Warum Die LGBTQ+ Community Weder Normal Noch Die Norm Ist #Grundsatzgedanken

Nein, und trotz der relativ reißerischen Überschrift: dieser Beitrag will vieles, nur nicht Menschen mit bestimmten sexuellen Orientierungen oder Geschlechtsidentitäten diffamieren. Auch will er keine bestimmten Gruppierungen oder (politische) Bewegungen verunglimpfen, er will nur eines: aufzeigen, warum homosexuelle Menschen (und einige andere, die auch im Namen der sogenannten LGBTQ+ Community stecken) eben nicht „normal“ sind. Und auch, warum das alles andere als schlimm ist – und warum Versuche etwas anderes zu behaupten sogar einen gegenteiligen Effekt haben können.

Um sich dem Kern der Sache zu nähern, muss man aber zunächst eine ganz bestimmte Anstrengung wagen – und den Begriff der „Normalität“ definieren. Schließlich handelt es sich hierbei um etwas, was von jedem Menschen ein klein wenig anders verstanden wird – und auch um einen Begriff, der in der Historie von nicht wenigen Personen, Institutionen und bestimmten Obrigkeiten für jeweils ganz eigene Zwecke missbraucht wurde. Um zu klären, was es mit dem Begriff der Normalität auf sich hat; sollte man also tunlichst versuchen; möglichst alle irgendwie ideologisch oder politisch motivierten, sowie natürlich auch religiös beeinflussten Thesen aus seinem Kopf zu streichen – und sich der Sache mit einer eher nüchternen, möglichst rationalen Denkweise nähern.

Im Falle der Homosexualität (und vielem weiteren) als „Abweichung von der Norm“ hilft dabei oft eine bestimmte, eventuell dezent banal erscheinende Analogie. Eine Analogie eher wissenschaftlicher und damit nicht bewertender Natur. So ist eine, oder wohl eher die grundlegende Voraussetzung für die Existenz des Universums, dass es bestimmte Naturgesetze gibt. Diese Naturgesetze markieren so gesehen die Grundlage oder auch einen Status der Normalität – ohne die die Entstehung aller anderen Prozesse gar nicht erst möglich wäre. In Bezug auf den Menschen, oder eher die Evolution und die Biologie des Menschen gibt es ebenfalls eine solche Voraussetzung, oder so gesehen auch Normalität: das Prinzip von zwei Geschlechtern (Mann und Frau) sowie die mit diesem Prinzip verbundene Art der instinktiv empfundenen Zuneigung und Fortpflanzung. Auch hier gilt: ohne diese grundlegende Voraussetzung (oder auch: Normalität) würde die Menschheit – so wie wir sie kennen – bereits nicht mehr existieren.

Man sieht, dass die Normalität eher kein abstruses Konstrukt; sondern vielmehr ein ganz natürliches und wenn man so will festgeschriebenes Gesetz ist – über das es sich nicht lohnt, zu streiten. Besser klingt es wohl aber dennoch, wenn man von einem kleinsten gemeinsamen Nenner spricht, der als Grundlage für alles weitere dient – und ohne den keine Entwicklung stattfinden würde.

Wenn man nun wieder zurück zum (Ur-)Gedanken des Universums und der Normalität kommt, sollte man sich vor allem eine Frage stellen: die, was genau Dinge wie unser Sonnensystem oder die Erde tatsächlich sind. In der Tat, sie sind nicht mehr oder weniger als zufällige (und zugegeben relativ glückliche) Folgerungen dieser Normalität – und damit in jedem Fall etwas ganz besonderes. Eben so – und vielleicht ja auch ähnlich schön – verhält es sich mit Menschen, die von der von niemand geringerem als Mutter Natur (oder treffender: der Evolution) festgelegten „Norm“ abweichen. Eine Abweichung von der Norm bedeutet schließlich immer auch Diversität (in Bezug auf den einzelnen) und Komplexität (in Bezug auf das umgebende System) – was die Sache interessant und den Menschen zusätzlich besonders macht; da er als einzige derzeit bekannte Spezies in der Lage ist, dessen gewahr zu werden. Anders gesagt: auch oder gerade auch Existenzen, die die Regeln der Normalität zu brechen scheinen; sind lebens- und beachtenswert, sorgen sie doch für Vielfalt – und erlauben nicht zuletzt durch Reflexion, der tatsächlichen Sinnhaftigkeit des Lebens auf die Spur zu kommen.

Menschen, die ein klein wenig „anders“ sind sollten demnach vielleicht auch genau dazu stehen – und weder versuchen sich im Sinne einer Allgemeinheit anzupassen, noch sich von den sie umgebenden Menschen einen bestimmten Status aufzudrücken lassen – also etwa so, wie es aktuell (und leider) gerade inmitten unserer Gesellschaft passiert. Homosexualität ist demnach keineswegs das neue „normal“, wogegen sich nicht wenige (und das zu Recht) wehren – sondern vielmehr eine ganz besondere Facette der Normalität. Eine Facette die es, und das versteht sich von selbst; in jedem Fall zu tolerieren und zu respektieren gilt. Schließlich ist es keine sonderlich neue Erkenntnis, dass man grundsätzlich allen Menschen respektive Lebewesen gegenüber tolerant sein sollte – will man in einer wirklich funktionierenden Gesellschaft leben. Welche sexuellen Vorlieben sie haben, als was sie sich selbst bezeichnen; oder wie sie sich heute oder morgen identifizieren – das sollte nun wirklich keine Rolle, und wenn überhaupt nur eine untergeordnete spielen.

Es ist demnach nichts falsches daran, zu seinen Besonderheiten zu stehen und sie in jeder Hinsicht zu leben. Sofern, und diese Einschränkung muss gelten; dabei niemand anderer zu einem offensichtlichen Schaden kommt. Als „falsch“ oder aber mindestens anstrengend erweist sich nur, sich als vergleichsweise besonderer (und damit oftmals auch besonders angreifbarer) Mensch in den absoluten Mittelpunkt einer Gesellschaft – aus der immer auch Zeichen der Ablehnung kommen werden – stellen zu wollen. Merklich kritisch wird es spätestens dann, wenn man die anderen plötzlich von seinen speziellen Eigenschaften; man nenne es überzeugen möchte – und noch mehr, wenn andere nicht direkt betroffene Menschen relativ plötzlich vieles unternehmen um die Rechte dieser Menschen nicht nur zu schützen, sondern die jeweils vorhandenen speziellen Dispositionen im Sinne einer neuen „Normalität“ versuchen aufzuwerten. Die damit einhergehende, oft vehement eingeforderte Toleranz ist schließlich nur selten echt – und wird eventuell auch für die jeweils ganz eigenen Zwecke missbraucht.

Sind Menschen, die eine andere sexuelle Ausrichtung haben oder sich in ihrem eigenen Körper fremd fühlen also etwas besonderes ? Ja, durchaus – weil sie nicht direkt dem Prinzip der Normalität entsprechen, folglich auch einer Minderheit angehören und zumeist einige ganz besondere Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Sind diese Menschen damit aber auch besser oder schlechter als andere ? Nein, und schon gar nicht automatisch. Der Status allein rechtfertigt weder eine künstliche Ab- noch Aufwertung. Toleranz ist – und bleibt – essentiell wichtig. Aber: die Abweichung von der Norm (die man sich zumeist eben nicht selbst aussuchen kann) sollte weder grundsätzlich verfolgt noch auf ein künstliches Podest erhoben oder als besonders vorbildlich oder erstrebenswert verklärt werden. Und das schon gar nicht aus Gründen, die in Wahrheit einen ganz anderen Hintergrundgedanken verfolgen. Sie ist eine Facette des Lebens, die man als positiv oder aber auch anstrengend empfinden kann – nicht mehr und nicht weniger. Fest steht: vorbildlich, das kann in diesem Zusammenhang wahrlich nur der Umgang mit eben jener Abweichung von der Norm sein. Der erste Schritt auf dem richtigen Weg dorthin ist die Akzeptanz von anderen und sicher auch Dingen, die uns selbst zunächst „fremd“ erscheinen mögen – mit der Gewissheit, dass eine friedliche Koexistenz auf unserer guten alten Mutter Erde stets möglich ist.

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