Metal-CD-Review: AXENSTAR – Perpetual Twilight (2002)

Alben-Titel: Perpetual Twilight
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2002
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Magnus Winterwild – Vocals, Keyboards
Magnus Ek – Bass
Pontus Jansson – Drums
Thomas Eriksson – Guitars (lead)
Peppe Johansson – Guitars

Track-Liste:

1. All I Could Ever Be (04:34)
2. The Cross We Bear (05:46)
3. King of Tragedy (05:34)
4. Scars (05:06)
5. Enchantment (04:41)
6. New Revelations (07:16)
7. Secrets Revealed (03:12)
8. Confess Thy Sins (04:08)
9. Perpetual Twilight (08:31)

Wenn ein gutes Gehör wichtiger ist als eine klare Sicht.

Nachdem sie sich schon 1998 unter dem Namen POWERAGE zusammengefunden hatten, sollte es kurz nach der Jahrtausendwende so richtig losgehen für Frontmann Magnus Winterwild und seine muntere Metal-Schar: AXENSTAR waren geboren, und damit auch das Bestreben einen ordentlichen Ruck durch die Power Metal-Landschaft gehen zu lassen. Den ersten markanteren Schritt in diese Richtung unternahmen die Musiker mit ihrem 2002 auf den Markt geworfenen Debütalbum PERPETUAL TWILIGHT – welches über das Label Arise Records erschien und insgesamt 9 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten enthält. Grundsätzlich handelt es sich bei diesem ersten Paukenschlag der Schweden um ein Album, welches recht gut in damalige Power Metal-Szene passte – und dass analog dazu auch einen ersten Vorgeschmack auf die durchaus vorhandenen Alleinstellungsmerkmale der Band erlaubte.

Die beziehen sich indes weniger auf die knackige instrumentelle Darbietung der einzelnen Mitglieder, als vielmehr den warm-weichen Leadgesang von Magnus Winterwild und die recht einzigartige Atmosphäre des Albums – das schon mit dem Opener ALL I COULD EVER BE eine mitunter magisch-poetische Grundstimmung etabliert, der man sich nur schwer entziehen kann. Das schöne dabei ist, dass sich AXENSTAR dabei niemals einem nennenswerten Kitsch hingeben – also beispielsweise das Keyboard eher hintergründig agieren lassen und auf allzu schmachtende balladeske Momenten verzichten. Anders gesagt: wenn AXENSTAR doch noch mal eine Ballade inszenieren, klingt das am ehesten so wie in SCARS oder ENCHANTMENT – also noch immer mit einem ordentlichen Druck und einer antreibenden Metal-Instrumentierung ohne viel Schnickschnack.

Doch das ist auf einem Album wie diesem ohnehin eher die Ausnahme – denn am liebsten bewegen sich AXENSTAR in kraftvoll-stampfenden (THE CROSS WE BEAR) bis rasant schnellen Power Metal-Gefilden (alle hinteren Titel, mit Ausnahme des vergleichsweise ruhigen akustischen Intermezzos in Form von SECRETS REVEALED). Zusätzlich interessant wird es dabei in Anbetracht von Nummern wie KING OF TRAGEDY (das ein interessantes emotionales Wechselspiel innerhalb längerer Instrumentalparts vorsieht), NEW REVELATIONS (das mit seinen fast schon feucht-fröhlichen Melodiebögen einen recht hymnischen Anspruch besitzt) sowie dem längeren Rausschmeißer und Titeltrack PERPETUAL TWILIGHT – der auch wenn er nicht mehr viel neues zum Gesamteindruck des Albums beitragen kann ebenfalls als gelungen bezeichnet werden muss.

All das klingt so, als würde PERPETUAL TWILIGHT keinerlei Schwächen offenbaren – was aber auch nicht ganz richtig ist. Eventuell sollte man in Anbetracht des Alben-Daseins als erste offizielle Veröffentlichung einer seinerzeit noch völlig unbekannten Band nicht allzu streng mit AXENSTAR ins Gericht gehen, aber: insbesondere die Abmischungs- und Produktionsqualität (und damit alles, was die eigentliche Inszenierung des Sounds betrifft) ist in diesem Fall nicht wirklich optimal ausgefallen. Gewissermaßen passig, also ebenfalls nicht gerade differenziert schneidet vielleicht auch die grundsätzlich angenehme Darbietung des Leadsängers Magnus Winterwild ab – dem man zwar schon hier eine relative Einzigartigkeit attestieren konnte, aber eben keine sonderlich ausgeprägte Variabilität.

Davon abgesehen gibt es aber nichts zu mäkeln, oder zusammenfassend gesagt: auch wenn PERPETUAL TWILIGHT nicht ganz an den Status eines sensationellen Debütalbums wie etwa SONATA ARCTICA’s ECLIPTICA (siehe Review) herankommt, waren die Schweden von AXENSTAR schon früh auf dem richtigen Weg.

Absolute Anspieltipps: ALL I COULD EVER BE, KING OF TRAGEDY, NEW REVELATIONS, PERPETUAL TWILIGHT


„Ein fast perfektes, in jedem Fall empfehlenswertes Debütalbum.“

Metal-CD-Review: BLIND GUARDIAN – A Night At The Opera (2002)

Alben-Titel: A Night At The Opera
Künstler / Band: Blind Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. März 2002
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Virgin Records

Alben-Lineup:

Hansi Kürsch – Vocals
Marcus Siepen – Guitars
André Olbrich – Guitars
Thomas Stauch – Drums, Percussion

Track-Liste:

1. Precious Jerusalem (06:22)
2. Battlefield (05:37)
3. Under the Ice (05:45)
4. Sadly Sings Destiny (06:05)
5. The Maiden and the Minstrel Knight (05:30)
6. Wait for an Answer (06:30)
7. The Soulforged (05:18)
8. Age of False Innocence (06:06)
9. Punishment Divine (05:45)
10. And Then There Was Silence (14:06)

Geschichten einer verwunschenen Nacht.

Gute 4 Jahre nachdem die deutschen Power Metal-Pioniere von BLIND GUARDIAN ihre Hörer auf eine fantastische Reise in Richtung der Gefilde von Mittelerde eingeladen hatten (NIGHTFALL AT MIDDLE-EARTH, siehe Review) erschien 2002 auch schon das nächste vielversprechende Werk aus der engagierten und allseits bekannten Metal-Schmiede. Selbiges horcht auf den Titel A NIGHT AT THE OPERA, beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 67 Minuten – und bewegte sich im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger etwas weiter weg vom zuvor noch recht üppig behandelten TOLKIEN-Universum. Da die Band aber bereits unter Beweis gestellt hatte, dass die in der Lage wäre so gut wie jede Geschichte in ihrem musikalischen Sinne perfekt aufzubereiten – und dementsprechend auch für ein breiteres Publikum schmackhaft zu machen – war dies auch kein großes Problem. Zumal, und das markiert eine der inhaltlichen Besonderheiten von A NIGHT AT THE OPERA; die gefundene Alternative in Richtung einiger interessanter Begebenheiten aus den Bereichen der Religion sowie der Philosophie bestens zur bis dato an den Tag gelegten Marschrichtung von BLIND GUARDIAN zu passen schien. Nimmt man nun noch die Tatsache hinzu, dass der Alben-Titel selbst eine Hommage an das frühere Schaffen von QUEEN darstellt (die 1975 ein gleichnamiges Album veröffentlichten) – so sollte man von A NIGHT AT THE OPERA alles erwarten können. Nur kein Dasein als allzu engstirniges Album, welches bis auf einige eingefleischte Power Metal- und TOLKIEN-Nerds keine Abnehmer finden würde.

Und doch muss sich auf ein Album wie A NIGHT AT THE OPERA eine gewisse Form der Kritik gefallen lassen. Und das sowohl als Album einer Band, die sich in ihren Anfangsjahren noch als recht zünftig agierenden Speed Metal-Combo inszenierte – als auch als unabhängiges Werk, dass sich in den frühen 2000er Jahren auch mit dem Schaffen der immer weiter gedeihenden Konkurrenz messen lassen musste. Immerhin: BLIND GUARDIAN sind sich auch auf ihrem siebten Studiowerk treu geblieben, und das trotz oder gerade wegen der ab einem Album wie TALES FROM THE TWILIGHT WORLD (Review) vollzogenen Entwicklung hin zu einer der populärsten Power Metal-Bands aus Europa. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger NIGHTFALL ON MIDDLE-EARTH klingt A NIGHT AT THE OPERA auch wieder etwas zugänglicher, was in diesem Falle keinesfalls negativ zu verstehen ist – woran vor allem die recht gut in Szene gesetzten Chöre und harmonischen Gesangsstrukturen einen nicht unerheblichen Anteil haben. Aber auch die allgemein recht; man nenne es reichhaltige Herangehensweise in Bezug auf die vorgesehenen Instrumente und Strukturen weiß schnell zu gefallen. So gibt es hier an so gut wie jeder Ecke etwas zu entdecken – und ein jeder einzelne Titel avanciert zu einem kleinen Festmahl im Hinblick auf die potentielle Bandbreite und die Vielfalt des europäischen Power Metals, den BLIND GUARDIAN hier mit einem recht überzeugenden Engagement und auch der nötigen Glaubwürdigkeit inszenieren.

Anders gesagt: Gefühle wie Langeweile oder Eintönigkeit werden auf einem Album wie diesem vermutlich eher nicht aufkommen – und selbst der Vorwurf, dass einem Album wie A NIGHT AT THE OPERA die nötige Härte und Griffigkeit fehlt; scheint nicht wirklich zu ziehen. Zumindest nicht dieses Mal, und im Gegensatz zu den eventuell etwas schwächeren und noch etwas stärker mäandrierenden Vorgängern. A NIGHT AT THE OPERA wirkt insgesamt stimmig, in sich geschlossen – und schöpft sowohl in Bezug auf die kompositorische Komponente als auch die Leistungen der einzelnen Bandmitglieder aus dem Vollen. Zumindest fast, denn einen potentiellen Nachteil offenbart das Ganze dann doch: durch die Ausstaffierung fast aller Nummern und Momente mit dem jeweils größtmöglichen Aufkommen an schwermetallischen Spielereien, variablen Strukturen und atmosphärischen Einschüben könnte einstweilen der Eindruck entstehen, dass A NIGHT AT THE OPERA Gefahr läuft dezent überladen zu klingen. Vielleicht hätten der ein oder andere in diesem Sinne nicht ganz so ausufernde, den Hörer von allen Seiten mit verschiedenen Eindrücken bombardierende Moment dem Album tatsächlich ganz gut getan – doch da es nun einmal nur das eine A NIGHT AT THE OPERA gibt, muss man auch mit diesem Vorlieb nehmen.

Und das gelingt in Anbetracht der schieren Wucht und Präsenz des Albums auch recht gut, wobei die Highlights hier für sich sprechen: das vermutlich am wenigsten Metal-lastige, von Hansi Kürsch aber vortrefflich dargebotene und auch sonst enorm atmosphärische THE MAIDEN AND THE MINSTREL, das überlange und mit vielen klassischen Bezügen gespickte AND THEN THERE WAY SILENCE inklusive seiner fast schon hypnotischen, mit der Größe einer Band wie QUEEN zweifelsohne vereinbarenden Wirkung; das hier vergleichsweise gradlinig abschneidende THE SOULFORGED mit seiner starken Gitarren-Komponente oder PUNISHMENT DIVINE als wohl aggressivste Nummer des Albums. Letztendlich kann A NIGHT AT THE OPERA damit relativ kompromißlos überzeugen – wobei man vielleicht sogar von der endgültigen Untermauerung eben jenes Konzeptes sprechen könnte, für das sich BLIND GUARDIAN auf ihren in den 90er Jahren veröffentlichten Alben entschieden hatten. Der Kreis zu den sehr guten frühen Alben BATTALIONS OF FEAR (Review), FOLLOW THE BLIND (Review) und TALES FROM THE TWILIGHT WORLD (Review) scheint sich jedenfalls langsam aber sicher zu schließen.

Absolute Anspieltipps: BATTLEFIELD, THE MAIDEN AND THE MINSTREL KNIGHT, THE SOULFORGED


„Ein vielfältiges und äußerst unterhaltsames BLIND GUARDIAN-Album.“

Metal-CD-Review: NOCTURNAL RITES – Shadowland (2002)

Alben-Titel: Shadowland
Künstler / Band: Nocturnal Rites (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 2002
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Century Media Records

Alben-Lineup:

Jonny Lindqvist – Vocals
Fredrik Mannberg – Guitars
Nils Norberg – Guitars
Nils Eriksson – Bass
Owe Lingvall – Drums
Mattias Bernhardsson – Keyboards

Track-Liste:

1. Eyes of the Dead (04:52)
2. Shadowland (04:32)
3. Invincible (04:57)
4. Revelation (04:44)
5. Never Die (04:23)
6. Underworld (04:27)
7. Vengeance (05:19)
8. Faceless God (05:14)
9. Birth of Chaos (04:15)
10. The Watcher (04:00)

Wo Schatten ist, ist immer auch Licht.

Gute 2 Jahre nachdem sich die schwedischen Recken der NOCTURNAL RITES analog zu einem markanten Lineup-Wechsel (den einstigen Leadsänger Anders Zackrisson ersetzte ab dem Jahre 2000 der auch heute noch in der Band aktive Jonny Lindqvist) auf ihrem Ende 2000 erschienenen vierten Studioalbum AFTERLIFE (siehe Review) quasi neu erfunden hatten, folgte mit SHADOWLAND der nächste Rundumschlag in Form eines knackigen Genre-Albums aus der hiesigen Metal-Schmiede. Und damit auch eines Albums, welches die mit der Neubesetzung von Jonny Lindqvist einhergehende; etwas rauere Marschrichtung der Band nochmals explizit unterstrich – auch wenn SHADOWLAND durchaus einige Parallelen zu den früheren Werken der NOCTURNAL RITES aufweist. Demnach trifft man es vielleicht am besten, wenn man hier von den neuen alten NOCTURNAL RITES spricht – die ihre ab 2000 gewonnene Kraft vor allem in Bezug auf das Riffing und den kräftigeren Leadgesang mit ihrem ursprünglichen Gefühl für großartige Melodien und eine gewisse Verspieltheit auf SHADOWLAND zu einem überraschend gut funktionierenden Ganzen verweben.

Anders gesagt: SHADOWLAND kommt nicht mehr ganz so düster daher wie sein Vorgänger, legt die zuvor anberaumten Elemente aus dem Trash- und Speed Metal fast vollständig ad acta – und bringt stattdessen wieder eine zünftige Portion eines europäischen Power Metals an den Start, die auch in Bezug auf ihre Hymnentauglichkeit überzeugen kann. Und das vornehmlich, da die NOCTURNAL RITES hier zu keinem Zeitpunkt Gefahr laufen ins kitschige abzudriften – und den insgesamt 10 Titeln eine angenehme Grund-Härte innewohnt, die die Nummern trotz der teils extrem eingängigen Mitsing-Refrains (wie in REVELATION) angenehm knackig klingen lässt. Entsprechend schwer könnte es einem auch fallen, die Highlights des Albums herauszupicken – das bereits im Auftakt einige absolute Hochkaräter serviert. Sei es der Opener EYES OF THE DEAD, der ganz und gar kultverdächtige Titeltrack SHADOWLAND oder das atmosphärisch stampfende INVINCIBLE -die NOCTURNAL RITES geben sich hier wahrlich nicht die Blöße, und überzeugen analog zu ihren schon immer aussagekräftigen handwerklichen Fähigkeiten auch mit einem guten Gespür für ein möglichst effektives Songwriting.

Nimmt man nun noch die äußerst druckvolle Produktion, die schier perfekte Abmischung (die weder den Leadgesang noch die brachialen Instrumentalkulissen benachteiligt), das grundsätzliche Auskommen oder zumindest eine äußerst minimalistische Herangehensweise in Bezug auf das Keyboard sowie das Ausbleiben eine sonst gerne obligatorischen Genre-Ballade hinzu; erhält man nicht weniger als eines der besten Power Metal-Alben des Jahres 2002. Eines, das wenn überhaupt nur kleinere Schwächen offenbart; deren Gewichtung je nach persönlicher Facón unterschiedlich ausfallen wird. So könnte etwa der schon auf dem Vorgänger etwas gewöhnungsbedürftige Sound des Drummings auch dieses Mal für einen (wenn dann aber minimalen) Anflug von Verdruss sorgen, und auch der Faktor der offerierten Abwechslung hätte ruhig noch markanter ausfallen können oder sollen. Zwar nicht unbedingt in Form einer Ballade, aber dennoch. Schließlich kommen gerade im späteren Verlauf nicht mehr viele neue Eindrücke oder solche hinzu, die den gelungenen Alben-Auftakt noch toppen könnten. Dennoch, und bei aller Liebe handelt es sich zweifelsfrei um eines der absoluten TOP-Alben der NOCTURNAL RITES.

Absolute Anspieltipps: EYES OF THE DEAD, SHADOWLAND, REVELATION, VENGEANCE


„Eine höchst interessante Symbiose aus kräftig-bissigen und melodisch-hymnischen Elementen.“

Metal-CD-Review: MORIFADE – Imaginarium (2002)

Alben-Titel: Imaginarium
Künstler / Band: Morifade (mehr)
Veröffentlichungsdatum: April 2002
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Hammerheart Records

Alben-Lineup:

Stefan Petersson – Vocals
Jesper Johansson – Guitars
Robin Arnell – Guitars
Henrik Weimedal – Bass
Fredrik „Frippe“ Eriksson – Keyboards
Kim Arnell – Drums

Track-Liste:

1. Lost Within a Shade (03:42)
2. Escape (03:44)
3. Rising Higher (04:23)
4. Nevermore (07:48)
5. The Enemy Within (04:46)
6. Dark Images (04:09)
7. In Martyria (05:06)
8. Revive for Awhile (04:22)
9. The Secrecy (04:36)
10. Reborn (04:32)
11. Whispering Voices (06:24)

Von zu ergründenden Ursprüngen und klassischen Schätzen.

Für nicht wenige europäische Power Metal-Combos war die Zeit um die Jahrtausendwende herum eine ausgesprochen gute und produktive. Die eigentlich schon 1992 gegründeten, dabei aber erst ab 1998 so richtig durchgestarteten Schweden von MORIFADE bilden da keine Ausnahme – auch wenn man mittlerweile schon länger nichts mehr von ihnen gehört hat. Vor einigen Jahren jedoch, und speziell nach dem vielversprechenden 1999’er Debütalbum POSSESSION OF POWER (siehe Review) standen die Zeichen noch auf einem relativ eindeutigen grün – wofür nicht zuletzt die direkt nach dem Debüt veröffentlichte, recht überraschende und schlichtweg geniale EP CAST A SPELL (Review) bis heute Pate steht. Ein klassisches One-Album-Wonder waren oder sind MORIFADE aber auch nicht – schließlich folgte schon im Jahre 2002 IMAGINARIUM, das zweite offizielle Studioalbum der Band.

Selbiges beinhaltet 11 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 53 Minuten – und machte in etwa da weiter, wo MORIFADE zuvor mit ihrem Erstschlag POSSESSION OF POWER aufgehört hatten. Das gilt vornehmlich in Bezug auf die angepeilte Spielart und den dezent an diverse in jener Zeit aktiven Italo-Combos erinnernden Stil – der sich mit dem recht hohen und weichen Leadgesang von Stefan Petersson, einem großzügigen Einsatz des Keyboards und den im Gegensatz dazu stehenden griffigen Gitarren irgendwo zwischen dem Schaffen der frühen CRYSTAL EYES und den Italienern von LABYRINTH wohlfühlt. Für den ein oder anderen emotionalen Moment waren sich MORIFADE schließlich auch nicht zu schade – wobei, und das ist das besondere; man ihnen auch in diesen Momenten durchaus abnimmt was sie da von sich geben (NEVERMORE, REVIVE FOR A WHILE). Und auch wenn die vergleichsweise feucht-fröhlichen Gesänge (inklusive der Chöre) und das niemals gänzlich außen vor gelassene Keyboard eigentlich danach schreien: IMAGINARIUM ist in Bezug auf seine Gesamtwirkung letztendlich deutlich weniger kitschig geworden als es eventuell zu befürchten war.

Das liegt sicher auch an der schieren Überzeugungskraft der einzelnen Nummern respektive Hymnen, die wirkungsvoller und zeitloser nicht hätten ausfallen können. Sei es der schmackige Opener LOST WITHIN A SHADE, das stampfende ESCAPE, das bereits erwähnte balladeske REVIVE FOR A WHILE oder etwa die schiere Übernummer IN MARTYRIA – MORIFADE machen hier eine durchweg ausgezeichnete Figur. Und das auch, da das Angebot recht breit gefächert ist, so gut wie niemals Langeweile aufkommt, das an den Tag gelegte Handwerk zu jedem Zeitpunkt überzeugt – und insbesondere auch die dezent progressiv angehauchten Instrumentalpassagen den Hörer gekonnt bei Laune halten. Ein oder zwei Schwächen aber offenbart das Album dann doch: zum einen hätte die allgemeine Abmischungs- und Produktionsqualität noch etwas aussagekräftiger ausfallen können, was die glücklicherweise auch so noch spürbare Wirkung der starken Einzeltitel zusätzlich unterstrichen hätte – und zum anderen wäre es wohl kaum jemanden zu verübeln, wenn er nicht mit der Darbietung des hiesigen Leadsängers Stefan Petersson warm werden kann. Zwar macht der seine Sache sehr gut und leistet sich so gesehen auch keine Patzer – doch jedermanns Geschmack wird er nicht treffen. Aber vielleicht ist ja auch das nur gut und richtig so.

Schlussendlich, und auch das ist alles andere als eine Überraschung; sollte man hier weder ein gänzlich klischeebefreites Album erwarten – noch ein solches, welches das Genre-Rad komplett neu erfindet. Wenn man dagegen nichts gegen eine ordentliche Breitseite eines angenehm klassischen und energetischen Power Metals der europäischen Spielart einzuwenden hat, dann sollte oder darf man ein Album wie IMAGINARIUM eigentlich nicht verpassen.

Absolute Anspieltipps: LOST WITHIN A SHADE, ESCAPE, IN MARTYRIA


„Ein klassischer Power Metal, der einen Heidenspaß macht.“

Metal-CD-Review: MONTANY – New Born Day (2002)

Alben-Titel: New Born Day
Künstler / Band: Montany (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Juni 2002
Land: Niederlande
Stil / Genre: Power Metal
Label: Limb Music

Alben-Lineup:

Stefan Brederode – Bass
Dirk Hoek – Guitars
Patrick van Maurik – Vocals
John Brederode – Drums
Albert Houwart – Guitars

Track-Liste:

1. Out of the Dark (00:37)
2. Back from the Sky (04:19)
3. New Born Day (06:03)
4. Here in the Light (04:48)
5. World of Dreams (The Evermore) (04:51)
6. Higher and Higher (06:27)
7. Pyramid of Cheops (06:27
)
8. Sentenced (05:43)
9. Chains of Glory (05:26)
10. Deep Water Rising (03:28)
11. End of the Ride (05:58)

Und es gibt sie doch.

NEW BORN DAY ist das Debütalbum der niederländischen Power Metal-Formation MONTANY, die eigentlich schon im Jahre 1989 als MONTANI gegründet wurde. Das kuriose dabei ist, dass die Band trotz der wenigen an die Öffentlichkeit gelangten Aufnahmen des öfteren vor markanten existentiellen Problemen stand – sodass MONTANY schon bevor es überhaupt richtig losging zahlreiche Lineup-Wechsel, stilistische Experimente und Phasen des Stillstands durchmachen mussten. Bis, ja bis es kurz nach der Jahrtausendwende endlich soweit war: nach der ersten Demo THE EVERMORE folgte 2002 endlich das Debütalbum NEW BORN DAY. Unglücklicherweise, und wie man heute weiß schien der Weg für MONTANY aber auch damit nicht wirklich geebnet – schon 2004 verfielen sie erneut in eine lange Ruhephase, die erst durch den längst überfälligen zweiten Langspieler BIOGENETIC (das war 2013, siehe Review) unterbrochen werden sollte.

Allerdings war der alles andere als eine Offenbarung – und konnte die immensen, über die Jahre entstandenen Erwartungen oder eher Hoffnungen schlicht nicht erfüllen. Damit ist wohl auch die Tatsache, dass sich die Band nach eben jenem Album schon wieder zurückgezogen hat eigentlich kaum noch verwunderlich. Immerhin wird das vorliegende 2002’er Debütalbum von einigen als waschechter Geheimtipp eingestuft, sodass dem geneigten Genre-Konsumenten ohnehin nicht viel mehr bleibt als in Erinnerungen zu schwelgen; zumindest aktuell – und ein im besten Fall zeitlos gutes Power Metal-Album zu verköstigen. Und tatsächlich: in Bezug auf das insgesamt 11 Titel enthaltene NEW BORN DAY spricht so einiges für die Musik der frühen MONTANY. Und das nicht nur, da die Band zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine der wenigen Genre-Formationen aus den Benelux-Ländern war und somit automatisch ein gewisses Interesse weckte.

Auch musikalisch legten MONTANY einiges vor – wie ihren vergleichsweise Gitarren-intensiven Sound, der durch die gleichermaßen variable wie stilsichere Arbeit von Dirk Hoek und Albert Houwart durchweg überzeugt. Doch auch der teilweise deutlich hörbare und gut in Szene gesetzte Bass (wie in DEEP WATER RISING), das antreibende Drumming sowie das glücklicherweise nur sporadisch eingesetzte Keyboard hatten und haben einen nicht unerheblichen Anteil an der klassischen Gesamtwirkung des Albums. Und überhaupt: wenn die Band in der Lage war einen herausragenden, sich direkt im Gehörgang festsetzenden Opener wie BACK FROM THE SKY zu kreieren; sollte doch eigentlich nichts mehr schiefgehen können.

Und doch gilt es eine gewisse Vorsicht walten zu lassen, denn: in den Folgenummern gingen es MONTANY schon wesentlich ruhiger, im schlimmsten Fall gar wesentlich unspektakulärer an. Sicher, gegen das solide Handwerk ist dabei nur selten etwas zu sagen – doch mit Nummern wie dem Titeltrack NEW BORN DAY, dem im Refrain äußerst schwache HERE IN THE LIGHT oder dem rhythmisch dezent problematischen DEEP WATER RISING konnten MONTANY dem gelungenen Auftakt nicht mehr viel hinzufügen. Auch, und das fällt insbesondere bei der sonst recht annehmbaren Halb-Ballade WORLD OF DREAMS auf; da der hiesige Leadsänger Patrick van Maurik eine nicht gerade herausragende oder gar unverwechselbare Stimme an den Tag legte – und zudem mit teils deutlichen Probleme in Bezug auf die Aussprache und Intonation (PYRAMID OF CHEOPS) sowie den gerne mal anberaumten höheren Lagen zu kämpfen hatte.

Hinzu kommt, und diese Feststellung wird ja nach dem vorhandenen Grundwissen anders gewichtet werden; zeigten sich MONTANY offenbar nicht allzu bemüht für klare Alleinstellungsmerkmale zu sorgen. Anders gesagt: wer einige der früheren Werke von Bands wie HAMMERFALL, HELLOWEEN, GAMMA RAY oder ähnlichen europäischen Galionsfiguren des Genres gehört hat; dem könnten einige der auf NEW BORN DAY vorhandenen Elemente verdächtig bekannt vorkommen. Das muss nicht zwingend etwas schlechtes heißen, zumal viele Power Metal-Bands ganz ähnliche Inspirationsquellen hatten und haben – doch im direkten Vergleich klingen die frühen MONTANY etwas weniger prägnant, und wenn man so will auch etwas weniger effektiv. Immerhin: NEW BORN DAY geht noch ganz locker als solides Genre-Album durch – mehr aber auch nicht.

Absolute Anspieltipps: BACK FROM THE SKY, HIGHER AND HIGHER, END OF THE RIDE


Starke Instrumente treffen auf einen durchwachsenen Leadgesang und eine eher mittelmäßige Produktion.

Metal-CD-Review: WONDERLAND – Wonderland (2002)

Alben-Titel: Wonderland
Künstler / Band: Wonderland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: April 2002
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Andrea „Tower“ Torricini – Bass
Frank Andiver – Drums, Keyboards
Vic Mazzoni (R.I.P. 2016) – Guitars
Alexx Hall – Vocals
Giaime – Guitars

Track-Liste:

1. The Fallen Angel (06:09)
2. Moonchild (03:59)
3. Freedom (05:48)
4. Look into the Sky (07:37)
5. Summer Waiting (05:18)
6. Nothing’s Left to Say (04:45)
7. Wonderland (05:19)
8. Tower of Wonders (02:06)
9. Here I Am (04:45)
10. Hello (Lionel Richie cover) (04:44)

Komm mit mir ins Labyrinth, pardon: WUNDERLAND.

Es war einmal in einer Zeit, als die Spielart des europäischen Power Metals plötzlich auch in Italien aufblühte – und zahlreiche neue Genre-Bands das Licht der Welt erblickten. Tatsächlich haben es nicht wenige der gegen Mitte der 90er Jahre gegründeten Combos auch geschafft, die internationale Musikwelt nachhaltig zu beeinflussen – was vor allem am teils immensen Erfolg der ganz großen Galionsfiguren namens LABYRINTH, RHAPSODY OF FIRE, VISION DIVINE, SECRET SPHERE oder THY MAJESTY festzumachen ist. Neben diesen meist schon von Beginn an hochkarätig abliefernden Bands gab es aber natürlich auch solche, die eher dazu neigten im Schatten ihrer potentiellen Vorbilder zu agieren – schlicht, da die offerierte Qualität des über die Jahre erschienenen Outputs einfach nicht mehr hergegeben hat. Einer der bekannteren diesbezüglichen Kandidaten wären etwa SKYLARK mit ihrer quantitativ beachtlichen, qualitativ aber mindestens diskutablen Diskografie – oder aber die vergleichsweise unbekannten Musiker von WONDERLAND, die ihr gleichnamiges Debütalbum im Jahre 2002 veröffentlichten.

Selbiges beinhaltet 10 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten, und serviert einen in den ersten Momenten recht typisch erscheinenden melodischen Power Metal der frühen italienischen Spielart. Typisch bedeutet in diesem Fall, dass auch WONDERLAND zu den allgemein weicheren und auf große Emotionen abzielenden Genre-Vertretern gehören. Solchen, die weder vor einem großspurigen Einsatz des Keyboards noch vor fast schon übertrieben süßlichen Melodiebögen halt machten – und somit auch der ständigen Gefahr ausgesetzt waren, in gleichermaßen endlose wie unerträgliche Bereiche des Kitschs abzudriften. Sicher, jene Gefahr konnten Bands wie LABYRINTH oder VISION DIVINE noch gekonnt umschiffen – beispielsweise indem sie neben einer gewissen Form der Glaubwürdigkeit auch hervorragende handwerkliche Fähigkeiten an den Tag legten, oder mit einer rundum gelungenen Präsentation punkteten. Bei WONDERLAND indes scheint all das nicht wirklich der Fall gewesen zu sein – sodass ihr Debütalbum sowohl für damalige als auch heutige Verhältnisse verdächtig unausgegoren klingt.

Zwar wirkt das hier vertretene Material durchaus – und auf seine ganz eigene Art und Weise – zielstrebig, doch ändert das nichts an den teils gravierenden Problemen. Zu denen zählen vornehmlich der bereits erwähnte, klar überakzentuierte Einsatz des Keyboards mit seinen teils aufdringlich-nervigen elektronischen Spielereien – aber eben auch die wenig überzeugend erscheinenden Darbietungen der anderen Musiker, die bis auf wenige Einzel-Momente (wie etwa das Riffing in MOONCHILD) eher wenig zu bieten haben. Mindestens ebenso problematisch ist der Leadgesang von Alexx Hall – der hier nicht nur mit einem dezent merkwürdig erscheinenden Akzent und einer eher ungünstigen Aussprache aufwartet, sondern auch sonst nicht zu den besten Genre-Sängern gehört. Und schon gar nicht zu den männlichsten oder kräftigsten – die nicht immer stilsicheren, recht austauschbaren und teils enorm klischeehaften Textinhalte runden das Ganze ab. Immerhin: der allgemeine Gesamteindruck des Albums, in den auch andere Faktoren (wie etwa die Abmischung und Produktion) fließen; ist mit etwas Wohlwollen noch als solide zu bezeichnen – was WONDERLAND schon einmal deutlich von ihren Kollegen von SKYLARK abhebt.

Doch viel mehr als diese Hürde zu nehmen gelang der Band auf ihrem Debüt nicht. Von stilistisch ebenfalls vergleichbaren, hinsichtlich der an den Tag gelegten Qualität, Glaubwürdigkeit und Einzigartigkeit aber in einer ganz anderen Liga spielenden Bands wie DREAMTALE oder ORATORY waren die Italiener hier jedenfalls noch weit, weit entfernt. So kann das Album nur für absolute Genre-Liebhaber empfohlen werden, die nichts gegen eine Extra-Portion Kitsch respektive Pop-Pathos einzuwenden haben – und darüber hinaus noch über einen ungünstigen Leadgesangspart sowie eine vergleichsweise lieblos erscheinende Präsentation hinwegsehen können.

Absolute Anspieltipps: MOONCHILD


„Ambitioniert, aber: zu viel Kitsch, zu viele Vergleichsmöglichkeiten zu hochkarätigeren Bands – und ein problematischer Leadgesang.“

Metal-CD-Review: CELESTY – Times Before The Ice (Demo, 2002)

Alben-Titel: Times Before The Ice (Demo)
Künstler / Band: Celesty (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. März 2002
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Tapani Kangas – Guitars
Kimmo Perämäki – Vocals
J-P Alanen – Guitars
Ari Katajamäki – Bass
Jere Luokkamäki – Drums
Juha Mäenpää – Keyboards

Track-Liste:

1. Intro (02:21)
2. Charge (05:33)
3. Power of the Stones (04:35)
4. Heart of Ice (05:35)
5. Outro (01:41)

Irgendwann hat alles einmal angefangen.

Nachdem sich eine neue, aus Finnland stammende Genre-Kraft mit ihren beiden Demos DEMO 1999 und WARRIOR OF ICE (siehe Review) aufgemacht hatte die Bühnen dieser Welt zu erobern; folgte kurz vor dem eigentlichen Durchbruch mit dem Debütalbum REIGN OF ELEMENTS (Review) noch eine weitere Demo. Eine, mit der CELESTY weiterhin und mit entschiedenem Nachdruck untermauerten; dass in ihnen reichlich Potential schlummerte. TIMES BEFORE THE ICE beinhaltet 5 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 20 Minuten – und behandelt dem Titel entsprechend die Vorgeschichte dessen, was auf WARRIOR OF ICE losgetreten wurde. Letztendlich war und ist es aber weit mehr als das – schließlich nahmen die Erzählungen um die 4 sagenumwobenen Steine, Delinom und vielen weiteren auf den Nachfolgealben anzutreffenden Charakteren hier ihren Anfang. Und das ist auch aus heutiger Sicht eine gleichermaßen interessante wie zufriedenstellende Angelegenheit.

Wohl auch, da das hier vertretene Intro und Outro in dieser Form nur auf TIMES BEFORE THE ICE enthalten sind – und dabei mit einigen weiteren Informationen zur früh erschaffenen Science Fiction-Welt von CELESTY glänzen. Sicher, musikalisch ist das Ganze nicht unbedingt als sonderlich wertvoll zu erachten – doch dank der ausnahmsweise mal rein inhaltlich interessanten Aspekte werden eingefleischte Fans auch so bedient. Immerhin überzeugt die Erzählstimme hier schon wesentlich mehr als auf der Vorgänger-Demo WARRIOR OF ICE. Wer etwas für den ganzheitlichen Genuss sucht, wird dagegen schon mit dem eigentlichen Opener CHARGE fündig – mit dem  CELESTY schon vor der späteren Alben-Version auf REIGN OF ELEMENTS bewiesen hatten, wie gut sie im Schreiben von gleichermaßen eingängigen wie unverkennbaren Hymnen sind. Dass es sich hier um eine frühere Version handelt, hat vor allem aus heutiger Sicht einen markanten Vorteil: man erhält noch einmal einen etwas anderen, dabei aber nicht minder überzeugenden Blick auf die frühen kreativen Prozesse von CELESTY – und kann den erst kurz vor diesem Album zur Band gestoßenen Keyboarder Juha Mäenpää erstmals in voller Aktion erleben.

Noch ein stückweit interessanter sind in diesem Zusammenhang vermutlich POWER OF THE STONES und HEART OF ICE – die weitestgehend dem späteren Titeltrack von REIGN OF ELEMENTS sowie LOST IN DELIVERANCE entsprechen. Hier waren sie aber noch mit etwas anderen Texten und einem entsprechend ungeschliffeneren Soundeindruck versehen – was nichts daran ändert, dass es sich ganz grundsätzlich um absolut majestätische Power Metal-Nummern mit dem gewissen Etwas handelt. Sei es das energische und variable Gitarrenspiel, das antreibende Drumming, der annehme Leadgesang von Kimmo Perämäki, die inhaltliche Komponente oder der markante, für die Band später typische (sich aber stets perfekt einfügende) Keyboardsound – CELESTY hatten sich hier wahrlich nicht zurückgehalten. Wer also auf Nummer sicher gehen will und möglichst alle verfügbaren Versionen seiner Lieblingstitel von CELESTY bestaunen möchte; der sollte unbedingt Ausschau nach dieser gelungenen Demo halten. Glücklich ist dabei wohl der, der tatsächlich noch ein physikalisches Exemplar ergattern kann – denn offenbar waren die schon damals streng limitiert.

Absolute Anspieltipps: CHARGE, POWER OF THE STONES, HEART OF ICE


„Ebenso überzeugend wie die vorherige Demo – und die perfekte Vorbereitung für das Debütalbum.“

Metal-CD-Review: HOLY KNIGHTS – A Gate Through The Past (2002)

Alben-Titel: A Gate Through The Past
Künstler / Band: Holy Knights (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2002
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Claus Jorgen – Drums
Mark Raven – Keyboards, Vocals
Syl Raven – Bass
Federico Madonia – Guitars
Danny Merthon – Guitars

Track-Liste:

1. March of Brave Knights (01:39)
2. Sir Percival (Immortal Knights) (05:49)
3. Lord of Nightmares (05:35)
4. The Revival of the Black Demon (00:57)
5. Gate Through the Past (06:17)
6. Love Against the Power of Evil (06:14)
7. Rondeau in a Minor (00:34)
8. Quest of Heroes – Part I (03:29)
9. Quest of Heroes – Part II (04:30)
10. The Promise (04:49)
11. Under the Light of the Moon (03:29)
12. When the Rest Let Down (02:42)

Manche Geschichten werden niemals alt.

Die HOLY KNIGHTS sind eine 1998 gegründete, aus dem Herzen Italiens stammende Power Metal-Truppe um den Leadsänger Dario Di Matteo aka Mark Raven; deren erste offizielle Demo GATE THROUGH THE PAST pünktlich zur Jahrtausendwende erschien. Nach dem vielversprechenden Einstieg in die hiesigen Genre-Welten folgte schließlich schon im Jahre 2002 das fast gleichnamige Debütalbum A GATE THROUGH THE PAST, damals über das Label Underground Symphony. Immerhin, auch das ist schon wieder ganze 15 Jahre her – und doch hat das Album bis heute nichts oder nur wenig von seiner ursprünglichen Faszinationskraft eingebüßt. Mit ein Grund dafür ist sicher auch ein gewisser Zeitbonus: viele gängige Power Metal-Klischees erschienen im Jahre 2002 noch längst nicht so ausgelutscht wie heute – womit die HOLY KNIGHTS einst gemeinsam mit anderen schon früh nach den Sternen greifenden Combos wie RHAPSODY, DARK MOOR oder LABYRINTH relatives Neuland betraten und entsprechend frisch klangen.

Neben den vor allem in Bezug auf die symphonische Komponente respektive die klassischen Instrumentensounds zu nennenden RHAPSODY hatten die HOLY KNIGHTS aber noch eine andere – und vielleicht sogar treffendere – Partnerband, die eine ganz ähnliche Marschrichtung eines heroisch angehauchten europäischen Power Metals bediente. Und das waren THY MAJESTIE – deren maßgebliches Zweitwerk HASTINGS 1066 (siehe Review) ebenfalls im Jahre 2002 erschien und dabei durchaus mit A GATE THROUGH THE PAST vergleichbar ist. Zumindest, wenn man den von THY MAJESTIE gerne mal anberaumten historischen Kontext außen vor lässt. Denn auch wenn sich die HOLY KNIGHTS mit ihren wuchtigen Chören, atmosphärischen Zwischenspielen und einer greifbar erzählten Geschichte ganz ähnlich inszenierten, bedienten sie doch eher die Fantasy-Sparte des Genres. Eben das taten sie aber nicht minder effektiv – im Falle der insgesamt 12 auf dem Album enthaltenen Titel stimmt eigentlich so gut wie alles.

Angefangen beim höchst soliden Handwerk über die dezent klischeehafte, aber niemals überzeichnete Präsentation bis hin zur einzigartigen Gesamtwirkung legten die Italiener mehr als ordentlich vor – selbst etwaige technische Sound-Aspekte (wie die Aufnahme, Abmischungs- und Produktionsqualität) waren und sind für ein Debütalbum einiger bisher nicht großartig in Erscheinung getretener Musiker allemal respektabel. Mindestens aber verhindern sie nicht nennenswert, dass man auch heute noch in den Alben-Kosmos einsteigen kann ohne sich zusätzlich wappnen zu müssen. Betrachtet man A GATE THROUGH THE PAST dagegen möglichst kritisch, könnte oder müsste man am ehesten das mit merkwürdigen Sprech-Passagen versehene Intro und das Zwischenspiel THE REVIVAL OF THE BLACK DEMON belasten.

Immerhin, das ebenfalls recht kurze RONDEAU IN A MINOR, sowie das atmosphärische Outro WHEN THE REST LET DOWN mit seinen grandiosen weiblichen Gastgesängen könnten hier als Ausgleich gewertet werden. Je nach Facón versteht sich, wer ohnehin auf Zwischenspiele verzichten kann widmet sich lieber gleich den immerhin noch 8 verbleibenden vollwertigen Titeln. Die haben es dann auch tatsächlich alle in sich – den schön schroffen Gitarren, dem gut in Szene gesetzten Bass, dem variabel agierenden Schlagzeug und dem soliden Leadgesang von Mark Raven sei Dank. Als besondere, eventuell eher unerwartete Schmankerl fungieren darüber hinaus der alles andere als kitschig daherkommende, unverkennbare Keyboardsound sowie die hie und da eingeschobenen symphonischen Elemente. In der Tat sorgt das Zusammenspiel der Instrumente innerhalb der gelungenen Kompositionen so schnell dafür, dass man den HOLY KNIGHTS zu jeder Zeit abnimmt, was sie da von sich geben.

Anders gesagt: es scheint fast, als wären die HOLY KNIGHTS in einem vergangenen Jahrhundert geboren worden – oder würden sich zumindest stark für eben jene längst vergangenen Zeiten interessieren. Der starke Bezug zum Mittelalter ist jedenfalls omnipräsent, lässt das Album aber keineswegs altbacken klingen – sondern eher majestätisch und zeitlos. Und wenn selbst die Ballade des Albums (LOVE AGAINST THE POWER OF EVIL) ein Highlight für sich ist, soll das schon was heißen. Fans der frühen Werke von RHAPSODY, THY MAJESTY oder auch DARK MOOR sollten ein Album wie A GATE THROUGH THE PAST definitiv ihr Eigen nennen.

Absolute Anspieltipps: SIR PERCIVAL, A GATE THROUGH THE PAST, QUEST OF HEROES, LOVE AGAINST PURE EVIL, THE PROMISE, UNDER THE LIGHT OF THE MOON


„Ein klassisches, offenbar gerne mal übersehenes Power Metal-Juwel.“

Metal-CD-Review: THE STORYTELLER – Crossroad (2002)

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Alben-Titel: Crossroad
Künstler / Band: The Storyteller (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Dezember 2001
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Soundholic Co. Ltd.

Alben-Lineup:

Martin Hjerpe – Drums
Jacob Wennerqvist – Guitars
Fredrik Groth – Guitars, Keyboards
L.G. Persson – Vocals, Bass
Janne Björk – Bass

Track-Liste:

1. And the Legend Continues (01:37)
2. The Unknown (05:37)
3. The Secret’s Revealed (03:54)
4. Eye of the Storm (04:38)
5. A Passage Through the Mountain (04:16)
6. Ambush (05:37)
7. Loss of a Friend (05:02)
8. Crossroad (05:36)
9. Kingdom Above (04:39)
10. The Moment of Truth (07:59)
11. Moonchild (05:44)

Geschichten, denen man immer wieder gerne lauscht.

Um die jüngste Jahrtausendwende herum war einiges los, und auch der Power Metal gedieh mindestens ebenso prächtig wie in den für das Genre essentiellen 80er und 90er Jahren. Neben vielen alteingesessenen Hasen gesellten sich so auch immer wieder interessanten Newcomer auf die Bühnen dieser Welt – mit mal mehr, mal weniger interessanten Geschichten. Wie diesbezüglich wohl eine Combo abschneiden würde, die sich ausgerechnet und fast schon frech THE STORYTELLER nennt; sollte sich erst noch zeigen. Doch die Gelegenheit ergab sich zweifelsohne, da die eigentliche Blütezeit der aus Schweden stammende Power Metal-Formation direkt nach dem überraschenden Debütalbum aus dem Jahre 2000 (Review) begonnen hatte. Der Nachfolger CROSSROAD erschien schon ein gutes Jahr später, und bot dem interessierten Genre-Konsumenten abermals eine Palette einer mehr als nur soliden Genre-Kost feil.

Jene Palette besteht in diesem Fall aus 11 respektive 9 vollwertigen Titeln, wenn man das Intros und die Cover-Version eines IRON MAIDEN-Titels abzieht. Eines fällt dabei sofort auf: wie schon auf dem gelungenen, aber sicher nicht unumstrittenen Vorgänger geben sich THE STORYTELLER abermals recht schnörkellos und wenn man so will musikalisch umkompliziert. Das könnte man negativ auslegen, muss es aber nicht – schließlich machen THE STORYTELLER selbst erst gar keinen Hehl daraus, dass sie nicht zu den außergewöhnlichsten Genre-Musikern zählen oder eine besonders aufregende Spielart bedienen. Eben das scheint manchmal auch gar nicht nötig – speziell wenn man dafür und wie in diesem Fall spürt, dass die Mitglieder mit Leib und Seele bei der Sache sind. Und dazu noch ihr Handwerk verstehen: CROSSROAD ist energetisch, abwechslungsreich, hymnisch; wunderbar Riff-geladen und zumindest in gesanglicher Hinsicht einzigartig.

Dafür muss Leadsänger L.G. Persson gar nicht erst zu den besten Genre-Sängern gehören, mal ganz abgesehen davon wer auch immer Attribuierungen wie diese vornimmt. Es reicht schon, dass er aus der Masse hervorsticht – und sich auf seine ganz eigene Art und Weise stilsicher präsentiert. Auch scheint es, dass THE STORYTELLER sich einer wie auch immer gearteten Kritik nicht verschlossen haben – und CROSSROAD im direkten Vergleich mit dem Vorgänger noch einmal deutlich; man nenne es voluminöser und vielschichtiger klingt. Weitestgehend unverändert inszeniert sich das Album dagegen in Bezug auf seine Kernelemente und damit auch jene Faktoren, die den Hörer entweder sofort zu packen vermögen – oder aber schnell das Weite suchen lassen. Damit sind speziell die extrem eingängigen, hochtrabenden Refrains gemeint; sowie die generelle Präsentation und die Textinhalte – die die imaginäre Kitsch-Grenze von so manchem bereits überschreiten könnten.

Wer sich nicht daran stört, und sich voll und ganz auf die schon wesentlich stimmigere Gesamtwirkung eines Albums wie CROSSROAD einlässt; der wird aber eher belohnt. Und zwar mit einem nicht unbedingt sensationellen, aber doch weit mehr als nur durchschnittlichen Genre-Werk welches Spaß macht und Atmosphäre schafft. Vielleicht, und als abschließenden Vergleich; sollte man sich das Ganze einfach als lockerere Version von FALCONER vorstellen – auch wenn die in einer etwas anderen Liga spielen. Doch wer die Musik jener Schwedischen Kollegen mag, der sollte auch schnell mit THE STORYTELLER warm werden können. Die im folgenden noch einmal hervorgehobenen Anspieltipps respektive Highlights sprechen in diesem Fall für sich, explizite Ausfälle gibt es keine – nur Titel, die im direkten Vergleich mit den anderen deutlich weniger hergeben (A PASSAGE THROUGH THE MOUNTAIN, LOSS OF A FRIEND, eventuell auch der Titeltrack CROSSROAD).

Absolute Anspieltipps: THE UNKNOWN, THE SECRET’S REVEALED, AMBUSH, THE MOMENT OF TRUTH


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„Ein gelungenes und in jeder Hinsicht sinniges zweites Album.“

Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Condition Red (2002)

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Alben-Titel: Condition Red
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 03. Juni 2002
Land: Deutschland
Stil / Genre: Speed / Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Jan-Sören Eckert – Bass
Thomas Nack – Drums
Andreas Kück – Keyboards

Track-Liste:

1. Titans of Our Time (03:54)
2. Protector (04:36)
3. Ironbound (05:22)
4. Condition Red (04:58)
5. Warrior (04:49)
6. Mindfeeder (04:45)
7. Walls of Fire (04:21)
8. Tales of the Bold (05:32)
9. No Heroes (04:15)
10. Paradise (05:49)
11. Thunderbird (07:23)

Vielleicht ging doch alles etwas zu schnell ?

Mit ihrer bis zum Jahre 2001 noch recht übersichtlichen Diskografie hatten die deutschen Speed- und Power Metaller von IRON SAVIOR bereits aufgezeigt, was alles in ihnen steckt – aber auch, dass sie mitunter das Potential haben zu polarisieren. Schließlich schien vor allem das dritte Album DARK ASSAULT (Review) erstmals einen gewissen Wiederholungseffekt mit sich zu bringen, und überdies mit einem nicht mehr ganz so packenden Gesamteindruck hinter den beiden Vorgängern anzustehen. Was nun in Anbetracht des vierten Studioalbums CONDITION RED auffällt, sind zunächst vor allem zwei Dinge: zum einen erschien es gerade einmal ein gutes Jahr nach DARK ASSAULT, was selbst für die flotten Musiker von IRON SAVIOR eine extrem kurze Zeitspanne ist – und zum anderen hatte Kai Hansen die Band zwischenzeitlich verlassen. Interessant ist, dass das gar nicht mal so markant auswirkt wie eventuell gedacht – zumindest, wenn man CONDITION RED mit DARK ASSAULT vergleicht, auf dem Kai Hansen offenbar bereits in den Hintergrund gerückt war. Die Zeit der furios-verspielten Soli mit Unterhaltungswerten, die eigentlich jenseits unseres Universums liegen sollten war nach dem Debüt und UNIFICATION jedenfalls vorbei… so könnte man zumindest denken.

Denn wer glaubt, dass an dieser Stelle eine Liste mit eher negativen Aspekten wie zuvor bei DARK ASSAULT erscheint; der irrt. Tatsächlich gleicht die Suche nach potentielle Störfaktoren im IRON SAVIOR-Sound nunmehr einer engstirnigen Kleinkrämerei. Und das beileibe nicht nur, da man mit dem flotten und überaus hymnischen Opener TITANS OF OUR TIME eine überzeugende Brücke zu früheren Werken schlägt. Denn auch sonst scheint die einstweilen aufgekommene Langeweile oder zumindest Gleichförmigkeit eines DARK ASSAULT verflogen. Glücklicherweise –  denn IRON SAVIOR machen immer noch am meisten Spaß wenn ihnen die Spielfreude direkt anzuhören ist, es inmitten der für das Genre vergleichsweise kräftigen Instrumentierungen auch mal das ein oder andere eingängige Element gibt und wie-auch-immer geartete Emotionen entstehen. Und das ist bei CONDITION RED zweifelsohne der Fall – wobei die Palette auch endlich wieder verschiedenste Gebiete abdeckt.

So gibt es das bereits erwähnte Futter für Geschwindigkeit-Fetischisten mit einem gewissen Hang zur Rauhheit bei gleichbleibender Hymnen-Tauglichkeit (TITANS OF OUR TIME, TALES OF THE BOLD, THUNDERBIRD), gnadenlos kräftige Stampfer mit reichlich Atmosphäre (PROTECTOR, WARRIOR) sowie hervorragende Titel irgendwo dazwischen (CONDITION RED, WALLS OF FIRE). Eine explizite Ballade findet sich dieses Mal nicht, zumindest nicht in der Standard-Version des Albums – einzig MINDFEEDER klingt im Vergleich zu anderen Nummern deutlich zurückhaltender. Das macht aber nichts – denn solange die Abwechslung stimmt, ist so gut wie alles erlaubt. Tatsächlich sind dann auch die angesprochenen, furiosen Soli zurück – nur, dass sie dieses Mal eben nicht von Kai Hansen, sondern von Joachim „Piesel“ Küstner stammen, der sein Handwerk ebenfalls versteht. Schlussendlich kann man wohl nur eines sagen. Es ist kurios, aber: es scheint gar, als hätten IRON SAVIOR ihr vorheriges Album DARK ASSAULT mit CONDITION RED korrigiert. Zumindest wenn man so will, und den Abstand von gerade einmal einem Jahr betrachtet. Ob dies tatsächlich beabsichtigt war ist natürlich zu bezweifeln – aber es wirkt so, was DARK ASSAULT nur noch mehr im gedanklichen Mittelfeld versauern lässt – CONDITION RED aber wieder ganz in die Nähe des Genre-Throns hebt.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Schnell das Ruder herumgerissen – IRON SAVIOR sind zurück.“