Metal-CD-Review: CELESTY – Times Before The Ice (Demo, 2002)

Alben-Titel: Times Before The Ice (Demo)
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. März 2002
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Tapani Kangas – Guitars
Kimmo Perämäki – Vocals
J-P Alanen – Guitars
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums
Juha Mäenpää – Keyboards

Track-Liste:

1. Intro (02:21)
2. Charge (05:33)
3. Power of the Stones (04:35)
4. Heart of Ice (05:35)
5. Outro (01:41)

Irgendwann hat alles einmal angefangen.

Nachdem sich eine neue, aus Finnland stammende Genre-Kraft mit ihren beiden Demos DEMO 1999 und WARRIOR OF ICE (siehe Review) aufgemacht hatte die Bühnen dieser Welt zu erobern; folgte kurz vor dem eigentlichen Durchbruch mit dem Debütalbum REIGN OF ELEMENTS (Review) noch eine weitere Demo. Eine, mit der CELESTY weiterhin und mit entschiedenem Nachdruck untermauerten; dass in ihnen reichlich Potential schlummerte. TIMES BEFORE THE ICE beinhaltet 5 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 20 Minuten – und behandelt dem Titel entsprechend die Vorgeschichte dessen, was auf WARRIOR OF ICE losgetreten wurde. Letztendlich war und ist es aber weit mehr als das – schließlich nahmen die Erzählungen um die 4 sagenumwobenen Steine, Delinom und vielen weiteren auf den Nachfolgealben anzutreffenden Charakteren hier ihren Anfang. Und das ist auch aus heutiger Sicht eine gleichermaßen interessante wie zufriedenstellende Angelegenheit.

Wohl auch, da das hier vertretene Intro und Outro in dieser Form nur auf TIMES BEFORE THE ICE enthalten sind – und dabei mit einigen weiteren Informationen zur früh erschaffenen Science Fiction-Welt von CELESTY glänzen. Sicher, musikalisch ist das Ganze nicht unbedingt als sonderlich wertvoll zu erachten – doch dank der ausnahmsweise mal rein inhaltlich interessanten Aspekte werden eingefleischte Fans auch so bedient. Immerhin überzeugt die Erzählstimme hier schon wesentlich mehr als auf der Vorgänger-Demo WARRIOR OF ICE. Wer etwas für den ganzheitlichen Genuss sucht, wird dagegen schon mit dem eigentlichen Opener CHARGE fündig – mit dem  CELESTY schon vor der späteren Alben-Version auf REIGN OF ELEMENTS bewiesen hatten, wie gut sie im Schreiben von gleichermaßen eingängigen wie unverkennbaren Hymnen sind. Dass es sich hier um eine frühere Version handelt, hat vor allem aus heutiger Sicht einen markanten Vorteil: man erhält noch einmal einen etwas anderen, dabei aber nicht minder überzeugenden Blick auf die frühen kreativen Prozesse von CELESTY – und kann den erst kurz vor diesem Album zur Band gestoßenen Keyboarder Juha Mäenpää erstmals in voller Aktion erleben.

Noch ein stückweit interessanter sind in diesem Zusammenhang vermutlich POWER OF THE STONES und HEART OF ICE – die weitestgehend dem späteren Titeltrack von REIGN OF ELEMENTS sowie LOST IN DELIVERANCE entsprechen. Hier waren sie aber noch mit etwas anderen Texten und einem entsprechend ungeschliffeneren Soundeindruck versehen – was nichts daran ändert, dass es sich ganz grundsätzlich um absolut majestätische Power Metal-Nummern mit dem gewissen Etwas handelt. Sei es das energische und variable Gitarrenspiel, das antreibende Drumming, der annehme Leadgesang von Kimmo Perämäki, die inhaltliche Komponente oder der markante, für die Band später typische (sich aber stets perfekt einfügende) Keyboardsound – CELESTY hatten sich hier wahrlich nicht zurückgehalten. Wer also auf Nummer sicher gehen will und möglichst alle verfügbaren Versionen seiner Lieblingstitel von CELESTY bestaunen möchte; der sollte unbedingt Ausschau nach dieser gelungenen Demo halten. Glücklich ist dabei wohl der, der tatsächlich noch ein physikalisches Exemplar ergattern kann – denn offenbar waren die schon damals streng limitiert.

Absolute Anspieltipps: CHARGE, POWER OF THE STONES, HEART OF ICE


„Ebenso überzeugend wie die vorherige Demo – und die perfekte Vorbereitung für das Debütalbum.“

Metal-CD-Review: CELESTY – Warrior Of Ice (Demo, 2001)

Alben-Titel: Warrior Of Ice (Demo)
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2001
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Tapani Kangas – Guitars
Kimmo Perämäki – Vocals
J-P Alanen – Guitars
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums

Track-Liste:

1. Intro (01:29)
2. Journey to the Unknown (03:53)
3. The Truth (04:48)
4. Fire Against the Ice (03:58)
5. Behind the Stars (03:34)

Die eisige Geburt einer Legende.

Es war einmal zur Zeit der Jahrtausendwende – als das Genre des Power Metal schon lange kein Nischendasein mehr fristete, und vielversprechende neue Genre-Combos wie Pilze aus dem Boden sprießten. Eine von eben jenen Bands stammt aus Finnland – und wurde nach der Gründung im Jahr 1998 alsbald von CELESTIAL in den heute noch gültigen Namen CELESTY umbenannt. Und der sollte eingefleischten Genre-Fans durchaus ein Begriff sein. Schließlich können sowohl das Debütalbum REIGN OF ELEMENTS (siehe Review) als auch der kongeniale Nachfolger LEGACY OF HATE (Review) problemlos als zeitlose Power Metal-Meilensteine bezeichnet werden. Solche, an die man sich stets gern erinnert – und die bis heute nachhallen, nicht zuletzt dank der vergleichsweise überlangen und furiosen Hymnen LEGACY OF HATE PART I und II. Aus eben jener Saga wurde später sogar noch ein Dreiteiler – doch konnten die später erschienenen Alben MORTAL MIND CREATION (Review) und VENDETTA (Review) nicht mehr wirklich mit dem beeindruckenden Grundstein respektive der selbst auferlegten Messlatte der Band mithalten.

Seit dem Jahr 2009 ist es dann aber plötzlich verdächtig ruhig geworden um CELESTY. Aktuell scheint die Band zwar wieder aktiv zu sein; zumindest behauptet sie das – doch ob tatsächlich noch etwas handfestes folgen wird, bleibt abzuwarten. bis dahin bietet es sich an, noch einmal auf die Vergangenheit der Band zu schauen – wobei es heute leider kaum noch möglich scheint auf Material zu stoßen, das um das Jahr 2000 kreiert wurde oder auch tatsächlich erschienen ist (wie etwa die 1999’er Demo mit zwei finnischen Titeln). Wenn man doch das Glück hat, ergattert man vielleicht eine der wenigen noch verfügbaren physikalischen Exemplare der Demo WARRIOR OF ICE – die mit 5 Titeln und einer Gesamtspielzeit von knapp 18 Minuten ausgestattet ist.

Dabei ist das mit einer eher ungünstigen Erzählstimme versehene, kurze Intro noch am ehesten zu vernachlässigen. Doch was dann in Form von JOURNEY TO THE UNKNOWN, THE TRUTH, FIRE AGAINST THE ICE und BEHIND THE STARS folgt; ist allerfeinstes CELESTY-Material der ersten Stunde. Und damit auch solches, dass nicht nur aufgrund der frühen Datierung und des hier noch etwas raueren Soundeindrucks interessant erscheint – sondern auch, da keiner der Titel auf einem späteren Album Verwendung gefunden hat. Aber sicher nicht, da die Qualität nicht ausgereicht hätte. Vielmehr schienen CELESTY genügend Ideen für viele weitere, mindestens ebenso qualitative Titel zu haben – wovon man sich schließlich auf REIGN OF ELEMENTS überzeugen konnte. Und doch gehören die vier auf WARRIOR OF ICE vertretenen Titel zum ureigenen Band-Kosmos dazu – zumal die Geschichte hier ihren Anfang genommen hat und die Lyrics schon einmal dezent vorwegnahmen; was auf REIGN OF ELEMENTS sowie LEGACY OF HATE folgen würde.

Im Falle von WARRIOR OF ICE vermag jedenfalls selbst der vergleichsweise ungeschliffene Soundeindruck nicht zu stören. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall, denn gerade das vor Kraft und Spielfreude nur so strotzende JOURNEY TO THE UNKNOWN bekommt durch den alles andere als überproduzierten oder klinischen Eindruck einen zusätzlichen Reiz. Sicher, was die Leistung von Kimmo Perämäki als Leadsänger anbelangt; war eventuell noch etwas Luft nach oben – doch wiegt das gelungene Zusammenspiel aller vorhandenen Sound-Elemente in diesem Falle schwerer. WARRIOR OF ICE klingt bemerkenswert energetisch, im eigentlichen Genre-Sinne angenehm klassisch; und insgesamt ganz und gar kultig – womit es sich um ein absolutes Muss handelt, will man tiefer in die musikalischen Welten von CELESTY einsteigen und dabei wirklich alles mitnehmen.

Absolute Anspieltipps: JOURNEY TO THE UNKNOWN, FIRE AGAINST THE ICE, BEHIND THE STARS


„Hier von einer wuchtigen Demo zu sprechen, wäre noch untertrieben.“

Epic Metal Moments: CELESTY – Legacy Of Hate Part I + II (2005)

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Shemin: When I bring the stones inside, and I lay them on the floor
I hear the steps from other room, Edel’s coming from the door
My son is watching me with strange look in his eyes
His voice starts to change, and my heart turns to ice.

Years ago, so I’ve been told
That the blood of our enemies was put into his soul
Now I have found seed of darkness, he is bound
There’s no cure for my son or for plague that they have done
There’s no cure. There’s no cure. There’s no cure !

Viviathans: Listen what your heart will desire
And protect all the stones from the dark
Listen what your heart will desire
And protect all the stones from the dark
You can’t fear the unholy fire
Or the evil will know where you are.

Shemin: Seed of evil has been planted years ago
Before the birth of my man, from darknesses hand
Just pure evil they infected their souls
They tainted Amardon, also Delinom.

Evil blood is running through their veins
Can`t find a cure to remove all these stains.

Those times before the sword, everything was fine.
No one knew about it’s source or the power what it causes
Times when I was God we were safe from the dark
Now the blood from our enemies is controlling my son.

Viviathans: Don’t fear the unholy fire
Or the evil will know where you are.

Shemin: Voice of evil speaking trough my dear son
Says that your end is near the new king is here
With great powers he strokes me to the floor
No mom why
Now, you must die !

Last thing I see he’s runnig out from the door
Is this my own blood, I see on the floor ?

Those times before the sword, everything was fine
No one knew about it’s source, or the power what it causes
Times when I was God we were safe from the dark
Now the blood from our enemies is controlling my son.
Is controlling my son !

My son has betrayed me tonight
Darkness growing, I can’t see the light
There’s no hope, no faith for me at all
Is this the time when everything will fall ?
I loose my son.

Edel: As I walk down the stairs, I can hear that voice again
Something flashes in my eyes, and it feels like I’m insane
Where am I going I don’t know, but something makes me walk
I should stop, but then those voices start to talk.

Shemin: Years ago, so I’ve been told
That the blood of our enemies was put in his soul
Now I have found seed of darkness, he is bound
There’s no cure for my son or for plague that they have done.

Viviathans: Now all is vanished, the whole universe will be gone
If we lose the stones this land will be undone
They can rule the elements – fire, earth, wind and ice
They will destroy everything, and we have no chance to rise.

Sohn: My son has betrayed me tonight
Am I dying ? I can’t see the light
There’s no hope, no faith for me at all
This is the time when everything will fall
And I’ll loose my son.

Edel: Running trough the battlefield
I hear a voice in my head
I see a man behind the shield
My head’s a mess
Different voices tell that I should leave
And be a great man
But should I stay and be a warrior
Like my father
He’s fighting for this land
I must stay, I must leave, I don’t know
Gods help me please !

Voices: Fly alone
To a place where you can be a warrior
Fly alone
To a place where you can be a hero
It’s a place far away
You must leave, you cannot stay
Spread your wings and fly away from home.

Edel: Again I hear a voice I in my head
I see a battleship abandoned it’s ahead
That voice in my head tells I should leave
I go to the ship
My destiny is here
Like my father
He’s fighting for this land
But I must leave, I must go, I don’t know
Voice told me so

Voices (x2): Fly alone
To a place where you can be a warrior
Fly alone
To a place where you can be a hero
It’s a place far away
You must leave, you cannot stay
Spread your wings and fly away from home.

Armadon: I’m fighting for my land
With this sword in my hand
Killing enemies, they fall one by one
Blood everywhere, guts and bodies
Battle rages on, what’s that ?
That’s my son !

Those bastards, they won’t take my son
I see Edel in that window
That ship is going
I must stop them from leaving
My son is in there.

I want to keep my son, I want to make him a warrior
I want to hold my son, I want to make him a hero
To fight for the good
To fight proudly by my side
Protecting this world
And stones with sword in his hand
I want to keep my son
But soon he will be gone
I have to stop that ship
Or I will never see my son.

The ship is leaving
I have to run and try to stop it go
I won’t let the enemy
I won’t let the enemy take my son
Oh please gods help now
They try to steal my only one
The ship is leaving

I want to keep my son, I want to make him a warrior.
I want to hold my son, I want to make him a hero.
To fight for the good
To fight proudly by my side
Protecting this world
And stones with sword in his hand
I want to keep my son
But soon he will be gone
I have to stop that ship
Or I will never see my son

As the battle rages on
I rode trough it like the wind
Now the gates of Sendell lie before me
Still they fighting for the stones
Those are kept inside these walls
But I’m only worried about my son
The final enemy meets my sword
Just before the gates of fortress
I see the enemies, they’re still trying
But I have to see my wife
Oh please gods give me strength
Now I’m entering the gates
Running up the stairs to my room
What is this I see
No, no !

Few hours ago
So Shemin just told
Edel pushed her to the floor
And then run out from the door
Now I have found seed of darkness he is bound
There’s no cure for my son
Or for plague, that they have done

Years ago, so I’ve been told
That the blood of our enemies was put into our souls
Now I have found seed of darkness, we are bound
There’s no cure for my son, or for plague that they have done
And for me everything is gone.

What happened
Please don’t die !
They took our son ! They took our dear son !

Shemin: No, they didn’t take him
Edel took the stones himself
And left…

Metal-CD-Review: CELESTY – Mortal Mind Creation (2006)

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Alben-Titel: Mortal Mind Creation
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. Oktober 2006
Land: Finnland
Stil / Genre: Epic Power Metal
Label: Dockyard 1 Records

Alben-Lineup:

Antti Railio – Vocals
Teemu Koskela – Guitars
Tapani Kangas – Guitars
Juha Mäenpää – Keyboards
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums

Track-Liste:

1. Lord of Mortals (04:43)
2. Unreality (05:04)
3. Demon Inside (06:40)
4. War Creations (04:30)
5. Empty Room (05:23)
6. Among the Dreams (04:36)
7. Back in Time (04:08)
8. Arrival (04:43)
9. Last Sacrifice (05:24)

Irgendwann kommt die Zeit für Veränderungen.

Nach ihren beiden Ausnahme-Alben REIGN OF ELEMENTS (Review) und LEGACY OF HATE (Review) schickten sich die Finnen von CELESTY 2006 erneut an, einen markanten Genre-Beitrag abzuliefern. Wie schon zuvor galt es, sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen – obwohl es sich die Power Metaller gerade nach dem wahnwitzigen LEGACY OF HATE durchaus verdient hätten. In Bezug auf das dritte Album MORTAL MIND CREATION hieß das vor allem: CELESTY wagten abermals einen Schritt nach vorn, indem sie ihr vorheriges Meisterwerk nicht kopierten – sondern ihren Sound in eine neue Richtung lenkten. In der Tat ist das Drittwerk der Finnen wesentlich schroffer, rauer und in gewisser Weise auch klassischer ausgefallen – der bombastische Power Metal mit stets flotten Tempi und massivem Keyboardeinsatz ist auf MORTAL MIND CREATION einem bodenständig-rockigeren Sound gewichen; der zudem mit einem dezenten Retro-Touch garniert wurde und Parallelen zur Genre-Entwicklung in den 80er Jahren aufwirft.

Und auch wenn das per se nicht schlecht ist, muss man sich als Konsument der ersten beiden Alben erst einmal an den neuen Sound der Band gewöhnen. Zum einen, da man sicher nicht mit derlei Entwicklungen hat rechnen können – und zum anderen, da MORTAL MIND CREATION im Gegensatz zu den Vorgängern nicht den Vorteil hatte und hat, dass die vertretenen Nummern sofort zünden. Dort, wo die Hörer zuvor noch mit perfekt aufeinander abgestimmten Keyboardelementen, einem flotten Grundtempo und eingängigen Refrains vor der Kulisse einer ganz und gar kosmischen Hintergrundgeschichte geködert wurden; gibt es nun vermehrt bodenständiges auf die Lauscher. Das Album präsentiert so vermehrt griffig-rockige Titel, die von einem nunmehr wesentlich schrofferen Riffing und mehr Variabilität in jeder Hinsicht getragen werden. Will heißen: eingeschlagene Marschrichtungen können sich auch innerhalb eines einzelnen Titels mehrmals verändern.

Analog dazu zeigt sich insbesondere Leadsänger Antti Railio von einer bis dato unbekannten Seite – von einer wesentlich kräftigeren und raueren. Das passt gut zum neuen, nicht mehr ganz so verspielten Konzept – wobei die schon mit dem ersten Album anberaumte Hintergrundgeschichte auch hier weitergeführt wird. Man sollte das Ganze schlicht als neues Kapitel betrachten – als gleichermaßen spannendes auf der positiven, wie allerdings auch dezent weniger wirksames auf der anderen Seite. Denn während der Opener LAND OF MORTALS noch bestens als rassiger Genre-Stampfer funktioniert, klingt das folgende UNREALITY vor allem im späteren Verlauf etwas zu modern und allein dadurch überhaupt nicht nach CELESTY. Ähnliches gilt auch für das gesanglich stark gewöhnungsbedürftig vorgetragene DEMON INSIDE – das trotz der durchaus knackigen Riffs merkwürdig weichgespült klingt.

Diese Feststellung zieht sich unglücklicherweise auch durch die nächsten Titel – beim noch recht knackigen WAR CREATIONS etwas weniger als beim etwas unentschlossen wirkenden EMPTY ROOM. Den Schwachpunkt des Albums aber markiert die Ballade AMONG THE DREAMS – die mit der bisher bedenklichsten Darbietung des Leadsängers aufwartet (erst Recht, wenn man den starken Vorgänger zu Vergleichszwecken heranzieht) und mit dem Zusammenspiel aus ein wenig Akustik-Geplänkel und heftig verzerrten E-Gitarren einfach nicht überzeugen kann. Ein Bruchteil der alten Kraft und Spielfreude der Band kommt dann zumindest mit BACK IN TIME auf – bevor sich mit ARRIVAL dann doch noch die lang ersehnte Gänsehaut einstellt. Leider etwas zu spät – doch zeigen CELESTY hier auf, wo ihre eigentlichen Stärken liegen. Warum sich also nicht darauf besinnen ?

Der Rausschmeißer LAST SACRIFICE ist dann ebenfalls überraschend temporeich und kraftvoll – und bewegt sich irgendwo zwischen dezenten Trash-Anleihen und dem Sound der alten CELESTY-Alben. Gerade dies könnte noch einmal darauf hinweisen, dass sich die Band selbst nicht sicher war was genau sie mit MORTAL MIND CREATION erreichen wollten. Schließlich kommen auf diesem Album – und das trotz der gerade einmal 9 enthaltenen Titel – einige verschiedene Eindrücke zusammen, sodass es am ehesten wie eine Art Experiment wirkt. Ein etwas unentschlossenes leider – dass durchaus seine Momente hat, aber vor allem im Ganzen wenig konsequent wirkt.

Schlussendlich: da LEGACY OF HATE als direktes CELESTY-Vorgängeralbum und markante Perle des Finnischen Power Metal der eher bombastischen Sorte nicht einmal einen Millimeter Luft nach oben ließ, konnte MORTAL MIND CREATION eigentlich nur hintenan stehen. Das geschieht tatsächlich – aber nicht nur deswegen; sondern auch aufgrund der neuen, eher unglücklichen Sound-Ausrichtung der Band. Die mag zwar überraschend daherkommen, und letztendlich funktioniert sie auch – doch die somit erzielte Wirkungskraft ist deutlich weniger spektakulär. Oder anders gesagt: anstelle der alten Qualitäten sind neue getreten, die sich allerdings nicht mit den alten messen lassen. Besonders nennenswert ist eigentlich nur das starke Riffing – hinsichtlich der Strukturen und Kompositionen, des Leadgesangs und der Refrains hat man sich sogar deutlich verschlechtert. Zumindest relativ betrachtet – das Album ist noch immer alles andere als ein Reinfall, doch ist das hier dargebotene Material schon eher mit dem Output anderer Bands zu verwechseln. Auch wenn diese nicht unbedingt im übergeordneten Genre des Power Metal aktiv sein müssen… was eher ein schlechtes Zeichen ist. So hat MORTAL MIND CREATION seine wahren Stärken nur in den Momenten, in denen sich die Band an ihrem eigentlichen Sound orientiert – was in etwa einem Drittel des Albums entspricht.

Absolute Anspieltipps: LORD OF MORTALS, BACK IN TIME, ARRIVAL


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„Originell und abwechslungsreich, aber bei weitem nicht so treffsicher wie die Vorgänger.“

Metal-CD-Review: CELESTY – Legacy Of Hate (2004)

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Alben-Titel: Legacy Of Hate
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Mai 2004
Land: Finnland
Stil / Genre: Epic Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Antti Railio – Vocals
J-P Alanen – Guitars
Tapani Kangas – Guitars
Juha Mäenpää – Keyboards
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums

Track-Liste:

1. Intro (00:57)
2. Unbreakable (05:02)
3. Dream (04:44)
4. Breed from the Land Unknown (04:51)
5. Army of the Universe (06:50)
6. Settlement (06:43)
7. Shelter (04:53)
8. Legacy of Hate Part I (10:35)
9. Legacy of Hate Part II (10:41)

Ruhe dich auf deinen Lorbeeren aus – oder gehe noch einen Schritt weiter.

Was, ja was soll man machen wenn man bereits ein fast perfektes Debütalbum abgeliefert hat (REIGN OF ELEMENTS, Review) und nach einem potentiell einschneidenden Besetzungswechsel das zweite Album ansteht ? Sicher stehen einige Bands auch heute noch vor dieser Frage – wobei ein Wechsel des Leadsängers durchaus markante Folgen nach sich ziehen kann. Aber auch das erstgenannte, man nenne es einmal Luxusproblem tritt hie und da auf; und sei es nur gefühlt. Dass Bands ihre Energien und Ideen bereits bei einem Debütalbum verpulvern und folglich Probleme haben, diese selbst auferlegte Messlatte noch zu toppen ist zwar selten – aber es kommt vor.

Die Finnen von CELESTY indes scheinen Probleme wie diese nicht gekannt zu haben – und das trotz dessen, dass Leadsänger Kimmo Perämäki die Band nach seiner furiosen Darbietung auf REIGN OF ELEMENTS schon wieder verlassen hatte. So wurde der vielleicht wichtigste Band-Posten neu besetzt – und zwar mit dem bis dato unbekannten Antti Railio. Kombiniert man diese Information nun mit der Tatsache, dass das Debütalbum qualitativ kaum noch Luft nach oben ließ – so hätte man doch annehmen müssen, dass LEGACY OF HATE weit hinter seinen Vorgänger zurückfallen würde. Doch das ist glücklicherweise ein Irrtum; ein vergleichsweise heftiger sogar.

Schließlich vermag es das ambitionierte Zweitwerk der Finnen den bereits grandiosen Vorgänger noch zu übertrumpfen. Und das ist beileibe kaum vorstellbar, wenn man dem Debüt wieder und wieder lauscht – aber schlicht wenig bis nichts entdeckt, was den allgemeinen Hörgenuss markant trüben könnte. Mit Ausnahme dessen vielleicht, dass die ein oder andere Über-Nummer fehlte – und das Album vor allem als Ganzes überzeugte. Das Geheimnis von LEGACY OF HATE bleibt somit nicht lange ein eben solches: CELESTY haben schlicht alle Qualitäten des Vorgängers übernommen, dafür aber noch einige besonders herausragende Nummern obendrauf gepackt. Und allzu lange dauert es auch nicht, bis die erste davon durch die Boxen rauscht.

Zuvor lauscht man jedoch dem bereits ebenfalls sehr starken Auftakt mit der flotten Hymne UNBREAKABLE und dem etwas gemächlicheren DREAM, sowie dem überraschend stimmigen BREED FROM THE LAND UNKNOWN – in dem einige neue Komponente in Form von düstereren Momenten (wie einige Gesangselemente des Black oder Death Metal) hinzugefügt werden. Spätestens mit ARMY OF THE UNIVERSE ist es dann aber soweit: CELESTY feuern aus allen Rohren, und liefern eine der vielleicht mächtigsten Genre-Hymnen überhaupt ab. Eine, die man wenn schon nicht im Alben-Kontext zumindest alleinstehend immer wieder hören wird – hier stimmt einfach alles, vom exzellent aufeinander abgestimmten Gesang über die symphonischen Keyboardeinlagen bis hin zum grandiosen Refrain; in dem Schlagzeug und Gitarren geradezu explodieren. Im Hintergrund, und für all jene die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen lauert dabei noch immer die für das Album erdachte, fantastische Konzept-Geschichte – die zwar nicht gänzlich vor Kitsch gefeit ist, aber dennoch ihresgleichen sucht und eine willkommene Abwechslung zu den im Genre üblicherweise besungenen Themen darstellt. Der Himmel ist eben nicht das Limit…

Auch das folgende SETTLEMENT lebt; obwohl im großen und ganzen etwas getragener gehalten, von der gekonnten Symbiose aus Klargesang, Chören und aggressiv-bestimmten Gesangspassagen. Der Refrain kann eine ganz ähnliche Wirkung entfalten wie schon bei ARMY OF THE UNIVERSE – nur in einem noch düstereren Kontext. SHELTER hingegen beraumt wieder eine lockerere Atmosphäre an – und überzeugt mit starken Keyboard-Elementen und einer weiteren hervorragenden Darbietung von Leadsänger Antti Railio; der sich in den Strophen auch mal von einer etwas sanfteren Seite zeigt ohne die nötige Power vermissen zu lassen. SHELTER ist gleichzeitig auch die letzte Möglichkeit, vor dem großen Alben-Finale Luft zu holen – denn das hat es in sich.

Und so geschieht es: nach dem fulminanten ARMY OF THE UNIVERSE gesellen sich noch zwei weitere Titel zur Liste der Alben-internen, aber sicher auch allgemeinen Genre-Highlights hinzu. LEGACY OF HATE ist als epischer Zweiteiler schließlich mit das Beste, was das Genre anzubieten hat – und zwar bis heute. Mit diesen enorm vielschichtigen, abwechslungsreichen und unterhaltsamen 10-Minuten-Titeln wird das Album entsprechend pompös abgeschlossen – wobei es vorkommen könnte, dass man etwas verdutzt aus dieser Hörerfahrung hervorgeht; allerdings im positiven Sinne. Fairerweise sollten aber auch jene Aspekte genannt werden, die gegen das Album sprechen. Eine Sache gibt es tatsächlich: das Intro ist wie schon beim Vorgänger eher zu vernachlässigen. Da es das aber schon gewesen ist, ändert sich in Bezug auf die Gesamtwertung nicht viel; eigentlich sogar gar nichts.

All das lässt eigentlich nur eine Schlussfolgerung zu: mit LEGACY OF HATE haben sich CELESTY nicht nur selbst übertroffen, sondern auch einen echten Meilenstein abgeliefert. Einen, der die Position der Band als eine der wichtigsten Power Metal-Acts aus Finnland festigen sollte – sodass es umso bedenklicher ist, dass man heute nur noch wenig von der Band hört. Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Bis dahin gilt es, sich weiterhin mit den Erstwerken der momentan noch recht übersichtlichen Band-Diskografie auseinanderzusetzen – und einfach zu genießen. Die grandiosen Einzelleistungen der Mitglieder, das starke Alben-Konzept und die mehr als stimmige Gesamtwirkung machen es möglich.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Eines der stärksten Genre-Alben überhaupt.“

Metal-CD-Review: CELESTY – Reign Of Elements (2002)

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Alben-Titel: Reign Of Elements
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2. Dezember 2002
Land: Finnland
Stil / Genre: Epic Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Kimmo Perämäki – Vocals
J.-P. Alanen – Guitars
Tapani Kangas – Guitars
Juha Mäenpää – Keyboard
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums

Track-Liste:

1. Intro (00:36)
2. The Charge (05:06)
3. Revenge (04:51)
4. Sword of Salvation (05:25)
5. Reign of Elements (04:38)
6. Lost in Deliverance (06:03)
7. The Sword and the Shield (05:46)
8. Battle of Oblivion (04:46)
9. Kingdom (05:19)

Stelle dich nicht gegen die Herrschaft der Elemente.

Man weiß es längst: aus Finnland kommen nicht wenige nennenswerte Power Metal-Acts. Doch neben den ganz großen und stets aktiven Genre-Vorreitern a’la SONATA ACRTICA gibt es leider Gottes auch solche, die sich mittlerweile aufgelöst haben oder deren Status undefinierbar ist – und das trotz eines schon früh sichtbar gewordenen, gewaltigen Potentials. Neben TWILIGHTNING oder OLYMPOS MONS sind so auch CELESTY von der Bildfläche verschwunden – offiziell seit 2012, aber eigentlich schon seit ihrem letztaktuellen Album VENDETTA aus dem Jahre 2009 (Review). Dabei hatten die Finnen einiges in Petto; was sich bereits auf den ersten Demos der Jahre 1999, 2001 und 2002 zeigte. Richtig spannend wurde es allerdings erst, als man mit Arise Records ein Label fand – und schon im Dezember 2002 das Debütalbum REIGN OF ELEMENTS vorlegte.

In der Tat handelt es sich hierbei um ein vergleichsweise aussagekräftiges Werk der Power Metal-Geschichte. Und gleichzeitig um eines, das man musikalisch am ehesten im so nicht wirklich existierenden Genre des Cosmic Metal verorten möchte. Im Gegensatz zu KELDIAN aber, den späteren Pionieren dieses Subgenres; haben sich CELESTY stärker am ursprünglichen europäischen Power Metal oder auch Speed Metal orientiert – und so in erster Linie eine gleichermaßen flotte wie kraftvolle Spielart ohne größere atmosphärische Schnörkel an den Tag gelegt. Dennoch hatte bereits REIGN OF ELEMENTS etwas mitunter besonderes, magisches an sich – das CELESTY doch noch markant von der Masse abhob. So ist der hier vertretene Sound am ehesten mit dem Schaffen der Landes-Kollegen von DREAMTALE zu vergleichen – allerdings auch nur in Bezug auf dezente Parallelen beim Leadgesang, den Keyboard-Elementen und den Hintergrundchören.

Schlussendlich fährt man aber am besten, wenn man REIGN OF ELEMENTS als absolut unabhängiges und originelles Werk betrachtet – was es glücklicherweise auch ist. So sorgt bereits die anberaumte inhaltliche Ebene, bei der eher typische Genre-Elemente mit solchen der Science Fiction vermengt werden; für ein Aufhorchen – während das Album vor allem handwerklich über so gut wie jeden Zweifel erhaben ist. Speziell die äußerst griffigen, angenehm voranpreschenden Instrumentierungen machen Laune – und dass obwohl oder gerade weil sich die Gitarristen J-P Alanen und Tapani Kangas sowie Keyboarder Juha Mäenpää stets die Klinke in die Hand geben. Sie machen schlicht eine verdammt gute Figur – sei es in den Grundinstrumentierungen der einzelnen Titel oder aber den furiosen Soli. Hinzu kommt das gelungene Schlagzeugspiel von Jere Luokkamäki und der merkliche Faktor der Abwechslung. Denn eines ist klar: auch wenn die 9 enthaltenen Titel auf den ersten Blick relativ gradlinig erscheinen, bieten sie dem geneigten Hörer doch immer wieder die Möglichkeit markante Details und Variationen zu entdecken.

So kann man auch getrost Abstand nehmen von der Vermutung, es würde auch REIGN OF ELEMENTS allzu kitschig zugehen. Trotz des teils großzügigen Einsatz des Keyboards sind die Sound-Elemente perfekt aufeinander abgestimmt und ergeben ein harmonisches, kräftiges Ganzes. Garniert wird das Ganze von Leadsänger Kimmo Perämäki, der nach REIGN OF ELEMENTS wieder bei der Band ausstieg – warum, wird zumindest für den Konsumenten dieser durchweg grandiosen Darbietung nicht ersichtlich. Sicher auch, da er über eine ansprechende Bandbreite verfügt (man lausche nur einmal dem mächtigen SWORD OF SALVATION) – und somit nicht nur in jeder Stimmlage überzeugt, sondern sich auch als einer jener Genre-Kandidaten herausstellt denen man einfach gerne zuhört. Ganz unabhängig vom Konzept versprüht REIGN OF ELEMENTS so vor allem eine Wirkung: eine enorm spielfreudige, antreibende, energetische. Hier reiht sich schlicht Hymne an Hymne, ohne dass man größere Abstriche machen oder gar Lückenfüller entdecken könnte. Selbst die Ballade KINGDOM stört hier nicht den Fluss – zumal sie passenderweise an das Ende der Scheibe verfrachtet wurde und so als beruhigender Ausklang fungieren kann. Und das ist bei einem derart furiosen Album vielleicht auch ganz gut so.

REIGN OF ELEMENTS vermag es damit nicht nur als mittlerweile legendäres Debüt-Album einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen; sondern auch als einer der Wegbereiter für das Genre des Cosmic Metal. Momente der Langeweile gibt es nicht, dafür umso mehr wahnwitzige – die vornehmlich aus der hymnischen Gesamtwirkung generiert werden und dem geneigten Hörer so allerlei passende Bilder vor das geistige Auge projizieren können. Aber auch sonst stimmt alles, vor allem in handwerklicher Hinsicht. Die Leistungen der einzelnen Mitglieder war und ist beeindruckend; das passige Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre vorbildlich. Selbst die Produktionsqualität lässt keine Wünsche offen – was das Album zu einem Must-Have für alle Genre-Liebhaber macht.

Absolute Anspieltipps: CHARGE, SWORD OF SALVATION, REIGN OF ELEMENTS


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„Ein wahrhaft furioser Auftakt für CELESTY.“

Metal-CD-Review: CELESTY – Vendetta (2009)

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Alben-Titel: Vendetta
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. März 2009
Land: Finnland
Stil / Genre: Epic Power Metal
Label: Spinefarm Records

Alben-Lineup:

Antti Railio – Vocals
Teemu Koskela – Guitars
Tapani Kangas – Guitars
Juha Mäenpää – Keyboards
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums

Track-Liste:

1. Prelude for Vendetta (01:26)
2. Euphoric Dream (05:02)
3. Greed & Vanity (04:16)
4. Like Warriors (04:44)
5. Autumn Leaves (04:06)
6. Feared by Dawn (04:53)
7. Lord (of This Kingdom) (05:00)
8. New Sin (05:27)
9. Dark Emotions (05:16)
10. Fading Away (03:59)
11. Legacy of Hate Pt.3 (14:06)

Einmal gut durchgeschüttelt und angekommen.

Es ist schon so eine Sache mit den Finnen von CELESTY. Nachdem die ambitionierte Power Metal-Combo mit REIGN OF ELEMENTS (Review) und speziell LEGACY OF HATE (Review) waschechte Genre-Meilensteine abgeliefert hat, sah es in Bezug auf das dritte Album MORTAL MIND CREATION (Review) schon deutlich schlechter aus. Einer der gründe hierfür war sicherlich die neuerliche Sound-Ausrichtung der Band – und das Gefühl, als würden die Finnen gerade eine Art Experimentierphase durchlaufen. Hinsichtlich VENDETTA, des vierten Studioalbums der Band konnte und kann indes Entwarnung gegeben werden. CELESTY haben sich erneut auf ihre wahren Stärken besonnen – und sich so tatsächlich wieder einen Meilenstein abgeliefert. Nicht unbedingt einen, der mit dem wahnwitzigen LEGACY OF HATe konkurrieren kann – aber doch einen, den man rundum zufrieden begegnet wird.

In der Tat ist es auch VENDETTA wieder da, das gute alte CELESTY-Gefühl eines gewissen Bombasts, einer enormen Spielfreude und vor allem einer markanten Ausdrucksstärke. Sehr angenehm ist, dass VENDETTA wieder vermehrt von symphonischen Elementen lebt; vielleicht sogar mehr als je zuvor – und so bereits der Opener EUPHORIC DREAM mit seinen stimmigen Chorpassagen und Hintergrundgesängen überzeugen kann. Am eindrucksvollsten aber erscheint die Wandlung von Leadsänger Antti Railio, der auf LEGACY OF HATe erst enorm gut ablieferte, auf MORTAL MIND CREATION eisntweilen bedenklich schwächelte – und nun wieder zu seiner alten Stärke zurückgefunden hat.

Fazit: Mit VENDETTA fanden CELESTY zu ihren alten Stärken zurück – und das ohne sich zu wiederholen.

Absolute Anspieltipps: AUTUM LEAVES


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„Wieder ein markanter Schritt nach vorn.“