Filmkritik: „E.T. – Der Außerirdische“ (1982)

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Originaltitel: E.T. The Extra-Terrestrial
Regie: Steven Spielberg
Mit: Henry Thomas, Drew Barrymore, Dee Wallace u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 126 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Science Fiction, Drama
Tags: Außerirdischer | Junge | Familie | Gefahr | Nach Hause

So rührend wollte noch niemand nach Hause telefonieren.

Kurzinhalt: Als eines Tages eine Gruppe Außerirdischer auf der Erde landet um zu forschen, werden sie jäh von einer handvoll auf den Plan gerufener FBI-Agenten und NASA-Wissenschaftler unterbrochen. Da die fremden Wesen vermutlich gefangengenommen wären, fliehen sie – und lassen dabei aus Versehen ihren jüngsten Spross zurück. Der flüchtet sich daraufhin in eine nahe Vorstadtsiedlung, und trifft alsbald auf den 10-jährigen Elliot (Henry Thomas). Nach dem ersten Schreck scheinen sich die beiden tatsächlich anzufreunden – woraufhin Elliot den Außerirdischen auf den Namen E.T. tauft. Auch stellt er ihn seinen Geschwistern vor, die zunächst verdutzt reagieren – sich aber ebenfalls schnell mit der liebenswerten Kreatur anfreunden. Die stellt sich schnell als echter Vielfraß heraus, sodass die Küche und die hiesigen Kinderzimmer des öfteren auf den Kopf gestellt werden – und doch schaffen es die Kinder, ihn vor ihrer Mutter zu verbergen. Nach und nach lernt E.T. sogar die menschliche Sprache, woraufhin er einen besonderen Wunsch äußert: er will nach Hause telefonieren, und wieder mit seinen Eltern vereint werden. Problematisch ist nur, dass die Wissenschaftler dem Wesen bereits auf den Fersen sind – und so ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Es war einmal im Jahre 1982, als ein vielversprechender Nachwuchs-Regisseur E.T. ins Rennen schickte – die Geschichte um ein seltsames außerirdisches Wesen, das sich mit dem jungen Elliot (Henry Thomas) anfreundet. Einige Millionen Zuschauer, 4 Oscars und mehr als drei Jahrzehnte später ist die eigentlich von Drehbuchautorin Melissa Mathison (DER SCHWARZE HENGST, DER INDIANER IM KÜCHENSCHRANK) erdachte Geschichte noch immer in aller Munde – und Regisseur Spielberg längst eine Hollywood-Legende. Eine einstweilen umstrittene, das bleibt kaum aus – doch in jedem Fall war die frühere Schaffensperiode des Amerikaners von so manchem auch heute noch gern gesehenen Highlight gekennzeichnet. Nach dem WEISSEN HAI, UNHEIMLICHE BEGEGNUNGEN DER DRITTEN ART und dem ersten INDIANA JONES sollte E.T. der erste waschechte Familienfilm der bunten Filmografie Spielberg’s sein – einer, der im Laufe der Jahre und Jahrzehnte andere Filmemacher nicht von ungefähr inspirierte (siehe zum Beispiel JOEY oder DER FLUG DES NAVIGATORS). Doch selbst wenn man den mittlerweile in Stein gemeißelten Kultstatus des Films einmal gedanklich außen vor lässt, so finden sich mindestens drei Gründe warum er als Kinder- respektive Familienfilm brillant funktioniert und angenehm zeitlos wirkt. Ob nun in der Originalen, oder anlässlich des 20sten Jubiläums digital überarbeiteten Fassung.

Der erste Grund, oder auch die erste markante Stärke von E.T. liegt wohl in seiner gelungenen Art der Inszenierung; und damit auch der erzielten Gesamtwirkung. Spielberg hat es schließlich geschafft die Geschichte sowohl jüngeren Zuschauern zumuten zu können, als auch ältere zu begeistern. Und somit im besten Fall genau das abzuliefern, was auch angedacht war – eine generationsübergreifende Familienunterhaltung. Anders und in Gegensätzen gesagt: E.T. ist für ein jüngeres Publikum geeignet, und das ganz ohne die erwachsenen Mitseher durch eine zu simple oder gar infantile Machart zu vergrätzen. Der Zweite Grund für die zeitlose, intensive und verträumte Wirkung ist in Falle von E.T. ein regelrechtes Doppel-Feature – und wird durch die Rolle des jungen Elliot und dessen Darsteller Henry Thomas begründet. Zweifelsohne handelt es sich um eine sympathische, durch und durch glaubwürdige Rolle, die dazu noch die perfekte Identifikationsmöglichkeit für jüngere Zuschauer offeriert – und die durch den damals erst 10-jährigen Schauspieler respektabel verkörpert wurde. Der dritte Hauptgrund für das Funktionieren von E.T. als Familienfilm mit allerhand sehenswerten Elementen ist dann schlicht in der überragenden Cinematographie zu suchen und zu finden: Spielberg ließ hier eher ruhige Bilder für sich sprechen, verzichtete auf hektische Schnitte oder allzu drastisch-künstliche Effekte – sodass bereits das erste Aufeinandertreffen von Elliot und E.T. denkwürdig ausfällt und die eher behutsame Erzählweise unterstreicht.

Abgesehen davon vermag es E.T. auch in so gut wie allen anderen Bereichen zu überzeugen – und sei es in Bezug auf die gelungene Maskenarbeit. Markant: E.T. sieht grundsätzlich eher fremdartig und dezent gruselig aus; was zu einer der vielen quasi nebenbei präsentierten Botschaften des Films führt: der erste Eindruck (der in diesem Fall gar von dem ein oder anderen Angst-Schrei garniert wird) kann täuschen. Der Soundtrack stammt von John Williams und entzündet eine seltsame Mischung aus Bombast und Emotionen – die aber gut funktioniert, und nur in vereinzelten Szenen etwas zu dick aufgetragen wirkt. Das gilt teilweise auch für die wohl kritischste Rolle des Films, die von Gertie – die von einer noch sehr jungen Drew Barrymore verkörpert wird. Hierbei kann man sich kaum des Gefühls erwehren, als sei vieles explizit auf eine gewisse kindliche Niedlichkeit getrimmt – die in Anbetracht der einstweilen zu abgebrühten Sprüche schlicht wenig glaubwürdig wirkt und so dezent im Gegensatz zum handfesten Porträt von Elliot steht.

Was bleibt, ist die eigentliche Geschichte – die im Endeffekt zwar nicht sonderlich überraschend ausfällt, dafür aber alles hat was ein guter Kinderfilm braucht. Und sogar noch etwas mehr – schließlich stehen den schon eher üblichen Elementen wie der Selbsterkenntnis, der grenzenlosen Freundschaft oder der Bereitschaft für andere einzustehen noch die Aspekte der Science Fiction zur Seite. Die sollten dann zwar tatsächlich nur jüngere begeistern – doch allein die berühmten Fahrrad-Flugszenen vor der Kulisse des Vollmondes oder die Darstellung des Raumschiffes gegen Ende sollten jedem in Erinnerung bleiben. Ein Film, der den Spagat zwischen kindgerechter Erzählweise und; man nenne sie einmal Bonus-Elementen für Erwachsene noch besser hinbekommen hat war der spätere FLUG DES NAVIGATORS (Review). Doch irgendwer musste es schließlich erst vormachen – was die Wichtigkeit von E.T. nochmals unterstreicht.

Fazit: E.T – der Außerirdische, oder: wie schreibt man Filmgeschichte. Stephen Spielbergs‘ frühes Werk schafft den Spagat zwischen dem (Sparten-)Dasein als reiner Kinderfilm und einer generationsübergreifenden, so gut wie jeden begeisternden Familienunterhaltung. Auch wenn das Szenario einstweilen fantastisch und dezent abgehoben erscheint, so wartet der Film mit eher bodenständigen Kernaussagen auf – die auch die kleinsten verstehen sollten; und die es im besten Fall vermögen die Erwachsenen zu Tränen zu rühren. Inszenatorisch und handwerklich macht E.T. alles richtig – von der behutsamen Art der Kameraführung über die gelungene Kulissen- und Maskenarbeit bis hin zu den starken und rundum sympathischen Charakteren gibt es nichts zu mäkeln. Grundsätzlich könnte man E.T. ’nur‘ als ausgezeichneten Film mit kleineren Schwächen betrachten – doch sein wegweisender Status und die gut zu beobachtende Tatsache, dass er viele andere Genre-Werke beeinflusste führen unweigerlich dazu; dass er sich den Status eines zeitlosen Meisterwerkes verdient hat.

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„E.T. ist abenteuerlich, spannend und fantastisch – aber auch angenehm ungekünstelt, ehrlich und rührend. Ein Zeitloser, wichtiger Kinder- und Familienfilm.“

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Filmkritik: „Basket Case – Der Unheimliche Zwilling“ (1982)

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Originaltitel: Basket Case
Regie: Frank Henenlotter
Mit: Robert Vogel, Ruth Neuman, Richard Pierce u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 91 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror / Komödie
Tags: Geschwister | Brüder | Zwillinge | Trennung | Rache | Phänomen

Bruderliebe mal anders.

Kurzinhalt: Duane Bradley ist gerade dabei, ein möglichst günstiges Hotel in New York aufzusuchen. Was genau er in der Großstadt vorhat, bleibt abzuwarten – klar ist nur, dass er ständig einen großen Weidenkorb mit sich herumträgt und diesen niemals aus den Augen lässt. Von eben jenem Korb, und auch vom Bargeld welches Duane mit sich führt, werden allerlei Mitbewohner neugierig gemacht – und auch der Hotelbesitzer hat kein allzu leichtes Spiel mit seinem neuen Gast. Erst Recht nicht, als es plötzlich immer wieder zu heftigen Ruhestörungen kommt – und das, obwohl Duane außer Haus ist. Doch ist das, was er in seinem Weidenkorb zurückgelassen hat; eben alles andere als leicht zu kontrollieren… nach und nach wird klar, dass Duane hier seinen siamesischen Zwillingsbruder versteckt hält, von dem er in jungen Jahren getrennt wurde. Damit ist vor allem der Bruder, der seit dem ein trostloses Dasein im Verborgenen fristet; wenig zufrieden – sodass die beiden alle Ärzte aufsuchen wollen, die sie damals behandelt haben.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Einer der etwas kurioseren klassischen Horrorfilme ist BASKET CASE aus dem Jahre 1982 – ein Film, der durchaus eine Art Kultstatus genießt und vielen anderen als weiterführende Inspirationsquelle diente. Zwar waren auf die Leinwand gebrachte Geschichten von zwei sich auch biologisch nah stehenden, aber doch vollkommen unterschiedlichen Personen nicht wirklich neu – doch reichte allein die exploitative Darstellung der Hauptprotagonisten in BASKET CASE aus um für einen frischen, an Filmklassiker wie FREAKS angelehnten Wind zu sorgen. Der Unterschied zu vielen anderen Werken und sicher auch der Realität ist schließlich, dass der eine Zwilling nach der Trennung ein recht normales Leben führen kann – und dass der andere dazu verdammt ist, ein Dasein als furchteinflößend-missgestaltete Kreatur zu fristen. Da die beiden aber ein Schicksal verbindet, kümmert sich der gesunde Zwilling um seinen allein nur schwerlich lebensfähigen Bruder –  der nach dem Willen des Vaters schon früh in der Versenkung hätte verschwinden sollen. Auch ohne das Wissen, dass der eigentlich zum Tode verurteilte Zwilling später einmal selbst zu einem Mörder; oder zumindest einem mordenden Etwas werden und allein aufgrund seines Anblicks für Angst und Schrecken sorgen sollte. Das klingt zunächst nach einer gehörigen Portion Trash – zumal insbesondere die Gestaltung des, man nenne ihn weniger hübschen Zwillings für eine Einordnung in eine entsprechende Ecke des Horrorfilms sorgt. Überraschenderweise ist BASKET CASE aber nicht nur ein verdächtig unterhaltsamer und herrlich überzeichneter Trashfilm mit für das Genre typischen Elementen – sondern auch ein Film, der einer gewissen Substanz nicht entbehrt.

Worin diese begründet ist, liegt dabei trotz aller Überzeichnung auf der Hand: der missgestaltete Zwilling steht hier stellvertretend für ein ungewolltes, oder eher unbequemes Kind – das eine schwere Behinderung aufweist und allein aufgrund äußerer Merkmale weit unter den Wert des gesunden Bruders gestellt wird; sowohl aus elterlicher als auch gesellschaftlicher Sicht. Mit diesem vergleichsweise brisanten Hintergrundgedanken und der alles andere als einen Zeigefinger erhebenden, sondern vielmehr lockeren bis trashigen Machart entsteht so eine recht einzigartige Basis für die eigentliche Story von BASKET CASE. Die ist dann zwar schon nicht mehr ganz so genial wie die Prämisse – doch trägt auch sie zu einem erfrischenden Wechselspiel der Emotionen bei. So befinden sich die beiden Hauptprotagonisten eigentlich auf einer Art Rachefeldzug, den man als Zuschauer sogar ansatzweise nachvollziehen kann. Ein Rachefeldzug, der trotz nicht ganz so expliziter Splatter-Szenen hauptsächlich die unterhaltsame Seite des Films unterstreicht – aber in einer Konfrontation der ganz anderen, schon weitaus substanzielleren Art endet. Immer wieder fällt dabei auf, dass Regisseur Frank Henenlotter alles andere als unüberlegt vorgeht und einer jeden einzelnen Szene seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Im Zusammenspiel mit der treffenden Kulissenwahl, dem eher dezenten Soundtrack, der stimmigen Kameraführung und den engagierten Darstellern (die trotz der gegebenen Möglichkeit nicht dem Overacting verfallen) ergibt sich so ein stimmiges Gesamtwerk. Ein Werk, das ebenso vom Charme der Filmindustrie der 80er Jahre lebt wie von seinem etablierten, so selten vorzufindenden Wechselbad der Gefühle.

Fazit: BASKET CASE offeriert entgegen potentiell andersartiger Ersteindrücke und Vermutungen eine alles andere als uninteressante oder abwegige Prämisse – eine, die hier in zweierlei Hinsicht bemerkenswert ausgenutzt wird. Zum einen generiert man einen angenehm trashigen Charme, der mit einem hohen Unterhaltungswert einhergeht – und zum anderen spart man nicht an allerlei kritischen Seitenhieben, die zum Nachdenken anregen. So werden sowohl Zuschauer die das Ganze eher oberflächlich betrachten zufriedengestellt; als auch jene die sich auch von Horrorfilmen etwas mehr wünschen als nur platt geekelt oder erschreckt zu werden. Einzig in Bezug auf die handwerklichen Leistungen hat BASKET CASE dann doch verdächtig wenig zu bieten, selbst wenn man den (hier: positiven) Bonus des Trashfilms mit einfließen lässt: die Gestaltung des Monster-Zwillings und seine Bewegungen (hier wurde eine simpelste Stop-Motion-Technik verwendet) wirken viel zu plump und unausgegoren; die ohnehin rar gesäten Splatter-Szenen deutlich zu stümperhaft. Und selbst in der lange Zeit verteufelten Uncut-Version etwas unspektakulär und blutarm. Wer hier also ein makaberes Splatter-Fest erwartet, wird enttäuscht. Aber es scheint ohnehin, als hätte BASKET CASE keine eindeutige Zielgruppe – was sich in diesem Fall sogar positiv auswirkt.

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„Ein Film mit zwei außergewöhnlichen Charakteren – und zwei Gesichtern.“

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Filmkritik: „Kung Fu Zombie“ (1982)

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Originaltitel: Wu Long Tian Shi Zhao Ji Gui
Regie: Yi-Jung Hua
Mit: Billy Chong, Lau Chan, Kang-Yeh Cheng u.a.
Land: China
Laufzeit: ca. 80 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Action / Komödie
Tags: Kung Fu | Martial Arts | Zombie | Untoter | Voodoo | Shaolin

Ob untot oder nicht – diesem jungen Mann sollte sich niemand in den Weg stellen.

Kurzinhalt: Der junge Pang (Billy Chong) hat es nicht leicht. Wann immer er daheim ist wird er von seinem altehrwürdigen Vater dazu angehalten, hart zu trainieren – warum und für was genau, weiss er nicht. Trotz der regelmäßigen Meinungsverschiedenheiten wird aus ihm so ein waschechter Kämpfer, der es so gut wie mit jedem aufnehmen könnte. Und dennoch setzt Pang seinen Willen durch, hie und da mal etwas Zerstreuung zu erleben. Als er eines Abends mal wieder aus dem Haus seines Vaters flüchtet, begegnet er einem alten Bekannten – einem Dieb und Verbrecher, der einst durch die Mithilfe Pang’s für 5 Jahre ins Gefängnis gesteckt wurde. Nun will er sich an Pang rächen – und hat dafür einen Tao-Zauberer verplichtet, der sich der schwarzen Magie widmet und sogar Tote wieder ins Leben zurückholen kann. Doch Pang hat Glück – sein Widersacher stürzt selbst in die von ihm gefertigte Falle und stirbt. Damit ist die Geschichte jedoch noch nicht zu Ende, denn der Geist des verstorbenen lebt weiter – auch wenn er nur vom Tao-Zauberer gesehen werden kann. Die beiden machen sich fortan auf, einen neuen Körper für die verirrte, aber noch von Rachegelüsten erfüllte Seele zu finden. Zeitgleich erscheint eine weitere Gestalt, die es auf Pang’s Vater abgesehen hat – und die unfreiwillig direkt mit in die Wiederbelebungszeremonie des Zauberers mit eingebunden wird.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Mit der obigen, vergleichsweise ausführlichen Inhaltsangabe zu Yi-Jung Hua’s KUNG FU ZOMBIE ist eigentlich schon alles gesagt – zumindest was die inhaltlichen Belange und auch charakterlichen Motivationen des merkwürdig betitelten Fernost-Streifens betrifft. Dass dies widerum keine große Rolle in Bezug auf diese Rezension spielen würde, war ebenfalls abzusehen – denn KUNG FU ZOMBIE (der hierzulande übrigens bis 2012 indiziert war – trotz des geringen Splatter-Gehalts) offenbart wenn überhaupt gänzlich andere Qualitäten. Diese entstehen – entgegen des Versprechens des internationalen Filmtitels – weniger aus der Prämisse, dass hier ein reichlich Schabernack treibender Tao-Zauberer Tote wiederbeleben kann; sondern vielmehr aus den herrlich überzeichneten Kampf- und Actionszenen dieses nicht wirklich dem Zombiefilm zuzuordnenden Machwerkes.

Und dennoch: um eine dreiste Marketingstrategie handelt es sich nicht, denn schließlich kommen tatsächlich Untote vor – beziehungsweise eher zum Leben erweckte Puppen, ein umherwandelnder (und für die meisten unsichtbarer) Geist, sowie eine Art Mischwesen aus Elitekämpfer, Zombie und Vampir. Man merkt schon, dass es KUNG FU ZOMBIE in dieser Hinsicht nicht so genau nimmt, und auch sonst weniger ernst aufgemacht ist. Grundsätzlich herrscht ein auffällig makaberer Grundton; der insofern besonders ist als dass er sowohl aus beabsichtigten komödiantischen Elementen als auch solchen entsteht, bei denen eine Zuordnung schon schwerer ausfällt. Vorrangig sind hier die vielen längeren Kampfszenen zu nennen, die einerseits wahnsinnig gut choreografiert sind – andererseits aber derart Over-the-top und überzeichnet ausfallen, dass sie zu einer Herausforderung für die Lachmuskeln werden.

Zweifelsohne hat KUNG FU ZOMBIE genau dann seine starken Momente – wenn er sich in seinem Ausdruck irgendwo zwischen vermutlich gewollten und vermutlich ungewollten Zuschauerwirkungen aufhält und mit ihnen balanciert. Sobald es die Macher aber auf die Spitze treiben, dass heisst selbst für eindeutige komödiantische Einschübe sorgen, droht der Film schnell fad zu werden. Das recht tollpatschige Gebaren des Tao-Zauberers, die schmerzliche Naivität der Protagonisten und nicht zuletzt die häufige Verwendung von übertriebenen Speedup’s (die einen an die goldenen Anfangszeiten des Komödien-Kinos denken lassen werden) sind nur einige jener Elemente, die den Film noch abstruser erscheinen lassen, als es ihm als reines Trash-Werk zuträglich wäre. Doch auch wenn man von einer Differenzierung der eventuell gewollten und eventuell nicht gewollten Witzeleien absieht, gilt es sich vollends auf das krude Machwerk einzulassen – was einigen sicher nicht ganz leicht fallen wird.

Fazit: KUNG FU ZOMBIE funktioniert ausschließlich als belustigender Trashfilm – nicht mehr, und nicht weniger. Etwaige inhaltliche oder charakterbezogene Missstände zu analysieren bringt in diesem Fall also wenig – auch wenn man dazu eine ganze Palette von Aspekten auffahren könnte. Könnte – in einem Fall wie diesem lohnt es sich aber nur, ein Auge auf den eigentlichen, reinen Unterhaltungswert zu werfen. Und der ist trotz einiger Längen noch immer hoch genug, um Stoff für einen etwas anderen Trashfilmabend unter Freunden zu garantieren. Die wahrlich furiosen Kampfszenen samt der übertriebenen Soundeffekte, das einstweilen bis auf ein Kopfschmerz-erzeugendes Niveau gesteigerte Tempo und die herrlich misslungene (auch das ist ein Antagonismus des Trashfilms) englische Synchronfassung ergeben eine kunterbunte Mischung, die kein Auge trocken bleiben lassen sollte. So bleibt nur noch, die mitunter miserable Bildqualität zu verschmerzen – die im Zusammenspiel mit dem Schnitt-Tempo das ein ums andere Mal dafür sorgen kann, das der Überblick verloren geht. Aber wer braucht den schon bei einem Film wie KUNG FU ZOMBIE…

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„Einer der abgedrehtesten Kung Fu-Filme überhaupt.“

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Metal-CD-Review: MANOWAR – Battle Hymns (1982)

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Album: Battle Hymns | Band: Manowar (weitere Band-Inhalte)

Land: USA – Stil: True / Heavy Power Metal – Label: Liberty

Alben-Lineup:

Eric Adams – Gesang
Donnie Hamzik – Schlagzeug
Ross The Boss – Gitarre
Joey DeMaio – Bass

01 Death Tone 04.51
02 Metal Daze
04.20
03 Fast Taker 03.57
04 Shell Shock 04.07
05 Manowar 03.38
06 Dark Avenger 06.24
07 William’s Tale 01.54
08 Battle Hymn 06.57

Die Geburtsstunde des Power Metal ? Vielleicht…

Es geht nicht ohne MANOWAR, sagte mal jemand – und tatsächlich ist sowohl die Diskografie als auch die Biografie der einzelnen Bandmitglieder recht ansehnlich. So ist das eben, wenn man seit über 30 Jahren im Geschäft ist – doch ganz am Anfang war es noch recht ruhig um die Band, dessen Gründungsmitglieder Joey DeMaio (Bass) und Ross The Boss (Gitarre) sich auf einer Tour von BLACK SABBATH kennenlernten. So folgte nach einer ersten Demo aus dem Jahre 1981 ein Jahr später BATTLE HYMNS, das erste offizielle Studioalbum der Amerikaner. Dieses beinhaltet 8 Titel mit einer Spielzeit von insgesamt knapp 36 Minuten, und gilt bei vielen als absoluter Meilenstein im Heavy Metal-Genre. Und ganz nebenbei noch als Vorreiter eines bis dato noch nicht benannten Genres: des True Metals.

Wie fühlt sich ein solches Album gute 30 Jahre später an ? Zum einen ungewohnt, da man automatisch in eine andere Epoche versetzt wird und versucht, sich in die Anfangszeiten der damals noch jungen Band hineinzuversetzen; zum anderen aber doch überraschend vertraut – womit wieder einmal der Begriff der Grundsteinlegung aufgeworfen wird. Dabei sind MANOWAR, und insbesondere das erste Album BATTLE HYMNS nicht zweifelsfrei einem einzigen Genre zuzuordnen. Was HELLOWEEN explizit für den europäischen Power Metal, oder ANGRA für eine internationale Anerkennung desselben Genres waren – hätte eventuell gar nicht stattfinden können, hätten nicht einige markante US-Amerikanische Bands ordentlich vorgelegt und sich in diese Richtung orientiert.

Denn auch MANOWAR gelten als Vorreiter des US-Amerikanischen Power Metals – nebst einigen ehrfurchtgebietenden Vertretern wie VICIOUS RUMORS, SAVATAGE oder RIOT. Doch im Gegensatz zu ihren Kollegen schien MANOWAR diese Funktion allein nicht zu genügen – ein neues Genre musste her. Der True Metal war geboren – eine Spielart der heroischen Posen, Ideologien und Textinhalte. Der Theorie nach müsste BATTLE HYMNS also eine Mixtur aus Heavy-, True- und Power Metal sein – noch zusätzlich gespickt mit einer Prise Rock, da auch dieses Genre eine große Bedeutung zu den Anfangszeiten der Band spielte. Tatsächlich ist BATTLE HYMNS (die Originalversion, nicht die Remastered-Edition aus dem Jahre 2001 oder die komplette Neufassung aus 2010) ein Album geworden, welches nicht zeitloser hätte ausfallen können – und bei dem die Genrezuordnung eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Wichtig ist nur, dass der Sound entsprechend true und ungekünstelt durch die Boxen rauscht – und von einer gewissen Aggressivität, respektive Rauheit geprägt ist. Und, von einer großen Portion Energie und Kraft – die man zweifelsohne spürt, lauscht man den nunmehr kultigen Ur-Titeln. Selbstverständlich gibt es kein Keyboard im Lineup – ein Unding auch im späteren True Metal. Dementsprechend gitarrenlastig präsentieren sich Nummern wie METAL DAZE, die auch gerade hinsichtlich des Gesangsparts einiges an Feuer zu bieten haben. Das macht Spaß – und steigert die Party-Laune. Denn genau das ist BATTLE HYMNS eigentlich auch geworden – ein Heavy Metal-Partyalbum, welches inhaltlich auch mal ernstere Töne anschlägt, im großen und ganzen aber recht freudig und verspielt daherkommt. Hymnen wie MANOWAR machen dies überdeutlich – während es in DARK AVENGER schon etwas epischer und fantastischer zugeht. Gleichzeitig handelt es sich hier um einen der stärksten Titel des Albums, der mit zusätzlich starken Merkmalen daherkommt: man konnte Orson Welles für einen Erzählpart gewinnen, der nicht von ungefähr an die späteren RHAPSODY-Orgien erinnert.

Das von der WILLHELM TELL-Oper inspirierte Bass-Solo auf WILLIAM’S TALE lässt noch einmal die Funken fliegen, ist mit dem deutlichen Fokus auf den Bass auch durchaus eine kleine Besonderheit, während das abschließende BATLLE HYMNS als Titeltrack endgültig die folgende, Jahre- und Jahrzehntelange MANOWAR-Ära einläuten sollte. Schmackige Strophen, tolle Melodien, epische Chorelemente und die später typischen Textinhalte sprechen für sich – wohlgemerkt, das ganze ist über 30 Jahre her; aber heute noch genau so im Power Metal zu hören.

Fazit: Bei einem Album wie MANOWAR’s BATTLE HYMNS spielt die Bewertung eigentlich eine eher unbedeutende Rolle – man muss ein Album wie dieses einfach besitzen, interessiert man sich auch nur ansatzweise für die Geschichte des Heavy Metal. Auch als Anhänger des (Europäischen) Power Metals kann man diesen Silberling nur jedem ans Herz legen – schließlich ist es immer wieder verdammt spannend, die potentiellen Ursprünge ’seiner‘ Musik zu ergründen. Jedoch muss man sagen, dass BATTLE HYMNS grundsätzlich weniger nach dem Titel klingt als vermutet – es geht noch eher rockig-verspielt als wirklich episch-mystisch-heroisch (wie im späteren Werdegang der Band) zu. Ebenfalls hervorzuheben: es waren gewiss nicht nur MANOWAR alleine, die einen entsprechenden Genre-Beitrag geleistet haben – es handelt sich schlicht um die bekannteste Band, die zudem einen recht extravaganten Lebensstil an den Tag legte und ihre Philosophie über all die Jahre selbst gelebt hat.

Anspieltipps: METAL DAZE, MANOWAR, DARK AVENGER, BATTLE HYMNS


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Filmkritik: „Blade Runner“ (1982)

Originaltitel: Blade Runner
Regie: Ridley Scott
Mit: Harrison Ford – Rutger Hauer – Sean Young
Laufzeit: 117 Minuten
Land: USA
Genre: Science Fiction / Thriller

Info: Achtung, diese Rezension bezieht sich auf die aktuell (2011) „endgültige“ Schnitt- und Überarbeitungsfassung des Regisseurs, und demnach nicht mehr auf das unangetastete Original, wie es vor bald 30 Jahren gezeigt wurde. Diese Rezension ist in diesem Fall „verkehrt“ herum aufgebaut: zuerst werden die technischen Aspekte behandelt, danach die inhaltlichen.

Inhalt: Im Jahre 2019 ist die Menschheit längst in der Lage, künstliche Menschen gentechnologisch herzustellen. Diese sogenannten Replikanten waren ursprünglich dafür vorgesehen, den Menschen in aussergewöhnlichen Situationen zur Hand zu gehen – beispielsweise im Weltall; denn schließlich ist der Platz auf der Erde knapp geworden. Das besondere aber ist, dass sich die Replikanten in ihrem Aussehen und Verhalten nicht sonderlich von ihren Schöpfern zu unterscheiden scheinen: auch sie können denken, lieben und hassen – was letztendlich auch zu einem Aufstand der Replikanten führt. So verbleiben nicht viel mehr als eine handvoll bisher noch nicht von den Blade Runnern ausgeschalteten Maschinen in Menschengestalt zurück, die dafür umso härter und zielstrebiger vorgehen. Ihr Ziel ist es, die bei Replikatoren nur auf 4 Jahre festgesetzte Lebenszeit zu verlängern – wofür sie jedoch an ihren eigentlichen Schöpfer herantreten müssen, der sich in einer schwer zugänglichen Hauptzentrale einer Firma aufhält. Doch sie scheinen auch hierfür bereits einen Plan zur Hand zu haben… nun steht ihnen nur noch Blade Runner Deckard (Harrison Ford) im Weg, der sich einerseits zum Ziel gesetzt hat, die Replikanten aufzuspüren und zu vernichten – doch andererseits scheint auch er Ausnahmen zu machen. Solch einen speziellen Fall findet er bald darauf in seiner eigenen Wohnung wieder… eine künstliche erschaffene Frau, für die er vielleicht sogar so etwas wie Liebe, zumindest aber eine undefinierbare Zuneigung empfindet…

Kritik: In der Tat wirkt es ein wenig „ungerecht“ und vielleicht auch schlicht und einfach falsch, einen Film aus dem Jahre 1982 aus heutiger Sicht zu bewerten – gerade, wenn es um einen Science Fiction-Film geht, der mit düsteren Zukunftsvisionen hantiert. Doch im Grunde (und glücklicherweise) ist Ridley Scott mit Blade Runner ein recht zeitloser Film gelungen, der auch heute noch nichts von seiner Wirkungskraft verloren hat. Schließlich ist solch ein Szenario, in dem künstlich erschaffene Menschen eine zentrale Rolle spielen, kein allzu fantastisches – sondern eines, welches immer mehr an Bedeutung gewinnt, je weiter die Menschen technologisch fortschreiten. Von daher könnte man Herrn Scott auch einen durchaus genialen Coup unterstellen, indem er sich eben dieser rasanten technologisch / wissenschaftlichen Entwicklung seinerzeit durchaus bewusst war – und so einen Film konzipierte, der nichts von seiner Wirkungskraft verlieren, sondern sogar noch dahingehende Steigerungen erfahren würde. Doch es bleibt das Problem der technische Seite, die in der heutigen „finalen“ Version natürlich etwas anders aussieht als die damalige Schnittfassung. Denn, so zeitlos Inhalte und Aussagen sein können, die Technik ist es zumeist nicht – es sei denn, es handelt sich um explizit minimalistische Filme oder gezeichnete Werke (Cartoons, Animes). So bezieht sich diese Rezension auf die aktuelle Fassung – die tatsächlich kaum Kritik an den Spezialeffekten, und schon gar nicht an der markant-futuristischen Gestaltung der Stadt in der das Ganze spielt, zulässt. Im Gegenteil: viele kleine Details, ein reger Verkehr und ein düsteres Gesamtbild lassen den Zuschauer mit einem mulmigen Gefühl zurück.

Der Soundtrack (hier gilt ebenso wie in Bezug auf den Inhalt zumeist eher eine zeitlose Wirkung) weiss dann gerade diesen Eindruck wieder gezielt zu unterstreichen, einerseits klingt er „typisch“ nach den 80ern, andererseits merklich futuristisch – und erinnert damit ein wenig an einige der Eindrücke, die man bei dem (ebenfalls technologie-orientierten) Film Tron gewinnen konnte. Aber, und das wird man sich vermutlich auch damals gefragt haben: warum ist der Film generell so dunkel gehalten ? Sicher, das Szenario ist ein düsteres, und auch die Ereignisse und Inhalte sind sicherlich keine stimmungsaufhellenden – aber als Stilmittel eine dauerhaft pechschwarze Nacht zu verwenden, das ist dann doch etwas zuviel des Guten. Denn selbst die Ausflüge in das innere von Gebäuden (Bars, Wohnungen, der Firmensitz) wissen sich nicht der allgemeinen Dunkelheit zu entziehen: es gibt kaum Lichtquellen, kaum markante Fixpunkte. Alles verschwimmt in- und miteinander – sicherlich ein Teil der Intention, doch so lassen sich kaum optisch nennenswerte Aspekte hervorheben (abgesehen von den Kamera-Schwenks über und durch die futuristische Stadt). So kommt es, dass man wenn man dem Look von Blade Runner gefragt wird, wohl eher nicht behaupten kann er sähe futuristisch aus – denn dieser Aspekt geht größtenteils in der allgemeinen Schwärze unter. Dafür sind die Schnitte mehr als angenehm, und gerade die Szenen in der Stadt wirken teilweise aufwendig inszeniert – gerade dann, wenn das (offenbar recht trostlose) Leben der Menschen doch noch ein wenig floriert. Schade, dass es nicht mehr solcher Szenen gibt – so kommt unweigerlich ein desolater Eindruck auf, der den Zuschauer nach dem warum und wie fragen lässt. Warum ist das Leben auf der Erde so eintönig und offenbar alles andere als schön ? Und was hat das mit der Kolonisierung von anderen Planeten im All zu tun ? Dies sind jedoch alles Dinge, die anfangs nur sehr kurz angeschnitten werden, weitere Erklärungen oder Hinweise erhält man nicht.

So ist das größte Manko am gerne als Kultfilm bezeichneten Blade Runner die Story: sicher, aus damaliger Sicht scheint es ein mutiger Schritt gewesen zu sein, eine solche zu realisieren. Doch nicht nur aus heutiger Sicht stellt sich die Frage: wenn man schon so offensichtlich auf gewisse Aspekte anspielt (moralische Dilemmata – ist eine Maschine auch ein Mensch, wenn sie nicht weiss dass sie eine Maschine ist ? / kann oder darf man menschenähnliche Maschinen auch dann noch eliminieren, wenn sie ganz gewiss schon so etwas wie eine Seele entwickelt haben ?), warum führt man diese Gedanken dann nicht weiter aus ? Stattdessen scheint es, als sei der Fokus zum größten Teil auf die „Jagd“ gelegt worden, wobei zumeist keine Fragen gestellt werden. Die Replikanten werden, auch weil es so „von oben“ befohlen wird, ausgeschaltet – wobei der letzte eben ein besonders zäher ist. Das ist dann doch ein bisschen zu wenig für einen „bahnbrechenden“ Sci-Fi-film ! Denn zu keinem Zeitpunkt erhält man Hinweise auf die Hintergründe (beispielsweise den Entstehungsprozess der Replikanten), zu keinem Zeitpunkt steigt der Film über eine nennenswerte philosophische Schiene in das Geschehen ein (stellt beispielsweise Grundsatzfragen, kritisiert, verurteilt, gibt Seitenhiebe), zu keinem Zeitpunkt werden Parallelen zur Gesellschaft (ob fiktiv oder nicht) ersichtlich. Der Zuschauer hat somit und quasi die freie Wahl, was er mit dem Film anfängt beziehungsweise was er in ihn hineininterpretiert – Vorgaben gibt es kaum, nicht einmal Anhaltspunkte an denen man sich orientieren könnte. Da kommen (wirkliche) „Kultfilme“ (aus einer ähnlichen Entstehungszeit) wie Uhrwerk Orange schon wesentlich universeller daher: zwar wohnen auch ihm gewisse unterhaltende Aspekte inne, doch die Gesellschaftskritk ist niemals unüberhörbar, ebenso wie die Fragen die er aufwirft. Sicher, man muss nicht gleich mit der Holzhammermethode hergehen und die offensichtlichen Dinge offensichtlich anprangern – doch Blade Runner wirkt aufgrund der relativ freien und kontextlosen Machart einstweilen sogar etwas seelenlos.

Fazit: Großartige schauspielerische Leistungen, ein interessantes düsteres Zukunftsszenario, einige kultig anmutende Besonderheiten (wie die Gestaltung der Zukunfts-Stadt) – aber leider einige inhaltliche Defizite. Blade Runner ist gewiss nicht automatisch ein „perfekter“ (da als Kultklassiker attributierter) Film, man sollte schon einmal genauer hinsehen. Wenngleich man die technischen Aspekte vernachlässigen würde (was ohnehin der Fall sein sollte bei einem 30 Jahre alten Film), wird gerade die Story recht einseitig, eindimensional und unspektakulär erzählt. Es entstehen so gut wie keine Fragen; das was interessant wäre wird lediglich vor dem eigentlichen Film erwähnt (die futuristische Vorgeschichte) – und letztenendes wird der Bogen niemals wieder zum vielversprechenden Beginn geschlagen. Zahlreiche Actionszenen dominieren das Szenenbild, wenn es nicht gerade pechschwarze, merkwürdig ruhig wirkende Szenen innerhalb vermeintlich futuristischer Räumlichkeiten sind. An wirklich große Fragen traut man sich nicht heran, die Atmosphäre ist zwar kontinuierlich düster – aber zu keinem Zeitpunkt wirklich nachvollziehbar. Denn die Welt, in der Blade Runner spielt, sieht stellenweise wunderbar futuristisch aus – eine Seele scheint ihr aber nicht innezuwohnen, und ein tiefgreifender Sinn schon gar nicht. Man mache sich ein eigenes Bild, doch wer den Film bisher noch nicht gesehen hat, sollte Vorsichtig mit (zu) hohen Erwartungen sein…

Filmkritik: „Tron“ (1982)

Filmtitel: Tron
Regie:
Steven Lisberger
Mit:
Jeff Bridges
Laufzeit: 96 Minuten
Land:
USA
Genre:
Science Fiction

Inhalt: Ein Programmierer hat Schwierigkeiten mit seinem ehemaligen Arbeitgeber – der nämlich hat Kevin Flynn (Jeff Bridges) längst aus der Firma geworfen, nachdem er einige seiner genialen Spielekonzepte gestohlen und unter seinem Namen auf den Markt gebracht hat. Um diese Tatsache wissen nur der Übeltäter selbst, sowie natürlich Flynn – doch auch eine künstliche Intelligenz in einem Supercomputer, das MCP, weiss davon. So bleibt Flynn nichts anderes übrig, als mit zwei sympathisierenden Kollegen in das Hauptquartier der Firma einzusteigen, und irgendwie an die nötigen Beweise heranzukommen. Doch das MCP scheint Flynn zu kennen und fordert ihn heraus – indem es ihn mithilfe eines Lasers in das Innenleben des Computers transferiert. Als digitale Version seiner selbst ist er hier neuen, bisher unbekannten Gefahren ausgeliefert, und muss sich in verschiedenen Wettkämpfen behaupten. Doch neben den vielen Feinden findet er in dieser Welt sogar so etwas wie Freunde, die ihm von nun an zur Seite stehen und das MCP ebenfalls stürzen wollen. Denn nur wenn Flynn das gelänge, könnte er wieder in die wirkliche Welt zurückkehren…

Kritik: Dieser Klassiker aus dem Jahre 1982 hat bis heute kaum etwas von seiner Erzählkraft verloren – wenngleich die ausgehende Faszination im Veröffentlichungsjahr ungleich höher gewesen sein muss. Schließlich war der Film absolut zukunftsweisend, und zeigte nie dagewesene Effekte. Doch wenn man nun hergehen und behauptet würde, Tron sei im neuen Millennium „veraltet“, so träfe man eine klare Falschaussage. Denn der eigentliche Kern der Geschichte, die „fantastische“ Reise in die Innenwelt eines Computers, ist auch heute noch Zukunftsmusik; und wird es voraussichtlich auch bleiben. Das Setting aus Tron ist demnach nicht unbedingt futuristisch, sondern eher zeitlos. Diese Zeitlosigkeit der Handlung ist die eine Seite der Medaille, denn auf der anderen gibt es vielerlei Aspekte, die dem Film eine klare 80er-Jahre-Attributierung verleihen – natürlich sind das in erster Linie die optischen Aspekte. Aber auch die Musik – welche an kultige Spiele der 80er erinnert, und heutzutage das Herz aller junggebliebenen Nostalgiker höher schlagen lässt.

Glücklicherweise ist der gesamte technische Part von Tron nicht „zeitgemäß“ gehalten (das hiesse, qualitativ anzusiedeln in den frühen 80er-Jahren) – sondern absichtlich-minimalistisch. Dies hat zur Folge, dass einige der Szenen auch „heute“ noch beeindruckend wirken – oder zumindest einen gewissen Kult-Faktor innehaben (das „Gesicht“ der MCP beispielsweise). Im allgemeinen sticht die relativ klare Raumstruktur hervor, die das Innenleben des Computers darstellen soll. Im Gegensatz zur aktuellen Tron-Fortsetzung (2010) wirken diese „Räumlichkeiten“ plastischer, heller und auch begrenzter – in der Neuverfilmung hat man den Fehler begangen, den Film viel zu dunkel zu gestalten. So kann man sich in Tron einstweilen ein wenig „heimelig“ fühlen – gerade wenn man ein Kind der 80er ist und sich immer wieder an ältere Spiele erinnert fühlt (Amiga & C64). Entsprechend simpel (optisch als auch inhaltlich) ausgelegt sind zwar auch die Verfolgungsjagden, die Lichtmotorradrennen, die Diskkämpfe – aber dennoch; in ihnen steckt mehr Seele als in der Neuverfilmung, die nicht viel mehr als blosse Effekthascherei sind. Witzig und irgendwie makaber: die Anzüge der „Programme“, sowie die Leuchteffekte auf diesen.

Einziger Schwachpunkt bleibt demnach nur noch die Geschichte selbst – aller Nostalgie und (damaliger wie heutiger) Zukunftsmusik zum Trotz. Gut ist, dass die Umsetzung und die Inhalte weder als Hollywood-Kanonenfutter (das heisst, Massenware) noch als zu eigensinnig bezeichnet werden können – hier wäre die goldene Mitte also schon einmal getroffen. Doch insgesamt bietet die Handlung wenig spektakuläres, ausser der Tatsache, dass sich die Protagonisten eben in einem Computer befinden. Auch philosophische Aspekte werden nicht bis kaum behandelt, mögliche Ansätze in Richtung einer möglichen Koexistenz von „Mensch und Maschine“ werden beispielsweise ebensowenig gegeben wie fantastische Thesen et cetera – ein Film lebt von seinem Unterhaltungswert, das ist klar. Doch ein richtig guter Film bietet, gerade wenn er aus dem Fantasy / SciFi-Bereich kommt, zumeist bisher nie dagewesene Interpretationsmöglichkeiten oder Diskussionsansätze. Man muss einfach das Gefühl haben, dass sein eigenes Weltbild geradezu „erschüttert“ wird (das des Zuschauers), man muss aber auch auf emotionaler Ebene bedient werden. Tron schafft all das nicht wirklich – er unterhält, und mehr nicht. Eine reichlich abstruse, wenn auch kurze Liebesgeschichte rettet da dann auch nichts mehr.

Fazit: Vielleicht sind all diese Ansprüche in Bezug auf einen Disney-Film aber auch viel zu hoch und sollten keine Rolle spielen. Doch selbst nüchtern betrachtet – dem Film nach geht Flynn eigentlich nur in die Firma, um sein Urheberrecht einzufordern. Dass er dabei „aus Versehen“ in das innere eines Computers transportiert wird, scheint ihn dabei eigentlich gar nicht sonderlich zu beeindrucken oder gar zu stören. Wenn er dieses Ziel also erreichen würde, würde es ein Happy-End geben – und genau so kommt es dann ja auch. Das ist zugegeben etwas schade – aber davon abgesehen ist Tron mit Sicherheit ein überdurchschnittlicher, einzigartiger Film. Wenn die fehlende Tiefe schon ein Minuspunkt war, so muss man die herrliche Selbstironie und die teilweise witzigen Sprüche allerdings auf der Positivseite verbuchen – eindeutig. Die schauspielerischen Leistungen bilden, gelinde gesagt, nicht das höchste aller Künste – aber es reicht. Schließlich muss man sich vor Augen halten, dass entsprechende Situationen beim Dreh sicherlich eine mehr als erheiternde Angelegenheit gewesen sein müssen – und dieses „Grinsen“, diesen Augenzwinkern macht gleichzeitig auch den Unterton des Films aus. Da dies aber beabsichtigt war und auch sonst alles aufgegangen zu sein scheint, was man sich vorgenommen hatte…

Filmkritik: „Les Maitres Du Temps“ (1982)

Filmtitel: Les Maîtres Du Temps / Herrscher Der Zeit
Regisseur:
René Laloux
Mit: /
Laufzeit:
78 Minuten
Land:
Frankreich
Genre:
Animationsfilm

Inhalt: Ein Junge namens Piel wird auf dem Planeten Perdida zum Waisen, als seine Eltern durch tragische Zwischenfälle umkommen. Die Familie befand sich auf einer Art Expedition, doch der Planet birgt zahlreiche Gefahren, wie die sogenannten Hornissen – aggressive Insekten, die die Menschen wahllos attackieren. Sein Vater schafft es gerade noch, Piel eine Art Mikrofon mitzugeben, und weist ihn an, Schutz in einer besonderen Gegend auf dem Planeten zu suchen. In der Zwischenzeit soll er mit dem Mikrofon, welches Piel von nun an Mike nennt, Kontakt zu einem fernen Raumschiff halten. Die Besatzung macht sich sofort auf den Weg nach Perdida, doch das Schiff würde dennoch einige Tage brauchen. Bei einem Zwischenstopp auf einem anderen Planeten nimmt die Crew den alten Silbad mit an Bord, sowie zwei blinde Passagiere: die Gnome Jad und Yula. Bis sie Perdida erreichen, erleben sie noch das ein oder andere Abenteuer… so landet ein Teil der Crew später auf dem Planeten Gamma 10, auf dem eigenartige Flügelwesen eine besondere Form der Diktatur (er)leben.

Kritik: Der Stoff zum Film stammt aus der Novelle L’Orphelin de Perdide (Der Waisenjunge von Perdida) von Stefan Wul. So fantastisch die Geschichte ist, so fantastisch ist auch der Film: besonders junge Erwachsene, die den Film in ihrer eigenen Kindheit gesehen haben, werden das aufkommende Nostalgiegefühl zu schätzen wissen. Aber auch alle anderen: denn Les Maîtres Du Temps ist einer der Filme, der in einer Zeit produziert wurde, als Filme noch eine Seele hatten. Merklich angehaucht vom Charme der frühen 80er-Jahre, ist der Zeichenstil entsprechend simpel; die Zeichnungen und Animationen sind aber dennoch liebevoll gestaltet. Und: sie wirken trotz der offensichtlichen Epochen-Zuordnung relativ zeitlos, genauso wie die Musik. In erster Linie sind es aber die Story und die Charakterporträts, die die wahren Stärken des Zeichentrick-Films ausmachen. Besonders ist auch die Tatsache, dass der Film im Grunde ein Kinderfilm ist – und alle dementsprechenden Kriterien erfüllt. Gleichzeitig aber bietet er einen recht tiefsinnigen Aspekte, die auch Erwachsene zum Nachdenken anregen werden. Man kann also durchaus von einem Film für die ganze Familie sprechen – die jüngsten werden vor allem an der abenteuerlichen Geschichte von Piel und natürlich dem Weltraumsetting Gefallen finden, die älteren werden sich den Kopf zerbrechen über das später auftretende, filmische Paradoxon. Und; vielleicht müssen diese älteren es dann auch den jüngeren erklären. Gar nicht mal so einfach !

Man muss es sich so vorstellen: Achtung, Spoiler ! Das, was man als Zuschauer zuerst sieht und erfährt; ist die „Jetzt“-Zeit, also die aktuelle, „wahre“ Zeitschiene. Das heisst, der Funkspruch des Vaters von Piel findet so statt wie gezeigt. Also begibt sich das Schiff von Jaffar verständlicherweise auf die Rettungsmission – doch als sie ankommen, entsteht das temporäre Paradoxon: die Herrscher der Zeit versetzen den Planeten um 60 Jahre in der Zeit zurück. Wie im Film gesagt wird, nehmen wir als Außenstehende wahr, dass die Zeit für diesen Planeten rückwärts läuft – für die Bewohner des Planeten ändert sich aber nichts; sie leben weiter als ob nichts geschehen würde. Der Clou ist also: die Zukunft von Perdida (ausgehend von einem Standpunkt, der 60 Jahre zurückliegt) ist gleichzeitig die Vergangenheit vom Rest des Universums. Nur so kann das Paradoxon entstehen, dass ein alter Mann (Silbad) mit sich selbst in seiner jüngeren Form (Piel) Kontakt hält. Als der alte Silbad schließlich im Sterben liegt, entschlüsselt sich das Zeitdilemma: er muss nicht mehr gerettet werden, weil er bereits vor 60 Jahren gerettet wurde, von jemand anderem.

Oder aber, man stellt es sich so vor: in dem Moment, als die Retter mit dem Schiff ankommen (ungefähr), wird der Planet zurückversetzt. Für den Betrachter ändert sich erst einmal wenig, doch quasi in einem Atemzug wird eine 60-jährige, eben nicht in sich geschlossene Vergangenheit geschaffen (als zweite Ebene), die irgendwo existiert haben muss und auch einen Einfluss auf das restliche Universum (siehe Silbad) gehabt haben muss. Als Silbad letztendlich stirbt, schließt sich der Kreis; zumindest halbwegs und metaphorisch. Eine wirkliche „Lösung“ kann es bei einem solchen Paradoxon aber nicht geben. Auch, wenn man nicht wirklich dahintersteigen kann (was wohl niemand kann, der nicht zumindest auch noch das Buch gelesen hat), fasziniert der Gedanke an eine solche Möglichkeit. Spoiler Ende !

Es ist immer so eine (heikle) Sache mit Sci-Fi-Filmen, die sich in irgendeiner Form mit dem Thema Zeit, Zeitreisen und Paradoxien auseinandersetzen. Oft ist es zwar weniger wichtig, wie genau man sich ein solches Phänomen vorzustellen hat; doch manchen lassen diese Dinge wiederum keine Ruhe. Viele wollen sich dabei bestmöglich vorstellen können; wie es der Regisseur / der Autor wohl gemeint haben könnte. Es muss einfach halbwegs „logisch“ erscheinen, und einen Sinn ergeben – nur dann kann man mit dem Film auch in irgendeiner Form abschließen und zur Ruhe kommen. Im Fall von Herrscher der Zeit ist das keine so leichte Sache – und dabei handelt es sich um einen Kinderfilm ! Doch wie gesagt, es geht nicht nur beziehungsweise in erster Linie um die individuelle Erklärung des Zeitparadoxons, sondern bestenfalls auch um alle anderen Aspekte.

In erster Linie wären das natürlich die zeitlosen Botschaften zum Thema gut und böse, wunderbar präsentiert über die beiden Gnome. So können auch die jüngsten verstehen, was es heisst, auf seine „innere Stimme“, sein Gewissen zu hören. Aus Erwachsenensicht schon recht heftig erscheint das Porträt der gesichtslosen Flügelwesen, welches offensichtlich an totalitäre Regimes erinnern soll. Besonders die Vertonung der Sprechstimmen macht es sehr deutlich (aggressiver Grundton, der unweigerlich an das dritte Reich erinnert) – für manche ist das eventuell schon ein wenig zuviel und wenig subtil. Doch ansonsten gelingt das Bild eines gar intergalaktischen Zusammenhaltes bravourös und unterhält auf ganzer Linie – die Sci-Fi-Elemente begeistern zusätzlich. Die Geschichte ist so immer noch gültig und verfilmbar, es bleibt die Frage ob dies erneut ratsam wäre. Denn der typische 80-er-Jahre-Charme gehört zu diesem Film offenbar dazu wie die Unerklärbarkeit des Zeitparadoxons.

Die einzigen Gründe, warum der Film kein Meisterwerk wie zum Beispiel Nausicaa geworden ist, liegen auf der Hand, es sind derer lediglich zwei: zum einen wirken die Zeichnungen (selbst aus damaliger Sicht !) nicht sonderlich modern, die Animationen stellenweise wenig geschmeidig. Das stört zwar nicht wirklich, weil der besagte Charme diesen Faktor wieder wettmachen kann – aber im direkten Vergleich, beispielsweise zu japanischen Animes, hat der Film (erst einmal nur in Bezug aufs optische) keine Chance. Zum anderen wäre es die Story selbst, die zwar spektakulär, originell und zeitlos ist (keine Frage !), aber im Film nicht so spannend daherkommt wie möglicherweise im Buch. Denn: über die Spieldauer „passiert“ nicht immer wirklich viel. Dies ist zwar auch Stilmittel und die ruhigen Weltraumbilder mit der sphärischen Musik haben ihren Reiz, doch wenn man den Film letztendlich zusammenfasst, hat man weniger zu erzählen als eigentlich erwartet. Dieses Potential hält man bis zum Ende des Films zurück, um dann (viel zu schnell !) geradezu zu „explodieren“: alles klar, Zeitparadoxon, Vergangenheit, Herrscher der Zeit; so und so. Das alles wirkt einfach zu schnell abgespult und lässt den Film gefühlt vorschnell enden. Es ist einfach kein „rundes“ Ende, welches in Sachen Erzähltempo mit dem vorherigen Film zu vergleichen ist.

Fazit: Dennoch handelt es sich bei Herrscher der Zeit um einen wahrhaft episches Zeichentrickwerk, welches unglaublicherweise als Kinderfilm durchgeht – aber auch für Erwachsene reichlich Spannung und Unterhaltungswert bietet. Der Nostalgie-Bonus kommt noch hinzu, die Bilder sind einfach traumhaft und auch wenn auf der Leinwand mal wenig passiert, passiert dafür umso mehr: in den Köpfen der Zuschauer.