Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Machete 2 – Machete Kills“ (2013)

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Originaltitel: Machete Kills
Regie: Robert Rodriguez
Mit: Danny Trejo, Michelle Rodriguez, Mel Gibson u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 107 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Action
Tags: Machete | Mexiko | Präsident | Auftrag | Infiltration | Trash

Wenn einer mit der Machete umgehen kann, dann Machete.

Kurzinhalt: Nachdem der raubeinige Machete (Danny Trejo) einen Großteil seiner Feinde ausgeschaltet und auf einer Routinemission seine Angebetete Sartana (Jessica Alba) verloren hat, bittet ihn ausgerechnet der Präsident der Vereinigten Staaten (Charlie Sheen) um Hilfe. Er soll erneut nach Mexiko vordringen, um den machthungrigen und exzentrischen Mendez (Demian Bichir) auszuschalten – da dieser über genügend Waffen verfügt, um zu einer echten Bedrohung zu werden. Was Machete nicht ahnt ist, dass Mendez ein Gerät auf seine Brust hat implizieren lassen – dass mit dem Zündungsmechanismus einer gewaltigen Rakete verbunden ist. Würde sein Herz also aufhören zu schlagen, würde die Rakete starten – Machete zögert nicht lange und entführt Mendez, auf dass irgendjemand den Mechanismus entschärfen könnte. Dabei gerät er alsbald an den merkwürdigen Waffenhändler Voz (Mel Gibson), der nicht nur eine Vorliebe für das Star Wars-Franchise zu hegen scheint – sondern einen schier wahnwitzigen Plan verfolgt. Einen, der nicht nur die USA – sondern die ganze Welt bedroht…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Nachdem der mexikanische Anti-Held MACHETE analog zu seinem ersten Auftritt im Grindhouse-Feature von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino einen eigenen Film (MACHETE von 2010, Review) spendiert bekommen hat, folgt mit MACHETE KILLS auch schon der zweite Teil des kultigen Franchise. Warum auch nicht, sollte man meinen – schließlich ist der mittlerweile gute 70 (!) Lenze zählende Hauptdarsteller Danny Trejo noch immer fit genug, um den markanten mexikanischen Draufgänger zu verkörpern – und Robert Rodriguez verrückt und eigensinnig genug, einen Nachfolger wie diesen zu stemmen. Und tatsächlich entfaltet MACHETE 2 einen ganz ähnlichen Charme wie der Vorgänger und das Original; einen der auch hier irgendwo zwischen launiger Haudrauf-Action, Retro-Reminiszenz, Exploitation und purem Trash einzuordnen ist. Langeweile wird in Anbetracht der knapp 100 Minuten Spielzeit also kaum aufkommen, dafür sorgen neben den irrsinnigen Action-Elementen auch die zahlreichen eingeworfenen Ideen und die wirkungsvollen Gastauftritte – doch es offenbart sich dennoch ein Problem.

Dieses bezieht sich vor allem darauf, dass sich MACHETE 2 nicht nur wie ein alle Grenzen des guten Geschmacks durchbrechender Actioner mit markanten One-Linern (und damit wie Teil 1) anfühlt – sondern auch wie eine eher misslungene Fortsetzung. Eine Fortsetzung einer quasi-Parodie, welche leider kaum noch politische Missstände aufgreift und sich selbst (bzw. das Original) mehr parodiert als alles andere. Entsprechend ermüdend wirken viele Elemente, die die bereits im ersten Teil enorm überspitzten Charakterzüge, Handlungen und sicher auch Fähigkeiten von MACHETE betreffen – es wird schlicht noch eine Schippe draufgelegt. Diese Form der schier unaufhaltsamen Übertreibung sorgt nicht nur für ausbleibende Überraschungen – sondern auch dafür; dass MACHETE 2 noch um ein vielfaches trashiger wirkt (und unglaubwürdiger, sofern das eine Rolle spielt) als sein Vorgänger. Sicher ist das auch genau so beabsichtigt, doch sind in der zweiten Runde des Spektakels schlicht deutliche Abstriche zu machen. Man weiß schließlich recht genau, was man mit einem Film wie MACHETE 2 bekommt – mit Ausnahme der diesmal doch recht abstrusen Gewalt- und Splatterszenen, bei denen man nicht selten auf plump wirkende CGI-Effekte zurückgegriffen hat. Auch das passt gewissermaßen zum allgemeinen Trashfaktor des Films – doch wie man weiß gibt es selbst im Bereich des Trashfilms Grenzen. Der erste Teil jedenfalls wirkte noch lange nicht so künstlich wie MACHETE 2; in dem schon wesentlich weniger Wert auf handwerkliche Aspekte gelegt wird. Aspekte, die im besten Fall auch zur Atmosphäre des Films passen; so durchtrieben ein Werk wie dieses auch anmuten mag.

Abgesehen von den fehlenden gesellschaftlichen Bezügen und der quasi-Selbstparodie aber finden sich noch immer Elemente; die auch MACHETE 2 zu einem Garant für einen feucht-fröhlichen Filmabend unter Freunden (und vornehmlich wohl Männern) machen. Diesmal sind das zwar weniger die ohne eine jegliche Choreografie auskommenden Actionszenen oder das Ableben verschiedener Charaktere (wobei sogar unschuldige respektive unbeteiligte getötet werden, was einen fahlen Beigeschmack hinterlässt) – sondern vielmehr das Auftreten der Protagonisten. Besonders kurios und reizvoll sind schließlich nicht nur Charlie Sheen als US-Präsident oder Mel Gibson als dezent exzentrischer Waffen- und Techniknarr – sondern auch die überraschend gut bewaffneten Prostituierten, der mehrere Persönlichkeiten beherbergende Revolutionär Mendez oder eine sich als recht… wandlungsfähig herausstellende Lady Gaga. Oder sollte man eher sagen, ein wandlungsfähiger Cuba Gooding Jr. respektive Antonio Banderas ? Ganz so genau kann man es wohl kaum sagen – aber genau jener chaotische und spielerisch-durchtriebene Eindruck von MACHETE 2 macht dann doch wieder Spaß, und sorgt immerhin dafür dass das Sequel zumindest ansatzweise eine Existenzberechtigung hat.

Fazit: Man kann nur hoffen, dass Robert Rodriguez sein MACHETE-Franchise vorerst ruhen lässt – denn sollte tatsächlich noch ein dritter Teil (der dann wie angedeutet in den Weiten des Alls spielen wird) erscheinen, könnte es ganz schnell wieder vorbei sein mit dem guten Willen der Zuschauer. Schon der zweite Teil lässt einen Großteil des Überraschungseffekts und des Charmes des Originals vermissen, viele Ideen und Ansätze wirken dezent abgenutzt – doch als anarchistisches Spaßprojekt für einen unterhaltsamen Filmabend geht das Ganze gerade noch durch. Jene die bereits den ersten Teil lieb gewonnen haben können unter Vorbehalt zuschlagen – alle die bereits das Original zu abstrus fanden vielleicht auch. Aber nur, wenn sie sich mal wieder gehörig veräppelt wissen wollen.

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„Einen wirklichen Sinn ergibt das Sequel nicht – aber immerhin liefert es noch mehr Stoff für alle MACHETE-Fanatiker.“

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