Metal-CD-Review: DRAGONLAND – The Battle Of The Ivory Plains (2001)

Land: Schweden – Stil: Melodic / Progressive Power Metal

Die Trackliste:

1. Dragondawn
2. Storming Across Heaven
3. A Last Farewell
4. Ride for Glory
5. The Orcish March
6. The Battle of the Ivory Plains
7. Graveheart
8. Rondo a la Turca
9. A Secret Unveiled
10. World’s End
11. Dragondusk

Der Beginn einer großen Sage… !?

Vorwort: Bei DRAGONLAND handelt es sich um eine der etwas ‚jüngeren‘ Power Metal-Bandformationen aus dem europäischen Raum. Im Jahre 1999 in Schweden gegründet, kam bereits ein Jahr später eine erste DRAGONLAND-Demo mit dem Titel STORMING ACROSS HEAVEN auf den Markt. Dann liess auch das Debütalbum nicht mehr allzu lange auf sich warten – welches mit dem mächtigen Titel THE BATTLE OF THE IVORY PLAINS versehen ist und hier heute zur Diskussion steht. JA, wie klingt es denn nun, das vielversprechende Album, welches ähnlich wie bei Kollegen von RHAPSODY OF FIRE & Co offenbar der Beginn einer übergreifenden Fantasy-Saga ist ? Regiert hier eher der pure Kitsch, oder findet man doch ernstzunehmendes, mitreissendes und episches Material vor ? Und wie sieht es mit der Eigenständigkeit aus… ? Sehen wir es uns an.

Kritik: Das Album beginnt, wie es bei einem opulenten Fantasy-Album ohnehin zumeist der Fall ist oder sein sollte, mit einem stimmungsmachenden Intro. Und, welche Überraschung – in diesen 2 Minuten und 40 Sekunden schaffen es DRAONLAND tatsächlich ohne Probleme, den Hörer zu fesseln und auf das noch kommende einzustimmen. Dies liegt auch daran, dass man hier noch völlig auf Metal-Elemente verzichtet, sondern eher auf einen bombastischen Soundtrack-Eindruck setzt, der ausnahmsweise mal zu 100% punkten kann. Während bei einigen – oder vielleicht sogar vielen – Genrekollegen ein eher kitschiger, billiger Eindruck entstehen kann, dominieren DRAGONLAND mit dieser wahrhaft majestätischen Komposition, die zudem eine wunderbare Melodie aufweist. Da wird die Vorfreude doch immer größer – auf Titel wie den Opener, STORMING ACROSS HEAVEN. Hier gibt es erst einmal einen kleinen ‚Schock‘, wenn man so will: sobald die Metal-Elemente aus dem Fantasy-Land eingeflogen werden, sinkt leider auch das Qualitätslevel der Produktion. Hier handelt es sich um ein typisches Problem vieler Debüt-Alben aus diesem Genre, mit dem man wohl einfach leben muss. Abgesehen davon präsentiert sich der Titel als recht imposanter, gar nicht mal so kitschiger Bombast-Opener voller ansprechender Passagen und einem nennenswerten Maß an Abwechslung. Ein starker Gesang, ein eingängiger Refrain und tolle Soli runden das Ganze schmackhaft ab. Genau so hat man sich das Album wohl auch in etwa vorgestellt.

In A LAST FAREWELL überraschen die Schweden erst mit einer melancholischen Instrumentalpassage, woraufhin Sänger Jonas Heidgert in einem Duett mit einer Gastsängerin eine wirklich gelungene Performance abliefert. Doch, es sei angemerkt: Freunde eines etwas… ‚härteren‘ Metals werden sich bei Titeln wie diesem hier kopfschüttelnd abwenden, da es sich nun einmal um eine waschechte Ballade handelt. Eine leicht (?) kitschige noch dazu – die lediglich von etwas schwereren Riffs einen  Metal-Anstrich verliehen bekommt. Doch man muss es zugeben – im Vergleich mit Balladen anderer Bands aus dem Power Metal / Symphonic Metal-Genre klingen DRAGONLAND weitaus angenehmer, und auch irgendwie ‚ehrlicher‘ in diesen ruhigen Momenten. Sicherlich kein Highlight, und durch die etwas arg künstlichen wirkenden ‚Orgelgeräusche‘ im Hintergrund ein zusätzlich abzuwertender Titel. Aber wie wäre es denn dann mit dem nun hereinbrechenden RIDE FOR GLORY ? In der Tat klingen DRAGONLAND hier deutlich besser – bei derart flotten, verspielten und eben genretypischen Hymnen der Marke Eingängikeit pur. Zudem werden hier auf ein neues markante Gitarren- und Keyboardsoli abgefeuert, dass es das Herz eines alteingesessenen Fantasy-Metallers nur so freut. Ebenfalls vernehmbar sind leicht symphonmische Hintergrundelemente, die durch die etwas schwächelnde Produktion aber nicht wirklich zur Geltung kommen.

Weiter geht es mit dem ORCISH MARCH, der zahlreiche Soundtrack-Elemente aufweist und so leicht mysteriös und abenteuerlich daherkommt, eben so wie ein gut erzählte Geschichte. Leider fehlt es dem Stück im weiteren Verlauf an Ausdrucksstärke und Kraft, sodass es letztendlich weitaus ‚plätschernder‘ verläuft als es wohl beabsichtigt war. Der Titeltrack THE BATTLE OF THE IVORY PLAINS geht deshalb wieder in eine andere Richtung, und präsentiert sich in einem Uptempo-Mystery-Gewand. Unzählige Soli-Passagen sorgen für ein kräftiges Dauerfeuer auf die Ohren, wobei sich DRAGONLAND hier stellenweise aber einfach noch zu ‚unorganisiert‘ anhören. GRAVEHEART ist eine weitere Ballade, die aber schon ein stückweit rauer daherkommt als die erste dieses Albums. Zudem wirkt die Abwechslung von eher balladesken Strophen mit Akustik-Gitarre hin zum eingängigen Refrain und den melodischen, einprägsamen Riff-Passsagen durchaus gelungen. Im Finalteil gibt es dann noch einen expliziten Keyboard-Einsatz, der allerdings viel zu künstlich wirkt. Dann eine weitere Überraschung: RONDA A LA TURCA spielt auf einen allseits bekannten Klassiker der Klassik (in der Tat) an, wobei es sich zweifelsohne lohnt mal zu hören, was DRAGONLAND aus besagtem Stück gemacht haben. Das Ergebnis ist zwar nicht bahnbrechend, aber dennoch sehr unterhaltsam und trägt ein wenig zur ‚Leichtigkeit‘ des Albums bei.

A SECRET UNVEILED ist dann die näcshte knapp 6-minütige Hymne. So richtig mitreissend wirkt sie dann aber doch nicht, auch wenn der kurze Instrumentaleinschub bei Minute 3.30 durchaus markant ist. Danach geht es aber irgendwie ‚zu gewöhnlich‘ zu, und auch das überstimmt wirkende Keyboard kommt wieder um die Ecke. Gegen Ende dann noch ein Energieschub – und der Übergang zu WORLD’S END erfolgt. Hier holen DRAGONLAND endlich noch einmal richtig aus, pünktlichen zum großen Finale eben. Flotte Uptempo-Passagen, eine gute Gesangsleistung und der generell ‚erhabene‘ Eindruck und Instrumentalspielereien a’la RHAPSODY OF FIRE machen den Eindruck perfekt. Der vielleicht stärkste Titel des Albums ! DRAGONDUSK ist das Outro, welches wie das Intro rein instrumental gehalten ist und das Album solide abschließt.

Fazit: Der mitunter einzige störende Faktor an THE BATTLE OF THE IVORY PLAINS ist die Qualität der Produktion – die die Metal-Elemente noch zu ’scheppernd‘ und flach, die symphonischen Anleihen dagegen zu leise und ‚verharmlosend‘ daherkommen lässt. Sobald DRAGONLAND diese Hürde mit dem nächsten Album nehmen sollte, wird dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Im Gegenteil, sie präsentieren hier eine interessante Fantasy-Sage, die durchaus ein stückweit anspruchsvoll ist ist und nett präsentiert wird. Allerdings ist die Konkurrenz in diesen Gefilden groß – sodass DRAGONLAND in Zukunft noch mehr Eigenständigkeit an den Start bringen müssen, um sich wirklich in diesem Genre halten können.

Anspieltipps: DRAGONDAWN, RIDE FOR GLORY, RONDO A LA TURCA, WORLD’S END

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