Metal-CD-Review: ARTHEMIS – Golden Dawn (2003)

Alben-Titel: Golden Dawn
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2003
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Matteo Galbier – Bass
Alessio Garavello – Vocals
Andrea Martongelli – Guitars
Matteo Ballottari – Guitars
Paolo Perazzani – Drums

Track-Liste:

1. Fire, Set Us Free (04:24)
2. Black Rain (04:04)
3. The End of the World (04:18)
4. The Traveller (04:13)
5. Master of the Souls (04:53)
6. Arthemis (04:14)
7. The Axe Is Coming (04:11)
8. From Hell to Hell (04:00)
9. Golden Dawn (04:21)
10. Might for Right (Heavy Load cover) (03:15)

Ein neuer Tag ist angebrochen, es gilt etwas zu schaffen.

GOLDEN DAWN ist das dritte offizielle Studioalbum der italienischen Power Metal-Combo ARTHEMIS, die seit ihrem Debütalbum CHURCH OF THE HOLY GHOST (siehe Review) und der Rekrutierung des späteren POWER QUEST-Leadsängers Alessio Garavello immer öfter von sich hören ließ. Doch wie sollten ARTHEMIS noch eine Schippe auf den überaus gelungenen Vorgänger THE DAMNED SHIP (Review), auf dem Garavello seinen tadellosen Einstand feierte; drauflegen – und das auch noch in so kurzer Zeit ? Schließlich sind zwischen den beiden Alben gerade einmal 2 Jahre vergangen. Immerhin, ARTHEMIS geben auf ihrem GOLDEN DAWN durchaus eine Antwort auf diese und andere Fragen – das Problem ist nur, dass sie nicht wirklich überzeugend ausfallen.

Das gilt insbesondere dann, wenn man die beiden Vorgänger zwecks eines direkten Vergleichs zu Rate zieht. Denn, und diese Feststellung ist noch völlig unabhängig von der Qualität des jeweils enthaltenen Materials zu treffen: CHURCH OF THE HOLY GHOST und THE DAMNED SHIP waren schlicht ungleich spannender als das insgesamt ebenfalls nicht schlechte, vergleichsweise aber doch eher langatmige GOLDEN DAWN. Sicher, der Leadgesang von Alessio Garavello klingt auch in diesem Fall weitestgehend stilsicher – selbst wenn seine hohen Gesangslagen auch mal dezent anstrengend werden können, wie etwa im Opener FIRE SET US FREE – und ist zusätzlich mit einem hohen Wiedererkennungswert versehen. Auch die Gitarren frickeln recht munter durch die Landschaft, analog zum wieder angenehm präsenten Bass und dem variablen Schlagzeugspiel – die einzelnen Mitglieder haben also schon einmal nichts von ihren Fähigkeiten eingebüßt. Die Präsentation fällt ebenfalls schön wuchtig aus, und überzeugt vor allem mit einem antreibenden Druck in den tieferen Frequenzen.

Die Tatsache, dass die einst herausragenden Soli mit ihrem leicht exzentrischen Anstrich nunmehr deutlich gekürzt wurden, die progressiveren Strukturen weichen mussten und sich ARTHEMIS auch sonst eher angepasst geben weist aber schon auf das eigentliche Problem des Albums hin. Es geht einfach zu sehr auf Nummer sicher, wagt keinerlei nennenswerte Ausbrüche – und fühlt sich im Endeffekt schlicht deutlich zu gleichförmig an. Zwar sind so gut wie alle Nummern als solide zu bezeichnen – wenn man von der wirklich unsäglichen Ballade GOLDEN DAWN absieht – aber mehr auch nicht. Markant herausragende Highlights gibt es keine – auch wenn THE END OF THE WORLD mit seiner außergewöhnlichen Rhythmik verdächtig nah an eben jenem begehrten Status kratzt. Doch seien es das etwas unentschlossene BLACK RAIN mit seinen Rock-Anleihen, das nicht zuletzt durch den verschenkten Refrain etwas holprige THE TRAVELLER, das gesanglich dezent problematische MASTER OF SOULS, das langatmige ARTHEMIS – das hier dargebotene Material bewegt sich weit davon entfernt unterirdisch zu sein, doch wirklich schlagkräftig sind die hiesigen ARTHEMIS-Argumente dieses Mal auch nicht.

Schlussendlich: ARTHEMIS können mit und auf ihrem GOLDEN DAWN selbst in Anbetracht ihres offensichtlich vorhandenen Talentes nicht allzu viel reißen – zumindest wenn darum geht, ihre selbst auferlegte Messlatte zu erreichen. Das ist zwar schade, aber ihre gut bestückte Diskografie hält bekanntlich noch einige andere; teilweise deutlich hochkarätigere Werke bereit. Fans der Combo werden ohnehin zugreifen, und das gewissermaßen auch mit Recht – Neueinsteiger sollten sich aber vielleicht lieber erst mit dem stärkeren THE DAMNED SHIP befassen.

Absolute Anspieltipps: FIRE SET US FREE, THE END OF THE WORLD, THE AXE IS COMING


„Noch ganz locker ein überdurchschnittliches Genre-Album – doch von ARTHEMIS hätte man durchaus noch etwas mehr erwarten können.“

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