Metal-CD-Review: BROTHERS OF METAL – Emblas Saga (2020)

Alben-Titel: Emblas Saga
Band: Brothers Of Metal (mehr)
Veröffentlichung: 10. Januar 2020
Land: Schweden
Spielart / Stil: Power Metal
Label: AFM Records

Lineup:

Emil Wärmedal – Bass
Dawid Grahn – Guitars
Pähr Nilsson – Guitars
Mikael Fehrm – Guitars
Ylva Eriksson – Vocals
Joakim Lindbäck Eriksson – Vocals
Johan Johansson – Drums
Mats Nilsson – Vocals

Track-Liste:

1. Brood of the Trickster (01:56)
2. Powersnake (03:43)
3. Hel (04:40)
4. Chain Breaker (03:53)
5. Kaunaz Dagaz (04:13)
6. Theft of the Hammer (04:10)
7. Weaver of Fate (04:45)
8. Njord (03:50)
9. Emblas Saga (07:14)
10. Brothers Unite (04:06)
11. One (04:17)
12. Ride of the Valkyries (03:26)
13. To the Skies and Beyond (04:53)

Und los geht die wilde Fahrt.

Nachdem sie mit ihrem 2017 erschienenen Studioalbum PROPHECY OF RAGNARÖK (siehe Review) erstmals erfolgreich in Erscheinung getreten sind, gehen die sagenumwobenen Geschichten der aus Schweden stammenden Power Metaller rund um die BROTHERS OF METAL weiter. Und das offenbar recht munter: nach einigen Singles und einer handvoll feucht-fröhlicher Musikvideos (siehe hier) veröffentlichen die Recken mit dem vorliegenden EMBLAS SAGA ihr vielversprechendes zweites Studioalbum. Und das selbstverständlich nicht mehr als Independent-Release – sondern mit der vollen Unterstützung und Reichweite von AFM Records als glückliches Label, welches die Schweden gewissermaßen entdeckt respektive direkt nach ihrem Debüt aufgenommen hat. Zu Recht, muss man wohl sagen – zumindest in Anbetracht des rundum gelungenen Debütalbums, das neben seinen mehr als respektablen handwerklichen Aspekten vor allem eines hochgehalten hat: einen immensen Spaßfaktor. Wie sich der Nachfolger schlägt, wird sich zeigen – doch grundsätzlich sollten die Chancen gut stehen für die Schwertbrüder und -Schwestern.

Bevor es so richtig losgeht, sollte man eines aber in jedem Fall wissen; womit sich der Kreis zum erwähnten Spaßfaktor schließt: auch in Anbetracht des schier epischen Auftretens der Band (oder eben: gerade deswegen) sollte man sich dem Schaffen der BROTHERS OF METAL besser nicht bierernst, sondern stattdessen mit dem ein oder anderen Augenzwinkern nähern. Schließlich, und auch wenn die jeweils angepeilten Spielarten nicht wirklich miteinander zu vergleichen sind; springen die Brüder und Schwestern des (Power) Metals in eine ganz ähnliche Nische wie etwa die Kollegen von ALESTORM, GLORYHAMMER oder TWILIGHT FORCE. Und damit zweifelsohne Bands, bei denen weniger mehr manchmal einfach mehr ist. Anders gesagt: wer auf eine wie auch immer geartete Originalität verzichten kann und nichts gegen die ein oder andere – auch mal parodistische – Überspitzung im Sinne diverser Genre-Klischees einzuwenden hat, sollte mit einer Band wie den BROTHERS OF METAL bestens beraten sein.

Denn, und daran besteht kein Zweifel: rein handwerklich und soundtechnisch macht den BROTHERS OF METAL keiner so schnell etwas vor. Gerade damit haben die Schweden eine der vielleicht wichtigsten Hürden in Bezug auf, man nenne sie einmal Spaßprojekte wie diese (ohne, das damit eine Abwertung vorgenommen werden soll) relativ problemlos genommen. EMBLAS SAGA klingt rundum satt, ist schier perfekt produziert und abgemischt – und wartet mit einigen höchst interessanten Darbietungen der einzelnen Mitglieder auf. Mitgliedern wie etwa Ylva Eriksson – die gemeinsam mit ihrem Gesangspartner Joakim Lindbäck Eriksson für das mitunter prägnantestes Alleinstellungsmerkmal der Band sorgt, den zweistimmigen Leadgesang. Nicht nur, dass es im Bereich des Power Metals an sich schon selten ist zwei Frontmänner respektive -Frauen an den Start zu bringen – im Falle der BROTHERS OF METAL ist es klar das markante Wechselspiel aus den offensichtlichen Gegensätzen der beiden, die das Ganze so interessant macht.

So kann man sich eigentlich nur noch darüber streiten, in wie weit man die diversen Kuriositäten der Band nun gutheißen kann oder nicht. Warum die Band etwa über gleich drei Gitarristen verfügt, steht (in anbetracht dessen, dass es einfach kaum nötig erscheint) in den Sternen. Eben so, wie ihre Vorliebe für die nordische Mythologie gnadenlos ist – sodass es nicht weiter verwunderlich sein sollte, wenn der anberaumte Bombast dem ein oder anderen doch vorschnell auf den Nerv gehen könnte. Das gilt im übrigen auch – und sei es nur dezent – für die Darbietung von Joakim Lindbäck Eriksson, von dem man sich langsam auch mal ein paar andere (Gesangs-)Töne wünscht. Doch es hilft alles nichts – erklingen Titel KAUNAZ DAGAZ oder THEFT OF THE HAMMER, hält einen einfach nichts mehr auf den Sitzen. Das durchaus geniale Riffing, der wuchtige Bass und der ebenso voranpreschende wie im Sinne eines symphonischen Power Metals sehnsüchtig-verträumte Eindruck lassen hier jedenfalls keine Wünsche offen.

Schlussendlich: EMBLAS SAGA ist vielleicht kein Anwärter auf den Genre-Thron des Jahres 2020 – aber doch ein extrem aufheiterndes Genre-Intermezzo für so manch triste Stunde. Vor allem natürlich, da die BROTHERS OF METAL das was sie hier zum Besten geben wirklich zu leben scheinen – Augenzwinkern hin oder her.

Anspieltipps: KAUNAZ DAGAZ, THEFT OF THE HAMMER, RIDE OF THE VALKYRIES


„Hier wird einiges groß geschrieben – vor allem der Spaßfaktor.“

BROTHERS OF METAL – Offizielles Musikvideo Zu „Yggdrasil“ Am Start (2018)

Nachdem die 2012 in Schweden gegründeten BROTHERS OF METAL erst kürzlich ein erstes offizielles Musikvideo zu PROPHECY OF RAGNARÖK veröffentlicht hatten (siehe hier), folgt mit YGGDRASIL auch schon das zweite Single-Release der nach wie vor stark in die nordische Mythologie vernarrten Musiker. Und wieder kann (beziehungsweise muss) man sagen: es sei ihnen gegönnt. Bei einem vergleichsweise hochqualitativen Debütalbum, wie es diese das Schwert nur allzu gerne schwingenden Schweden an den Start gebracht haben; darf der Bekanntheitsgrad der Combo ruhig noch etwas wachsen. Und: mit der Hilfe von AFM RECORDS sollte das auch kein Problem sein.

BROTHERS OF METAL – Prophecy Of Ragnarök (Offizielles Musikvideo, 2018)

Seit die 2012 in Schweden gegründeten BROTHERS OF METAL ihr – im übrigen von vielen sehr gut aufgenommenes – Debütalbum PROPHECY OF RAGNARÖK (siehe Review) veröffentlicht haben, ist schon einige Zeit ins Land gegangen. Nun aber hat sich ein größeres Label (AFM RECORDS) der Band angenommen, und analog zum ersten „richtigen“ Video der Musiker erscheint auch das Album noch einmal als Re-Release. Es sei ihnen gegönnt, Glückwunsch; und sofern Odin will: auf viele weitere Jahre. Mal schauen, ob bald auch ein neues Album folgt…

Metal-CD-Review: BROTHERS OF METAL – Prophecy Of Ragnarök (2017)

Alben-Titel: Prophecy Of Ragnarök
Künstler / Band: Brothers Of Metal (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. April 2017
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Emil Wärmedal – Bass
Mikael Fehrm – Guitars
Pähr Nilsson – Guitars
Dawid Grahn – Guitars
Ylva Eriksson – Vocals
Joakim Lindbäck Eriksson – Vocals
Johan Johansson – Drums
Mats Nilsson – Vocals

Track-Liste:

1. The Death of the God of Light (03:30)
2. Son of Odin (03:59)
3. Prophecy of Ragnarök (03:42)
4. Defenders of Valhalla (04:08)
5. Concerning Norns (01:40)
6. Yggdrasil (04:32)
7. Tyr (03:35)
8. Siblings of Metal (03:36)
9. Gods of War (03:54)
10. Freya (04:12)
11. The Mead Song (03:37)
12. Sleipnir (03:04)
13. Fire Blood and Steel (03:12)
14. We Believe in Metal (04:42)

Wo die Helden wohnen.

Nanu, was ist denn das ? Grundsätzlich ist man es ja gewöhnt, dass so gut wie jeden Tag neue Power Metal-Combos das Licht der Welt erblicken. Zumindest heutzutage, mit dem Blick auf das internationale Ganze – und unter Einbeziehung einer gewissen Form der Schnelllebigkeit, die nicht wenige der entsprechenden Bands auch ebenso schnell wieder verstummen lässt. Im Falle von PROPHECY OF RAGNARÖK jedoch, dem Debütalbum der aus Schweden stammenden BROTHERS OF METAL; scheinen die Zeichen auf einem relativ klaren – ja wenn nicht gar grell leuchtenden – Grün zu stehen. Wobei es der Gründe dafür gleich eine ganze handvoll sind. Angefangen bei dem für eine Independent-Produktion überraschend wohlklingenden bis schlichtweg bombastischen Soundoutfit über das für ein Debütalbum mehr als überzeugende Handwerk bis hin zu einem enormen Spaß- und Eingängigkeitsfaktor – die BROTHERS OF METAL legen hier ein ganz und gar ordentliches Brett vor, das man erst einmal verarbeiten muss. Streng genommen müsste sich die Combo übrigens SIBLINGS OF METAL nennen (passenderweise ist exakt dieser Titel auch auf dem Album enthalten), immerhin spielt die bis dato unbekannte Ylva Eriksson eine nicht unwesentliche Rolle in der gesangsstarken Formation. Neben der markanten weiblichen ertönen übrigens noch zwei weitere, bis dato ebenfalls unbekannte männliche Stimmen – von denen eine ein wenig an SABATON’s Joakim Broden erinnert.

Überhaupt kann und muss man bei einem Album wie PROPHECY OF RAGNARÖK ganz generell zahlreiche Vergleiche anstellen – die sich hier keineswegs versteckt ergeben, sondern sich in so gut wie jeder Hinsicht (und von der Band gewollt) anbieten. Seien es die Songtitel selbst, die teils eindeutigen Parallelen zu allseits bekannten Genre-Cobmos wie MANOWAR, FREEDOM CALL, ORDEN OGAN, SABATON und vielleicht auch POWERWOLF; oder aber der generell erhöhte Kitsch- und Klischeefaktor der so gut wie alle Nischen des typisch europäischen Power Metals abdeckt – wirklich neu ist das, was die BROTHERS OF METAL hier inszenieren; keineswegs. Doch dessen ist sich offenbar auch die Band selbst bewusst – sodass PROPHECY OF RAGNARÖK weniger nach einem eigenständig-innovativen Debütalbum klingt, als vielmehr nach einem groß angelegten Tribut-Album in Richtung diverser die Bandmitglieder potentiell prägender Acts. Und: natürlich auch in Richtung der Fans. Anders gesagt: PROPHECY OF RAGNARÖK ist nicht weniger als ein feucht-fröhliches Fest für alle, die in den letzten Jahren auch nur ansatzweise Gefallen am Genre des Power Metals haben finden können – und die kein Problem mit einer gewissen Form der Übertreibung haben.

Gerade bei diesem Stichwort offenbart sich auch eine weitere potentielle Vergleichscombo der jüngeren Zeit: TWILIGHT FORCE. Nicht nur, dass die tapferen Kollegen ebenfalls aus Schweden stammen und in ganz ähnlich fantastisch-heroischen musikalischen Gefilden unterwegs sind – auch sie verstehen es wie kaum jemand sonst, dass ihre Musik aus mindestens zweierlei Perspektiven betrachtet werden kann. Einer absolut ernst gemeinten einerseits; die sich vor allem aus dem hervorragenden Handwerk, der bombastischen Präsentation und der schieren Wucht der einzelnen Titel ergibt – und andererseits einer, die ein gewisses Augenzwinkern vorsieht. Allzu bierernst sollte man ein Album wie PROPHECY OF RAGNARÖK also eher nicht betrachten, auch wenn man nicht mit allen der gerne mal vor Klischees triefenden Inhalten zufrieden ist – zumal so der enorme Spaßfaktor flöten geht. Und doch, spätestens bei einem Titel wie SLEIPNIR ist Vorsicht angesagt: mit so viel Glitzer und Feenstaub wurde schon lange kein Power Metal-Refrain mehr versehen, nicht einmal bei TWILIGHT FORCE. Und: Texte wie der von FIRE BLOOD AND STEEL werden zweifelsohne nicht in das Metal-Geschichtsbuch der lyrisch anspruchsvollen Momente einziehen.

Dennoch kann mit einem Album wie diesem schlicht nicht viel falsch machen. PROPHECY OF RAGNARÖK überzeugt sowohl in gesanglicher als auch instrumenteller und kompositorischer Hinsicht, und legt dabei einen ebenso fetten wie beeindruckenden Sound an den Tag. Dass diversen anderen Genre-Acts gehuldigt wird – und das mit Stil – rundet das Ganze ab, und macht die Scheibe zu einem echten Geheimtipp. Sicher, ob die Band eine echte Zukunft haben wird wird sich zeigen – wofür vornehmlich eine Frage beantwortet werden müsste: werden die BROTHERS OF METAL weitere Alben einer ähnlichen Machart herausbringen (was schnell eine ermüdende Angelegenheit werden könnte), oder doch etwas eigenständigeres versuchen ? Was es auch ist, man darf gespannt sein auf alle weiteren Taten aus der schwedischen Helden-Schmiede.

Absolute Anspieltipps: THE DEATH OF THE GOD OF LIGHT, PROPHECY OF RAGNARÖK, YGGDRASIL, WE BELIEVE IN METAL


„Falls er irgendwo abhanden gekommen sein sollte, bringen die BROTHERS OF METAL den Spaß am Genre zurück.“