Rezensionen: Filme

Filmkritik: „Beilight – Biss Zum Abendbrot“ (2010)

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Originaltitel: Vampires Suck
Regie: Jason Friedberg, Aaron Seltzer
Mit: Jenn Proske, Matt Lanter, Ken Jeong u.a.
Land: USA
Laufzeit: 82 Minuten
FSK: Ab 12 freigegeben
Genre: Komödie
Tags: Beilight | Twilight | Parodie | Edward | Vampire | Werwölfe |  Liebe

Bis(s) das Blut in den Adern gefriert.

Inhalt: Becca Crane (Jenn Proske), eine Teenagerin im Highschool-Alter, zieht nach langer Zeit wieder zu ihrem allein lebenden Vater Frank (Diedrich Bader) nach Sporks in Washington. Eigentlich erwartet sie nichts besonderes von ihrer Zeit auf dem Lande, und auch der seltsame Nachbarsjunge Jacob White (Chris Riggi), den sie noch von damals kennt, lässt sie eher kalt. Und dass, obwohl in den Adern des Jungen echtes Werwolfs-Blut zu brodeln scheint… doch eine andere Merkwürdigkeit hat Becca schnell in ihren Bann gezogen: Edward (Matt Lanter),  ein Schüler aus ihrer neuen Klasse. Der ist nicht nur seltsam blass, übermenschlich schnell und verdammt geschickt – er beginnt gar merkwürdig zu glänzen, wenn er Sonnenlicht ausgesetzt ist. Doch das ist Becca vollkommen egal… dumm nur, dass sich ein komisch-gefährliches Trio, offenbar alte Bekannte von Edward; in die aufkeimende Beziehung einmischt und Becca ans Leder will.

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Kritik: Auch Parodien haben eine Daseinsberechtigung. Haben sie ? Im Falle von BELEIGHT, einem offensichtlich von der TWILIGHT-Saga inspiriertem Kleinstadt-Klamaukwerk von Jason Friedberg und Aaron Seltzer, ist diese Feststellung zumindest stark anzuzweifeln. Doch ist es vielmehr die Filmografie des eben genannten, berühmt-berüchtigten Regisseur-Duos, die den Zuschauern einen Grund zum Grübeln geben sollte – als der Film selbst. Der natürlich auch – doch zeichnete sich das (angeblich) komödiantische Duo Friedberg / Seltzer bisher nur selten durch hochkarätig humorische Werke aus, was das Projekt BEILIGHT bereits vorab überall stehen lässt – nur unter keinem guten Stern. Seien es Werke wie DATE MOVIE, MEINE FRAU DIE SPARTANER UND ICH oder das FANTASTIC MOVIE als von der Presse schnell verrissene, geradezu üble Machwerke; oder aber die Drehbücher zu AGENT 00, SCARY MOVIE und SCARY MOVIE 4 – bisher sorgten die Amerikaner tatsächlich nur für überflüssige Abfallprodukte der Filmindustrie, die sich zumeist selbst auf mehr oder weniger (kommerziell) erfolgreiche, aber durchaus diskutable Hollywood-Originalfilme beziehen.

So ist auch BEILIGHT alles andere als eine Überraschung – es wird exakt das geboten, was man sich in Anbetracht der teils bösen Vorahnungen hat ausmalen können. Dabei ist es grundsätzlich völlig unbedeutend, ob man die TWILIGHT-Filmreihe kennt oder nicht – die Witze und Seitenhiebe sind zwar grundsätzlich an die Vorlage adressiert; doch können auch so verstanden werden. Das liegt auch daran, dass explizit-entlarvende oder gar intelligente Seitenhiebe auf die Vorlage höchst selten sind – BEILIGHT verkommt eher zu einer x-beliebigen Ansammlung von üblen Klamauk-Witzen. Das Problem: man erhält als Zuschauer einen recht diffusen Eindruck was die parodistischen Merkmale des Films betrifft. Handelt es sich tatsächlich um eine (böse) Parodie, die den Zuschauer über den Sinn und Unsinn der TWILIGHT-Saga aufklären soll – oder vielleicht doch um einen halbwegs eigenständigen, auf den Erfolg der Vorlage aufbauenden Film, der die gezeigten (Vampir-)Elemente vielmehr zelebriert als wirklich ‚entlarvt‘ ? Dieser Eindruck bestätigt sich allein dadurch, dass TWILIGHT unter gewissen Umständen eine Parodie für sich ist – und es denkbar geeignetere Werke für ein Projekt wie dieses gegeben hätte.
Doch hätte dies ein (möglicherweise für die Ideengeber nicht zu bewältigendes) Problem zur Folge gehabt: man hätte sich wirklich Mühe geben und einige gute Einfälle mitbringen müssen. In der vorliegenden Form war es dagegen nicht wirklich schwer, BEILIGHT zu realisieren: man hat sich lediglich die vorhandenen, allzu offensichtlichen Ansätze aus der Vorlage zur Hand genommen und diese nur noch mehr überspitzt. Besonders gut zu sehen ist das natürlich anhand der makaberen Anbandeleien zwischen Becca und Edward, die letztendlich auch den Großteil des Films ausmachen. Potentiell sehenswerte, potentiell witzige Seitenhiebe auf die neuerdings beliebten Vampirfilme im allgemeinen finden sich dagegen nicht. Ebenfalls ärgerlich, für das Regisseurs-Duo aber längst schon typisch ist der relativ hohe Fremdschäm-Faktor des Films, ob nun TWILIGHT-Fan oder nicht: wenn die Werwolf-Bande plötzlich lasziv zu einem Popsong tanzt, oder Becca (im Bett) als gar nicht mal so schüchterne Teenagerin dargestellt wird; eignet sich das schon fast für eine Nominierung für die schlechtesten Filmszenen aller Zeiten. Sicher, manchmal gibt es abgrundtief schlechte Filmszenen die dennoch (oder gerade deswegen) witzig sind – doch handelt es sich dabei nicht selten um Zufallsprodukte. BEILIGHT dagegen will auf-Teufel-komm-raus witzig sein – verpasst dieses Ziel allerdings gehörig.

Fazit: Das einzige was man BEILIGHT zugute halten kann ist die Tatsache, dass der Humor zwar anspruchslos ist; aber dennoch ein gewisses Grundniveau nicht unterbietet. Das heisst, dass zumindest auf allzu sexistische Inhalte, einen Fäkalhumor oder typisch blödelnde Tollpatsch-Szenen weitestgehend verzichtet wurde. Nur steigert das nicht das Niveau der anderen Witze, die sich allesamt irgendwo in der Schublade des ideenlosen / wenig inspirierten / unspektakulären einordnen lassen. Ob nun TWILIGHT-Fan oder nicht: BEILIGHT-Fan wird wohl niemand werden. Und wenn, dann wird er sich auch besonders für die anderen Werke des Regisseur-Duos Friedmann / Seltzer begeistern können; was gewiss nichts Gutes bedeuten kann. Schade ist, dass grundsätzlich jeder eine Parodie in Filmform erschaffen kann – immer öfter sind das gerade diejenigen, die vergleichsweise jung sind, kaum Ideen und Hintergrundwissen mitbringen und das geringste Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Und somit wird ein (eigentlich unterhaltsames) Genre immer weiter zerstört… doch ist gewiss nicht erst seit BEILIGHT so. Wie so oft gilt: alle wichtigen und halbwegs witzigen Szenen sind bereits im Trailer enthalten, was die Verköstigung des gesamten Films überflüssig macht.

20oo10

1 reply »

  1. Wie ich bereits bemerkt habe schaust du wohl sehr viel Pro7. ^^

    Scheußliches Machwerk, das ich mir – wie das Original selbst – (…allein die Kalkvisage von Robert Pattinson und immer der gleiche gequälte Gesichtsausdruck von Kristen Stewart laden einfach zum Reinschlagen in den teueren Flachbildschirm ein) nie ansehen werde…dafür war der Trailer schon zu nervig.

    „Das heisst, dass zumindest auf allzu sexistische Inhalte, einen Fäkalhumor oder typisch blödelnde Tollpatsch-Szenen weitestgehend verzichtet wurde“

    Da hätte der Film ja wenigstens IRGENDEINEN Sinn. 🙂 Diesbezüglich haut ja „Extreme Movie“ mächtig auf die Kacke, was dann zu einem wirklich RICHTIG peinlichen Ergebnis geführt hat, das man nicht einmal „Film“ nennen kann, da einfach nur Episoden aneinandergereiht wurden, die eigentlich gar nicht witzig sind, sondern nur derbe.

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