Metal-CD-Review: Terra Atlantica – Age Of Steam (2020)

Alben-Titel: Age Of Steam
Band: Terra Atlantica (mehr)
Veröffentlichung: 14. August 2020
Land: Deutschland
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Pride & Joy Music

Lineup:

Nico Hauschildt – Drums, Vocals (backing)
Tristan Harders – Vocals, Guitars, Bass, Songwriting, Lyrics

Track-Liste:

1. Rebirth 1815 (01:30)
2. Across the Sea of Time (04:30)
3. Mermaids‘ Isle (04:38)
4. Age of Steam (04:56)
5. The Treachery of Mortheon (04:47)
6. Forces of the Oceans, Unite! (05:25)
7. Quest into the Sky (03:53)
8. Believe in the Dawn (05:50)
9. Gates of the Netherrealm (05:47)
10. Rage of the Atlantic War (06:04)
11. Until the Morning Sun Appears (08:06)

Mit Volldampf voraus.

Gute drei Jahre nach ihrem respektablen Debüt-Album A CITY ONCE DIVINE (2017, siehe Review) legen die deutschen Power Metaller von TERRA ATLANTICA bereits nach. Das nunmehr über PRIDE & JOY Records erscheinende Zweitwerk trägt den vielversprechenden Titel AGE OF STEAM, beinhaltet 11 brandneue Tracks – und scheint sich thematisch noch mehr auf das von der Band auserkorene; durchaus erfrischende Sujet irgendwo zwischen Geschichten der rauen Seefahrt, heroisch angehauchten Abenteuern und einer Priese Steampunk zu fokussieren. Tatsächlich fühlt sich diese Herangehensweise auch absolut richtig an, scheint sie doch schier perfekt zur Band zu passen – wobei; und das bleibt nicht lange ein Geheimnis – man im Vergleich mit dem Vorgänger noch einmal einen ordentlichen Schritt nach vorn macht. Der war zwar ebenfalls schon recht inspirierend (und kassierte dementsprechend auch eine Wertung von immerhin 7.5 von 10 Punkten), klang einstweilen aber noch so als wollte man sich in verschiedene Richtungen ausprobieren. Ganz anders nun AGE OF STEAM: bereits die ersten Klänge des Albums (die zugegebenermaßen nicht bombastischer hätten ausfallen können) zeigen auf, dass TERRA ATLANTICA sich und ihren Stil endgültig gefunden haben.

Und daran lassen sie die geneigte Hörerschaft natürlich gern teilhaben – wobei es sich um ein Angebot handelt, das man zweifelsohne annehmen sollte. Es scheint schließlich, als hätten TERRA ATLANTICA (und damit vornehmlich die beiden auf diesem Album hauptsächlich beteiligten Akteure Tristan Harders und Nico Hauschildt) nicht nur ein außerordentliches Talent – sondern stets auch die richtigen Vorbilder gehabt. Eines der offensichtlicheren davon war und ist TIMELESS MIRACLE – eine Band, die bis heute leider ein ein-Album-Wunder (INTO THE ENCHANTED CHAMBER von 2005, siehe Review) geblieben ist, die aber doch ein wenig in den Kompositionen von TERRA ATLANTICA weiterzuleben scheint. Und das auch ohne die Mitwirkung des hiesigen Frontmann Mikael Holst, der auf dem Vorgängeralbum einen markanten Gastauftritt hatte. Doch natürlich dürfte eine Band wie TIMELESS MIRACLE nur einer von vielen Einflüssen sein, aus denen TERRA ATLANTICA letztendlich etwas völlig eigenständiges gemacht haben. AGE OF STEAM ist so gesehen ein typisch europäisches Power Metal-Album, welches eine große Portion Spielfreude an den Tag legt – aber eben auch ein recht spezielles Werk, das mit vielen kreativen und vor allem schier perfekt umgesetzten Ideen auftrumpft.

Davon kann sich nunmehr ein jeder selbst überzeugen – wobei natürlich insbesondere Nummern wie der sagenhaft daher-galoppierende Opener ACROSS THE SEA OF TIME oder das feucht-fröhliche QUEST INTO THE SKY die Herzen all jener höher schlagen lassen werden; die ihren Power Metal gern schnell, melodisch und kraftvoll serviert bekommen möchten – und darüber hinaus auch wuchtigen Inszenierungen seitens des Keyboards und der in diesem Falle wahrlich grandiosen Background-Chöre nicht abgeneigt ist. Wer das Genre kennt weiß, dass derlei rasante Nummern immer auch einen Gegenpart brauchen – der im Falle von AGE OF STEAM eventuell mit dem balladesken BELIEVE IN THE DAWN; noch eher aber mit dem fulminanten Rausschmeißer UNTIL THE MORNING SUN APPEARS zelebriert wird. Das schöne dabei ist, dass es sich eher nicht um eine typische und damit vor Kitsch und Schmalz triefende Liebeserklärung handelt – sondern um ein wunderbar stimmiges, angenehm melancholisch angehauchtes und letztendlich perfekt von Leadsänger Harders vorgetragenes Stück Power Metal-Geschichte. Wobei man spätestens an dessen Ender eine wohlige Gänsehaut entwickeln wird – dem energischen Erzählpart (der im Intro noch vergleichsweise befremdlich wirkte, kurioserweise) und den epischen Chorgesängen sei Dank.

Diese drei glasklaren Highlights zu Beginn, zur Mitte und zum Ende des Albums markieren so gesehen die Grundpfeiler von AGE OF STEAM – doch natürlich gibt es auch dazwischen einiges zu entdecken. Wie etwa den als Videosingle ausgekoppelten Titeltrack, der sich als überaus angenehmer Stampfer mit allerlei quirligen Gitarren-Frickeleien sowie einem hypnotisch-einprägsamen Refrain entpuppt. Höchst interessant, und unter Umständen etwas anspruchsvoller wird es mit nicht ganz so eingängigen Titeln wie MERMAIDS ISLE – in denen es etwas ruhiger (und ausnahmsweise auch mit weiblichem Gastgesang) zugeht, dafür aber eine ordentliche Portion Atmosphäre aufgefahren wird. Ebenfalls stark, und gleich in mehrerlei Hinsicht für einen frischen Wind sorgend ist THE TREACHERY OF MORTHEON – das mit gleich zwei Features in Form von Oleg Rudych (MAGISTARIUM) und Gabriel Tuxen (SEVEN THORNS) daherkommt. Fest steht: auf der Suche nach auffallend schwächeren oder vielleicht nicht ganz so gut aufgehenden Titeln hat man es AGE OF STEAM vergleichsweise schwer. Wie sollte es auch anders sein, wenn sich selbst eine zunächst eher unspektakulär anfühlende Nummer wie FORCES OF THE OCEANS, UNITE spätestens nach drei oder vier Durchläufen zu einer den Nacken dauerbelastenden Hymne mit dem gewissen Etwas entwickelt ? Und was überhaupt ist in einer Nummer wie RAGE OF THE ATLANTIC WAR los… ? Diese Nummer klingt beinahe so, als hätten (die frühen !) RHAPSODY OF FIRE plötzlich ihre Liebe zur Seefahrt entdeckt – ein wahrlich gelungener Einschub, zugegeben.

Schlussendlich: mit ihrem Zweitwerk AGE OF STEAM ist TERRA ATLANTICA ein wahrer Geniestreich gelungen. Und das sicher auch, da das Album einerseits als musikalische Reminiszenz an die enorm blütenreichen 2000er Jahre des europäischen Power Metals fungiert; andererseits aber auch völlig eigenständige Wege geht – und den Hörer einfach kaum mehr loslässt. Und das nicht nur in den ohnehin unvergleichlich packenden, entsprechend temporeichen und melodiösen Momenten – sondern auch während der ruhigeren Passagen. AGE OF STEAM ist eben tatsächlich wie eine Seefahrt. Manchmal ist das Meer eher ruhig, manchmal aber tobt es gewaltig – wobei der grundsätzliche Nervenkitzel, das Gefühl des Abenteuers aber in jedem Moment vorhanden ist.

Anspieltipps: ACROSS THE SEA OF TIME, QUEST INTO THE SKY, UNTIL THE MORNING SUN APPEARS

„Wenn das die Steigerung vom Debütalbum ist, wo soll das noch hinführen ? Age Of Steam rockt, und zwar in jeder Hinsicht.“

Metal-CD-Review: DREAMTALE – Everlasting Flame (2022)

Alben-Titel: Everlasting Flame
Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichung: 01. April 2022
Land: Finnland
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Keins / Independent

Lineup:

Zsolt Szilágyi – Guitars
Akseli Kaasalainen – Keyboards
Arto Pitkänen – Drums
Mikko Hepo-oja – Bass
Jarno Vitri – Vocals
Nitte Valo – Vocals
Rami Keränen – Guitars, Vocals (backing)

Track-Liste:

1. King of Kings (04:52)
2. Blood of the Morning Star (05:25)
3. Last Goodbyes (03:21)
4. Ghostride (06:09)
5. Immortal Souls (04:59)
6. No Shadow Goes Too Far (04:33)
7. Summer Rose (03:50)
8. The Glory (03:55)
9. Eye for an Eye (04:44)
10. Lady Dragon (2022) (05:04)
11. Silent Scream (04:06)
12. Tanhupullo (02:32)
13. Sleeping Beauty (2022) (04:49)
14. Pirates‘ Lullaby (02:17)

Von der Flamme, die (hoffentlich) niemals verglüht.

Nein, die eigentliche Überraschung ist sicher nicht; dass DREAMTALE zurück sind. Schließlich wird ein jeder, der die Historie der Band bisher verfolgt hat – und sei es auch nur im Vorbeigehen – das neue Album EVERLASTING FLAME mit einer innig-heißen Vorfreude erwartet haben. Allerdings gab es dabei durchaus eines zu bedenken: das Lineup der finnischen Band hatte sich bekanntlich markant geändert. Genauer gesagt geriet das Jahr 2019 zu einem wahren Erneuerungsjahr für die Band, da gleich 4 neue Mitglieder an die Band-Front rekrutiert wurden. Unter anderem eben auch Jarno Vitri (MAT HATTER’S DEN) UND Nitte Valo (BATTLE BEAST) als Leadsänger, hier immer noch ohne Sternchen – was eine doch recht einschneidende Neuerung im musikalischen Konzept von DREAMTALE markieren sollte. Unter anderem deshalb ist es nur verständlich, dass nicht direkt jeder mit einer ausgeprägten Verzückung auf derlei Neuigkeiten reagierte. Doch wie die Zeit – und nun auch das Album EVERLASTING FLAME – zeigt, bestätigt glücklicherweise nicht jede Power Metal-Band gleich die schlimmsten aller Befürchtungen.

Anders gesagt: das, was die neuen alten DREAMTALE hier bereits im Opener KING OF KINGS (warum muss man hier eigentlich immer direkt an MANOWAR denken); ist eine Wucht – und grob gesagt eine Art musikalisches Material, das eventuell auch auf dem Debütalbum BEYOND REALITY (siehe Review) einen Platz hätte finden können. Sicher, vielleicht ist das noch nichts allzu ungewöhnliches. Doch das sich ausgerechnet eine Band derart treu bleibt, bei der man aufgrund etwaiger neuerer Entwicklungen eher gegenteiliges erwartet hätte; ist dann doch eine sich ganz wunderbar anfühlende Erfahrung. Und eine, deren Eindruck auch im weiteren Verlauf des Albums kaum geschmälert wird – sodass man bereits nach der zweiten und dritten sehr guten Nummer (BLOOD OF THE MORNING STAR und LAST GOODBYES) vor allem eines sagen kann: DREAMTALE haben auch diesen vergleichsweise einschneidenden Besetzungswechsel mit Bravour überstanden. Und: sich so gut wie überhaupt nicht von ihrer ursprünglich angepeilten Spielart und ihrem Stil entfernt. Auch die beiden neuen Sänger haben sich bereits so gut in das für DREAMTALE so typische Power Metal-Soundoutfit eingefügt, dass man meint die beiden müssten schon seit Ewigkeiten zur Band gehören.

EVERLASTING FLAME richtet sich so vor allem auch an alteingesessene und so gesehen eingeschworene DREAMTALE-Fans, die neues Futter zu einer gewohnt hohen Qualität erwarten können. Typisch ist so etwa auch der vergleichsweise exzessive Keyboardeinsatz, der – so sollte man meinen – spätestens auf WORLD CHANGED FOREVER (siehe Review) zu einem Aushängeschild der Band wurde. Eigentlich aber gehörten derlei Spielereien schon immer zum Sound der Band; der analog zum Band-Namen als dezent verträumt, die Fantasie anregend und dank der knackigen Metal-Elemente zumeist auch als äußerst mitreißend bezeichnet werden kann. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich auch, dass alle die auf ein eher harsches Metal-Brett hoffen; nicht unbedingt glücklich werden sollten im allgemeinen DREAMTALE-Fundus. Aber das macht nichts, gibt es doch genügend Alternativen.

Doch hat EVERLASTING FLAME wirklich in jeder Hinsicht das Zeug dazu, als relativ unantastbares Album in die insgesamt doch überdurchschnittlich glanzvolle Historie an Releases von DREAMTALE einzureihen ? Hier gibt es nur eine klare Antwort: ja – und auch nein. Für das Album sprechen der deutlich ausgelebte Hang und so gesehen die Treue zum Ursprungssound der Band, die zumeist wunderbar gelungenen Intermezzi aus knackigen Gitarrenriffs und melodischen Keyboardelementen, die griffig-hymnischen Refrains sowie die Leistungen aller beteiligten Mitglieder und insbesondere auch der Leadsänger. Dagegen spricht, dass sich die Band teilweise und warum-auch-immer dem Sound gleich zwei anderer finnischer Bands genähert hat, ob absichtlich oder nicht. Zum einen NIGHTWISH – wobei der Begriff der Absichtlichkeit recht nahe liegen sollte, lauscht man nur einmal einer symphonisch angehauchten Nummer wie GHOSTRIDE (hier passt sogar der Titel, sowie auch die gesamte Aufmachung). Und zum anderen AMBERIAN DAWN – die man in Nummern wie IMMORTAL SOULS oder dem ruhigeren NO SHADOW GOES TO FAR relativ gut wiedererkennen kann. Als dezent merkwürdig könnte man sicher auch EYE FOR AN EYE einstufen – eine Nummer, die von einem sich extrem fremd anfühlenden Auftakt eingeleitet wird, und auch im weiteren Verlauf weder Fisch noch Fleisch ist.

Immerhin könnte man einwenden, dass das relativ egal ist; wenn man dafür auch absolut originäre Nummern wie THE GLORY serviert bekommt – ein Titel, der passenderweise auch als Video-Single ausgekoppelt wurde. Überhaupt scheint das Album im späteren Verlauf wieder stärker und stärker zu werden – wobei auch die Neuaufnahmen der beiden alten Songs LADY DRAGON und SLEEPING BEAUTY (das ist vielleicht sogar besser als das Original) in Ordnung gehen, bedienen sie sich einer interessanten neuen Herangehensweise. Mit Nummern wie SILENT SCREAM zeigen DREAMTALE dann aber endgültig und endlich auch vollends überzeugend auf, wie die Band zu einigen frischen Klängen finden kann – auch ganz ohne allzu offensichtlich nach den Kollegen von NIGHTWISH zu klingen. Das nicht ganz ernst gemeinte TANHUPULLO macht einen Heidenspaß, auch ohne die Lyrics erst durch den Übersetzer zu jagen – und der Rausschmeißer PIRATES LULLABY macht schon wieder derart Lust auf mehr (indem er einiges andeutet), dass man gespannt sein darf auf die Zukunft von DREAMTALE.

Insgesamt betrachtet ist EVERLASTING FLAME damit als absolut gelungenes Rückkehr-Album zu bewerten, dass in so gut wie allen Belangen eine außerordentlich gute Figur macht – erst Recht in Anbetracht der fast gänzlich neuen Besetzung. Sieht man über zwei oder drei dezent schwächere Nummern in der Mitte des Albums hinweg, ist sogar von einem mehr als markanten Genre-Volltreffer zu sprechen. EVERLASTING FLAME, oder: ein Album, welches als heißer Kandidat für das beste Power Metal-Album des Jahres 2022 gehandelt werden kann.

Anspieltipps: KING OF KINGS, BLOOD OF THE MORNING STAR, THE GLORY, SILENT SCREAM

„Eine Überraschung der ebenso unerwarteten wie lohnenswerten Sorte.“

Diese Wertung sorgt für eine Festigung von DREAMTALE in der Liste der besten Power Metal-Bands aller Zeiten.

Metal-CD-Review: Tristan Harders‘ Twilight Theatre – Drifting Into Insanity (2022)

Alben-Titel: Drifting Into Insanity
Band: Tristan Harders‘ Twilight Theatre (mehr)
Veröffentlichung: 14. Januar 2022
Land: Deutschland
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Pride & Joy Music

Lineup:

Tristan Harders – Vocals, Guitars, Bass, Keyboards, Drum Programming

Track-Liste:

1. Entrance (00:30)
2. The End (05:09)
3. Open the Gates (04:24)
4. Rise Against the Tyranny (04:15)
5. Halls of Glory (04:44)
6. Interlude in G# Minor (01:19)
7. Quest into the Mountains of Steel (04:46)
8. When Fairytales Are Gone (05:16)
9. In the Realms of Memories (04:19)
10. Back to Avalon (05:17)
11. Save Me from Insanity (05:09)
12. Between the Battles (03:44)

Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich nah beieinander.

Wer die deutsche Power Metal-Szene in den letzten Jahren auch nur halbwegs aufmerksam beobachtet hat, der wird an einer Band kaum vorbeigekommen sein: TERRA ATLANTICA. Nachdem die noch relativ frische Combo ihr mehr als respektables Debütalbum A CITY ONCE DIVINE (auf dem unter anderem auch TIMELESS MIRACLE-Frontmann Mikael Holst vertreten war, siehe Review) vor noch gar nicht allzu langer Zeit an den Start gebracht hatte, schien eines schnell klar: man müsste auch in Zukunft mit TERRA ATLANTICA rechnen. Und tatsächlich: die ab dem ersten Tag von der Band ausgehende, jederzeit spür- und sichtbare Energie ist eben nicht verpufft, sondern hat sich entsprechend in neuen musikalischen Werken manifestiert. Glücklicherweise, sollte man wohl meinen – ist aus TERRA ATLANTICA doch auffallend schnell eine Band geworden, die mehr macht als ihre Liebe zur Musik und speziell zum Genre des Power Metals zu zelebrieren. Anders gesagt: die einst jungen Fans des Genres wurden vergleichsweise rasant zu vollkommen eigenständigen Künstlern, die ihr heiß geliebtes musikalisches Genre nicht nur bedienen – sondern um eine lohnenswerte Facette bereichern.

Und auch wenn der Schritt durchaus etwas überraschend war, im eigentlichen Sinne verwunderlich ist das nunmehr ins Leben gerufene Solo-Projekt des hiesigen Leadsängers Tristan Harders nicht – hat man ihm doch recht schnell angemerkt, dass er einige zusätzliche ihm unter den Nägeln brennende Geschichten in Petto hat. Und auch, dass er einiges von seinem Handwerk versteht – das sich im übrigen schon längst nicht mehr nur auf den Gesangsbereich bezieht. Im Zuge seiner üppig betitelten Band TRISTAN HARDERS‘ TWILIGHT THEATRE hat er schließlich auch alle anderen, bei einem Metal-Album üblicherweise anfallenden Aufgaben übernommen respektive Posten besetzt. Und das ist nicht nur so daher gesagt, denn: selbst für alle produktionsrelevanten Aspekte ist allein Tristan Harders verantwortlich. Vielleicht klingt das etwas mutig und gewagt – zumal es nicht wenige Genre-Alternativen gibt, die mit ganz ähnlichen Ambitionen relativ sang- und klaglos gescheitert sind. Es ist, wie es ist: das Erschaffen und die Produktion eines Albums ist eben kein Pappenstiel. Erst Recht nicht, wenn es am Ende auch noch wirklich gut klingen soll.

Doch wer bereits einige der Youtube-Clips von Tristan Harders gesehen hat weiß, dass man diesbezüglich schnell eine entsprechende Entwarnung aussprechen kann. Glücklicherweise liefert auch DRIFTING INTO INSANITY einen recht schnellen Beweis dafür, dass es dem Album hinsichtlich seiner Inszenierung und des angenehm geballten Sounds an wenig mangelt. Anders gesagt: das an den Tag gelegte Handwerk und die technischen Sound-Aspekte geben nahezu keinen Anlass, Kritik zu üben. Vor allem dann nicht wenn man bedenkt, dass das Multitalent Harders noch nicht allzu lange im Geschäft ist und vielleicht auch nicht die gleichen Möglichkeiten wie andere bereits etablierte Musiker hat – was man dem Album aber nicht wirklich anhört. So ist bereits der Opener THE END ein Power Metal-Freudenfest der Extraklasse – und das sicher auch, da er alle benötigten Zutaten dafür an den Start bringt. Der antreibende Double-Bass, die knackigen Gitarren um Rhythmus- und Soli-Bereich, der energetische Leadgesang sowie der packende Refrain machen Laune – und quasi obendrauf gibt es eine große Portion gar nicht mal uninspirierter Lyrics und allerlei musikalische Spielereien respektive Facetten, die das Projekt von Tristan Harders überraschend eigenständig klingen lassen. Und das trotz der letztendlich doch recht gewöhnlichen Zutaten (man sieht, manchmal braucht es einfach nicht mehr) – das schafft beileibe nicht jeder.

Was das Album im weiteren Verlauf ausmacht, ist dann vornehmlich eines: das Zusammenspiel aus einem weitestgehend beeindruckenden Handwerk, größtenteils aufgehenden Ideen und einer riesengroßen Portion Charme. Denn: wer eine Band wie TERRA ATLANTICA respektive Harders schon einmal in Aktion erlebt hat weiß, wie sehr er das was er macht auch wirklich lebt und liebt. Entsprechend ehrlich und wenn man so will glaubwürdig klingt auch sein offensichtliches Herzensprojekt DRIFTING INTO INSANITY – ein Album, das einfach Spaß und direkt Lust auf mehr macht. Und das selbst, wenn es mal etwas ruhiger zugeht – wie im super-soliden Stampfer HALLS OF GLORY. Aber gibt es wirklich rein gar nichts zu meckern an DRIFTING INTO INSANITY ? Dieses Urteil wird je nach persönlicher Facón anders ausfallen. Vielleicht könnte man noch ein wenig hinsichtlich der Präsentation und Gewichtung einzelner Elemente feilen – schließlich gibt es Momente, in denen der Leadgesang doch ein klein wenig zu laut wirkt und relativ viel Raum einzunehmen scheint – auch, aber eben nicht nur wenn zu hohen Screams angesetzt wird (z.B. in BACK TO AVALON). Ein riesiges Lob muss man dagegen für die wunderbar stimmigen Instrumental-Parts aussprechen, die aus mitreißenden Gitarren-Soli und recht TERRA ATLANTICAesken; dabei aber niemals zu aufdringlichen Keyboard-Elementen bestehen (wie in RISE AGAINST THE TYRANNY).

Insgesamt betrachtet macht DRIFTING INTO INSANITY vor allem eines klar: eventuelle Befürchtungen, dass die Qualität der Musik sowohl von TERRA ATLANTICA als auch diesem Solo-Projekt aufgrund der vermeintlichen „Doppelbelastung“ leiden könnten; sind vollkommen unbegründet. Alles, was jetzt noch fehlen könnte wird sicher mit der Zeit – und mit der Erfahrung – kommen. Man darf demnach äußerst gespannt sein auf das, was die Zukunft von TERRA ATLANTICA und TRISTAN HARDERS‘ TWILIGHT THEATRE bereithalten wird.

Anspieltipps: THE END, RISE AGAINST THE TYRANNY, HALLS OF GLORY, IN THE REALMS OF MEMORIES

„Ein super-solides Debütalbum voller Spielfreude und mit einer handvoll wunderbar-wuchtiger Genre-Hymnen – so darf es gerne weitergehen.“

WIND ROSE – Fellows Of The Hammer (Official Video) | 2022

Warum zum Teufel bekommt man diesen Track einfach nicht mehr aus seinem Kopf… ? Und dabei bin oder eher war ich bisher nicht einmal eingefleischter Fan dieser Band ! #Dwarfmetal4thewin

Come and ride through a land of gold
Together we’ll crush the world
On the hills a new kingdom is rising
In the fire of the smithy is born
And smithed by the anvil strong
With the hammer it has been forged
Through the clans of the dwarves reunited
The new blood of the realm now flows
We conquer for all of us
We’re fighting for all of us
On the hills a new kingdom is rising
In the fire of the smithy is born
We’re standing for all of us
We’re dying for all of us
Through the clans of the dwarves reunited
The new blood of the realm now

Flows from the seven stars
And spoken by all of us
To be strong when the time comes
Is the oath made by everyone
Born in the iron hills
And trained in the centuries
The time for the hammer arrived
The clans are reunited in us

Take me down to the land of gold
Come with me as the glory is rising
Take me down to the promised home
We have awaited for so long
From the deep a song will rise in the dark
Hear from afar its call
When the fellows of the hammers
Sing from night ‚til the rising morn
Take me down to the land of gold
Come with me as the glory is rising
Take me down to the promised home
We have awaited for so long
From the deep a song will rise in the dark
Hear from afar its call
When the fellows of the hammers
Sing from night ‚til the rising morn

Come, and gather with all of us
Our destiny is at hand
On the hills a new kingdom is rising
In the fire of the smithy is born
And rally to all of us
The time to arise has come
Through the clans of the dwarves reunited
The new blood of the realm now

Flows from the seven stars
And spoken by all of us
To be strong when the time comes
Is the oath made by everyone
Born in the iron hills
And trained in the centuries
The time for the hammer arrived
The clans are reunited in us

Take me down to the land of gold
Come with me as the glory is rising
Take me down to the promised home
We have awaited for so long
From the deep a song will rise in the dark
Hear from afar its call
When the fellows of the hammers
Sing from night ‚til the rising morn
Take me down to the land of gold
Come with me as the glory is rising
Take me down to the promised home
We have awaited for so long
From the deep a song will rise in the dark
Hear from afar its call
When the fellows of the hammers
Sing from night ‚til the rising morn

When the storm is descending
There is no threat that we fear
All the hammers will be raised
By the clans reunited

Flows from the seven stars
And spoken by all of us
To be strong when the time comes
Is the oath made by everyone
Born in the iron hills
And trained in the centuries
The time for the hammer arrived
The clans are reunited in us

Take me down to the land of gold
Come with me as the glory is rising
Take me down to the promised home
We have awaited for so long
From the deep a song will rise in the dark
Hear from afar its call
When the fellows of the hammers
Sing from night ‚til the rising morn
Take me down to the land of gold
Come with me as the glory is rising
Take me down to the promised home
We have awaited for so long
From the deep a song will rise in the dark
Hear from afar its call
When the fellows of the hammers
Sing from night ‚til the rising morn

Psychopharmaka / Antidepressiva – SSRI’s

Allgemeine Informationen

Die Abkürzung SSRI steht für sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (englisch Serotonin Reuptake Inhibitors, SRI), die eine Klasse von bestimmten Antidepressiva bilden. Der Wirkungsmechanismus dieser Substanzklasse besteht darin, dass die Serotonintransporter vom Typ 5-HT im zentralen Nervensystem des Gehirns blockiert werden (nicht alle, aber je nach Dosis zu einem hohen Prozentsatz), was die Wiederaufnahme des Botenstoffs tendenziell verhindert und somit die Konzentration und Verfügbarkeit von Serotonin im synaptischen Spalt erhöht (mehr dazu im Abschnitt „Wirkungsweise“).

Generell gesprochen handelt es sich hierbei um relativ neue Medikamente (mit FLUVOXAMIN als erstem zugelassenen Kandidaten im Jahre 1984), die aus den vorangegangenen trizyklischen Antidepressiva (die seit den 50er Jahren existieren) entwickelt wurden.

Der theoretische Vorteil: SSRI’s wirken im Gegensazu zu trizyklischen Antidepressiva selektiv, das heißt speziell (und meist einzig, mit wenigen Ausnahmen) an bestimmten, ausgewählten Serotonin-Transportern. So kann die Wirkung spezifiziert werden, wobei gleichzeitig bestimmte Nebenwirkungen älterer Präparate vermieden werden. Der theoretische Nachteil: SSRI’s wirken leider nicht bei allen Menschen, und schon gar nicht gleich. Auch hinsichtlich der generellen Effektivität gegenüber trizyklischen Antidepressiva konnte keine nennenswerte Verbesserung festgestellt werden – wohl aber hinsichtlich der Verträglichkeit. Es kann also durchaus sein, dass man letztendlich doch auf eines der älteren Präparate ausweichen muss, da diese eine breit gefächertere Wirkung (aber eben auch mehr Nebenwirkungen) aufweisen.

In der Hypothese – und aufgrund verschiedener Forschungsergebnisse – wird angenommen, dass die künstliche Erhöhung der Konzentration von Serotonin in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns mit einer Abschwächung der vorliegenden depressiven Symptome einhergeht. Wie genau das funktioniert, warum manche Patienten nicht auf eine solche Therapie ansprechen oder warum sich unter Umständen irgendwann eine Toleranz entwickeln kann ist nicht vollständig geklärt – fest steht nur, dass SSRI’s helfen können. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine mindestens mittelschwere depressive Erkrankung – während die Medikation gerade bei leichteren Erkrankungsformen in seiner Wirkung lediglich mit dem Effekt eines Placebos gleichzusetzen ist. Das ist zwar nicht nichts, aber eben auch nicht viel.

Indikationen

Medikamente vom Typ SSRI werden heute hauptsächlich bei psychischen Problemen verschrieben, und zwar gegen nahezu alle erdenklichen respektive möglichen Formen einer Depression (alle Schweregrade, alle Ursachen, chronisch oder rezidivierend). Zusätzliche oder andere Indikationen können Zwangserkrankungen, Angst- & Panikstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, eine soziale Phobie oder Agoraphobie sein. Auch gegen bestimmte neuropathische Schmerzen können SSRI’s nach neuestem Wissensstand eingesetzt werden. Zwar können Sie die Ursache für bestimmte Schmerzen nicht beseitigen, wohl aber die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Schmerzen herabregeln.

Dosis & Anwendung

SSRI’s werden meist morgens (und eher selten im späteren Tagesverlauf oder gar vor dem Zubettgehen) eingenommen, da nahezu alle Vertreter eine relativ direkte und grundsätzliche stimmungs- und antriebssteigernde Wirkung entfalten. Dabei spielt es keine große Rolle, ob es sich um Präparate mit einer direkten Wirkstoff-Freisetzung oder aber retardierte Formen (mit um bis zu mehrere Stunden verzögerten, kontrollierten und meist besser verträglichen Freisetzungen) handelt. Das Ziel ist das Erreichen eines bestimmten Serum- bzw. Plasma-Spiegels, der nur mit einer kontinuierlichen Einnahme erreicht und Aufrechterhalten werden kann. Einzelne Dosen sollten also nicht ausgelassen oder vergessen werden. Die Dosierungen von SSRI’s bewegen sich grundsätzlich in einem niedrigen Bereich, wobei Dosissteigerungen oder -verringerungen mit Vorsicht zu genießen sind. Generell gilt es, die niedrigst erforderliche Dosis zu finden, die eine gute Verträglichkeit und Wirksamkeit bei gleichzeitig wenigen Nebenwirkungen ermöglicht.

Wichtig: beinahe jedes SSRI hat einen bestimmten „Schwellenpunkt“ in Abhängigkeit von der Dosis. Dies bedeutet, dass bei einer bestimmten Dosis bereits relativ viele Rezeptoren von den Wirkstoffen der Präparate belegt sind – und weitere Dosis-Steigerungen nicht mehr viel bewirken können. Ein Beispiel: bei einer Steigerung von 20mg Paroxetin auf 40mg Paroxetin verdoppelt sich die Anzahl der belegten Rezeptoren nicht. Sie steigt zwar – aber nur noch marginal. Mit weiteren Erhöhungen flacht die Kurve noch weiter ab, oder anders gesagt: irgendwann passiert fast gar nichts mehr (zumindest nicht im vorgesehenen Sinne), bzw. überwiegen klar die Nebenwirkungen – was man beachten sollte, plant man die angegebene Höchstdosis (bei Paroxetin etwa werden 50-60mg angegeben) zu überschreiten, was dementsprechend wenig empfehlenswert ist.

Ein Vorteil der SSRI’s ist, dass sie meist unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden können. Natürlich gestaltet sich der Vorgang generell (und wie bei fast allen Medikamenten) angenehmer, wenn man bereits etwas im Magen hat – doch eine große Rolle spielt es nicht.

Wirkungsweise

Nebenwirkungen

Fast alle verfügbaren SSRI’s haben ganz ähnliche Nebenwirkungen, die diesbezüglichen Profile unterscheiden sich meist nur marginal. Dennoch kann es sich lohnen, bei entsprechenden Voraussetzungen (also beispielsweise Vorerkrankungen) genauer hinzusehen. Grundsätzlich leben müssen wird man wohl aber mit einigen der häufigsten Nebenwirkungen von SSRI’s; oder besser gesagt der nicht abwegigen Möglichkeit eine dieser Nebenwirkungen zu erleiden. Zu diesen zählen vor allem Libido-Verlust respektive sexuelle Funktionsstörungen, Veränderungen im Appetit, Gewichtszunahme, Schlafprobleme, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit sowie generelle Magen- und Darmprobleme (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung). Einige der Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf, sind also eine ganz normale Reaktion des Körpers – und verschwinden mit der Zeit wieder. Andere dagegen bleiben oftmals über die gesamte Therapiedauer bestehen, und manchmal sogar darüber hinaus – was vor allem bei den sexuellen Funktionsstörungen diskutiert wird. An dieser Stelle wirklich alle einzelnen Nebenwirkungen aufzuführen erscheint indes wenig zielführend, denn dafür gibt es schließlich die entsprechenden Packungsbeilagen. Wobei allerdings auch hier gilt: diese sollte man mit einer zusätzlichen Vorsicht genießen. Nebenwirkungen müssen schließlich nicht bei jedem auftreten – speziell nicht, wenn es sich um die angegebenen seltenen (die lesen sich meist wenig erfreulich) oder die von einer unbekannten Häufigkeit (in der Theorie sollte nach diesen nicht mehr viel kommen) handelt.

Kontraindikationen, Wechselwirkungen & Interaktionen

Auch hier hilft ein genauerer Blick in den jeweiligen Beipackzettel, wobei man zusammenfassend vor allem eines sagen kann: Medikamente vom Typ SSRI sollten nicht mit anderen Mitteln kombiniert werden, die ebenfalls einen ähnlichen Einfluss auf das Serotoninsystem haben (also die Serotoninproduktion steigern, die Wiederaufnahme hemmen oder den Abbau verlangsamen oder verhindern). Vor allem sind hier die sogenannten MAO-Hemmer gemeint, bei deren gleichzeitiger Anwendung ein sogenanntes, potentiell lebensbedrohliches Serotonin-Symdrom entstehen kann. Aber auch von anderen, vergleichsweise leichten Präparaten wird abgeraten – wie etwa dem rein pflanzlichen Johanniskraut.

Bezüglich etwaiger Kontraindikationen gilt es vornehmlich, zwei Organe zu beachten: die Leber und das Herz. Traten oder treten hier Probleme auf, so gilt es die Einnahme von SSRI’s zu überdenken. Ebenfalls erwähnenswert und zu überprüfen sind vorangegangene Anfallsleiden (Epilepsie), Nierenprobleme sowie spezielle Augenerkrankungen (erhöhter Augeninnendruck). Andere Erkrankungen oder körperliche Voraussetzungen sollten nach derzeitigem Wissenstand keine SSRI-Theraphie verhindern.

Eine ganz große Frage die immer wieder aufkommt, ist jedoch die nach den möglichen Wechselwirkungen von SSRI’s mit Alkohol. Hier gilt es interessanterweise, eine relative Entwarnung zu geben – auch wenn der Genuss oder gar übermäßige Konsum von Alkohol im Rahmen psychatrischer Erkrankungen nicht ohne Grund generell kontraindiziert ist. In Bezug auf direkte Wechselwirkungen oder gar eine entstehende Toxitizität aber scheint es keine besonderen Auffälligkeiten zu geben. Der Grund hierfür ist die unterschiedliche Wirkungsweise von SSRI’s und Alkohol. Zwar gibt es Überschneidungen, aber nur in einem insgesamt zu vernachlässigenden Sinne. Das sieht schon ganz anders aus, wenn man sich einige der trizyklischen Antidepressiva anschaut, deren sedierende Wirkung sich mit der ebenfalls sedierenden Wirkung von Alkohol potenzieren kann. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Überdosierung

Generell sind Medikamente vom Typ SSRI so konzipiert, dass eine Überdosierung im herkömmlichen Sinne keine nennenswerten negativen Auswirkungen hat – gesetzt dem Fall, es handelt sich um eine einmalige und nicht außerordentliche Überdosierung. Man kann demnach von einem diesbezüglich relativ sicheren Medikamententyp ausgehen. Bei enormen Miussbrauch des Medikaments oder einer absichtlich sehr hohen ÜBerdosierung ist allerdings mit teils schwerwiegenden Folgen zu rechnen, die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen und unter Umständen zum Tod führen können. Wie so oft gilt: die Dosis macht das Gift.

In Deutschland verfügbare Präparate

  • Citalopram
  • Escitalopram
  • Fluoxetin
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Persönliche Erfahrungen

Fragen

Kann ein SSRI seine Wirkung verlieren ?

Dies ist – auch wenn nur wenige Ärzte davon wissen und sprechen – durchaus möglich, wenn bestimmte Vorraussetzungen erfüllt werden. Denkbar wäre etwa eine Verschlimmerung respektive eine stärkere Rückkehr von Symptomen der eigentlichen Grunderkrankung, oder; was seltener aber dennoch nicht unabwegig ist, eine Toleranzentwicklung. Im Rahmen der speziellen Wirkweise von SSRI ist dieser nur schwer mit Dosiserhöhungen beizukommen, erst Recht wenn man sich ohnehin bereits nah an der Maximaldosis bewegt hat. Wenn das Medikament also irgendwann nicht mehr wirkt – sich aber nichts wesentlich an der Situation des Patienten oder seiner Erkrankung geändert hat – hilft oft nur ein alternativer Plan. Oder aber, und im schlimmsten Fall: eine plötzliche Odyssee hinsichtlich des Ausprobierens neuer, alternativer Medikamente mit einem ähnlichen oder völlig differenten Wirkmechanismus.

Links

Das Einstehen Für Weltoffenheit Und Toleranz Im Sinne Der LGBTQ+ Community, Oder: Die Größte Heuchelei Des Jahrhunderts

Nein, und auch wenn die Überschrift absichtlich eher populistischer Natur ist: es geht an dieser Stelle nicht um die Bewertung der Themen Homosexualität, Transsexualität oder anderer Dinge, die mehr oder weniger direkt mit dem Begriff der sogenannten LGBTQ+ Community in Verbindung gebracht werden können. Einer Community oder auch Gemeinschaft, die im besten Fall in einem; nennen wir es soliden Mittelfeld der Akzeptanz und bei entsprechender Prädisposition auch soliden Mittelfelds des Auslebens liegt. In entsprechend weiser Voraussicht wurde das Thema deshalb bereits an anderer Stelle behandelt.

Hier jedoch soll es vorrangig um eine der vielleicht größten Heucheleien des Jahrhunderts oder zumindest Jahrzehnts gehen, wobei speziell die LGBTQ+ Community eher nicht die Rolle des „Gewinners“ einnimmt; entgegen der nach außen hin postulierten Wirkung. Sondern – und leider – die des Missbrauchten. Doch warum ist das so ?

Schenkt man den Worten unzähliger sich neuerdings als bürgerliche Moralapostel ausgebender Personen – oder insbesondere so gut wie allen derzeit aktiven Politkern – Gehör, so stellt man eines fest: die LGBTQ+ Community ist angesagt. Mehr noch, im Sinne eines neu gebildeten, vermeintlich „solidarischen Zusammenhalts“ wird sie gar in den Mittelpunkt der Gesellschaft gehievt – und zu etwas erklärt, was nicht nur unbedingt toleriert und respektiert werden muss. Vielmehr wird sie als etwas dargestellt, dass der gute und moderne Bürger von heute für den allgemein besseren Weg befinden sollte. Bunt ist eben Trumpf – aber nur, und das ist der Haken; wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Voraussetzungen, die nicht von einzelnen Bürgern oder Gruppierungen bestimmt werden – sondern von den ganz großen; man nenne sie Vorbildern der Gesellschaft und natürlich auch der seitens der Regierung.

So kommt es, dass eine Randgruppe – was die LGBTQ+ Community faktisch ist und auch bleiben wird, ohne sie abwerten sie zu wollen – mittlerweile weitaus stärker gezeigt, gesehen und vielleicht auch respektiert wird als früher. Allerdings nicht, weil sich die Menschen respektive deren Ansichten markant geändert hätten – sondern schlicht und ergreifend, weil ihnen eine bestimmte Meinung indoktriniert wurde. Einfacher ausgedrückt: bestimmte Mechanismen haben dazu geführt, dass ganz bestimmte Ansichten heutzutage einfach zu einem „guten Ton“ gehören – und die man folglich auch nicht anzweifeln sollte. Eben so, wie es zu einem guten Ton gehört und absolut solidarisch ist, sich gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen – und wehe, wenn nicht.

Das interessante, und letztendlich einfach nur aberwitzige an der Sache ist; dass ausgerechnet die lautesten der Menschen, die derzeit für Toleranz einstehen und für eine bunte Gesellschaft werben auch die härtesten Verfechter der Impfkampagnen sind. Und das zumeist in einem solchen Maße, dass es der Gesundheit eher weniger zugute kommen sollte. Will heißen: nach außen wird eine weitreichende Toleranz und Menschenliebe suggeriert (wie sollte es anders sein, wenn man neuerdings selbst echte Minderheiten akzeptiert und alles daran setzt, ihnen mehr Gehör zu verschaffen) – während man im stillen andere Menschen ausgrenzt und diffamiert. Faktisch, aber auch gedanklich – was sich bis hin zu einem regelrechten Hass, zumindest aber einer gewissen Abneigung und einem gehörigen Unverständnis gegenüber anderen Menschen entwickeln kann. Eine Abneigung, der der Meinung jener vermeintlicher Verfechter der Solidarität und Nächstenliebe weniger schlimm ist als andere – da sie sich lediglich gegen jene richtet, die sich aus welchen Gründen auch immer gegen Dinge wie eine Impfung entschieden haben.

Das unglaubliche: tatsächlich wähnen sich diese Menschen im Recht und haben ein reines Gewissen, wenn sie mit Regenbogenfahnen umherziehen und im gleichen Atemzug mit spöttischen Blicken auf jene blicken, die sich nicht wie sie für eine oder eher mehrere ganz bestimmte Impfungen entschieden haben – oder aber gleich eine allgemeine Impfpflicht einfordern, die die ja eigentlich geforderte „Individualität“ innerhalb einer Gesellschaft faktisch ad absurdum führen würde. „Randgruppen“ werden eben nicht mehr durch ihre Größe und / oder Relevanz für die Gesellschaft definiert – sondern allein durch das, was bestimmte Obrigkeiten und das neue geistige Gesellschafts-Kollektiv diktieren. Dieses Kollektiv ist es dann auch welches bestimmt, welche dieser Randgruppen benachteiligt und diskriminiert werden darf, dem „guten Ton“ entsprechend nach vielleicht auch sollte – und welche einen besonderen Schutz verdient. Und das Ergebnis dieses Prozesses, das kennen wir alle. Vorrangig benachteiligt werden heute längst nicht mehr Ausländer, bestimmte Volksgruppen oder Homosexuelle – sondern Menschen, die sich den neu aufgestellten Normen der sich anbahnenden Gesundheits-Diktatur widersetzen, indem sie eine Impfung von höchst fragwürdigem Nutzen (und mit faktisch noch immer unbestimmten gesundheitlichen Folgen) ablehnen. Beileibe kann man dazu alles sagen – nur nicht, dass es sich um eine Verschwörungstheorie handelt.

Die letzte Hoffnung die diesbezüglich bleibt ist die, dass es sich bei diesen Menschen eben nicht um eine vom Größenverhältnis her zu vernachlässigende Gruppierung handelt – sondern um einen nicht unwesentlichen Teil der Bevölkerung. Ein Teil oder auch Anteil, der dieser Tage wieder zu wachsen scheint – werden sich mehr und mehr Menschen der endlosen Lügen und Manipulationen unter der Flagge der „neuen Solidarität“ gewahr. Wichtig ist, stark zu bleiben und den eigenen Prinzipien nicht den Rücken zu kehren – erst Recht nicht, wenn der einzige Grund dafür vermeintliche Erleichterungen sind oder weil jemand anders dies fordert. Fest steht: wir werden sehen, wohin uns das Ganze führt. Die Zeit, die lügt schließlich niemals.

Warum Die LGBTQ+ Community Weder Normal Noch Die Norm Ist #Grundsatzgedanken

Nein, und trotz der relativ reißerischen Überschrift: dieser Beitrag will vieles, nur nicht Menschen mit bestimmten sexuellen Orientierungen oder Geschlechtsidentitäten diffamieren. Auch will er keine bestimmten Gruppierungen oder (politische) Bewegungen verunglimpfen, er will nur eines: aufzeigen, warum homosexuelle Menschen (und einige andere, die auch im Namen der sogenannten LGBTQ+ Community stecken) eben nicht „normal“ sind. Und auch, warum das alles andere als schlimm ist – und warum Versuche etwas anderes zu behaupten sogar einen gegenteiligen Effekt haben können.

Um sich dem Kern der Sache zu nähern, muss man aber zunächst eine ganz bestimmte Anstrengung wagen – und den Begriff der „Normalität“ definieren. Schließlich handelt es sich hierbei um etwas, was von jedem Menschen ein klein wenig anders verstanden wird – und auch um einen Begriff, der in der Historie von nicht wenigen Personen, Institutionen und bestimmten Obrigkeiten für jeweils ganz eigene Zwecke missbraucht wurde. Um zu klären, was es mit dem Begriff der Normalität auf sich hat; sollte man also tunlichst versuchen; möglichst alle irgendwie ideologisch oder politisch motivierten, sowie natürlich auch religiös beeinflussten Thesen aus seinem Kopf zu streichen – und sich der Sache mit einer eher nüchternen, möglichst rationalen Denkweise nähern.

Im Falle der Homosexualität (und vielem weiteren) als „Abweichung von der Norm“ hilft dabei oft eine bestimmte, eventuell dezent banal erscheinende Analogie. Eine Analogie eher wissenschaftlicher und damit nicht bewertender Natur. So ist eine, oder wohl eher die grundlegende Voraussetzung für die Existenz des Universums, dass es bestimmte Naturgesetze gibt. Diese Naturgesetze markieren so gesehen die Grundlage oder auch einen Status der Normalität – ohne die die Entstehung aller anderen Prozesse gar nicht erst möglich wäre. In Bezug auf den Menschen, oder eher die Evolution und die Biologie des Menschen gibt es ebenfalls eine solche Voraussetzung, oder so gesehen auch Normalität: das Prinzip von zwei Geschlechtern (Mann und Frau) sowie die mit diesem Prinzip verbundene Art der instinktiv empfundenen Zuneigung und Fortpflanzung. Auch hier gilt: ohne diese grundlegende Voraussetzung (oder auch: Normalität) würde die Menschheit – so wie wir sie kennen – bereits nicht mehr existieren.

Man sieht, dass die Normalität eher kein abstruses Konstrukt; sondern vielmehr ein ganz natürliches und wenn man so will festgeschriebenes Gesetz ist – über das es sich nicht lohnt, zu streiten. Besser klingt es wohl aber dennoch, wenn man von einem kleinsten gemeinsamen Nenner spricht, der als Grundlage für alles weitere dient – und ohne den keine Entwicklung stattfinden würde.

Wenn man nun wieder zurück zum (Ur-)Gedanken des Universums und der Normalität kommt, sollte man sich vor allem eine Frage stellen: die, was genau Dinge wie unser Sonnensystem oder die Erde tatsächlich sind. In der Tat, sie sind nicht mehr oder weniger als zufällige (und zugegeben relativ glückliche) Folgerungen dieser Normalität – und damit in jedem Fall etwas ganz besonderes. Eben so – und vielleicht ja auch ähnlich schön – verhält es sich mit Menschen, die von der von niemand geringerem als Mutter Natur (oder treffender: der Evolution) festgelegten „Norm“ abweichen. Eine Abweichung von der Norm bedeutet schließlich immer auch Diversität (in Bezug auf den einzelnen) und Komplexität (in Bezug auf das umgebende System) – was die Sache interessant und den Menschen zusätzlich besonders macht; da er als einzige derzeit bekannte Spezies in der Lage ist, dessen gewahr zu werden. Anders gesagt: auch oder gerade auch Existenzen, die die Regeln der Normalität zu brechen scheinen; sind lebens- und beachtenswert, sorgen sie doch für Vielfalt – und erlauben nicht zuletzt durch Reflexion, der tatsächlichen Sinnhaftigkeit des Lebens auf die Spur zu kommen.

Menschen, die ein klein wenig „anders“ sind sollten demnach vielleicht auch genau dazu stehen – und weder versuchen sich im Sinne einer Allgemeinheit anzupassen, noch sich von den sie umgebenden Menschen einen bestimmten Status aufzudrücken lassen – also etwa so, wie es aktuell (und leider) gerade inmitten unserer Gesellschaft passiert. Homosexualität ist demnach keineswegs das neue „normal“, wogegen sich nicht wenige (und das zu Recht) wehren – sondern vielmehr eine ganz besondere Facette der Normalität. Eine Facette die es, und das versteht sich von selbst; in jedem Fall zu tolerieren und zu respektieren gilt. Schließlich ist es keine sonderlich neue Erkenntnis, dass man grundsätzlich allen Menschen respektive Lebewesen gegenüber tolerant sein sollte – will man in einer wirklich funktionierenden Gesellschaft leben. Welche sexuellen Vorlieben sie haben, als was sie sich selbst bezeichnen; oder wie sie sich heute oder morgen identifizieren – das sollte nun wirklich keine Rolle, und wenn überhaupt nur eine untergeordnete spielen.

Es ist demnach nichts falsches daran, zu seinen Besonderheiten zu stehen und sie in jeder Hinsicht zu leben. Sofern, und diese Einschränkung muss gelten; dabei niemand anderer zu einem offensichtlichen Schaden kommt. Als „falsch“ oder aber mindestens anstrengend erweist sich nur, sich als vergleichsweise besonderer (und damit oftmals auch besonders angreifbarer) Mensch in den absoluten Mittelpunkt einer Gesellschaft – aus der immer auch Zeichen der Ablehnung kommen werden – stellen zu wollen. Merklich kritisch wird es spätestens dann, wenn man die anderen plötzlich von seinen speziellen Eigenschaften; man nenne es überzeugen möchte – und noch mehr, wenn andere nicht direkt betroffene Menschen relativ plötzlich vieles unternehmen um die Rechte dieser Menschen nicht nur zu schützen, sondern die jeweils vorhandenen speziellen Dispositionen im Sinne einer neuen „Normalität“ versuchen aufzuwerten. Die damit einhergehende, oft vehement eingeforderte Toleranz ist schließlich nur selten echt – und wird eventuell auch für die jeweils ganz eigenen Zwecke missbraucht.

Sind Menschen, die eine andere sexuelle Ausrichtung haben oder sich in ihrem eigenen Körper fremd fühlen also etwas besonderes ? Ja, durchaus – weil sie nicht direkt dem Prinzip der Normalität entsprechen, folglich auch einer Minderheit angehören und zumeist einige ganz besondere Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Sind diese Menschen damit aber auch besser oder schlechter als andere ? Nein, und schon gar nicht automatisch. Der Status allein rechtfertigt weder eine künstliche Ab- noch Aufwertung. Toleranz ist – und bleibt – essentiell wichtig. Aber: die Abweichung von der Norm (die man sich zumeist eben nicht selbst aussuchen kann) sollte weder grundsätzlich verfolgt noch auf ein künstliches Podest erhoben oder als besonders vorbildlich oder erstrebenswert verklärt werden. Und das schon gar nicht aus Gründen, die in Wahrheit einen ganz anderen Hintergrundgedanken verfolgen. Sie ist eine Facette des Lebens, die man als positiv oder aber auch anstrengend empfinden kann – nicht mehr und nicht weniger. Fest steht: vorbildlich, das kann in diesem Zusammenhang wahrlich nur der Umgang mit eben jener Abweichung von der Norm sein. Der erste Schritt auf dem richtigen Weg dorthin ist die Akzeptanz von anderen und sicher auch Dingen, die uns selbst zunächst „fremd“ erscheinen mögen – mit der Gewissheit, dass eine friedliche Koexistenz auf unserer guten alten Mutter Erde stets möglich ist.

Corona (Und Bald Auch Affenpocken): Und, Bist Du Auch Schon Geimpft ? Von Klaren Abwehrhaltungen Und Ketzerischen Gedanken.

Es ist bekanntlich der Wahnsinn, was derzeit in Deutschland und (fast) überall sonst auf der Welt geschieht. Und nein, damit sind nicht nur die offensichtlichsten aller Missstände (wie etwa offene Konflikte oder Kriege) gemeint, in Anbetracht derer sich derzeit viele genötigt sehen, den gerne gesehenen moralischen Zeigefinger zu erheben. Was zugegebenermaßen auch richtig ist, richtig wäre – würden diese Menschen auch der vielen anderen, vielleicht nicht ganz offensichtlichen (aber dennoch uns alle betreffenden) Probleme gewahr sein. Sicher, für viele (eventuell längst verlorene) mag es ein und dasselbe alte Schwurbler – und Querdenkergehabe sein, aber: es ist nun einmal Fakt, dass wir in Deutschland mittlerweile eine Art Impf-Apartheid haben. Womit aber keinesfalls eine möglicherweise ungleichmäßige weltweite Verteilung von Impfstoffen gemeint ist (dies wäre eher ein Wortlaut seitens der sich scheinbar noch immer nicht gesättigt fühlenden Politik und der Pharma-Konzerne) – sondern vielmehr eine tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft, in welcher die Bürger nunmehr nach ihrem persönlichen Impf-Status klassifiziert werden.

Belege dafür erscheinen nicht notwendig – es ist Fakt. Zumindest für alle, die mit halbwegs offenen Augen und Ohren durchs Leben gehen. Und es bestätigt sich immer wieder im Alltag, selbst bei denen die nicht unbedingt sehr „aktiv“ am Gesellschaftsleben teilnehmen (Stichwort Freizeit, sowie ganz speziell auch Arztbesuche). Da es allerdings noch immer Personen gibt, welche die relative Dreistigkeit besitzen und andere nicht nur nach ihrem Impfstatus fragen; sondern sie in Erwartung der Antwort sowohl im Vorfeld als auch im Nachhinein (und bei Bestätigung) gnadenlos verurteilen, sei an dieser Stelle noch einmal eine kleine Aufstellung der Gründe angeführt, die gegen eine Impfung sprechen. Wohlgemerkt, es geht hierbei allein um die sogenannten „Corona-Schutzimpfungen“ aller Marken und Labels (d.h. von AstraZeneca bis hin zu Johnson & Johnson; ob MRNA- oder Vektorimpfstoff), und nicht um andere Impfungen. Der Nutzen selbiger hat sich schließlich bereits das ein oder andere Mal bewiesen – zumindest merklich öfter, als dies im Falle der Corona-Schutzimpfungen geschehen wäre.

Die Corona-Schutzimpfungen sind nicht sehr effizient und / oder effektiv. Die tatsächliche Schutzwirkung der verschiedenen Impfstoffe oder eher Substanzen war und ist weitestgehend unbekannt respektive wurde sie von sogenannten „Experten“ analysiert, ausgewertet und nach kaum zu hinterfragenden „Erkenntnissen“ angepasst; ebenso wie die erforderlichen Dosen und Intervalle, in denen sogenannte „Auffrischungsimpfungen“ nötig werden. Wichtig ist auch: es war von vornherein klar, dass man das Virus nicht durch Impfungen „auslöschen“ oder markant eindämmen; sondern wenn überhaupt „in den Griff“ bekommen könnte; was auch immer das heißt. Viel ist es jedenfalls nicht – erst Recht in Anbetracht der vielen (falschen) Versprechungen.

Nicht wenige Menschen haben sich trotz eines sogenannten „vollständigen“ Impfschutzes angesteckt und sind schwer erkrankt. Die Behauptung, dass sie ohne eine Impfung einen noch schwereren Verlauf (hier bliebe oft nur das Endstadium respektive der Tod) erlitten hätten, erscheint relativ kindisch – und lässt sich nicht glaubhaft wissenschaftlich belegen.

Nicht wenige Menschen, die sich nie auf das Corona-Virus haben testen lassen geschweige denn geimpft wären; sind niemals merklich erkrankt und haben auch niemanden angesteckt. Die Pandemie ging also entweder tatsächlich an diesen Menschen vorbei – oder hat sie nur so geringfügig getroffen, dass es für sie und ihr Umfeld gar nicht erst feststellbar gewesen ist. Interessant: beide dieser Optionen waren und sind laut der Aussage einiger „Experten“ nicht möglich – wir alle kennen die entsprechenden Meldungen und Warnungen.

Die Corona-Schutzimpfungen haben möglicherweise mehr unerwünschte Nebenwirkungen als andere. Selbst wenn es aktuell und irgendwo gegenteilige Belege dafür gibt (vor allem die selbstverständlich stets neutralen und dreifach geprüften Anführungen der Impfstoff-Hersteller selbst), helfen diese nicht wirklich weiter – erst die Zeit wird Aufschluss geben, wie es bei groß angelegten Forschungen, Feldversuchen und Studien immer der Fall war und bleiben wird.

Trotz aller genannten Punkt ist die Impfung quasi Pflicht (es herrscht Impfzwang und keine Impfpflicht, der Unterschied ist im Endeffekt aber marginal), was schlicht und ergreifend purer Hohn ist. Und das nicht nur in einem Land der vermeintlichen „Dichter und Denker“. Anders gefragt: wie kann das Recht auf individuelle körperliche Unversehrtheit im Sinne eines polemisch ausgerufenen, übergeordnet-solidarischen Allgemeinschutzes ausgehebelt werden; wenn der tatsächliche Nutzen / die tatsächliche Wirkungsrate dieser Maßnahme weitestgehend unbekannt ist ? Dennoch, und dies hat die Pandemie hinreichend gezeigt; gibt es viele Menschen die für einen einfach nicht anders zu bezeichnenden Schuss ins blaue bereit sind, ihre Grundrechte aufzugeben. Mehr noch: die andere guten Gewissens öffentlich diffamieren, weil sie davon überzeugt sind das richtige zu tun – ohne zu wissen, was genau sie da eigentlich tun. Und das stimmt einfach nur traurig.

All das Gerede und Gehabe um die Corona-Schutzimpfungen färbt sich – analog zu den verheerenden Folgen der anderen teils fragwürdigen Maßnahmen zur „Eindämmung“ der Pandemie – natürlich auch auf die Kinder ab, für die die Impfstoffe insgesamt betrachtet klar mehr Fluch als Segen sein dürften (hier erst Recht: Abwägung Risiko-Nutzen-Verhältnis). Allerdings: ginge man hier einmal relativ zynisch vor behauptet, dass die Impfungen das bereits übergelaufene Fass auch nicht mehr wesentlich beeinflussen – so hat man eventuell Recht. Der größte Schaden wurde schließlich bereits angerichtet, sodass selbst die schlechteste nur erdenkliche Impfung nicht zu mehr negativen gesundheitlichen Folgen führen sollte als es beispielsweise die Lockdowns, das Maske-Tragen und das „Social-Distancing“ getan haben. Sicher, es mag sein dass man hie und da Effekte erzielen konnte – aber es geht nach wie vor um das große Ganze – und die Verhältnismäßigkeit. Anders gesagt: man kann nicht Gesundheit schützen, indem man der Gesundheit schadet. Nach wie vor wird die Aufarbeitung dieser Maßnahmen äußerst spannend – vor allem natürlich wenn man sieht, wie sicher nicht wenige völlig überrascht von eventuell negativen Feststellung sein werden.


Es erscheint demnach entsprechend schwer, jemanden mit nur einer einzigen, griffigen Antwort auf die Frage zu antworten, warum man noch nicht geimpft sei – da es sich um ein ganzes Konvolut an nicht unbedingt an den Haaren herbeigezogenen und damit bestenfalls nachzuvollziehenden Argumenten handelt. Fest steht nur: bei den meisten geschieht es nicht aus dem Grund, generell „Angst“ vor Impfstoffen oder Pharma-Konzernen zu haben. Und sicher auch nicht aus einer puren Anti- oder Abwehrhaltung heraus, denn: kaum jemand sollte dem medizinischen Fortschritt gegenüber nicht aufgeschlossen sein. Es sei denn, er ist Mitglied einer bestimmten Sekte oder hat eine eher spezielle Glaubensangehörigkeit (was allerdings doch eher die Ausnahme ist). Speziell natürlich, wenn es um das Verhindern oder die Heilung von möglicherweise gefährlichen oder gar tödlichen Krankheiten geht: wer würde nicht gerne davon profitieren ? Solange aber kein wirklich überzeugender Impfstoff gegen das Corona-Virus existiert – wobei die Frage bleibt, ob man in Anbetracht der mittlerweile vorherrschenden schwächeren Virus-Varianten und der selbst öffentlich stark korrigierten Mortalitätsraten überhaupt einen braucht – sind und bleiben die vorhandenen Impfstoffe ein zutiefst merkwürdiges Konstrukt mit einem ellenlangen Rattenschwanz. Und wer kein Verständnis für diejenigen hat, die sich den nicht aufbürden wollen – der hat selbst auch kein Verständnis verdient.

Metal-CD-Review: KELDIAN – The Bloodwater Rebellion (2022)

Alben-Titel: The Bloodwater Rebellion
Band: Keldian (mehr)
Veröffentlichung: 10. Juni 2022
Land: Norwegen
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Galactic Butterfly Music

Lineup:

Christer Andresen – Bass, Guitars, Vocals
Arild Aardalen – Keyboards, Vocals (additional)

Track-Liste:

1. The Million Dollar Mile (05:10)
2. I Am The Taker (04:17)
3. Tundra (04:08)
4. The Lighthouse Burden (05:24)
5. Voices of the Dead (04:16)
6. A Ghost And A Promise (04:44)
7. We Are Rebellion (06:10)
8. The Legacy Lament (05:34)
9. Thunderstorm Of The Century (06:49)

Von Rebellionen und solchen, auf die man hätte verzichten können.

Ein jeder, der dem glücklicherweise recht breit gefächerten Genre des Power Metals auch nur ansatzweise zugetan ist; wird es neidlos zugestehen müssen: Momente, in denen die Jungs von KELDIAN etwas neues von sich hören lassen; sind generell wunderbare Momente. Nicht von ungefähr gilt die aus Norwegen stammenden 2-Mann-Combo als waschechter Geheimtipp – und das schon seit vielen Jahren. Wobei gerade das auch schon wieder relativ verwunderlich erscheint – müsste die Band doch schon längst über diesen Status hinausgekommen sein; nicht zuletzt in Anbetracht ihrer ureigenen musikalischen Qualitäten. Entsprechend handfeste Belege für das, wozu KELDIAN imstande sind; gibt es schließlich zuhauf: Alben wie HEAVEN’S GATE (Review), JOURNEY OF SOULS (Review) oder OUTBOUND (Review) stellten und stellen sich als wahre Leuchtfeuer in der hauseigenen Diskografie der Norweger heraus. Und das nicht nur, weil es sich im Hinblick auf das Handwerk relativ zweifelsfrei um sehr gute Power Metal-Alben handelt – sondern auch und vornehmlich, da KELDIAN seit jeher ihren ganz eigenen Stil an den Tag gelegt haben. Einen Stil, der mit keiner anderen damals oder derzeit aktiven Band vergleichbar ist – und der mitunter als sphärisch, mindestens aber angenehm abenteuerlich bezeichnet werden kann.

Auch das letztaktuelle Studiowerk DARKNESS AND LIGHT (Review) konnte, obwohl es insgesamt betrachtet dezent hinter den Vorgängern anstehen musste, meist selbst sonst eher kritische Hörer überzeugen – indem es einige für die Band eher frische und ungewohnte, dabei aber stets außerordentlich gut durchdachte und schier perfekt in Szene gesetzte Inhalte anzubieten wusste. Überhaupt erscheint es gerade in Anbetracht eines Albums wie DARKNESS AND LIGHT – und nun auch THE BLOODWATER REBELLION – äußerst schwierig zu sein, KELDIAN ausschließlich im Bereich eines eher klassischen Power Metals verorten zu wollen. Natürlich bedienen sie dieses Genre – und das mitunter so packend, emotional und meisterlich; dass einem die Tränen kommen könnten – doch sind ihre musikalischen Einflüsse weitaus zahlreicher. Seien es diverse Einflüsse aus der Popmusik-Kultur der 80er Jahre, Anleihen aus elektronischen Musik-Genres oder generell ein Handwerk, welches auch Genres wie die des Rocks und Hardrocks ausmacht – zusammen mit den meist etwas höher greifenden thematischen Inhalten haben KELDIAN seit jeher dafür gesorgt, dass ihr musikalischer Output zu etwas ganz besonderem wird.

Das erste relative Problem, welches speziell das neueste Album BLOODWATER REBELLION diesbezüglich offenbart; liegt indes schnell auf der Hand: KELDIAN haben dieses Mal weitestgehend darauf verzichtet, sich unter dem Banner ihres ursprünglich angepeilten Genres auszutoben. Anders gesagt: die Anteile des Power Metals (wie man in per Definition oder aber von der Vergangenheit KELDIANs kennt) wurden stark zurückgefahren, das Album fällt oberflächlich betrachtet deutlich weniger temporeich, unspektakulärer und zusätzlich in Richtung eines melodischen Elektro-Rocks getrimmten Stils aus. Sicher muss dies noch nichts schlechtes bedeuten, da sich eine jede Band im Laufe ihrer Karriere musikalisch weiterentwickelt, vielleicht auch weiterentwickeln sollte – doch gerade in diesem Fall handelt es sich dann doch um eine relativ schmerzvolle Erkenntnis. Denn, und das fällt insbesondere jetzt auf: KELDIAN waren immer dann besonders herausragend, wenn sie die Grenzen des Power Metals für sich ausgelotet haben. Also etwa, indem sie einige grundlegende Basis-Zutaten wie ein schnelles Tempo, prägnante Riffs und mitreißende Refrains mit ihren ganz persönlichen Soundmerkmalen garniert und zu einem ebenso komplexen wie zufriedenstellenden Ganzen verwoben haben.

Diese Ära in der Historie KELDIANs scheint nun allerdings – und leider – vorüber. Wobei die Probleme gar nicht erst mit der neuen stilistischen Ausrichtung beginnen, sondern bereits mit dem schier unsäglichen, sich im Sinne eines Alptraums in die Synapsen brennenden Cover-Artworks (gut, kann man so machen) sowie dem direkt auffallenden inhaltlich-thematischen Konzept. Es scheint offensichtlich, dass KELDIAN die Corona-Krise „genutzt“ haben – und sich aus den augenscheinlichen, mit ihr einhergehenden Problemen eine entsprechend düstere, dystopische Version einer Zukunft erdacht haben. Eine, die eigentlich gar nicht so erschreckend erscheint in Anbetracht der verstörenden Zeiten, in denen wir aktuell leben – was doch einiges an der eventuell beabsichtigten Wirkungskraft verpuffen lässt. Anders gesagt: die angesprochenen Probleme und Song-Ideen erscheinen, auch wenn sie durchaus einen aktuellen Bezug haben (wie es bereits anhand der Single-Auskopplung WE ARE REBELLION zu sehen war), eher merkwürdig gewichtet und mäandrierend, ohne auf einen wirklichen Punkt zu kommen. So kommt vor allem ein Gedanke auf: vielleicht hätten KELDIAN bei ihren bisherigen Themenfelder bleiben sollen; mit klaren Anti-Politik-Nummern wie SNAKES OF THE EARTH (der war auf DARKNESS AND LIGHT) als Ausnahme respektive besondere Beigabe. Themen, die den Zuhörer gefühlt in andere Sphären „entführt“ haben, auf dass man (im besten Fall) einen ganz anderen Blick auf die Welt erhält – anstatt sich nun relativ lehrerhaft und plakativ aufzeigen lassen zu müssen, was der Meinung KELDIANs nach alles schief läuft. Ob nun in unserer oder der Welt von BLOODWATER REBELLION, das spielt nicht wirklich eine Rolle.

Doch selbstverständlich handelt es sich bei derartigen inhaltlichen Interpretationen und Gedanken um höchst subjektive Gedanken, und es wird noch immer einige geben die diese neue Herangehensweise von KELDIAN umso mehr zu schätzen wissen. Ob das allerdings auch für die Musik selbst gelten kann, sei einmal dahingestellt. Denn: BLOODWATER REBELLION klingt schlicht verdammt; nun, heruntergeputzt. Heruntergeputzt oder heruntergeschraubt auf ein Minimum, mit vielen Passagen und Klängen die eher beschaulich vor sich dahinplätschern als wirklich mitzureißen. Schlimmer noch, manchmal gerät der Sound von KELDIAN sogar absolut banal, wie etwa im Opener THE MILLION DOLLAR MILE mit seiner spätestens seit STRATOVARIUS‘ HUNTING AND LOW allseits bekannten Anti-Gier-These und den unsäglichen „Yummy-Yummy“-Einwürfen. Das tut richtig weh, erst Recht in Anbetracht dessen dass KELDIAN noch immer ihr Handwerk verstehen – in Bezug auf die Instrumente und den Leadgesang gibt es (fast) nichts zu mäkeln, wobei der spätere Soli-Part sogar Erinnerungen an alte, glanzvolle Zeiten wach werden lässt. Aber was soll man machen, wenn die Ideen, der zündende Funke und vor allem die Energie fehlen ?

So gesellt sich eine eher schwergängige Nummer an die nächste. Schwergängig deshalb, weil nicht nur das Tempo und der gewohnte Druck fehlen – sondern auch, da KELDIAN weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Und tatsächlich: unspektakulär-säuselnde Postrock-Nummern wie I AM THE TAKER oder TUNDRA hätten es früher vielleicht auf irgendeine B-Seite geschafft, als Ergänzung – nun aber sollen sie ein ganzes Album stemmen, was einfach nicht funktioniert. Wo ist das Feuer, wo die Inspiration ? Einzig einige Instrumental-Strecken wissen zu überzeugen – aber auch gilt: früher hätte man daraus ein stimmiges Interlude, und keine(n) vollwertigen Titel gemacht. Wer meint, dass es nicht viel schlimmer geht; sollte sich allerdings erst Nummern wie A GHOST AND A PROMISE widmen. Hier werden ganz, ganz böse Parallelen zu den Kollegen von SONATA ARCTICA ersichtlich, die sich auf ihren neueren Alben ebenfalls in so manche Richtung ausprobiert haben. Ja, selbst eine Nummer wie THE LEGACY LAMENT klingt trotz des eigentlich von der Band bekannten sphärischen Anstrichs merkwürdig aufgesetzt. Zumal der (hörbar angestrengte) Leadgesang von Christer Andresen hier wahrlich nicht glänzt. Selbst die spätere Instrumentalpassage wird durch einen viel zu lauten Synthesizer zerstört – solche Abmischungs-Probleme sind bei KELDIAN bisher noch nicht vorgekommen.

Lediglich Nummern wie THE LIGHTHOUSE BURDEN, VOICES OF THE DEATH und eventuell WE ARE REBELLION lassen ein wenig des guten alten KELDIAN-Flairs durchklingen – allerdings noch immer auf einem deutlich mittelprächtigeren Niveau als zuvor. Insgesamt betrachtet handelt es sich hier also – und leider Gottes – um einen doppelten Reinfall. THE BLOODWATER REBELLION ist einerseits enttäuschend, da sich KELDIAN so weit weg von ihren musikalischen Wurzeln bewegen dass es schmerzt, auch wenn man durchaus Toleranz gegenüber Neuentwicklungen mitbringt – und andererseits, da es als Konzeptalbum nur wenig Aufsehen erregen kann. Viel zu flach und minimalistisch ist die Herangehensweise, viel zu uninspiriert und unemotional der Gesamteindruck. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Album eine Ausnahme ist und bleibt – und KELDIAN wieder zu alten Stärken zurückfinden. Ansonsten könnte es das nämlich gewesen sein mit dem „Geheimtipp“ aus Norwegen – wenngleich die älteren Alben natürlich niemals vergessen werden sollten.

Anspieltipps: THE LIGHTHOUSE BURDEN

„Mit etwas Glück nur ein Ausrutscher, mit etwas Pech der Niedergang einer Legende.“

Diese Wertung sorgt für einen Abstieg von KELDIAN in der Liste der besten Power Metal-Bands aller Zeiten.

Filmkritik: „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ (2019)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: J. J. Abrams
Mit: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 142 Minuten
FSK: ab 12
Genre: Science Fiction / Fantasy / Action
Tags: Star Wars | Jedi | Skywalker | Macht | Dunkle Seite | Imperium

Inhalt: Die sogenannte Neue Ordnung ist noch immer nicht besiegt. Eher ist das Gegenteil der Fall, hat der Widerstand unter Führung von Generalin Leia (Carrie Fisher) mehr zu kämpfen als jemals zuvor – erst Recht, da der skrupellose Anführer Kylo Ren (Adam Driver) einen ungeahnten Verbündeten hinzugewonnen zu haben scheint. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Rey (Daisy Ridley), der offenbar letzten Jedi. Gemeinsam mit ihren Freunden Finn (John Boyega), Poe (Oscar Isaac), Chewbacca (Joonas Suotamo) und C-3PO (Anthony Daniels) macht sie sich auch die Suche nach einem geheimnisvollen Artefakt…

Kritik: Mit „Der Aufstieg Skywalkers“ endet die neueste (Haupt-)Trilogie aus dem berühmt-berüchtigten STAR WARS-Franchise. Eine Trilogie, die im allgemeinen für höchst gemischte Gefühle in den jeweiligen Fangemeinden gesorgt hat – und das nicht nur, da sich mittlerweile Disney für den Aufstieg oder Fall des einst von Altmeister George Lucas ins Leben gerufenen Franchise verantwortlich zeichnet. Gründe für den relativen Zwiespalt dürften sich schließlich auch in Bezug auf die inhaltliche Ausrichtung der Trilogie (mit „Das Erwachen der Macht“ als im Grunde lediglich die Original-Trilogie kopierendem Auftakt, siehe Rezension) sowie allerlei; man nenne sie moderne Entscheidungen hinsichtlich diverser Charaktere und Stilmittel finden. Im Falle von „Der Aufstieg Skywalkers“ – beziehungsweise grundsätzlich der gesamten neuen Trilogie – kommt es aber ohnehin ganz auf die jeweiligen persönlichen Erwartungen an.

Anders gesagt: erwartet man hier ein STAR WARS-Erlebnis der guten alten Schule – oder eines, welches auch nur ansatzweise mit dem einzigartigen Flair der drei ursprünglichen Teile vergleichbar ist – so wird man vermutlich eher enttäuscht. Andererseits, und im Vergleich mit der insgesamt sicher noch etwas unrühmlicheren Trilogie der Jahre 1999 bis 2005 (mit Episode 1 als kitschig-quietschbunten Negativhöhepunkt, siehe Rezension) schneiden die neuen Filme eben doch deutlich besser respektive angenehmer ab. Und das in mehrerlei Hinsicht: von den anberaumten handwerklich-technischen Elementen über die etablierte Atmosphäre bis hin zu deutlichen Reminiszenzen an die Original-Trilogie (unter anderem durch die durchaus angenehme Rückkehr diverser wichtiger Charaktere) stecken in der insgesamt überraschend düster gehaltenen Disney-Trilogie schon deutlich mehr „echte“ STAR WARS-Anteile als in den meisten anderen Franchise-bezogenen Werken.

Unter dem Gesichtspunkt und der Erwartungshaltung, möglichst viel neues und dabei in jeder Hinsicht erträgliches (selbst das ist heutzutage gar nicht mehr so einfach) STAR WARS-Material serviert zu bekommen, hat sich die neue Trilogie also durchaus einen Platz in den Hitlisten der Fans verdient. Erträglich deshalb, da man sich einerseits nicht zu weit vom Original entfernt, eine grundsätzlich spannende Weiterführung der ursprünglichen Geschichte inszeniert, auch einige durchaus passende neue Elemente vorsieht – und andererseits, da sich die inhaltlichen und stilistischen Fehlgriffe vor allem im Sinne eines eventuell zu modernen Films in Grenzen halten. Sicherlich, dezent stören können sie trotzdem – doch insgesamt betrachtet, und gerade nach dem eher enttäuschenden Auftakt der neuen Trilogie wissen sowohl „Die letzten Jedi“ und „Der Aufstieg Skywalkers“ einiges an hoch potentem Futter für STAR WARS-Fans zu liefern. OB sich diese dann als eingefleischt bezeichnen würden oder im besten Fall bereits seit der ursprünglichen Ausstrahlung der Originale dabei sind – die für immer relativ unantastbar bleiben werden und sollten – das spielt im Grunde gar keine allzu große Rolle.

So kann „Der Aufstieg Skywalkers“ grundsätzlich jedem Fan oder Nicht-Fan empfohlen werden, der nicht zu viel erwartet, eher wenig Lust auf die Charakter-bezogenen Neben-Ableger der Reihe hat – aber ebenfalls nicht auf ein zünftiges Sternen-Abenteuer verzichten kann oder will. Im Vordergrund – und unter Einbeziehung der im besten Fall etwas heruntergeschraubten Ansprüche – stehen dabei klar all jene STAR WARS-Elemente, die man kennt und liebt – und die nicht ohne Grund ikonisch geworden sind. Seien es große und von vielen geschätzte Charaktere wie Chewbacca, Luke Skywalker, Han Solo, Lando Calrissian, Leia Organa oder die Droiden R2D2 und C3PO; die verschiedenen Welten, die verschiedenen Raumschiffe und Gleiter (inklusive des Millenium-Falcons), die markanten Bösewichte – „Der Aufstieg Skywalkers“ hat viel von jenem zu bieten, was schon früher beliebt war beziehungsweise die Reihe eigentlich erst groß gemacht hat. Sicher, allzu große Überraschungseffekte bleiben in Anbetracht des Rezepts „weniger neues, mehr vom altbewährten“ aus – doch das macht nichts, bietet der Film auch so genügend Anhaltspunkte um nicht an Spannung zu verlieren.

Der wichtigste Punkt war uns ist aber der, dass man diese altbewährten Elemente tatsächlich sinnvoll und auf eine durchaus reizvolle Art und Weise in einen neuen Film portiert hat – und sie dabei niemals der Lächerlichkeit preisgibt oder dem Andenken an die alten Filme anderweitig Schaden zufügt. Eben so, wie es bei vielen aktuellen Remakes, Reboots oder Serien-Ablegern heutzutage leider gerne mal der Fall sein kann. So lassen sich auch die durchaus vorhanden Kritikpunkte an „Der Aufstieg Skywalkers“ verschmerzen; erneut unter der Beachtung des generell etwas heruntergeschraubten Anspruchs versteht sich. Das Erzähltempo vor allem in der ersten Hälfte des Films beispielsweise wirkt schon etwas holprig respektive teils gehetzt, das Hinarbeiten auf den eigentlichen Höhepunkt (das zu erwartende große Finale) überzeugt nicht immer bzw. bekommt es einige Dämpfer ab. Auch die teils eingeschobene Lockerheit bzw. die hie und anberaumten witzigen Stellen bedienen zwar den typischen STAR WARS-Humor, fühlen sich aber einstweilen etwas (zu) gezwungen an. Die handwerklich-technischen Aspekte wissen größtenteils zu überzeugen – vor allem im Hinblick auf die Kostüme, die (kleineren) Effekte, die Innenansichten der Raumschiffe und -Gleiter sowie glücklicherweise auch den Soundtrack. Im Großen finden sich dagegen – und warum auch immer – leider immer wieder einige eher störende Elemente, die man anders oder besser hätte umsetzen müssen. Die arg künstlichen Ansichten des zerstörten Todessterns etwa markieren hier ein Beispiel – oder der Haupt-Stützpunkt der Sith inklusive Publikum (eine viel zu vereinfachte, extrem matschig wirkende Darstellung) oder die große und eher diffuse (Weltraum-)Schlacht gegen Ende.

Was bleibt, ist eigentlich nur noch eine Kleinigkeit – die Charaktere, und damit verbunden sicherlich auch die Qualität des Schauspiels. Fest steht: man kann die in „Der Aufstieg Skywalkers“ vorgestellten bzw. handelnden Personen (wenn man mal die bereits bekannten und damit altbewährten außen vor lässt) eigentlich nur lieben oder hassen – dazwischen gibt es nicht viel Platz. Immerhin, die ein oder andere Überraschung gibt es – wobei sich auch hier eher wenig wirklich konstruiert anfühlt; mit Ausnahme des im Sinne der „dunklen Seite“ doch etwas zu mäandernden Gebarens von Kylo Ren. Alles in allem handelt es sich um einen soliden STAR WARS-Film – und einen würdigen Abschluss der neuen Trilogie.


„Ein gelungener Abschluss einer insgesamt nicht perfekten, aber doch höchst soliden Trilogie“.