Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Come Play“ (2020)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Jacob Chase
Mit: Azhy Robertson, Gillian Jacobs, John Gallagher Jr. u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 96 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Horror / Thriller
Tags: Kinder | Monster | Dämon | Alptraum | Autismus

Der will doch nur spielen.

Inhalt: Als an einer besonderen Form des Autismus leidender Junge kann Oliver (Azhy Robertson) nicht anders, als ständig sein Smartphone zu benutzen. Schließlich hilft es ihm, halbwegs mit den ihn umgebenden Menschen kommunizieren zu können. Eines Tages stößt er dabei plötzlich ein seltsames E-Book mit einer Grusel-Geschichte, in der es um ein Monster namens Larry geht. Naturgemäß hat der empfindsame Oliver Angst – doch spätestens als auch seine Mutter die Präsenz von Larry wahrnehmen kann, erscheint diese Angst mehr als berechtigt…

Kritik: Mit COME PLAY erscheint ein weiterer Horrorfilm der heutzutage leider alles andere als seltenen Schnell-Schocker der Marke Bewohner eines Hauses treffen auf Geister, Dämonen oder andere gruselige Gestalten. Immerhin, und um zumindest einigen ärgerlichen Klischees sogleich den Wind aus den Segeln zu nehmen; setzt der von Jacob Chase geschriebene und verwirklichte Film auf zumindest eine Besonderheit: seinen Hauptdarsteller. Das war in seinem zuvor veröffentlichten Kurzfilm LARRY (auf dem COME PLAY basiert) noch anders. Sicher, auch die Besetzung von wichtigen Charakteren oder gar Hauptrollen mit Kindern ist in Horrorfilmen keine Seltenheit mehr –  zumal Aspekte wie eine gut umgesetzte kindliche Perspektive, eine fast automatisch umso stärker ausfallende Empathie sowie die teils gesteigerte Glaubwürdigkeit in Bezug auf die Story („Kinder sind für manche Dinge empfänglicher“) dem Genre ohnehin in die Hände spielen. In COME PLAY aber erscheint der kindliche Hauptprotagonist zusätzlich schützenswert, da er an einer Form von Autismus leidet – und sich nicht mithilfe des (gesprochenen) Wortes verständigen kann. Tatsächlich ist es den Verantwortlichen auch gelungen, mit eben dieser Prämisse für ein klein wenig mehr Verzweiflung und Spannung zu sorgen als allgemein üblich – und auch die daraus resultierende Technik-Komponente (der Hauptprotagonist „spricht“ über eine Handy-App) wird gut in den Kontext der Dämonen-Story eingebunden.

Wenn man ganz ehrlich ist, war es das aber auch fast schon wieder gewesen – denn bis auf seinen Hauptprotagonisten (grandios gespielt von Jung-Darsteller Azhy Robertson) und eventuell einige der; man nenne sie Besonderheiten des Dämons hat COME PLAY dann doch überraschend wenig zu bieten. Zwar versucht man noch mit diversen Elementen für zusätzlichen Tiefgang zu sorgen, etwa der Darstellung der Freund- und Feindschaft unter den Kindern oder aber der quasi-Entstehungsgeschichte des Dämons selbst, inklusive aller enthaltenen und teils zu offensichtlichen Botschaften – doch schlägt dieser Versuch weitestgehend fehl. Hier fehlt COME PLAY schlicht das nötige Fingerspitzengefühl sowie der Anspruch, weit mehr als ein typischer Horror-Film zu sein – womit er sich klar hinter vergleichbaren, in vielerlei Hinsicht aber eben doch deutlich hochkarätigeren Filmen wie DER BABADOOK (Review) oder ICH SEH ICH SEH (Review) anstellen muss.

Gewissermaßen erscheint das aber auch irgendwie passig, schließlich schlagen die handwerklich-technischen Aspekte des Films in eine ganz ähnliche Kerbe. Das Set-Design von COME PLAY ist nett und durch die Farbgebung angenehm retrospektiv – während sich viele andere Dinge (wie etwa die Effekte, die CGI-lastige Darstellung des Dämons, der Soundtrack oder die Kameraführung) eher zum Vergessen eignen. Am ärgerlichsten ist und bleibt aber wohl der Tritt in das Fettnäpfchen der Marke es ergibt keinen Sinn, muss aber so geschehen weil es das Drehbuch so vorsieht. Denn wie sonst könnte man eine Szene wie die erklären, in der Oliver’s Mutter mit ihrem Sohn aus dem Haus fliehen will; ihm aber noch ausreichend Zeit gibt um erneut auf das Monster zu treffen ? Schlussendlich bleibt damit nur eine eingeschränkte Empfehlung übrig – und möglich.


Bilder / Promofotos / Screenshots: © Focus Features, Universal Pictures

 

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„Ein netter Horrorstreifen für Zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger.“

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