, und welche Spezialfähigkeit entspricht wohl am ehesten meinem Spiel-Stil ? Aber auch die absoluten Grundwerte sind wichtig, die man zu Beginn des Spiels festlegt. Stichwort Beginn: selten ist ein Spiel-Start so atmosphärisch ausgefallen wie in FALLOUT 3 – man beginnt in einer sogenannten Vault, und das als Baby – bis man es über einige Etappen als Kind bis zum Erwachsenendasein schafft, und letztendlich die Vault auf der Suche nach dem eigenen Vater verlässt. Das große Abenteuer kann beginnen…

Tatsächlich weiß man ob der vielen Möglichkeiten dabei zunächst gar nicht genau, wohin man gehen soll. Doch das Spiel schafft es, dem Spieler ausreichend Hinweise zu geben – sodass er sich relativ sicher und ohne viel nachzudenken an den Haupt-Quests orientieren kann. Aber natürlich, und darin liegt der noch größere Spaßfaktor; ermutigt es den Spieler auch, mal etwas abseits der Hauptwege zu wandeln und dabei immer wieder neues zu entdecken. Seien es verschiedenste Gegenstände (die man eventuell noch für selbst gebaute Waffen braucht), Waffen (die sich in ihrer Wirkung tatsächlich stark unterscheiden), interessante NPC’s oder spannende Neben-Quests, ganze geheime Städte oder allerlei dunkle Geheimnisse – FALLOUT 3 hat eigentlich immer etwas zu erzählen. Doch natürlich dient die intensiv erzählte Hauptquest als Dreh- und Angelpunkt des Spiels – bei der es gilt, den verschwundenen Vater der Spielfigur wiederzufinden. Hierbei hat man stets die Wahl: entweder man versucht es auf eine eher vorsichtige und möglichst diplomatische Tour – oder aber man setzt alles ein, was man im „Wasteland“ so finden kann. Etwa, indem man sich eigene Waffen bastelt (Highlight unter anderem: der Rockit-Werfer, der alle möglichen Gegenstände verschießt), und versucht mit der guten alten Rambo-Manier ans Ziel zu kommen. Unter anderem wegen dieser Entscheidungsfreiheit und der nicht gerade unzimperlichen Gewaltdarstellungen ist das Spiel auch erst ab 18 empfohlen – was analog zu den dezent übertriebenen Gore-Effekten (in der empfehlenswerten ungeschnittenen Version) für einen zusätzlichen Fun-Faktor sorgt. Hier spielt auch das sogenannte V.A.T.S.-System eine große Rolle – eine per Tastendruck aktivierbare Option, welche die Zeit für einen Moment anhält und es dem Spieler ermöglicht, Gegner bzw. einzelne Körperteile exakt anzuvisieren. Gerade dabei entstehen oft absolut Kino-reife Szenen, die sich nachhaltig einprägen.

Und die Spielwelt… diese ist in FALLOUT 3 tatsächlich riesig. Riesiger, als man es zunächst annehmen möchte – vor allem, wenn man nur den Hauptquests folgt. Doch was passiert wenn man mal ein wenig herumstöbert, mal woanders hingeht als eigentlich vorgeschrieben – ist einzigartig, und mündet in einem größtmöglichen Gefühl einer spielerischen Freiheit. Wer Wert darauf legt, die gesamte Karte des Hauptspiels zu erkunden, der wird – je nach Geschwindigkeit – durchaus seine 50-70 Stunden unterwegs sein. Sollte man darüber hinaus alle 5 offiziellen Addons besitzen, könnte die Gesamtspielzeit auch gerne 80-100 (+) Stunden in Anspruch nehmen. Das ist gut, und enorm. Denn: die Zeit wird nicht sinnlos verdaddelt, die Welt von FALLOUT 3 ist einfach stimmig und glaubhaft. Mehr noch: das Ganze spielt sich einstweilen wie ein gut gemachter Film, in dem man selbst die Hauptrolle übernimmt. Trotz der relativ langen Spielzeit gibt es also absolut keine Anzeichen von Langeweile. Aber auch so ist das Spiel einfach rundum gelungen – und der Wiederspielwert ist ebenfalls enorm. Nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen Entscheidungen und Dialogoptionen, die zu einem guten oder einem bösen Karma führen – was unter anderem verschieden Begleitertypen ermöglicht. Die sind dann auch überaus hilfreich, geht es in die gefährlicheren Ecken der Spielwelt – wo man einen guten Partner immer gebrauchen kann. Überhaupt ist der allgemeine Spaß-Faktor des Spiel größer, als man es zunächst vermuten würde – trotz der relativen Ernsthaftigkeit des Szenarios haben die Entwickler unendlich viele Gimmicks und Seitenhiebe eingebaut, die einem immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.

Bei einem derart umfangreichen Spiel wie diesem bietet es sich natürlich an, auf eine möglichst vollständige Aufstellung aller möglichen Positiv- und Negativaspekte zu setzen – die man der folgenden Tabelle entnehmen kann.

Die riesige (Spiel-)Welt von Fallout 3
Handlung und Präsentation
  • Ansprechendes, intensives, glaubhaftes Endzeit-Szenario
  • Einzigartiger Spiel-Beginn (Aufwachsen in der Vault)
  • Unzählige spannende Nebengeschichten und -Charaktere
  • Unzählbare atmosphärische Details & Gimmicks
  • Hervorragende Haupt-Quest
  • Stimmiges Intro, passendes Outro

10/10

Grafik und Design
  • Riesige, hübsche Spielwelt mit Möglichkeiten zum Erkunden und Austoben
  • Viele verschiedene Gegnertypen
  • Zahlreiche verschiedene Objekte und Waffen
  • Hübsche Explosionen und Effekte
  • Dynamischer Tag- und Nachtwechsel
  • Weitläufige Außenareale, stimmige Innenbereiche
  • Tolles Creature-Design
  • Teils karge Texturen
  • NPC-Designs wiederholen sich auffällig („Klone“)
  • Keine wirklichen Wettereffekte
  • Teils merkwürdige „grüne“ Lichtstimmung
  • Nicht allzu viele Möglichkeiten bei der Charakter-Erstellung
  • Gras und Büsche („Fauna“) eher bescheiden

8.0/10

Sound
  • Hervorragend vertonte Figuren
  • Lebendige Umgebungsgeräusche
  • Viele kleinere, stimmige Soundelemente
  • Bombastische Explosionen
  • Knackiger Waffensound
  • Guter, passiger Soundtrack
  • Wählbare Radio-Stationen
  • Herzschlag-Sound bei niedriger Gesundheit

10/10

Spielwelt, Umfang und Atmosphäre
  • Grundsätzliches Gefühl von Freiheit und Spielraum
  • Grundsätzlich mehrere Herangehensweise (Schleichen, Action, Vermeidung)
  • Spannende Haupt-Quests, interessante Neben-Quests und -Charaktere
  • Komplexes Itemsystem mit hunderten verschiedenster Objekte, davon ein Großteil mit Nutzen
  • Verschiedene wählbare Begleiter (abhängig vom Karma)
  • Spezielle nicht menschliche Begleiter wie der Hund oder der Roboter
  • Gutes Dialogsystem mit speziellen Optionen (und Folgen)
  • Ein „eigenes Haus“ mit einer eigenen Inneneinrichtung (möglich)
  • Ladensystem (+ Feilschen, An- und Verkauf)
  • Spezielle Orte und Charaktere, die in Erinnerung bleiben
  • Wenig nachhaltig wirksame, einprägsame Szenen (wie z.B. die Situation in Megaton, der erste Behemot oder der finale Angriff mit Liberty Prime) und keine wirklichen Boss-Monster
  • Die Hauptquest ist eher einfach gestrickt, viel zu kurz und auf kleine Bereiche der Karte reduziert

9.5/10

Bedienung, Balance, Bugs
  • Grundsätzlich hervorragende Technik (Grafik in Bezug zu Mindestanforderungen)
  • Zumeist faire automatische Speicherpunkte, Schnellspeichern möglich
  • Intuitive, unkomplizierte Steuerung
  • Geniales V.A.T.S.-System
  • Wählbare Schwierigkeitsgrade
  • Wechsel von der Ego in die 3rd-Person-Perspektive jederzeit möglich
  • Einfache Implementation von Mods oder neuem Content möglich
  • Ohne ein Addon endet das Spiel strikt nach der letzten Mission (egal, wie viel man bereits erkundet hat)
  • Nicht komplett bug- und fehlerfrei (Clipping, Spawning, Abstürze)
  • Keinerlei Fahrzeuge oder schnelleres Vorankommen möglich
  • Das Maximallevel ist 20, oder maximal 30 (mit “Broken Steel”)
  • Das zu tragende Maximalgewicht ist viel zu niedrig (vermeintlich „realistisch“, in Anbetracht der Item-Vielfalt aber nervig)

7.0/10

Ungefähre Spielzeit in Stunden: 40-90

Fazit: Insgesamt betrachtet handelt es sich bei FALLOUT 3 nicht nur um ein sehr gutes Spiel – sondern vielleicht sogar um eines der besten Spiele aller Zeiten. Sei es die einzigartige Atmosphäre irgendwo zwischen Beklemmung (Stichwort Apokalypse) und einem Heidenspaß (Stichwort Spielwitz), die nette Grafik, die hervorragenden Soundeffekte, die unzähligen Möglichkeiten inklusive eines immensen Wiederspielwerts – man kommt einfach nicht umher das Spiel selbst einmal zu spielen, will man wissen woher die allgemeine Faszination für das Franchise kommt. Die folgende Wertung wird also eine vergleichsweise hohe sein – wobei ein letzter kleiner Wermutstropfen bleibt. Schließlich hat das Spiel einige kleinere; nun, Unzulänglichkeiten – die man immerhin mithilfe von Mods abstellen kann. An dieser Stelle gilt es, an großes Dankeschön an die Fallout 3 Community zu richten – und natürlich auch an Bethesda, die es den Fans der Reihe vergleichsweise einfach machen, neuen oder angepassten Content zu liefern. Warum man aber nicht gleich eher einfache Dinge wie etwa ein Sprint-System (über die Aktionspunkte), eine Anpassung des tragbaren Gewichts (so ist es realistischer, aber eben auch unvergleichlich frustrierender), ein besseres Schadenssystem (im späteren Verlauf sind gerade menschliche Gegner sehr stark und nicht einmal mit mehreren Kopfschüssen umzulegen) oder Möglichkeiten zur Anpassung weiterer kleinerer Dinge ins Spiel hat implementieren können, bleibt ein Rätsel – und wird mit einem entsprechenden, kleinen Punkteabzug bestraft. Doch auch so bleibt FALLOUT 3 eines der Spiele, die einen aufgrund ihrer Qualität und nachhaltigen Wirkung ein ganzes Leben lang begleiten werden. Anders gesagt: das Spiel ist ein MUSS, ob jetzt oder erst in den nachfolgenden Jahrzehnten.


„Nicht weniger als eines der besten Spiele aller Zeiten – herzlichen Glückwunsch.“


Natürlich – und glücklicherweise – gibt es mittlerweile auch einige offizielle Erweiterungen zum Spiel, deren Vor- und Nachteile man in der folgenden Aufstellung begutachten kann (fließt nicht in die Wertung des eigentlichen Hauptspiels mit ein):

Fallout 3 – Broken Steel

  • + Neues Maximallevel: 30 (sehr nützlich)
  • + Neue Quests, gut ins Hauptspiel integriert
  • + Neue Gegenstände
  • – Eher kurz gehalten
  • – Eher langweilige Quests (durchlaufen und immer dieselben Gegner erledigen)

Addon-Wertung: 6/10

Fallout 3 – Point Lookout

  • + Eine komplett neue „Welt“ / Insel zu erforschen
  • + Nette Lösung der An- und Abreise
  • + Neue Gegnertypen
  • + Neue Gegenstände
  • + Gute Atmosphäre
  • + Gute Missionen mit einzigartigen NPC’s
  • + Zusätzlicher Witz (siehe eine der finalen Missionen)
  • + Tauchen nach Schätzen um die Insel herum
  • + Länge und Inhalt genau richtig für ein Addon
  • – keine Erhöhung des Maximallevels trotz recht großer neuer Welt (nur ein MOD schafft Abhilfe)
  • – ein bisschen „einsam“ – es gibt keine wirklich belebteren Orte auf der Insel, außer der Kirche

Addon-Wertung: 8/10

Fallout 3 – Operation Anchorage

  • + Fallout 3 mal anders (Schneelandschaft)
  • + Neue Waffen und Ausrüstung (ins Hauptspiel übertragbar)
  • – Nur eine Simulation
  • – Keine Atmosphäre
  • – Wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • – Immer gleiche Gegner- und Munitionstypen
  • – Viel zu kurz und wenig umfangreich
  • – Eher Shooter als Rollenspiel

Addon-Wertung: 3/10

Fallout 3 – Mothership Zeta

  • + Überraschend, sprüht vor Witz und Ideen
  • + Neue Texturen, neue Umgebung
  • + Neue Waffen, neue Gegner, neue NPC’s und Begleiter
  • + Fühlt sich ein wenig wie ein „neues Spiel“ an
  • + Sehr stimmige Atmosphäre
  • + Sehr eindrucksvolle Levelpassagen (Weltraumspaziergang)
  • – Eher kurz und in sich geschlossen

Addon-Wertung: 9/10

Fallout 3 – The Pitt

  • + Sehr glaubhafte, irgendwie „schmutzig“ wirkende Spielwelt
  • + spannendes „Vorarbeiten“ bis hin zum Chef von „The Pitt“
  • + Atemberaubende Grafik (Industrieviertel + Türme)
  • + Spannende Story und Questmöglichkeiten (gut / böse, das Baby)
  • – nicht allzuviele neue Elemente

Addon-Wertung: 8/10