Metal-CD-Review: LABYRINTH – 6 Days To Nowhere (2007)

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Alben-Titel: 6 Days To Nowhere
Künstler / Band: Labyrinth (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. Februar 2007
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Roberto Tiranti – Vocals, Bass
Andrea Cantarelli – Guitars
Pier Gonella – Guitars
Mat Stancioiu – Drums
Andrea De Paoli – Keyboards, Piano

Track-Liste:

1. Crossroads (04:03)
2. There Is a Way (03:36)
3. Lost (04:24)
4. Mother Earth (06:08)
5. Waiting Tomorrow (03:35)
6. Come Together (The Beatles cover) (04:00)
7. Just One Day (03:54)
8. What??? (04:15)
9. Coldness (03:49)
10. Rusty Nail (03:19)
11. Out of Control (03:46)
12. Wolves ’n‘ Lambs (04:53)
13. Smoke and Dreams (04:37)
14. Piece of Time (2007) (02:50)

Wenn man aus Fehlern nicht lernt.

Offenbar hatten es die italienischen Power Metaller von LABYRINTH eine Zeit lang nicht leicht – zumindest spricht das, was die einstige Vorreiter-Band im Jahre 2005 mit FREEMAN auf die Beine gestellt hat; einstweilen stark dafür. Zwischen jenem ärgerlich auf modern getrimmten, letztendlich nicht nennenswerten Album und dessen noch sehr gutem Vorgänger LABYRINTH (Review) liegen schier Welten. So ist es auch kaum verwunderlich, dass das gerade einmal 2 Jahre später erschienene 6 DAYS TO NOWHERE am ehesten einer negativen Interpretations-Abwandlung des Alben-Titels entspricht – es führt ins Nichts; und sei es nur gefühlt. Dabei erscheint es gleichermaßen fraglich wie bedenklich, dass sich die aufstrebende Band nach gerade einmal einer handvoll Alben so stark von ihrem eigentlichen Ursprungs-Genre entfernt hatte – und das ausgerechnet, um für deutlich weniger ansprechende Genre-Experimente Platz zu machen. Während FREEMAN aber ein offensichtliches Problem in Bezug auf seine moderne Anbiederungsstrategie hatte, weiß 6 DAYS TO NOWHERE seine Schwächen auf einem ganz anderen Blatt zu präsentieren. Auch dieses Mal gilt: Überraschungen sind generell nicht verkehrt, doch wenn sie so ausfallen wie hier; dann kann man auch gleich im Bett bleiben. Das Album klingt als erstes LABYRINTH-Album überhaupt derart zahm und kantenlos, dass man meint hier irgendeine namenlose Garagenrockband zu hören – mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass 6 DAYS TO NOWHERE trotz allem rund produziert ist und theoretisch in der Lage wäre, die anberaumten Emotionen auch zu transportieren. Wäre, ja wäre da nicht das erschreckend belanglose Songwriting, die fehlende Kraft und die ausbleibende Glaubwürdigkeit.

Das Album bietet schlicht eine Ansammlung von unspektakulären und vergleichsweise schwergängigen, mit unglaubwürdigen Emotionen ausstaffierten Nummern irgendwo zwischen Hardrock und einer emotionalen Seite des Melodic Metal – eine Mischung die hier, und wie bereits erwähnt ins absolute Nichts führt. Und auch wenn LABYRINTH hier seltenerweise einmal versuchen dem Ganzen ein wenig Kraft einzuverleiben, geht das verdächtig schief – wie es dem nur noch nervenaufreibenden LOST deutlich anzuhören ist. Im großen und ganzen aber gilt: 6 DAYS TO NOWHERE ist derart unspektakulär, langatmig und letztendlich auch gelichförmig ausgefallen, dass es eigentlich kaum einer Erwähnung wert ist. Die erbrachten Leistungen an den Instrumenten mögen noch als solide bezeichnet werden, zumindest gehört das hanebüchene Drumming des Vorgängers der Vergangenheit an – doch hilft das nicht viel, wenn davon abgesehen alle Stricke reißen. So gesehen kann selbst der schwache Vorgänger FREEMAN noch geschlagen werden – was darauf hindeutet, dass LABYRINTH eine Auszeit bitter nötig gehabt hätten. Wie man heute weiß, war auch genau das der Fall: mit dem neu aufgestellten 2010’er Nachfolgealbum RETURN TO HEAVEN DENIED II (Review) kehrte die Band doch noch zu ihrer alten Form und Stärke zurück.

Absolute Anspieltipps: /


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„Der absolute Tiefpunkt einer einst vielversprechenden Karriere.“

5 Gedanken zu “Metal-CD-Review: LABYRINTH – 6 Days To Nowhere (2007)

  1. David 13 Mai 2016 / 19:32

    PS.
    Dazu muss ich sagen, dass mir auch diese offizielle Veröffentlichung von 2007 entgangen ist, weil ich die Band wohl damals schon längst aufgegeben hatte…

    Gefällt 1 Person

  2. David 13 Mai 2016 / 19:31

    Na, das muss dir nicht peinlich sein. Das ist mir auch völlig vorbeigegangen und habe ich zu meiner verblüffenden Überraschung auch erst kürzlich per Zufall entdeckt. Offenbar hatte sich die Band sehr große Mühe gegeben, diesen exklusiven Plattendeal mit Japan geheimzuhalten. Aus welchen unverständlichen Gründen auch immer.

    Gefällt 1 Person

  3. David 12 Mai 2016 / 20:11

    Einen Tipp für die, die von Labyrinth aus dieser Zeit enttäuscht sind, habe ich: Sucht mal nach der Band „Amazing Maze“ mit dem gleichnamigen Album, welches genau zu dieser Zeit rauskam…nur in Japan, wohlgemerkt. Der Sound und die Band werden euch sehr vertraut verkommen. 😉

    Gefällt 1 Person

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