Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Shonen Kishi To 3 Nin No Shojo No Eiyushi (2015)

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Alben-Titel: 少年騎士と3人の少女の英雄詩
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. September 2015
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Kadokawa

Alben-Lineup:

Arthur Brave – Guitars, Keyboards, Arrangements

Track-Liste:

1. Awakening (01:41)
2. The Story Of A Boy Yearning For Legendary Heroes (03:48)
3. The Legendary Dragon Princess (04:48)
4. The Beginning Of A Destined Party (05:29)
5. The Adventure In Search Of The Encore (04:39)
6. The Former Demon Lord (01:06)
7. Tower Of The Blazing Cliff, Jio (04:06)
8. Hidden Power: The Ancient Art Of Summoning (03:41)
9. The Decisive Battle With The Demon General Of Flame (04:33)
10. The Knight Of Reincarnation (03:11)

Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Power Metaller mit den Manga-Artworks sind zurück ! DRAGON GUARDIAN legen, nachdem sie bereits zu Beginn des Jahres mit den KNIGHTS OF ROUND eine EP (Review) abgeliefert haben; endlich wieder ein vollwertiges Studioalbum nach. Das endlich kommt dabei gar nicht mal von ungefähr, schließlich wagt die Combo um Band-Mastermind Arthur Brave immer mal wieder das ein oder andere Experiment – sodass die Diskografie zwar gut bestückt ist, jedoch nicht immer nur glanzvolles zu bieten hat. Insbesondere die eher elektronisch angehauchten EP’s FAIRYTALE (Review) und POLYPHONY (Review) schnitten dabei vergleichsweise schlecht ab – sodass es nach dem doch überraschend guten SEIMAKEN VALKYRIAS aus dem Jahre 2011 (Review) endlich mal wieder Zeit für ein rundum stimmiges Album ist.

Dieses lauscht natürlich – und wie bei DRAGON GUARDIAN typisch – auf einen hierzulande nicht auszusprechenden Namen, und wird weder großartig beworben noch mit zusätzlichen Informationen für internationale Fans ausgestattet. Auch das ist leider typisch für die japanische Combo, die noch weitaus mehr potentielle Interessenten erreichen könnte wenn sie zumindest an einem internationalen Webauftritt arbeiten würde – doch das ist ein anderes Thema. Grob übersetzt horcht das neue Album auf den Titel EIN HEROISCHES GEDICHT EINES JUNGEN UND DREIER MÄDCHEN, und behandelt wie im DRAGON GUARDIAN-Canon üblich allerlei fantastisch angehauchte Heldensagen respektive den Wunsch, eben solche Heldentaten zu begehen. Eingedeutschte Titel wie diese klingen allerdings etwas merkwürdig, sodass die Nummern im folgenden mit dem Versuch einer englischen Übersetzung beschrieben werden – was es am ehesten treffen sollte.

Markant, und direkt auffällig ist in diesem Fall; dass sich DRAGON GUARDIAN wieder stärker auf ihren ursprünglichen Sound beziehen – und sich das Album so deutlich von den einstweilen ärgerlichen Sound-Experimenten der EP’s und Collabo-Veröffentlichungen distanziert. Das ist nur gut so – denn das Ergebnis lässt sich allemal hören. Während das Intro AWAKENING schlicht typisch für DRAGON GUARDIAN ist und eine angenehme symphonische Atmosphäre etabliert, geht es mit dem Opener THE STORY OF A BOY YEARNING FOR LEGENDARY HEROES (eine Titelbezeichnung, die genau so auch von GLORYHAMMER stammen könnte) sogleich richtig in die Vollen. Will heißen: Arthur Brave zeigt einmal mehr, was er in Petto hat – und überzeugt nicht nur mit seinem Gitarrenspiel, sondern auch mit dem Gespür für eine angenehme Symbiose aus schwermetallischen, symphonischen und einstweilen auch J-Pop-orientierten Elementen.

Oder sollte man eher sagen, solche die internationale Hörer dezent an die J-Pop-Kultur erinnern ? Schließlich ist das hier dargebotene Material zweifelsfrei als Power Metal zu erkennen. Doch speziell der Fokus auf die weibliche Gesangsstimme, die stets ohne zusätzliche Chöre oder andere Spielereien auskommt; lässt das Ganze dann doch etwas weicher wirken. Eben das könnte man auch als Kritikpunkt auslegen – zumal DRAGON GUARDIAN in der Vergangenheit zumindest noch den ein oder anderen Hintergrundchor oder aber längere Sprechpassagen in ihre Kompositionen eingebaut haben. In der vorliegenden Form fehlt es dem Ganzen somit durchaus etwas an Biss, und vor allem auch Abwechslung. Dabei soll die Qualität des weiblichen Gesangs nicht in den Schatten gestellt werden – denn der ist ausgezeichnet. Dennoch: ein wenig mehr Geschichten-erzählen (im besten Fall im Dialog zwischen männlichen und weiblichen Charakteren wie dereinst) wäre sicher nicht verkehrt gewesen. So verliert das Album vor allem gegen Ende hin deutlich an Kraft und Originalität. Demnach hätte es noch so viel besser werden können – wenn man schlicht ein wenig mehr an der Verpackung und Präsentation des Materials gearbeitet hätte. In der vorliegenden, gefühlt etwas lieblosen Fassung aber rieseln die 10 Titel vor allem nach dem starken, vieles vorweg nehmenden Opener eher gemächlich vor sich her – und bieten im Endeffekt nur wenig Abwechslung. Das ist beileibe Schade – da Arthur Brave zwischendurch immer wieder durchscheinen lässt, dass er sein Handwerk mehr als nur versteht. Die hie und da eingestreuten Instrumentalpassagen mit seinen Soli sowie den schmackigen symphonischen Arrangements geraten so zu den wahren Lichtblicken des Albums.

Absolute Anspieltipps: THE STORY OF A BOY […], THE ADVENTURE […], THE DECEISIVE BATTLE […]


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„Solide Symbiose aus weiblichem Gesang, symphonischen Elementen und einem starken Arthur Brave.“

Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – 輪廻のウロボロス / Rin’ne No Uroborosu (2015)

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Alben-Titel: 輪廻のウロボロス / Rin’ne No Uroborosu
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Recital Records

Alben-Lineup:

Kouta – Guitars
Teru – Guitars
Arthur Brave – Lyricist, Composer, Arranger, Programming, Guitars
Leo Figaro – Vocals
Spetsnaz – Vocals
Haruka – Vocals
Yazin – Vocals

Track-Liste:

1. Side A:Last (01:09)
2. 第二次宇宙戦争 (04:37)
3. 魔法の薬 (05:01)
4. 碧狼の暗殺者 (03:29)
5. 千ノ矢ニ打タレテモ (03:51)
6. 贖罪の聖女 (04:23)
7. 聖杯物語 (03:40)
8. 太陽が昇らない丘で (04:40)
9. Fates of Tragedy (03:33)
10. Side B:First (03:34)

Nichts neues aus dem Hause DRAGON GUARDIAN ?

Eines muss man den Jungs (und Mädels) von DRAGON GUARDIAN ja lassen. Seit der noch recht frischen Bandgründung im Jahre 2006 feuerten sie immer wieder mit neuen Material um sich – und dass so sehr, dass selbst die Frequenz von einem Album pro Jahr nicht mehr wirklich ausreicht. Fans der ungewöhnlichen Combo um Mastermind Arthur Brave können sich also durchaus glücklich schätzen – sofern sie denn japanischer Herkunft oder zumindest der entsprechenden Sprache mächtig sind, versteht sich. Denn eines hat sich im Falle von DRAGON GUARDIAN leider noch immer nicht geändert, was sicher dezent im Gegensatz zur allgemeinen aufstrebenden Position der Combo steht: nach wie vor scheint man nicht sonderlich daran interessiert, dass auch internationaler Hörer auf die Band aufmerksam werden. Der offizielle Web-Auftritt besteht aus der westlichen Sicht und trotz .com-Adresse komplett aus Hieroglyphen, selbst die auf Youtube veröffentlichten Promo-Clips lassen sich nur entsprechend schwer finden. Was entsprechend interessierte dennoch nicht daran hindern sollte, eines Releases wie RIN’NE NO UROBOROSU (wobei es sich lediglich um den Versuch einer Umschrift handelt) habhaft zu werden – aber dennoch ist es schade.

Schließlich verfolgt man bei DRAGON GUARDIAN eine mitunter recht angenehme, sicher auch außerhalb von Japan funktionierende Spielart des Power Metal – was ein besonderer Verdienst von Arthur Brave ist, der mit seinen Kompositionen eher Geschichten erzählt als plumpe Haudrauf-Nummern zu inszenieren. Daher finden sich seit jeher auch allerlei gesprochene Parts innerhalb der Titel, die bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich von Frauen eingesungen werden. Die Namen der jeweils beteiligten Künstler herauszufinden ist nicht immer leicht – Fakt ist wohl nur, dass die ehemalige Galionsfigur der Band, eine gewisse Fuki; schon länger nicht mehr mit von der Partie ist. Auch wenn sie eine besonders außergewöhnliche Stimme hatte, ist das noch lange kein Totalausfall – denn Arthur Brave schafft es noch immer, stets die talentiertesten Sängerinnen um sich zu scharen. Wie auch in diesem Fall – wobei er zusätzlich Unterstützungen von der Partner-Band KNIGHTS OF ROUND bekommt, die zuletzt ein Album mit dem sperrigen Titel A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN (Review) veröffentlicht hatten.

Aber noch etwas zeichnete die Zusammenarbeit der beiden japanischen Combos des öfteren aus: ein gewisser Hang zum experimentellen. Einer, der jedoch nicht immer zu zufriedenstellenden Ergebnissen führte – wie es besonders gut an der auf einen 8-Bit-Sound getrimmten EP POLYPHONY (Review) erkennbar war und ist. Und nun kommt nach dem bestenfalls mittelprächtigen Studioalbum CYUSHINGURAKITODEN (Review) aus dem Jahre 2014 schon RIN’NE NO UROBOROSU daher. Ein Album, auf dem glücklicherweise nicht mehr ganz so viel experimentiert wird – dem aber dennoch etwas abhanden kommt. Was genau das ist, ist nur schwer zu eruieren – klar ist nur, dass sich das Album trotz der geringen Spielzeit von unter 40 Minuten stets so anfühlt, als würde es kein Ende nehmen. Und das ist schonmal ein schlechtes Zeichen, ob hier oder in Japan – irgendwie haben es DRAGON GUARDIAN verlernt, wirklich gute und aussagekräftige Nummern zu schreiben; eben solche die auch auf einer internationalen Ebene funktionieren. Dabei hat man es mit dem doch sehr guten Studioalbum SEIMAKEN VALKYRIAS (Review) entsprechend vorgemacht, trotz auch hier greifender Sprachbarrieren – wo die musikalische Wucht auf der einen, und die schiere Verspieltheit der Band auf der anderen Seite geblieben sind, bleibt fraglich.

Und so klingt RIN’NE NO UROBOROSU vor allem nach einem: nach einem eher belanglosen Gedudel (bereits der Opener ist mit seinem verwaschenen Eindruck und Elementen aus dem Modern Metal eine Qual); das auf der Haben-Seite zumindest einige annehmbare Riffs und einen schmackhaften handwerklichen Part für sich verbuchen kann. Von der Handhabung der Instrumente, den gesanglichen Leistungen und der Produktion her scheint tatsächlich alles zu stimmen – doch hilft das nicht viel, wenn die Titel einfach keine wie auch immer geartete Wirkung entfalten können. Zudem wissen allerlei elektronische Elemente den Gesamteindruck zu stören – sowie auch die verqueren Gesangs- bzw. Sprechstrukturen, die man kaum auseinander halten kann. Dass DRAGON GUARDIAN mitunter auch als symphonische Power Metal Combo bezeichnet werden, macht es nicht viel besser – wenn überhaupt handelt es sich hier um die wohl am künstlichsten klingende symphonische Band aller Zeiten. Zumindest aktuell – früher einmal traf diese Bezeichnung schon eher zu. Das Fass zu macht dann ausgerechnet jener hoch angepriesene Titel FATES OF TRAGEDY, für den man sich den japanischen Sänger bzw. Shouter Spetsnaz ins Boot holte. Hier handelt es sich um den wohl ärgerlichsten Titel des Albums. Nicht unbedingt, weil das Liedgut nicht solide dargeboten wird – sondern schlicht, da jene Form des aggressiven Leadgesangs nicht wirklich zum sonstigen Outfit von DRAGON GUARDIAN passt.

So werden DRAGON GUARDIAN a uch mit ihrem neuesten Output keinen Blumentopf gewinnen können, was schade ist – zeigt ihre Diskografie auf, dass sie durchaus in der Lage sind für den ein oder anderen exotischen Geheimtipp zu sorgen. Immerhin wirkt es somit nicht mehr ganz so schwer, dass die Band nicht wirklich in der Lage ist geschweige denn interessiert daran zu sein scheint, sich auch international zu präsentieren. Mit diesem Album jedenfalls verpasst man hier im Westen nichts.

Absolute Anspieltipps: 贖罪の聖女 (Track 6)


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„Ein schlechtes Omen für 2015 ? Es wird jedenfalls nicht lange dauern, bis DRAGON GUARDIAN nachlegen.“

Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Cyushingurakitoden (2014)

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Alben-Titel: 忠臣蔵鬼倒伝 / Cyushingurakitoden
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Januar 2014
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Kouta – Guitars
Teru – Guitars
Arthur Brave – Lyricist, Composer, Arranger, Programming, Guitars
Leo Figaro – Vocals

Track-Liste:

1. 鬼灯 (02:19)
2. いつの日か (04:35)
3. 天誅 (04:36)
4. お団子とお抹茶 (04:25)
5. 殿中刃傷 (04:52)
6. 永遠の願い (05:02)
7. 宴 (01:44)
8. 赤穂浪士 (04:10)
9. 決戦、討ち入り (09:36)
10. Kanzashi (04:17)

Fernost-Geschichten a’la DRAGON GUARDIAN.

Sie sind wieder da – jene besonders für westliche Ohren durchtriebenen musikalischen Ergüsse der japanischen Bandcombo DRAGON GUARDIAN. Nach einigen mehr oder weniger interessanten, in jedem Fall aber gewagten EP’s und Mini-Veröffentlichungen (sieh hier) folgt mit dem hierzulande unaussprechlichen CYUSHINGURAKITODEN wieder ein längeres Studio-Album – was angemessen erscheint, liegt das letzte Album SEIMAKEN VALKYRIAS (Review) schon über 3 Jahre zurück. Jenes Album ist dabei insofern denkwürdig, als dass es schlicht um ein vielfaches hörenswerter war (und ist) als die darauf folgenden Experimente – sodass man in Anbetracht des neuen Albums wieder hoffen kann, dass DRAGON GUARDIAN zu alten Stärken zurückfinden werden.

Nach wie vor ist ein Mann mit einem passend erscheinenden (Künstler-)Namen der kreative Kopf der Band: Arthur Brave. Gemeinsam mit dem im japanischen Power Metal sehr häufig auftretenden Sänger Leo Figaro, dem ebenfalls schillernden Gitarristen Teru (JUPITER, VERSAILLES) und Kouta (DRAGON EYES, LIGHTNING) bildet er eine starke Einheit – oder versucht es zumindest; denn nicht wenige sehnen sich nach den Anfangszeiten von DRAGON GUARDIAN zurück, in denen eine gewisse Fuki den Leadgesang übernahm. Jene Fuyuki Tenge, wie sie tatsächlich heißt; widmet sich nun aber ihrem eigenen Projekt LIGHT BRINGER – sodass man bei DRAGON GUARDIAN seit ihrem Ausstieg auf einen männlichen Leadgesang setzt. Allerdings, und das ist kurios; wohl auch nur auf dem Papier respektive im festen Lineup. Auf CYUSHINGURAKITODEN ist Leo Figaro nicht zu hören,  die Hauptrolle übernimmt eine nicht im Lineup geführte Sängerin. Aber das passt ja auch irgendwie besser zum quirligen Cover und Artwork, dass im verspielten Manga-Design daherkommt.

Ebenfalls mit von der Partie sind die KNIGHTS OF ROUND – die schön des öfteren mit DRAGON GUADRIAN zusammengearbeitet haben. Bei all dem Durcheinander und den wenigen international vorhandenen Informationen ist es schwierig, die genauen Zusammenhänge zu erarbeiten – aber im Endeffekt geht es ja ohnehin eher um die Musik. Und die ist, wie sollte es anders sein; geradezu DRAGON GUUARDIAN-typisch. Eines ist aber gewiss bemerkbar: die Band hat sich gesteigert, und das mitunter enorm. Die Instrumentalparts sind nach wie vor absolut eingängig, bekommen durch die extrem gelungenen Riffs und die gute Abmischung aber einen zusätzlichen Schliff – der so noch auf keinem Album der Japaner zu hören war. Wenngleich es sich hier um die eine, wohl bemerkenswerteste Stärke der Band handelt; ist es vor allem die Gesamtverpackung die den Ausschlag geben wird. Und die ist wieder einmal recht durchwachsen – zahlreiche Sprechpassagen, die in Bezug auf ihre Wirkung direkt aus einem Anime-Synchronisationsstudio stammen könnten; schmücken das Album an allen Ecken und Enden.

Ob man dergleichen nun gut oder schlecht finden soll; dass muss ein jeder für sich selbst beantworten. Sicher ist nur, dass etwaige ausführlich erzählte Geschichten und / oder Dialoge den internationalen Fans weniger bringen werden. Beispielsweise kann man das Intro als nicht-Kenner der japanischen Sprache komplett vernachlässigen; bevor es dann mit dem Opener ITSUNOHINIKA erstmals in die Vollen geht. Bei diesem, und beinahe einem jeden Titel markant sind die zusätzlichen instrumentalen Komponente, die dezent im Hintergrund zu hören sind und die ohnehin starke Instrumentalkulisse zusätzlich aufwerten. DRAGON GUARDIAN ziehen ihr Ding durch, soviel ist klar – und wenngleich man über die Art der Inszenierung streiten kann, ist das eigentliche Qualitätslevel der dargebotenen deutlich angestiegen. Und das so sehr, dass etwaige Sprachbarrieren kaum noch eine Rolle spielen – zumindest nicht in den regulären Titeln respektive Abschnitten. Denn auch inmitten vollwertiger Titel wird man das ein oder andere mal auf eingeworfene Sprachpassagen treffen.

So sollte das Album schon jetzt eine Empfehlung sein – für alle Fans der Band, die eine markante Qualitätssteigerung bemerken werden; für alle Freunde der Japan-Kultur und experimentierfreudigen (Power-)Metaller, die mal wieder Lust auf etwas außergewöhnliches haben. Ein Problem gibt es dann allerdings doch; und das ist nicht unbedingt klein – die Rede ist vom Leadgesang im allgemeinen. Nicht nur, dass die weibliche Front-Stimme recht gewöhnungsbedürftig erscheint; durch zusätzliche Maßnahmen, Spielereien und eine recht vordergründige Abmischung gerät das Ganze einstweilen zu einer waschechten nervlichen Zerreißprobe. Beispielsweise dann, wenn die Sängerin in einer Art kleine-Mädchen-Stimmlage vor sich hinträllert, wie in ODANGO TO OMACCYA. Titel wie DENCYUINJOH setzen sogar noch einen drauf, und präsentieren eine wilde Mischung aus Soundtrack, Anime-Dialog, Metal-Growls und süß-süffigem Power Metal. Kann das gut gehen ? Offenbar ja, zumindest aus der Sicht von DRAGON GUARDIAN.

CYUSHINGURAKITODEN ist damit alles andere als typische Genre-Kost für Power Metaller. Schließlich wird ein Album wie dieses dem Hörer einiges abverlangen – erst Recht, wenn er nicht aus Japan stammt oder zufällig die hiesige Landessprache beherrscht. Doch nicht nur die Sprachbarrieren, die vor allem in den häufig vorkommenden Sprechpassagen für Verwirrung sorgen werden wissen den Hörgenuss des Albums leicht zu trüben. Zwar haben sich DRAGON GUARDIAN vor allem instrumentell und hinsichtlich der Abmischung und Produktion gesteigert; doch gilt das nicht unbedingt für den Gesang. Die hier dargebotenen Leistungen sind nicht schlecht; aber eben des öfteren allzu verspielt inszeniert – und liegen allein dadurch meilenweit hinter dem zurück, was man einst mit einer Fuyuki Tenge auf die Beine stellen konnte. Auch schade ist, dass Leo Figaro keinen Auftritt hat – auch wenn gerade das zum Konzept des Albums gehört. CYUSHINGURAKITODEN ist ein Album, welches man ausschließlich eingefleischten Fans von DRAGON GUARDIAN empfehlen kann – oder Leuten, die einfach mal etwas absolut ungewöhnliches hören wollen. Der Überraschungseffekt wird dabei umso größer sein, je weniger sich man bisher mit der japanischen Popkultur auseinandergesetzt hat.

Absolute Anspieltipps: ITSUNOHINIKA, TENCYU, EIN NO NEGAI


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„Geniale Instrumentalparts und schmackige Riffs verpackt in einem zutiefst gewöhnungsbedürftigen Gewand.“

Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Swordmaster From The Eternal Sky (EP, 2013)

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Alben-Titel: Swordmaster From The Eternal Sky (EP)
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: IceWarrior Records

Alben-Lineup:

Kouta – Guitars
Teru – Guitars
Arthur Brave – Lyricist, Composer, Arranger, Programming, Guitars
Leo Figaro – Vocals

Track-Liste:

1. エピソード0~剣聖と魔曲師~ 00:35
2. 聖魔百年戦争 04:34
3. 傭兵街グランディアス 05:13
4. 勝利の栄光 04:33
5. 不死なる英雄 05:41
6. 五聖剣 04:35

Drachenwächter ohne Job.

Und wieder gibt es neues Material aus dem Hause DRAGON GUARDIAN – einer der berühmt-berüchtigsten Geheimtipp-Combos aus dem fernen Osten. Über die Japaner wurde schon desöfteren berichtet (siehe Tag-Suche), vor allem auch bezüglich des überraschend guten 2011’er Albums SEIMAKEN VALKYRIAS. Umso spannender ist es zu erfahren, ob sich endlich etwas hinsichtlich der spätestens danach entstandenen, bekannten Probleme getan hat. Wer versucht, an die neue (und mächtig betitelte) EP SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY heranzukommen weiß allerdings schon, dass dem eher nicht so ist. Noch immer werden potentielle internationale Fans der Band vollkommen außen vor gelassen, was sich wie eh und je an der offiiellen Webseite der Band festmachen lässt. Sicher, über derlei Belange ließe sich hinwegsehen – wenn zumindest musikalisch alles stimmen würde, und die Band die Attribuierung als Geheimtipp wahrlich verdient.

Stichwort ‚geheim‘: es ist längst kein Geheimnis mehr, dass irgendetwas bei den ‚Drachenwächtern‘ gehörig schief zu laufen scheint. Zeitlich ist das Dilemma in etwa ab der Veröffentlichung der FAIRYTALE-EP von Anfang 2012 auszumachen – und auch SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY scheint vor diversen Problemen nicht gefeit zu sein. Nur dass es dieses Mal nicht um misslungene musikalische Experimente oder einen eher ins Leere laufenden Versuch geht, etwaige ‚frische‘ Elemente in die Kompositionen zu bringen – im Gegenteil. DRAGON GUARDIAN verhalten sich auf ihrem neuesten Release wieder recht bodenständig, zelebrieren einen soliden Power Metal mit minimalen symphonischen Anleihen, und haben – wieder einmal – auf das Multitalent Leo Figaro an der Gesangs-Front gesetzt. All das klingt gut, und sollte im Vergleich zu den letzten misslungenen EP’s einen qualitativen Schub bedeuten (auch wenn DRAGON GURDIAN schon einmal genau so klangen, und es sich so gesehen eher um eine Rückkehr zu alten Stärken handelt) – doch weit gefehlt. Fest steht, dass DRAGON GUARDIAN noch etwas belangloseres gemacht haben, als dieses nichtssagende Mini-Album mit gerade einmal 5 vollwertigen Titeln.

Das kurze, recht sinnfreie Intro ist mit seiner Spielzeit von einer halben Minute verständlicherweise nicht mit eingerechnet – auch wenn gerade dieses noch am ehesten an die ehemaligen Glanzzeiten der Band (damals noch mit der legendären Fuki als weibliche Frontstimme) repräsentiert. Was danach folgt, ist weitestgehend verzichtbar: SEIMA HYAKUNEN SENSOU bricht völlig unvermittelt über den Hörer herein, und setzt von Anfang an auf die volle (dröhnend-scheppernde) Dosis aus Uptempo, Doublebass und eifrigem Gitarren-Geschrammel. Das mag technisch halbwegs akzeptabel klingen (Gitarrist Teru ist u.a bei JUPITER tätig, KOUTA bei LIGHTNING), ist rein kompositorisch, produktionstechnisch und vom Songwriting her aber eine mittelprächtige Katastrophe. Alles klingt verdächtig diffus, die Soundkulisse ist eindeutig überladen – und dennoch schleicht sich sofort ein Gefühl der Eintönigkeit ein. Auch in den noch folgenden vier Titeln ist derweil kaum Besserung in Sicht. Im Gegenteil, mit Titel Nummer 3 wird es sogar gesanglich richtig arg – nämlich dann, wenn Leo Figaro in eher tieferen Lagen unterwegs ist. Einzig SHOURI NO EIKOU kann mit seiner doch markanten Gitarrenarbeit überzeugen, die in diesem Fall viele Schwächen überdeckt. Nach dem eher lauwarmen Titel Nummer 5 (der im Schatten der ehemaligen Größe DRAGON GUARDIANS dümpelt) setzt man im Finale dann aber doch noch einmal auf eine große Portion Synthie-Keyboard, was ebenfalls ein alles andere als wohlklingendes Ergebnis nach sich zieht.

Fazit: Wo sind nur die kompositorischen Fähigkeiten von dereinst; die Fähigkeit verdammt wirkungsvolle Songs zu schreiben, die alle Sprachbarrieren zu durchbrechen vermochten ? Nach den enttäuschenden EP’s der letzten Jahre wird auch SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY seinem vielversprechenden Titel alles andere als gerecht. Schlicht da man keine Geschichte erzählt, welche musikalisch kraftvoll untermalt ist – sondern fünf kurze Titel aneinanderreiht die äußerst belanglos und generisch daherkommen. Und vor allem auffällig emotions- und gefühllos. Dass ein Release einmal so an einem vorbeigehen könnte wie dieses hier, ist so gesehen schon eine Überraschung – gerade weil es aus Japan stammt. Dem Land; welches in Sachen Power Metal den ein oder anderen Geheimtipp bereithält, selbst wenn man Aufgrund des Textverständnisses zumeist keinen vollständigen Zugang erhält. Es ist, wie es ist – DRAGON GUARDIAN können höchstwahrscheinlich endgültig abgeschrieben werden. Das wäre für die meisten Mitglieder nicht einmal ein Problem, da sie alle genug in anderen Formationen zu tun haben – nur Arthur Brave, der Kopf hinter DRAGON GUARDIAN, müsste sich im gegebenen Fall neu umschauen. Doch das wäre sicher ertragreicher als weiterhin Material wie dieses hier zu produzieren; so hart das klingt.

Anspieltipps: SHOURI NO EIKOU

Vergleichsbands: JUPITER | SKYWINGS

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„Nach dem Ausstieg von Fuki ist nichts mehr so, wie es war“

DRAGON GUARDIAN – Shikkokuno Shougun Regiusu (Official Video)

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Die Drachenwächter erstmals visualisiert.

Und weiter geht es im Sinne der Band-Entdeckungen aus Fernost – und des Blog-Specials vom August 2013, welches sich mit der japanischen Power Metal-Combo DRAGON GUARDIAN befasst (alle Inhalte diesbezüglich finden sich hier). Tatsächlich hat die Band schon ein offizielles Musikvideo veröffentlicht, welches sicher noch nicht jedermann gesehen haben wird – es stammt von Ende 2012. Zudem handelt es sich um ein recht ansehnliches, der auserkorene Musik-Titel ist ebenfalls sehr stark – weshalb es potentiell interessierten an dieser Stelle nicht vorenthalten werden soll. Markant: die für den Song erwählte Sängerin Suzuki Konomi war zum Zeitpunkt der Aufnahme offenbar erst 15 Jahre alt, und auch Band-Mastermind Arthur Brave gibt sich in diesem Clip erstmals die Ehre. Eine Wohltat nach all den bisherigen, durchgängig animierten Clips !

DRAGON GUARDIAN – Swordmaster From The Eternal Sky (Metal News)

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DRAGON GUARDIAN goes… leider noch nicht international.

Japan boomt nach wie vor und in vielerlei Hinsicht – auch in Sachen Power Metal. Eine sich dabei immer deutlicher profilierende Band ist DRAGON GUARDIAN, über die auf diesem Blog auch schon einiges berichtet wurde (Link). Ihre Kombination aus J-Rock, Power Metal und symphonischen Anleihen geht zu großen Teilen auf, und vermag es; potentielle Sprachbarrieren zu durchbrechen – schließlich singt die Band ihre Texte ausschließlich in ihrer Landessprache ein. Hinzu kommt der leicht abenteuerliche, exotische Faktor – der aus dem Ursprungsland an sich, aber eben auch die ständig wechselnde Bandbesetzung resultiert.

Seit der Bandgründung im Jahre 2006 hat die Combo so sage und schreibe 11 Alben veröffentlicht – sowie 3 EP’s und eine Compilation. 11 Alben in nur 6 Jahren ? In der Tat – jedoch handelt es sich bei den DRAGON GUARDIAN-Releases oftmals um sogenannte Mini-Alben mit einer entsprechend kurzen Spielzeit, und eventuell einem ganz speziellen Konzept (welches man beim nächsten Album schon wieder über Bord wirft). So geschehen ist dies auch im Falle von POLYPHONY (2012), einem eher missglückten Experiment hinsichtlich einer Symbiose aus Power Metal und 8-Bit-Chiptune-Sound (Review). So schlecht (relativ) das Mini-Album war, so spannend war es, es zu entdecken – und nun steht mit SWORDMASTER FROM THE ETERNAL SKY schon das nächste Projekt in den Startlöchern.

Ärgerlich: die offizielle Webseite der Band (Link) ist zwar nett gestaltet und beinhaltet nützliche Informationen – doch noch immer ist keine englischsprachige Version verfügbar. Das ist in diesem Fall besonders gravierend, da man als interessierter Hörer und potentieller Fan sicher darauf aus ist, etwas mehr über die Band zu erfahren – und insbesondere auch über die Mitglieder und etwaige Querverweise zu anderen Bands, wie in diesem Fall LIGHTNING oder LIGHT BRINGER. Der Twitter-Account der Jungs (Link) zwitschert ebenfalls nur in japanisch, die Alben sind hierzulande nur mit viel Glück zu bekommen (über Amazon oder Ebay). Hier muss sich endlich etwas ändern – sofern die Band wert darauf legt, auch international Gehör zu finden. Zu wünschen wäre es ihnen schon – schließlich geht ihre Musik verdammt gut ins Ohr. Man darf gespannt sein auf das neue Album, zu dem es bereits einen ausführlichen Vorab-Trailer gibt  – und schon einmal überlegen, wie am besten an es heranzukommen ist.

Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN / KNIGHTS OF ROUND – Polyphony (EP, 2012)

EP: Polyphony | Band: Dragon Guardian (weitere Band-Inhalte)

Land: Japan – Stil: Power Metal – Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Arthur Brave (Texte, Komposition, Arrangements, Gitarre)
Leo Figaro (Gesang)
Teru (Gitarre)
Kouta (Gitarre)

01 Harmony Of Death (Instrumental) 02.13
02 Fate
04.31
03 Without You 03.58
04 Berserker 06.02
05 Trailblazer 04.08
06 The Nightmares 03.38
07 Yakusoko No Sono 04.34

Keine Ruhe im Lager der Drachenwächter.

Vorwort: Und schon wieder haben sie zugeschlagen – DRAGON GUARDIAN aus Japan. Die international recht unbekannte Symphonic Power Metal-Combo legt mit POLYPHONY bereits das zweite Werk des Jahres 2012 vor, wenngleich es sich auch ’nur‘ um eine EP handelt. Das ist jedoch gar nichts im Vergleich zu 2011, wo sie sage und schreibe 4 (!) Alben auf den Markt brachten. Bisher fanden sich bereits das überraschend gute SEIMAKEN VALKYRIAS (Link) und das eher enttäuschende FAIRYTALE (Link) zu Rezensionszwecken auf Oliverdsw.Wordpress ein – umso spannender die Frage, in welche Richtung das neueste Werk der Japaner tendieren wird. Dieses Mal haben sie sich die KNIGHTS OF ROUND mit ins Boot geholt, die so für zusätzliche Gastgesangsparts verantwortlich sein werden. Seit jeher ein Markenzeichen der Band: die typisch Anime-lastigen Cover, und ein relativ buntes Gesamtbild hinsichtlich des Gesangs. Nicht nur, dass die Besetzung einen markanten diesbezüglichen Wechsel zu verzeichnen hatte (von weiblicher Frontfrau zu Frontmann), auch in Bezug auf die Sprache wird das verwendet, was gerade passend erscheint. Die Grenzen zwischen dem englischen und japanischen verlaufen hier fliessend.

Kritik: Das Album startet mit dem rein instrumentalen Intro HARMONY OF DEATH, welches den Klang eines klassischen Spinetts (Tradition) mit dem einer gut gelaunten E-Gitarre (Moderne) gegenüberstellt. Das Ergebnis ist ein recht ungewöhnliches Stück, welches den Einstieg einerseits gelungen, andererseits etwas nebulös ausfallen lässt. Was wird den Hörer auf POLYPHONY tatsächlich erwarten, nachdem man sich bereits auf dem letzten Album an eher misslungene Experimente wagte ? Doch Glück auf – der Opener FATE macht klar, dass DRAGON GUARDIAN wieder in die Trickkiste ihrer alten Kompositionen greifen. Das bedeutet natürlich zweierlei: sowohl die Stärken, als auch die Schwächen der alten Werke werden offenbar übernommen. Nach wie vor stark und markant ist die enorm symphonische Komponente, eingebettet in eine flotte Power Metal-Instrumentalstruktur mit einer fulminanten Gitarrenarbeit; eher schwach wie eh und je ist der Soundeindruck im Gesamten. Die symphonischen Elemente und der exzessive Keyboardeinsatz sorgen für einen recht künstlichen Touch; wirklich ‚echt‘ klingt hier gar nichts. Selbst das Schlagzeug und der Bass erweisen sich (womöglich) als programmiert – schließlich findet sich kein ‚echter‘ Musiker an diesen Posten im Lineup. Selbst wenn hier irgendjemand menschliches am Werkeln sein sollte – es klingt ganz gewiss nicht so.

Ein weiteres Problem, oder eher eine markante Geschmacksfrage ist der Gesang. Leo Figaro kennt man aus unzähligen japanischen Bandcombos und Projekten, doch offenbar scheint er sich im Laufe all der Jahre nicht wirklich zu verbessern was sowohl seine Aussprache des Englischen, wie auch seine Stimmkraft in den höheren Lagen betrifft. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass er eher in ruhigeren Nummern wie dem folgenden WITHOUT YOU zu glänzen weiss. Aber auch klingt der Sound extrem blechern und nicht wirklich rund – das konnten DRAGON GUADRIAN schon einmal deutlich besser. Auch sonst hat der Song nicht viel zu bieten – im Gegensatz zu BERSERKER, dem ersten wirklichen Highlight. In guten 6 Minuten wird alles aufgefahren, was DRAGON GUARDIAN zu bieten haben. Auch wenn man rein soundtechnisch erneut Abstriche machen muss, so erweist sich zumindest die Komposition als ansprechend und gelungen, der (japanische) Gesang – dieses Mal nicht von Leo Figaro, sondern von Akira – klingt größtenteils nicht so überstrapaziert wie zuvor; selbst die hohen Screams machen einen passablen Eindruck.

Das folgende TRAIBLAZER scheint dominiert von allerlei Keyboard- und Synthie-Einlagen – und erweist sich so als interessantes Stück, welches zusätzlich mit einem guten Refrain ausgestattet ist. Stark ist hier vor allem das spätere Soli, sowie die ansprechenden Instrumental-Passagen. Aber ein Highlight… ? Nicht wirklich. THE NIGHTMARES schlägt ungefähr in dieselbe Kerbe; klingt jedoch längst nicht so ausgefeilt. Hier werden (schlimme) Erinnerungen an den Vorgänger FAIRYTALE wach, in dem man den guten alten Power Metal frevelhafterweise mit 8-Bit-Sounds ‚veredelte‘ – ähnlich künstlich und unharmonisch klingt auch diese Nummer. Der Gesang ist auffällig schwach, einzig die Gitarren sorgen für einen angenehmen Drive. Das Finale wird mit YAKUSOKU NO SONO zelebriert – wobei dies das richtige Stichwort ist, klingt die Melodie überraschend festlich. Hier stimmen erstmals die Harmonien – doch der Gesangspart vermag es, diesen grundsätzlich positiven Eindruck wieder stark nach unten auszutarieren. Weder Leo Figaro, noch Akira oder Eizin können überzeugen, das an sich vielversprechende Gesangs-Trio enttäuscht auf ganzer Linie. Zum einen scheint es, als seien die Gesangsparts nicht im selben Studio aufgenommen worden; zum anderen kann keiner der Beteiligten mit seiner Stimme wirklich qualitativ hervorstechen.

Fazit: Man sollte schon beinharter Fan der japanischen Power Metal-Musikkultur sein – oder noch besser DRAGON GUARDIAN-Fan der ersten Stunde – um ein Werk wie POLYPHONY etwas abgewinnen zu können. Der Instrumenteneinsatz ist suboptimal – zwar überzeugen die Strukturen und recht vielfältigen Kompositionen mit reichlich Abwechslung, doch der blechern-künstliche Sound und der kühle Computereinsatz macht vieles wieder zunichte. Das gleiche gilt für die Gesangsparts: man hat gleich 3 Sänger am Start – was sich im Endeffekt aber quasi wieder erübrigt. Ob jene hier beteiligten Sänger einfach zu wenig Können an den Tag legen, oder nur schlecht in Szene gesetzt wurden, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt. Es klingt jedenfalls alles andere als angenehm – ob nun auf Englisch oder Japanisch. Und: es besteht noch immer Nachholbedarf bezüglich eines internationalen Web-Auftritts !

Anspieltipps: BERSERKER,  TRAILBLAZER, YAKUSOKU NO SONO


Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Fairytale (2012)

Land: Japan – Stil: Neoclassical / Symphonic Power Metal

01. Opening 00:41
02. The Cursed Prince 05:16
03. Doll 04:06
04. Divine Castle 04:31
05. Mages 03:46
06. Fairytale 06:02
07. 暗黒舞踏会 (8-Bit Version) 04:40

Die verrückten Japaner… mal wieder.

Vorwort: Im Hause DRAGON GUARDIAN findet man offenbar selten zur Ruhe – denn allzu lang ist das Release des letzten Studioalbums SEIMAKEN VALYRIAS (Review hier) noch gar nicht her. Was genau hinter dem aktuellen Release FAIRYTALE steckt, kann man indes (und als internationaler Hörer) nur erahnen: die offizielle Webseite der Band führt das neue Projekt lediglich als Blog-Meldung, und noch nicht in der Diskografie. Schade auch, dass sich noch immer nichts an der ‚internationalen Tauglichkeit‘ der Internetpräsenz der Japaner getan hat: nach wie vor gibt es keine Englische Sprachversion, sodass man als potentiell Interessierter auf nur halbwegs funktionierende Webseiten-Übersetzungstools angewiesen ist. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

Kritik: Der mit gerade einmal 7 Titeln bestückte Silberling ist zweifelsohne kein eigenständiges Album – sondern vielmehr eine experimentelle Konzept-EP mit einer Laufzeit von knapp 30 Minuten. Die Begriffe ‚Experimentell‘ und ‚Konzept‘ sind in diesem Fall auch in anderer Hinsicht besonders hervorzuheben – bereits das Intro macht deutlich, dass sich der Sound dieser EP merklich von den bisherigen Veröffentlichung der Band unterschieden würde. Explizit heisst das im Falle der vielseitigen Japaner, dass die 7 Titel von einem typischen, an die 80er Jahre erinnernden 8-Bit-Computersound dominiert werden. Im kurzen Intro geschieht das noch ‚pur‘, sodass man am ehesten an eine Retro-Melodie zu einem alten Videospiel (aus der guten alten Amiga-Zeit) denken wird – der eigentliche Opener THE CURSED PRINCE indes verbindet den Retro-Charme mit dem typisch symphonischen Metal-Sound von DRAGON GUARDIAN. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen – denn sicher gehört ein derartiges musikalisches Erzeugnis nicht zur gewöhnlichen Bandbreite der Metal-Veröffentlichungen.

Bei aller Liebe und aller Gewöhnung fällt es jedoch tatsächlich nicht leicht, dem neuen musikalischen Gewand der sich sonst grundsätzlich ‚pompös‘ inszenierenden Band deutliche positive Aspekte abzugewinnen. 8-Bit-Arrangements oder auch ‚Chip-Tunes‘ wissen für sich allein zumeist einen gewissen Charme zu entwickeln, weshalb sich auch viele dahingehend umgewandelte Metal-Musikstücke auf Youtube großer Beliebtheit erfreuen – doch die kultigen 8 Tonspuren verlieren in Verbindung mit den typischen Symphonic-Metal-Elementen der Neuzeit arg an Wirkungs- und Faszinationskraft. Mehr noch: es scheint, als würden sich diese beiden Hauptelemente der Musik gegeneinander ausspielen. De facto heisst das, dass die 8-Bit Elemente schnell aufgesetzt, unpassend und stellenweise sogar nervig werden – während der Metal-Sound nur noch kitschiger, unstrukturierter und ‚verwaschen‘ daherkommt. Dies mag auch daran liegen, dass DRAGON GUARDIAN in erster Linie auf klanglich sehr hohe 8-Bit-Strukturen setzen, und die tieferen Töne aussen vor lassen – sodass dem Sound nun endgültig ein jeglicher Druck, eine zusätzliche Kraft abhanden kommt.

Darunter haben gerade Titel wie DOLL zu leiden – die man nunmehr kaum noch in eine einzelne Metal-Sparte einordnen kann, und zunehmend befremdlich klingen. Immerhin präsentieren DRAGON GUARDIAN hier abermals ihre Stärken – die eindeutig im reinen Symphonic-Metal-Bereich liegen und sich durch ein ordentliches Gespür für Melodien, Arrangements und das gewisse Etwas manifestieren. Als Sänger tritt im übrigen Leo Figaro auf, und nicht die gewohnte (überaus starke) weibliche Stimme – sodass auch hier ein Großteil der sonst DRAGON GUARDIAN-typischen Wirkungskraft verloren geht. Und das liegt nicht zuletzt an der etwas merkwürdigen Aussprache des Englischen – ohne vorliegende Lyrics wird man kaum ein Wort verstehen. Einzig das markante Gitarrenspiel entfaltet – unabhängig betrachtet – eine stimmige Wirkung; doch das reicht einfach nicht. Dafür dient auch das arg kitschige DIVINE CASTLE als Anhaltspunkt – sicher, eine nette Melodie hat der Titel, doch keines der einzelnen musikalischen Elemente sticht wirklich aus dem allgemeinen Wirrwarr an Sounds und zusammengewürfelten Elementen hervor.

Noch schlimmer geht es dann nur noch in MAGES zu – hier treibt man das Konzept endgültig auf die Spitze. Auf die Spitze des unerträglichen – die 8-Bit-Sounds klingen enorm aufdringlich (auch dadurch, dass sie künstlich ‚langgezogen‘ werden), viel zu laut und unharmonisch, während Herr Figaro seine merkwürdig präsentierten englischen Lyrics zum Besten gibt – und das noch nicht mal in einer besonders angenehmen Tonlage. Auch der Titeltrack FAIRYTALE hat die Bezeichnung als eben solcher eigentlich nicht verdient – auch wenn es sich hier eindeutig um einen der angenehmeren Titel des Albums handelt. An einigen Stellen entsteht sogar eine gewisse Harmonie – doch grundsätzlich bleibt es dabei; sonderlich glanzvoll klingt das alles nicht. Da können auch die merkwürdigen Stimmeffekte und die sogar recht netten Soli-Passagen nicht mehr viel reissen oder gar retten. Zum Finale gibt es dann noch einen reinen 8-Bit-Track, der vor allem einen Verdacht bestätigt und eines deutlich macht: einzeln funktionieren die der EP zugrundeliegenden Musikrichtungen (8-Bit und Metal), doch in kombinierter Form zerstören sie sich gegenseitig.

Fazit: Im Grunde würde die EP auch ohne die Retro-Einflüsse funktionieren (und das sogar besser, ohne Zweifel) – nur hat man sich eben dazu entscheiden, eine etwas andersartige und mit Sicherheit einzigartige Platte auf den Markt zu bringen. Vielleicht sollten DRAGON GURADIAN es bei diesem einmaligen Experiment belassen und sich wieder auf die alte Stärke der früheren Alben besinnen… denn so werden sie keinen Blumentopf gewinnen; schon gar keinen internationalen. Schließlich gehen auf FAIRYTALE sowohl die charmanten Retro-Komponenten, als auch die sonst ansprechenden Syphonic-Metal-Elemente durch die eigentümliche Kombination komplett flöten. So hat man im Endeffekt eine Platte, die weder als Vertonung zu einem Computerspielklassiker, noch als inspirierendes und Geschichten-erzählendes Metal-Werk fungieren könnte – wie so viele der anderen Alben der Band, Sprachbarrieren hin oder her.

Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – Seimaken Valkyrias (2011)

Country: Japan – Style: Melodic Power Metal (+ Audio Drama Elements)

The tracklist:

1. Shinseiki
2. Kikai Shikake No Kami
3. Kakumei Daikouya Charlotte Shoukai
4. Kaizokusen Devil Wing
5. Gokodai Ryuu
6. Tenkai He No Kippu
7. Honoo No Maseki
8. Shokusai No Renkinjutsushi
9. Seimaken Valkyrias
10. Saigo No Yakusoku

Looking for something different ? Welcome to the world of the valkyries…

Foreword: Oh my, these good ol‘ language barriers… you all know that they can really be a pain in the **s sometimes. However, this should not be the case when it comes to good music, no matter where it is from – and that is exactly why I am still willing to give DRAGON GUARDIAN’S SEIMAKEN VALKYRIAS (roughly: The source of the magic sword of the Valkyries) a chance. But, just let me say it once again: I am not able to dive down deeply into the lyrical context of this album, neither can I really leave a statement on how the quality of the song writing is. And that is for the Japanese band to draw an explicit eye on their tradition, not only spoken in terms of the lyrics and content – but also referring to the colourful artwork which is held in a traditional manga-style. Speaking of which, it seems a bit annoying that the band seems to hold every tiny bit of information available in Japanese only – what makes it somehow difficult to search for useful information, even on their official site. Well, you can still try to use online translators for that (if you want something to laugh about), but by getting to the text-embedded images you will have no chance. An advise, DRAGON GUARDIAN: try to think about ‚us‘ too, for we are the international fans – a little English flag on the starting page would be great… 😉

Review: So, let us bravely march into the unknown. I can not really expect to understand everything, but hopefully I will at least catch a glimpse of that typical DRAGON GUARDIAN-like epicness drawn throughout the great melodies and fantastic arrangements. In fact, the band established yet another level of understanding which I am very thankful for… but let us wait and see. Since at first we have an instrumental intro, SHINSEIKI (roughly: The new century), for which we do not need any language tools. One thing that will catch your attention right away is this certain clarion sound, that delivers a nice amount of instrumental power and a slight feeling of a soundtrack-orientated mood. The listener is asked to lean back and relax, taking a deap breath before the fantastic journey into another fantasy realm begins. And then, just as the mighty opener KIKAI SHIKAKE NO KAMI (roughly: Deus Ex Machina) commences,  the impression of a richly instrumented track with very strong female-fronted vocals is swinging in the air. You might ask who this certainly powerful vocalist is… ? Indeed, it is Fuyuki ‚Fuki‘ Tenge, a real mistress on the microphone. She is also known from former DRAGON GUARDIAN albums as well as from the energetic Japanese band project LIGHT BRINGER, another band that specialises itself towards a modern Power Metal (with more Pop- and mainstream influences though).

And it is this Fuki that is often considered as a true insider’s tip when it comes to good metal from the far-east. It is just too bad that she does not get the attention she might deserve, at least internationally spoken – she must have a way higher status in her home country. But let me get it straight once again: her voice is simply amazing, and also very comfortable to listen to –  it is both voluminous and powerful, as well as a little more ‚girly-like‘ and moonily. The following KAKUMEI DAIKOUYA CHARLOTTE SHOUKAI is just about to present that, bringing some great and catchy melodies in – the best opportunity for Fuki to catch up. This song maintains a certain ‚drive‘, appealing very poetical and fantastical – an impression that is certainly being supported by the ambitions of the narrator characters (that just join in everys now and then) in this one. A great refrain with a hell of a melody and some nice classical samples wraps this one up. What follows now is KAIZOKUSEN DEVIL WING (roughly: Dragon wing’s ship), a very uncommon track that you might need to get used to first. DRAGON GUARDIAN are now bringing some totally new elements in – like aspects of a Pirate Metal that you might rather attribute to bands like ALESTORM. Just how can this work, you might ask… ? Well, you should see and listen for yourself. Actually this might be one of the strongest tracks on the album, combining every outstanding aspect of the band (up-tempo Power Metal, great vocals, narrators) with some atmospheric Pirate Metal elements and a decent sound of the ocean.

Then we have GOKIDAI RYUU (roughly: Ancient dragon), an interlude that consists of spoken words and a dramatic instrumentation only. This title is just about a minute long, so you may tend to skip it – it is hard to understand anything if you’re not Japanese and got no melody to catch a glimpse on the possible meaning. But now, we all shall celebrate – for we have TENKAI NO KIPPU (roughly: Ticket to heaven) as the outstanding hymn of the album. It has already become my personal favourite – it is just sparkling with energy, trowing some great and catchy melodies in that possibly no one can resist. What a strong drive, what an outstanding instrumentation ! Think of a colourful Christmas, combined with another far more epic occasion – then you might get an impression of this lively piece. HONOO NO MASEKI (roughly: The magic fire stone) doesn’t shift down in terms of speed or the majestic symphonic elements either – it is another great imaginary piece that will bring a lot of images in front of your imaginary eye. The next surprise comes along in shape of SHOKUSAI NO RENKINJUTSUSHI (roughly: Alchemist’s penance), a track that has a comparable mood to KAIZOKUSEN DEVIL WING (right, the one with the Pirate aspects) – but comes along much softer and smoother. One can not really speak of a ballad here, at least no typical one – it feels like sitting in a pirate’s hideout, listening to a soothing woman’s stage performance. And now… the overall title-track commences, SEIMAKEN VALKYRIAS. This piece last about 10 minutes long, but that is not the only speciality: the band sounds a lot harsher in this one, especially in the beginning. A little more power is delivered to the guitars and the drums – what a stunning experience. The outro SAIGO NO YAKUSOKU (roughly: The last prophecy) leads to a smooth and emotional ending of this somehow uncommon, but certainly well arranged album.

Conclusion: When it comes to the overall sound of DRAGON GUARDIAN, there just is no such thing as a ‚language barrier‘ – these Japanese guys are able to deliver ‚their‘ messages through other ways, in other manners. SAIMAKEN VALKYRIAS is a great album, without a doubt – it convinces with a great production quality, a great female singer and astonishing melodies with a certain fantasy-orientated touch that will literally drawn you into another universe. A universe of ancient warriors, holy swords and all the other epic stuff we Power Metal-fans care about… even though it is a little hard to understand the full meaning of each and every song – naturally. Therefore I can just express my number one wish once again: please, DRAGON GUARDIAN, try to make it a little easier for us international fans, too ! Since we are not a small circle any more… the numbers continues to grow, and hopefully I could contribute my part to it by leaving this review in the depths of the internet. Greetings, and farewell, you mighty manga-warriors !

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DRAGON GUARDIAN – The Never-Ending World (Official Track)

Mit Destiny Of The Sacred Kingdom legt die japanische Truppe von Dragon Guardian (unter anderem bekannt geworden durch auffällige Anime-orientierte Albencover + Inhalte) ihren neuesten Geniestreich vor. Und, man hört; dass sich doch einiges getan hat was die musikalische Qualität betrifft. Das Ganze ist enorm temporeich und verspielt gehalten – so sorgt nicht nur das wieder einmal absolut geniale Coverartwork für einen entsprechenden Ausflug in fremde Welten… so möchte ich im Rahmen der höhrenswertesten Metal-Songs 2011 Titel Nummer 8 des Albums vorstellen, The Never-Ending World. Wer generell auf Power Metal aus Fernost / Japan steht, wird auch dieses Album lieben – und gerade bei diesem Song kommen die von mir so heißgeliebten „Paukenschläge“ zum Einsatz (mitunter recht oft in Metal-Japan, siehe Knights Of Round oder Balflare). Wohl bekomm’s… !