Metal-CD-Review: ENDLESS – Eternal Winds (2000)

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Alben-Titel: Eternal Winds
Künstler / Band: Endless (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2000
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Megahard Records

Alben-Lineup:

Sérgio Sanchez – Drums
Vitor Veiga – Vocals
Rey Araújo – Bass
Cris Moura – Guitars
Leandro Monteiro – Guitars
Márcio Brito – Keyboards

Track-Liste:

1. Visions of Tomorrow (04:57)
2. Wasting My Time (04:26)
3. Holy Ground (05:05)
4. Guiding Light (05:01)
5. Eagle’s Top (06:04)
6. Mind of Indecision (06:39)
7. Intro (01:02)
8. Ministrels of Dawn (05:05)
9. Eternal Winds (06:25)
10. I’m Alone (10:48)
11. Good Bye (01:03)

Wenn die Möglichkeiten ein Album zu produzieren eben doch ENDLICH sind.

ENDLESS ist zweifelsohne eine aus mehreren Gründen interessante Power Metal-Combo. Nicht nur, dass sie eine der wenigen wirklich hochkarätigen, seit vielen Jahren bestehenden Genrebands aus Brasilien ist – sie könnte auch als quasi-Geburtsstätte eines außergewöhnlichen Talentes betrachtet werden. Zwar dürfte der damit gemeinte Leadsänger Vitor Veiga nicht jedem ein Begriff sein – mindestens aber jenen, die die beiden großartigen AQUARIA-Alben LUXAETERNA (Review) und SHAMBALA (Review) gehört haben. Nun schreiben wir das Jahr 2016, und das Projekt AQUARIA gehört leider Gottes längst der Vergangenheit an. Umso schöner ist, dass es zumindest wieder neue Lebenszeichen von ENDLESS gibt: das dritte Studioalbum THE TRUTH, THE CHAOS, THE INSANITY (Link) steht bereits in den Startlöchern. Unter anderem aus diesem Anlass soll an dieser Stelle noch einmal ein Blick zurückgeworfen werden – auf das erste, mittlerweile altehrwürdige Album der Band aus dem Jahre 2000.

Selbiges gute Stück horcht auf den Namen ETERNAL WINDS, offeriert dem Hörer 11 Titel – und lässt zumindest zunächst einen eher verhaltenen Eindruck entstehen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass das Album nicht nur aus heutiger Sicht etwas ungeschliffen daherkommt – man hört ihm den geringen Produktionsaufwand zweifelsohne an. Ganz so arg wie bei einer x-beliebigen Garagenband ist es zwar nicht, aber dennoch: die potentielle Größe der Musik von ENDLESS kann in diesem Fall nicht adäquat transportiert respektive dem Hörer nahegebracht werden. Der muss sich folgerichtig etwas anstrengen, oder eher ein gewisses Maß an Fantasie an den Tag legen – und versuchen, über einige Schwächen in der Abmischung und Produktion hinwegzusehen. Dann aber schimmert sie eben doch durch, jene Eleganz die ENDLESS seit jeher zu einem regelrechten Insider-Tipp machte. Fakt ist, und dafür ist bereits ETERNAL WINDS ein in Stein gemeißelter Beweis: das Potential der Band war und ist enorm.

Schließlich schaffen es ENDLESS als eine der wenigen brasilianischen Combos, ein überraschend eigenständiges und somit auch unverwechselbares Soundgewand zu präsentieren. Auch ohne; und das ist das besondere – dass sie explizit traditionelle Soundelemente mit in die Kompositionen fließen lassen wie später AQUARIA oder auch TIERRA MYSTICA. Im Grunde genommen besteht ETERNAL WINDS nur aus den gängigen Genre-Zutaten: verspielten Gitarren, einem hohen Leadgesang, einem großzügigen Einsatz des Keyboards sowie reichlich Tempo und Bombast. Dennoch klingt das Album erfrischend anders – ENDLESS haben hier ganz klar ihren eigenen Fingerabdruck hinterlassen, was nur zu begrüßen ist. Eher hymnisch angehauchte, flott-stampfende Titel wie VISIONS OF TOMORROW, WASTING MY TIME oder HOLY GROUND machen jedenfalls ordentlich Laune – während quasi-Balladen wie EAGLE’S TOP (trotz des guten Refrains) oder das gesanglich problematische MIND OF INDECISION verständlicherweise hintenan stehen müssen. Und warum genau das Intro in diesem Falle erst an siebter Stelle kommt, das weiß wohl auch nur die Band selbst.

Im Endeffekt ist es schade, dass die Präsentation des Albums (und damit ist nicht das Artwork, sondern eher die Produktion gemeint) vergleichsweise mäßig abschneidet und man so kaum in den potentiellen Genuss des Debütalbums kommen kann – dass eher wie eine lange DEMO-CD wirkt und klingt. Fest steht: während zig andere Genre-Alben neu veröffentlicht werden, und das oftmals ohne ersichtlichen Grund – wäre ETERNAL WINDS tatsächlich einmal ein nachvollziehbarer Kandidat für ein neu aufgenommenes Re-Release. Gleichzeitig würde es sich wohl auch um eine der wenigen Neuveröffentlichungen handeln, die eine höhere Wertung bekämen als das Original – man hat einfach das Gefühl, als würde das hier dargebotene Material zu so viel mehr imstande sein; was zweifelsohne ärgerlich ist.

Absolute Anspieltipps: VISIONS OF TOMORROW, ETERNAL WINDS


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„Eine grundsolides, teilweise sogar erfrischendes Debüt mit einer dezent problematischen Produktion.“

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