Metal-CD-Review: ARTHEMIS – Church Of The Holy Ghost (1999)

Alben-Titel: Church Of The Holy Ghost
Künstler / Band: Arthemis (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Dezember 1999
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Andrea Martongelli – Guitars
Matteo Galbier – Bass
Alessio Turrini – Drums
Matteo Ballottari – Guitars
Alberto Caria – Vocals

Track-Liste:

1. War (07:09)
2. Tyrants‘ Time (07:12)
3. Time to React (04:06)
4. Tomorrow’s World (05:16)
5. Claws of the Devil (05:46)
6. The Storm (08:46)
7. Twilight in the Dark (07:06)
8. Church of the Holy Ghost (07:55)

Ist der Geist erst einmal aus der Flasche…

CHURCH OF THE HOLY GHOST ist das 1999 erschienene Debütalbum der italienischen Power Metal-Combo ARTHEMIS, die bereits seit 1994 (damals noch unter dem Namen NEMHESIS) ihr Unwesen treibt. Aus dieser Zeit scheint aber nicht mehr allzu viel übrig zu sein – zumal die Band ohnehin erst bekannter und erfolgreicher wurde, als ein gewisser und später als POWER QUEST-Frontmann bekannt gewordener Alessio Garavello den Posten des Leadsängers übernahm. Interessanterweise geschah das aber erst kurz nach dem vorliegenden CHURCH OF THE HOLY GHOST – sodass man hier das wohl mit Abstand ursprünglichste und raueste heute noch verfügbare ARTHEMIS-Material auf die Lauscher bekommt. Und eben darauf sollte man sich auch einstellen respektive nicht mit einem allzu ausgefeilt klingenden musikalischen Erguss rechnen. Immerhin erschien das Album seinerzeit als reine Independent-Produktion, und den Mitgliedern standen offenbar nicht die besten Möglichkeiten in Bezug auf die Aufnahme, das Mixing und die Produktion zur Verfügung.

Wenn man darüber hinwegsehen kann – und eventuell noch über den zunächst gewöhnungsbedürftigen Leadgesang von Alberto Caria – lässt sich aber dennoch ein recht interessantes Genre-Album entdecken. Und das ist vielleicht sogar noch untertrieben formuliert, denn: die hier offerierten Kompositionen tönen mal so gar nicht nach typischen Power-Klischees der Marke Italien. Vielmehr legt CHURCH OF THE HOLY GHOST einen erstaunlich klassischen Genre-Sound vor, der mit seinem hervorgehobenen Bass und den enorm progressiven Strukturen angenehm an eine längst vergangene Ära des Heavy Metal erinnert. Und eben dieser überraschend klassische Genre-Sound ist es auch, der das Album trotz der klaren Schwächen im Hinblick auf die Präsentation locker zu Tragen vermag. Anders gesagt: hat man sich erst einmal im Kontext des Albums eingefunden und sich an den Sound gewöhnt, steht dem klassischen Metal-Vergnügen eigentlich nichts mehr im Weg.

Das liegt auch an der insgesamt als vorzüglich zu bezeichnenden Gitarrenarbeit inklusive zahlreicher ansprechender Instrumentalstrecken und Soli, dem im Verlauf des Albums gefühlt immer sicherer werdenden Leadsänger Alberto Caria; sowie der generell recht energetischen bis furiosen Gesamtwirkung von Brechern a’la WAR oder TYRANTS TIME. Doch der allgemeine Unterhaltungswert wird daraufhin sogar noch gesteigert. Sei es der kürzeste Titel des Albums (TIME TO REACT) mit seinen überzeugenden Tempiwechseln, das lockere aber kultverdächtige TOMORROW’S WORLD, das leicht verrückte CLAWS OF THE DEVIL – ARTHEMIS haben hier einiges abgeliefert, wobei jedes einzelne Instrument schier hervorragend abschneidet und mit einer größtmöglichen Flexibilität agiert.

Respekt verdienen jedenfalls alle Beteiligten: das äußerst variable, lebendige Drumming von Alessio Turrini begeistert, der Bass von Matteo Galbier geht niemals unter, das inszenierte Spektakel der Gitarristen Andrea Martongelli und Matteo Ballottari ist ein Highlight für sich – und Leadsänger Alberto Caria überzeugt letztendlich doch, nicht zuletzt dank seiner Sicherheit in den hohen Lagen. Schade bleibt natürlich, dass das Album seine potentiell enorm hochkarätige Wirkung niemals gänzlich entfalten kann. Oder anders gesagt: der eher an eine plumpe Garagenproduktion erinnernde Klangeindruck wird der eigentlichen Größe von CHURCH OF THE HOLY GHOST kaum gerecht – und verhindert im Zusammenspiel mit dem nicht immer optimalen Leadgesang, dass das Album in den absoluten Wertungs-Olymp aufsteigt. Bei einer Empfehlung und einem der interessanteren Italien-Releases bleibt es aber dennoch.

Absolute Anspieltipps: TYRANT’S TIME, TIME TO REACT, TOMORROW’S WORLD, CLAWS OF THE DEVIL


„Ein Album, dass es trotz der schwächelnden Präsentation in sich hat.“

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