Open Message To BALFLARE And SKYWINGS (Aka 2 Great Japanese Power Metal Bands)

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Dear Takashi Odaira, Isao Matsuzaki, Leo Yabumoto, Syuta Hashimoto, Tommy and Eijin Kawazoe in the one band, e.g. BALFLARE – and Senoh, Yuki, Takashi and especially I-La in the other band, e.g. SKYWINGS – 日本への挨拶, I would be glad if you stumble upon this. First and foremost, please be assured that you have a lot of international fans – though they might not show up as often as your fellow countrymen.

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Maybe this seems kind of weird, but as the administrator of the growing movie and metal blog Oliverdsw.Wordpress I just wanted to use the opportunity to thank you – for the work as quite unique and outstanding power metal bands from Japan. And of course for your great releases and special kind of music. At least all of your full-length albums were reviewed on this blog (search for your band in the 0-H letter area and the R-Z letter area), and even though there is still room for an album that is truly amazing (from my point of view, e.g. near the 10/10 rating) I can tell you that I thoroughly enjoyed them.

When it comes to BALFLARE, I got my first impression from the great TEMPEST (Review) – a track like the opener AWAKENING will always be on my imaginary TOP-100 list of the all time best power metal tracks. And even though I wasn’t as impressed with DOWNPOUR, I certainly felt the special kind of magic in it too – like in the masterpiece BEFORE THE DAWN, which you might know I made a video for.

And SKYWINGS… I am just impressed how you coped with the departure of your former lead singer, and especially the abilities of I-LA. You just have a great and very unique voice that I like to listen to. Or, so to say; ILAは、有能なハンサムと印象的です. Although I felt quite like VICE VERSA could have been better, it was kind of an amazing piece of art. Hence again, you totally blew my mind with GLORIA – the melodies, the chorus, the singing, these epic guitar solos… please, give us more.

Long story short: I just hope that you don’t plan to quit, and decide to release more stuff in the future. Preferably full-length albums, as chances are rather low for us international fans that we can get a hold of your smaller releases (like singles and ep’s). For an example, I am still looking for the SKY LEGACY-EP which is nowhere to find – at least not for a reasonable price.

balflareとskywingsはちょうど叙事詩です。彼らの音楽は、それは神ご自身の高さをとても素晴らしい到達します. So long, 騒乱の上にあなたの頭を保ちます.

Metal-CD-Review: BALFLARE – Downpour (2012)

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Alben-Titel: Downpour
Künstler / Band: Balflare (mehr)
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Black-Listed Productions

Alben-Lineup:

Takashi Odaira – Bass
Isao Matsuzaki – Drums
Syuta Hashimoto – Guitars (lead & rhythm), Synthesizers
Leo Yabumoto – Guitars (rhythm)
Eijin Kawazoe – Vocals

Track-Liste:

1. Koiranilma 00:53
2. Before the Dawn 05:05
3. Sate the Heart 04:38
4. Lost 04:14
5. Unite 05:02
6. Crave in the Dark 05:00
7. I’m Your Shadow 05:21
8. Rain’s Realm 02:58
9. Downpour 05:44
10. Syzygy 05:23
11. From the Edge of Time 05:31
12. In the End of Journey 03:42

Es hätte so schön sein können.

Denn: die japanischen Melodic oder auch Symphonic Power Metaller von BALFLARE galten seit langem als Geheimtipp, den es sich zu entdecken lohnt. Auch, oder gerade in internationalen Gefilden – da es sich (bis heute) recht schwer gestaltet, an die Alben der illustren Truppe heranzukommen. Zumeist finden sie sich nur gebraucht und zu wahnsinnigen Preisen; lediglich größere Webshops wie Amazon Japan führen die Alben; wie auch das heute vorgestellte DOWNPOUR. Menschen ohne Kreditkarte sind da natürlich aufgeschmissen – eine kleine Unmöglichkeit, an der BALFLARE – respektive ihr Label – unbedingt arbeiten sollten. Ansonsten gingen viele Power Metal-Fans leer aus, sofern sie die Band überhaupt schon einmal wahrgenommen haben. Dass es sich lohnt, zeigt ein Album wie TEMPEST (Review), dass bereits im Jahre 2006 veröffentlicht wurde und der direkte Nachfolger des (nicht ganz so guten) Debüt-Albums (Link) war. Danach folgte noch SLEEPING HOLLOW aus 2008 (Link), ebenfalls ein grundsolides Power Metal-Album – und nun also soll DOWNPOUR endgültig alle Weichen stellen. Allerdings, und um die Euphorie wieder ein wenig auszubremsen – ein Album wie DOWNPOUR sollten die Jungs von BALFLARE vielleicht doch nicht im allzu großen  Stil anpreisen.

Das überraschende: DOWNPOUR kann weder mit dem grandiosen TEMPEST, noch dem schon deutlich mäßigeren SLEEPING HOLLOW mithalten – und das aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen. Was auch immer hier passiert ist – ein Album, welches sich etwa 4 Jahre in der Entstehungs- und Produktionsphase befand, kann und darf einfach nicht so klingen wie DOWNPOUR. Auch, da es von einer Band kommt, die im Laufe der Jahre einiges an Erfahrung gewonnen, und nicht eingebüßt haben sollte. Doch es scheint, als hätte man sich ausgerechnet das Debütalbum (in Sachen Klang- und Produktionsqualität) und das dritte Werk (in Sachen Kitsch und Schnelligkeit) zum Vorbild für DOWNPOUR genommen, und das starke TEMPEST einfach komplett außen vor gelassen.

Besonders fatal: insbesondere das Schlagzeug klingt auf DOWNPOUR absolut generisch, gekünstelt und relativ überraschungsarm. Selbst die Doublebass-Attacken verpuffen eher, als dass sie für zusätzlichen Druck oder Härte sorgen – wobei es sich ohnehin um zwei Begriffe handelt, mit denen BALFLARE wenig gemein haben. Das war auf den Vorgängern nicht unbedingt ein Problem – doch langsam aber sicher beginnt es, an den Nerven zu zehren. Dieses ‚es‘ bezieht sich weiterhin vor allem auf den überschwänglichen Einsatz des Keyboards, dass in so gut wie jeder Komposition einen Ehrenplatz zugewiesen bekommt – und auf den Leadgesang von Eijin Kawazoe. Der ist zwar kein schlechter Sänger, doch klingt immer noch exakt so wie vor 6 Jahren, was bedeutet: etwaige Englisch-Kurse hat er zwischenzeitlich offenbar nicht besucht. Seine Aussprache gerät noch immer stark gewöhnungsbedürftig, während einzelne Textpassagen überhaupt nicht zu verstehen sind. Ein weiteres Merkmal, welches BALFLARE bisher auszeichnete, war die symphonische Komponente. Diese kommt auch auf DOWNPOUR noch vor – doch längst nicht mehr so erfrischend, knackig oder atmosphärisch.

Doch besehen wir ein Beispiel. Besonders gut eignet sich ein Titel wie der Opener BEFORE THE DAWN, zwecks einer Veranschaulichung der Entwicklung von BALFLARE. Zu Beginn erklingen die BALFLARE-typischen Spinett-Klänge, die auch schon TEMPEST auszeichneten – ein wohliges Gänsehautgefühl stellt sich ein. Der erste Schock folgt jedoch sogleich, und zwar mit dem Einsetzen der vollen Instrumentation. Dies geschieht absolut abrupt – und in einer weitaus mäßigeren klanglichen Qualität als die vorherigen, reinen Klassik-Klänge. Danach folgt die ein typisches BALFLARE-Brett, welches mit einer ungeheuren Geschwindigkeit über den Hörer rollt – was weitaus angenehmer wäre, wäre das Schlagzeug nicht so flachbrüstig. Im weiteren Verlauf gesellen sich verschiedene Keyboard-Variationen, Gitarrensoli und ein Refrain hinzu, der protziger nicht hätte ausfallen können. Jedoch – man gewöhnt sich an diese Komposition, auch; da sie an den episch-bombastischen Eindruck eines AWAKENING (von TEMPEST) anknüpft, und die ein oder andere wunderbare Melodiefolge offenbart. Zu einer Musik wie dieser kann man nur auf einem Hügel stehen und die Arme ausbreiten – sphärischer, eindringlicher; schlicht epischer geht es nicht. Das erschreckende daran ist, dass es sich hier bereits – trotz aller Einbußen – um den stärksten Titel des gesamten Albums handelt. Die, die noch folgen sollen; bauen entweder auf ihm auf (wie der ähnlich gehaltene Titeltrack DOWNPOUR), sind eher eintönige Midtempo-Nummern oder verlieren sich schlicht in einem Wirrwarr aus Schnelligkeit, den Keyboard-Orgien und einem merkwürdigen Englisch.

Fazit: Es ist so schade – DOWNPOUR hätte ein deutlich besseres Album werden müssen, dem man die nunmehr langjährige Erfahrung der Band wirklich anmerkt. Das Gegenteil ist der Fall – alle Mitglieder von BALFLARE scheinen einen Schritt zurück zu machen, und liefern so alles andere als die besten Performances ihrer bisherigen Karriere ab. Leadsänger Eijin Kawazoe zeigt sich nicht gerade von einer besonders variablen Seite und trumpft zudem noch mit seiner stark gewöhnungsbedürftigen Aussprache auf – wo sind die angenehmeren hohen Töne, die markanten Aha-Momente ? Das Keyboard wird eindeutig überstrapaziert, und sorgt mit dem Zusammenspiel aus einem flachen, generischen Drumming und den eher hintergründigen Gitarren für einen insgesamt viel zu laschen Sound. Und: auch in Sachen Songwriting hat man schon wesentlich besseres hinbekommen, eine Ballade wie I’M YOUR SHADOW wirkt dagegen schon fast peinlich. Zwar gibt es auch Lichtblicke – wie den Opener, das Instrumental RAIN’S REALM, der Titeltrack, eine kurze Instrumentalpassage in SYZGY – doch das ist einfach viel, viel zu wenig. Bleibt folgende Hausaufgabe für BALFLARE: TEMPEST zur Hand nehmen, noch einmal innig hören und mit DOWNPOUR vergleichen – und sich dann Gedanken über den weiteren Werdegang machen. So kann es jedenfalls nicht weitergehen.

Anspieltipps: BEFORE THE DAWN, RAIN’S REALM, DOWNPOUR

Vergleichsbands: SONATA ARCTICA


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„Zwei oder drei Übertitel – doch der Rest ist leider Murks“

BALFLARE – Downpour (Metal News)

Lange waren sie verschollen… nun endlich tauchen die Japaner wieder auf.

Typ: Studioalbum
Releasedatum: 28. September 2012
Label: Black-Listed Productions

Offizielle Webseite


Metal-CD-Review: BALFLARE – Sleeping Hollow (2008)

Land: Japan – Stil: Melodic Power Metal

Die Trackliste:

01. The Day Falls
02. Bird Cage
03. Celestial Winter
04. The Dunes
05. Rise On The Ashes
06. When The Hollow Sleeps
07. Waking In Silence
08. Tormenter
09. Sail To The Horizon
10. The Eye Of Pharaoh
11. Pray For Rosalia

Was soll man machen, wenn man mit dem Vorgängeralbum eines der besten überhaupt abgeliefert hat… ?

Vorwort: Nach THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES (2005) und TEMPEST (2006) folgt im Jahre 2008 nun das nächste Album der Japanischen Melodic Power-Metaller um Leadsänger Eijin Kawazoe. Die bisherige musikalische Entwicklung der Band kann durchaus als ‚beachtlich‘ bezeichnet werden – während das erste Album noch stark an produktionstechnischen Mängeln und einer generellen Unstrukturiertheit litt, war TEMPEST der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere. Im Review (siehe hier) räumte es sagenhafte 10 von 10 Punkten ab – viel besser kann es also nicht werden, die Frage ist nur, ob sie dieses Niveau mit SLEEPING HOLLOW halten können. Es sieht zumindest gut aus – wieder einmal ist es die nette Aufmachung der CD, die sofort ins Auge sticht und die Vorfreude auf guten Japanischen Power Metal erst so richtig weckt.

Kritik: Wie schon beim Vorgänger gibt es kein handelsübliches Intro serviert – sondern gleich einen Uptempo-Brecher par excellence. Dieser hört auf den Namen THE DAY FALLS, und startet BALFLARE-typisch durch. Das heisst: neben den treibenden Drums und Gitarren gibt es reichlich extravagantes zu hören, wie die klassisch angehauchten Spinett-Sounds oder den äusserst dicken Keyboard-Teppich. Jedoch gilt hier – glücklicherweise – wieder einmal: BALFLARE klingen einfach wenig kitschig, sondern vielmehr wie absolut ernstzunehmende Musiker. Durch die unterstützenden Organ-Sounds könnte man gar an eine Art Filmmusik denken – wenn, ja wenn da nicht die äusserst flotten Metal-Elemente und der gefühlvolle Gesang wäre. In der Tat – auch wenn der spezielle englische ‚Slang‘ des Japanischen Leadsängers nicht bei jedem ankommen wird. Doch für mich und die meisten sollte es wohl wie schon beim Vorgängeralbum lauten: gerade diese urige Aussprache entwickelt schnell einen ganz eigenen Charme. Jedoch, und das wird man zweifelsohne feststellen, hat dieses Opening schon nicht mehr die geballte Kraft eines AWAKENING, wie es auf dem Vorgänger vertreten war. Es ist so, wie es oftmals ist: wirklich einzigartige, sich jeder Kritik entziehende Songs scheint so manche Band nur ein einziges Mal. Aber sehen wir weiter – immerhin knüpft der Refrain schon deutlich an den ‚Spirit‘ des großartigen Vorgängers an.

Es folgt BIRD CAGE, ein etwas getrageneres Stück voller Melancholie und Nachdenklichkeit. Entsprechend ‚ruhig‘ kommt es auch daher, die Gitarren und Drums sind beinahe gar nicht zu hören – die hier schon eher ‚kitschig‘ wirkenden Soundtrack- und Klassik-Elemente dominieren das allgemeine Klangbild. Auch sonst weist der Song nicht unbedingt vielerlei Highlights auf – so wird der Refrain des öfteren wiederholt. Offenbar geben sich BALFLARE nun stärker den balladesken Stücken hin, wie auch das folgende CELESTIAL WINTER aufzeigt. Immerhin stechen die Gitarren hier wieder etwas deutlicher hervor, was dem Song sehr gut steht. Doch der etwas ‚lamentierende‘ Gesang begeistert nicht wirklich, das Instrumental bleibt relativ überraschungsarm. Lediglich im Refrain mag man so richtig an eine Ballade denken – doch im großen und Ganzen bleibt CELESTIAL WINTER eher ein weder-noch Titel. In THE DUNES legen die Japaner dann aber doch nochmal richtig los – hier haben wir das nächste Uptempo-Stück nach dem Opener. Und, das geht erneut recht gut ins Ohr – auch wenn es komischerweise so wirkt, als wären die Drums hier weitaus ‚aufdringlicher‘ gehalten als noch auf dem Vorgängeralbum. Interessante Instrumentalpassagen in der Mitte werten den Titel abermals auf, gefolgt von einem sehr ansprechenden Solo. Doch so wirklich will das Album nicht zünden… warum ?

Tatsächlich scheint es, als ginge BALFLARE langsam aber sicher die Abwechslung verloren – viele Songs ähneln sich einfach zu stark, zumal es immer wieder die selben Elemente sind, die in den einzelnen Titeln hervorstechen. Im Detail sind das: die klassischen Spinett-Klänge, die zwar zu hörenden, sich aber meist zurückhaltenden Gitarren und die ’sphärischen‘ Keys. So auch in der folgenden Midtempo-Ballade RISE ON THE ASHES, die erneut nicht viel neues zu bieten hat. Der Sänger lamentiert über ein Instrumental, welches man bereits zu kennen glaubt – nur der Refrain schafft es aus diesem ‚Tal der Tränen‘, und vermittelt zumindest ein paar klitzekleine Emotionen. Das Songwriting ist allerdings kaum noch mit dem des Vorgängers zu vergleichen. Einige Textpassagen wirken hier sogar ausserordentlich kitschig, wenn nicht gar plump dargeboten. Mit WHEN THE HOLLOW SLEEPS folgt ein Interlude, leider Gottes eines der merkwürdigen Art: hätte man doch bloss die unpassenden Stimmen weggelassen ! Denn ansonsten präsentiert sich ein recht stimmiges, mysteriöses Klangbild mit Wettergeräuschen und leisem Vogelgezwitscher.

Rumms – nun ist es an der Zeit für WALKING IN SILENCE. Hier gelingt die Verknüpfung von satten Keyboards, Gitarren und treibenden Drums erstmals wieder zu 100% zufriedenstellend – auch wenn sich ein gewisser Eindruck des Kitsches sicher nicht verleugnen lässt. Das Ganze klingt schon arg weichgespült, und lediglich durch das schnelle Schlagzeug auf ‚hart‘ getrimmt. Aber, wenn man schon einen echten Ohrwurm auf diesem Album sucht, dann sollte die Wahl auf diesen Titel hier fallen. Denn Titel wie TORMENTOR locken niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Wieder sind es die selben BALFALRE-Elemente, die kaum noch abgeändert werden und so langsam aber sicher leicht ‚abgenutzt‘ erscheinen. All das mag für ein oder 2 Alben funktionieren – doch irgendwann schlägt die ‚Innovation‘ eben in einen musikalischen ‚Alltag‘ um. Auch SAIL TO THE HORIZON knüpft an diese nicht mehr ganz so spannende Stimmung an, und serviert grundsolide Power Metal-Kost – nicht mehr, und nicht weniger. Immerhin hat man sich hier bemüht, mit einer weiblichen Gaststimme für Abwechslung zu sorgen – warum diese dann aber nur 2 Sekunden zu hören ist, muss man nicht verstehen. Klar, der Soli- und Instrumentalpart ist nett, kann aber nicht über die fehlenden Ideen hinwegtäuschen. Mit THE EYE OF PHARAO (hm, muss da nicht noch ein ‚THE‘ dazwischen ?) bemüht man sich nun erstmals, etwas ‚orientalischere‘ Klänge mit in den Kontext einzubinden, was auch ganz passabel klappt. Aber dennoch muss auch dieser Titel eher als Langweiler bezeichnet werden, da vor allem die Strophen recht merkwürdig vom Leadsänger dargeboten werden. Überhaupt, was ist da nur los mit dem ‚Lamentieren‘ ? So wehleidig und kraftlos ging es doch auf dem Vorgängeralbum noch nicht zu ? Der Finale Titel PRAY FOR ROASALIA ist dann unglücklicherweise eine weitere Ballade, die das Gesamtbild nicht mehr nennenswert aufwerten kann.

Fazit: BALFLARE, das ist schon eine Band der Merkwürdigkeiten. Man könnte auch plump fragen: was ist da nur los, was ist nach dem zweiten Album geschehen ? Denn: das erste war absolut in Ordnung und zeigte das Potential der Band auf, das zweite war eine absolute Granate – und jetzt liegt das dritte vor, welches viel eher als bessere Einschlafhilfe bezeichnet werden kann. Es finden sich unverhältnismäßig viele ruhige, balladeske Stücke auf dem Album, und auch die gegensätzlichen schnellen Titel klingen längst nicht mehr so ‚ehrlich‘ wie auf dem Vorgänger. Im Gegenteil, es scheint als wurde das Schlagzeug einfach nur nach dem Motto ‚Hauptsache flott‘ gequält, danach einige äusserst süffige Keyboardpassagen darübergelegt – und fertig ist der neue BALFLARE-Titel. Was auf dem Vorgängeralbum noch innovativ klang, wird hier langsam aber sicher zur Geduldsprobe – die immer gleichen klassischen Elemente (Spinett) können nicht mehr überzeugen, und auch der Sänger scheint hier einfach nicht mehr ganz so viel ‚Spaß‘ zu haben. Er klingt nun immer wehleidiger, lustloser – wie auch die Kompositionen im gesamten. Wenn dieses Album ein Schritt in eine neue Richtung darstellen soll, dann kann ich nur sagen: es ist gewiss die falsche ! Da greife ich doch lieber wieder zum verspielten, aber längst nicht so kitschigen TEMPEST.

Anspieltipps: THE DAY FALLS, WALKING IN SILENCE

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Metal-CD-Review: BALFLARE – Tempest (2006)

Land: Japan – Stil: Symphonic Power Metal

Die Trackliste:

1. Awakening
2. End This Misery
3. Hollow The Dusk
4. Out break
5. Toward Fall
6. Burning Wild
7. A False Charge
8. Storm Lord
9. Reaching For The Sky
10. Black Raven
11. End Of Time

Hätte NEON GENESIS EVANGELION einen Metal-Soundtrack…

Vorwort: Habe ich im Review zum Debütalbum von BALFLARE nicht gemutmaßt (siehe hier), dass es im Falle eines Nachfolgers deutlich professioneller und angenehmer zugehen würde was die Produktionsqualität betrifft ? In der Tat, nur ein Jahr später folgt mit TEMPEST das zweite offizielle Album der Band – und das sieht mal super-vielversprechend aus. Wagen wir einen (zweiten) Blick hinein in die Welt der Japan-Metaller mit den genialen Cover-Artworks.

Kritik: Ich habe es doch gesagt – es wird besser werden. Dass es allerdings so gut werden würde, hätte auch ich nicht gedacht. BALFLARE liefern mit AWAKENING den Opener schlechthin ab. Wahrlich, es ist selten dass ein Album so stark beginnt – der Titel hat alles, was man als geneigter Fan am Power Metal-Genre zu schätzen weiss – und noch so viel mehr. Relativ ‚typisch‘ für das Genre ist die wummernde Uptempo-Instrumentalisierung mit treibendem Doube-Bass und flotten Riffs, aber was sich da noch alles im Hintergrund versteckt spottet beinahe einer Beschreibung. Es tummeln sich sowohl klassische Instrumente (Spinett) wie auch zutiefst atmosphärische Keyboardpassagen, die perfekt in den Kontext des Titels eingebunden werden. Und, mit Eijin Kawazoe hat man zudem einen neuen Leadsänger gewonnen – der den alten (ich will ihn nicht schlechtmachen, aber…) um Längen schlägt. BALFLARE verstehen als einige der wenigen Bands wirklich, was es mit dem Begriff ‚episch‘ auf sich hat. Zeitlos, bombastisch, unglaublich ausdrucksstark – die Überhymne mit einem Anspruch auf einen ganz hohen Platz in jeglichen Alltime-Power Metal-Charts.

Es ist sicherlich kein leichtes, dieses hohe Bombast-Niveau zu halten – doch auch das folgende END THIS MISERY weiss klar zu punkten. Hier regiert ein leicht melancholischer Unterton, den man aufgrund der spielfreudigen Instrumentalisierung jedoch glatt zu überhören droht. Sicher, BALFLARE haben einen sehr keyboardlastigen Sound, doch im Gegensatz zu vielen anderen Bands wirkt dieser keinesfalls plump, billig oder aufgesetzt. Er erfüllt schlicht seinen Zweck, und steuert ein gehöriges Maß an gefühlter Erhabenheit und Extravaganz zu jedem einzelnen Titel hinzu. Extrem wirkungsvoll sind auch die starken Instrumentalpassagen, die zeitloser nicht hätten ausfallen können. Und wer glaubt, BALFLARE spielten einen zu ‚kitschigen‘ oder ‚harmlosen‘ Power Metal, der solle doch bitte auch einmal seine Aufmerksamkeit auf die perfekt gespielten Drums und die wirklich guten Riffs und Soli lenken. Mit HOLLOW THE DUSK folgt das einzige Interlude des Albums, welches genauso gut als Intro hätte fungieren können. So reiht es sich als klassisch angehauchtes, an Filmmusik erinnerndes Atmosphäre-Stück in das Album ein – auch gut. Denn mit OUTBREAK folgt ohnehin schon der nächste Brecher, mit dem man durch die Power Metal-Szenerie stampft dass es eine wahre Freude ist. In den Strophen holt man den Hörer wieder etwas herunter, von dem hohen Ross auf dem er aufgrund der reichlich erhabenen Musik zu sitzen glaubt – nur um im Refrain wieder alle Grenzen zu sprengen und nach vorne zu preschen. Immer markant und mit von der Partie: die eingängigen Strukturen, die perfekten Arrangements und das ganz, ganz große Kino.

Aber auch in Sachen Poesie und vermittelter Nachdenklichkeit brauchen sich BALFLARE keinesfalls zu verstecken. Auch wenn es stärkere Balladen als TOWARD FALL gibt – doch gerade der enorm klassische, sphärisch-erhabene Instrumentalteil weiss hier zu überzeugen. Ganz heimlich, still und leise. Leider, ja leider gibt sich auch der Leadsänger dieser Stimmung hin, und singt hier in einer etwas merkwürdigen Tonlage, sich irgendwo zwischen einem Flüsterton und leisem Hauchen bewegend. Aber auch das macht nichts, denn spätestens ab der Hälfte des Titels beginnt schon die nächste Entwicklung, die die potentiell dazugehörigen Bilder nur so sprießen lässt. Vor dem geistigen Auge, versteht sich – schließlich gibt es keinerlei Musikvideo von der Band. Gut, TOWARD FALL war nun nicht das Glanzlicht des Albums… aber wie steht es denn dann mit BURNING WILD ? In der Tat hat dieser Titel als einer von so vielen potentiell berechtigen einen Anspruch auf diese Attribuierung. Wahnsinn – das Ganze könnte man beinahe als verspielte Hymne der fröhlicheren Art bezeichnen – jedoch driften BALFLARE niemals in Bereiche der Lächerlichkeit ab. ein schier unglaublicher, mitreissender Drive hält den Hörer bei Laune, eine spätere Instrumentalpassage zeigt nocheinmal das ganze Können der Beteiligten Musiker, vor allem die Gitarren werden hier ordentlich strapaziert. Bis hin zu einem abermals äusserst epischen Finale.

A FALSE CHARGE ist wiederum einer der ruhigeren Titel, der zwar einen ordentlichen Double-Bass aufweist – doch die Gitarren kommen hier eher hintergründig zum Einsatz, das Keyboard dominiert. Man könnte also von einer Art Ballade sprechen – die jedoch weitaus mehr Emotionen freisetzt als TOWARD FALL. Gibt es denn überhaupt noch ‚echte‘ Tiefpunkte auf TEMPEST ? Offenbar nicht, denn STORM LORD ist wieder so ein episches Monster, das vor allem im Refrain zum alles andere blass wirkenden Finalschlag ausholt. Nun, REACHING FOR THE SKY beginnt als relativ unspektakuläre Ballade, die zudem noch mit einem etwas ‚verstimmt‘ wirkenden Leadsänger aufwartet. Zugegeben, er klingt hier etwas merkwürdig, leicht ‚froschig‘ wenn man so will – auch wenn das Ganze absichtlich so inszeniert ist. Dafür wird man mit einem netten, dezenten Refrain entschädigt. Schreiten wir voran zu BLACK RAVEN, entdecken wir einen weiteren sehr markanten Titel, der durch den besonderen Rhythmus sofort hervor sticht. Man muss sich schon ein wenig an die Mischung aus (etwas zu flottem) Double-Bass und Soundtrack gewöhnen – doch sofern diese Hymne genommen ist, kann man vollends einsteigen. In der Tat sind es die Tempo-Wechsel und der Umgang mit demselben, die diesen Titel auszeichnen – so wie letztendlich auch der Refrain. Episch, episch, episch. Wie auch der fulminante Abschluss END OF TIME, der noch einmal alle Geschwindigkeitsregister zieht und auch sonst wunderbar melodisch und kraftvoll daherkommt.

Fazit: Hymne reiht sich an Hymne… BALFLARE verstehen es wie keine zweite Band, eine gewisse ‚Erhabenheit“ an den Hörer zu übermitteln. Denn genau so sehen so gut wie alle Songstrukturen auf dem Album aus: sie sind erhaben, perfekt umgesetzt und absolut zeitlos. Die Mischung aus treibenden Metal-Elementen und beschwichtigenden Keyboard-Sounds sowie einigen klassischen Anleihen ist einzigartig, und verleiht dem Album einen zusätzlichen epischen Touch. Auch könnte man sich das Ganze perfekt als Soundtrack vorstellen, oder als eine Art Metal-Oper, oder… die Liste ist endlos. Der Leadsänger mag für manche als ‚Geschmackssache‘ einzustufen sein, gerade aufgrund der speziellen englischen Aussprache – doch im großen und Ganzen sollte hier der Charme überwiegen. Immerhin ist er schon wesentlich (!) besser zu verstehen als sein Vorgänger. Nur eines ist sicher: BALFLARE haben sich mit TEMPEST ihren Platz auf dem Wertungsthron mehr als verdient. Eine absolute Empfehlung für alle, die auch nur ansatzweise etwas mit dem Power Metal anfangen können. BALFLARE und SKYWINGS – zwei Formationen aus Japan, mit denen man rechnen sollte.

Anspieltipps: Bis auf TOWARD FALL eigentlich ALLE…

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Metal-CD-Review: BALFLARE – Thousands Of Winters Of Flames (2005)

Land: Japan – Stil: Symphonic / Melodic Power / Speed Metal

Die Trackliste:

01. Flare of Dusk
02. Hunt and Brave
03. Storm Mind
04. Shadows
05. Bind Blaze
06. Dead Fall
07. Four Hundred Years
08. Thousands of Winters of Flames
09. Sound of Silence

Japan-Fans aufgepasst… !

Vorwort: Ja, irgendwie kennt man hierzulande nicht wirklich viele nennenswerte Power Metal-Combos auf dem fernen Osten, genauer gesagt aus Japan… und die, die oftmals genannt werden, sind ohnehin schon solche, die international einen hohen Bekanntheitsgrad geniessen. Aber – es lohnt sich, einmal tiefer in die Materie einzusteigen und einen genaueren Blick zu riskieren. Denn nur dann entdeckt man Bands wie BALFLARE, die seit 2004 existiert.

Kritik: THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES (bitte nicht das eine ‚Of‘ vergessen) ist ein Album, welches einerseits typisch für das Genre ist, andererseits aber genügend Alleinstellungsmerkmale aufweist. Eindeutig ‚typisch‘ ist, dass es sich hier um ein Debütalbum handelt – und die Produktionsqualität wieder einmal alles andere als berauschend ist. Der Sound wirkt einstweilen etwas flach und ‚klirrend‘, der Gesang etwas zu leise und hintergründig. Das ist noch kein Problem wenn man das Intro FLARE OF DUSK zur Hand nimmt – ein reines, beinahe filmreifes Instrumentalstück – doch bei dem Opener HUNT AND BRAVE macht es sich durchaus bemerkbar. Aber auch noch etwas anderes schimmert ab den ersten Sekunden durch die Oberfläche hindurch: BALFLARE setzt auf für europäische Verhältnisse ungewöhnliche Samples und Strukturen, was dazu führt dass ein insgesamt ‚frischer‘ Eindruck vorherrscht. Ein treibender Double-Bass dient als Motor für ansprechende Strophen und exzellente Refrains, wie in diesem Opener – hier regiert die pure Melodiösität, und dass ohne das der Kitsch Überhand nimmt. Vielmehr wirken die Songs leicht mystisch – wie auch das folgende STORM MIND, welches zusätzlich mit stimmigen Keyboardsounds untermalt ist. Der sehr angenehme Gesang von Hideki Tada entwickelt zusammen mit der speziellen Aussprache des englischen sofort einen gewissen Charme. Da macht es auch (fast) nichts, dass man einige der gehörten Passagen nachschlagen muss – es kann sogar sein, dass man (erst) überhaupt nichts versteht. Das ist jedoch nicht so drastisch zu beurteilen wie es klingt, nach ein paar Durchläufen gewöhnt man sich daran.

SHADOWS ist ein stimmiges Interlude, welches abermals eine leicht bedrohliche, geheimnisvolle Stimmung heraufbeschwört – hier merkt man dem Album seine produktionstechnischen Mängel am wenigsten an. Ein solch ruhiges Stück ist auch bitter nötig, schließlich fungiert es als Vorbereitung für die Uptempo-Nummer BLIND BLAZE, welche richtig kräftig durch die Boxen prescht und durch sehr klare Drums und durch versierte Riffs besticht. Es gibt allerdings auch Passagen, in denen man das Gefühl hat, als wäre es manchmal ein wenig zuviel des guten gewesen – vor allem was das Keyboard angeht.Auch der Gesang wirkt in Anbetracht einer solchen, etwas durcheinandergeratenen Instrumental-Mauer noch viel zu hintergründig. Mit Titeln wie DEAD FALL wagt man sich dann wieder in etwas ruhigere Gefilde, sodass eine Mischung aus Ballade und Stampfer-Hymne entsteht. Gerade im Refrain – der weitaus stärker wirkt als die etwas angestrengten Strophen. FOUR HUNDRED YEARS macht dann wieder richtig Laune, auch wenn es zweifelsohne heisst: Keyboard-Alarm ! Überhaupt wirken die Songstrukturen recht ‚unorganisiert‘, gerade im Zusammenspiel mit der etwas schwachbrüstigen Produktion und den leichten Schwächen des Sängers (oder den Effekten, mit denen seine Stimme unterlegt ist). Jedoch merkt man dem Album an, dass reichlich Melodie, Extravaganz und ein gehöriges Ideenreichtum in ihm steckt. Wie auch beim Titeltrack THOUSANDS OF WNTERS OF FLAMES, der mit 9 Minuten einer der epischeren Titel des Albums ist. Sehr markant und super inszeniert: der Einsatz von klassischen Elementen, die den Song tragen und zum Ende hin noch einmal alleinstehend präsentiert werden. Als Outro fungiert noch das schmackige SOUND OF SILENCE, welches eine hohe Eingängigkeit aufweist und einfach typisch nach ‚Japan-Metal‘ klingt. Ein epischer Text, ein Glockenläuten im Hintergrund, krachende Fanfaren und Soundtrack-typische ‚Rummser‘ machen diesen Titel zu einem absolut würdigen, fulminanten Finalstück.

Fazit: BALFLARE liefern mit THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES ein starkes Album ab – für Debütalben-Verhältnisse sogar ein sehr starkes. Der Sound der Band ist äusserst vielschichtig und abwechslungsreich, und zusätzlich mit angenehmen Soundtrack-Elementen garniert. Der Japan-Touch ist angenehm und gerade hierzulande unverbraucht, und sorgt stets für das Gefühl, etwas wirklich ‚besonderes‘ in der Hand (oder im Ohr) zu haben. Das einzige Problem ist und bleibt die Produktionsqualität, welche dem sonst ‚epsichen‘ Eindruck des Silberlings einfach nicht gerecht werden will. Doch, und das muss man ganz klar sagen, macht das Album unglaublich viel Lust auf mehr. Ich vermute mal stark, dass beim nächsten Album der Band eine höhere Wertung drin ist.

Anspieltipps: BLIND BLAZE, DEAD FALL, THOUSANDS OF WINTERS OF FLAMES, SOUND OF SILENCE

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